R E V I E W S

PESTILENCE - HADEON Hammerheart Records

www.pestilence.nl


Über Pestilence muß man nicht mehr viel sagen. Vor allem die Alben mit
Martin van Drunen (Asphyx) sind Klassiker des Death Metals. Und auch das Nachfolgealbum konnte die Band ganz nach vorne an die Spitze der damaligen Death Metal Bewegung platzieren. Nach dem sehr experimentellen SPHERES Album (das erst im Nachhinein seine Aufmerksamkeit bekam) war es erstmal mit der Band am Ende und der Chef der Band, Patrick Mameli, hat die Band in den letzten Jahren wieder auf Kurs gebracht. Die Alben waren durchgängig hochklassig (vor allem Resurrection Macabre…aber auch Doctrine und Obsideo), aber so richtig gezündet haben sie auch nicht. Die Band lebte von ihrem Legendenstatus. Und nachdem die Band erneut einige Jahre auf Eis lag, kommt nun ein Neustart. Und anders als auf den letzten Alben, ist hier etwas "anders". Pestilence 2018 probieren einen Mix aus den alten Zeiten und den letzten Alben und das gelingt ihnen sehr gut. Man hört viel SPHERES Elemente, vor allem in den Solos. Aber trotzdem überwiegen natürlich die klassischen, technisch hochwertigen Death Metal Momente. Und ich glaube, auf genau diesen Sound haben die Fans weltweit gewartet. Und ich glaube, HADEON hätte nach SPHERES erscheinen können und knüpft an die Klasse von 1991 Dreher Testimony of the ancients an. Die Scheibe hat nicht deren Hitdichte, aber es ist das gleiche Feeling, der selbe Effekt wie damals. HADEON ist das
härtere SPHERES. ULTRA DEMONS, DISCARNATE ENTITY und der starke Opener NON PHYSICAL EXISTENT sind Höhepunkte im Schaffen von Pestilence. MULTI DIMENSIONAL überzeugt mit viel old school vibe und TIMELESS schruabt einen einfach nur die Ohren ab. Aufgenommen im Spacelab Studio in Deutschland, zeigt sich die Band von ihrer neuen Seite. Neben Mameli besteht die Band aus Tilen Hudrap (Testament, Paradox) am Bass, Santiago Dobles (Aghora, Cynic)an der Leadgitarre und Septimiu Harsan am Schlagzeug. Pestilence sind zurück und auch alte Death Metal Fanatiker sollten ein Ohr riskieren!


Genre: Death Metal
Musik: 9
Sound: 9
Info: 13 Songs
VÖ: 05.03.2018

 

 

 

NEBULA - LET IT BURN Heavy Psych Sounds

http://www.facebook.com/pg/Nebulaband

Die Zeit rennt….der Wahnsinn. 1997 haben sich die beiden Musiker Eddie Glass und Ruben Romano von ihrer Band FU MANCHU getrennt und mit NEBULA eine der wichtigsten Stoner Rock Bands gegründet. Leider zu einer Zeit, wo zwar viele Klassiker erschienen sind, aber das mediale Interesse gar nicht bestand. Die Scheiben der Band liefen im kleinen Rahmen und die Konzerte fanden oft vor wenig Zuhörern statt. Unterstützung von den Printmedien gab es wenig und so verpufften einige der heutigen Klassiker leider komplett. Wenn man heutzutage den „Run“ auf die Desert Festival sieht, kann man sich das gar nicht vorstellen, wenn man damals, Ende der 90er Jahre, nicht persönlich dabei war. Eine Band, die heute als Klassiker-Band gilt, ist Nebula, die mit Dozer, Unida und Sloburn versuchten, durch starke VÖs mehr Aufmerksamkeit zu erhaschen. Vergebens. Nun gibt es das komplette Nebula Machwerk von Zeit zu Zeit über Heavy Psych Sounds für die junge Generation und das Label startet mit LET IT BURN, welches 2 Bonustracks enthält und in limitierter, farbiger Vinylausgabe erscheinen wird. Im Vergleich zu FU MANCHU setzte man mehr auf Fuzz-Gitarren und Doom Metal und obwohl der Stoner Rock Sound sehr limitiert ist, kennt man die Band vom ersten Ton weg. Sie haben mit ihren Songs sicherlich was herausragendes erschaffen. Vor allem die Split mit LOWRIDER ist wohl eine der besten 10 Veröffentlichungen ever! Aber gut, braucht man die Scheiben, wenn man die Originale zu Hause stehen hat? Zwar hat die Scheibe nochmal ein fettes Mastering erhalten und die 2 Bonussongs (eine Liveversion von LET IT BURN von 2001 und eine chillige Demoversion von DEVILS LIQUID) nicht essentiell, aber ich persönlich bevorzuge das Original. Aber trotzdem, DOWN THE HIGHWAY ist ein Hammer, der damals die Band über Nacht an die Spitze gehoben hat, VULCAN BOMBER, ELEVATION, LET IT BURN oder SONIC TITAN mit ihren 70s-Touch…für Stoner Rock Fans (und da gibt es ja mittlerweile mehr als genug!) ein absolutes MUSS. Hier wird noch gerockt, ohne Rücksicht auf Verluste oder Anbiederungen an große Käuferschichten. Das hier ist unverfälscht, rauh und (war damals zumindest) abolut NEU! STARK!

Gerne: Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 8 Songs

VÖ: 26.01.2018

 

 

 

 

NEBUALA  -  TO THE CENTER   Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/pg/nebulaband

 

Nachdem im Januar LET IT BURN veröffentlicht wurde, kommt der Bandklassiker TO THE CENTER im Februar nach. NEBULA, die ex- FU MANCHU Leute überzeugen auf dem ersten kompletten Album mit einer fetten Jack Endino Produktion und den wohlbekannten fetten Sound des Trios. 1999 auf Sub Pop veröffentlicht,
gibt das italienische Label HEAVY PSYCH SOUNDS dem Stoner Rock Klassiker eine neue Chance und packt als Anreiz noch 2 Liverversionen von SO LOW (1999
Berlin) und TO THE CENTER (2001 Chigaco) drauf. Das schicke Digipack überzeugt auch mit tollen Live-Impressionen. Startet der Titelsong noch relativ verhalten, geht es mit COME DOWN wieder gewaltig nach vorne. Ihr einmaliger Sound zwischen Monster Magnet, Stooges und Fu Manchu wirkt auf dem Debütalbum gegenüber der Vorgänger-EP LET IT BURN ausgereifter,
verspielter und durchdachter. Dadurch geht etwas die Coolness der Erstveröffentlichung verloren, aber insgesamt war TO THE CENTER das wichtigste Album der Band im Rückblick und konnte damals den Status der Band festigen und ausbreiten. Das coole WHATCHA LOOKIN`FOR und das geile SO LOW überzeugen auch heute noch, das stark an alte Monster Magnet angelehnte
FREEDOM rollt immernoch unaufhaltsam vorwärts und das relaxte STOOGES Cover I NEED SOMEBODY atmet die relaxten Gefühle durch jede Pore, bevor das abschließende YOU MEAN NOTHING nochmal allen aktuellen Stoner Rock Bands zeigt, wie es gemacht wird. Leider muß man aber auch hier sagen, dass die 2 Bonussongs leider kein Mensch (wie schon auf der LET IT BURN) wirklich braucht; vor allem nicht, wenn man das Original zu Hause stehen hat. Wer von
Nebula noch nichts hat, muß natürlich zuschlagen! Klassiker des Genres!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 14 Songs 

VÖ: 16.02.2018

 

 

 

METALLISIERTE WELT - AUF DEN SPUREN EINER SUBKULTUR Hirnkost

www.facebook.com/pg/metallisiertewelt

Im Rock Hard und / oder Deaf Forever kriegt man als Leser ja hin und wieder über die Heavy-Metal-Welt außerhalb der bekannten Länder etwas mit und diese ganzen exotischen Gegenden wurden jetzt von METAL1.info Online Chef Moritz Grütz zusammengetragen. Auf deren Online-Seite gibt es seit 2016 schon Specials über exotische Bands, jetzt wurde das alles überarbeitet und in einem sehr schönen Buch zusammengefasst. Mit einem blutigen Death Metal Shirt durch Europa zu reisen ist ja was selbstverständliches, dass es aber in anderen Ländern lebensgefährlich sein kann, wird mit dem Buch noch viel deutlicher. Das es in muslimisch geprägten Ländern sicherlich nicht leicht ist, in einer Metalband zu spielen, dürfte jeden aufgeschlossenen Menschen klar sein. Und trotzdem gibt es dort verborgen und im geheimen Metal Bands, die unter ständiger Bedrohung ihrer Liebe zum Heavy Metal nachgehen. Schon traurig, wenn man das in unserem Jahrhundert noch lesen muss! Viele Bands sind offen und man kann sich selbst beim Lesen ein Bild von den Zuständen im Land machen. Andere Bands (wie z.B. Silence Lies Fear aus Aserbaidschan) geben sich nicht offen und ehrlich oder verweigern Fragen und werfen so einen zweifelhaften Blick auf die Interviews. Oder die eingeschüchterte Darstellung der iranischen Band Avesta. Aber die Liebe zum Metal geht durch Dick und Dünn und das zeigen die über 30 Interviews mit den unterschiedlichen Bands aus den verschiedenen Ländern. Wie laufen dort die Proben und die Auftritte ab, wie kommt man an gutes Equipment etc. Moritz Grütz ist es gelungen, die Spannung und Faszination dieser exotischen Metal-Welten das ganze Buch hindurch aufrecht zu halten. Chile, China, Botswana, Grönland, Indien, Irak…..überall hat der Virus „Metal“ die Jugend infiziert. Ich vermisse etwas die Fotos der Bands oder ähnliches; da hätte man noch etwas mehr Einsicht in die Interviews bekommen können, wenn ein paar Bandfotos, Proberaum- oder Livefotos enthalten wären. Und trotzdem zeigt es abschließend, dass abseits von Kultur, Klasse, Hautfarbe und Religion eine Gemeinschaft entstanden ist, die allen Gefahren trotzt und einen Zusammenhalt bietet. Metal rules the world!

Info: Buch / Hardcover / 180 Seiten / vollfarbig

VÖ: 02.01.2018

 

 

 

KUMPELS IN KUTTEN 2  -  Heavy Metal im Ruhrgebiet     Verlag Nicole Schmenk

 

HEAVY METAL IM RUHRGEBIET von Holger Schmenk und Andreas Schiffmann.

Einige lange Jahre nach dem ersten Buch über die Metalszene im Ruhrgebiet kommt nun der zweite Teil und ist für Metalfans sicherlich sehr zu empfehlen. Nachdem die ganze Entstehung und Entwicklungsphase schon im ersten Teil super abgedeckt wurde, kann das Nachfolgewerk leider nicht ganz die Klasse des ersten Teils halten. Sicherlich war das Ruhrgebiet in den Anfangszeiten des deutschen Thrash Metals wichtig und die Wut der dortigen Kids (zwischen Dreck, Verfall, Maloche) verständlich. Die großen 4 aus dem Ruhrgebiet (Kreator, Sodom, Rage und Grave Digger) sind Weltmarken. Und so kommt das Thema auch immer wieder auf die (meist beiden erstgenannten) Bands zurück, da deren Einfluss auf die Entwicklung der Szene und Newcomerbands natürlich immens ist. Als eingefleischter Rock Hard oder Deaf Forever Leser kann man sich aber leider einen Großteil des Buches einfach schenken, da viele Sachen, die in den genannten Magazinen seitenweise abgearbeitet wurden, hier nochmal aufgewärmt werden (Honigdieb, Idiots, Rage vs Refuge, ex-Sodom Andy Brinks). Wer es nicht kennt, wird sich aber daran nicht stören. Genug Interessantes gibt es auf der anderen Seite natürlich auch: z.B.

Interviews mit den Machern der ganzen Szenelokalen und - festivals, Fotografen und Coverkünstlern und einigen Undergroundbands, die mal mehr und mal weniger was sinnvolles von sich geben. Die Geschichten von Darkness und dem Kreator-Insider Stoney heben das Werk aber eine Stufe höher! Lesenswert und tolle Bilder, aber Teil 2 kann leider nicht mit dem Erstwerk mithalten.

 

 

Buch: Hardcover

Info: 335 Seiten / s/w Fotos

 

 

 

MAGICK TOUCH  -  BLADES, CHAINS, WHIPS AND FIRE   Edged Circle / Soulfood

 

www.magicktouch.no

 

Classic Rock aus Norwegen. Gut gemacht, gut produziert, mit vielen Hits, aber trotzdem langsam zu gleichförmig..... na ja - MAGICK TOUCH hebt sich doch durch einige externe Sounds von den üblichen Verdächtigen ab.

Das Debütalbum ELECTRICK SORCERY kenn ich leider nicht und kann über eine Entwicklung o.ä. keine Angaben machen. Aber was man uns hier auf BLADES, CHAINS, WHIPS & FIRE präsentiert, ist schon wirklich sehr gut.

POLONIUM BLUES hat einen coolen Alice in Chains Touch, der der Band sehr gut steht. Der Song ist ein Highlight auf der Scheibe. Aber sicherlich nicht der einzige, aber trotzdem wird es schwer, mittlerweile aus dem ganzen Brei an Classic Rock Bands die wirklichen und nachhaltigen Highlights rauszupicken. Die 3 Norweger dürften aber in Zukunft sicherlich ein Wort mitreden. Mit so einer Klasse ist es fast unmöglich, ignoriert zu werden. Die Scheibe wird alle Retro Rock Freunde erfreuen und mit Songs wie UNDER THE GUN (ein super Hitmonster), LOST WITH ALL HANDS oder das starke SIREN SONG werden sie unheimlich viele Freunde finden. Ist der Opener UNDER THE GUN noch purer, unverfälschter Classic Rock, wandelt man sich auf dem Album zu moderneren Riffs der Marke Alter Bridge bis hin zu 90er Zeug wie Alice in Chains. Und mit dem Titelsong als Rausschmeißer ist ein sehr langsamer, emotionaler und eindringlicher Song gelungen. Die Energie ist da, Songs können sie schreiben und die warme, an den US Markt erinnernde Stimmen von HK REIN (auch Gitarre) und Christer Ottesen (auch Bass), stechen sicherlich im positiven heraus.

Und die Power von Schlagzeuger Nordvik (mit old school Mötley Crüe Shirt am Cover) rundet den dicken Sound der Band ab. Was die beiden Herren da gesangsmäßig abliefern, ist internationales Topniveau! Zu guter Letzt gibt es noch ein super schönes und aufwändiges Digipack und rundet die Scheibe somit als Ganzes ab! Rock Fans sollten zuschlagen!

 

Genre: Classic Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 10 Songs

VÖ: 05.01.2018

 

 

 

 

 

7 WEEKS - A FAREWELL TO DAWN Overpowered Records

 

www.7weeks.bandcamp.com

 

Die Franzosen sind zurück. Viele werden sie von einigen Major-Festival kennen oder von ihren Vorgängerscheiben, aber das hier ist eine dicke Überraschung. Der Sprung in die Professionalität ist beeindruckend. Die Scheibe ist jetzt seit über einem Jahr auf dem Markt, aber großartig in Erscheinung getreten ist die Band leider nicht. Aber mit ihrem Mix aus Stoner und Alternative Rock müssten sie eine breite Hörerschaft ansprechen. Schon der Opener KING IN THE MUD startet mit einem dreckigen, fetten und langsamen Stoner Riff der Sonderklasse. Das ist sicherlich mit seinem einprägsamen Refrain einer der besten Stoner Rock Songs der letzten Zeit! So sollte diese Musik klingen! Aber das 7WEEKS nie die typische Stoner Band war, zeigt der folgende THE GHOST BESIDE ME. Das hat mehr von Blackmail oder fett vorgetragenen Alternative Rock, also von typischen Stoner. Und das macht die Band ja auch letztendlich aus. KAMIKAZES zeigt das auch beeindruckend, wie alle Songs des Albums.

Hier gibt es keine "unwichtige" Note, das wirkt alles groß durchdacht und ist voller Energie! Und mit dem Opener KING IN THE MUD und THE GHOST BESIDE ME ist der stonigen Abschlußsong KNOTS ein wahres Monster an Song gelungen! Band anchecken! Sie haben es verdient!

 

Genre: Alternative Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 9 Songs / 53 Minuten

VÖ: 16.12. 2016

 

 

 

IRON WALRUS  - A BEAST WITHIN   Redfield Records


www.redfield-records.de
www.iron-walrus.de

Iron Walrus haben in ihrer kurzen Karriere schon 2 Alben veröffentlicht
und schieben jetzt ihr drittes Album nach. Schon die ersten beiden
Scheiben haben durch ein starkes Artwork überzeugt und auch dieses Mal gibt es einen echten Hingucker.

Der Mix in der Tonmeisterei von Robin
Völkert hat der deutschen Sludge Metal Band einen starken Sound
verpasst, der auch absolut identisch ist. Außedem hat die Band jetzt
ihre Masken gelüftet und das Geheimnis preisgegeben (wers eh nicht schon
wußte...). Obwohl ich die ersten beiden Scheiben wirklich als gelungen
empfinde, war es auf der Länge einer CD nach einer gewissen Zeit etwas
zu eintönig und monoton. Oft wirkte es nach ein paar Songs etwas zu zäh.
Und siehe da, die Band liefert diesmal "nur" 8 Songs, die es auf eine
angenehme Spielzeit von 35 Minuten bringen, und um es vorweg zu nehmen:
keine Hänger, keine Füller, nur hochklassiges Material! Los geht es mit
dem vom Video bekannten CRAWLING, der gleichmal durch ein cooles
Eröffnungsriff und einen geilen Groove besticht. Da hat man gleichmal
einen der stärksten Songs in ihrere Karriere an den Anfang gesetzt. Aber
danach gibt es mit TAKE CARE sogar noch eine Steigerung. Der Song ist
super eingängig und der Refrain geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Das
ist wohl der beste Iron Walrus Song in der bisherigen Karriere. Danach
geht es mit ABYSSAL nochmal langsamer zur Sache. Das Riff drückt, das
Tempo wird etwas gedrosselt, der Song killt. Stark! CONTROL startet dann
mit einem sich böse aufbauenden Riff und ist ein hammerstarker Song
geworden, der vor allem durch seine tollen Gitarrenriffs und einem
superslowen Refrain überzeugt. Das Riff groovt alles über den Haufen!
Und mit NO MORE REASON ist der Band ein weiterer Killer gelungen. Das
Eröffnungsriff hätten Cathedral oder Crowbar nicht besser hinbekommen,
die Vocals von Sven passen wir die Faust aufs Auge und die Drums drücken
ohne Ende. Mit FOOLS wird es etwas flotter und das längste Stück des
Albums kommt natürlich am Ende. Eingeleitet von Akustikgitarren
überzeugt DROWNING durch eine unglaubliche Langsamkeit, die einem dem
Kopf abschraubt und die erzählartige Stimme lassen den Song sehr
bedrohlich wirken. Musikalisch sehr ausgereift mit einigen tollen
Gitarrenspielereien bringen etwas Abwechslung in den Gesamtkontext der
Band. Prüfung bestanden, Fehler der Vergangenheit ausgebessert und die
Stärken ausgebaut. Es gibt keine zweite Band, die klingt wie die 5
gestandenen Männer von Iron Walrus. Stark!

Genre: Sludge Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / 35 Minuten
VÖ: 15.12.2017

 

 

 

KILLING AGE  -  DEVIL`S CHILD    Gegentrend Records

 

www.killingage.de

 

KILLING AGE haben sich im deutschen Underground schon einen kleinen Namen gemacht und bringen jetzt mit DEVIL`S CHILD ihr neuestes Werk heraus. Und warum sich die Band so großer Beliebtheit erfreut, kann man an den Einflüssen für den KA-Sound erkennen. Viel Pantera, viel Machine Head….zwei Bands, die einfach immernoch einen hohen Stellenwert im Metalbereich haben. Und genau diese Trademarks nehmen die 4 Jungs auf und verfeinern sie mit eigenen Ideen. Schon der Opener GOOD TIMES überzeugt mit starker Gitarrenarbeit und den starken Vocals von Jan und zeigt die Band um einiges gereifter und vor allem düsterer als auf dem Vorgängeralbum. Hier regieren starke Riffs, fette Grooves und ein Sänger mit viel Wut im Bauch. Weiter geht’s mit DEVIL`S CHILD, der nahtlos an die Klasse des Openers anknüpfen kann. Ansonsten wechseln sich leider viel Licht und etwas Schatten ab. DROWN hat viel von einem angepissten Phil Anselmo oder RAISE YOUR FIST mit einigen Hardcore Anteilen. CARRY THE FIRE überzeugt mit einer neuen Brutalität. Mit GOODBYE ist Killing Age noch ein wahnsinniger Brecher gelungen, der wohl die ganze Bandkarriere überstrahlen wird und der abschließende B.B.B.B., der mit Double-Bassdrums und viel Power zu überzeugen weiß. 50 Minuten sind dann realistisch gesehen vielleicht 10 Minuten zu viel. 2-3 Songs weniger und es wäre ein Killer Album geworden. Trotzdem, eine der heißesten Bands in Deutschland. Und das Artwork ist stimmig zur Musik und der Sound ist super brutal ausgefallen. Somit fast alles richtig gemacht.

 

Genre: Groove Metal

Sound: 8

Musik: 8

Info: 13 Songs / 51 Minuten

VÖ: bereits erschienen

 

 

 

EGONAUT  -  THE OMEGA  Mighty Music

 

www.mightymusic.dk

 

 

EGONAUT aus Schweden haben ein gutklassig Debüt abgeliefert, ein bischen aufsehen erregt und kommen nun mit veränderter Mannschaft mit einem verdammt starken Album zurück. Vor allem die Hinzunahme eines neuen Sängers macht den großen Unterschied! Und wie auf dem ersten Album dominieren starke Riffs und die Orgel den Sound der Band. Los geht es mit einem kleinen Ausrufezeichen. INITIUM ist ein geiler Mix aus Death Metal und klassischem Hard Rock, vor allem an den Vocals. Die Strophe wird in bester Death Metal Tradition durchgezogen und ist hochklassig, der Refrain hat Hard Rock Anteile und eine tolle Stimme von Emil Kyrk. Und im Hintergrund unterstützt die Orgel die tollen Gitarrenriffs von Fredrik Jordanius. Das klingt exzellent, das ist wirklich herausragend! ALIENATI hat ein abgewandeltes Metallica Riff und überzeugt durchgehend mit klarem Gesang und starken guten Riffs, die auch einige Stoner Rock Elemente tragen. Die tolle Gitarrenarbeit bestimmen auch das sehr guten OFFERINGS, das auch einen tollen Refrain beinhaltet und die klaren Vocals von Emil hervorheben. THE PLEDGE ist dann wieder eher eine härtere Ausrichtung und könnte locker im Melodic Death Metal Bereich angesiedelt werden. Musikalisch topp, ist es aber eher störend auf dem Album und integriert sich nicht so gut wie INITIUM mit seinen aggressiveren Vocals. Der Song ist gut, paßt aber nicht so richtig zu dem Rest und dem Album hätte es nicht geschadet, wenn der Song gefehlt hätte.....INTO THE EYE ist ein bedrohliches Intro, das Gänsehaut hervorruft. AWAKENINGS hat ein wahnsinniges Eröffnungsriff von Fredrik, der sich wirklich starke Sachen aus der Gitarre schüttelt. Der Song hat einige starke Momente und könnte auch auf einer Dream Theatre Scheibe stehen. TOTENTANZ hat dann viele ruhige Teile und wirkt bedrohlich und einschüchternd. DEATHSWORN rockt gut nach vorne und hat eine tolle Gesangslinie und tolle Orgeleinsätze von Dennis. REVELATIONS ist dann ein langsamer, eindringlicher Metal Song mit einer Gesangsleistung, die absolut unter die Haut geht. Großes Kino! EGONAUT haben ein beeindruckendes Gesamtwerk abgeliefert, wo von den Texten zum Artwork zur Aufmachung alles stimmig ist. Und die Musik zu fassen ist schwer. Da dürften sowohl King Diamond, also auch Doom oder Stoner Fans ihre liebe Freude daran haben. Obwohl das Material nicht eingängig ist, dürfte es bei der richtigen Promotion richtig durchschlagen. Ich wünsche es den Jungs!

 

Genre: Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 51 Minuten

VÖ: 03.11.2017

 

 

BLUERIVER - WAITING FOR THE SUNSHINE Music for People

www.blueriverrockband.com

Aus Italien kommt BLUERIVER, eine 4 Mann Rock Band mit klassischem Rock, wie
man ihn leider um jede Ecke in jedem Pub hört. Musikalisch nicht schlecht,
aber es fehlt ein wahrer Hit. Die Songs plätschern vor sich hin und Sänger
Giovanni Riva macht nicht immer einen guten Eindruck. YOU AND ME startet als
typischer Pub-Rocker und WAITING FOR THE SUNSHINE hat schöne
Gitarrenmelodien. Aber richtig vom Hocker reißt einen die Musik nicht.
Schlimm wird es bei dem ruhigerem Stück REALITY, da dürfte die Band auf den
Boden der Tatsachen geführt werden. Die Stimme wackelt, die Gitarre leiert
vor sich hin….das ist nichts. Auch der abschließende CRAZY NIGHT kann da
keinerlei Aufmerksamkeit wecken. Für einen lauen Sommerabend vor einer
italienischen Kneipe oder in einem kleinen Club sicherlich eine nette
Angelegenheit. Aber für eine breitere Masse fehlt eigentlich rundherum
alles! Sorry!

Genre: Rock
Musik: 6
Sound: 7
Info: 4 Songs / 19 Minuten
VÖ: September 2017
 
 
 

METEOR CHASMA - A MONKEY INTO SPACE Music For People

www.facebook.com/meteorchasma

Stoner Rock gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und die meisten neueren
Bands integrieren ganz viel 70er und Psychedelic Rock Sounds in ihre Musik. Die ursprünglichen, riffbetonen Sounds von Bands ala Dozer, Alabama Thunderpussy oder Awesome Machine gibt es dagegen so gut wie gar nicht mehr.
Vielleicht findet man zumindest ansatzweise den Sound wieder bei den Jungs
von METEOR CHASMA. Die Optik stimmt schonmal und anscheinend handelt es sich
um große Stoner Rock Fans bei 3 Italienern. Und mit ihrem ersten Album
huldigen sie zumindest teilweise die alten Helden. Und das machen sie
relativ gut. Auf ihrem ersten Album vermischen sie die dreckigen und
schnellen Songs auch mit einigen Space Rock Einflüssen. Der Opener
SPACESHIP2346 ist ein geiler old school Stoner Song mit fetten AWESOME
MACHINE artigen Gitarren und einer rauhen Stimmt. Das ist sicherlich nichts
außergewöhnliches, aber macht Spaß und erinnert an die Anfänge des Stoner
Rocks. Der zweite Song SPACE TIME schließt sich tempomäßig dem Opener an,
kann aber nicht ganz die Klasse des Openers halten. NEIL GAGRIN ist dann ein
drückendes, langsames Instrumental mit einem starken Riff, bevor mit RIDE A
METEOR mehr psychedelische Klänge Einzug halten. LOST MARTIAN hat ein paar
Alternative Rock Einflüsse, kann aber vor allem beim stonigen Refrain
überzeugen. ATOMIC MUSHROOMS ist eher wieder getragen und reiner Psychedelic
/ Space Rock, bevor die Stoner Granate JUPITER die Freude am alten Sound
zurückbringt. ASTROVIKING erinnert an die seeligen ALABAMA THUNDERPUSSY und
das instrumentale LIFE ON EXOPLANET beschießt das Album mit einem
akustischen Intermezzo. Das ist alles gut gemacht und sehr gut produziert.
Und Stoner Rock Fans sollten auf jeden Fall ein Ohr riskieren! Mir macht die
Scheibe Spaß.

Genre: Stoner Rock
Musik:7
Sound: 9
Info: 9 Songs
VÖ: September 2017

 
 
 
 

4 OHM MONO  -  DISSONANT PRAISES   

 

www.4ohmmono.com

 

Warum es manche Bands trotz aller gegebener Voraussetzungen nicht schaffen, wird immer ein Rätsel des Musikbusiness bleiben. Eine Band, die bei Century Media war, einen herausragenden Sänger besitzt und mit ihrer Musik genau in der Schnittmenge zwischen Metal/Alternative war und von den einfach nur fetten Gitarrenriffs gelebt hat, war CHUM aus West Virginia. Nach dem sehr starken (und immernoch geilen) Debüt auf Century Media verschwand die Band von der Bildfläche. Sänger John Lancaster hat sich danach als Solokünstler versucht und einige Alben veröffentlicht. Und nun kommt er mit seiner neuen Band 4OHMMONO und seiner zweiten EP zurück. Und was seinen Soloscheiben gefehlt hat (die Härte), ist jetzt dank neuer Band wieder voll da. Schon der Opener OVER THE RIFT hat ein bretthartes Riff, dass einen nicht stillsitzen lässt.  Das schiebt so gewaltig, dass man denkt, die guten HELMET sind zurück. Und darüber droht John mit seinen unglaublich guten Vocals. Das Schlußriff geht nochmal total unter die Haut und hat schon die göttliche CHUM Klasse. Da freut man sich, dass die Power und die Kraft zurück im Sound sind. Das folgende DEAD CALM DWELLERS wird getragen von einem groovigen Rhythmus und 90er Gitarrensalven, doch der Song explodiert förmlich im Refrain. Dazu erneut eine starke Gesangsleistung von John. Zusammen mit Mac Walker an der Gitarre entwickelt er fette Riffs im Minutentakt. Und Barry Smith und Josh Adkins (Bass und Drums) legen einen geilen Groove unter die Songs. VOID ALL IN BETWEEN hat wieder dieses unglaublich starken Riffs und ist mit seinem getragenen Tempo und der eindringlichen Gesangslinie der Höhepunkt des Albums. Warum so eine Band keinen Vertrag bekommt, entzieht sich meiner Vorstellung. Gut, ich kann Euch nur ans Herz legen, sich diese Scheibe zu holen und sich vor den Boxen die unglaubliche Wucht anzunehmen. Großes Kino - MEISTERWERK!

Genre: Heavy Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 3 Songs / 18 Minuten
VÖ: 13.10.2017


 

ANTISECT  -  THE RISING OF THE LIGHTS   RISE ABOVE RECORDS


www.facebook.com/Anitsect-Offical

 

Glaubt es oder nicht, ich kannte Antisect bisher nur vom Namen. Trotz meines Alters hatte ich noch nicht das Vergnügen, mich mit den Anarchopunks auseinanderzusetzen. Gründe dafür fallen mir jetzt keine ein. Somit ist mir ein Vergleich des neuen Werkes mit den frühen Schaffen der Gruppe leider nicht möglich. 1982 wurde die Combo gegründet, nur ein Longplayer steht in ihrer Vita (1983: In Darkness There is No Choice), 2011 reformierte sich die Band. Somit handelt sich bei The Rising Of The Lights um das erste weitere Album nach 34 Jahren! Vom Original Line-Up ist nur noch Pete Lyons/Gitarre übrig geblieben.      

Ran ohne Vorbehalte. Spirit-Level gefällt mir schon mal sehr gut. Die Stimme von Tim Andrews (kein Origninalmitglied) erinnert  mich etwas an die nicht unähnlichen Tau Cross, rauh und charmant, ohne dabei in Gebrüll auszubrechen. The Last Ones Standing ist mehr Metal verwurzelt was sich in Stakkatoriffing manifestiert, nach dem für mich etwas unnötige langem Spoken Word Intro zu Weapons Of Mass Distraction (sind mir persönlich gute 4 Minuten einfach zu lang) wird die Metal Keule wieder gut instrumental geschwungen. Nach diesem etwas episch angelegen Ausbremser geht’s weiter mit derben Gesängen in Acolyte, Riffs und hämmernde Drums bestimmen hier das Geschehen. Düster und getragen wird’s in Welcome to The New Dark Ages, etwas simple aber ok (Refrain wird mir einfach zu oft wiederholt). In Rise The Lights passiert recht wenig (Zwischenspiel). Im folgenden Black zeigt man sich bissiger, was ich sehr begrüße. Cooler Hook und Punch. Something to Hate geht etwas zackiger voran (erinnert mich an punkige Ministry), Scared to Die beendet das Album wieder mit einem etwas zu lang geratenem Track (Riff atmete NWOBHM).Hier und da ein paar Straffungen hätten nicht geschadet aber für Fans der ähnlich verwurzelten Tau Cross ein Tipp. Die verhaltene, basischeProduktion weiß zu gefallen.


GENRE: Metalpunk
MUSIC: 7
SOUND: 8
INFO: 9 Songs  49:36 Min
VÖ: 13.10.2017

 

 

SLOMIND  -  METAMORPHOSEON    Sonic Attack / SPV

www.facebook.com/slomindband

SOLAR PLEXUS, das Debüt Album der Düsseldorfer Stoner Rocker war damals eine kleine Sensation im (zumindest) deutschen Underground. Die Band versuchte, sich von den typischen Genre Sounds etwas wegzubewegen und vor allem die Vocals hoben damals die Band von den anderen, ähnlich gearteten Bands ab. Und jetzt kommt die Band mit ihrem zweiten Album (zählt man die EP von 2013 nicht mit) zurück und kann erneut überzeugen. Auch, weil man sich keine Grenzen gesetzt hat und den Sound ein Stück weit erweitern konnte. Das Debüt Album hat nach einigem Abstand einige Längen und auch METAMORPHOSEON geht nicht immer sofort ins Ohr. Der übertrieben harte Opener METAMORPHOSEON zeigt zwar die variable Stimme von Patrick Pagliaro und die fetten Riffs der Band, aber die aggressiveren Vocalteile wirken eher aufgesetzt und nicht immer stimmig. Das ist schon gut, aber man ist eigentlich erstmals etwas überrascht (vielleicht auch der Sinn der Sache...). SOULSTRIPPER ist dann ein Hit, wie man ihn von der Band erwartet hat. Tolles Riffing, starke Melodien und ein einfühlsamer Sänger, der dem dreckigen Sound einen extra Dreh verleiht. DRAG THE CHAIN hat dann einen starken Down Einschlag, vor allem Patrick schafft es, teilweise wie Mr. Anselmo zu klingen. Ein toller, nach vorne abgehender Brecher! THE WAVE hat dann sogar einige Life Of Agony Anleihen. RIOT ist dann einfach ein straight forward Stoner. Bei RELENTLESS fehlt etwas die "Richtung" und wirkt eher zerfahren, aber es fehlt einfach der große "Aha-Effekt". Schade eigentlich, denn gesanglich wirklich absolut herausragend.  Aber ein Song wie DRIFTER hat was erhabenes, hat schon was von der CROWBAR-Schwere, die nur wenig Bands hinbekommen. Hier stimmt alles. Riffs, Power, Gesang. Ganz großes Kino. Das abschließende MOTHER (kein Cover!) ist dann ein Akustikstück, dass erneut unter die Haut geht. Es erinnert mich teilweise an die guten CREED Sachen. Der Song ist sehr emotional und beschließt das Album mit einem Knall. Großartig!!! Zum Schluß gibt es nochmal SOULSTRIPPER und RELENTLESS als kürze Single Cuts.... warum das auf eine offizielle CD gepackt wird, bleibt mir aber ein Rätsel! Zumindest gelingt der Band mit SOULSTRIPPER ein großartiger Hit, der sich hoffentlich bei der breiten Masse durchsetzt. Insgesamt eine sehr dick produzierte und gut abrockende Scheibe, die sicherlich sehr viele Freunde finden wird. Und auch überzeugen kann! Kaufen!

Genre: Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 10 Songs / 52 Minuten
VÖ: 13.10.2017


 

HIGHRIDER  -  ROLL FOR INITIATIVE   The Sign / Cargo

www.facebook.com/highriderofdoom

Wieder The Sign Records, wieder Schweden. Diesmal gibt es aber was brachialeres in Form von den starken Highrider. Schon die letzte EP ARMAGEDDON ROCK hat überzeugt und mit einer unglaublichen Wucht den Hörer geblättet. Nun kommt das Debüt mit einem wahnsinnig geilen oldschool Thrash Metal Cover. Und dann der Opener NIHILIST LAMENT, der am ehesten aus einem Mix aus NINE, BURST und ENTOMBED zu vergleichen ist und total abgeht. Super Einstand. A BURIAL SCENE steht dem in nichts nach. Zwar gibt es hier einige langsamere Teile, aber erneut wird diese unheimliche Wucht erzeugt. Ein Hauptteil der Songs wird mit einer Orgel untermalt, was sich jetzt zwar komisch anhört für eine Thrash/Hardcore Band, aber unheimlich gut paßt. BATTERIES geht dann wieder nur nach vorne und überzeugt mit einem schönen Orgelsolo, dass durch die Gitarre abgelöst wird. Stark. Trotzdem fehlt auf Dauer so ein oder zwei Sachen, die hängenbleiben. Das ist schon echt sehr gut, aber mir auf Dauer zu eintönig. A ROPE AND THE BLADE ist dann etwas langsamer und bietet auch etwas Abwechslung. Vor allem der Gesang von Andreas könnte halt den ein oder anderen Kick vertragen, damit man ein paar Aufhänger hat. Trotzdem ganz starkes Ding und weiter so! Vielleicht wird die nächste Scheibe dann ein absoluter Volltreffer. Thrash, Hardcore, Doom, Heavy Metal - da ist alles dabei und macht Spaß!

Genre: Thrash Punk Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 8 Songs / 41 Minuten
VÖ: 15.09.2017


 

STILLBORN  -  NOCTURNALS    Black Lodge Records

www.stillbornsweden.com

Stillborn`s THE PERMANENT SOLUTION auf Roadracer Records 1991 war zur damaliger Zeit ein starker Mix aus Doom, Dark und Gothic Metal und der Nachfolger STATE OF DISCONNECTION von 1992 konnte ebenfalls total überzeugen. Leider kam die Band zur damaligen Zeit trotz des Gothic Metal Hypes nicht über einen Insiderstatus hinaus. Jetzt ist die Band mit ihrem vierten Album zurück und hat nichts verlernt. STILLBORN ist in der Originalbesetzung angetreten und macht exakt da weiter, wo so damals aufgehört hat! Schon der heavy Opener 1917 überzeugt mit einer Kraft, dass einem erstmal das Hören vergeht. Da hört man sogar Death Metal Vocals durch bevor der wohl kommende Club-Hit DRESDEN sofort unter die Haut geht. Vor allem die Vocals von KARI dürften jeden Gothic Fan in den Wahnsinn treiben, sind aber etwas rauer und tiefer als in den 90ern. Aber was Kari auf songs wie THEY FORGIVE NOTHING gesanglich abliefert, dürfte sogar jeden Peter Steele Fan unter die Haut gehen! Es gibt unter den 10 Songs keinen Füller, die Vorabsingle LORELEI ist neben DRESDEN ganz stark ausgefallen, obwohl mir persönlich die etwas ruppigeren Sachen wie THEY FORGIVE NOTHING, 1917 oder THE ANIMAL WITHIN mehr zusagen. Wer pure Tristess, Verbittertheit und Weltschmerz will, kommt um das neue Werk nicht herum. Willkommen zurück und hoffentlich bekommt die Band dieses Mal die Anerkennung, die ihr all die Jahre (trotz Huldigungen von Bands wie Cathedral, Entombed und Paradise Lost!) verwährt geblieben ist. Mit dieser Scheibe dürfte die Band die Gothic Metal Welt im Sturm erobern und für volle Tanzflächen sorgen. Ich freue mich auf eine Liveumsetzung und hoffe auf eine gute Supportshow für die Jungs, damit sie endlich vor größeren Menschenmassen spielen können. Fans von Sentenced, Type O Negative oder Paradise Lost sollten ungehört zuschlagen!

Genre: Death Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 48 Minuten
VÖ: 27.10.2017




 

MÄRVEL  -  AT THE SUNSHINE FACTORY   The Sign / Cargo

www.marveltheband.com

Sieben Alben haben die 3 maskierten Männer schon im Rücken und rocken immernoch voller Freude und mit viel Spielwitz durch die Musikwelt. Die Comic Fans mit den bisher aufsehenerregenden Videos und tollen Marvel-artigen Masken geben hier vielleicht ihr Meisterwerk ab. Der Classic Rock der Schweden hat mittlerweile viele moderne Queens of the Stone Age Einflüsse und überzeugt erneut über die ganze Distanz des Albums. Die Musik ist etwas offener geworden, wirkt variantenreicher und durchdachter. Was die Band zu dritt, namentlich KING (vocals und Gitarre), Burgher (Bass) und Vicar (Drums) da aus dem Hut zaubern, ist phänomenal. Dazu brauchen andere Bands mehr Leute dazu! Das ist basisch, reduziert, aber trotzdem durchdacht und facettenreich. Der Opener A KILLING VIEW könnte von der letzten QOTSA Scheibe sein und würde dort als Highlight durchgehen. THE SECRET GRAND PRIX hat den typischen schwedischen Classic Rock Sound und erinnert an die gehypten Sachen von R.P. Humbucker. Das ist moderner Hard Rock der Sonderklasse. GOODLUCK SANDY geht schon als Happy Rock durch und könnte jeder Strandparty rocken. Nach 15 Jahren immernoch so gute Ideen zu haben, sagt schon viel aus. Ein Wunder nur, dass die große Menge nicht von der Band Notiz genommen hat. Einen richtigen "Stinker" gibt es nicht, sondern MONSTERS GROWN IN THE DARK, STEP CLOSER oder der finale ANGELA überzeugen auf ganzer Linie. Und obwohl die Songs voller Freude, Sonnenschein und Sommerfrische klingen, ist textlich ganz im Comic Style die düstere Seite der heutigen Welt der Haupteinfluss. Freunde von EAGLES OF DEATH METAL, alten KISS oder aktuellen QOTSA sollten die Jungs unbedingt unterstützen.

Genre: Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 12 Songs / 41 Minuten
VÖ: 06.10.2017


 

HÄLLAS  -  EXCERPTS FROM A FUTURE PAST    The Sign / Cargo

www.facebook.com/haellas

THE SIGN Records steht schonmal für eine tolle Aufmachung. Keine Band bisher hat in dieser Richtung enttäuscht und auch HÄLLAS sind eine hochwertige Band, die wieder mal aus Schweden sich anschickt, die Rockwelt zu erobern. Der Sound ist so angesagter Retro Rock, wie er in den 70ern gerne gespielt wurde. Schweden. Ja - wieder Schweden. Nach der guten EP 2015 kommt jetzt also das erste Album und die Band hat einen großen Schritt nach vorne gemacht, was sich vor allem in den ausgeklügelten Songs wiederspiegelt. Die Band selbst nennt ihren Stil Adventure Rock und ja - es gibt sehr viel zu entdecken auf dem album der 5 Jungs. Schon allein die Orgel setzt durchgängig Akzente und läßt den Bandsound noch mehr in die 70er eintauchen. Hier gibt es fette Rhythmen, leise Teile, progressive Anwandlungen und Twin Gitarren. Das Konzeptalbum um den Niedergang einer großartigen Stadt wird in den Songs super umgesetzt. Nach dem Intro THE ASTRAL SEER kommt mit REPENTANCE ein flotter Song, der schon alle HÄLLAS Merkmale vereint. Die tolle Stimme von Tommy Alexandersson, die starken Gitarren und den fetten Rhythmus. Mit NEBULON`S TOWER wird es etwas ruhiger bevor mit THE GOLDEN CITY OF SEMYRA wieder Fahrt aufgenommen wird. STAR RIDER ist ein starkes Orgel Thema und fungiert als Intro für SHADOW OF THE TEMPLAR dient, der nochmal kräftig Gas gibt. ILLUSION SKY beendet dann die Scheibe wieder etwas verhaltener und mit tollen Gitarrenpassagen. HÄLLAS düften allen Retro Freunde große Freude bereiten, weil sie sich nicht an das vorgegebenen Schema halten und interessante Songs komponiert haben, die sich von dem Einheitsbrei ganz klar absetzen. Gebt den Jungs eine Chance - die stecken 90% der anderen Retro-Bands locker in die Tasche!

Genre: Retro Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 7 Songs / 43 Minuten
VÖ: 13.10.2017

 

GRANDE ROYALE  -  BREAKING NEWS    The Sign / Cargo

www.granderoyaleoffical.com

Nicke Andersson (ja, der!) hat sich den 5 Jungs angenommen und ihnen einen super authentischer Sound verpaßt, der nur so vor Spielfreude sprüht. Auch musikalisch dürfen die Jungs nah an der aktuellen Hauptband ihres Produzenten wandern. Ein Rockalbum, wie es wohl auch nur (aktuell) aus Schweden kommen kann und das es wohl in den nächsten Monaten schwer zu toppen gilt! Poppige Vocals, nicht großartig verzerrte Gitarren und ein nach vorne treibender Groove sind das Hauptmerkmal der Band. Das ist teilweise schon sehr übertrieben (LIVE WITH YOUR LIE). Aber gut, das ist halt ihr Style, der ja auch funktioniert. Sachen wie KNOW IT ALL, BRAKE LIGHT oder GOT TO MOVE rocken wie die Hölle und dürften so einige Liveclubs zum kochen bringen. Highlight ist ONE SECOND mit einem guten, schmissigen Refrain und starker Strophe. Auf dem Album wird einfach gerockt, ohne sich großartige Gedanken zu machen. Alles wirkt locker aus der Hand geschüttelt und ganz natürlich. Und die Songs prägen sich durchgehend ein; jeder Song lebt von einer starken Hookline. Oft hat man auch einen leichten Lynyrd Skynyrd Touch im Rotzrock Sound oder orientiert sich doch recht nah an den Alben von Imperial STate Electric, aber über so eine Distanz nur Hits abzuliefern, zeugt schon von großer Klasse und hebt sich so schon ein großes Stück von den anderen Bands ab. Und der Chef (Nicke) war ja anscheinend nichtmal am Songwritingprozess beteiligt. Ganz großes Rock-Kino!

Genre: Hard Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 34 Minuten
VÖ: 25.08.2017


 

TURN ME ON DEAD MAN   -  HEAVY METAL MOTHERSHIP   Heavy Psych Sound

 

www.facebook.com/turnmeondeadmansf

 

Geiler Bandname, geiler Albumtitel. Aber mit Heavy Metal hat die Musik der Band aus San Francisco gar nichts zu tun. Aber trotzdem ist das Cover (wie bei allen Heavy Psych VÖs) sehr gelungen. Das fünfte Album der Band ist dann aber ein kruder Mix aus Stoner, Psychedelic, Classic und Progressive Rock. Ich kenne die Vorgängeralben nicht, aber das Material wirkt sehr ausgereift und durchdacht. Jeder Song ist irgendwie anders, kann für sich alleine stehen, paßt aber im Gesamtkontext wieder sehr gut zu den restlichen Songs. Der Opener VIMANA ist schonmal ein starkes Ausrufezeichen und überzeugt mit großen Riffs, starken Vocals und einem Stoner Rock Groove, wie man ihn von alten Monster Magnet Scheiben kennt. Eine ganz starke Nummer, die aber leider von den folgenden Songs nicht mehr eingeholt werden kann. ASTEROID9 ist ein Mix aus Punk, schnellem Stoner und Space Rock. Wirkt sehr zerfahren und auch abgefahren. MAHARISHI hat dann ganz viel von den seeligen (und alten) Smashing Pumpkins. Das Riff geht unter die Haut, aber auch hier ist der spacige Ansatz in den Vocals sehr gelungen. Die Riffs drücken und die Keyboard des Gastmusiker/in machen mächtig Laune. Auf dem Album untersützen insgesamt 10 Gastmusiker mit unterschiedlichsten Instrumenten die Band und erweitern das Klangbild ungemein und schaffen es mit der Band, ein unglaubliches Klangbild zu erschaffen. SECRET MOON lebt von einem Alice in Chains Riff, bleibt aber im Großen und Ganzen eher unbedeutend. Danach gibt es viel psychedelische und spacige Klänge bevor das kurze und schnelle FOREST DAMASK (mit Geigerin Kati Williams) nochmal etwas Kick in die Sache bringt. ROOM 237 beendet dann die Scheibe mit atmosphärischen Klängen. Auf dem Album gibt es einiges zu entdecken und Freunde von Stoner, Space, Psych oder Prog Rock sollten unbedingt ein Ohr riskieren. Und zu entdecken gibt es bei jedem Hördurchlauf (da braucht man eh einige) etwas Neues.
 
Genre: Space Rock
Musik: 7
Sound: 7
Info: 13 Songs / 42 Minuten
VÖ: 13.10.2017

 

HOUSE OF BROKEN PROMISES  -  TWISTED    Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.facebook.com/hobpmusic

 

Wochenlang hab ich mich auf das neue HOUSE OF BROKEN PROMISES Album gefreut und das starke Cover-Artwork von Solo Macello hat mich darin nur noch bestärkt. Das Debüt USING THE USELESS von 2008 ist ja schon eine Ewigkeit her und hat die Band um die ex-UNIDA Größen Arthur Seay (Gitarre), Mike Cancino (Drums) und Joe More (Bass, Vocals) damals ins Rampenlicht geführt. Die Scheibe konnte zwar zu keiner Zeit mit den UNIDA Großtaten mithalten, aber vor allem Songs wie THE HURT (als HOBP Debüt auf der Daredevil Records Split 7“ mit Duster69) oder BLISTER konnten als Stoner Rocker überzeugen. So – nun ist es also da, auf dem italienischen Label Heavy Psych Sounds und was seh ich da…..HALLO???? Zwei neue Songs, zwei Coverversionen, zwei Demos und ein Livesong! HALLO??? Nach 10 Jahren Funkstille? Nach großer Ankündigung? Heavy Psych Sound hat ja schon mit den Nick Oliveri Best Ofs einen komischen Eindruck hinterlassen mit so 20 Minuten VÖs, aber das hier ist einfach eine große Enttäuschung. Die beiden neuen Songs TWISTED und TORNADO sprühen zwar vor Energie und vor allem der schnelle und im UNIDA Rhythmus gehaltene TORNADO sind 1A Stoner Rock Stoff, aber der Rest sind nur Füller. Nicht mehr. THE STROKE von BILLY SQUIRE und LADY EVIL von BLACK SABBATH sind leider nur durchschnittlich gute Coverversionen geworden. PANZRAM und STRAIGHT JACKET gibt es als Demos (warum? Den Sinn dahinter verstehe ich leider nicht!) und mit dem Bandhighlight THE HURT eine Liveversion in einer leider sehr mittelmäßigen Soundqualität. Was soll ich sagen: die zwei neuen Songs haben alles, was ich von der Band erwartet hatte und wenn das komplette Material einer evtl. kommenden Scheibe diese Qualität hält, dann wird es ein echtes Monster. Vor allem TORNADO wird es zur Dauerrotation bringen. Aber der Rest ist einfach nur unnötig. Und viele Käufer werden sich sicherlich nach Auflegen der Scheibe verarscht fühlen. Mir geht es auf jeden Fall so….

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 7 Songs / 34 Minuten

VÖ: 06.10.2017

 

 

 

 

NICK OLIVERI  -  N.O. HITS AT ALL VOLUME 3   Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.facebook.com/rexeverything666

 

Hier ist also der 3. Teil der NICK OLIVERI (ex-Kyuss, QOTSA, DWARVES, KYUSS LIVES) Vergangenheit und schon die ersten beiden Teile waren eigentlich gesehen eine Frechheit. Mittelmäßige Songs und eine extrem kurze Spielzeit. Warum man die ganzen Teile nicht unter einer CD zusammengefasst hat, kann nur mit Geldgeilheit zusammenhängen. Obwohl ich das römische Label sehr schätze und es ihnen eigentlich nicht zutraue. Aber gut – es ist wie es ist und wie schon die ersten beide Teile kann die Scheibe vor allem wiederum durch ein herausragendes Artwork überzeugen. Alleine das müsste ausreichen, dass die Stoner Fans blindlinks zuschlagen. Und auch musikalisch ist VOLUME 3 der stärkste Output in der Reihe. Diesmal gibt es keinen wirklichen „Stinker“ und das Material macht (bei einer Spielzeit unter 20 Minuten!!) Spaß. Das ROSE TATTOO Cover von R`N`R OUTLAW funktioniert sehr gut, was vor allem an Nicks passender Stimmlage passt. Der Song ist natürlich ein Hit und lässt einen auch hier in dieser Version sofort mitwippen. Der folgende LUV IS FICTION von den DWARVES mit Nick am Gesang ist ein guter Song in typischer DWARVES Manier. Danach folgt mit MEDICATION erst einmal etwas Luft zum verschnaufen. Der flockige Song passt super und hat mit seinem Foo Fighters Feeling einen guten Platz auf der Scheibe. Danach folgt mit der kurzzeitigen Reunion von KYUSS ala KYUSS LIVES eine Einspielung mit dem Titel KYUSS DIES! Der Song ist gut, bei weitem natürlich nicht annähernd im Kyuss Kosmos anzusiedeln, aber ein guter Rock Song mit Groove. Immerhin spielen hier die drei KYUSS LIVES Leute Oliveri, Favery und Bjork mal wieder gemeinsam auf einer Scheibe. COUNTRY AS FUCK von PLAN B mit Nick am Gesang ist wie gehabt ein eher mittelmäßiger, Punk-Rock inspirierter Track mit einigen Country Einflüssen. Und zum Schluß gibt es ein BLACK SABBATH Cover mit Melissa auf der Mauer. THE MOB RULES lebt natürlich von der Melodie und von Dio`s Gesang, aber der Song hier kann überzeugen und geht in Ordnung.

 

Genre: Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 6 Songs / 18 Minuten

VÖ: 20.10.2017

 

 

 

MOTHER ENGINE  -  HANGAR   Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.facebook.com/motherenginerock

 

Hoch angesehen in der Psychedelic, Stoner und Progressive Rock Szene sind die 3 Jungs aus Deutschland und ihr Konzept mit dem namensgebenden Raumschiff und eindringliche Instrumentalmusik geht in der Szene voll auf. Das mittlerweile dritte Album der Band ist in 4 Songs aufgeteilt, PROTOTYP, BIOSPRIT, TOKAMAK und WEIHE/LEERLAUF. Dabei gibt es noch einige Unterteilungen und durchdachtes Songwriting mit allen möglichen Arten der Gitarrenmusik. Die Band hat über 2 Jahre in die Aufnahmen und das Schreiben investiert und im Vergleich zu den beiden Vorgängern wirkt hier vieles reifer und ausgeklügelter. Die vielen Shows und das Wachsen als Musiker sowie auch als Band hört man HANGAR absolut an. Leider wirken die Songs als auch das Konzept auf Dauer wie schon bei den Vorgängern nach einigen Minuten etwas ermüdend und ab der Mitte ist man fast geneigt, die Skip Taste zu drücken. Wenn man in einem kleinen Club ist und in die Musik versinken kann, funktioniert das bei einigen Menschen bestimmt, aber im heimischen Wohnzimmer wirkt das doch etwas zu viel des Guten auf die Dauer. Evtl. kann man zu dieser Musik nebenbei gut lesen, lernen, nähen, malen oder was auch immer. Fans werden eh zuschlagen. Und die Band wird unaufhörlich Konzerte spielen. Und somit ist ja auch dann alles gut!

 

Genre: Space Rock

Musik: 6

Sound: 7

Info: 4 Songs / 77 Minuten

VÖ: 29.09.2017

 

 

 

THE SPACELORDS  -  WATER PLANET   Tonezone Records

 

www.facebook.com/the.spacelords

 

WATER PLANET ist schon mal ein cooler Name für ein Album und Wasser ist eigentlich was bedrohliches, tödliches und verstörendes. So würde ich einen Planeten aus Wasser sehen. Allein, in der Dunkelheit mit den ganzen aufkommenden Ängsten und der ungewissen Unterwasserwelt. Aber der Spacerock von THE SPACELORDS ist eher verträumt und eher für eine einsame Insel mit Sonnenscheinromantik gedacht. Oder wie auf dem Artwork für eine sichere Stadt unter Wasser, wo man die Welt aus einer anderen Perspektive sieht. Die Musik ist eine psychedelische Reise durch 43 Minuten und könnte die TV-Show Spacenight gut untermalen. Das mittlerweile dritte Album der Band wartet mit guter Instrumentalmusik auf, kann im Vergleich zu Mother Engine vielleicht noch die ein oder andere Duftmarke mehr absetzen und überzeugt mit 3 ellenlangen Songs. PLAMSA THRUSTER, METAMORPHOSIS und das gut 20 minütige NAG KANYA plätschern aber auch nach einer gewissen Zeit vor sich hin und nach gut 43 Minuten ist leider wenig bis gar nichts hängengeblieben. Sehr gutes Artwork, guter Sound, gute Musiker – aber zu mehr reicht es leider nicht.

 

Genre: Spacerock

Musik: 6

Sound: 7

Info: 3 Songs / 43 Minuten

VÖ: 20.10.2017

 

 

 

EMIL BULLS  -  KILL YOUR DEMON    AFM Records

 

www.emilbulls.de

 

Seit 1995 gibt es jetzt die Emil Bulls aus München und so richtig aufmerksam gemacht haben sie auf sich mit ihrem 2000er Werk MONOGAMY und seit genau dieser Zeit hat die Band durchgängig hochwertige Alben veröffentlicht. Das können nichtmal die „Großen“ von sich in Anspruch nehmen. Den Höhepunkt in meinen Augen stellte das 2011er Album OCEANIC dar, weil die Band dort so ausgereift wie selten zuvor geklungen hat. Und nach dem letzten Chartbreaker SACRIFICE TO VENUES hat sich die Band wieder mit Benny Richter, der damals für u.a. Oceanic verantwortlich war, zusammengetan. Und das hört man der Scheibe an, da sie viele Elemente von Oceanic aufgreift und als logischer Nachfolger stehen könnte. Die Songs wirken wieder klarer strukturiert, besitzen wieder mehr von diese eindringlichen (und teilweise bittersüßen) Refrains und wirken insgesamt reifer und erwachsener. Es ist schon sehr verwunderlich, dass die EMIL BULLS über all die Jahre dieses hohe Niveau halten können. Und der Umstand, dass der koreanische Künstler Shin Kwangho das Artwork erstellt hat, wird der Band weitere Türen öffnen. Die Scheibe beginnt mit KILL YOUR DEMONS, ein Song, der für Emil Bulls  Verhältnisse schon sehr anders klingt. Klar erkennt man die Band sofort, aber die  Vocals klingen z.B. noch einen Tick eindringlicher und gereifter, der Refrain (KILL KILL KILL) geht unter die Haut und der Song überzeugt genauso wie der darauf folgende THE NINTH WAVE mit einem super ausgearbeiteten Refrain. Beide Songs wirken sehr erwachsen und sind in der mit sowieso starken Hitdichte versehenen Diskografie absolute Meisterwerke. Richtige schlechte Songs gibt es ja selten auf einer Emil Bulls Scheibe, aber mit MISS MAGNETIC hat sich in meinen Augen ein eher durchschnittlicher Song eingeschlichen. Klar ist das Jammern auf hohem Niveau, aber der Refrain ist mir persönlich etwas zu banal ausgefallen. Aber das werden Andere sicherlich nicht so sehen… Ein weiterer absoluter Höhepunkt auf der Scheibe ist der starke Song MT. MADNESS mit super Vocals und einen herausragenden Refrain. Genauso  wie THE ANATOMY OF FEAR und EUPHORIA sowie GONE DARK, die alle mit unglaublich guten Gitarrensalven und starkem Gesang gesegnet sind. Der vorletzte Song LEVELS AND SCALES verbindet eigentlich perfekt die Melange, die die Emil Bulls ausmachen. Sanfte Melodien, Härte, Aggressivität und das geschickte Händchen für einprägsame Refrains. Und WINTERBLOOD gibt es wieder den erwarteten akustischen und melodiösen Rausschmeißer. Nach der letzten zugegeben guten Scheibe hatte ich eigentlich nicht mehr so ein starkes Lebenszeichen der Band erwartet und bin wiedermal fasziniert, wie sich die Band in ihrem eigenen Sound ständig neu erfinden kann.

 

Genre: Modern Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 12 Songs / 45 Minuten

VÖ: 22.09.2017

 

 

 

FVZZ FOPVLI  -  FUZZ DEI   Heavy Psych Sounds / Carog

 

www.facebook.com/fvzzpopvli

 

Heavy Psych Sounds haut ja eine Kapelle nach der Anderen raus und mittlerweile sind es fast nur noch italienische Bands. Na ja, zumindest großteils. Den mit z.B. Duel und House of Broken Promises konnte man sich schon die ein oder andere starke Amiband unter den Nagel reißen. Hier mal wieder ein italienisches Trio, dass es sich mit einem außergewöhnlichen Bandnamen und einen guten Coverartwork (wie zu 95% alle Heavy Psych Sounds Bands!) auf sich aufmerksam machen. Die Römer sind begeisterte Instrumentalisten und können da hin und wieder wirklich einen guten Drive erzeugen. Der erste, sich langsam aufbauende Song INTRO zeigt das fast in Perfektion. Es wechseln sich Space, Psychedelic und Fuzz Rock ab. MASTVRBATION startet mit einem starken Doom Riff und auch die eingestreuten Jams machen oft Lust auf mehr. Aber leider (wie bei einigen Heavy Psych Sounds VÖs) hängt es wiedermal am Gesang, der leider ganz viel kaputt macht bzw. teilweise einfach auf die Nerven geht. Das ist teilweise richtig übel und störend  - teilweise noch bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Mit einem anderen Sänger war das eine durchaus ansprechende Scheibe. Aber so wirkt es eher, dass das römische Label sich von einigen römischen Kumpels zu dieser Scheibe hat breitschlagen lassen. Aber man sieht ja aktuell an Deadsmoke, dass eine Band die Fehler vom Debüt korrigieren kann und eine starke zweite Scheibe auf die Reihe bekommt. Also sollte Herr Pootchie Gesangsunterricht nehmen bzw. die Band einen externen Sänger einstellen. Dann dürfte sich vieles zum Besseren wenden.

 

Genre: Fuzz Rock

Musik: 6

Sound: 6

Info: 8 Songs / 42 Minuten

VÖ: 22.09.2017

 

 

 

THE LORDS OF ALTAMONT  -  THE WILD SOUND OF THE LORDS OF ALTAMONT   Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.lordsofaltamont.com

 

Aus Los Angeles stammen die 4 Vollblutrocker von THE LORDS OF ALTAMONT (benannt nach dem legendären Konzert 1969) und bringen genau das Feeling zurück ins Wohnzimmer. Garagen Rock mit unglaublich viel Hitpotential. Es gibt auf dem 20-jährigen Jubiläum auf Heavy Psych Sounds 10 neue Songs plus das sehr gelungene Cover von HOWLING WOLF (Evil is going on)! LIKE A BIRD, BEEN BROKEN, TAKE A WALK, FEVER FIX, I SAID HEY….durchgängig Hits. Und solch eine Spielfreude und vertonte Power hätte ich von einer jungen, unverbrauchten Band erwartet, aber nicht von so altgediegenen Männern. Respekt! Die Riffs werden heruntergeschrubbt, die Lead-Gitarre spielt fiedelt darüber und hin und wieder durchbrechen nicht zu aufdringliche Orgelklänge die Soundwand der Gitarren. Bestes Hörbeispiel ist wohl LIKE A BIRD, der nach vorne abgeht und keine Gefangenen macht. Der Sound dürfte Biker, Punker und High Energy Rocker umwerfen. Fans von Ramones, Turbo AC`s, Stooges, MC5 oder Peter Pan Speedrock und Zeke sollten sich die Scheibe umgehend zulegen und sich diesen Adrenalinkick unbedingt ins Wohnzimmer/Auto/Kopfhörer holen.

 

Genre: High Energy Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 34 Minuten

VÖ: 01.09.2017

 

 

 

 

MARTY FRIEDMAN  -  WALL OF SOUND    Prosthetic / Sony

 

www.martyfriedman.com

 

Allen wohl bekannt durch sein herausragendes Gitarrenspiel bei Megadeth, wo er zum Gelingen der Meisterwerke RUST IN PEACE und COUNTDOWN TO EXTINCTION erheblich beigetragen hat, findet man seit einigen Jahren den Gitarrenhelden auf Solopfaden. Sein letztes Werk INFERNO, dass sich wieder auf härtere Klänge einließ, enterte sogar die Billboard Charts und WALL OF SOUND ist tatsächlich das 13. Soloalbum des ex-Megadeth Gitarristen. Und auf WALL OF SOUND gibt es genau das – eine Soundwand an Gitarren. Shred-Stoff mit sehr gutem Songwriting, wo die Gitarrenmelodien die Vocals ersetzen. Auffallend ist, dass das Album mit sehr harten Gitarren aufwartet und die Songs mit feinen Melodien und Solos auflockert. Letztendlich muß man festhalten, dass es nicht besser geht. Gitarristen werden das Album wohl eh aufsaugen und laufend neue Sachen entdecken, aber auch normale Metalfans sollten sich die Scheibe zulegen, weil bessere Instrumentalmusik gibt es fast nicht. Seine Band setzt sich auch aus ganz großen Könnern zusammen; und zwar unterstützt Marty Gregg Bissonett an den Drums und Kiyoshi am Bass. Unterstützung erhält er noch von SHINING Saxofoist Munkeby bei SOMETHING TO FIGHT (dem Song mit Vocals und die passen so gut, dass es fast eine „Schande“ ist, dass man davon nicht mehr zu hören bekommt…), PUSSY GHOST mit Shiv Mehra von DEAFHEAVEN und Jinxx von den BLACK VEIL BRIDES bei dem Song SORROW AND MADNESS. Friedman hat wieder Lust auf METAL und somit werden die Forderungen nach einem Einstieg bei Megadeth mit so einem Statement ala WALL OF SOUND nicht leiser werden. Besser geht’s nicht! Anchecken!

Genre: Instrumental Metal
Musik: 9
Sound: 8
Info: 11 Songs / 53 Minuten
VÖ: 04.08.2017

 

 

 

 

WITH THE DEAD  -  LOVE WITH THE DEAD    Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/withthedead

 

Obwohl ich seit den ersten Tönen von Lee Dorrians alter Band CATHEDRAL ein Fan bin, hatte mich das sehnlichst erwartete Debüt von WITH THE DEAD sehr gelangweilt und letztendlich stark enttäuscht. Darum ging ich ohne große Erwartungen an das Album und um es vorwegzunehmen – ich bin total überrascht. Das Songmaterial vom Debüt stand ja schon, bevor Lee zur Band stieß und evtl. hat man hier etwas mehr als „Band“ gearbeitet. Und mit den ex Electric Wizard und Ramesses Leuten hat er wahre Fachmänner neben sich. Das Material wirkt nicht mehr wie Stückwerk, es ist flüssiger und wirkt durchdachter. Schon der Opener ISOLATION hat so eine unglaubliche Wucht und Kraft, dass es mir fast die Freudentränen in die Augen laufen lässt. Das Riff ist zäh und verdammt langsam, aber das ist man ja gewohnt bzw. erwartet man es. Aber Lee hat endlich diese leidende Stimme wie zu den guten Cathedral Zeiten wiederentdeckt und rundet den Song somit perfekt ab. Die klar zu erkennende Linie tut diese Scheibe verdammt gut! EGYPTIAN TOMB ist etwas flotter als der lavaartige Opener und überzeugt erneut durch starke Vocals. COCAINE PHANTOMS ist ein kleiner Hit auf dem Album, wirkt wie ein sich alles zerstörender, vor sich hin laufender Lavastrom und ist an Langsamkeit kaum zu toppen! Es wird auch etwas experimentiert, etwas im Song WATCHING THE WARD GO BY. Der gut 10 minütige Song besteht zur Hälfte aus Soundcollagen und Effekten, bevor die powervollen Riffs nach gut 5 Minuten einsetzen und eine Duftmarke hinterlassen. Und mit CV1 beendet ein 17 minütiges Doom Monster das Album. 2-3 Songs hätten tatsächlich auf den älteren Cathedral Alben stehen können und somit müssen sich die Doom Jünger das Album unbedingt reinziehen! Welcome back Lee!

 

Genre: Doom

Sound: 9

Musik: 8

Info: 7 Songs / 66 Minuten

 

 

 

 

DEADSMOKE  -  MOUNTAIN LEGACY   Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/deadsmokedoom

 

Schon das DEADSMOKE Debüt hatte dieses unglaublich schöne Coverartwork mit den schneebedeckten Bergen und auch das aktuelle Werk glänzt mit einem verdammt schönen Artwork und nimmt die Kälte des Sounds vorweg. Die Band ist aktuell kein Trio mehr, sondern hat sich mit einem Mann für die Synthies verstärkt, was dem Sound der Band sehr gut tut. Auf der ersten Scheibe waren ja (zumindest für mich) die Vocals der absolute Schwachpunkt, aber mit der zweiten Scheibe der Italiener hat sich das stark verbessert und die Scheibe lebt auch von dem etwas differenzierteren und klareren Sound der Scheibe. MOUNTAIN LEGACY startet mit MALEVOLENT PATH, einem extrem langsamen, mit fetten Riffs aufgepumpten Song/Intro, der nur von Schreien des Sängers unterlegt ist. Das ist noch mehr ein Mix aus Drone und Sludge und Doom, kann aber schon mehr überzeugen als ein Großteil der Songs vom Debüt. ENDLESS CAVE lebt dann erneut von der unglaublich fabrizierten Power und super passenden Vocals. HISS OF THE WITCH hat einige fette Doomriffs bevor das fast Black Metal-artige EMPEROR OF SHAME etwas flotter aus den Boxen dröhnt. Der Bathory Drum Rhythmus überzeugt und lässt den Song zu einem der Höhepunkte des Albums werden. Aber WOLFCURSE ist DER Hit der Scheibe. Hier stimmt alles. Die chorartigen Vocals, die fetten langsamen Riffs und die eindringliche Kraft des Songs. FOREST OF THE DAMNED und vor allem der Titelsong (ein 10 minütiges Monster mit wiederholt schnelleren Parts) überzeugen auch zum Ende der Scheibe. Respekt: wirklich! Das hätte ich nicht gedacht. Ein etwas aussagekräftigerer Sänger würde die Band wahrscheinlich in die Topliga spülen, weil musikalisch geht es fast nicht besser! Doom/Sludge/Drone Fans müssen unbedingt reinhören!

 

Genre: Doom Drone Sludge

Musik: 8

Sound: 9

Info: 7 Songs / 39 Minuten

VÖ: 29.09.2017

 

 

 

NUISANCE OF MAJORITY  -  SAVAGE RITUAL   Toanol / Broken Silence

 

www.facebook.com/nuisanceofmajority

 

Laut Info vermischt die Band Stoner, Thrash, Punk und diverse Arschkicker-Stile. Früher hätte man einfach Crossover gesagt und eine geile Packung bekommen. Aber leider kann ich die erwähnten Agnostic Front, Entombed und Smoke Blow zu keiner Zeit entdecken. Die Scheibe setzt einiges an Energie frei, ohne aber einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. SAVAGE RITUAL, der Opener, ist sehr Hardcore-lastig, was vor allem an dem Gesang liegt. THE BIG TAKEOVER bietet dann normale Vocals und mehr Crossover und Thrash Riffs, was der Band erstmal besser zu Gesicht steht. Die Gitarristen haben wirklich einige sehr gute Riffs entworfen. Aber irgendwie passt die Gesamtumsetzung nicht wirklich. Z.B. ist  TIME TRAVEL PROTOCOL ein kleiner Höhepunkt auf dem Album, aber Bäume versetzen kann er leider auch nicht. Auch hier überzeugen eher wieder die normalen Vocals, wohingegen ROTTEN SOUL schon eher mit seinem Metalcore-Einflüssen total nervt. Hier finden sich fünf Freunde im Proberaum wieder und die musizieren seit über 10 Jahren, weil sie diese Musik lieben. Was ja genau das ist, was es ausmacht. Die Scheibe hat sicherlich Herz und die Band kann Stolz auf das Album sein, den schlecht ist es auf keinen Fall und wird so einige kleine Clubs zum beben bringen. Aber dabei wird es wohl auch bleiben. Hier und da mal ein lokales Konzert spielen, ein paar CDs an den Fan bringen und …. passt. Macht ja auch glücklich. Für die größere Masse fehlt den Songs aber der Wiedererkennungswert und der Mix, der sich wirklich gut liest, aber eher unproduktiv für eine breitere Hörerschaft ist. Wohingegen der Name auch eher hinderlich ist….

 

Genre: Thrash Crossover

Musik: 7

Sound: 7

Info: 10 Songs / 39 Minuten

VÖ: 22.09.2017

 

 

 

KILL PROCEDURE  -  BRINK OF DESTRUCTION   FC Metal / Soulfood

 

www.facebook.com/killprocedure

 

 

Von KILL PROCEDURE hab ich noch nie was gehört und ist laut Infozettel eins der bestgehütesten Geheimnisse des US-Metal. Und ja – es sollte einfach ein Geheimnis bleiben. Das ist nämlich gar nichts, was aber ausschließlich am Gesang von Lou St. Paul (Winters Bane, Gitarre und Vocals) liegt. Musikalisch ist das schon alles sehr geil und die Band um Kelly Conlon (ex-Death/ex-Monstrosity) am Bass und Jeff Curenton (ex-Seven Witches/Winters Bane) hat zusammen mit Lou ganz starke Musik entwickelt, die irgendwo zwischen alten Death Angel, alten Metallica, Annihilator und vor allem Megadeth angesiedelt ist. Sicherlich ist das hier nichts Neues, aber gut gemacht, auch wenn man z.B. bei SPELLS DEATH schon etwas zu arg bei Slayer sich das Riff geliehen hat. Aber eine Band wie Monument macht ja nichts anderes (mit Maiden…) und wird abgefeiert. Also das ist schon gut, aber immer wenn die Vocals einsetzen, wird leider ganz viel zerstört. Die Stimme von Lou ist ein Mix aus Dave Mustaine und mittleren Annihilator Sachen, bloß um einiges schlechter und fast unhörbar. Wirklich schade um diese Scheibe, da hätte man mit einem guten Sänger wirklich was reißen können in der aufkommenden Thrash Welle. BRINK OF DESTRUCTION war eigentlich der Nachfolger von WINTERS BANE 1993 Album HEART OF A KILLER gedacht, doch das damalige Label war der Stilbruch zu krass und veröffentlichte das Album nicht. Dieses Album wäre mit Tim „Ripper“ Owens als Sänger (der ja das HEART OF A KILLER Album einsang) sicherlich ein Knaller! Schade! Wirklich schade!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 6

Sound: 8

Info:

VÖ: 25.08.2017

 

 

 

 

THE QUILL  -  BORN FROM FIRE    Metalville / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

Nach einer längeren Auszeit ist es also wieder zurück – das klassische Line-Up, welches den Klassiker SILVER HAZE eingspielt hat. VOODOO CARAVAN und HOORAY! IT`S A DEATHTRIP führte die Band fast an die Spitze der Retro/Stoner Rock Szene, bevor sie dann zerbrach. Sänger Magnus Ekwall (Ayreon) hat nun wieder Jolle Atlagic (Drums / Hanoi Rocks, Electric Boys, Firebird), Christian Carlsson (Gitarre) und vor allem Roger Nilsson (Bass / Spiritual Beggars, Firebird) zurückgeholt und jetzt versucht die Band, an die anfänglichen Erfolge anzuknüpfen. Und um es vorwegzunehmen, ein großer Teil des Materials ist wirklich in der Lage, die Band nach ganz oben zu pushen. Meines Erachtens hätte dem Album (vor allem bei dieser Spielzeit) 2-3 Songs weniger gut getan und somit wurde die Chance auf ein „only Hits Album“ genommen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn auch die (in meinen Augen) „nicht so herausragenden Songs“ sind immerhin noch gut. Die drei Scheiben zwischen 2006 und 2013 hatten auch ihre starken Momente, aber das richtige THE QUILL Feeling gibt es wohl nur zwischen diesen 4 Jungs… Der 10. Release hat dann alles, was der Fan hören will. Genau diesen Mix aus fettem Stoner Rock und Classic Rock, den nur wenige Bands so überzeugend auf die Reihe kriegen. Der Opener STONE BELIEVER ist zwar dreißt von UNIDA geklaut, aber ist ein fetter Stampfer und einer der besten Songs der Band überhaupt! Trotzdem reißen einen die Stoner Rock Songs (THE SPIRIT AND THE SPARK) unheimlich mit und werden durch starke Classic Rock Songs (HOLLOW OF YOUR HAND, SKULL AND BONES mit einem unglaublichen Riff und einen Hammer Refrain – HIT!) aufgelockert. Hier stimmt die Mischung. Die eher langsamen GHOSTHORSE (mit starken Riffs, wieder diesem UNIDA Groove/Drums und starken Sabbath „Technical Ecstasy“ Mittelteil) und UNCHAIN YOURSELF (super 70s Rocker wieder mit „Technical Ecstasy“ Momenten…)überzeugen durch mächtigen Druck und Power. SET FREE BLACK CROW ist dann eine Soundgarden Verbeugung, die die Band zu ihren besten Zeiten wohl so nicht mehr inbekommen hat! Hier paßt alles: Stimmung, Vocals, Musik. Ein absolutes Highlight. Und was Magnus Ekwall am Mikro abliefert, hat Weltniveau! Alle Rockfans sollten hier auf jeden Fall zuschlagen und ich hoffe mal, dass die Band in dieser Besetzung eine Konstanz entwickeln kann.

 

Genre: Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 12 Songs / 63 Minuten

VÖ: 25.08.2017

 

 

 

 

IN THIS MOMENT  -  RITUAL      Roadrunner Records / Warner

www.inthismomentofficial.com

Nach der sehr starken BLACK WIDOW und einigen aufsehenerregender Liveshows, kommt nun das viel erwartete neue Album der US-Metaller. Und um es vorwegzunehmen, ist es leider nicht der erhoffte Hammer geworden. Das liegt zum einen daran, dass die Vocals von Maria Brink fast alles vermissen lassen, was den Vorgänger ausgezeichnet hat. Diese leidende, seufzende, erotische, flüsternde und flehende Singen ist leider ganz wenig auf dem Album zu hören. Gitarrist Chris Howorth hat zwar wieder das gewohnte Modern Metal Brett gefahren, aber leider ist es der Band nicht gelungen, die Hitdichte des Vorgängers zu halten oder gar zu übertreffen. Zwar hat Grammy Gewinner Kevin Churko einen dicken Sound gezimmert, aber das hilft alles leider nichts. Zwar läßt der Opener OH LORD gleichmal die Fans verzückt zurück, aber ansonsten kann leider nur noch das verdammt starke RIVER OF FIRE das Feuer von BLACK WIDOW halten. die Billy Idol Coverversion von WHITE WEDDING (hier BLACK WEDDING) mit Rob Halford im Duett ist gut, aber wirkt total verschenkt, weil Rob zu wenig zum Einsatz kommt. Und auch der Phil Collins Hit IN THE AIR TONIGHT wirkt zwar düster, aber auch hier denkt man immer, dass kann doch nicht alles gewesen sein. WITCHING HOUR sticht noch heraus, aber sogar die (sonst immer Gänsehautgarantie!) Ballade LAY YOUR GUN verpufft total. Eine gute Scheibe, die sicherlich wieder alle Charts entern wird, aber nach BLACK WIDOW leider ein großer Schritt zurück....


Genre: Modern Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 12 Songs / 49 Minuten
VÖ: 21.07.2017

 

 

 

 

GUNASH  -  GREAT EXPECTATIONS    Go Down Records

 

www.gunashmusic.com

 

Die zweite Platte der Italiener ist mir noch in angenehmer Erinnerung und schon kommt das dritte Werk nach. GREAT EXPECTATIONS hinterläßt nach mehrmaligen Hören einen angenehmen Eindruck, obwohl weiterhin der große „Aha-Effekt“ ausbleibt. Die Band verbaut viele Einflüsse, angefangen vom Stoner Rock artigen Grundsound zu einigen Alternative Rock Ausflügen im Gitarrenbereich und einer Grunge-Rock geprägten Stimme. Herauszuheben ist sicherlich, dass Rami Jaffee (Wallflowers, Foo Fighters) bei einigen Songs als Keyboarder angeheuert wurde und der Band einige gute Einsätze verpaßt. Das paßt gut dazu was sich Rami da aus den Fingern gesaugt hat! Ein herausragender Song ist sicherlich STRAY DOG (mit Cellisten Marco Allocco als Gast), wo sich fette Stoner Rock Riffs und einfühlsame Melodien zu einer tollen Masse vereinen. Auf der Scheibe wird ein großes Spektrum abgedeckt. Von harten Songs (NEED TO BLEED, SICKTOWN) über Prog-Rock (STONE GARDEN) bis zu bluesigen Elementen (GUNASH BLUES) dürfte für jeden etwas dabei sein, auch wenn mir die Spielzeit etwas zu üppig ausgefallen ist. Aufgeschlossenen Rock Hörer, als auch Stoner Rock Fans, die es nicht nur immer heavy lieben, können bei den Italienern ruhig mal ein Ohr riskieren…

 

Genre: Heavy Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 10 Songs / 47 Minuten (Musik)

VÖ: April 2017

 

 

 

MORTIFICATION  -  SCROLLS OF THE MEGILLOTH    Metalville / Nuclear Blast Classics

 

www.facebook.com/mortification777

 

Metalville nimmt sich einiger längst verschollener Klassikerscheiben aus den Nuclear Blast Anfangszeiten an und veröffentlicht mit dem australischen Trio Mortification gleichmal ein Death Metal Brett. Nuclear Blast war ja in ihren Anfangszeiten ein Garant für extreme Musik und auch mit dem Signing von der ersten, damals für die Szene noch sehr ungewöhnlichen, christlichen Death Metal Band setzte man ein Ausrufezeichen, was damals zu einigem Unverständnis und Kritik in der Death Metal Szene sorgte. Vielleicht hat die Band genau wegen diesen christlichen Texten und Image den großen Durchbruch nie geschafft. Den musikalisch konnten sie damals locker mit den führenden Bands mithalten. Das zweite Album der Band ist hochklassiger Death Metal, wie er in den 90er Jahren gespielt wurde. 1992 wurde es erstmals veröffentlicht und bekam durchgängig herausragende Kritiken und war auch bei mir ein gern gesehener Gast auf meinem Plattenspieler. Vor allem der Carcass-artige Doppelgesang bei TERMINATE DAMNATION fesselt einen heute noch und ist an Bösartigkeit nicht zu überbieten. Riffs dominieren das Album und wurden in dieser Intensität nur zu dieser Zeit geschrieben. NOCTURNAL entfacht nach einem coolen Intro ein wahres Death Metal Feuerwerk, das folgende TERMINATE DAMNATION fegt alles weg und bei ETERNAL LAMENTATION regieren die Riffs von Michael Carlisle über alles. Die Band war auf ihrem Höhepunkt angekommen und konnten trotzdem nicht den großen Durchbruch erringen. Der herausragende Titeltrack zeigt nochmal die ganze Schwere und Musikalität von Steve Rowes Band. Und man merkt, dass das Album keinen Deut an Durchschlagskraft verloren hat! Würde die Band das Album heutzutage veröffentlichen (wo christliche Texte keine Seltenheit mehr darstellen!), wäre der große Durchbruch wohl unumgänglich! Ein Meisterwerk! Das Album erscheint im schönen Digipack mit den original Layout. Auf ein Remaster (nicht nötig!!!) und Bonustracks (kann man so oder so sehen) wurde verzichtet. Man blieb einfach so nah wie möglich am Original…

 

Gerne: Death Metal

Musik: 9

Sound: 8

Info: 10 Songs / 60 Minuten

VÖ: 24.05.17

 

 

NIGHT IN GALES  -  THUNDERBEAST    Metalville / Nuclear Blast Classics

 

www.facebook.com/nightingalesmusic

 

Nach dem kleinen Underground-Hitalbum TOWARDS THE TWILIGHT legten die deutschen NIGHT IN GALES 1998 mit THUNDERBEAST ihr bis dato reifstes Album ab. Das Melodic Death Metal Genre veröffentlichte zu dieser Zeit mit ihre besten Alben, die alle frisch und unverbraucht und neuartig klangen und auch THUNDERBEAST muß man zu einem der Initiatoren der aufkeimenden Szene und zu einem unausweichlichen Meisterwerk dazuzählen. Das Brüderpaar Frank und Jens Basten an den Gitarren haben sich auf diesen Album zu wahren Meistern entwickelt. Die Leads, Solos und Riffs waren für diese Zeit einzigartig und voller Aufbruchsstimmung und konnten durch Härte als auch durch feine Melodien voll überzeugen. Rifftechnisch geht es auf Songs wie INTRUDER, DARKZONE ANTHEM oder CRYSTALTHORNS CALL fast nicht besser.  Tobias Bruchmann (Bass) und Chrsitian Baß (Drums) ebnen mit ihrem ausgefeilten und technischen Spiel auch die Spielwiese für die Basten Brüder. Und da die Band schon in der Champions League Songs und Ideen verewigt hat, kann sich da der Sänger Björn Gooßes keine schlechte Leistung leisten; und das tut er auch nicht. Sein variantenreicher Gesang ist im Melodic Death Metal Genre sicherlich einzigartig und Björn schaffte es immer wieder, super coole Hooklines trotz aller Aggressivität zu produzieren. Ein etwas langsameres Stück wie z.B. FEVERFEAST bietet zweistimmige Vocals und zeigt die absolute Ausnahmestellung von Björn in diesem Genre. Da es keinen Ausfall auf der Scheibe gibt, ist es schwer, Anspieltipps zu nennen. Aber Songs wie STORMCHILD, BLACKFLESHED und THUNDERBEAST haben heute noch Ausnahmestellungen inne. Die Band konnte sich einen kleinen Fankreis erspielen, aber heutzutage fehlen leider Veröffentlichungen wie THUNDERBEAST. Auch nach so langer Zeit muss es für viele Melodic Death Metal Bands die Messlatte sein. THUNDERBEAST ist ein Monster, dass es wiederzuentdecken gilt! Stärker wie die besten Scheiben von In Flames und Dark Tranquillity!

 

Genre: Melodic Death Metal

Musik: 9

Sound: 8

Info: 13 Songs / 54 Minuten

VÖ: 24.05.17

 

 

HELLAMOR  -  s/t

 

www.hellamor.com

 

Hellamor sind mit ihrer dritten EP zurück und können mit den 4 neuen Songs wiederum voll überzeugen. Nachdem die letzten Scheiben tief im Stoner, Rock`n`Roll und Metal vergraben wurden, hat sich das Songwriting der Band etwas gedreht und man hört auf der neuesten Scheibe viele old school Metal Riffs und Soundhinweise aus der glorreichen Vergangenheit auf dem neuen Album. Der Opener FORGET FORGIVEN startet mit einem schönen Akustik-Intro, dass sich in ein tolles Gitarreninferno verwandelt und Gitarrist Nino lässt hier seine alte Liebe zum Metal von der Leine. Das hat was von alten Testament oder Metallica! Überhaupt besitzt die Basis von Klaus (Bass), Adrian (Drums) und eben Nino an der Gitarre großartiges Potential. Hier werden gute Ideen umgesetzt, ohne das man das Augenmerk auf einen simplen, aber gut durchdachten Song verliert. Der langsame Doom Teil im Song ist z.B. sehr gelungen und kommt so überraschend, dass es eine Freude ist, das zu hören.  Der „Star“ der Band ist natürlich ex-Calamus Sänger und Daredevil Gründer Ralf, der der Musik seinen Stempel aufdrückt. Aber auch der Gesang wirkt reifer und ausgearbeiteter als auf den 2 Vorgängerscheiben und überzeugen auch mit tiefen und und teilweise sogar bösartigen Momenten. FTW ist ein gut nach vorne gehender Rocker, der auch mit bluesigen Teilen ausgestattet ist und einen sehr einfühlsamen Refrain besitzt. DON`T TURN AROUND hat wiederum einen Refrain mit viel Wiedererkennungswert und der Song, der sich im Mid-Tempo tummelt, hat einen starken Mittelteil, wo Nino noch einmal eine tolle Melodie aus seiner Gitarre zaubert. SAY MY NAME ist dann zum Abschluß der EP einer der stärksten Hellamor Songs bisher. Die Riffs sitzen, der Groove rollt und die Vocals passen hier wie die Faust aufs Auge. SAY MY NAME beendet das Album mit einem Donnerschlag und dürfte keinen Hellamor oder alten Calamus Fan enttäuschen.

 

Genre: Metal Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 4 Songs / 26 Minuten

VÖ: out

 

 

 

LLNN / WOVOKA  -  MARKS/TRANCES    Pelagic Records / Cargo

 

www.facebook.com/llnnband

http://pelagic-records.com

 

Zwei junge Post Metal Bands auf einer VÖ, die gute alten Split-VÖs kommen hoffentlich wieder zurück. LLNN haben vor kurzem mit LOSS ein starkes Albun veröffentlicht und WOVOKAs Debüt SAROS ist mir leider nicht bekannt. Erstmal fällt das ganz starke Artwork des Belgiers AMMO ins Auge, dass mich sehr fasziniert und als großes Gemälde sicherlich noch beeindruckender wirkt. Beim MARKS Material von LLNN handelt es sich um Songs vor dem Debüt, also altes Demo-Material, welches aber durch einen starken Sound und der gleichen Wucht wie das erste Album beeindruckt. Die kleinen Spielereien finden hier zwar noch nicht so ausgeklügelt wie auf dem Debüt statt, aber auch hier ist die Schwere der Songs und die Wucht voll ausgereift. Titel kann ich leider auf der Promo CD nicht finden, aber die 6 Songs von LLNN werden keinen Fan enttäuschen und machen Hoffnung auf das zweite Album. WOVOKA dagegen bringen nur einen einzigen Song, der hat es aber mit gut 18 Minuten in sich. TRACES überzeugt mit Stille, Dynamik, fetten Riffs, Intensität und der Heraufbeschwörung der Apokalypse und die 18 Minuten sind sehr einfallsreich bestückt. Beide Bands werden Fans des Post-Metal und der bevorstehenden Apokalypse nicht enttäuschen. Gebt den Jungen eine Chance!

 

Genre: Post Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 7 Songs / 38 Minuten

VÖ: 16.06.2017

 

 

 

TRANSPORT LEAGUE  -  TWIST AND SHOUT AT THE DEVIL    Rodeostar / Soulfood

 

www.rodeostar.de

 

Als 1995 die erste TRANSPORT LEAGUE erschien, war ja Tony Jelencovich noch bei B-THONG aktiv und erwischte mich mit dem Debüt Album voll. Die Scheiben STALLION SHOWCASE und vor allem SUPEREVIL laufen regelmäßig noch bei mir und damals dachte jeder, die Band bricht groß durch. Passiert ist das leider nicht und nach einigen guten Alben haben vor allem die letzten beiden Metalville VÖs BOOGIE FROM HELL und NAPALM BATS & SUICIDE DOGS wieder einen starken Eindruck hinterlassen. Und genau da setzen die Schweden wieder an, bringen geile Riffs, fette Beats und super Songs an den Start und haben natürlich mit Tony einen der besten Sänger in ihren Reihen. DESTROY ROCK CITY und vor allem das mit einem göttlichen Gitarrenriff ausgestattete CANNIBAL HOLOBEAST überzeugen auf ganzer Linie. Hier regieren die besten Riffs seit langem und dürften jeden Altfan überzeugen. SWINE TO SHINE nimmt etwas das Tempo raus und hat einen kleinen Danzig Vibe. ZULU ZOMBIE ZODIAC ist, wie der Name vorgibt, verdammt heavy und schnell und reißt einen wahrlich mit und das abschließende WINTER WAR ist einer der besten und fettesten TL Songs bisher! Mattias Starander am Schlagzeug macht einen super Job und bringt das Herz vor allem bei seinen langsamen, groovigen Parts zum Glühen. Leider fehlen noch 2-3 herausragende Ohrwürmer um die Höchstnote zu bekommen, aber gut – keiner ist unzufrieden und darf sich über ein Riff-Gewitter freuen. Wie schon bei den letzten Aufnahmen ist das Artwork wieder überragend gelungen und mittlerweile lässt sich dort auch ein eigener Stil entdecken. Und kein geringerer als Roberto Laghi, der schon das starke SUPEREVIL und das MUSTASCH Debüt betreut hat, ist für den fetten und druckvollen Sound verantwortlich.

 

Genre: Riff Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 12 Songs / 45 Minuten

VÖ: 28.7.2017

 

 

 

BISON - YOU ARE NOT THE OCEAN YOU ARE THE PATIENT Pelagic Records

www.pelagic-records.com
www.facebook.com/bisonbc

Die Metal Blade Band BISON ist zurück, auf dem geilen Label Pelagic Records. Warum man diesen Schritt getätigt hat, ist mir nicht bekannt, aber die Band paßt perfekt auf das Label. Fünf Jahre ist es schon wieder her, das LOVELESSNESS erschienen ist und das fünfte Album geht den Weg des Erfolgsalbums weiter. Die Jungs aus Vancouver beeindrucken einmal mehr mit einer dicken Soundwand, fetten Riffs und den angepissten Vocals. Sicherlich gibt es viele Bands, die alle ähnlich klingen, aber BISON waren mit die Ersten und haben eine Daseinsberechtigung – auch wegen der unheimlichen Wucht, die das Album erzeugt. James Farwell schreit sich wiedermal die Lunge aus seinem Körper, vergisst aber nie, die sehr guten Riffs mit seiner Stimme in Einklang zu bringen. Der Sänger und Gitarrist sagt zu den Texten: “It was important that the songs fit together to tell a bit of a story, a story of a new life and escaping the city, while still being tethered to it. Life is a constant fight, and though I have taken the fight to a more natural and beautiful place, that struggle persists. This is an album of daily living. It is for everyone.” Na ja – für jeden Musikfan wird das kein Album sein, aber ansonsten hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Album startet
mit UNTIL THE EARTH IS EMPTY und zeigt gleichmal den Weg auf, bietet aber das gewohnt hochwertige Bison Material. ANTI WAR ist dann ein kurzer, knackiger Brocken bevor mit DRUNKARD das erste Mal das Tempo gedrosselt wird, auch leisere Töne Einzug finden und auch sphärische Elemente im Lied integriert werden. Das Gleiche findet sich auch in TANTRUM wieder – dort hat James sogar besonders böse Vocals am Start. Die Scheibe endet mit dem spacigen (natürlich fehlen die dicken Riffsalven nicht!) WATER BECOMES FIRE und überzeugen auf jeden Fall. Starke Produktion von Sanford Parker (Yob, Pelican, Nachtmystium) und alles ist perfekt.Fans der ersten Scheiben werden
nicht enttäuscht sein. Die Band ist um Variation bemüht, scheitert aber auch im eigenen, fest verhafteten Genre. Trotzdem – Fans der Musik sollten zuschlagen.

Genre: Sludge Metal
Musik:
Sound: 8
Info: 7 Songs / 38 Minuten
VÖ: 23.06.2017

 

 

 

WE BUFFALO - II Raging Planet Records

www.ragingplanet.pt
https://www.facebook.com/pg/webuffalo/about/

Das ist ein auf 200 Stück limitiertes Digipack mit starken Stoner Rock Sound. Die Band besteht aus Ricardo Ferreira (Vox, Bass) und Pedro Veiga (Drums, Synths). Duos sind ja relativ in z.Zt. und so machen auch die Spanier mit einem aggressiven Schlagzeugspiel und einen bösen, aber nicht zu verzerrten Basssound ihre Version von Stoner Rock. Nach dem kurzen Instrumental OREGANO startet IDENTITIES mit einer fetten Soundwand mit einigen QOTSA Anleihen, starken und einprägsamen Gesangslinien und durchdachten Songwriting. IDENTITIES hat alles, was ein Szene-Hit heutzutage braucht. Das kurze HOLD THE LINES überzeugt mit etwas mehr Tempo und wiederum herausragendem Gesang. Auch hier muß man der Band ein großes Können unterstellen. Natürlich ist man stark limitiert, hat keine Solos oder ähnliches zur Auflockerung und viele Bands scheitern auch daran. Nicht so WE BUFFALO, die ihre Songs kurz halten, viele gute Refrains einbauen (z.B. UNKNOWN THINGS), fette Riffs verbraten und die sehr variantenreich einsetzen. Und natürlich haben sie mit Ricardo einen starken Sänger. Nach vielen Abgehnummern kommt THE DISAPPEARING ACT mit seinem gedrosselten Tempo gerade recht und lockert unheimlich auf, bevor SPIRAL KNIGHT erneut überzeugt. Einen richtigen Höhepunkt gibt es nicht, da die Songs durchweg überzeugen. Aber TRIVIAL hat durch seine QOTSA Nähe alles an Voraussetzungen, um ein richtig großer Hit zu werden. Der ungewöhnlichste Song ist dann auch der längste (mit fast 4 Minuten) und auch der letzte Song. SEXMOSPHERE ist sexy, groovy und so anders wie die vorhergegangenen 10 Songs. Hier findet man Ausflüge in den Psychedelic und Prog Rock und auch das steht dem Duo sehr gut! Keine große Firma hinter der Band – unverständlich! Trotzdem (nein, gerade deswegen!) – unbedingt anchecken!!!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 7
Info: 11 Songs / 32 Minuten
VÖ: bereichts erschienen

 

 

 

TRICKY LOBSTERS  -  WORLDS COLLIDE     Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

 

Exile on Mainstream steht halt schon immer einfach für gute Musik und Qualität. Auch nach 21 Jahren hat TRICKY LOBSTERS jetzt schon auf den Buckel, aber Alt-Herren-Rock klingt definitiv anders. Die Band hat sich über die Jahre entwickelt und veröffentlich jetzt in meinen Augen ihr stärkstes Werk. Die Songs wirken ausgereift, die Gitarren mach klasse Sachen und der Gesang wirkt sehr ausgereift. Michael Gröper, Aggi Becker und Jörg Peters haben es geschafft, ein Stoner Rock Album zu produzieren, dass mich seit langer Zeit mal wieder fesselt. Der etwas trägere Opener BITTER MAN`S FAME ist gut gelungen, aber schon BATTLEFIELDS lässt einen nicht mehr los. Der Band merkt man an, dass sie von Anfang an dabei waren und auch die guten Gründersounds aufgesaugt haben. BIG BOOK ist ein absoluter Hit, der jeden Club zum Kochen bringen dürfte. Bei TARRED ALBINO geht es etwas gemütlicher zu und driftet etwas in die Anfangszeiten von TL zurück. BLACK & BLUE und FATHER & SON bestechen durch ruhige Momente und gefühlvolle Riffs und das anfangs spacige DREAM DIVER PT I & II (wobei es bei Part II dann sehr riffig und rockig wird) überzeugt auf ganzer Linie. THE FIRE ist einer der stärksten Stoner Rock Songs der letzten Jahre und kann es mit QOTSA Großtaten aufnehmen. Die Aufmachung ist exzellent und das Artwork stark gelungen. Das Album wurde vollständig von der Band, insbesondere von Jörg Peters, dem Drummer produziert und ihnen einen verdammt starken und authentischen Sound zurechtgezimmert! Stoner Fans müssen zuschlagen!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs / 42 Minuten

VÖ: 23.06.2017

 

 

 

BELOW THE SUN  -  ALIEN WORLD   Temple of Torturous

 

www.facebook.com/belowthesundband

www.templeoftorturous.com

 

Bei BELOW THE SUN handelt es sich um eine russische Band, die es schafft, die Kälte Sibiriens auf einen Tonträger zu bannen. Bei ALIEN WORLD handelt es sich um das zweite Album und liefert schwere Riffs, böse Vocals und einen kalten, aggressiven Grundton, dass es einem Angst und Bange wird. Die Musik wird in gemäßigtem Tempo vorgetragen und durch akustische Parts aufgelockert. Gleich der 11-minütige Opener zeigt die ganze Bandbreite von BELOW THE SUN. Atmosphärische Momente, klagende Vocals, dicke schwere Gitarrenriffs und eine bösartige Stimme. BLIND OCEAN bläst einen gleichmal total ins Gesicht. Space Rock gemischt mit Black Metal und Doom Metal. Das ist nicht neu, aber sehr gut umgesetzt. BLIND OCEAN und MIRRORS bedienen genau diese Schiene, bevor es mit GIANT MONOLOGUE, BLACK WAVE und DAWN FOR NOBODY etwas ruhiger und gemäßigter zur Sache geht. Na ja, natürlich nicht ganz, weil z.B. DAWN FOR NOBODY dieses supercoole Lava-Riff beinhaltet. Textlich verarbeiten die 4 Russen den Sci-fi Klassiver „Solaris“ von Stanislaw Lem. Dort wird ein Psychologe auf einem von Wasser bedeckten Planeten mit Erinnerungen gemartert und ihn in den Wahnsinn treiben. Und die Band schafft es, diesen düsteren und beklemmenden Film in Musik umzusetzen. Drone, Prog, Psych, Death und Black Metal Fans sollten zugreifen!

 

Genre: Post-Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 8 Songs / 57 Minuten

VÖ: 26.05.2017

 

 

 

 

GIANT SLEEP  -  MOVE A MOUNTAIN   Eucalypdisc Records

 

www.facebook.com/giantsleep

 

Diese 5 jungen Männser aus Deutschland und der Schweiz waren schon mit irhem Debüt Album das Demo des Monats im Rock Hard. Das nenne ich mal einen Einstieg und natürlich auch ein Qualitätsmerkmal. Erstmal weckt die wunderschöne Aufmachung des Albums starkes Interesse. Und in der Besetzung tummeln sich so namhafte Musiker wie Patrick Hagmann (ex-FEAR MY THOUGHTS) und Thomas Rosenmerkel (ex-DESTRUCTION). Die Musik ist sehr ausgereift, so gibt es als Opener (12 MONKEYS) einen Progressive Rock Batzen der Sonderklasse mit vielen klanglichen Überraschungsmomenten, bevor es mit dem Stoner Rock Kracher FREEWILL MYTH weitergeht. Thomas hat vor allem bei den langsameren Passagen seine großen Momente. Einer der Höhepunkte ist sicherlich der 11-minütige dritte Song, der zwischen Stoner Rock, Pink Floyd und King Crimson wandelt. Funkig und bluesig wird es dann beim nächsten Song, der durch seine Lockerheit überzeugt. LOVE YOUR DAMNATION ist eine lange Ballade, wie man sie heutzutage fast nicht mehr zum Hören bekommt. Auch hier überzeugt Thomas auf ganzer Linie. DENVER und FAILSAFE PLAN rocken in bester 70er Manier, bevor STELLA das Album mit sphärischen Klängen und starken Prog-Rock Momenten beendet. Die Band ist sicherlich mit absoluten Könnern bestückt und schafft es hoffentlich, in der Flut der Bands zu überleben. Denn das hier ist ganz großes Kino. Für 70er Jahre Hard Rock Fans ein Muss – genauso wie für Stoner Rock Fans und Progressive Rock Liebhaber. Da wächst wirklich was großartiges zusammen! Antesten!!!

 

Genre: Classic Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 8 songs / 541 Minuten

VÖ: 26.05.2017

 

 

 

DANZIG  -  BLACK LADEN CROWN   AFM Records

 

www.afm-records.de

 

So, hier ist es also endlich, das neue Danzig Album. 25 Jahre ist es schon her, als DANZIG III: HOW THE GODS KILL das Licht der Welt erblickte und die Band ganz nach oben beförderte. Und jetzt kommt die neue Scheibe; für mich als Extrem-Fan natürlich ein Fest. Schon als Misfits Fan wurde ich danach mit Samhain fast umgeblasen und die ersten 4 Danzig Scheiben sind sicherlich das Nonplusultra im Rock Bereich. Selten hat eine Rockband so böse und gemein gewirkt, wie damals. Und trotz einer relativ missglückten Industrialscheibe (5), konnte Danzig noch einmal ein Ausrufezeich mit 6:66 SATANS CHILD setzen. Danach ging es leider aber nur noch abwärts. Sicherlich haben auch die anderen großen Bands der damaligen Zeit nicht durchgehend starke Alben veröffentlicht (Metallica, Slayer etc), aber der Weg nach unten von Danzig von einem einstmaligen Gott ist schon fast dramatisch. Dabei macht er persönlich gesanglich gar nicht so viel falsch. Songs waren immer originell, aber leider leiden alle Scheiben ab der 6:66 über einen unterirdisch schlechten Sound. Und warum Danzig nicht mehr an alte Stärken anknüpfen kann, liegt leider zu 99% an der Band vor allem an T. Victor (obwohl ich Prong sehr mag!). Aber das passt einfach nicht – Glenn bräuchte einfach wieder eine Rock- oder Bikerband und keine Metalband als Backup! Die Gitarren haben schon das letzte Album SKELETONS zerstört. Aber gut – angeblich wird jetzt ja alles besser und voller Freude ging es los. Erst einmal muß ich mich wieder über einen sehr spärlichen und schlechten Sound ärgern. Das nimmt einfach so viel weg von der Musik. Warum ist es ihm nicht möglich, einen fähigen Produzenten ran zu lassen und der Band einen guten Sound hinzuzaubern? Die Scheibe hat immerhin einige gute Songs, aber kann bei weitem nicht an die alten Klassiker anknüpfen bzw. auch nur annähernd daran schnuppern. Der Titeltrack beginnt mit einer melodiösen Gitarrenmelodie und hat viel von den alten Sachen, Glenn klingt wie ein kaputter DOORS-Sänger, der Song plätschert etwas vor sich hin, bevor er am Schluß etwas härter wird. Das folgende EYES RIPPING FIRE ist ein guter Song mit viel Power, bevor es im Refrain etwas gemächlicher zugeht. Das bereits bekannte DEVIL ON HWY 9 rockt gut ab und dann kommt der erste Höhepunkt. Das langsame, eindringliche LAST RIDE, dass auch auf der IV hätte stehen können. Das ist vielleicht genau einer der Songs, auf den alte Fans so lange gewartet haben. THE WITCHING HOUR und BUT A NIGHTMARE (mit einer sehr starken Gesangslinie) sind ebensfalls von früher inspiriert und vor allem erstgenannter besticht durch seinen guten Anfang. BLACKNESS FALLS ist auch gelungen und durch den sehr schleppenden Groove ein Highlight auf dem Album. Und mit PULL THE SUN gelingt Danzig ein Wahnsinnssong! Hier singt er fast wie früher, die Atmosphäre ist beängstigend und somit ein gelungener Abschluß. Glenn hat selbst produziert und erneut ist es ihm nicht gelungen, die eigentlich guten Songs in das richtige Soundgewand (und da meine ich auch die Band inkl. Solos) zu packen. Es ist so schade, weil da wirklich so viel mehr möglich gewesen wäre. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider kein Hammeralbum. Dann hoffen wir auf die nächste Scheibe….

 

Genre: Metal

Musik: 7

Sound: 6

Info: 9 Songs / 50 Minuten

VÖ: 26.05.2017

 

 

 

SIENNA ROOT –A DREAM OF LASTING PEACE   

 

MIG/Indigo

 

www.sienaroot.com 

www.facebook.com/sienaroot

 

Hier sind sie wieder mit ihrer „Swedish Root Rock Experience“. Seit 2004 wird Qualität abgeliefert, anfänglich zu dritt (mit der Hinzunahme von Gästen, auf diesem Album erstmalig nicht) ist die Band mittlerweile zum Quarttet angewachsen. Für viele im Stoner Rock anzusiedeln hör ich eher eine Nähe zu klassichen 70iger Hard Rock heraus. Eine dominate Rolle spielt auch die Orgel, die sich einen herrlichen Schlagabtausch wie im Opener SECRETS mit der Gitarre liefert. Die Band weiß ebenso in den ruhigeren Momenten zu überzeugen (The Piper Won’t Let You Stay, Sundown oder das Lynyrd Skynyrd nicht unähnliche Empty Streets) sowie in saftigen, zackigen Rockern der Marke Growing Underground, Outlander oder No Filters. Die warme Stimme von Samuel stellt sich als deutliches Plus heraus, unprätentiös, knackig einfach in einem Fluß mit den Arrangements. Darum gefällt mir persönlich wahrscheinlich das Instrumental Imaginarium am wenigstens. Was auch positiv anzumerken ist die Band verzettelt sich nie in ermüdenden Jams, was ich sehr begrüsse.

Der herrliche analoge Sound dürfte keine Wünsche offen lassen. Die Band fügt hier noch an, um die Musik richtig zu hören muss man sich das Vinyl zulegen!!

Um die Aufnahmen abzuschließen begab sich die Gruppe für 7 Tage in einen einheimischen Sound. Gerade als ich diese Rezesion abschloß, habe ich erfahren, dass Sienna Root der Supportslot für die Europatour von Deep Purple bestätigt wurde.

 

GENRE: Rock

MUSIC: 8

SOUND: 8

INFO: 10 Songs

VÖ: 26.05.2017

 

 

 

NICK OLIVERI  -  N.O. HITS AT ALL – VOLUME 2    Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/rexeverything666

 

Nach der sehr enttäuschenden (fast schon als Frechheit zu bezeichnen) Volume 1 gibt es jetzt Nachschlag mit Volume 2. Warum es wieder nur für 20 Minutenreicht und das alles nicht zusammengefasst auf einer Scheibe erscheint, ist mir weiterhin ein Rätsel. Das riecht schon sehr nach Geldmacherei. Keine schöne Sache! Zumindest stimmt dieses Mal die Musik, obwohl es kein Muss-Album ist; nicht einmal für Fans. Zumindest findet man auf diesem „Hits-Album“ einiges an guter Umsetzung. Gut, über Nick Oliveri und seine

Vergangenheit muß man hier kein Wort mehr verlieren. Das überspringen wir mal. Herausragend ist (wie schon auf Volume 1) das Artwork. Ganz stark! Songs sind 50/50 (ein starker Sänger wird Nick einfach nicht mehr) – aber zumindest geht einiges sofort ins Ohr, auch, weil er sich einigen Fremdkompositionen annahm. WE ONLY CAME TO GET HIGH von und mit den DWARVES und NOTHING AT ALL von den ROYALE DAEMONS sind ganz nette Nummern – aber auch nicht mehr. Bei BACK TO DUNGAREE HIGH von TURBONEGRO findet man Nick zumindest wieder in seinem QOTSA Umfeld wieder, obwohl der Song jetzt auch

nicht der Überhit ist. WASOID von THE YOU KNOW WHO ist verzichtbar und erstmals wird es interessant, JOHN LAWMAN von ROKY ERICKSON zu erleben. Der Song startet stark, aber zum Ende hin wird er leider durch Nicks Kreischgesang getrübt. Der Song geht in einer guten Akustikversion von GREEN MACHINE über und stellt auch den Höhepunkt dar, bevor IN THE BUTT von den LIGHTNIN`WOODCOCK das Album ausklingen lässt. Geschmacksfrage. Schade, dass Nick sich mit solchen VÖs mittlerweile abgibt! Josh, hol ihn endlich zu den

Queens zurück!….

 

Genre: Punk Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 6 Songs / 20 Minuten

VÖ: 16.06.2017

 

 

 

MALEVOLENCE  -  SELF SUPREMACY    BDHW / Soulfood

 

www.facebook.com/malevolenceriff

 

Erstmal sticht einen das ganz starke Coverartwork ins Auge. Das macht schon mal Vorfreude und wenn man sieht, dass teilweise 2 Sänger am Start sind, kommt die Hoffnung auf ein Raging Speedhorn Brett auf! MALEVOLENCE fahren einen starken, sehr eigenständigen Sound (aber weit weg vom Raging Speedhorn Sound!) und haben es die letzten Jahre geschafft, nach dem Vorgängeralbum REIGN OF SUFFERING einen gewaltigen Schritt nach vorne zu machen. Anfangs denkt man noch an eine typische Boller-Hardcore Band, aber schon nach einigen Minuten merkt man, dass man hier einfach mehr serviert bekommt. Die Jungs aus Sheffield fahren einen coolen Mix aus old school Crossover, Hardcore, NOLA-Sounds und Metal und schaffen es, das komplette Album über zu fesseln. Das Album startet mit 2 Abrissbirnen, dem Titelsong  und TRIAL BY FIRE. Schon hier fällt auf, dass die Band ihre progressive Seite ausgebaut hat und da sich der Gitarrist verstärkt mit um die Vocals kümmert, macht es mächtig was her. Die Technik und die Ideen der Gitarren sind sicherlich hervorzuheben und fesseln mit ihrem wuchtigen Riffs durchgängig. Hervorheben muß man eindeutig die erste Single SLAVE TO SATISFACTION, die mit wuchtiger CROWBAR Heaviness alles umbläst und einen gewaltigen Druck aus den Boxen produziert. Auch SEVERED TIES (mit Andrew von COMEBACK KID als Gastsänger) und WASTED BREATH (mit Kevin von MERCILESS CONCEPT) sollte extra erwähnt werden. Starkes Album, das Härte, Groove und gutes Songwriting vereint.

 

Genre: Hardcore Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs

VÖ: 19.05.2017

 

 

 

CONTAMINANT - REGENERATION     Metalizer Records

www.contaminant-official.com
www.metalizer-records.de
 
Hier ist also das zweite Album der bayrischen Extrem Metaller Contaminant, die sich die letzten Jahre vor allem auf der Bühne einen hervorragenden Namen erspielt haben. Trotz über 10jähriger Existenz hat es die Band veröffentlichungstechnisch eher langsam angehen lasse; aber jetzt feuern sie aus allen Rohren. Veröffentlicht wird der neueste Wutbrocken von dem sehr feinen Label Metalizer Records, die sich in den letzten Jahren mit ausgewählten und überzeugenden VÖs einen Namen in der Szene zementiert haben. Gegenüber dem guten Debütalbum haben sich die Jungs um einiges gesteigert und bieten einen sehr guten Mix aus Black und Death Metal Einflüsse. Die Einflüsse der "Großen" sind sicherlich rauszuhören, aber die Band schafft es, einen eigenständigen Sound zu kreieren. Mich, als alten Death Metal Fan, stören eigentlich schon immer Keyboards in dieser Musikrichtung (außer bei Nocturnus...), aber komischerweise schaffen es Contaminant, sehr prägende (und doch nicht aufdringliche) Keyboard Melodien in ihre Songs einzubauen. Gestütz bzw. tragend sind aber natürlich die sehr starken Gitarrensalven (der Gitarrist hat eine eigene Custom Serie - Magnol Customs) in bester schwedischer Melodic Death Manier. Was hier an Gitarrenriffs fabriziert wird, wird anderen Bands den Neid in den Körper fahren lassen! Alles ist absolut ausgereift und mit viel Druck produziert. Songs wie das starke ISOLATION TOWARDS DEATH haben langsame Groove-Parts, starke Gitarrensolis und rasende Momente oder das sehr melodiös beginnende ROAD TO SALVATION sind schon absolute Underground Hits und dürften jedes Death/Black Metal Fest zum kochen bringen. Eine starke und klare Produktion. Als Höhepunkt gibt es zum Abschluß das Depeche Mode Cover BLACK CELEBRATION, das mit einer Frauenstimme veredelt wurde und mit etwas Glück und Manpower sich zum Tanzflächenhit mausern dürfte. Das Gesamtwerk wird durch die Endzeitoptik und -stimmung der Band und einer klaren, aber nicht zu modernen Produktion abgerundet. Death und Black Metal Fans müssen hier zuschlagen!

Genre: Melodic Death Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 13 Songs / 64 Minuten
VÖ: bereits erschienen 

 

 

 

BEASTMAKER  -  INSIDE THE SKULL   Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/beastmaker

 

Aus dem kalifornischen Fresno kommen BEASTMAKER und schenken uns einen Nachschlag in Form von INSIDE THE SKULL. Geboten wird Doom Metal der alten Garde mit viel Count Raven Querverweisen. Die Musik ist typisch für das Genre und die Vocals pendeln irgendwo zwischen altem Ozzy und Christ von Count Raven. Leider fehlt der eingängige Hit oder das viel geschworene Monster auf dem Album und somit kommt die Scheibe nicht über Mittelmaß hinaus. GIVE ME A SIGN  hat ein bißchen was von diesem Hit mit einigen coolen Akustikpassagen und sehr guten, Count Raven artigen Vocals. Der Opening Doppel EVIL ONE und HEAVEN TO HELL zeigen aber schon ein klein wenig das Problem von Beastmaker. Musikalisch top, sehr guter und authentischer Sound, starke Riffs - aber zu wenig catchy (wenn man das in diesem Genre überhaupt sagen darf). Wo z.B. Count Raven eingängige Hooks entwarf, ist hier einfach zu viel "Gleiches". Bei Psychic Visions zieht man zwar das Tempo etwas an, aber auch hier ist es eher gut gemacht als "wow". Immerhin schafft man mit dem Rausschmeißer SICK SICK DEMON noch einen kleinen, eingängigen Hit. OK - das ist jetzt keine Kaufempfehlung, aber es sollte auch keinen Doom Head abhalten, sich die Scheibe zu holen und die sicherlich sympathischen Jungs zu unterstützen. Gute Band, aber weniger zwingend als der Vorgänger und im Vergleich zu den etablierten und vor allem alten Bands einfach 2. Liga.

Da leg ich mir gleichmal zur Entspannung STORM WARNING von Count Raven auf....

 

Genre: Doom Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 38 Minuten

VÖ: 19.05.2017

 

 

POUNDING METAL - A TRIBUTE TO EXCITER      Skol Records

 

www.skolrecords.com

 

Eine der besten und heutzutage einflussreichsten Speed Metal Bands, die Kanadier Exciter, werden hier mit einem Tribute Album geehrt und die Scheibe kann durchgängig überzeugen. Exciter, die ja ihren Klassiker HEAVY METAL MANIAC Monate vor KILL EM ALL herausbrachten, haben über all die Jahre dem Trio die Treue gehalten und momentan ist die Band ja in der Originalbesetzung zurück und arbeitet auch an neuem Material. Darum macht dieser Sampler auch Sinn. Einige der angesagtesten neuen Speed Metal Band sind hier vertreten.
Es fällt keine richtige Band ab, obwohl schon EVIL INVADERS mit "Violence&Force" und MASTERS OF DISGUISE mit ihrem sehr melodisch vorgetragenen BLACK WITCH die Höhepunkte darstellen. Die eigentlich sonst sehr starken RANGER haben mit "Evil Sinner" einen ganz guten Beitrag, der aber durch die Stimme etwas abfällt und einer der schwächeren Songs in meinen Augen darstellt. CRYSTAL VIPER haben einen interessanten Ansatz (durch die weiblichen Vocals) und bringen mit "Long live the loud" eine super Version an den Start. RAM ist gut und SAVAGE MASTERS typisch. OCTOBER 31 bringt eine Speedversion mit guten Vocals ein. Das Album, das auf 500 Kopien limitiert ist, wurde von Bart Gabriel produziert und hat den Bands einen guten und vor allem einheitlichen Sound gemeiselt.

 

01. ATTACKER (USA) "Cry Of The Banshee"
02. EVIL INVADERS (Belgium) "Violence & Force"
03. CRYSTAL VIPER (Poland) "Long Live The Loud"
04. IRONSWORD (Portugal) "Death Revenge"
05. RANGER (Finland) "Evil Sinner"
06. RAM (Sweden) "Beyond The Gates Of Doom"
07. MASTERS OF DISGUISE (Germany) "Black Witch"
08. SAVAGE MASTER (USA) "Saxons Of The Fire"
09. OCTOBER 31 (USA) "Stand Up And Fight"
10. VISIGOTH (USA) "Rising Of The Dead"
11. GATEKEEPER (Canada) "Victims Of Sacrifice"
12. VULTURE (Germany) "Feel The Knife"

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs

VÖ: 28.04.2017

 

 

GIÖBIA  -  MAGNIFIER    Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.giobia.com

 

Die zweite Nachpressung dieses italienischen Space Rock Drehers mit neuem Mastering und neuem Artwork. MAGNIFIER ist der insgesamt vierte Output der Mailänder und wird Fans von Psychedelic Space Rock erneut fesseln. Schon der Opener THIS WORLD WAS BEING WATCHED CLOSELY wird mit Sprachsamples (aus Orson Wells THE WAR OF THE WORLDS?) angereichert und macht gleichmal einen bedrohlichen Eindruck. Hier gibt es spacige Riffs auf der Gitarre und viel Atmosphäre. Der Gesang auf den folgenden Songs, wenn überhaupt einer ist, wird dann oft mit Effekten angereichert und lässt den Hörer oft in Trance abdriften. Trotzdem schafft es die Band nur bedingt, den Hörer über eine längere Distanz zu fesseln. Oft wirkt der Mix aus Synthesizers, 60er Sounds und Science Fiction Soundtrack doch zu unausgereift. Ausnahme ist DEVILS HOLE, der eher in die Stoner Rock Ecke geht und mit guten Vocals glänzen kann. Aber eine eher Jamsession-artige Ausbeute wie SUN SPECTRE hinterlässt eher einen faden Eindruck bei mir. Stoner, Psychedelic, Progressive und Space Rock Freunde sollten aber unbedingt ein Ohr riskieren.

 

Genre: Space Psychedelic Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 8 Songs / 49 Minuten

VÖ: 05.05.2017

 

 

 

DEMON HEAD  -  THUNDER ON THE FIELDS   The Sign Records

 

www.facebook.com/demoncoven

 

Sparsamer Rock, mit vielen 70er/80er Anleihen und alles auf 16 Spuren in einer kleinen Hütte eingespielt. Und das Ganze soll einige Referenzen zu Danzig aufweisen, so zumindest die Info…. Nach einigen Demos und Singles und Kassetten hat die Band nun ihr Zweitwerk vorgelegt.  Erstmal verstört der Opener MENNESKEAEDEREN, den die Kopenhagener Band in ihrer Landessprache vorträgt. Aber schon der folgende WE ARE BURNING hat das diesen gewissen Danzig Groove der Anfangszeit. Diese ähnliche Gesangslinie des Großmeisters, ohne aber zu kopieren. Die Musik ist sehr natürlich, nur minimal verzerrt und somit weit weg von der Düsternis und Dunkelheit der Danzig VÖs. Aber der Song geht gut nach vorne ab, ist ein kleiner Hit und überzeugt auf ganzer Linie. Es gibt schon Parallelen, aber der Grundsound ist doch eher im 70er Rock von Black Sabbath angelehnt, ohne aber jetzt eine Doom Rock Band zu sein. Einer der Höhepunkte ist OLDER NOW, der sich am klassichen Retro Rock orientiert, wie ihn z.B. auch Graveyard ja adoptiert hatten. HIC SVNT DRACONES ist ein weiterer Höhepunkt mit guten Refrain, starken Vocals und interessanten Arrangements. GALLOW`S OMEN ist dann düster, schleppend und am ehesten auch mit Danzig in Verbindung zu bringen. Oder halt mit THE DOORS, die ja ähnliche Stimmung verbreiteten. Das Album wird veredelt von einem sehr starken und aufwändigen Artwork, tollem Booklet und einen natürlichen und warmen Sound. Der große Killereffekt fehlt zwar noch, aber die Qualität der Band spürt man sofort und vielleicht würde ein guter Produzent die Band noch mehr fokusieren. Z.B. hat man bei THUNDER IN THE FIELDS immer den Eindruck, als würde da noch mehr rauszuholen sein. Die Grundideen stimmen....

 

Genre: Retro Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 7 Songs / 41 Minuten

VÖ: 07.04.2017

 

 

 

NIGHTRAGE  -  THE VENOMOUS    Despotz Records

 

www.despotz.se

 

Nightrage sind mit ihrem 7. Album zurück und bringen erneut hochwertigen Stoff im klassischen Melodic Death Metal zum Hörer. Nach dem eher Mid-tempo Opener und Titeltrack legt METAMORPHOSIS/DAY OF WRATH härtetechnisch enorm zu. Erneut erweist sich Chef Illiopoulos als herausragender Komponist und veredelt mit seiner Truppe den Song mit herausragenden Leads und starken Sologitarren. Diesmal sind, wie bei Nightrage üblich, 2 neue Mann an Bord. Aber das Material ist stark am Vorgänger THE PURITAN angelehnt und wird alle Freunde dieses Sounds glücklich machen. Weiterhin sind modernere Arch Enemy und At the Gates herauszuhören, aber Nightrage spielt auf einem gleichen Level und hatte wohl wegen den ständigen Besetzungswechseln bzw. ihrem griechischen Stützpunkt nie so richtig die Möglichkeit, mit den 2 oben genannten Bands bekanntheitsmäßig gleichzuziehen. IN ABHORRENCE oder TRAIL OF GHOSTS überzeugen durch eine ganz starke Melodieführung und super Solos. Ein richtiger Hit ist der Band mit AFFLICITION gelungen. Der Song hat ein starkes, einprägsames Riff und geht sofort und die Haut. Es wechseln sich schnelle Songs (CATHARSIS, METAMORPHOSIS, THE BLOOD) mit stark melodisch geprägten Songs (BEMOAN, IN ABHORRENCE, TRAIL OF GHOSTS) ab und machen die Scheibe zu einem wahren Monster. Vor allem gelingt es der Band immer wieder (und das ist eher selten in dem Genre), starke Refrains mit Wiedererkennungswert zu fabrizieren. Und teilweise erinnert das Riffing auch an neuere Kreator, wie z.B. im Song DISTURBIA. Ganz großes Kino! Und da ja auch der At the Gates Fronter schon Teil dieser Band war, hat die Band mittlerweile mit Ronnie Nyman einen gleichwertigen, wenn nicht sogar stärkeren Shouter gefunden. Große Melodien - große Songs - viele Hits - hoffentlich schaffen die Jungs mit dieser Scheibe den großen Durchbruch - verdient hätten sie es endlich! Herauszuheben wäre noch die sehr gute Produktion und das verdammt starke Artwork inkl. der tollen Aufmachung des Booklets.

Genre: Melodic Death Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 12 Songs / 49 Minuten

VÖ: 31.3.2017

 

 

 

 

WE RIDE  -  EMPOWERING LIFE   Victory / Soulfood

 

www.facebook.com/werideband

 

Hardcore mit coolen Riffs und einer starken Sängerin, dass sind WE RIDE aus Spanien. Die Band hat eine musikalisch sehr überzeugende Durchschlagskraft und punktet mit starken Groove, viel Power, tollen Riffs und Songs, die sofort im Ohr hängen bleiben, weil die Band auch immer wieder kleinere Melodiestücke einsetzt und so den insgesamt dicken Sound der Band etwas auflockert. Und die Kombination mit den weiblichen Vocals macht die Band einzigartig und Victory haben mit der Band sicherlich einen Glücksgriff getätigt. WE RIDE fühlen sich auf der Bühne wohl und haben in über 30 Ländern mittlerweile getourt und ihre Duftmarke dort hinterlassen. Schon der Opener überzeugt mit einem druckvollen, aber melodischen Mid-Tempo Kracher der Superlative und lässt die Stimme von Mimi Telmo direkt wirken. Die Musik hat viel Luft und Abwechslung und macht den Song zu einem Höhepunkt des Albums. Den von einem starken Riff geprägten WHAT YOU ARE übernimmt der Deez Nuts Sänger, unterstützt von der Band,  die Vocals des Refrains und lässt somit gar keinen Einheitsbrei aufkommen. DO IT ALL AGAIN ist dann im Gegenstück die totale Abrißbirne, startet mit viel Geschwindigkeit und geht dann in einen sehr musikalischen Song über. Eine der Höhepunkte ist der Song SUMMER, der viel Kraft besitzt und auch wiederum einen starken Refrain aufweist, den Mimis Gesang toll unterstützt. HANDS OFF beendet dann die Scheibe mit viel Geballer und Geschwindigkeit. Ganz starke Produktion, gutes Artwork und eine kraftvolle Scheibe. So sollte guter und abwechslungsreicher Hardcore klingen. Die Band wird groß durchstarten!

 

Genre: Hardcore

 

Musik: 8

 

Sound: 8

 

Info: 10 Songs / 36 Minuten

 

VÖ: 14.04.2017

 

 

 

 

BALL  -  BALL   Horny Records

www.ball666.biz

BALL erfreut mich erstmals mit einem simplen Cover und ihrer Beschreibung "Hard Rock from Hell". Die Schweden bieten uns einen dreckigen, spacigen und schleimigen Psychedelich Hard Rock, leider mit wenig Potential. Das Konzept der Scheibe und der mysteriöse Inhalt ist sicherlich interessant, aber leider zu uninteressant umgesetzt. Der Opener BALLING langweilt dann eher als Fuzz-Psychedelic-Rock Instrumental und ich dachte schon, ich habe die falsche CD eingelegt. Danach folgt aber mit SPEEDING die "richtige" Musik. Krächzende Vocals, etwas mehr Drive und etwas Psychedelic Jams hauen einen aber nicht vom Hocker. Das wirkt einfach zu aufgesetzt. Der neunminütige SATANAS folgt und langweilt als endlos vorkommende Space Rock Schleife mit mittelmäßigen Ideen. FYRE BALLS wird von einem guten Riff getragen, dass auch aus der Feder von FARFLUNG hätte stammen können, kann aber auch nicht wirklich beeindrucken. FYRE ist der Höhepunkt mit einem guten, an alte Black Sabbath angelehnten Riffs und gut vorgetragenen Vocals. Mehr Songs dieses Kalibers und die Scheibe hätte wirklich groß einschlagen können. Doch auch GALAXY 666 verliert sich wieder in diesen endlosen Space Rock Gewummer.

Genre: Psychedelic Rock
Musik: 6
Sound: 7
Info: 6 Songs / 33 Minuten
VÖ: 19.5.2017

 

 

 

CACHEMIRA  -  JUNGLA   Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.facebook.com/cachemiraband

 

Heavy Psych Sounds war mir mal eines meiner liebsten Labels, mittlerweile hat sich das italienische Label aber leider auf die Veröffentlichung viler obskurer Scheiben (vor allem von italienischen Bands) spezialisiert. Diese 30 minütige Scheibe wurde weitestgehend auf einem analogen Vierspur-Rekorder aufgenommen und zeigt die spanische Band nahe am legendären Wüsten-Rock Sound. Der Sound ist erfrischend gut, hat wenig mit aktuellen Produktionen zu tun und ist ein großes Plus in diesem ganzen High-Tech-Wahn. Der bluesige Stoner / Retro Rock der Band aus Barcelona macht Laune und überzeugt auf ganzer Linie. OUVERTURE beginnt zwar noch etwas verhalten, aber lässt schon aufhorchen und wird dann von SAIL AWAY mit einem dicken Brocken Riffs, Melodien, starken Vocals und guten Solos/Melodien  übertroffen. Der Songs wandert von ruhigen zu heftigen Passagen und ist ein wahres Kompositionsmeisterwerk. ANCIENT GODDESS hat zu Anfangs noch mehr Drive, wird dann zu einer ruhigen Retro/70er Nummer mit eindringlichen Vocals und dürfte Schlaghosenfans in wahre Entzückung versetzen. Der Titeltrack JUNGLA ist heavy und ein groß angelegter Jam mit einiger Durchschlagskraft. OVERPOPULATION beendet die definitiv zu kurze Scheibe mit einer weiteren starken Darbietung. Vor allem Live, und die Band war in den letzten 2 Jahren sehr viel unterwegs,  dürfte die Band diese Power voll ausleben und noch mehr beeindrucken. Endlich mal wieder ein Heavy Psych Output, der a) dem Namen des Labels Tribut zollt und b) internationales Niveau hat. Gruß nach Spanien! Stark!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 5 Songs / 30 Minuten

VÖ: 12.05.2017

 

 

 

BITCH QUEENS  -  L.O.V.E.   Lux Noise/ Cargo Records

 

www.bitchqueens.com

 

Geschminkte Männer....im Black Metal und auch im Sleaze Rock für mich eher furchteinflösend....die BITCH QUEENS sehen aus wie ein Haufen Fans auf dem Turbojugend Convent. Tolle Jungs. Aber immerhin spielt Peter Van Elderen von den coolen Peter Pan Spedrock ein Solo aus fdem Song COLLATERAL DAMAGE. Und Backing Vocals gibt es noch von zwei DELILAHS Girls. Ansonsten wird auf dem dritten Album der Band guter, aber halt auch einfach typischer Punk Rock geboten mit einigen kleineren Höhepunkten, aber auch mit viel Mittelmaß, veröffentlicht auf dem bandeigenem Label. Gut - denke das sind Fans der oben genannten Band und wollen auch ein Stück weit einfach Tribute zollen. Und ist ja wohl auch ganz gut gemacht und live dürfte das bestimmt richtig Spaß machen für diesen Hörerkreis. NAKED OR DENIM sticht für mich als sehr guter Song heraus. R-RATED könnte eine Bandhymne werden und DEVINE RECEIVER ist einfach nur cool. Und zu dem Opener ANTI-SOCIAL kann man auf jeden Fall gut mitgrölen. Was bleibt ist ein vorhersehbares Album mit guten Momenten und einem unglaublich schlechten Artwork.

Genre: Punk Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 11 Minuten / 36 Minuten

VÖ: 05.05.2017 

 

 

 

Systemstörung - Die Geschichte von Noise Records von David E. Gehlke    I.P. Verlag

www.ip-verlag.de

Dieses Buch erzählt die Geschichte des wohl umstrittensten Mannes der internationalen Metal Gemeinde. Karl Walterbach, der Betreiber von Noise Records und Entdecker und Förderer all der großartigen Bands wie Kreator, Helloween, Hellhammer/Celtic Frost, Running Wild, Voivod, Watchtower, Coroner etc kam vom Punk und hat mit einem guten Gespür die deutsche Metal Szene geformt. Und die Frage bleibt: Hätte es diese Bands je ohne Walterbach geschafft? Heutzutage würde man wohl Kreator, Running Wild und vor allem Hellhammer/Celtic Frost evtl. gar nicht auf der Metal Landkarte entdecken, weil damals einfach niemand diese Bands signen wollte. Wahrscheinlich hätten sie sich nach einiger Zeit frustriert als lokale Demobands aufgelöst. Wer weiß… Das Buch fesselt ungemein, vor allem wenn man (wie bei mir) das alles hautnah von Anfang an mitbekommen hat. Erzählt wird sein Leben, dass sich am Anfang weit weg von der Musik bewegt hat. Z.B. hat er mit 22 Jahren erstmals eine LP gekauft... er war politisch aktiv, lange im Gefängnis wegen "illegaler Aktionen" und nach seinem Knastaufenthalt organisierte er erste Punk-Shows mit deutschen Bands in besetzten Häusern und gründete AGGRESSIVE ROCKPRODUKTIONEN und veröffentlichte die deutschen Punkbands wie SLIME und TOXOPLASMA. Auch hier kann man Walterbach ein Gespür für einen Trend attestieren und auch hier hat er die Deutsch-Punk Ecke mitbegründet. Schon damals gab es aber auch Ärger mit den Bands wegen Geldangelegenheiten, ein Thema, dass sich durch das ganze Buch zieht. Danach fesselten Karl die ganzen neu klingenden Bands aus den USA, weil diese einfach metallischer klangen und so veröffentlichte er die ersten Scheiben amerikanischer Bands wie BLACK FLAG und MISFITS in Europa. Dafür flug er extra nach den USA und knüpfte dort Kontakte mit BLACK FLAG. Vor allem deren Gitarrist zeigte ihm einige Metalbands. Walterbach war es auch, der die erste Tour von Black Flag in Europa organisierte. Sein nächstes Wagnis war, sich in der DDR umzusehen und er schaffte es, dort die ersten beiden DDR-Punkbands (trotz Stasi Interaktionen) ins Studio zu bringen und letztendlich sogar, Kopien der beschlagnahmten Masterbänder in die BRD zu schmuggeln und somit war er auch hier der erste, der DDR Punk Bands außerhalb der Grenze veröffentlichte. Wenn man sich alleine diesen ganzen Werdegang ansieht, was wäre die Musikwelt ohne Walterbach? Und dann kam der Startschuß mit Noise. All die Bands, die nirgendwo bei Labels landen konnten, kamen zu Karl. Das Label erarbeitet sich innerhalb kürzester Zeit einen wahnsinnigen Namen im Metal Underground und schaffte es sogar, mit Helloweens Keeper-Doppelschlag sich vor Metallica zu setzen (in den Single-Charts!). Der Zweikampf Metallica / Helloween zeigt den Einfluss des Labels. Interessant sind die ganzen Studioreportagen und Geschichten aus den Anfangszeiten von Running Wild, Helloween, Celtic Frost usw. Einen großen Platz nimmt auch der Streit Celtic Frost / Noise ein – Warrior Fans werden hier neue Einblicke bekommen. Das Label war ja nach einem kurzen Höhenflug und einer Expansion in Richtung USA und England relativ schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen, nachdem der kommerzielle Höhepunkt mit Helloween und die nachfolgenden Gerichtsverfahren mit der Band und die Aufkommende Death / Black / Grunge Welle vieles zerstört hat für Noise Records. Gute 10 Jahre nach dem Helloween Erfolg hatte die Firma nochmal einen Höhenflug mit den Veröffentlichungen von Stratovarius und Kamelot und hat auch hier wieder ein glückliches Händchen bewiesen, aber danach verlor Walter das Interesse und zog sich zurück. Der Autor von Blistering.com, David E. Gehlke hat mit viel Liebe fürs Detail das Buch geschrieben, dass durch ein Vorwort von Hansi Kürsch (Blind Guardian) und ein starkes Artwork von Michel "Away" Langevin (Voivod) veredelt wurde. Für Fans ein MUSS!

 

 

Info: 225 Fotos / 500 Seiten
VÖ: 24.03.2017

 

 

 

OBELYSKKH  -  THE PROVIDENCE    Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

 

Die Frankendoomer sind zurück. Und das ganze mit noch mehr Tiefgang, mehr Ernsthaftigkeit und auch einer Spur düsterer. Die Stoner und Psychedelic Anflüge auf dem letzten Album HYMN TO PAN sind vollkommen verschwunden und jetzt herrscht die Verbitterung, die Trauer und der Weltschmerz. Der Titelsong als Opener (12 Minuten lang!) geht gleich so dermaßen schwer unter die Haut, dass er einen für Tage nicht mehr loslässt. Gesanglich erinnert das teilweise an Celtic Frost, vor allem der Opener ist einer der stärksten Obelyskkh Songs bisher! RAVING ONES ist noch langsamer, aber auch „lockerer“ und mit mehr Luft zum atmen. Auch hier stechen gleich wieder die „leidenden“ Vocals sofort ins Auge, die den eh schon düsteren Songs noch mehr Leiden zufügen. Ein weiterer „Hingucker“ ist der fast 14 minütige Song NYX, der durch ruhige, ruppige und langsame Passagen sich durchwindet und die Hörer wohl ausgelaugt zurücklässt. AEONS OF ICONOCLASM gibt es mal gut 3 Minuten akustische Gitarren und somit etwas Ruhe, bevor der Song komplett explodiert und ein Hammerriff sich durch den Song windet. MARZANNA beendet das AlbumLangsam, fette simple Riffs und eine unglaubliche Power erzeugen einen Druck, den man selten auf CD aufgetischt bekommt. Die Band ist in den letzten 4 Jahren des Songwritings durch harte Phasen gegangen und hat wahrscheinlich mehr als je zuvor an dem Material gefeilt. Und wird mit ihrer besten Veröffentlichung belohnt. Aufgenommen und gemixt von Andreas Naucke und gemastert von Brad Boatright (High on Fire, Sleep, Integrity), welche der Scheibe einen super fetten Sound verpasst haben. Das ist wirklich eine Wucht und wird in meinen Augen für eine lange Zeit nicht von einer anderen Band übertroffen werden können. Hier stimmt alles!

 

Genre: Doom

Musik: 8

Sound: 9

Info: 6 Songs / 56 Minuten

VÖ: 21.04.2017

 

 

SLEEPMAKESWAVES  -  MADE OF BREATH ONLY    Pelagic Records / Cargo

 

www.sleepmakeswaves.com

 

Der ganze Hype um die ganzen Post-Rock/Metal Bands nimmt kein Ende. Und meiner Ansicht nach wird es auch immer schwerer, die einzelnen Bands zu unterscheiden und zu beurteilen, was wichtig ist und was „weg kann“. Aus Sydney kommen SLEEPMAKESWAVES und bringen, wie auf Pelagic Records üblich, hohe Qualität mit. Angefangen vom sehr starken Artwork, hin zum klaren Sound und natürlich der Musik. Die Band da weiter, wo sie auf dem Vorgängeralbum LOVE OF CARTOGRAPHY aufgehört hat. Nach dem Intro OUR DAYS ARE POLAR steigt man mit WOLRDS AWAY gleich in die Vollen. Der gut 8 minütige Song hat alles, was die Post Rock Gemeinde erwartet. Flirrende Gitarrenmelodien, gute Arrangements und schöne Momente. TO LIGHT AND / THEN RETURN ist etwas vertrackter und evtl. progressiver als der Opener, überzeugt aber auch wieder durch eine ähnliche Gitarrenmelodie. TUNDRA startet ruhiger und ist auch insgesamt etwas rockiger, bevor das ruhigere MADE OF BREATH ONLY dem Hörer etwas Luft verschafft. Herzstück ist evtl. der gut 10-minütige Abschlusstrack HAILSTONES, der alles Songs in einem vereint und den Stil der Band am besten umfasst. Denke, mit diesem Album braucht sich die Band nicht hinter den führenden Bands dieses Genres verstecken. Das ist musikalisch große Kunst. Und wird sicherlich viele Fans finden. Mir ist das auf Dauer aber zu einseitig und die fehlenden Vocals machen es nicht einfacher…

 

Genre: Post Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 58 Minuten

VÖ: 31.03.2017

 

 

 

LAWGIVER  -  LAWGIVER   BDHW Records / Soulfood

 

www.facebook.com/lawgiver040

 

Lawgiver aus dem schwedischen Malmö bringen uns mit ihrem selbstbetitelten Debüt Album eine gewaltige Kante ins Wohnzimmer. Die 4 Jungs und die Frontdame reißen mit ihrem Mix aus Thrash und Hardcore alles nieder. Schon das Intro zum dem Opener NO TIME 4 YOU startet mit einer klassischen old school Thrash Bombe in bester SOD / Nuclear Assault / Exodus Manier und die Vocals von Phat Pat erinnern mich hier gleichmal an eine gesänftigtere Sabine Claasen. Der Song hat Groove und Power und vor allem gute Vocals. NEW LEVEL setzte da an, wo der Opener begonnen hat und mit RUN THE OTHER WAY besitzt die Band einen Mid-Tempo-Smasher in bester Leeway und Biohazard Manier. WHO ARE YOU NOW? ist ein herausragender Song auf dem Album, besitzt starkes Gitarrenspiel und druckvolle Drums. Und mit dem Abschlußtrack SURPRISE…YOU ARE DEAD (ja richtig – ein Faith no More Cover!!!) gelingt der Band eine gute Hommage, das aber um einiges heavier um die Ecke kommt, an die alten Crossover-Könige. Das macht Spaß, aber zeigt auch einige „Schwächen“ der Band auf. Noch fehlt das gewisse Etwas….aber als Einstand bravoriös. Old school 80s Thrash, bisschen 90s Groove Metal und einen Hauch Crossover – das ist LAWGIVER! Und die Band wird mit diesem Sound genau die Herzen der Masse treffen und in Zukunft einiges mitzureden haben. Denke vor allem on stage….

 

Genre: old school Crossover

Musik: 7

Sound: 8

Info: 8 Songs / 26 Minuten

VÖ: 17.03.2017

 

 

 

DAYS OF JUPITER - NEW AWAKENING  Metalville / Rough Trade
www.metalville.de
5 Jungs aus Schweden mit einer so fetten Scheibe, die sich hoffentlich im Alternative / Rock Himmel festsetzen wird. Die Band kann es riffig, bombastisch und auch melodisch. Das Riff im Opener WE WILL NEVER DIE (übrigens ein großartiger Song mit Hitpotential) könnte fast von Mustasch stammen, die Vocals von Janne sind oberste Liga und das Melodieverständnis der Band ist beeindruckend. I AM STONE und AWAKENING sind dann sehr rockig und zeigen die eher metallische Seite der Jungs. Die Songs haben ein gutes Mischverhältnis zwischen Härte, Moderne und Melodie. Gutes Beispiel für die melodiöse Seite sind z.B. EARSE und WASTED YEARS mit einem hervorragenden Gitarrensolo. Jörgen Hellström und Marcus Lindman an der Gitarre verbringen wirklich einen sehr guten Job auf dieser Scheibe. Die Scheibe macht Spaß, auch wenn es evtl. 1-2 Songs nicht ganz an das Niveau der anderen Songs heranschaffen. Trotzdem ist das guter, moderner Rock/Metal mit starker Gitarrenarbeit und sehr guten Vocals. Außerdem lebt die Scheibe von einem verdammt druckvollen Sound, der hier aufgefahren wird. Verantwortlich hierfür war das Leon Music Studio, das u.a. schon Mustasch und Sister Sin dort veredelt hatte. Super Album, bei dem nur das etwas zu "bunte" Artwork nicht unbedingt passt...Trotzdem, wer Musik ala Mustasch oder Volbeat mag, sollte sich hier mal die Zeit nehmen.
Genre: Hard Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 11 Songs / 48 Minunten
VÖ 28.04.2017

 

 

THIAGO BIANCHI  -  ARENA    Metalville / Rough Trade


www.metalville.de

Thiago Bianchi ist ein brasilianischer Musiker, der durch seine Arbeit mit SHAMAN erste internationale Erfolge feiern konnte. Seit 2013 ist er Mitglied bei NUTORNALL und ist vor allem in seiner Heimat ein Star. Für sein Solodebüt hat er Mitglieder von Bands wie Angra, Adrenaline Mob, Karma, Shaman und eben Noturnall zusammengetrommelt und ein Album aufgenommen. Hier sticht sicherlich seine gute Stimme heraus und bei dieser Backingband braucht man über die musikalische Klasse sicherlich kein Wort verlieren. Herausstechen tut sicherlich der TEARS FOR FEARS Klassiker WOMAN IN CHAINS, welchen Thiago zusammen mit seiner Mutter (selbst ein großer Star seit den 1960ern in Brasilien) eingesungen hat. Kein Song fällt so richtig ab, aber die ganz großen Hits fehlen in meinen Augen leider auch. THE SCAR IS THE PAY OFF oder NOVA ERA sind gute Songs, aber der letzte "Wums" fehlt. Obwohl NOVA ERA z.B. mit einem sehr guten (Helloween-artigen) Refrain aufwarten kann. GLANCE ist dann ein ruhigerer Song, der durch schöne Gesangslinien überzeugt und eine eigene Duftmarke zwischen den ganzen schnellen Gitarrenriffs hinterlässt. Die Songs wurden alle zwischen 2007 und 2016 geschrieben, was man dem Album, das sehr kompakt klingt, auf keinen Fall anhört. Fans werden mal reinhören.

Genre: Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 14 Songs / 52 Minuten
VÖ: 31.03.2017

 

 

 

IDES OF GEMINI  -  WOMEN   Rise Above / Soulfood

 

www.idesofgemini.com

 

Die Band aus Los Angeles sitzt mit ihrem Sound zwischen allen Stühlen. Die 3 Jungs um Sängerin Sera Timms setzt sich irgendwo zwischen Post-Punk, Sludge, Goth Rock und Indie auf die Stühle. Nach 2 Alben beim Neurot Label (wo sie genau hinpassen!) gibt es jetzt den Labeleinstand bei den Engländern. Gleich der Opener MOTHER KIEV überzeugt mit abgefahrenen Grooves, etwas (ganz klein!) Nähe zu Beastmilk und Seras Vocals gehen sofort unter die Haut. THE ROSE ist eher träge und hypnotisch bevor der gute Rocker THE DANCER von einem starken Riff getragen wird und die weinerlichen Vocals super zum Song passen. THE DANCER ist sicherlich einer der herausragenden Songs auf dem Album und umfasst die Bandbreite des IDES OF GEMINI Sounds perfekt. RAFT OF MEDUSA wirkt böse und erdrückend und das etwas schnellere SWAN DIVER geht unter die Haut. Insgesamt über die ganze Albumlänge wirken dann die Vocals von Sera aber doch etwas zu aufdringlich. Letztendlich fehlt der letzte Schliff, der die Songs von gut zu sehr gut befördern würde; was auch an den etwas verschenkten Vocals und Arragements liegt. Immerhin gelingt mit QUEEN OF NEEW ORLEANS zum Schluß noch einmal ein Ausrufezeichen. Aufgeschlossene Hörer sollten mal ein Ohr riskieren.

 

Genre: Post-Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 10 Songs / 42 Minuten

VÖ: 28.04.2017

 

 

DUEL  -  WITCHBANGER   Heavy Psych / Cargo

 

www.heavypsychsounds.com

 

Nach dem sehr guten Heavy Psych Sounds Debüt letztes Jahr kommt jetzt der Nachschlag. Die beiden ex-SCORPION CHILD Rocker sind eine Ecke heavier geworden und dürften jeden Fan von Judas Priest, Thin Lizzy, Black Sabbath und Pentagram die Freudentränen in die Augen treiben. Das hier rockt, ist heavy und mit super Songs ausgestattet. Gleich das Eröffnungsdoppel DEVIL / WITCHBANGER macht keine Gefangenen: überzeugt mit fetten Riffs, unglaublicher Power und starken Vocals von Tom Franks. DEVIL geht noch mit unglaublicher Heaviness nach vorne, wohingegen WITCHBANGER die langsamere Seite des Quartetts zeigt. THE SNAKE QUEEN hat dann einige Thin Lizzy Einflüsse, rockt gemächlich vor sich hin und überzeugt durch einen starken Refrain. ASTRO GYPSY ist ein Doom Metal Song der Sonderklasse und überzeugt durch die Leichtigkeit der Gitarristen Tom Frank und Jeff Henson und einen soliden Groove von Shaun Avants und JD Shadowz. TIGERS AND RAINBOWS ist dann der längste und mit stärkste Song auf dem Album. Die Scheibe zeichnet sich durch einen sehr fetten Sound aus (vom Gitarristen Jeff Henson selbst produziert!), der nicht unweit des berüchtigen Texas Chainsaw Massacre Haus in Texas im neunen Red Nova Ranch Studio entstanden ist und außerdem überzeugt wiederum das Cover-Artwork wie schon auf dem Debüt auf ganzer Linie. Um Klassen besser wie alles von Scorpion Child übrigens...DUEL hat sicherlich das Werkzeug, um sich auf lange Sicht ganz oben zu platzieren. Sicherlich Heavy Psych stärkste Band im Katalog!

 

Genre: Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs / 34 Minuten

VÖ: 28.04.2017

 

 

GALLEY BEGGAR  -  HEATHEN HYMNS   Rise Above / Soulfood

 

www.galleybeggar.com

 

Rise Above wird immer mehr für Retro Ecke berüchtigt, leider weit weg von den doomigen Ergüssen der Anfangszeit. Nun hat sich das Label die in der Folk Rock Szene relativ angesagt Band GALLEY BEGGAR geschnappt und veröffentlichen deren neuestes Werk. Die Musik ist weit weg von Rock oder Metal. Das ist klar.....der Folk Rock Opener ist so typisch, kann aber durch die starken Vocals von Maria O`Donell noch überzeugen. FOUIR BIRDS hat dann einen coolen Groove und Beat und ist der Highlight des Albums. Im Vergleich zu früher ist die Band proggier und heavier geworden steht im Beiblatt; da ich aber die alten Scheiben nicht kenne, muß ich das mal so hinnehmen. Die Band macht einige Experimente um aus dem Folk Rock Mantel auszuschlüpfen, welches besonders beim erwähnten FOUR BIRDS, beim schönen LORELEI und bei dem sehr düsteren LET NO MAN STEAL YOUR THYME gut funktioniert. Ansonsten gibt es aber auch zu viel Leerlauf und Langeweile. Fans von gemäßigtem Retro Rock sollten trotzdem mal ein Ohr riskieren.

 

Genre: Folk Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 8 Songs / 42 Minuten

VÖ: 28.04.2017

 

 

 

ASTRAL DOORS  -  BLACK EYED CHILDREN    Metalville / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

Das neue Astral Doors dauerte 2 Jahre und ist ein wahrer Brocken geworden. Noch mehr konnte die Band ihr Klasse ausbauen. Noch heavier und dunkler ist der Sound geworden. Es ist immernoch unverkennbar Astral Doors, aber alles um Nuancen verfeiert und somit noch beeindruckender umgesetzt. Das Album atmet durchgängig Dio und Black Sabbath (zu Dio Zeiten) und erweist sich als absoluter Volltreffer. Speziell Patrik Johansson am Gesang liefert wieder eine Champions League Leistung ab. Und Mats und Joachim an der Gitarre schütteln sich ein Hammerriff nach dem Anderen aus dem Ärmel. Schon der starke Opener WE CRY OUT reißt alles nieder. Das tragende WALLS ist ein Höhepunkt in der Historie der Band und GOD IS THE DEVIL startet ruhig und entwickelt sich zu einem klassischen Heavy Rock Stampfer mit 80er Jahre Einflüsse. Einen richtig schwachen Song wird man auf der Scheibe nicht finden, alle Songs befinden sich auf atemberaubenden Niveau. Trotzdem dürfte der Titeltrack ein Highlight sein und für viele schon bald als Klassiker in der Bandgeschichte gelten. Und textlich geht es um einen seit den 1960ern lebenden Mythos, dass eben diese auffällig blassen, mit tiefschwarzen Augen versehenen Kinder paranormale, nichtirdische Wesen wären. Und in den letzten Jahren häufen sich die Meldungen, dass eben diese rätselhaften Kinder nun zunehmend an Haustüren klingeln und um Einlass bitten.....Das alles lebt von einem lebendigen, druckvollen Sound und einem herausragenden Cover-Artwork. Für Heavy Metal Fans ein Muss.

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 10 Songs / 51 Minuten

VÖ: 28.04.2017

 

 

 

DAHMERS  -  IN THE DEAD OF NIGHT  Lövely / Cargo

 

www.thedahmers.com

 

Die Dahmers ist eine Band aus Schweden, die seit 2011 unterwegs ist und bisher 2 EPS und ihr Debüt veröffentlicht hat. Vor allem mit der letzten EP konnte man in seiner Heimat einiges an Anerkennung erfahren. Nun gibt es das zweite Album, dass die Band aber in meinen Augen nicht sonderlich nach vorne bringen wird. Die Band steht auf Horrorfilme und mixt das mit gutklassigen Rock`n`Roll mit einigen Garage-Punk und High-Energy-Rock Einflüssen. Auch findet man einige 60er Jahre Pop Hinweise im Sound. CUT ME DOWN ist ein guter Opener, IT`S TOO LATE rockt ganz gut und ist mit einigen Swinging 60s Rhythmen angereichert. RAT BOY ist ein guter Punk-Rock Song. Insgesamt macht die Scheibe schon Laune, dürfte so einige Parties im Hintergrund beschallen und auch auf der ein oder anderen Halloween-Party für Entzückung sorgen. Für mehr wird es aber nicht reichen, weil einfach (im Vergleich zu den Misfits oder Wednesday13) so richtige Hits, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen, fehlen. BLOODSUCKER, NIGHTCRAWLER, BEYOND THE GRAVE überzeugen aber schon....aber für den großen Durchbruch ist es einfach nicht genug.

 

Genre: Punk Rock n Roll

Musik: 7

Sound: 7

Info: 13 Songs / 36 Minuten

VÖ: 24.03.2017

 

SIBERIAN  -  THROUGH AGES OF SLEEP   The Sign / Cargo

 

www.siberian-offical.com

 

Das schwedische Trio ist mit ihrem zweiten Album zurück und kann gleich total überzeugen. Unterstützt hat Angus Norder (Witchery, Nekrokraft) die Band im Studio und alle Bass Aufnahmen getätigt und die Vocals für das starke AXIS MUNDI sind auch von ihm. Und da das Album im Audio Siege (YOB, Skeletonwitch, Converge) von Brad Boatright und Mattias Frisk (Ghost, Miasmal) gemastert wurde, erlebt man einen Soundorgasmus, der seines gleichen sucht! Ein unheilvolles Intro (ASCEND) startet und reißt dann gleich die Hörer mit dem Opener WITNESS mit. Gleichmal springen einen (im positiven Sinne) die Vocals von Gus Ring direkt an. Und das überträgt sich auch auf die Musik. AXIS MUNDI hat einige Black Metal Anflüge, überzeugt dann aber wieder mit diesen unglaublichen Groove. ANIMA ASTRAY wird durch ein starkes Gitarrenriff getragen und ein Höhepunkt folgt nach der Einführung (TRANSCEND) mit dem starken KINGDOMS, dass auch entfernt an MANTAR erinnert. DIRGE hat dann als einziger Song klare Vocals, die aber auch sehr gut zu dem mehr emotionalen und träumerischen Song passen. Wer auf Sludge, Post-Metal und Melancholie, verpackt in einer unglaublichen Soundwand steht, muß dieses Trio anchecken und unterstützen. Ein rundherum künstlerisches Artwork von Mattias Frisk rundet diese Scheibe ab.

 

Genre: Sludge

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs / 38 Minuten

VÖ: 24.02.2017

 

 

S.O.A.B.  -  SOABOLOGY   Go Down Records

 

www.soabmusic.com

www.facebook.com/sonsoabeach

 

Fetter Stoner Rock aus Turin / Italien kommt mir da erstmal in den Sinn. S.O.A.B. starten mit einem geilen old school Stoner Riff in bester Unida, Fu Manchu, Nebula Manier und rocken mit NIGHTWATCHER gleichmal alles um. Gut, dass hat man so schon 100x gehört, aber es lässt die Gliedmaßen immer wieder tanzen. Auch der psychedelische Schlußteil passt sich gut dem Song an und verliert sich dann in einen langen Jam. Sehr guter Opener. DUST IN THROAT startet mit Westerngitarren und ist dann doch ganz anders als der starke Opener. Eher Alternative Rock mit einigen 90er Jahren Crossover-Einflüssen. Das ist schon gut gemacht im Großen und Ganzen, hat aber halt mit dem Opener so gar nichts zu tun.... THE BRIDGE IS BENDING DOWN ist dann ein guter Rocker mit einem sehr guten Refrain und WHEELS ON FIRE rockt dann wieder gut nach vorne, genauso wie der folgende LONELINESS OF BROKEN RIDERS bevor der 13minütige Song WHERE ARE WE GOING? das Album mit einer düsteren Nummer schließt. Psychedelische Momente, gute Riffs und dicken Groove. Die haben es schon drauf die Jungs! EIne musikalisch sehr gute Band, die vielleicht DUST IN THROAT nicht aufs Album hätte nehmen sollen und somit mehr einen roten Faden gefunden hätte. Trotzdem eine Band, die man im Auge behalten sollte und die sicherlich noch an Aufmerksamkeit dazugewinnen wird.

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 7 Songs / 45 Minuten

 

 

 

HYENAS  -  DEADWEIGHTS    Pelagic Records / Cargo

 

www.hyenasband.com

 

Wieder eine Post-Metal Band....wo soll das noch hinführen? Gut, die Leute sind anscheinend süchtig danach (noch...) und das sehr gute Label Pelagic Records bringt die Nürnberger Jungs unter die Leute. Und aller anfänglicher Zweifel ist schnell verwischt. Das Material ist sehr abwechslungsreich, die Songs rocken und unterscheiden sich stark voneinander. Der Opener NOISE geht unter die Haut, CROOED TONGUE ist ein wahrer Hit geworden und AMBISELF ist super. Wucht, Melodie und Kraft vereinen sich zu einer guten Melage. CROSSBEARER überzeugt mit einem starken Refrain und toller Gitarrenarbeit. SELF-ADJUSTING ist dagegen eine Abrissbirne, die sich aber auch aus dem üblichen Einheitsbrei abhebt. Zwischen den ganzen schnellen Nummern tut sich ein Groove Monster wie VERMINIOUS besonders hervor und der unbetitelte neunte Song ist ein emotionaler akustischer Track, der fast einen Höhepunkt auf dem Album darstellt. Sehr gutes Album der süddeutschen Newcomer, die sicherlich für viel Aufsehen in der Szene sorgen wird. Und mit Pelagic haben sie auch sicherlich das richtige Label zur richtigen Zeit gefunden.

 

Genre: Post-Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 11 Songs / 27 Minuten

VÖ 10.03.2017

 

 

 

TOSELAND - FINGERS BURNED   Metalville / Rough Trade

www.metalville.de

Nach der letzten CD CRADLE THE RAGE bringt der ex-Rennfahrer Toseland 
eine neue EP raus, die für die Fans neben den bereits bekannten Song 
FINGERS BURNED vom letzten Album drei neue Songs beinhaltet und rechtzeitig zum Tourstart somit nochmal neues Futter für die Fans bietet. BULLET ist ein grooviger Rocker, der sicherlich stärker ist als so manch anderer Song von ihm. Dieser Song ist echt sehr gelungen. Die 
Coverversion von REWARD (The Teardrops Explodes) kennen die Fans wohl 
schon von seinen Liveauftritten, hier gibt es den Song jetzt auf CD und 
ist auch sehr gelungen. Zum Abschluß gibt es noch eine akustik Version 
von WE`LL STOP AT NOTHING vom letzten Album. Neues Futter für Fans.

Genre: Hard Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 4 Songs
VÖ: 31.3.2017

 

FARFLUNG - UNWOULD CELLULOID FROWN    Heavy Psych Sounds / Cargo

www.heavypsychsounds.com

Ihr letzte Album "V" erschien vor weniger als einem Jahr und nun 
schieben die Jungs eine EP nach, die nahtlos an die letzte Scheibe 
anschließt. Schon das Artwork ist ähnlich und dürfte aus der gleichen 
Fotosession stammen. Und musikalisch hat die Band nach über 20 Jahren 
Aktivität eh schon lange ihre eigene Niesche gefunden, und ja auch von 
Henry Rollins und VoiVod lauthals Unterstützung erfährt. Und nachdem man 
in der Vergangenheit schon mit Musikern von Can, QOTSA, Hawkwind, EODM 
uvm zusammengearbeitet hat, befinden sich dieses mal mit Abby Travis und 
Jensen Bell zwei weitere namhafte Musiker auf der Scheibe. Der Opener 
YOU WILL KILL FOR ME ist ein starker Stoner Rocker der Extraklasse mit 
eindringlichen Gesang und fetten Riffs. Danach kommt das über acht 
minütige WE WISH FOR WOUNDS, welcher sich in dem typischen Space Rock 
Sphären bewegt. UNWOUND CELLULOID FROWN bringt dann Space Rock mit 
coolen Riffs und Vocals zuruck und lässt das alte Label "Hawkwind meets 
Devo", dass der Band ja schon seit längerem anheftet, aufblühen. Das 
fast dreizehn minütige AXIS MUNDI ist das Kernstück des Albums und wäre 
die ideale Untermalung für die Space Night im TV. SILVER GHOSTS WITH 
CRYSTAL SPOONS beschließt dann das Album. Nichts Neues bei Farflung, 
aber weiterhin auf hohem Niveau.

Genre: Space Rock
Musik: 7
Sound: 7
Info: 5 Songs / 34 Minuten
VÖ: 07.04.2017

 

 

 

ATAVISMO  -  INERTE    Temple of Torturous

 

www.templeoftorturous.com

 

In Spanien ist ATAVISMO eine bekannte Größe in der Psychedelic, Stoner, Progressive und Hard Rock Szene. Und das die restliche Welt noch nicht soviel von der Band mitbekommen hat, wundert mich. Die Band aus dem schönen Algeciras (Cadiz) hat sich aus der Asche der (vielleicht für die älteren Stoner Rock Hörer) coolen VIAJE A 800 entwickelt und mit einigen neuen Einflüssen und Mitgliedern hat die Band einen eigenen Stil entwickelt, der vor allem von Sandras eingängigen Vocals, die komplett in spanischer Sprache gehalten sind, lebt. Die Band hat musikalisch wirklich Klasse und man merkt den Musikern an, dass sie mit Herzblut bei der Sache sind. PAN Y DOLOR, EL SUENO, LE MALDICION DEL ZISCO, BELLEZA CUATRO und VOLARAS sorgen für eine ausgeklügelte und angenehme Atmosphäre mit vielen guten Gitarrenideen von Mateo und Poti. Das ist einfach rundherum stimmig. Das Artwork ist auch mehr als gelungen und somit ist die Scheibe für Freunde von ausgefeiltem Rock eine Kaufempfehlung. INERTE ist nach DESINTEGRACION das zweite Album auf dem schwedischen Label und dürfte die Band einige Schritte auf der (internationalen) Karriereleiter nach oben befördern.

 

Genre: Psychedelic Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 5 Songs

VÖ 07.04.2017

 

 

 

TELEPATHY  -  TEMPEST    Golden Antenna

www.goldenantenna.com
www.facebook.com/telepathyband

Wow - ein Hammer Riff Album. Das zweite Album der Instrumental-Riff-Metal Band TELEPATHY. TEMPEST ist ein Konzeptalbum, das die Reise einer Person darstellt, die von Trauer und totaler Isolation darstellt, die nach einer großen Flut erwacht und die Trostlosigkeit spürt. Viele Parts auf dem Album vermitteln genau dieses Gefühl. Es fesselt; und das will was heißen bei einem Instrumentalalbum! Vor allem bei mir.... Die Band rifft sich den Teufel aus dem Leib, hat aber ganz viel Gespür für die ruhigen Momente. Ihr Mix aus Post Metal, Sludge und einigen kurzen Black Metal Einflüssen zieht einen in seinen Bann. So entsteht eine Soundlandschaft, die fesselt und einen fast erschläft. Zum ersten Mal wurde ein Gesang in einen Song eingebaut, der sich aber leider auf dem Song ECHO OF SOULS in purem Geschrei ausweitet. Da wäre evtl. mit einer anderen Stimme mehr möglich gewesen.Gleich das Intro FIRST LIGHT baut einen unglaublichen Spannungsbogen auf, bevor der Opener SMOKE FROM DISTANT FIRES nah am Post Metal Genre kratzt, aber auch gleich einige Blastbeats zwischen den melodischen Gitarren eingebaut bekam. CELEBRATION OF DECAY rifft und rockt in Höchstform bevor das bereits erwähnte ECHO OF SOULS erstmals mit Vocals aufwartet.  Es ist schwer einen Song hervorzuheben und so beendet das schwermütige,  mit vielen ruhigen Teilen versehene METANOIA dieses Konzeptalbum.  Das Album wurde vom bekannten Produzenten Jaime Gomez Arellano aufgenommen, der u.a. schon mit Paradise Lost, Cathedral, Ghost und Opeth gearbeitet hat. Der Sound ist unglaublich dicht und fett und geht absolut unter die Haut. Das drückt mit einer Wucht, die man selten gehört hat. Unbedingt kaufen!

VÖ: Riff Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / Minuten
VÖ: 31.3.2017

 

 

SATURN  -  BEYOND SPECTRA     Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/saturnsweden

 

Saturn aus Schweden haben mit ASCENDING (LIVE IN SPACE) vor ein paar Jahren ein wirklich sehr gutes Album veröffentlicht, dem zwar die ganz großen Hits fehlten, aber das Potential war richtig zu spüren. Und dann, dass muß man gleichmal vorwegnehmen, wird man total überrascht. Was ist das? Fünf Schritte vorwärts. Diese Energie und Spielfreude, die schon auf ASCENDING zu spüten war, bläst einen jetzt regelrecht um. Es gibt weiterhin Querverweise zu Rainbow, Deep Purple, Led Zeppelin und vor allem der Judas Priest (Sad Wings of Destiny und Sin after Sin) Anfangszeit, aber diese sind noch geschickter verpackt und um eine dicke Ecke Twin-Gitarren in bester Iron Maiden Manier ergänzt worden. Auf dem Album wurde explizit auf Overdubs oder eine zweite Gitarre unter dem Solo verzichtet und außerdem wurde auf 2 alten Radio-Soundboards (eines schwedischen Radiosenders) aufgenommen, was dem Sound und dem Feeling sehr gut tut. Hier hat man wirklich das Gefühl, man steht mit im Proberaum. Ist beim Opener ORBITAL COMMAND, der durch viel Power, einige Boogie Rock Elemente und starken Twin Guitar Duellen hervorsticht, der Gesang noch etwas in einer „nervigeren“ Position und ist erstmals eher störend…..kommt spätestens beim verdammt starken Mittelteil des Songs, dass an ruhige early Maiden Zeiten (Powerslave, Somewhere in Time) erinnert, so richtig Gänsehaut auf. WOLFSSON ist getragener und mit einem weiteren guten Riff versehen und diesmal passenderen Vocals. Waren die Vocals beim Opener noch schrill und 80er Metal, hat man hier mehr die 70er ins Auge gefasst und trägt die Vocals mit schönen Backings eher Hard Rock mäßig vor. NIGHTTIME BADGER ist dann sowas wie der Befreiungsschlag aus dieser ganzen Retro Rock Ecke. Ein toller Song mit starken Vocals und super Gitarrenmelodien in der Schnittmenge Rainbow, Ufo und Deep Purple. Nach der Einleitung LINKANS DELIGHT kommt mit ELECTROSAURUS SEX ein weiterer erstklassiger Hard Rock Song, der auch in den 70er Jahre hätte veröffentlich werden können. Obwohl man das Gefühl nicht los wird, man hat das schonmal irgendwie und –wo gehört, geht die mit großartigen Gitarrenarrangements versehene Musik als Boogie Rock Highlight durch. STILLYOUNG rockt dann wieder etwas mehr und überzeugt durch einen erstklassigen Refrain und starken Gitarrenläufen. Auch hier ist der galoppierende Rhythmus wieder prägend. Judas Priest in deren Frühphase (Sad wings of Destiny und Sin after sin) scheinen immer wieder durch bei den Gitarrenideen. Die Band spielt einen „auf“, dass es eine wahre Freude ist. Ganz großes Kino. Power, schnelle Riffs, großartig! STILL FORCE OF THE NORTH ist ein guter Rocker im typischen Stil und HELMET MAN hat einige Progressive Rock Züge und entwickelt sich zu einem eingängigen Monster, der wahrscheinlich auch noch in 20 Jahren auf der Tanzfläche gespielt werden könnte. In den 70ern wäre man mit diesem Song wahrscheinlich durch die Decke gegangen. SILVERTAPE überzeugt gleichmal wieder durch die Twin NWOBHM beeinflussten Gitarrenläufen und mit SENSOR DATA gibt es fast den härtesten Track mit coolen Gitarren zum Schluß. Oft hat man zwar das Gefühl, die Band will einfach „zu viel“ und manches wirkt in meinen Augen auch „zu viel“, zu verspielt….aber die Jungs stecken 99% aller anderen Bands dieses Genres in den Sack! Ein wirklich herausragendes Album, dass man so nicht erwartet hatte nach dem guten Debüt. Soundmäßig spürt man den guten Vibe in der Band und die Freude an der Aufnahme. Und das Artwork ist ganz stark!

 

Genre: Retro Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 44 Minuten

VÖ: 31.03.2017

 

 

 

TROUBLED HORSE  -  REVOLUTION ON REPEAT   Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/troubledhorse

 

Troubled Horse aus Schweden konnten ja mit ihrem letzten Album und durch intensives Touring einen guten Namen in der eh überlaufenen Retro/70s/Hard Rock Szene machen. Vor allem durch die ständige Live-Präsenz hat sich der Name zumindest etwas gefestigt. Und nun erscheint über Lee Dorians Label der Nachfolger, der insgesamt „erwachsener“ und „reifer“ klingt. Aber das soll durchaus positiv gemeint sein. Auch hat sich die Band einfach auf das konzentriert, was sie am besten kann: Rock Songs mit viel Energie schreiben. Hier wirkt nichts künstlich aufgebaut oder gewollt anspruchsvoll (wie das auch gerade wieder im Trend ist…), das ist einfach pur und frisch. Schonmal das sehr tolle Cover sammelt einige Pluspunkte und der warme Sound überzeugt. Los geht es mit dem sehr guten Opener HURRICANE, der viel Kraft besitzt und und mit einem galoppierenden Rhythmus flott vorgetragen wird. Schon hier wird Martin Heppichs Stimme zum tragenden Element, was sich auch auf den kommenden Songs fortsetzt. THE FILTHY ONES ist bei der Strophe eher Mid-Tempo, aber besitzt einen sehr guten Refrain und ist ein sehr guter Retro-Rock-Song! WHICH WAY TO THE MOB ist dagegen flockiger, rockiger, blumiger und besitzt einige 70er Einflüsse und PEASANTS wird durch eine starke Gesangslinie und ein super Riff nach vorne getragen. Ein Höhepunkt ist sicherlich der langsame, schleppende und sehr bedrohlich wirkende (vor allem durch das Gitarrenriff!) THE HAUNTED. Hier ist das Zusammenspiel wirklich beeindruckend. Leider ist mit DESPERATION ein, mit seiner Westernthematik, eher unpassender Song dazwischen gerutscht. Aber als weiterer Höhepunkt muß TRACK 7 (ja – der Song heißt so!) gewertet werden, der noch einmal eindringlich die Stärke von Troubled Horse (super Riffs, starker Groove, herausragende Gesangsleistung) aufzeigt. Warren Zevons Coverversion von MY SHIT`S FUCKED UP hätte es in meinen Augen nicht gebraucht, aber BLEEDING beendet die Scheibe mit einem Mix aus ruhigen und richtig explosiven Momenten. Mit dieser Scheibe dürfte sich das Trio zumindest in der Szene eine festen Platz ergattert haben.

 

Genre: Retro Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 9 Songs

VÖ: 31.03.2017

 

 

 

ANANDA MIDA  -  ANODINATIUS   Go Down Records

 

www.facebook.com/anandamidaband

 

Diese Band hat mir erstmal gar nichts gesagt. Aber ist gleichmal eine dicke Überraschung. Die Band ist einfach anders als die „üblichen Verdächtigen“… und um einiges interessanter! Das alles wirkt sehr ausgearbeitet und durchdacht. Die Progressive Rock Anleihen vermischen sich mit psychedelischen Momenten zu einer Melange aus 70s Prog Rock und dezentem Stoner Rock. ORS hat fast Pink Floyd Züge und LUNIA wirkt eher wie ein (durchdachter) Jam. Schon allein die Harmoniegesänge von Oscar und Filippo sind einzigartig und geht unter die Haut. AKTAVAS ist ein Stück härter, passt aber super zu den eher progressiven und ruhigen Tönen. Auf der Platte stecken so viele Details, dass man sogar nach mehrmaligem Hören noch neue Sachen entdeckt. Zum Schluß gibt es noch mit OCCASION einen bluesigen Song mit Funk Rock Einflüssen. Das Ganze ist sehr eigen, selten so ausgefeilte Sachen gehört, die aber trotzdem fesseln. Nehmt das Beste aus Asteroid, Dexter Jones`Circus Orchestra und Dead Meadow. Die Meister der 70er Jahre hätten sich um so ein Album wahrscheinlich geprügelt. Ob die Band ein Projekt bleibt oder großartig in die Szene einschlägt (zu wünschen wäre es den 6 Musikern!), wird sich zeigen.

 

Genre: Psychedelic Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 7

Info: 9 Songs / 45 Minuten

VÖ: 24.03.2017

 

 

 

DOCTOR CYCLOPS  -  LOCAL DOGS    Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.heavypsychsounds.com

 

Einigen von Euch warden die Alben des italienischen Trios DOCTOR CYCLOPS ein Begriff sein. Veröffentlicht auf dem tollen World in Sound Label, schafften es die Songs der Italiener zu einiger Bekanntheit in der europäischen Szene. Nun sind sie auf einem neuen Label (der logische Schritt zu Heavy Psych Sounds) mit einem starken Album zurück. Der Stil der Songs hat sich etwas in eine „kommerziellere“ Richtung bewegt. Weg vom typsichen Doom/Stoner/Black Sabbath Sound der Vergangenheit … die Songs haben sich in die angesagte Retro/70s/Psychedelic Rock Ecke geöffnet, was den Songs aber nicht schadet. Vor allem die Vocals von Christian Draghi sind einfühlsamer und klarer geworden. Ich denke mal, vor allem hier hat man dieses Mal viel Zeit im Studio verwendet, um die Vocals ausgereifter wirken zu lassen. Die Einflüsse aus Blues, Psychedelic und 70s Rock funktionieren gut, LONELY DEVIL und D.I.A. sind gleichmal ein dickes Statement zu den ganzen anderen Retrobands. Ein Indiz für die Klasse der Songs dürfte auch sein, dass Bill Steer (Carcass, Firebird, Gentlemans Pistols) bei zwei Songs (STARDUST und DRUID SAMHAIN) die Leadgitarre übernommen hat. Beide Songs sind auch sowas wie die Highlights auf dem Album. Und nach dem starken WITCH`S TALE gibt es mit WITCHFINDER GENERAL noch eine gut gelungen Coverversion. Die wiedermal sehr spärlich, aber mittlerweile typsich für HPS aufgemachte CD wurde vom Rise Above Künstler Marcello Crescenzi gestaltet. Ein großer Schritt in die richtige Richtung und wohl auch ein großer Schritt raus aus dem Underground.

 

Genre: Retro Rock

Musik: 8

Sound: 7

Info: 10 Songs

VÖ: 31.3.2017

 

 

 

 

SOUNDGARDEN - ULTRAMEGA OK Sub Pop / Cargo Records
 
www.cargo-records.de
 
Das hier ist also, die "Korrektur" des Klassikers. Obwohl ich auch schon damals sehr tief in der Material "Soundgarden" eingetaucht war, war mir bis heute "fremd", dass die 1988 erschienene Scheibe gar nicht so hätte sein sollen. ULTRAMEGA OK wurde 1988 von SST Records veröffentlicht und die Band war sehr unzufrieden und so wurde geplant, das Album neu zu mischen und für die folgenden Pressungen diesen neuen Mix zu verwenden. Aber dann kam der Erfolg dazwischen: die Unterzeichung bei A&M, der große Durchbruch, das Touren. Und ULTRAMEGA OK blieb halt wie sie war. Jetzt hat sich die Band dazu entschlossen, sich die Zeit zu nehmen und die Scheibe neu zu mixen. Jack Endino, ein langjähriger Freund der Band und natürlich bekannt durch seine Arbeiten für Nirvana und Mudhoney und schon damals in den Aufnahmeprozess verwickelt, hat sich den Originalbändern nun angenommen und einen doch sehr anderen, interessanten Mix angefertigt. Diese Versionen sind irgendwie "roher" und kraftvoller. FLOWER und ALL YOUR LIES profitieren davon ungemein, das überragende BEYOND THE WHEEL ist noch eindringlicher und ein wahres Monster. Der langsam aufbauende Gesang und das simple, aber effektive Riff zerstört alles. Alle Songs bis zum finalen ONE MINUTE OF SILENCE atmen mehr Rock als zuvor und machen einfach alles platt. Auch der etwas klarere Sound tut den Songs gut, die aber für mich weiterhin nicht die Klasse des Debüts haben. Als Bonus befindet sich noch die ULTRAMEGA EP auf der CD, die die Songs in ihrer ursprünglichen Version zeigen und sind eigentlich noch heavier und cooler als die Remixe. Die Aufnahmen entstanden kurz zuvor und wurden damals auch schon von Endino produziert. HEAD INJURY ist pure Magie, BEYOND THE WHEEL zerstört in dieser Version alles und das schwere Riffing in INCESSANT MACE zeigt die Black Sabbath Einflüsse gut auf. HE DIDN`T ist gar exklusiv auf der EP und INCESSANT MACE V2 gibt es dann noch als extra lange Version auf der Scheibe. Allein die Aufmachung der Scheibe ist wunderschön, beinhaltet Linernotes von Kim Thayil und Jack Endino. Eine musikalische Hinterlassenschaft, die Pflicht ist für Rock Fans, aber noch nicht die Klasse des Folgealbums LOUDER THAN LOVE besitzen.
 
Genre: Grunge
Musik: 8
Sound: 9
Info: 19 Songs
VÖ: 10.03.2017
 
 

PERSEFONE  -  AATHMA   ViciSolum Records / Rough Trade

 

www.persefone.com

www.vicisolumrecords.com

 

Jens Borgen, der ja in letzter Zeit u.a. Kreator zu neuer Stärke verholfen hat, hat sich um AATHMA gekümmert. Außerdem konnte die Band Paul Masvidal (u.a. Death, Cynic) für die beiden Songs LIVING WAVES und AN INFINITASIMAL SPARK gewinnen, der dieser Scheibe natürlich noch einen Extrapunch verleiht. Und zu guter Letzt hat Travis Smith, der u.a. die Artworks für Opeth, Slayer und Amorphis gestaltete, das Album mit einer sehr guten Arbeit veredelt. Die Musik wird jeden Prog-Metal Fan zur Verzückung bringen. Angefangen vom gut 20 minütigen, epischen Titelsong (mit Unterstützung von Sängerin Merethe Soltvedt und Leprous Gitarrist Øystein Landsverk), der sicherlich ein Highlight in der PERSEFONE Karriere ist, bis zu allen anderen Songs, die nur so vor Spielfreude und Virtuosität sprühen. Das Sextett aus Andorra schafft nach dem letzten, sehr gut aufgenommenen Album SPIRITUAL MIGRATION noch einmal eine gewaltige Steigerung und hat wohl ein Genre-Highlight des Jahres erschaffen….ein Gesamtkunstwerk, das sich vor keiner anderen Prog-Death-Metal Band verstecken braucht. Hier funktionieren Chöre und klassische Klänge im Sound hervorragend, was sicherlich auch an der sehr druckvollen Produktion liegt. Die Scheibe startet nach zwei (!) Intros und zeigt mit dem Song PRISON SKIN dann gleichmal den Weg vor, der ein Mix aus Post Metal, Progressive Metal, Death Metal und viel Melodien ist. Hier wechseln sich Klargesang und Death Metal Shouting ab, was auch auf vielen anderen Songs Einzug in den Sound genommen hat. SPIRALS WITHIN THY BEING ist dann einen Tick heavier mit starken Gitarren und ballernden Drums. Vor allem der Gesang, der sich mehr aufs Schreien als auf die tiefen Growls verlegt hat, hinterlässt hier einen sehr guten Eindruck. Das psychedelische Insturmental COSMIC WALKERS gibt dazwischen etwas Platz zum Staunen und Verschnaufen, aber mit NO FACED MINDLESS geht der Prog-Death in die nächste Runde. NO FACED MINDLESS ist eher wie das Vorgängeralbum mit mehr Tempo und düsterer. Musikalisch ein Ausrufezeichen und mit diesem Album hat die Band sicherlich den Anspruch auf den Prog-Death Metal Thron. Wer auf alte Opeth, neuere Death, Cynic oder alte Gojira steht, unbedingt kaufen!

 

Gerne: Progressive Death Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 13 Songs / 64 Minuten

VÖ: 24.02.2017

 

 

 

KLONE  -  UNPLUGGED   Pelagic Records

 

www.klonesphere.com/klone

Klone konnten mit dem letzten Album HERE COMES THE SUN schon Kritiker und Hörer beeindrucken. Und nach dem Live Support für Anneke von Giersbergen haben sie nun ihre Akustikshow auf CD gebracht. Und das ist atemberaubend! Die alten Songs haben neue Arrangements bekommen und wirken sehr beeindruckend. Die Prog-Rock Band hat sich mit Armelle Dousset eine Gastmusikerin ins Boot geholt, die die Songs mit ihren Akkordeon, Piano und Percussions stark aufwertet. Neun Songs gibt es von den letzten beiden Alben (Here comes the sun und The Dreamer`s Hideaway), live aufgenommen in Frankreich. IMMERSION, GRIM DANCE gehen als Eröffnungsdoppel gleichmal total unter die Haut, bevor das Depeche Mode Cover PEOPLE ARE PEOPLE eine kleine Überraschung bringt, die stärker geworden ist, als ich erwartet hatte und in dieser Form wohl Millionen von Hörern berühren würde. Die Scheibe beinhaltet auch zwei neue Songs, die die die Richtung der Liveaufnahme fortsetzen.  ROCKET SMOKE und SUMMERTIME halten locker das Niveau der "alten Songs". Mit dieser Scheibe dürften KLONE zur wichtigsten Band in Frankreich aufsteigen. Da kommt wohl noch was ganz großartiges die nächste Zeit! Anchecken!

 

Genre: Acoustic Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs / 49 Minuten

VÖ: 17.02.2017

 

 

ANGEL CREW  -  XVI   Strength / Cargo

www.facebook.com/angelcrewHC

Eine transparente Vinyl Scheibe erreicht uns von dem Label Strength Reocrds. Leider gibt es keinen Einleger oder Innenhülle, die Aufmachung wirkt leider eher basisch. Das Label von Roger Miret (Agnostic Front) bringt uns die Belgier ANGEL CREW nach 10 Jahren voller Wut und Aggression zurück. Einerseits ist es typischer Euro-Hardcore mit Querverweisen zu den üblichen Verdächtigen, andererseits überzeugt das heftige Metalriffing, dass teilweise an die schnelleren Pantera Sachen erinnern. Die Bandmitglieder haben schon bei Backfire, Deviate, Born from Pain und Pro Pain ihre Erfahrungen gesammelt und genau diese "Erfahrenheit" merkt man dem Album auch an. Trotzdem klingt es frisch und zeitgemäß. Aber trotzdem ist es einfach schwer, sich in diesem Genre noch neu zu erfinden. Vieles klingt halt schon bekannt und teilweise ausgelutscht, aber das ist wohl besonders in diesem Genre nicht auszuschließen. Die Band bemüht sich aber um Abwechslung und schafft es schon, den Hörer bei der Stange zu halten. BOMBARDIER und STABBING BASTARDS (starker Groove!!) sind als Eröffnungsstücke gleichmal unschlagbar und überzeugen durch gute Riffs und einen hohen Wutpegel. Die Band verzichtet (Gott sei Dank) auf moderne Breaks und das ganze Zeug. CRUCIFIY ME und das coole KINGS OF DOGS sind für mich die Höhepunkte. Gutes Riffing und gute Refrains zeichnen diese Songs aus. Hervorzuheben wäre noch, dass die Band nicht nur auf Geschwindigkeit und Wut setzt, sondern viele Songs auch im Mid-Tempo wachsen lässt, fette Riffs drüberschiebt und einen unglaublichen Groove entwickelt. Und die EXPLOITED Coverversion von BEAT THE BASTARDS ist auch mehr als gelungen. Also Hardcore Fanatiker sollten unbedingt zuschlagen - alle anderen denk ich lassen eh die Finger davon.

Genre: Hardcore
Musik: 7
Sound: 8
Info: 12 Songs
VÖ: 20.01.2017

 

 

DAMNED PILOTS  -  OVERGALAXY    Sliptrick Records

www.damnedpilots.com

Sliptrick Records hat ja eine große Bandbreite auf ihrem Label, aber so richtig festsetzen konnte sich bisher noch keine Band. Jetzt probieren es die DAMNED PILOTS mit einem Scie-Fi-B-Movie Image und viel Theatralik. OVERGALAXY ist ein Konzeptalbum und basiert auf den Comic-Alter-Egos der Bandmitglieder Don Nutz, Sgt. Ote, Willer Hertz und Erik Space. Die Story handelt davon, dass diese Kerle mit ihrem 70er Hippie-Van ins Weltall reisen und dort dreht sich dann alles um Hass, Frieden, Liebe, Rebellion usw. Gutes Thema eigentlich, dass soundtechnisch von Ron Goudie (Gwar, Death Angel, Poison) und Bill Metoyer (ja - der!) veredelt wurde. In das Album muß man sich hineinhören, denn so richtig hängen bleibt kein Song. Muss das bei einem Konzeptalbum sein? Das ist fraglich, manche funktionieren auch auf der Basis von Hits. Die Musik ist breit gefächert: von Stoner zu Metal zu Doom zu Pop zu Groove Metal zu Psychedelic. Da wird viel verbraten, aber in einer guten Art und Weise. Der Opener DAMNED PILOTS ist schonmal ein Mix aus fetten Groove Riffs, angerauhten Vocals und einem ganz guten Refrain. THE SEASON OF THE ENDINGS überzeugt dann mit einem guten Metal Riffing und starken Vocals. DESERT EUROPA wird eher doomig und leise.... HELL IS COLD z.B. hat einen guten Refrain, dürfte auf der Bühne gut funktionieren und sein Mid-Tempo-Riffing macht Laune. Die psychedelisch angehauchte Ballade WE DON`T DIE schafft es sogar wirklich, etwas Hippie-Feeling zu verbreiten. Das fast Groove Metal artige SYLVANIC dagegen spiegelt vielleicht die Texte gut wieder, passt aber nicht wirklich zu dem Rest... Gutes Album, aber zu einem Genrehighlight fehlen einfach die herausragenden Songs. Toller Sound, gute Band, gute Aufmachung, gutes Image....aber irgendwas fehlt...

Genre: Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 10 Songs
VÖ: 10.03.2017

 

 

 

THUNDER - RIP IT UP (limit. 3 CD deluxe edition) Ear Music

 

www.thunderonline.com

 

Das elfte Studioalbum der Engländer hält die Qualitäten der Vorgängerscheiben und versucht in musikalischer, lyrischer und kreativer Hinsicht an ihr Top 10 Erfolgsalbum WONDER DAYS anzuknüpfen und es wird ihnen wohl gelingen, denn das Material ist auf dem gleichen Niveau und dürfte im Zuge des letzten Albums den Status der Band weiterhin festigen, wenn nicht sogar ausbauen. Es ist schon beeindruckend und auch eine Überraschung, dass Thunder das Niveau (ja auch im gesetzten Alter...) halten können bzw. teilweise sogar noch toppen! Schon der Opener NO ONE GETS OUT ALIVE beeindruckt durch die enorme Spielfreude und Kraft, die der Sound entwickelt. Die Songs haben durchgängig Hitposoluter Höhepunkt ist ENEMY INSIDE mit einigen STONE TEMPLE PILOTS Querverweisen. RIP IT UP dürfte das Vorzeigealbum 2017 werden und wird auch den Test der Zeit bestehen und als Highlight in der THUNDER Diskographie sich etablieren. Ganz großes Kino und ein MUSS für alle Rock Fans! Und aufgewertet wird die CD noch durch ein tolles Digipack mit wunderschöner Aufmachung und 2 Live CDs, aufgenommen im 100er Club in England auf dem Triumpfzug der WONDER DAYS Tour. Vom Opener WONDER DAYS über BLACK WATER zu BROKEN, die 14 Songs des Abends überzeugen durch enorme Spielfreude und unglaubliche Kraft. Das Material lässt einen die Atmosphäre wahrlich spüren und allein der Zugabeblock mit I LOVE YOU MORE THAN ROCK`N`ROLL, THE ROCKER und DIRTY LOVE lässt alle Fans wohl Freudentränen ins Gesicht laufen. Die Band spielt groß auf, aber man muß wirklich die Gesangsleistung von Daniel Bowes hervorheben. Auch Live einer der europäischen Ausnahmesänger!

 

Genre: Hard Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 11 Songs / 51 Minuten (+ 2 Live-CDs 14 Songs / 86 Minuten)
VÖ: 10.02.2017

 

 

tential, SHE LIKES THE COCAINE oder RIP IT UP rocken ohne Ende und voller Frische. Das ist moderner Rock mit vielen Querverweisen zu der goldenen Zeit und vor allem Vocals sind absolute Champions League!
Ab

 

THOBBE ENGLUND  -  SOLD MY SOUL    Metalville / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

Thobbe Englund ist vielen bekannt als Gitarrist bei RAUBTIER und SABATON. Und jetzt bringt der Gitarrist ein Album heraus, wo er sich zurück zu seinen Wurzeln bewegt und ein Album abliefert, dass voller Power Metal Songs ist. Einen Großteil hat er in seinem eigenen Studio Big Cat in Falun aufgenommen und ohne großartige Tricks…d.h. viele One Takes wurden verwendet. Und das hält das Album frisch. Thobbes Vocals haben viel von 80er Jahre Power Metal und starken Riffs. Weit weg von Sabaton übrigens. Das hier ist reiner Heavy bzw. Power Metal. Der Titeltrack startet gleich mit einem fetten Riffing und viel Power. Der Song geht gut nach vorne ab und zeigt die Heaviness des Albums. Der folgende ANNIHILATION startet mit einem Motörhead-artigen Bassintro und ist sehr nah am Sound der Legende. I AM klingt dann etwas moderner, überzeugt mit starkem Riffing, großer Power und einem großen Hard Rock Touch. Seine oft "leidende" Stimme paßt hier hervorragend dazu und das Solo in dem Song ist Extraklasse und macht den Song zu einem der vielen Highlights auf dem Album. Bei THE GLOW hat sich Thobbe ein BLACK SABBATH Riff rangeholt und zu einem wahren Monster veredelt und geht direkt in das mit großem Hitpotenzial ausgestattete IT BURNS über. Der Gitarrenlauf der Strophe erinnert mich zwar an eine 80er Jahre Kapelle (ich komm grad nicht drauf...), aber der starke Refrain und der sehr "kommerzielle" Song dürfte der Höhepunkt des Albums werden (für die Massen!). Und wie er bei dem rockigen Song das Tempo rausnimmt und mit einem Hammersolo aufbaut, ist aller Ehren wert! WOW! STEEL AND THUNDER ist wie der Name sagt. Ein Heavy Metal Song mit klassischen Riffs und Einflüssen der ganzen 80er Helden. Unglaublich starker Song! TRÄGEN VINNER wird auf schwedisch vorgetragen und hat viel Sleaze Rock Anteile und wirkt durch die Vocals/Sprache sehr bedrohlich. BREAK THE CHAINS ist wieder ein sehr gelungener Power Metal Song bevor ein wahres Monster über einen hereinbricht. WOUNDED KNEE reißt alles nieder; ist schleppend, eindringlich, böse und mit starken Vocals ausgestattet. Der Song ist näher an manchen DIO Großtaten als viele wohl zugeben werden! Für mich der beste Song des Albums und evtl. einer der besten puren Metal Songs 2017! Soweit lehn ich mich mal aus dem Fenster nach diesem Hörerlebnis! FAREWELL rockt nochmal, bevor THE ASHES das Gitarrenthema von THE GLOW aufgreift und es zu Ende bringt. Erwartet hab ich mir gar nichts, aber das hier ist ein super Album! Ein bunter, aber immer hommogener Mix eines Ausnahmekünstlers. Stark!

 

Genre: Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 12 Songs / 39 Minuten

VÖ: 24.02.2017

 

 

MOTHERSHIP - HIGH STRANGENESS Heavy Psych / Cargo

www.heavypsychsounds.com

Klassischer Stoner Rock aus Dallas. Die Gitarren rollen schön nach vorne, wie es die alten Helden Fu Manchu und Konsorten in ihrer Anfangszeit vormachten. Nach einem Intro, der zugleich der Titelsong ist, startet das super starke RIDE THE SUN. Ganz große Riffs, treibende Drums und super Vocals lassen mein Stoner Rock Herz hell leuchten. Das ist der Sound, den Bands wie Nebula; Lowrider und Fu Manchu in ihrer Anfangszeit perfektionierten. Ein Hammer! Sowas cooles habe ich schon lange nicht mehr gehört. Dann folgt aber mit MIDNIGHT EXPRESS leider das genaue Gegenteil. Der Song wird wohl von einem anderen Bandmitglied gesungen (zumindest sind alle 3 Mitglieder mit dem Zusatz Vocals behängt....) und leider ist das wirklich öde und langweilig. Den Song am Anfang zu stellen war sicherlich nicht klug. CROWN OF LIES kann aber leider wieder nicht zu 100% überzeugen. Zu schwach sind wiederum die Vocals und die Gesangslinien. Das folgende HELTER SKELTER hat dann wieder mehr Drive, aber allein beim Refrain hätte man noch das ein oder andere rausholen können. ETERNAL TRIP ist wie der Titelsong ein Instrumental mit viel Psychedelic Rock Einfluss, aber wenn man diese beiden Songs wegnimmt, bleiben gerademal ein bißchen über 25 Minuten und 6 Songs. Na gut, muß jeder selbst wissen. WISE MAN hat dann wieder viel Qualität und rockt gut nach vorne. Vor allem der Refrain ist ganz stark und SPEED DEALER beschließt die Scheibe mit einem 8-minütigem Stoner Rock Feuerwerk versöhnlich. Aber ein fader Beigeschmack bleibt - da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Wiederum ein hochklassisches Cover und wieder eine extrem kurze Spielzeit - das hat sich wohl leider auch bei Heavy Psych eingebürgert. Stoner Rock Fans sollten aber auf jeden Fall reinhören.

Genre: Stoner Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 8 Songs / 34 Minuten
VÖ: 17.03.2017

JOHN HOYLES  -  NIGHTFLIGHT    Crusher Records

 

www.facebook.com/john.hoyles.7

 

Crusher Records, die u.a. Horisont, Spiders, Blues Pills und Troubled Horse entdeckten, schmeißt das Solo Debüt von John Hoyles auf den Markt.

John Hoyles? Der Engländer war Gitarrist von WITCHCRAFT, gründete danach mit seinem Kumpel Axel die Band SPIDERS und war u.a. auch auf der TROUBLED HORSE Scheibe zu hören. Mehr Name-Dropping geht gar nicht. Die Songs sind eine Ecke rockiger als die seiner Bands, aber Fans werden seinen Stil raushören. John singt, spielt alle Instrumente außer Schlagzeug, dass u.a. von seinem GRAVEYARD Kumpel Axel eingespielt wurde. Die Songs sind eine Sammlung von Ideen, die nicht zu seinen Bands paßten und somit bekommen wir hier ein wirklich tolles Album mit viel Gefühl. Der Opener TALKING ABOUT YOU ist ein beschwingter 70er Jahre Rocker, NIGHTFLIGHT überzeugt mit einem Flamenco artigen Gitarrenriff inkl. psychedelischer Ausrichtung und POLICE CAR (im Original von Larry

Wallos) haben viel von britischen Ur-Punk. Man hat immer wieder Bands wie THE DAMNED oder DEAD BOYS in den Ohren. MINEFIELD, ein sehr guter 70s Punk / Rock Song beschließt die A Seite und hinterlässt erstmal einen sehr überraschten, aber positiven Eindruck. IN THE GARDEN startet die B Seite mit einer Ballade, die einiges von den ruhigen White Stripes Songs hat und somit auch in der englischen Rock Bewegung der 60er seinen Ursprung hat. Und John besitzt einfach eine tolle, eindringliche Stimme.

THE DARK DESCENT ist dann ein Gitarrenzwischenstück, dass in das tolle BEFORE I LEAVE mündet. Der Song wird von einem starken Gesang und von einem Gitarrensolo getragen. Ein Höhepunkt des Albums ist sicherlich der Abschlußsong TOMORROW, der durch akustische Minimalriffs und starken Vocals überzeugt. Der Song explodiert wahrlich in der Mitte und wird dann von einem starken Punk-artigen Riff getragen

. Man fühlt sich gleich in die englische Szene Anfang der 70er zurückversetzt. Obwohl John seit Jahren in Schweden lebt, hat er seinen englischen Sound mit der Muttermilch aufgesaugt! Soundmäßig ist man eher in der Vergangenheit verwurzelt, was den Songs mehr Authenzität gibt. Die LP hat ein schlichtes, aber wirkungsvolles Artwork und die schwere Vinylplatte wird leider ohne jede weitere Aufmachung (kein bedrucktes Inlay etc.) ausgeliefert. NIGHTFLIGHT erscheint ganz old school auch auf Tape!

 

Gerne: Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 8 Songs

VÖ: 24.2.2017

LO-PAN  -  IN TENSIONS    Aqualanb Records

 

www.lopandemic.com

www.aqualamb.org

 

LO-PAN sind in Europa leider noch viel zu unbekannt! Obwohl (!) die Band nur starke Alben veröffentlicht hat. Vor allem ihr letztes Album COLOSSUS war ein Meisterwerk und dürfte 99% aller Heavy Rock Alben locker in den Ärmel stecken. Die musikalische Wucht von Skot Thompson am Bass, Jesse Bartz am Schlagzeug und vor allem von Adrian Lee Zambrano (der mittlerweile von Chris Thompson ersetzt wurde) an der Gitarre sind fast nicht zu überbieten und bieten eine schwere Soundwand, die an beste Only Living Witness, Chum oder Dozer Zeiten erinnert. Aber vor allem auf COLOSSUS gab es noch ein größeres Plus: die unglaublich gefühlvollen Vocals von Jeff Martin. Es war schon unglaublich, was Jeff damals geleistet hat und hat somit COLOSSUS zu einem der 5 besten Stoner Rock Alben ever gemacht. Und nun kommt über das Brooklyner Label Aqualamb Records überraschend die neue EP und toppt jede Erwartung. Um es

vorwegzunehmen: besser geht es nicht! Allein der Opener GO WEST bläst einen förmlich um, diese Wucht vermisst man bei vielen aktuellen Scheiben und schon nach einigen Sekunden setzte dieser unglaublichen Gesang ein und zaubert eine Gesangsmelodie ins Zimmer, die einem fast Tränen in die Augen treibt, weil er auch so eine optimistische und positive Energie vermittelt. Der fünfte Release der Band aus Columbus hat jetzt schon gewonnen! SINK OR SWIM und LONG LIVE THE KING gehen in eine ähnliche Richtung und ALEXIS ist ein kurzer, aber eindringlicher Brocken. PATHFINDER beendet mit gut 7 Minuten dieses Meisterwerk. Das langsam startende Inferno überzeugt mit einer starken, weil souligen Gesangsleistung, baut sich langsam auf und explodiert dann.

Aufgenommen in Columbus von Joe Viers, gemixt von Jonathan Nunez

(Torche) und Ryan Haft (Capsule) in Miami und gemastert in Chicago von Carl Saff (Russian Circle), die der Band einen warmen und echten Sound verschafft haben. In Amerika gilt die Band nach unendlichen Tourneen als

heißes Eisen; jetzt ist es an der Zeit, sich Europa zu widmen Jungs!  

IN TENSIONS erscheint als CD und als limitierte 10-inch Scheibe inkl.

100-seitigem Buch! Unbedingt zuschlagen!!!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 10

Sound: 9

Info: 5 Songs / 23 Minuten

VÖ: 28.1.2017

BLACK BLACK BLACK  -  ALTERED STATES OF DEATH AND GRACE    Aqualamb Records

www.aqualamb.org
www.black-black-black.com
www.jasonalexanderbyers.com

Für mich sind ja die DISENGAGE Scheiben immernoch der absolute Wahnsinn. Das Merch wird totgetragen und die CDs laufen ständig und begeistern mich immer wieder. Und nach der LO-PAN Bestellung bei Aqualamb entdecke ich BLACK BLACK BLACK (auffallend der Black Sabbath Schriftzug!), die neue Band des DISENGAGE Sängers Jason Byers. Was für eine Freude, seine Stimme nach all den Jahren wieder zu hören. Musikalisch ist BLACK BLACK BLACK aber eine komplett andere Baustelle, trotzdem nah am Disengage Sound. Schon allein wegen dem Groove und dem Gesang. Doom Pop wird die Musik vom Label beschrieben. Lassen wir das mal so stehen.... Der Sound hat schon im weitesten Sinne mit Desert Rock zu tun, aber im Großstadtmoloch geschrieben mit einer düsteren, dunkleren Seite. Morbide, poetische Songs über Pillen, Verfall, Satanismus oder Horrostories bestimmen das Album. Die Texte sind genauso schwarz wie der Bandname. Der Opener ZOLOFT MANUAL rockt gewaltig und das treibende I GOT SCABIES könnte (ja ja...) von Disengage sein. Die Gitarren grooven, drücken und rocken und der Refrain haut alles um! Der Soloteil hat dann tatsächlich was poppiges, was dem Song aber sehr gut steht und super klingt. LLOYD NEEDS MEDS fehlt dann etwas die Power, ist düster und getragen und überzeugt trotzdem durch einen starken Gesang, schöne Melodien und gutes Songwriting. LET`S BLOODLET ist dann wieder schnelles Riffing, guter Groove und viel Punk Einflüsse und Gastvocals von Dave Curran von Unsane. Vor allem der Gangshout im Chorus erweckt den Eindruck. EXORCIST EVERYTHING ist bedrohlich, düster und wird durch ein cooles Riff getragen. Wenn der Song dann im Refrain explodiert denkt man unweigerlich an Helmet oder Quicksand. Danach eröffnet ein Wahnsinnsriff von Jakob Cox den Song LET`S SCARE DEATH TO DEATH. Unglaubliche Energie wird freigesetzt und rockt wahnsinnig. Überhaupt ist die Truppe mit Jeff Ottenbacher an den Drums und Johnathan Swafford am Bass gut aufgestellt. JESSUP JESSUP JESSUP erinnert stellenweise an die alten Life of Agony und EVERY DENTIST DOES ist mit seinen 1:15 ein schneller Punk-Rocker. SLOWLY SEVERED kommt dann wieder im Mid-Tempo an, überzeugt durch einen starken Groove und die herausragenden Vocals von Jason. Der 8-minütige WHEN DYING`S DONE beschließt das Album und würde wohl am Besten zu der Stilbeschreibung "Doom-Pop" passen. Die Musik ist düster, aber auch beschwingt und hat einige Pop-artige Ausflüge. Metal, Rock und Alternative Fans sollten unbedingt reinhören. Disengage Fans eh. Und wer auf gut gemachten Rock ala Helmet, Fudge Tunnel oder Cave In steht, dürfte hier auch eine Heimat finden. Das Album wurde von Andrew Schneider (Unsane) gemixt und von Carl Saff (Fu Manchu) gemastert. KAUFEN!!! Auch das Album erscheint auf dem Brooklyner Label Aqualamb in einer limitierten Vinyl-Auflage inkl. 100seitigem Buch! Übrigens ist das 2013er selbstbetitelte Album ähnlich stark und sollte auch unbedingt angecheckt werden.

Genre: Doom Pop
Musik: 9
Sound: 8
Info: 10 Songs / 32 Minuten
VÖ: 25.03.2016 

 

 

 



AUGUST / SEPTEMBER 2016

BENT LIFE - NEVER ASKED FOR HEAVEN

MONSTERNAUT - MONSTERNAUT

DEMON INCARNATE - DARVAZA

ADDITIONAL TIME - WOLVES AMONGST SHEEP

CHAMBER OF MALICE - CRIME CITY SLAM

NICK OLIVERI`S MONDO GENERATOR - BEST OF

DEE SNIDER - WE ARE THE ONES

SVARTANATT - SVARTANATT

JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE - THE GOLDEN ANTHROPOCENE

SUBROSA - FOR THIS WE FOUGHT THE BATTLE OF AGES

LLNN - LOSS

MADAME MAYHEM - NOW YOU KNOW

DAMAGE - DO THE DAMAGE

MONUMENT - HAIR OF THE DOG

BENT LIFE - NEVER ASKED FOR HEAVEN Bridge 9 / Soulfood

www.facebook.com/betlifehc

Aus Nebraska kommt dieser Wutinvasion. Produziert vom TERROR Schlagzeuger und mit einer starken Aufmachung ausgestattet dürfte die Band schon bald zu den „Großen“ in ihrem Genre zählen. INTRODUCTION startet diesen Wutbrocken mit einem coolen Groove-Riffing und dann gibt es gleichmal voll auf die Mütze. LOCK startet furios und geht dann in einen S.O.D. artigen Moshpart über. Die Band zeigt einen guten Mix aus totaler Raserei und langsamen, guten Parts…aber macht die Band nicht gerade zu etwas besonderem. Da hat THANKS FOR NOTHING schon mehr zu bieten. Midtempo Smasher mit geilem Slayer Solo am Anfang und fiesen Moshparts. HANDS OF LEAD ist wieder im Mosh-Modus, besticht durch ein starkes 80er Jahre Crossover Riff und punktet wohl vor allem live mit den massiven Gangshouts. STAB ME ist dann wieder eine kurze Abrissbirne bevor der längste Song des Albums, CHEAT DEATH, alles zermalmt. Ein Mix aus CROWBAR, KINGDOM OF SORROW, PANTERA und HATEBREED. Ganz starke Nummer mit einer herausragenden Power und wohl auch durch seine Länge der herausstechende Song auf dem Album. Das folgende KICK ist wieder nette 2 Minuten lang und ich bin echt angetan von den Riffs von Chris Miller und Brock Stephens, die wohl ganz viel 80er Crossover aufgesaugt haben. PAINLESS und WAR überzeugen auf der gleichen Linie bevor das wohl anspruchsvollste Stück am Schluß platziert wurde. PERMANENCE wird durch Akustikgitarren aufgelockert und hat einen abwechslungsreichen Aufbau. Insgesamt sollten Fans von oben genannten Gruppen mal ein Ohr riskieren. Guter Einstand, obwohl leider die ganz großen Momente und Höhepunkte fehlen und vieles einfach noch zu gleichförmig klingt. Aber das kann ja noch mit dem nächsten Album kommen.

Genre: Hardcore

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 24 Minuten

VÖ: 05.08.2016

JB

MONSTERNAUT - MONSTERNAUT  Heavy Psych Sounds / Cargo
www.facebook.com/monsternaut

Da ist er also endlich wieder…der gute alte klassische Stoner Rock der 90er Jahre im Fahrwasser von Nebula und Fu Manchu. Monsternaut aus Finnland sind fett und dreckig und klingen so, wie guter alter Stoner Rock klingen sollte. Die drei Jungs starten gleichmal mit dicken V8 Motorgeräuschen und setzen dann mit einem fetten Riff ein, der dem Hörer gleichmal die Haare nach hinten bläst. DOG TOWN rollt gewaltig nach vorne und die Vocals sind im angenehmen „Fu Manchu“ Modus gehalten. Die Drums drücken und grooven, die Gitarren drücken – SUPER! Das kurz gehaltene BACK FOR MORE hält sich mit keinerlei Schnickschnack auf und zockt einfach durch. MOUNTAIN DOOM nimmt etwas das Tempo raus (aber weit entfernt von Doom Metal!) und bringt mit seinem old-school QOTSA Drumsound und relaxten Vocals eine angenehme Stimmung in die Bude. BLACK HOIZON erinnert von den Gitarren und der Stimmung her an die göttlichen Black Sabbath und ist sicherlich ein Highlight auf dem Album. VOLCANOS ist ein weiterer starker Groove Rocker bevor MEAN MACHINE mit seinem Tempo und Riffs alles niederwalzt. Das längste Stück des Albums, MEXICO, ist ein ruhigeres, zurückhalterndes Stück mit viel Tiefgang. Die Band überzeugt total. Sie wird wohl auch in der kommenden Festivalsaison auf allen üblichen Stoner Rock Festen zu finden sein, davon bin ich überzeugt. Leider ist die Aufmachung wiedermal zu wenig für so eine starke Band…aber das kennt man ja mittlerweile von Heavy Psych Sounds. Stoner Fans: zuschlagen!

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs / 34 Minuten

VÖ: 07.10.2016

JB

DEMON INCARNATE - DARVAZA  FDA Rekotz / Soulfood
www.facebook.com/demonincarnatemusic

Schon das Debüt Album letztes Jahr hat mich schwer begeistert und läuft bei mir immer noch hin und wieder. Vor allem der schwere Sound der Band und die herausragenden Vocals von Lisa Healey ziehen einen immer wieder an. Da es sich aber beim Debüt um teilweise ältere Songs handelte, war ich wirklich auf neues Material gespannt und die Band hat weiter an sich gearbeitet und bietet ein komplexeres Album als Nachfolger. Leider ist es nur eine EP geworden, die es aber auch wieder in sich hat! Schon der tolle Opener DARVAZA hat einen unglaublichen Groove, wird gleich wieder von Lisa dominiert und zeigt die Band gleich HEAVY wie Hölle. MESMERIZED zeigt dann das gleiche Bild wie beim Opener und auch hier dominiert der Groove. KARAKUM hätte dann auch auf dem letzten Album stehen können, obwohl hier vor allem der Chorus wiedermal unter die Haut geht. CARAVAN folgt und ist sicherlich ein Tribut an Black Sabbath und dessen PLANET CARAVAN. Bisher eine gute Scheibe, die überrascht hat, aber die wahren Highlights kommen noch. THE HUNTER ist der Hit des Albums. Hier wird wieder eher reduzierter „gedoomt“ und hier konzentriert man sich wieder mehr auf Lisa. Aber es kommt sogar noch besser…EASTERN TRAIL ist dann doch das Highlight (unter vielen) und dürfte die Band ganz nach vorne bringen. Der Refrain ist himmlisch, die Gitarrenmelodie passt perfekt und der Aufbau des Songs ist super eingängig. Aufgenommen von Greywolf (POWERWOLF) und mit einem dicken Sound ausgestattet, dürfte die Band ihren Status festigen bzw. sogar noch ausbauen. Das Debüt war sehr eingängig, DARVAZA ist eher aufwändiger komponiert und zeigt erstmals auch das musikalische Können der Band. Wer das erste Album mochte, wird sich hier festfressen. Allen Doom / Stoner / Metal Fans ist diese EP aber sowieso ans Herz zu legen! KAUFEN!

Genre: Doom Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 6 Songs / 24 Minuten

VÖ: bereits erschienen

JB

ADDITIONAL TIME - WOLVES AMONGST SHEEP Dead Serious / Soulfood

Daredevil Records

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