R E V I E W S

TWIN TEMPLE  -  BRING YOU THEIR SIGNATURE SOUND...SATANIC DOO-WOP    Rise Above Records

www.twintemple.com

Rise Above Records von ex-Napalm Death / ex-Cathedral Vorsteher Lee Dorrian steht ja schon lange nicht mehr für richtigen Metal, sondern für einige Juwelen. Nun kommt aus Los Angeles Twin Temple. Das Debütalbum der Band ist zwar bereits erschienen, wurde aber jetzt von Lee neu aufgelegt und einen breiteren Masse zugänglich gemacht. Alexandra James und ihr Bruder Zachary James und bringen ihre satanische Musik völlig ohne verzerrte Gitarren oder die üblichen Instrumente an den Mann / die Frau. Und vielleicht ist das noch gefährlicher wie die böseste Black Metal Band. Den hier schleicht sich unter schönen und süsslichen Melodien die Botschaft des Bösen praktisch durch die Hintertür herein. Und so unschuldig und bezirzt gab es die Botschaft des Bösen wohl noch nie. Den das hier der Sound der Fifties und Sixties so cool, catchy und sexy vorgetragen wird, würde sogar (woran mich die Musik am meisten erinnert...) Amy Winehouse zur Weißglut bringen. Den das hier ist unglaublich gut. "Why can`t you love Roy Orbison and hail Satan at the same time?" sagt Alexandra James und hat damit den Nagel exakt auf den Kopf getroffen. Das Konzept von Twin Temple funktioniert nämlich hervorragend. SANTA MUERTE mit Western Spaghetti Einflüssen, I KNOW HOW TO HEX YOU mit fantastischen Rodriguez Movies Referenzen und eine Prise gefühlten Rock`n`Roll. Fertig sind Hits am Fließband. Das ist alles musikalisch nicht viel, was Zachary anzubieten hat, aber es reicht für eine beeindruckende Soundlandschaft. Und das das Hauptaugenmerk natürlich auf Alexandras Stimme liegt, kommt der Sängerin auch sehr gelegen. Sie kann mit ihren Texten und ihrer Stimme spielen, ohne groß Rücksicht auf eine "Band" o.ä. zu nehmen. Das das Album in Mono und als Live-Aufnahme entstanden ist, ist bei dieser Vorgabe natürlich Ehrensache. Ohrwürmer am Stück - Gänsehaut durchgängig. Schaut die Videoclips! Wird groß (auch wenn das Cover wohl nicht förderlich ist....und vielleicht trotzdem die falschen Leute abschreckt....)!!!

Genre: Satanic Pop
Musik: 8
Sound: 8
Info: 11 Songs / 42 Minuten
VÖ: 01.03.2019

 

 

 


COWBOYS & ALIENS  -  HORSES OF REBELLION    Polder Records

www.polderrecords.be

Vor allem mit dem Zweitwerk A TRIP TO THE STONEHENGE COLONY (2000) und dem folgenden Meisterwerk LOVE SEX VOLUME (2002) konnten die belgischen Stoner Rocker von COWBOYS AND ALIENS sich ganz nach oben in der Szene setzen. Ihr Sound war unglaublich ausgearbeitet, hochwertig und die Band hatte mit Henk V. einen Sänger, der oft mit einem melodiösen John Garcia verglichen wurde. Die Band hatte mit dem 2005er Nachfolger LANGUAGE OF SUPERSTARS noch einmal eine starke Platte, die aber einige modernere Einflüsse aufzuweisen hatte und sich etwas vom klassischen Stoner Rock der Vorgängeralben löste. Danach war es etwas stiller um die Band, obwohl sie immer wieder live auftauchte und mit SANDPAPER BLUES KNOCKOUT und SURROUNDED BY ENEMIES 2011 und 2013 zwei hervorragende EPs unter die Fans brachte. Und nun kommt ein neuer, 11 Songs fetter Brocken auf uns zu. HORSES OF REBELLION ist das erste Album seit 14 Jahren und schon vom ersten Ton an weiß man, wo die Reise hin geht. Sofort wird einem wieder klar, wie man die Band vermisst hat und was für eine super Musik die Belgier fabrizieren. Ihr Sound ist wirklich einmalig. Der eröffnende SOAKING ist gleichmal ein Hit mmit allen Trademarks der Vergangenheit. Fette Riffs, starke Vocals von Henk V., super old school Stoner. Die Riffs von John P. zünden sofort und man vergisst gleichmal die letzten 14 Jahre ohne die Band. STILL IN THE SHADE geht gleich ins Ohr, ist etwas melodischer, was ja schon immer ein Markenzeichen der Band war und ist. Endlich ist eine der besten alten Stoner Rock Bands zurück. Das geht einem sofort durch den Kopf! Und wieder hört man viel Unida aus dem Sound. Einmalig gut und gleich zwei wahnsinnige Hits hintereinander. Ein geiles Bass-Intro eröffnet TWO TIMES A MAN, der um einiges langsamer und getragener rüberkommt und durch eine geile, 80er Jahre Strophe überzeugt. Einen richtigen Ausfall gibt es auf dem Album nicht, aber vor allem der Titelsong überzeugt mit einem ganz starken Refrain. MORNING AGAIN sollte man mit seinem old school Stoner Sound auch noch herausheben. Das ist einer der besten COWBOYS AND ALIENS Song ever und besser kann man einen Song in dieser Richtung nicht machen. Und mit SPLENDID ISOLATION endet dieses Hammer Album nur mit Gitarre und Gesang und ist einfach unglaublich emotional. Willkommen zurück und DANKE für dieses Album! Pflichtkauf!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 11 Songs / 44 Minuten

 

 

 

SWORN ENEMY  -  GAME CHANGER    M Theory Records

www.m-theoryaudio.com

Robb Flynn. Das hängt ganz überdimensional über dem Album. Gut, Sworn Enemy hatten schon immer einen guten Ruf mit ihrem Mix aus Thrash Metal und Hardcore und die Band hat sich in den letzten Jahren ein großes Following erspielt. Jetzt geht man mit dem Machine Head Kopf evtl. den nächsten Schritt und hat einen großen Fürsprecher hinter sich, der sicherlich noch die ein oder andere Tür extra öffnet. Aber die Band aus Queens / New York hat natürlich nichts verlernt und serviert der Hardcore / Metal Welt wieder 11 starke Songs, die qualitativ sich nicht hinter den großen Hits der Band verstecken brauchen und auch einige neue Superhits an den Tag fördern. Vor allem gibt es einige gesangliche Querverweise zu der Musik von Mr. Flynn und Sal Lococo ist natürlich ein guter Frontmann und hat sich sicherlich den ein oder anderen Ratschlag zu Gemüte geführt. Nach einem heavy Intro geht es mit PREPARE FOR PAYBACK los und liefert gleich eine Groovemaschine, nach der sich andere Bands die Finger schlecken würden. Vor allem dien schnelleren Ausflüge und die großartigen Breaks machen den Song zu einem wahren Livewunder in Zukunft. Danach geht SEEDS OF HATE gleich in die Vollen. Das ist ein Hit und lebt von seinen metallischen Riffing. Und mit JUSTIFY gibt es einen weiteren Hit auf dem  Album, der sowohl in der Hardcore Community als auch im Liveset der Band ein fester Bestandteil sein wird. Hier zeigt sich der hohe Thrash Metal Anteil am Album am meisten. Die restlichen Songs sind typisches Sworn Enemy Material und leben von der klaren und druckvollen Produktion von Robb Flynn. Die Band hat 5 Jahre an dem Album gearbeitet und ihr Entdecker Jasta wird besonders glücklich über die Entwicklung der Band sein. Großes Hardcore Kino! War aber auch nicht anders zu erwarten.

Genre: Hardcore
Musik: 8
Sound: 8
Info: 11 Songs / 37 Minuten
VÖ: 05.04.2019 

 

 

 

MOTSUS  -  OUMUAMUA    Polder Records

www.polderrecords.be
www.motsus.be

Eine weitere fette Stoner Sludge Heavy 3-Mann Kombo aus Belgien. Erst einmal fällt das wahnsinnige gute Artwork auf, das handgemacht ist und sich wirklich heraussticht. Da steckt viel Liebe drin - genauso wie im Sound der Band. Allen voran wurde die Scheibe von Alan Douches in NY gemastert und der Sound ist so unheimlich fett und heavy, mir fehlen fast die Worte! Und passt direkt zum langsamen, dunklen und zähflüssigen Sound der 3 Herren. Die Songs sind durchweg gut zu hören und der Sound wird nie langweilig. KINGS & QUEENS rifft gleichmal alles weg und die super heavy Songs WARM order FREDDY sind super groovige Songs. Der dunkle Touch der Songs macht die Sache noch interessanter. HOOCHY WOOCHY hört sich erstmal vom Titel her an wie ein Intro oder ein Spaßding, aber er ist bitterböse und mit einem Monster Riff ausgestattet. Da täuscht der Titel gewaltig. Bei EXPLODER PT.I gibt es auch ein paar Space Rock Einflüsse und werten die Scheibe noch um einige Nuancen auf. TIN MEN beschließt dann den zähen Brocken mit einem guten Spirit und hat einen Marsch ähnlichen Rhythmus. Für instrumental Sludge Fans ein echtes Hörerlebnis!

Gerne: Sludge
Musik: 7
Sound: 9
Info: 6 Songs / 38 Minuten
VÖ: 2018 

 

 

 

BRANT BJORK  -  KEEP YOUR COOL   Heavy Psych Sounds

www.heavypsychsounds.com

Brant kann ja mittlerweile auf eine aufregende und lange Geschichte zurückblicken und konnte einige der Stoner Rock Klassiker beiwohnen. Und seit Jahren macht er auch als Solokünstler eine gute Figur und hat mittlerweile auch dort ein unglaublich großes Following. Sein relaxter, ruhiger und grooviger Desert Rock lässt einen sofort an Wüste, Kalifornien und eine gute Zeit denken. Das ist alles sehr entspannt - so wie Brant auch persönlich ist. Die Scheibe KEEP YOUR COOL wurde bereits 2003 veröffentlicht und findet jetzt erneut eine Auferstehung. Die 8 Songs der Scheibe dürfte jeder Fan kennen....wenn nicht - hier noch einmal ein paar Worte dazu: nicht jeder Track ist ein Hit, aber im Gesamten ein unheimlich gutes Album, das man gerne hört und damals den Künstler ein Standing in der Szene einbrachte. Leider ist die Scheibe mit 33 Minuten kurz und wurde auch nicht mit Bonusmaterial o.ä. aufgewertet. Außerdem müsste man den ersten Song HEY MONKEY BOY abziehen, weil es sich wohl eher um eine Parodie handelt und nur wie ein spontaner Jam anmutet. Aber schon mit dem folgenden JOHNNY CALLED ME gibt es den typischen Sound des Altmeisters. California rising! Dagegen ist der folgende ROCK-N-ROL`E schon um einiges fetziger und erinnert an die seeligen CHE Zeiten. Und mit I MISS MY CHICK hat Brant wohl einen seiner besten Songs geschrieben. Der groovt wie Hölle und lässt einen an QOTSA/CHE/KYUSS Großtaten denken. Der Refrain geht einen nicht mehr aus dem Sinn. Tolle Nummer. Venice Beach Skating! Der Titelsong ist eine relaxte instrumentale Angelegenheit und wirkt aber auf dem Album nur als Füller. GONNA MAKE THE SCENE! und MY SOUL sind dann noch einmal 2 ganz starke Nummern am Schluß. Leider (wie eigentlich die Regel bei HPS...) zu kurz. Da hätte man sicherlich noch 3-5 Nummern draufpacken können, um den Fans, die die Alben ja teuer erstehen müssen, etwas mehr Gegenwert zu geben bzw. einen neuen Anreiz zum Kauf. Was geboten wird ist auch nur zu 80% stimmig. Aber Fans werden / müssen zuschlagen, vor allem weil auch das Artwork (wie eigentlich immer bei HPS) sehr gelungen ist und Mathias Schneeberger in L.A. einen druckvollen und perfekten Sound mit seinem Mastering gezimmert hat. Und es 2003 ein Meilenstein für Brant war!

Genre: Desert Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / 33 Minuten
 

 

 

DEAD WITCHES  -  THE FINAL EXORCISM   Heavy Psych Sounds


www.facebook.com/deadwitches

Eine weitere Kapelle, die sich dem fiesen Sludge mit weiblichen Vocals verschrieben hat. Wieder Okkult Metal, wieder England?! Dabei machen die Herren und die Dame viel richtig. Vor allem die Riffs sind wie Lava und könnten direkt der Hölle entstammen. Das ist richtig böse und gemein, was die Band da musikalisch vorträgt. Nach einem unheilvollem Intro (THERE`S SOMEONE THERE), dass in Akustikgitarren übergeht, bricht der Titelsong mit schweren Riffs über einen herein. Der Sound erinnert gleich an die Schwere und Bedrängnis, die sonst der Sound von Goatsnake oder SUNN O))) in einem auslöst. Eine Mischung aus beiden Bands dürften auch die Riffs der Band sein. Aber vor allem der Fuzz Bass von Carl Geary dominiert den Sound der Band. Und über allen beschwört Soozi Chameleone (ehemals Satlan), die Psychedelic Witchcrafts Virginia Monti am Gesang abölst, ihre okkultische Messe. Ihr Gesang ist mysteriös, betörend und verrucht. Das passt alles und wirkt auch als Einheit. GODDESS OF THE NIGHT startet in bester US-Doom Manier und lässt einen immer wieder an Electric Wizard denken und mit gutem Wah-Wah Einsätzen. WHEN DO THE DEAD SEE THE SUN ist dann ein getragenes und ruhiges Intro bevor dann THE CHURCH BY THE SEA mit einem mächtigen Eröffnungsriff startet und in einem Killer Riff endet. Für mich ist das der beste Song des Albums. Aber auch FEAR THE PRIEST ist ein Höhepunkt, den man ruhig hätte etwas früher auf dem Album positionieren hätte können. Auch dieser Song überzeugt mit einem Killer Riff und geilem Sludge Feeling. LAY, DEMON ist super langsamer Doom ala den Labelgenossen Deadsmoke. Und Soozi macht ihre Beschwörungsgesänge wirklich gut. Musikalisch ist es ein kleiner Fortschritt gegenüber dem Debüt Album. Mark Greening, der ja auch bei Electric Wizard aktiv ist, komponiert die Musik mit seiner Band zusammen, aber im Vergleich zum Debüt dürfte der neue Gitarrist Oliver Irongiant von den Sea Bastard sicherlich für den Fortschritt gegenüber dem Debüt Album OUJA verantwortlich sein. Das Material ist gut, aber weit weg von einem Genre Highlight. Trotzdem dürften Fans dieses Genres ihre wahre Freude an dem Album haben. Der Sound des Albums ist fett und sehr basslastig, was der Musik aber den nötigen Ausdruck verleiht. Dazu gibt es ein sehr passendes Cover-Artwork und runden die Scheibe ab.

Genre: Okkult Doom Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 7 Songs / 41 Minuten
VÖ: 22.02.2019

 

 

NEBULA  -  DEMOS & OUTTAKES 98-02    Heavy Psych Sounds

 

www.heavypsychsounds.com

 

Nachdem das italienische Label schon einige Klassiker der Band wieder zugänglich gemacht hat, kommt nur eine Compilation mit dem Titel DEMOS & OUTTAKES 98-02. Das hört sich erst einmal uninteressant und nach Geldmacherei an, da oft ja a) so Demos längst bekannt sind und b) sich wenig von der endgültigen Version unterscheiben und c) Outtakes meistens aus gutem Grund keinen Platz auf der regulären CD gefunden haben. Resteverwertung lässt grüßen....aber nicht mit den Sunshine Desert Rockern. Die Songs können durchweg überzeugen und machen auch als CD Spaß und auch durchaus Sinn. Für Fans wird es einige interessante neue Momente der Band geben und die 10 Songs sind durchgängig auf gutem Nebula bzw. old school Stoner Rock Sound Niveau. Und auch die beinharten Fans dürften die 10 Songs nicht kennen. So ist z.B. das allseits bekannte (weil von einer der besten Stoner Rock Split EPs ever!!!) SUN CREATURE von der LOWRIDER Split doch sehr anders als die Originalversion und macht aber auch hier ganz toll Spaß. Auch die Demos der CHARGED und TO THE CENTER Songs sind bißchen anders und passen gut zum Rest der Songs. Das ist auf jeden Fall interessanter wie ein oft bemühtes Best Of Album. Dazu kann BLACK FLAGS Song NERVOUS BREAKDOWN und STAGNANT POOL von LEAF HOUND die Scheibe zusätzlich aufwerten! Das ist sehr überzeugend alles. Hier wummert der Bass, die Gitarren hauen ein Hammer Riff nach dem anderen raus und die Vocals sind eh ein Alleinstellungsmerkmal im Stoner Rock. Eddie Glass ist einfach ein Star der Szene (zumindest gewesen). Und dank des Democharakters klingen die Songs spontaner und auch eine gewaltige Ecke heavier. Also nicht nur NEBULA Die-Hard Fans sollten zugreifen, sondern jeder, der auf gut gemachten Stoner Rock der Anfangszeit steht oder die Sonne der Wüste spüren will. Ja, so war das damals...in der guten alten Zeit. Und ich leg gleich nochmal die Lowrider/Nebula Split auf und schwelge in Erinnerungen. KAUFEN!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10  Songs / 44 Minuten

VÖ: 25.01.2019

 

 

LITTLE VILLAINS  -  PHILTHY LIES    Heavy Psych Sounds

 

www.heavypsychsounds.com

https://www.facebook.com/littlevillains

 

Das italienische Label beschert uns noch einen kleinen Leckerbissen, den vor allem Fans von Motörhead schier in Rage bringen dürften. Ex Drum Beast Phil "Philthy Animal" Taylor hat 2006 mit seinen Freunden James Childs (AVON) und Owen Street (WAXY / VAILS) ein paar Songs eingetrommelt, die jetzt posthum erscheinen. Das Ganze hört auf den Namen PHILTHY LIES und beeinhaltet 10 Songs, die es aber leider nur auf eine Spielzeit von unter 30 Minuten bringen. Ob mehr Songs geplant waren oder es sich um unfertiges Material handelt, entzieht sich leider meiner Kenntnisse. Aufgenommen wurde in den Unit A Studios in Palm Springs, Kalifornien im Jahre 2007. Aber das Album wird sicherlich von einigen Motörhead Jüngern mit offenen Armen aufgenommen werden. Die Songs gehen aber eher in eine Punk-Rock Richtung. Wie beim Opener WHAT ON EARTH wirken viele Schlagzeugspuren hektisch und auch "unfertig". Das klingt schon teilweise eher wie spontan runtergespielt als wie groß ausgearbeitet. Aber das macht vielleicht auch den Reiz einiger Songs aus. ATTACK ist ein richtiger Hit, der einen eingängigen Refrain hat und ein bißchen zwischen Alternative Rock und QOTSA hin und her pendelt. Auch der folgende TRAITOR geht in eine ähnliche Richtung. WATER UNDER THE BRIDGE ist einer der herausragenden Songs, weil er fast balladesk anmutet und durch einen tollen Refrain veredelt wird. Sonst gibt es viele Alternative angehauchte Rocker, von denen vor allem I AM DYING heraussticht, der flott dageboten wird und durch die besten Vocals der Platte von James noch das I-Tüpfelchen erhält. Der längste Song des Albums beendet auch die Scheibe mit einem wahren Hit.  Philty spielte ja von 1975 bis 1984 bei Motörhead und hat alle Klassiker von Bomber, Ace of Spades oder Iron Fist eingetrommelt. 1987 stieg er wieder in die Band ein und während der Aufnahmen zu MARCH OR DIE stieg er 1992 aus.Es ist schön, den 2015 mit 61 Jahren verstorbenen Motörhead Drummer noch einmal zu hören. Respekt vor seinem Schaffen!

 

Genre: Rock

Musik: 8

Sound: 7

Info: 10 Songs / 28 Minuten

VÖ: 29.03.2019

 

 

GORE  -  REVANCHE   Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

www.gore-revanche.com

 

GORE ist eine weitere alte Band aus den 90er Jahren, die nun zurückkehrt. Und wie für EXILE ON MAINSTREAM üblich, ist es erneut eine sehr hohe Qualität der Veröffentlichung; vorausgesetzt man steht auf instrumentalen, fett produzierten Metal. Im Jahre 1992 veröffentlichen GORE ihr fünftes ALbum LIFELONG DEADLINE, dass nun 25 Jahre später überarbeitet wurde endlich hat die Band ihr Album zu Ende gebracht und unter dem Titel REVANCHE wiederveröffentlicht. Abgemischt wurde REVANCHE von niemand geringerem als Terry Date (Slayer, Pantera, Slipknot) und gemastert von Howie Weinberg. Mehr geht wohl nicht in dieser Richtung. Die Musik ist schon ungewöhnlich und für ein Instrumentalalbum ganz schön beeindruckend. Was sich da Van Reede aus seiner Gitarre saugt ist überwältigend und wird durch die tolle Unterstützung von Bardo Maria an den Drums und Marij Hel am Bass veredelt. BAD IDEAS OBSESSION ist noch etwas konfus - viele werden es progressiv nennen, aber schon der folgende BATTLE OF STONES überzeugt mit coolem, alten Prong-mäßigen Riffing und Groove. Die Spielfreude ist durchgängig dem Album anzuhören und Vocals (die ich bei Instrumentalmusik regelmäßig vermisse) würden hier gar nicht passen, zu abgedreht sind die musikalischen Schritte. Und die folgenden Songs wie TREAT, NO RESPECT oder ISIS gehen in eine gleiche Richtung. Die Band wird sich über das neu bearbeitete Material freuen und einige Ü40 jährige dürften sich die Scheibe ungehört bestellen. Ob es dieses Mal zu mehr Aufmerksamkeit reicht, hoffe ich für Band und Label. Der Stil ist einmalig und wirkt auch 25 Jahre danach noch frisch und lebendig. Gute Musik bleibt halt auch einfach gute Musik. Fans, die mit der Musik von Prongoder Melvins aufgewachsen sind, sollten die Band unbedingt anchecken. Alle anderen, die auf anspruchsvollen Metal stehen, natürlich auch.

 

Genre: Instrumental Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 8 Songs / 40 Minuten

VÖ: 22.03.2019

 

 

 

WALLS OF BLOOD - IMPERIUM Metalville Records

 

http://www.metalville.de
https://www.facebook.com/glen.drover.75

Lange haben seine Fans darauf gewartet, jetzt ist es da. Das erste Album von WALLS OF BLOOD, der neuen Band von ex-Megadeth, Testament und King Diamond Gitarrist GLEN DROVER. Der Kanadier hat seine Visitenkarte bei den größten Bands hinterlassen und war vor allem für die Wiedergeburt von Megadeth mitverantwortlich. Sein Gitarrenspiel ist einmalig und auch deswegen hat er ganz viele Fans, die sein Gitarrenspiel vergöttern. Nun hat er zehn Songs aufgenommen und sich einige namhafte Gäste ins Studio geholt. Und obwohl es 8 verschiedene Sänger auf den 10 Songs sind, hat das Album einen guten Fluss und wirkt nicht wie ein zusammengeschustertes Stück Musik. Vor allem ist die Gitarrenarbeit herausragend und die einzelnen Songs sind sehr songdienlich geschrieben worden und auf "schaut her, was ich kann" Momente wurde großteils verzichtet. Natürlich ist sein Gitarrenspiel überragend, er ordnet sich aber dem "Song" unter. Aber alleine seinen Riffs zu lauschen, ist die Anschaffung von IMPERIUM wert. Für Gitarrenfanatiker eine Lehrstunde! Musikalisch geht es aber einen Tick härter als bei Megadeth zu. Ein modernen Thrash/Power Metal ist wohl die richtige Beschreibung. Viel Energie und Kraft strahlen die Songs aus. Los geht es mit LEAVE THIS WORLD BEHIND (feat Nils K. Rue von PAGAN`S MIND) und einem tollen Opener, bevor DISCORDIA mit Todd La Torre von Queensryche den ersten Eckpfeiler setzt. Der Song hat großes Potential und vor allem Todds Stimme passt hervorragend zu dem Song. Er hat eine unheimliche Wucht und einen starke Strophe. Auch der folgende WAITING TO DIE mit Chuck Billy von Testament ist stark. Getragener, heavier, dunkler... aber der sich einbrennende Refrain fehlt leider irgendwie. Oft hat man den Eindruck, dass die jeweiligen Sänger zwar einen (sehr) guten Job machen, aber diesen "hammergeilen Refrain" lieber für ihre eigene Band zurückgehalten haben. So ein richtiger "Hit", fehlt leider, was großteils wirklich an den "fehlenden" Refrains liegt. Henning Basse (Metallium, Firewind) ist dann der Sänger, der gleich 3 Songs veredelt (BLOOD SACRIFICE RITUAL, THE FAULT OF MAN und SEVEN SPIRITS). Und er macht seine Sache auch sehr gut. Was wirklich heraussticht, ist WALLS OF BLOOD mit Matt Cuthbertson (Into Eternity), der dem Song seine aggressivere und tiefere Stimme leiht und ein Highlight auf dem Album abliefert.Die Gitarren liefern starke Riffs im Sekundentakt und mit Matts Stimme könnte man im ersten Moment fast an ältere Arch Enemy denken. Super. Hier sieht man, wie vielseitig das Songmaterial von Glen (der übrigens selbst produziert hat) ist, die Songs würden auch mit einer Death Metal oder Thrash Metal Stimme funktionieren. DARK LORDS OF SLEEP mit Dan Cleary (Striker) beschließt das sehr gute Album. Herauszuheben wäre noch das sehr gute ALICE IN CHAINS Cover zu JUNKHEAD mit Lance Harvill an den Vocals. Der Song ist wirklich gelungen und macht in dieser Version auch sehr viel Freude. Gutes Album. Kaufen!

Genre: Modern Thrash Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 47 Minuten
VÖ: 22.02.2019

 

 

 

REZET  -  DEAL WITH IT!    Metalville Records

www.facebook.com/rezetband
www.metalville.de

REZET macht mit dem neuen Album DEAL WITH IT! einen gehörigen Schritt nach vorne. Das Labeldebüt über Metalville Records sollte der Band ein paar Türen öffnen und das Album bedeutet für die Band auch einen großen Schritt nach vorne. Nach eher mittelmäßigen Scheiben in den letzten 10 Jahren, die die Band nicht groß voran brachte und im Untergrund platzierte, hat man sich diesmal mit Eike Freese ins Hamburger Chameleon Studio verschanzt und 11 neue Songs eingespielt, die der Band ein paar neue Freund schenken dürfte. Ihr Thrash Metal erinnert gleich vom ersten Ton an etwas an die leider unterbewerteten XENTRIX, die zwischen 1989 und 1992 sehr gute Scheiben veröffentlichten, die aber der Band auch leider nicht den großen Durchbruch brachten. Ich hoffe für REZET, dass sie dieses Schicksal nicht teilen. Los geht es gleich mit einem guten Einstand, BEHIND GLASS rifft und thrasht wie in seeligen Zeiten, TREADMILL TO HELL schließt mit guten Riffs und kraftvollen Drums gleich an. Ricy Wagner und Heiko Musolf an der Gitarre zaubern das ein oder andere Sahneriff hervor und Bastian Santen unterlegt das mit einem guten
Drumgroove. Die große letzte Thrash Metal Welle mit Evile, Warbringer ist zwar schon wieder etwas am abschwellen, aber es kommen immer wieder gute Thrash Bands nach. So auch Rezet, die mit dem darauffolgenden Titelsong nochmal gehörig Gas geben. Leider verlieren sich die folgenden 2-3 Songs etwas und können nicht so überzeugen. Vor allem die Ballade ist in meinen Augen nicht wirklich gelungen und nimmt etwas den Drive aus der Scheibe. Wahrscheinlich wollte man etwas Abwechslung einbauen, aber leider schmälert es das Gesamtwerk etwas. Aber im hinteren Teil der Platte wird es nochmal so richtig gut und mit MDPV haben sie dort den besten Song des Albums leider etwas zu weit hinten positioniert.  Der Song hat ein starkes Thrash Metal Riff. Die Vocals von Ricky Wagner sind vor allem bei diesem Song richtig stark und der Refrain geht einem nicht mehr aus dem Kopf. So muß Thrash Metal 2019 klingen! Aber auch die nachfolgenden DEAD OR WHITE und SPIRAL DOWN sind absolute Höhepunkte auf dem Album und hätten evtl. etwas weiter vorne stehen sollen. Aber gut: die Scheibe lebt von einem sehr guten Sound, das Artwork ist dezent aber wirkungsvoll und der griffige und riffige Thrash Metal mit einer Portion Power Metal hat viel Wucht und Wums. Die Band ist demnächst auf
Europatour mit Nervosa und sollte sich einige neue Fans erspielen.

Genre: Thrash Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 11 Songs
VÖ: 22.02.2019

 

 

 

ERADICATOR  -  THE ATOMIC BLAST   Green Zone /HART


www.eradicator.de

Vor kurzem veröffentlichten die Sauerländer ERADICATOR erst ihr letztenAlbum INTO OBLIVION, kommt hier schon Nachschlag für die Fans. Aber die Die Hard Fans werden die Scheibe schon kennen, handelt es sich bei THE ATOMIC BLAST um das seit langem vergriffene Erstwerk von 2009. Jetzt gibt es die Scheibe also noch einmal auf dem neuen Green Zone Label, was für Thrash Fans durchaus Sinn macht. Aufgestockt wurde das Album mit 4 Neueinspielungen von 4 Albumtracks, die zwar einen Tick rauer (vor allemdie Vocals sind stark gewachsen...), aber auch unnötig erscheinen. Nachdem Demo hat hier zum ersten Mal Gitarrist und Bandkopf Sebastian Stöber
die Vocals übernommen und das ist das große Manko der Scheibe. Das mußman jetzt im nachhinein deutlich sagen. Auf dem neuen Album sind dieVocals einen Tick stärker, aber bei aller Energie, die Vocals könneneinfach nicht mit den großen Bands der 2. Thrash Generation mithalten. Der Re-Release hat zwar einen druckvollen Sound, aber über die Distanz des ganzen Albums stören die Vocals immer mehr. Gut los geht es mit dem schnellen und rifflastigen POSSESSED BY THE DEVIL, bevor das sehr an (mittlere) Destruction erinnernde CAPITAL PUNISHMENT am meisten überzeugt. Die sehr guten Gitarrenläufe machen Spaß! Auch THRASHING THROUGH THE PIT ist ein kleines aber feines und stimmiges Ausrufezeichen
und NEVER SURRENDER lebt von einem starken Anfangsriff im 80er Jahre US-Metal Style.Dagegen sind leider WAR IN MY HEAD, TRIGGER TO APOKALYPSE und PLACE OF NO RETURN belanglose Füller, die den Spaß an den restlichen Songs nehmen. WHEN BULLETS DROP LIKE RAIN... und NOTHING BUT ASHES REMAIN überzeugen dann wieder etwas mehr (vor allem die Gitarren und das Schlagzeugspiel), aber haben leider keinerlei Wiedererkennungswert und gehen im Gesamtkonzept unter. Dazu noch ein genretypischen Cover und fertig ist neues Futter für Thrash Metal Fans..... ob es wirklich wer braucht, bezweifel ich aber. Ultra Fans können ihre Sammlung vervollständigen, alle anderen sollten lieber das neue Werk antesten.

Genre: Thrash Metal
Musik: 6
Sound: 8
Info: 13 Songs / 60 Minuten
VÖ: 22.03.2019

 

 

 

 

LEATHER REBEL  -  MEIN LEBEN MIT JUDAS PRIEST / KK Downing und Mark Eglinton     IRON PAGES BOOKS

http://kkdowning.net/steelmill/
https://www.facebook.com/kkdowningsteelmill

Das Flagschiff des Heavy Metals ist ja in den letzten Jahren oftmals ins Schwanken gekommen und erst letztes Jahr hat sich die Band wieder gefangen und zu alter Stärke zurückgefunden. Darum wurde auch das Buch von ex-Gitarrist K.K. Downing mit Spannung erwartet. Immerhin hat er Priest in die metallische Richtung gelenkt und war auch für viele Heavy
Metal Klassiker verantwortlich, bevor er vor ein paar Jahren die
Reißleine zog und ausstieg. Das Buch erzählt die Geschichte des blonden
Gitarristen von Anfang an. Seine schwere Kindheit, sein schlechtes
Verhältnis zum Vater, seine Liebe zu Jimi Hendrix (den er mehrmals live
gesehen hat und ihm ein Pedal von der Bühne stahl...) und sein Aufstieg
zum Weltstar mit Judas Priest. Er war es, der die Band in die härtere
Richtung lenkte und er war es auch, der der Band das Leder Image
verpasst, da er eine Art "Uniform" für die Liveshows wollte. Wenn man
den Weg dahin verfolgt, ist das als Fan sehr interessant. Leider wird es
dann, ab der mittleren Phase der Band, etwas zu pauschal, uninformativ
und auch ein Stück weit belanglos. Es wurde wirklich viel Potential
verschenkt und das Buch kann leider zu keiner Zeit mit den zuletzt sehr
fesselnden Biographien von Peter Steele oder Roger Miret mithalten. Und
so bleibt das Buch leider eine Enttäuschung. Das Hauptproblem ist dabei
vor allem K.K. selbst, der sich an das Meiste nicht mehr erinnern kann,
oft Spannung aufbaut und dann mit einem banalen Satz die Geschichte
nicht zu Ende bringt oder immer (!) die Schuld bei anderen sucht (und
leider auch findet...). Außerdem war Judas Priest wohl nie eine Band von
Freunden, da untereinander über keinerlei Probleme gesprochen wurde.
Z.B. Rob Halfords Aufenthalt in der Entzugsklinik: keinerlei Fragen oder
Anzeichen vorher und danach ohne groß zu sprechen einfach weiter. Der
Drummer kündigt den Abschied an: okay - keiner frägt wieso weshalb. Ein
komisches Gebilde an Band eigentlich. Und Selbstkritik kennt K.K. leider
auch nicht. Nur er lieferte immer gute Shows ab, die Fehler lagen bei
den anderen (z.B. der Stress mit Iron Maiden). Schlechte Scheiben gab es
nicht (auch nicht Nostradamus, nicht die Ripper Jahre...), alles war
super. Das liest sich dann auf Dauer schon etwas eindimensional, wenn
fast jedes Kapitel mit den gleichen "Problemen" abschließt. Leider gibt
es dann zu Defenders of the Faith, Painkiller oder die Ripper Jahre zu
wenig Insiderinformationen. Was man liest, hat man so oder so schon
mitbekommen und die starken Phasen werden einfach zu oberflächlich
behandelt. Nur die Turbo-Phase mit dem großen Durchbruch in den USA wird
etwas intensiver behandelt, ohne großartige Informationen preis zu
geben. Auch wichtige Ereignisse wie das DAY ON THE GREEN Festival oder
ZDF ROCK POP IN CONCERT wird nebenbei in ein oder zwei Sätzen ohne
Inhalt abgefertigt. So bleibt leider alles ohne Inhalt und ermüdet dann
auch langsam. Und letztendlich hat es die Band erst in den letzten
Jahren etwas geschafft, sich an der absoluten Spitze zu behaupten. Wenn
man überlegt, dass von der Turbo Scheibe gerademal knapp 3 Millionen
Scheiben verkauft wurden, ist das zu den Megasellern Metallica und Iron
Maiden schon ein gewaltiger Sprung. Judas Priest ist eine der, wenn
nicht sogar die wichtigste Band im Heavy Metal gewesen, lange vor Iron
Maiden! Aber das Buch wird dem leider nicht gerecht in meinen Augen. Da
wäre viel mehr möglich gewesen. Schade! Fans sollten es trotzdem lesen.


Genre: Buch
Seiten: 225 / 16 Farbseiten in der Mitte
VÖ: 28.02.2019

 

 

NEBULA - CHARGED (Re-Release) Heavy Psych Sound

 

http://www.facebook.com/nebulaband

http://www.atomicritual.com

NEBULA waren in den 00er Jahren sicherlich die Band, die zusammen mit DOZER und AWESOME MACHINE die 2. Garde hinter den Megasellern QOTSA und MONSTER MAGNET waren und NEBULA wurde es am ehesten zugetraut, zu den Megasellern aufzuschließen und eine ähnliche Marke wie FU MANCHU zu werden. Die Band setzte sich ja auch aus 3 ehemaligen FU MANCHU Recken zusammen und Bassist Mark Abshire, Sänger/Gitarrist Eddie Glass und Drummer Ruben Romano legten mit ihrem Debüt TO THE CENTER auch eine Bombe in die Szene. Nach einigen EPs kam dann das Zweitwerk CHARGED und zeigte die Band gewachsen und gereift. Die eigentliche Version ist damals auf Sub Pop erschienen und wurde in der Stoner Rock Szene wohlwollend aufgenommen. Die Italiener von Heavy Psych Sounds haben sich nun dem Klassiker angenommen und niemand geringerer als SNAIL Bassist Matt Lynch hat die Scheibe sorgfältig remastert. Außerdem wurden dem Re-Release 2 Bonus Tracks geschenkt, wobei vor allem GIANT (auch als Demo auf der Scheibe) von dem Videospiel TONY HAWK`S PRO SKATER heraussticht. Das Songmaterial ist durchgängig stark und zeigt keine Füller auf. Ihr Blues-Rock getränkter Stoner Rock, der einfach gerade aus rockt und keine Gefangenen macht, ist genau der Sound, den man in den Anfangszeiten mit der Wüste und deren Atmosphäre verbunden hat. Keine Spielereien, keine Experimente, kein Psychedlic Schrott. Einfach Wüsten Rock wie er sein sollte. DO IT NOW überzeugt gleich vom ersten Ton mit seiner unbändigen Kraft, BEYOND ist ein Hit und ist all die Jahre danach immer noch herausragend. Der mit Akustikgitarre getragene TRAVELIN`MAN`S BLUES ist ein weiterer Klassiker und SHAKER oder GOODBYE YESTERDAY sind noch zu nennen - auch wenn es keinen einzigen Füller auf dem 2. NEBULA Album gibt. Vor allem der lange Abschlußtrack ALL THE WAY ist ein Monster mit Space Rock Einflüssen. Die Band hatte auf CHARGED ihren Höhepunkt erreicht und konnte danach auf keinem Album mehr eine solche Hitdichte auffahren. Wah-Wah- und Fuzz-Effekte der Superklasse! Stoner Rock Fans (alt und jung) müssen zuschlagen. Ein Klassiker des Genres!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 12 Songs / 54 Minuten
VÖ: 25.01.2019

 

 

 

SKRAECKOEDLAN - EORPE Fuzzorama / Soulfood
 

Der Albumtitel heißt auf Deutsch "Erde" und die Band hat sich mit Sci-Fi-Autor Nils Hakansson zusammengetan und erzählt eine im Jahre 1920 angesiedelte Story in 8 Kapitel / in 8 Songs. Sie haben DANKO JONES in Skandinavien auf der Tour supportet und sind dort ein sehr angesehener Act. Ihr neues Album hat viele gute Momente und ist sicherlich sehr eigenständig; was auch daran liegt, dass die Band in schwedischer Sprache singt. Das dritte Album (ich kenne die Vorgängerscheiben nicht...) erscheint nun auf dem sehr guten Fuzzorama Label und dürfte der Band wohl noch mehr Aufmerksamkeit zutragen. Hinzu kommt ein sehr warmer und dicker Sound von Erik Berglund und Magnus Lindberg und einen Extrapunkt für das tolle Artwork. Die Musik ist sehr ausgefeilt und beinhaltet von Classic Rock, Alternative Rock über Progressive Rock alle Elemente und wird hin und wieder (an der richtigen Stelle) mit einem dicken Stoner Rock Riff durchzogen. GULDALDERN startet mit ganzer Kraft und KUNG MAMMUT hat sogar einige SAGA ähnliche Keyboards im Mittelteil. Die Gitarren spielen schöne Melodien und die eindringliche und klare Stimme von Robert Lamu veredelt viele Songs. Die Songs CREATURE OF DOGGERLAND und ANGELICA haben mehr Grundhärte und sind 2 Highlights aus der Scheibe. Dagegen wirkt MAMMUTKUNGENS BARN atmosphärischer und zerbrechlicher und hat zum Finale hin nochmal einen fetten Groove und starkes Riffing, das mich an die seeligen Blackmail erinnert. Ein Monster von einem Song! Das folgende ELFENBENSSALARNA startet mit einem dicken Stoner Riff in bester Truckfighters Manier und wird durch sehr eingängige Vocals nochmals aufgewertet. Dieser Song dürfte ein absoluter Hit werden für die Band. TENTAKLER OCH BETAR ist dann etwas zu beschwingt und passt nicht so recht zu den anderen Songs. Wahrscheinlich ist es thematisch zur Story passend umgesetzt, aber für mich wirkt er als Song störend im Gesamtkontext. Eine große Überraschung und mich würde es wundern, wenn man die Band nicht die nächsten Monate auf den ganz großen Tourneen oder Festivals begutachten kann. Einer der heißesten Newcomer der letzten Monate. Ganz großes Kino!

Genre: Progressive Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 8 Songs / 50 Minuten
VÖ: 25.01.2019
 
 

ANANDA MIDA - CATHODNATIUS    Go Down Records

www.facebook.com/anandamidaband

Die Italiener von ANANDA MIDA sind nach einer starken Vorgängerscheibe mit einer neuen Machtdemonstration zurück und können mit ihrem Mix aus Progressive, Psychedelic, Classic und Stoner Rock total überzeugen und werden
hoffentlich bald die ganz großen Bühnen damit rocken. King Crimson
scheint immer wieder durch und die Band um Max Ear (ex-OJM) spielt sich hier in einem wahren Rausch. Und Unterstützung bekommen sie von Conny Ochs, der ja schon mit WINO zusammengearbeitet hat. Der ANODINATIUS Nachfolger knüpft genau dort an und wird die Fans weiterhin begeistern. Das Herzstück des Albums ist der 4-Teiler DOOM AND THE MEDICINE MAN. Hier ist es den Italienern gelungen, alle Facetten ihres Sounds unterzubringen und einen starken Track (I-TOWERS AND HOLES / II-OPENING HOURS / III-RUDE AWAKENING / IV-THE MEDICINE MAN IS LOOKING FOR A CURE) unterzubringen. Der Song atmet und lebt den Sound der Band. Aber dagegen gibt es auch altbewährtes (THE PILOT / BLANK STARE) oder neuartiges wie das eher balladeske OUT OF THE BLUE. Der Song PUPO CUPO ist dagegen einfach ein frisch klingender Rocker. Das großartige Gitarrenspiel von Matteo und Alessandro hat gegenüber dem Debüt noch einmal an Raffinesse und Fantasie dazugewonnen. Mit einem großen Label im Rücken wäre ANANDA MIDA in aller Munde und würde die ganzen gehypten Bands (Greta und Freunde...) locker hinter sich lassen. So müssen sie wohl aber (wie so viele Bands) ein Dasein auf der Schattenseite fristen.... eines der besten Classic/Progressive/Stoner Rock Alben der letzen Jahre!

Genre: Classic Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 5 Songs / 50 Minuten
VÖ: 25.01.2019

 

 

 

VIRTUAL TIME - ANIMAL REGRESSION Go down records

www.virtualtimemusic.com

Aus dem Nichts tauchen da plötzlich 4 Italiener auf, die mit ihrem Mix aus Classic Rock, Alternative Rock, Hard Rock und Funk Musik mich von Grund auf begeistern. Ein Mix aus Arctic Monkey, Led Zeppelin und White Stripes mal als grober Anhaltspunkt. Vor allem stimmlich ist das sehr an Robert Plant angelehnt und was da an Songs dargeboten wird, hat wirklich internationales Niveau. Wenn die Jungs aus England kommen würden, wären sie wahrscheinlich die nächste große Classic Rock Hoffnung. Die Musik ist frisch und klingt nicht zusammengeschustert oder gekünstelt. Der Opener GRAIN OF EXISTENCE ist zwar noch ein eher unscheinbarer Classic Rock Song, der aber schon aufhorchen lässt, so geht es mit HIGH CLASS WOMAN gleichmal an die Spitze der Classic Rock Bewegung. Was dieser Song an Freude versprüht, dürfte (hoffentlich) bald ein großer Hit werden. Hier gibt es coole Gitarren und super Hooklines. Beeindruckend. Danach kommt mit THE ADVENTURE OF FUNKY BOY ein Hammer Song, der auch von Jack White hätte stammen können, wenn dieser nach seiner Zeit bei den White Stripes eine rockigere Richtung eingeschlagen hätte. Der Groove ist mörderisch und die Vocals passen wie die Faust aufs Auge. Mein Lieblingssong auf dem Album. HEAVEN IS ASKING hat dann viel von 70er Rock und einen latenten White Stripes Einfluss. Der Titelsong stampft dann vorne weg und ist ein weiterer guter Song in bester Led Zeppelin Manier. Auch die folgenden RUSH OF AIR, I SEE THE MOONLIGHT und FLY AWAY setzen diese Tradition fort und überzeugen mit modernen Classic Rock. Ein frisches und spektakuläres Album, dass leider eine etwas zu kurze Spielzeit hat. Aber so gibt es zumindest keinen Füller. Das Classic Rock Erlebnis des Jahres!!!

Genre: Classic Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 8 songs / 26 Minuten
VÖ: Dezember 2018

 

 

 

MONGOOSE / JAHBULONG - Split Series #1 Go Down Records

www.facebook.com/mongoosetheband
www.facebook.com/jahbulong

Die Tradition der Split Veröffentlichungen ist ja in den letzten Jahren
etwas eingeschlafen, obwohl es zu den glorreichen Stoner Rock Zeiten
einige der besten Release ever als Split erschienen sind (Lowrider,
Nebula, Dozer, Unida, Awesome Machine...). Nun schickt sich das
italienische Label an, eine neue Split Release Serie zu starten. Und mit
MONGOOSE hat man zumindest eine Band ausgegraben, die vor Jahren schon
mit ihrer Scheibe für etwas Aufsehen sorgen konnten. Jetzt gibt es hier
5 neue Songs der Band aus Verona und wird die Fans der ersten Scheibe zufriedenstellen. Insgesamt ist das Material aber ohne große Höhepunkte, sondern einfach ein solides Stück Stoner Rock. Mit FINAL EXODUS gelingt der Band aber sogar ein kleiner Hit, den man als einen relaxten Mix aus DOZER und alten QOTSA umschreiben kann. Die anderen Songs sind gute Stoner Rock Songs italienischer Prägung (nicht so knarzig wie z.B. Black Rainbow) und dürften auf dem ein oder anderen Genre-Festival bei strahlendem Sonnenschein gut ankommen. Ebenfalls aus Verona und gut befreundet sind JAHBULONG, für die aber die Split zu früh kommt. Hier klingt vieles noch nicht flüssig und zähflüssig; zäh in einer unangenehmen Art und Weise. Die drei Songs sind ohne jeden Höhepunkt und zeigt die Schwächen der Band auf. Vieles wirkt einfach zu austauschbar und teilweise richtig einschläfernd. Nichtmal Genre-Liebhaber werden hier groß fündig werden. Stoner Fans sollten aber vor allem bei Mongoose ein Ohr riskieren!#

Genre: Stoner Rock
Musik: 7/5
Sound: 7
Info: 8 Songs / 43 Minuten
VÖ: Januar 2019
 
 

CHONTARAZ - SPEED THE BULLET SAOL Records

 

http://www.facebook.com/chontaraz

Der Bandname und die Musiker lassen schonmal nichts gutes erahnen. Chontaraz, Ahkon, Kraakh, Rhimm und Naagh heißen die Musiker und da tue ich mich schon mal schwer. Aber gut - lassen wir die Musik sprechen. Post-Apocalyptic Heavy Metal nennt sich die Band und nun ja....das wird es wohl auch sein, obwohl sich dieser Titel aus der Story zur CD/Lyrics ergibt. Das ist mir schon ein Dorn im Auge, wenn man (wie so oft im Bereich Black Metal) musikalisch nichts zu sagen hat, dann beschwört man die großen Theorien oder Geschichten, um die Band in den Fokus der (Metal-) Welt zu rücken. Und hier ist es die Welt am Abgrund und der Kampf dagegen. Verpackt in einer Sci-Fi Geschichte, die so "lala" ist. Das Thema ist zwar löblich, aber täuscht halt auch nicht darüber hinweg, dass die Musik belanglos und langweilig ist. Die Jungs mischen einfach zu viele Stile und vor allem die Nu-Metal Ausflüge machen vieles kaputt. Ihre guten Riffs im (modernen) Metal und der Gesang könnte überzeugen, aber langweilen dann doch mit jeder weiteren Spielminute. Die Vocals sind gut vorgetragen und haben auch Kraft, die Gitarristen lassen hin und wieder mit guten Riffs aufhorchen, aber alles in allem fehlt einfach die Qualität an den Songs und ein Song wie "ONE" ist leider absolut misslungen.


Genre: Dark Metal / Post-Apocalyptic Metal
Musik: 5
Sound: 7
Info: 11 Songs /46 Minuten
VÖ: 01.02.2019

 

 

 

CEILD - A VIEW SAOL Records

 

http://www.facebook.com/ceildband

Das erste Album von CEILD war noch mit Gesang laut Info, nun probiert es die Band mit Instrumental Rock. Weil es so angesagt ist momenten? Auf dem Hype aufspringen? Ich weiß es nicht und will auch nicht spekulieren. Fakt ist, dass A VIEW einen progressiven, instrumentalen Metal spielen, der aber leider an einigen Sachen nicht zündet. Spielen können die Franzosen, aber letztendlich wirken die Songs zu sehr auf "hip" getrimmt und verbuffen im Großen und Ganzen. Die Platte ist auf einem durchgängig guten Niveau, die großen "Aha-Momente" fehlen mir aber gänzlich. Die Scheibe plätschert vor sich hin und endet dann irgendwann recht unspektakulär. Instrumentale Musik finde ich immer "schwierig", aber Sachen wir Karma To Burn oder Long Distance Calling zünden zumindest großteils...was man bei CEILD leider gar nicht behaupten kann. SAILED oder das harte FALAISE steht der Band gut zu Gesicht, der Rest ist so Mittelmaß. Vielleicht feiert es das Instrumentalpublikum total ab - in meinen Augen ein eher durchschnittliches Album.

Genre: Instrumental Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 9 Songs / 56 Minuten
VÖ: 25.01.2019

 

 

 

THE QUILL - THE QUILL / SILVER HAZE Metalville Records

 

http://www.metalville.de

Nachdem Metalville Records vor ein paar Wochen die beiden Meisterwerke von THE QUILL, namentlich VOODOO CARAVAN und HOORAY! IT`S AN DEATHTRIP veröffentlichte, schieben sie nun nur kurze Zeit später das Debütalbum THE QUILL und SILVER HAZE nach. Wieder sehr schön aufgemacht im Digipack, neu gemastert (von den originalen Tapes) und mit Bonustracks nochmal aufgemotzt. Die beiden Scheiben kommen nicht an die oben genannten, starken Scheiben der Schweden heran, haben aber auch ihre guten Momente. In der damaligen Zeit (1995 THE QUILL / 1999 SILVER HAZE) war der Stoner Rock noch frisch und grade dabei, zu explodieren, aber unter den ganzen beeindruckenden Newcomern wie Unida, QOTSA, Awesome Machine, Dozer, Lowrider konnte sich THE QUILL damals nicht etablieren. Die Band bekam Slots auf dem Sweden Rock und tourte mit Monster Magnet und die Scheibe verkaufte sich in Schweden sehr gut. Aber damals konnten sie den großen Durchbruch nicht meistern und blieben eine Band der "zweiten" Reihe. Das lag wohl auch daran, dass der Einfluss von THE QUILL nicht im typisch matschigen Stoner Rock Sound lag, sondern eher den Sound der Bands Soundgarden, Alice in Chains und Black Sabbath übernahm. Das Debüt Album ist längst vergriffen und kommt jetzt zu neuen Ehren. Die Musiker kamen später bei "großen" Bands unter (Arch Enemy, Spiritual Beggars, Ayeron, Hanoi Rocks, Firebird) und die Band zerbrach langsam. Aber jetzt sind sie mit einem starken Album zurück und auch die ersten 4 Scheiben der Schweden sind nicht zu verachten. Das Debüt hat viel Soundgarden Nähe (FROM WHERE I AM) und kann vor allem gesanglich überzeugen, obwohl der ganz große Hit fehlt. Das Album ist stark, aber auch ohne jeden Höhepunkt. Das nachfolgende SILVER HAZE von 1999 hatte da schon mehr zu bieten und macht mit dem Mix aus Hard Rock, Soundgarden und bißchen Stoner Rock vieles richtig. EVERMORE hat fette Sabbath Gitarren, Magnus Ekwall klingt etwas wie OZZY zur Blizzard of Ozz Zeiten. Das Debüt hat einen Bonustrack, SILVER HAZE ganze 4 Songs (die überraschenderweise gut ausgefallen sind)! Die langen Spielzeiten ermüden evtl. ein wenig, aber für Fans ist natürlich jeder Soundschnipsel wichtig. Willkommen zurück THE QUILL und auf der kommenden Tour wird es sicherlich regen Absatz der alten Scheiben geben.

Genre: Hard / Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: The Quill (14 Songs / 62 Minuten)
Silver Haze (15 Songs / 72 Minuten)

VÖ: The Quill 22.02.2019
Silver Haze 25.01.2019

 

 

 

HEART - LIVE IN ATLANTIC CITY Ear Music

www.heart-music.com

Eine toll aufgemachte CD + BLURAY der Legende HEART flattert mir ins Haus. HEART? Okay - BARRACUDA war damals einer der ersten härteren Songs, dessen Gitarrenriff weiterhin unbeschreiblich gut klingt. Aber sonst. Die 2 Heart Damen haben die Zeit gut überstanden und entfachen auf dieser CD eine unglaubliche Energie. Das Konzert wurde bereits 2006 aufgezeichnet und ANN und NANCY WILSON sind musikalisch und stimmlich erste Sahne. Und einige hochkarätige Gäste runden dieses Konzert ab. Dave Navarro (Red Hot Chili Peppers, Jane`s Addiction) bringt bei den Eröffnungstriple BEBE LE STRANGE, STRAIGHT ON und CRAZY ON YOU eine unglaubliche Power auf die Bühne und seine Gitarre hört man richtig glühen. Die Country Sängerin Gretchen Wilson veredelt EVEN IT UP und ROCK`N ROLL (eine Led Zeppelin Cover Version). Höhepunkt ist sicherlich die Zusammenarbeit bei WOULD? und ROOSTER mit Alice in Chains verstärkt um Duff McKagan von Guns`n`Roses. Das war der erste offizielle Auftritt nach der Auflösung von ALICE IN CHAINS. Bei WOULD? ist auch Phil Anselmo mit dabei. Ein Hammer - schon alleine wegen dieser beiden historischen Momente. Bis zum finalen BARRACUDA mit allen Gästen vergeht die Zeit wie im Flug, weil das Material wirklich zündet. Ein wirklich tolles Konzerterlebnis mit einem starken Sound und überraschenderweise vielen Hits, die gut gealtert sind. Die BLU-RAY umfasst dann nicht alle Songs (z.B. fehlt das starke WOULD? und vor den Alice in Chains Songs sieht man Phil Anselmo nur kurz auf der Bühne...) und mindert etwas den guten Eindruck. Trotzdem! Es macht Spaß, dem Konzert zuzuschauen. Ein sehr angenehmer Schnitt und tolle Kameraführung mit einem starken Sound runden das Erlebnis ab. Eine kurze Interviewsektion mit den Gästen und Heart runden diese VÖ ab. Eine überraschend gute und spannende Veröffentlichung, die nicht nur für Heart Fans ein MUSS ist!

Tracklist CD:
01. Bébé Le Strange (with Dave Navarro)

02. Straight On (with Dave Navarro)

03. Crazy On You (with Dave Navarro)

04. Lost Angel

05. Even It Up (with Gretchen Wilson)

06. Rock’n Roll (with Gretchen Wilson)

07. Dog & Butterfly (with Rufus Wainwright)

08. Would? (with Alice In Chains & Duff McKagan & Phil Anselmo)

09. Rooster (with Alice In Chains &Duff McKagan)

10. Alone (with Carrie Underwood)

11. Magic Man

12. Misty Mountain Hop (with Dave Navarro)

13. Dreamboat Annie

14. Barracuda


Genre: Hard Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 14 Songs
VÖ: 25.01.2019

 

 

VENOM - STORM THE GATES Spinefarm Records

 

http://www.venomlegions.com

Keine Diskussionen: ohne Venom und deren damaligen Status gäbe es Metallica, Exodus, Slayer und viele andere Thrash Metal Bands gar nicht. Punkt. Und die ersten 3 Venom Scheiben gehören immer noch zur Pflicht eines jeden Metal Heads. Das danach nicht mehr alles Gold war (obwohl mir die CALM BEFORE THE STORM sehr gut gefällt), kam die Band erst wieder in den letzten Jahren ans Licht der Öffentlichkeit. Zwar gab es auf dem Dynamo Festival diese grandiose Comeback Show, aber danach war es relativ still um die Band (trotz CD-Veröffentlichungen). Cronos ist aber mit STORM THE GATES (nach zuvor ganz "okayen" Alben) zurück und kann fast an die Räudigkeit der Anfangszeiten anknüpfen. Liegt es an dem Sound, für den Cronos höchstpersönlich verantwortlich ist? Liegt es am zurückgewonnenen Schrammelsound? Fakt ist, dass VENOM 2018 so old school klingen wie schon lange nicht mehr. Der Opener BRING OUT YOUR DEAD ist fast wie früher, genauso wie DESTROYER, 100 MILES TO HELL und IMMORTAL. Das sind coole Songs, die jeden Venom Jünger begeistern dürften. IMMORTAL hat einen super Refrain, WE THE LOUD ebenfalls und teilweise nähert man sich den heiligen WARHEAD Zeiten mit einigen Slo-Riffings. Echt stark! Und der Titeltrack beschließt das Album mit einem Knall. Wow. Die anderen 2 original Venom Musiker machen ihr Ding unter VENOM INC. ja auch relativ erfolgreich weiter (warum auch nicht, Venom ist ja nicht die einzige Band, die es "2x" gibt...), aber mir persönlich sagt die Cronos Version mehr zu! Respekt und willkommen zurück! Eine der Überraschungen des Jahres!

Genre: Black Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 13 Songs / 53 Minuten
VÖ: 14.12.2018

 

 

 

ASHES OF ARES - WELL OF SOULS ROAR! / Soulfood

 

http://www.facebook.com/ashesofares

Gut, Matthew Barlow wird immer der Sänger von ICED EARTH bleiben und das auch zurecht, immerhin hat er Meisterwerke wie THE DARK SAGA geprägt! Aber ICED EARTH funktioniert auch ohne Matt und er hat sich für eine Laufbahn im Polizeidienst entschieden. Immerhin hört man hin und wieder etwas von ihm, was die Fans freuen dürfte und auch die Metalwelt braucht seine Stimme. Nach dem vor kurzem veröffentlichten WE ARE SENTINELS Klassik-Soundtrack-Album (oder was auch immer), kommt jetzt wieder der Metaller durch. Das Zweitwerk von ASHES OF ARES wird natürlich von Matthews Stimme geprägt, aber letztendlich muß man feststellen, dass die Scheibe leider vor sich hinplätschert und keinerlei echte Ausrufezeichen setzen kann. Das ist alles schon sehr gut gemacht und sehr professionell (evtl. auch einen Tick zu leblos....), aber leider wird die Scheibe im Groß der VÖs schnell vergessen sein. An den Drums gibt es mit Van Williams (ex-Nevermore) noch einen alten Bekannten, ansonsten kommen die restlichen Instrumente von Freddie Vidales. Der Opener CONSUMING THE MANA geht gleichmal gut nach vorne und überzeugt mit einem guten Gitarrenriff und viel Power und natürlich ist es toll, die Stimme von Matt wieder im härteren Gewand zu hören. Aber letztendlich fehlen die guten Momente. Das ist einfach alles zu mittelmäßig und ohne Barlows Stimme hätte die Band sicherlich gar keine Aufmerksamkeit bekommen. Das ein erfahrener Könner wie Barlow das nicht sieht? Na ja... Die härtere Songs (THE ALIEN, IN THE DARKNESS, SUN DRAGON) sind Einheitsware, gut sind die langsameren und ruhigeren Songs wie SOUL SEARCHER und LET ALL DESPAIR, wo Matt seine ganze Stimmbreite einsetzen kann. Eine letztendlich enttäuschende Veröffentlichung. Interessant ist sicherlich der Bonustrack YOU KNOW MY NAME, der Titelsong des 007 Films CASINO ROYALE (im Original von Chris Cornell), der sehr gut gelungen ist. Matt Barlow Fans sollten zuschlagen, weil seine Stimme einfach gute Erinnerungen zurück bringt. Der Rest eher nicht....

Genre: Power Metal
Musik: 6
Sound: 7
Info: 12 Songs / 58 Minuten
VÖ: 09.11.2018

 

 

 

KOTIOMKIN - LO ALBICOCCO AL CURARO - DECAMERON 666 Subsound

www.facebook.com/kotiomkinlab
www.facebook.com/pg/subsoundrecords

Ein weiteres, abgefahrenes Ding aus Italien. Dort kommen die meisten obskuren Bands her und auch diese Band ist mit ihrem Mix aus Soundtrack, Progressive Rock und Doom Metal weit über dem Hörbaren hinweg geflogen. Seit 2012 gibt es die Band und hat es auf 3 Alben gebracht. Das unglaublich starke, an 70er B-Horrorfilme angelehnte Coverartwork ist herausragend. Aber das war es dann auch schon in meinen Augen. Die Idee, alte Horror-Soundtracks mit Metal zu kompinieren ist eigentlich spannend und könnte gut umgesetzt werden, aber leider ist es den Italienern nicht gelungen, etwas fesselndes aus Plastik zu pressen. FATAL COMMESTIO lässt noch etwas aufhorchen, aber leider kommt mit SEXY AVERNO und METTI LO DIAVOLO NE LO CONVENTO keinerlei Steigerung. Die Scheibe dümpelt vor sich hin und findet in VILAN CHESSERTON und SATANASSO PROTETTORE DELLE DONNE sein Ende. 5 Songs zwischen 5 und 12 Minuten ohne Höhepunkte. Das Duo agiert ohne Vocals (nur Filmsamples in italienisch), es gibt nur Bass, Keyboards und Schlagzeug. Die Vorgängerscheibe ist mir unbekannt, überzeugt aber beim ersten Blick auch wieder durch ein starkes Artwork. Aber musikalisch ist das einfach nicht nachhaltig genug. Die Musiker sind sicherlich gut, aber es fehlt das, was gute Filme auch ausmacht. Spannung, Atmosphäre, Eindringlichkeit. Das komplette Album auf einem Stück durchzuhalten, ist fast eine Qual. Es gibt einfach zu wenig Struktur und die Sounds überraschen mit schrägen Tempo- und Stimmungswechseln. Ein guter Ansatz, leider nicht packend genug umgesetzt.

Genre: Soundtrack Rock
Musik: 4
Sound: 8
Info: 5 Songs / 39 Minuten
VÖ: 7.12.18

 

 

 

DEVILLE  -  PIGS WITH GODS   Fuzzorama Records

 

http://deville.nu

 

2004 auf unserem Daredevil Label ihren Einstand gegeben und 14 Jahre später jetzt der Höhepunkt der Band. Sicherlich war Deville immer eine sehr gute Liveband, die über 400 Shows gespielt hat und dabei auch immer überzeugen konnte. Warum? Weil man aus eher durchschnittlichen Alben die besten Songs in das Liveset packte und dadurch einen Hit an den nächsten reihen konnte. Der zweite Release auf Fuzzorama Records (und ihr fünfter insgesamt) stellt aber den Höhepunkt des Schaffens der Schweden dar. Zum ersten Mal gelingt der Mix aus Stoner und Grunge sehr gut und die Songs überzeugen durchweg. Los geht es mit zwei absoluten Höhepunkten: LOST GROUNDS ist ein fettes und düsteres erwachen und besitzt eine unglaubliche Schwere. Das Riff ist Killer und der Song ist beeindruckend heavy. Auch der folgende Titelsong geht in die gleiche Richtung, rockt mehr als der schwerfällige Opener und ist wohl einer der dunkelsten Songs der Bandgeschichte. Man muß sich als alter Fan wirklich fragen, was da mit der Band passiert ist! Beeindruckend! Danach kommt die erste Single GOLD SEALED TOMB, die den Höhepunkt der Scheibe darstellt und in die gleiche Richtung wie das Eröffnungsdoppel geht. Heavy, massiv, dunkel, angepisst. Danach ist damit aber dann (leider) Schluß und die Band bringt ihren Grunge Einfluss (erinnert mich schon immer etwas an härtere Foo Fighters…) zum Einsatz. Da rockt es immer gut, die Vocals sitzen, die Riffs sind stark und immer findet die Band einen guten Refrain (HELL IN THE WATER, ACID MEADOWS, CUT IT LOOSE). Daneben gibt es die typischen Stoner Rocker (CAME FOR NOTHING, WRECKED), aber auch mit LIGHTBRINGER einen schweren und langsamen, alles zermalmenden Rocker mit einem ruhigen Strophenteil und dick aufgetragenen Refrain. Oder dem Abschlußtrack IN REVERSE, der zwischen atmosphärisch düsteren Akustikteilen und fetten Riffs wechselt. Und MEDICATED ON A CONCRETE ROAD ist nochmal so ein richtiger Hit fürs Metal Radio gelungen. Gute Scheibe, die Beste der Schweden bisher! Respekt!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 12 Songs / 51 Minuten

VÖ: 26.10.2018

 

 

 

RIOT HORSE  -  COLD HEARTED WOMAN   Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Erstmal wieder Retro Rock. Eigentlich langweilt mich das nur noch, auch, weil einfach zu viel gleich klingt und leider zu keiner Weise an die Originale heran kommt. Sicherlich ist es schön, wenn diese Musik am Leben erhalten wird, aber die vielen gleichförmigen und belanglosen Release machen da halt vieles kaputt (was die Death Metal Szene in den 90ern ja auch durchmachen musste…). Und jetzt der nächste Retro Rock Release. Aber RIOT HORSE hatten vor einigen Jahren mit THIS IS WHO WE ARE eine richtige gute Platte am Start, die der Band einiges (aber leider nicht genug) Aufmerksamkeit einbrachte. Und auch schon das Mundharmonika Intro beim Opener COLD HEARTED WOMAN zeigt den Einfluss und die Klasse der Band. Die dänische/schwedische Formation weiß, wie man die Musik einfach „richtig“ spielt. Mit Herz und Verstand eben. COLD HEARTED WOMAN bietet auf gut 42 Minuten 9 Songs, die es in sich haben und zu keiner Sekunde auch nur annähernd in die Belanglosigkeit abdriften. Produktion, Songwriting, Songs…alles könnte auch in den 70ern veröffentlicht worden sein. Andreas Sydow (ex- Darkane, die ja über Nuclear Blast ihren Thrash Metal verbreiteten…) ist wohl der wichtigste Mann bei RIOT HORSE, denn seine bluesige Stimme ist herausragend. Und die klassische 70er Hard Rock Gitarre wird mit einigen Southern Rock Momenten aufgepeppt. Ganz stark MOVING OUT OF TOWN ist dann etwas langsamer, aber mit einem starken Groove versehen. Nille Schüttman zaubert ein tolles Riff (und Solo!) nach dem anderen aus seiner Gitarre und lässt beim bluesigen MY ONLY WOMAN die Frauenherzen höher schlagen. Und sogar ein Duett gibt es zu hören (GLAD YOU CAME) und überzeugt. SHADOW OF THE THE MOON bietet einiges an verschiedenen Riffs und Ideen; YOUR LOVE IS GONE hat einiges von DEEP PURPLE und FEEL MY LOVE erinnert mit an CREAM. Ja, wenn Retro Rock so klingt, dann gerne mehr! Der Rest kann mir zumindest gestohlen bleiben.

 

Genre: Retro Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 9 Songs / 42 Minuten

VÖ: 26.10.2018

 

 

 

WE HUNT BUFFALO  -  HEAD SMASHED IN    Fuzzorama Records

 

www.wehuntbuffalo.com

 

Das kanadische Trio ist mit einem neuen Werk zurück; der bereits sechsten Scheibe der Fuzz/Stoner Rocker. Und es hat sich nichts geändert bei den Herren Ryan Forsythe (Vocals/Guitar), Cliff Thiessen (Bass/Vocals) und Brandon Carter (Drums). Es gibt noch immer eher schleppenden, aber immer groovenden Stoner Rock mit einigen Psychedelic Rock Einflüssen. Die Band konnte sich durch permanentes Touren zumindest in der Szenen einen guten Namen machen. HEAVY LOW, der Opener der Scheibe, sagt gleich alles im Titel. WE HUNT BUFFALO haben das langsame, groovende Riff zwar nicht erfunden, wissen es aber perfekt einzusetzen. HEAVY LOW ist ein toller Song und macht gleich Lust auf mehr. ANGLER MUST DIE hat sehr gute Vocals und zieht etwas vom Tempo an. Höhepunkt des Albums ist der als Vorabsingle veröffentlichte Song THE GIANTS`S CAUSEWAY, der zwar im Vergleich zu den anderen Songs eher ein einfacher Rocker ist und auch ruhigere Teile hat, die aber auch an der Gitarre wahrlich explodieren können. Das ist schon ungewöhnliches Material für die Kanadier. KEEP IT REFRESHING ist dann wieder die gute alte Stoner Schule und mit ANCIOUS CHILDREN packt man hymnische Vocals aus. Das klappt ganz gut. Der ruhige, anfangs akustische Song GOD GAMES beschließt das Album mit einem Paukenschlag. WE HUNT BUFFALO haben gewohntes Niveau abgeliefert. Das ist nichts beeindruckendes oder gar aufsehenerregendes. Aber halt eine neue Scheibe der Kanadier. Wer die alten mag, wird auch diese kaufen.

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 9 Songs / 43 Minuten

VÖ: 26.10.20

 

 

 

UNCLE ACID & THE DEADBEATS  -  WASTELAND   Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/uncleacid

 

Gestartet als Okkult Rock Band haben sich UNCLE ACID & THE DEADBEATS durch unendliches Touren einen Namen gemacht. Ihr Retro Rock kommt bei den Leuten gut an und die Band wächst mit jeder Scheibe. Auch mit WASTELAND dürfte die Band einen weiteren Schritt nach vorne machen. Und was die Band in der Vergangenheit immer geschafft hat, hat sie nun verfeinert – Hits am Fließband! Aber auch hier findet man wie auf den alten Alben einige Songs, die nicht so richtig zünden und sich etwas in die Länge ziehen. Los geht’s gleich mit I SEE THROUGH YOU, der von Doom durchzogen ist und den typischen UA&TD Sound zur Perfektion bringt. Danach kommt die Single SHOCKWAVE CITY, das wie der Opener total eingängig ist und sicherlich im Liveset seine Beachtung finden wird. Diese beiden Songs zeigen die ganze Klasse der Band. Tolle Riffs, starker Gesang und ein gutes Gespür für die richtige Melodie am richtigen Platz. Doch dann schleicht sich leider der erste zähflüssige Song ein. NO RETURN ist fast 10 Minuten lang und hat leider auch einige Längen, obwohl die Melodie sofort ins Ohr geht, wirkt der Song einfach zu lange. Und schmälert so den Eindruck enorm. Dagegen ist der folgende BLOOD RUNNER wieder kurz, knackig und groovig. Und für UNCLE ACID & THE DEADBEATS auch in einer etwas flotteren Geschwindigkeit, was dem Album gut tut! Der Titelsong könnte auch aus einen alten Italo-Western stammen und bei BEDOUIN gibt es verzehrte Trompetenklänge, die dem Song eine psychedelische Note verpassen. EXODUS beschließt das Album, welches sicherlich nicht die Klasse von BLOODLUST hat (Klassiker schreibt man als Band wohl auch nicht so oft…), aber durch kleinere Erneuerungen (tolle Solos, etwas mehr Tempo) macht die Band einen (in meinen Augen) wichtigen Schritt nach vorne. Nicht alles zündet, aber was zündet, explodiert fast!

 

Genre: Okkult Rock

Musik: 8

Sound: 7

Info: 8 Songs / 47 Minuten

VÖ: 12.10.2018

 

 

 

 

HANGMAN`S CHAIR  -  BANLIEUE TRISTE   Spinefarm Records

 

www.facebook.com/hangmanschair

 

Nach dem guten letzten Album NOT SUPPOSED TO BE POSITIVE, welches wirklich einige starke Songs in der Schnittmenge Life of Agony, Type O Negative, Pist On etc. aufwies, kommt nur das neue Album auf dem Branchenriesen Spinefarm Records heraus. Schon das sehr schöne Cover-Artwork zeigt aber erneut die nicht gerade gut gelaunte Stimmung der Band. BANLIEUE TRISTE, was so viel wie Triste Vorträge heißt,  ist insgesamt noch eindringlicher, noch deprimierender und noch dunkler als das oben erwähnte, von mir sehr geschätzte Album. Und letztendlich lebt das Album von der bedrückenden (im wahrsten Sinne des Wortes) Grundatmosphäre. Leider können die einzelnen Songs nicht mit dem Vorgänger mithalten und stechen nicht so heraus, wie es die Vergangenheit getan hat. Das Album muß man als Gesamtkunstwerk verstehen, dann funktioniert es. Aber außer NAIVE mit seinem schönen, eindringlichen Gesang und das alles überragende 04/09/16 bleibt vieles einfach zu unausgegoren. Die Ansätze sind da, die Band hat eigentlich alles, um die Lücke, die Bands wie LOA, ToN oder auch AIC an Schwermut hinterlassen haben, zu füllen. Aber sie nützen es nicht, da es letztendlich zu verspielt und zu künstlerisch angelegt ist.

Sänger und Gitarrist Cédric Toufouti hat eine Stimme (vor allem bei 04/09/16), die alles niederschmelzt, aber das bleibt leider die Ausnahme, weil es nicht gelingt, die Lieder in eine gute Form zu verpacken. Aber ich will das hier nicht schlecht reden. Das ist sehr schwer, doomig, riffig, eindringlich. Genau eigentlich das, was auch in der breiten Masse gut ankommt. Aber leider auch etwas verschwendet, da wäre einfach soooo viel mehr drin gewesen. Schade. Aber die Band sieht die Scheibe eher als Selbsttherapie und da muß man sagen: gelungen! Trotzdem kaufen, ins Sofa setzen, Augen schließen und genießen!

 

Genre: Alternative Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 55 Minuten

VÖ: 28.09.2018

 

 

 

 

DAYS OF JUPITER  -  PANOPTICAL   Metalville

 

www.metalville.de

 

Trotz gutem Support und einer dicken Produktion (Leon Studios, Rikard Löfgren, Mustasch, Enforcer, Sister Sin etc.) blieb das letztjährige Album NEW AWAKENING nicht groß in Erinnerung. Nun kommt die Band mit PANOPTICAL relativ schnell zurück und hat das gleiche Studio/Team hinter sich. Leider ist das Artwork erneut etwas zu „kindlich“, was erstmal den Ersthörer abschreckt! Aber der Eröffnungstrack SWALLOW steigt gleichmal voll ein. WE ALL DIE YOUNG folgt und zeigt die Band gereifter. Der Sound ist irgendwo zwischen Mustasch, Disturbed und Transport League angesiedelt; ist aber mehr Modern Metal als Modern Rock. Die Band hat einen starken Sänger (Janne Hilli), der die griffige Musik gut steuert. Die Songs sind kraftvoll und lassen auch etwas Raum für Ruhe. Einige starke Metalkracher wie der Opener SWALLOW oder SONS OF WAR gibt es, die mit starken Riffs und einem unheimliche Drive des Drummers punkten können. Aber andererseits gibt es Songs wie INGLORIOUS oder MY TRAGEDY, MY CURSE…die einfach etwas von dem guten Eindruck nehmen. Trotzdem ist Days of Jupiter eine starke Band, die hoffentlich mit ihrem Drittwerk etwas mehr Aufsehen erregen können. Vor allem Sänger Janne Hilli braucht sich wirklich nicht hinter den Großen der Szene verstecken und überzeugt mit seiner Stimme von der ersten bis zur letzten Minute. Highlight ist FAVORITE WASTE mein einem starken Refrain. Summa Summarum sind aber 12 Songs wohl wieder 2-3 Songs zuviel (wie leider bei vielen Bands) und schmälern dann letztendlich den sehr guten Eindruck ein bißchen. Trotzdem: Fans von modernen Heavy Metal müssen ein Ohr riskieren, schon allein wegen der starken Produktion.

 

Genre: Modern Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 12 Songs / 53 Minuten

VÖ: 26.10.2018

 

 

 

 

THE QUILL  -  VOODOO CARAVAN /  HOORAY! IT`S A DEATHTRIP   Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Metalville Records haben in der Vergangenheit das ein oder andere Album wiederveröffentlicht (z.B. Night In Gales) und diesmal machen sie sich über die Schweden-Stoner von THE QUILL her. Ursprünglich auf STEAMHAMMER erschienen, spielten THE QUILL Anfang der 00er Jahre eine gute Version des Stoner Rocks, der gerade seine Blütezeit hatte. Richtig am Thron der damaligen Szene konnten sie aber nicht kratzen, da waren ihre Alben einfach zu launisch. Das 2002er Album VOODOO CARAVAN, das dritte Album der Band, hatte einige Einflüsse aus dem Grunge und dem 70er Hardrock. The Quill war näher an Bands wie den Spiritual Beggars als an Nebula, Unida oder Monster Magnet. Auf VOODOO CARAVAN fehlten aber letztendlich die „großen“ Hits und lies das Album etwas untergehen. Spielerisch und gesanglich eine gute Leistung, aber letztendlich war der Stil zwischen Stoner, Grunge und 70s Rock noch nicht ausgereift genug. Obwohl Sänger Magnus Ekvall sicherlich zu den guten schwedischen Sängern gehört. Anspieltipps sind SELL NO SOUL oder das Led Zeppelin artige (WADE ACROSS) THE MIGHTY RIVER. Für Fans ein gutes Zeitdokument, aber kein absolutes Muss.

HOORAY! IT`S A DEATHTRIP, das ein Jahr später erschien, hatte dann einige Mängel ausradiert. Magnus Ekwall konnte den Songs seinen Stempel aufdrücken, die Songs hatten noch mehr Led Zeppelin Einfluss und vor allem der Sound von Soundgarden hatte seine Spuren hinterlassen. Und diesmal sitzen die Hooklines perfekt! Produzent Rickard Bengtsson (Spiritual Beggars) und Mixer Daniel Bergstrand (In Flames) haben dem Album einen starken Sound verpasst, der auch dem Gesamteindruck sehr gut tut. NOTHING EVER CHANGES oder das sehr nach Black Sabbath klingende COME WHAT MAY überzeugen gleich beim ersten Durchlauf. Und vor allem das schnellere AMERICAN POWDER ist ein Höhepunkt. Im hinteren Drittel wird es dann zwar leider wieder eher schwächer, was aber dem guten Album nicht sehr schadet.

Beide Alben wurden von Metalville schön verpackt und mit einigen Bonus Tracks aufgewertet. Nur eingefleischte Fans werden die zwar brauchen, aber gut. Und das Remaster hätte zumindest das Werk von 2003 nicht gebraucht…..

 

Genre: Stoner Rock

Info: weit über 50 Minuten Spielzeit

VÖ: 26.10.2018

 

 

 

 

FINAL BREATH   -  OF DEATH AND SIN     Metalville Records / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

Final Breath geistern schon seit Anfang der 90er Jahre durch die Gegend und hin und wieder habe ich die Band auch schon on stage gesehen. Das war immer ganz gut, aber halt auch nicht mehr. Eine Band, die man mit "passt schon" abhandeln würde. Und dann lese ich, dass nach 14 Jahren ein neues Lebenszeichen auf Metalville kommen soll. Ehrlich gesagt hatte ich da keinerlei Erwartungen, wurde aber absolut positiv überrascht. Gleich sticht mal das überragende Artwork vom indonesischen Künstler Megan Mushi ins Auge, dass beeindruckend gut geworden ist und die Platte (zumindest optisch) in die erste Liga hievt. Auch der Sound ist super fett und für diese Musik absolut wichtig. Und ratet mal wer für den Endmix zuständig war? Peter Tägtgren! Hut ab und zeugt schonmal für Qualität (der macht nicht mehr alles...der Peter!). Musikalisch dominieren fette Riffs aus der Thrash Metal Schule, die aber vor allem durch die Vocals von Neusänger Patrick (Flesh Trading Company) auch in die Death Metal Schublade fallen können. Die 10 Songs sind auf gleichbleibend hohem Niveau, obwohl ein richtiger Hit nicht wirklich hervorstechen soll. Am ehesten bleibt noch das erste Video AGONIZED, ZOBIEFIED, NECROTIZED im Ohr hängen, weil der Refrain halt schon sehr einprägsam ist. Und vom Opener BABYLON C.E. (der eher wie ein Intro wirkt....) sollte man sich nicht abschrecken lassen! Aber das hier soll nichts negatives sein! Die Platte ballert von der ersten bis zur letzten Minute auf einem starken (auch International gesehen!) Level. Und mit dem wirklich wahren ersten Song YEARNING FOR NEXT MURDER gibt es gleich eine auf die Mütze! Auch die Solos von Jörg Breitenbach lassen jeden Gitarrenfanatiker freudig strahlen, müssen sich hinter den Großen der Szene nicht verstecken und runden die Scheibe vorzüglich ab. Die Jungs haben natürlich ihre Wurzeln und die dürften ganz klar Slayer und Exodus heißen. Wie gesagt: das dürfte die sogar die "alten, führenden" Bands in Angst und Schrecken versetzen, weil so eine Spielfreude hat es lange in dem Genre nicht gegeben! Frisch klingt es! ANNIHILATION, YEARNING FOR NEXT MURDER. Für Thrash Metal Fans ein MUSS!

Genre: Thrash Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 10 Songs / 44 Minuten

VÖ: 19.10.2018

 

 

 

 

V.A. - METALVILLE 10 YEARS OF ROCK   Metalville Records / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

10 Jahre gibt es jetzt das Metalville Label und wird mit einer Compilation gefeiert! Und im aktuellen Rock Hard lässt die Firma ja auch verlauten, dass sie weiterhin an das Medium CD glaubt. Darum ist ein Sampler über das Label natürlich eine Konsequente Sache! Ich finds gut! Das von Chris Boltendahl (Grave Digger) gegründete Label, dass im ehemaligen Nuclear Blast Talentscout Holger nun seinen "Vorsitzenden" hat, ist an musikalischem Wissen wahrscheinlich eh nichts vorzumachen. Da steckt Fachkompetenz hinter Metalville! Leute, die mit Fleisch und Blut dafür stehen, was sie machen! Natürlich ist die Metalville Familie mittlerweile groß geworden und somit konnten nicht alle Bands berücksichtigt werden, aber gut...hier schon mal die Auswahl des Labels. Vorab...mit allem kann ich mich nicht anfreunden. Ich weiß, dass Bands wie THE O`REILYS & THE PADDYHATS, OHRENFEINDT, KÄRBHOLZ oder gar HARPYIE viel verkaufen, aber mögen muss ich das deswegen gar nicht! Aber es zeigt auch, wie Breit das Label aufgestellt ist. Von Mittelalterkaspern bis zu Deutschrockern hin zu Space Rock und Death Metal. Da ist alles dabei und wird auch im Headquarter als "fein" empfunden. Und es gibt natürlich einiges an unveröffentlichtem Material, was auch die Fans der jeweiligen Bands anstacheln dürften! Die großen Klassiker (UGLY KID JOE, FOGHAT, LEE AARON) mit einer jeweiligen Liveversion eines Hits, die Schweden von ASTRAL DOORS mit einem unveröffentlichten Song und die Stoner Rock von THE QUILL sind die Highlights. Leider gibt es von Paul Di`Annos ex Band ARCHITECTZ OF CHAOZ keinen Song mit dem Meister. Aber sonst überzeugen natürlich die Songs von PERZONAL WAR, CHRIS CAFFERY, THOBBE ENGLUND, POVERTY`S NO CRIME auf ganzer Linie. Der Anfang tritt recht aufs Gas, hintenraus wird es dann etwas ...."puh".... (Harpyie, Kärbholz, Ohrenfeindt), aber um diese tolle Firma zu unterstützen, sollte man sich diese gute Zusammenstellung unbedingt besorgen!

 

Genre: Rock / Metal

Musik: -

Sound: -

Info: 14  Songs / 65 Minuten

VÖ: 21.09.2018

 

 

 

 

STRIKER  -  PLAY TO WIN    SAOL

 

www.striker-metal.com

 

Aus Kanada kommen STRIKER und haben schon das ein oder andere Metal Herz erobert. Immerhin ist PLAY TO WIN schon der 6. Langplayer der Kanadier. Die neue Scheibe hat viel Power, gute Songs und auch einige ganz starke Momente; aber im Endeffekt ist es doch nicht der wahre Brecher geworden. Ihr Mix ist interessant, HEART OF LIES ist noch stark im Thrash oder Speed Metal angesiedelt und ist ein sehr guter STRIKER Song mit viel Kraft. POSITION OF POWER nimmt dann etwas das Tempo raus, was nach dem heftigen Opener noch gut rüberkommt, aber schon hier nervt der sehr kommerzielle Refrain. Gitarrentechnisch legt man sich auf eine kraftvolle Version der NWoBHM Zeit fest, was der Band sicherlich gut steht. Mit HEAD FIRST wildert man dann fast in Hair-Metal Gefilden und Zack: der gute Eindruck ist leider weg bei mir. ON THE RUN ist dann Hard Rock, der zwar gut gespielt wird, aber schon der gefühlt 4. Stil auf dem Album ist, was dem starken Eröffnungsdoppel leider nicht zu gute kommt.

Und einen wirklich belanglosen Rocker mit schrecklichem Refrain gibt das folgende THE FRONT ab. Da sind zu viele Chöre und "fröhliche" Melodien im Stück. Der Titelsong kann dann wieder überzeugen, ein super ausgearbeiteter Song, der sich klar an die Hair Metal Bands orientiert, aber stark gemacht ist. STANDING ALONE ist eine üble Ballade und mit SUMMONER kommt endlich etwas Power zurück und überzeugt gleich vollkommen. Hier besticht (wie übrigens auf dem kompletten Album) die Gitarrenarbeit von von Tim Brown und Chris Segger. Ein wirklich toller Song. HEAVY IS THE HEART und HANDS OF TIME düften dann eher die Stryper und Winger Fans beglücken... Ein wirklich nicht einfaches Album, welches mit einigen tollen Songs punktet, aber insgesamt zu durchwachsen ist und vor allem die Ausflüge in die 80er Jahre des L.A. Sounds nicht gut übersteht. Schade!

 

Genre: Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 41 Minuten

VÖ: 26.10.2018

 

 

 

 

ROGER MIRET, JON WIEDERHORN  - UNITED & STRONG / NEW YORK HARDCORE – MEIN LEBEN MIT AGNOSTIC FRONT   Iron Pages Verlag

 

www.ip-verlag.de

www.facebook.com/agnosticfront

 

Darauf habe ich mich wirklich unheimlich gefreut. 1986 war ein starkes Jahr von den Veröffentlichungen her, aber CAUSE FOR ALARM von Agnostic Front hat mich damals absolut umgehauen. Sowas hat es vorher nicht gegeben. Dieser Mix aus Metal und Hardcore und diese Wucht war einfach neu und atemberaubend. Und seitdem hat Agnostic Front ein sehr hohes Ansehen bei mir. Außerdem kommt die Gruppe aus einer meiner absoluten Lieblingsstädte und somit war ich mehr als gespannt auf dieses Buch. Natürlich weiß man als Fan und Musikinteressierter über den Werdegang und die Wichtigkeit von Agnostic Front; man weiß über den Gefängnisaufenthalt von Roger, die Verknüpfungen zu Madball oder die Reunion danach. Trotzdem gibt dieses Buch so viele Einblicke und neue Sichtweisen, dass man fasziniert am Buch hängenbleibt. Außerdem erzählt Roger sein Leben ehrlich und glaubhaft und ist sicherlich nicht auf Effekthascherei aus. So wie er es erzählt, kann man es sich genau vorstellen bzw. fühlt sich teilweise eingebunden in die Zeit. Und das gelingt wirklich nicht vielen Büchern.  Dieses Buch ist unverblümt, rauh, oft schockierend…aber letztendlich ehrlich und menschlich. Eingeleitet wird das Buch von einem Vorwort von Superfan Jamey Jasta (Hatebreed) und Al Barr (Dropkick Murphys). Los geht’s mit der nicht einfachen Kindheit von Roger, die gezeichnet von Gewalt dahinschleicht. Danach gibt es für Roger kein Halten mehr. Beginnend in der New Yorker Punkszene wird er bald zur Ikone - Schlägereien, Drogendeals etc. stürzen ihn in eine immer tiefer schluckende Spirale. Die Gewaltausbrüche von ihm und seiner Band / seinen Begleitern muss man sicherlich kritisieren und vor allem nicht gut heißen, aber die damalige Situation in und um New York war sicherlich nicht einfach und wird auch sehr gut beschrieben. Aber die Punk- und Hardcoreszene blickt zu ihm auf; und trotzdem: abseits der Band läuft es nicht gut für ihn (kein Geld, keine Wohnung etc.). Das Agnostic Front dann letztendlich metallischer werden, hat auch mit dem ständigen Wechsel der Mitglieder zu tun. Und so wird Roger letztendlich auch zur Hardcore-Ikone der New Yorker Szene und beeinflusst ganz viele Bands, die nach ihm rießige Erfolge feierten. Die Geschichten über die Tourneen lesen sich interessant und die Kapitel über seinen Gefängnisaufenthalt sind so authentisch und lebhaft erzählt, dass man sich jeden Winkel seiner Zelle vorstellen kann. Dieses Buch atmet richtig den Spirit der 80er und 90er Jahre; die Entstehung der Punk- und Hardcoreszene lässt sich hierbei sehr gut nachvollziehen und zeigt den Zusammenhalt der New Yorker Szene und später der gesamten amerikanischen Bewegung. Und seine Sicht auf die damaligen Dinge, jetzt als gesetzter und erfahrener Familienvater, sind trotzdem nicht immer kritisch.

 

Genre: Hardcore

Buch: 288 Seiten

Farbseiten mit Fotos: 8 Seiten

V.Ö.: 24.08.18

 

 

 

BRUCE DICKINSON  -  SCREAM FOR ME SARAJEVO     BMG

 

www.screamforme.com

 

Music from the motion picture ist der Anhang dieser Scheibe. Der Soundtrack zum Film wird hier als CD und Do-LP veröffentlicht und sein eher basisches Artwork passt perfekt zu den eher bedrückenden, dicken Booklet. Wenn man die Geschichte hinter dieser geschichtlichen wichtigen Tonkonserve liest, ist man gleich gefesselt. Das dicke Booklet erzählt die komplette Geschichte und zeigt die Band in Sarajevo zwischen kaputten Häusern, Panzern und absoluter Zerstörung. Film ansehen!!!! Der musikalische Teil ist natürlich über allem erhaben. Bruce Dickinson hat in seiner Zeit außerhalb von Iron Maiden mit die beste Musik überhaupt geschrieben. Er hatte ja auch mit Roy Z und Adrian Smith zwei der absolut Besten an seiner Seite! Und auch wenn es Maiden Fans nicht gerne hören. Die Soloscheiben dürften die letzten Maiden VÖs locker in die Tasche stecken. Selten sang Bruce eindringlicher und emotionaler und die Vielzahl der Gäste, die mit ihm gearbeiten haben, machen die Songs transparenter, abwechslungsreicher und vor allem nicht so vorhersehbar. Schon der akustische Einstieg CHANGE OF HEART geht unter die Haut und ein Song wie TEARS OF THE DRAGON ist besser, wie alles, was Maiden nach Somewhere in Time je geschrieben haben. Das Material wechselt von beeindruckend "ruhig" (NAVIGATE THE SEAS OF THE SUN oder das unglaublich emotionale ARC OF SPACE) mit "Maiden-artigen" Songs (DARKSIDE OF AQUARIUS, ROAD TO HELL oder das tolle POWER OF THE SUN), die auf jeder der letzten Iron Maiden Scheiben den absoluten Höhepunkt dargestellt hätten. Oder eher moderneren Metal Einflüssen (also die der 90er...Grunge, Alternative...) wie RIVER OF NO RETURN oder STRANGE DEATH IN PARADISE, welches eines der besten Gesangslinien von Bruce ever enthält. Dieser Song in seinem langsamen Tempo geht absolut unter die Haut. INERTIA als Livedokument ist beeindruckend bevor der starte ACOUSTIC SONG und das eindringliche ETERNAL dieses Album beschließt. Die Soloalben und das Skunkworks Debüt wurden seinerzeit einfach nicht richtig geschätzt. Den Maiden Fans war es zu modern und soft, die normalen Hörer wollten wahrscheinlich nichts von einem der Metal Sänger hören...leider. Das Material hat den Test der Zeit überstanden und ist einfach nur beeindruckend. Und die Geschichte dazu eh! Ein super Zeitdokument! Ein super Soundtrack. Toll!

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 10

Sound: 9

Info: 14 Songs / 73 Minuten

VÖ: 29.06.2018

 

 

 

KISSIN DYNAMITE - ECSTASY   SMI / Columbia

www.kissin-dynamite.de

Die als Schülerband gestartet und als "Teenieband" groß abgeräumt, präsentieren sich die süddeutschen KISSIN DYNAMITE mit ihrem sechsten Album wieder etwas basischer und auch erwachsener. Und auch wenn man hier etwas mehr an Härte reingepackt hat, ist das Fundament von Kissin Dynamite immernoch der gute alte Sleaze Rock der 80er Jahre aus den USA. Faster Pussycat, Mötley Crüe und Ratt haben in der deutsche Formation gute Nachfolger gefunden und das für so eine Musik noch immer (wieder...) ein Markt besteht, ist auch nicht verwunderlich. Dazu kommt noch die "Härte" von Skid Row`s SLAVE TO THE GRIND Überalbum und eine sehr gute Metal Platte aus Deutschland ist am Start. Die Party der Kissin Dynamite Supporter wird weitergehen und genügend Mädchen in der ersten Reihe in Ohnmacht fallen, wenn Hannes seine blonde Mähne schwingt. Los geht’s mit I`VE GOT THE FIRE, welches relativ heavy daherkommt und die Richtung der Scheibe zeigt. Danach kommt mit YOU`RE NOT ALONE ein richtiger Hit und der gute Refrain und die starke Gitarrenarbeit überzeugen. Mit dem Titelsong ECSTACY haben die Süddeutschen einen richtigen Hit am Start, der einem nicht mehr aus dem Ohr geht und für Mitsingspielchen auf Festivals prädestiniert ist. Und trotz aller neuer Härte und der starken Gitarrenriffs, gibt es mit STILL AROUND und HEART OF STONE natürlich auch wieder die lang erwarteten Balladen. Dieses Album dürfte die Band auch abseits ihrer Fangruppe neu positionieren und die kommenden Tourneen dürfte diese spielstarke Band weiter oben im Ranking der Heavy Metal Fans festsetzen. Gutes Sommer Metal Album!


Genre: Metal
Musik: 8
Sound: 8
13 songs / 55 minuten
VÖ: 06.07.2018

 

 

 

 

KÜENRING - s/t SAOL / H`Art

www.facebook.com/kuenring

Küenring was? Aus dem schönen Österreich kommen diese jungen Burschen, die sich dem klassischen Heavy Metal verschrieben haben. Kuenringer war ein Raubrittergeschlecht in Österreich und somit ist der Name erklärt. Der Sound der Band ist frisch und unverbraucht. Hier wird viel geklaut aus der Metalwelt; von Maiden, Manowar und den ganzen jungen Wilden, die die
alten Klassiker wiederentdeckt haben. Großes Manko (oder vielleicht für viele grad deswegen Aushängeschild...) ist Sänger Stefan Gutenthaler, der wahrlich keinen schlechten Job abliefert, aber insgesamt doch den kleinen Unterschied ausmacht. Musikalisch ist aber hier alles top!
Schnelle Songs wie STREETFIGHT oder INTO THE NIGHT sind wie geschaffen für kleine Headbanger Stunden und vor allem (auf dem ganzen Album!) die Instrumental- und Soloteile lassen einen aufhorchen. Was hier die zwei Gitarristen Florian Gutenthaler und Michael Sulzbachner abliefern, ist internationales Top-Niveau! Auch der etwas stampfendere ODYSSEY, hat den Höhepunkt im Soloteil und im Break, dass die Band wirklich beeindruckend hinbekommt! Das akustische Instrumental AUTUMN ist ein beeindruckendes Zusammenspiel der Gitarristen. Vielleicht etwas zu lang geworden, aber trotzdem toll. Danach kommt der achtminütige Mid-Tempo Song THE UNKNOWN, der gut ins Ohr get und zum headbangen verleitet. Sehr gute Heavy Metal Nummer, wo auch die Vocals gut ins Bild passen. Das kurze Gitarrenintro DAWN bringt uns gleich zum flotten HOUNDS OF KÜENRING, dass mit seinen 10 Minuten Spielzeit üppig ausgefallen ist. Einen starken Eindruck macht RISE OF THE MADMAN, ein schneller Speed Metal Song, der starke Riffs hat und einen guten Drive. Der Refrain rockt gut voran und die hier etwas dunkleren Vocals von Stefan sind toll. Sehr gute und hoffnungsvolle Band, von der man in Zukunft sicherlich noch mehr hören wird. Herausragend ist die melodische Gitarrenarbeit und das Songwriting hat internationale Qualitäten. Gutes Ding!

Genre: Heavy Metal
Musik: 8
Sound: 7
Info: 8 Songs / 51 Minuten
VÖ: 06.07.2018

 

 

 

WE ARE SENTINELS  -  s7t     SAOL Music

 

www.wearesentinels.com

 

Das ist ein Projekt zwischen dem ex-Iced Earth Sänger Matt Barlow und dem Pianisten Jonah Weingarten (Pyramaze). Beiden haben ja schon in der Vergangenheit zusammen bei Pyramaze gearbeitet und somit ist das Projekt vielleicht auch eine logische Konsequenz, weil einen besser passenden Sänger als Matt hätte Jonah für seine Klaviermusik nicht finden können. Die orchestralen Arrangements mit dem klassischen Piano und vereinzelten Percussions ist wirklich toll gemacht und auch die Stimme von Matt ist mehr als passend. Im Infoblatt steht was von "episch" und ja - das stimmt. Gleichmal FROM THE TOWER hat einen treibenden Rhythmus, wohingegen MY OWN SIN eher einen romantischen Touch besitzt. Die WINTER TRIOLOGY (KINGDOM OF WINTER, DREAMING IN WINTER und BATTLE IN WINTER) ist in sich stimmig und durch seine opernhafte Inszenierung ein Höhepunkt auf dem Album. Die Musik dieser CD ist so fasettenreich, dass sowohl Klassikhörer, Soundtrack Fetischisten als auch Metal Fans gefallen daran finden dürften. Die CD könnte auch für einen Hollywood Blockbuster geschrieben worden sein. Das Spektrum ist wirklich weit gestreut und vor allem die eigentlich simple, aber halt hochwertigen Kompositionen von Jonah machen die CD nicht nur für spezialisierte Genrehörer interessant. Und das alles wurde in einer starken Produktion von Jacob Hansen (u.a. Volbeat) verpackt und auch das Artwork ist super stimmig.

 

Genre: Piano Musik

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs / 48 Minuten

VÖ: 06.07.2018

 

 

 

CORONER  -  MENTAL VORTEX    Noise Records

 

www.coroner-reunion.com

 

Das vierte Album der Schweizer Techno-Thrasher ist ganz klar eines der Höhepunkte in der verdammt starken Bandgeschichte. Aber hier stimmte einfach alles: komplexe, aber trotzdem eingängige Songs, die größte Hitdichte und eine Dynamik, die damals nur von ganz wenigen Bands erreicht wurde. 1991 legte CORONER nach dem erfolgreichen NO MORE COLOUR dieses Monsterwerk vor und konnten noch einmal richtig Aufsehen erregen und einen weiteren großen Schritt nach vorne machen. Auch kommerziell! Durch den transparenten, aber sehr klaren Sound von Tom Morris hat die Band den Schritt in die erste Liga geschafft. Aufgenommen im  Sky Track Studio in Berlin und abgemischt im legendären Morrisound-Studio in Tampa, Florida von Tom Morris enthielt das Album einen der größten (und auch eingängigsten Song) der Bandhistorie. Mit I WANT YOU (SHE`S SO HEAVY) schaffte man eine eigenwillige, aber beeindruckende Coverversion des Beatles Song und konnte so noch einmal einen großen Schub an Aufmerksamkeit einheimsen. Auch außerhalb der Metal Szene. Ansonsten geht es natürlich hochwertig zur Sache. Schon der Opener DIVINE STEP (CONSPECTU MORTIS) überzeugt mit starken Riffs, hoher Geschwindigkeit und einen starken Refrain. Der Mittelteil des Songs beinhaltet zudem einige technisch herausragende Ideen. SON OF LILITH hat diesen Rhythmus, der einen nicht mehr loslässt. Und bei SEMTEX REVOLUTION findet man einen wahnsinnigen Techno Thrash mit einigen Jazz Einflüssen, der Zuhörer staunend zurücklässt. Mit SIRENS ist der Band ein absoluter Hit gelungen. Noch nie ist mir vorher aufgefallen, dass der Gesang teilweise was von Tom Warrior hat. Was gitarrentechnisch hier gespielt wird, hat nach all den Jahren absolut nichts von seinem Reiz verloren und ist auch weiterhin wirklich einzigartig. Auch METAMORPHOSIS ist ein richtiger Hit auf der Scheibe, der einem nicht mehr aus dem Ohr geht. Der Refrain erinnert hier ganz stark an spätere Celtic Frost Geschichten. Auch PALE SISTER steht dem in nichts nach. Ron Royce hat hier einen seiner besten Gesangsmomente, Tommy T. Baron spielt auf der Gitarre unglaubliche Sachen, die Komplex, aber trotzdem eingängig sind und der oft vergessene Marquis Marky am Schlagzeug unterlegt das alles mit unglaublicher Präzesion, viel Punch und Ideenreichtum. Vielleicht war es letztendlich doch der eher böse Gesang, der die Band vor dem ganz großen Durchbruch bewahrt hat, obwohl so eine Musik ja nie richtig angesagt war (Watchtower, Sieges Even), sondern erst in der Nachbetrachtung für viele als Kult geadelt wird. Für Progressive, Death und Thrash Fans ein Muss! Ich hoffe, die Band bekommt wieder mehr Aufmerksamkeit, da die verschiedenen Genres in den letzten Jahren eh mehr und mehr vermischt wurden. Ein Rush Fan hätte sich damals wo nie und nimmer den Techno-Trash der Schweizer angehört....

 

Genre: Techno Thrash

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs / 48 Minuten

VÖ:  29.06.2018

 

 

 

 

CORONER  -  GRIN   Noise Records

 

www.coroner-reunion.com

 

CORONER gibt es jetzt auch als Remaster bei der NOISE LEBT Reihe und zwar konnten die Band nie die Aufmerksamkeit und Erfolge wie die großen Noise Bands einfahren (Kreator, Celtic Frost, Helloween, Voivod), aber trotzdem gehörten sie zu den wichtigsten Bands auf dem Label. Den Coroner waren (und sind es immer noch!) einmalig. Schon das Demo (damals mit Tom Warrior am Gesang) war eine Meisterleistung und ihre beiden ersten Alben haben im damaligen Underground mit ihrer technischen Ausrichtung viel Aufmerksamkeit bekommen. Coroner sind stetig gewachsen und haben nur hochwertige Alben veröffentlicht. 1993 erschien dann ihr fünftes Album, welches es jetzt mit toller Aufmachung wieder zu kaufen gibt. Die Band bekam aber nie die Aufmerksamkeit, die sie verdient gehabt hätte und so ging Tommy zu Kreator und die Band löste sich auf. GRIN hat absolut nichts von seinem Reiz verloren; ich würde sogar sagen, es hat sogar noch an Reiz gewonnen. Die Scheibe hat mir damals gut gefallen, aber mittlerweile find ich sie sogar überragend stark. Schon das Intro DREAM PATH lässt einen aufhorchen und dann kommt mit THE LETHARGIC AGE ein starker Opener, der den Sound der Band, der irgendwo zwischen Jazz, Thrash, Prog und Death liegt, sehr gut beschreibt. Die Band hat gegenüber den vier Vorgängeralben nochmal an Komplexität und Musikalität zugelegt und einen sehr sperrigen Sound gefahren, der (leider erst) in den letzten Jahren wirklich geschätzt wurde. Aber Coroner ist ja zurück und kann vielleicht noch etwas von dem verwehrten Erfolg nachholen... gut. PARALIZED MESMERIZED und das göttliche SERPENT MOVES sind aber mit der Zeit gewachsen und aktuell noch wichtiger für die Szene als damals. GRIN (NAILS HURT) und INTERNAL CONFLICTS sind weitere Vorzeigeprodukte perfekt dargebotener Musik. Das Album besitzt Tiefe und sollte unbedingt in einer ruhigen Stunde per Kopfhörer einverleibt werden. Das komplexe Songmaterial fasziniert von der ersten bis zur letzten Minute und man ist fast erleichtert und auch glücklich, wenn die letzten Sekunden von HOST laufen. Eindringlichere Musik ist selten geschrieben worden. Sicherlich hat sich Coroner in ihrer Zeit immer verändert: vom Thrash des Debüts über die Hitdichte von PUNISHMENT FOR DECADENCE über das Meisterwerk NO MORE COLOUR oder MENTAL VORTEX. GRIN ist sicherlich am wildesten - der Mix der verschiedenen Stile gelingt aber bravourös. Wer es noch nicht hat, sollte sich das Album (eigentilch alles von Coroner) besorgen!

 

Genre: Techno Thrash

Musik: 9

Sound: 8

Info: 10 songs / 57 minuten

VÖ: 29.06.2018

 

 

 

GDANSK  -  A TRIBUTE TO GLENN DANZIG    Metalville Records
www.metalville.de

Die Idee hinter dieser Scheibe schwirrt seit Jahren umher. Glenn Danzig, trotz Häme in den letzten Jahren, immernoch einer der einflussreichsten Musiker unserer Zeit, zu ehren. Hinter dem Projekt steckt die deutsche Metal Band Grand Massive, die im Schaffen von Danzig einen großen Einfluss in ihr Leben sieht. Die Idee der Band, 1-2 Songs als Tribut für eine Single aufzunehmen, wurde vom Label der Band schnell aufgegriffen und immer mehr Supporter fanden den Weg auf die Scheibe. Und aus zwei Songs wurden 8 Songs. Vor allem das anfängliche Schaffen des Meister beeinflusste die Musiker nachhaltig und so einigte man sich darauf, die Songs simple, pur und ohne großes Firlefanz aufzunehmen. So wie das ursprünglich bei den Misfits und Samhain auch über die Bühne ging. Die Songs sollten diese "garagenartige" Herangehensweise verkörpern. Und absolut nicht als Cover-Album zu verstehen, sondern als Eigeninterpretation und Tribut an den Herrn der Finsternis. Ausgewählt wurden 2 Danzig, 2 Samhain und 3 Misfits Songs. Und hinzu kam natürlich der größte Hit, Mother. Der Opener 777 featured die beiden Recken Thobbe Englund (ex-Sabaton) und Luca Princiotta (Doro) und ist in etwa im Originaltempo gehalten. Bei DEATH COMES RIPPING wurde das Tempo gedrosselt und bei KISS OF STEEL gibt es ein Duett zwischen Britta Görtz (ex-Cripper/Critical Mess) und dem Grand Massive Sänger. AM I DEMON (mit Andy Bock von den Emil Bulls) und das emotionale LET THE DAY BEGIN von Samhain bilden den Mittelblock der Huldigung. MOTHER, von Guernica Mancini von THUNDERMOTHER ist eine interessante Version des Macho-Muskel Rockers mit weiblicher Rock Röhre. Christof Leim von THE NEW BLACK steuert ein Solo bei, genauso wie Thobbe Englund. Und den Bass übernahm Nick Douglas von DORO. Das flotte SHE endet in einem Doom-Ende, dass etwas von Type O Negative verkörpert. Und mit der akustischen, von Grand Massive mittlerweile bekannten Art, SKULLS gibt es zum Schluß noch einmal garantierte Gänsehaut. Ein weiterer Höhepunkt ist das von Andronikos gezeichnete Artwork und Booklet der Scheibe. Hier werden die Danzig/Misfits Schädel mit dem Misfits Kopf kompiniert. Allein das Artwork zeigt die volle Hingabe und Liebe der Musiker und Gäste zu Glenn Danzig.Abgerundet wird die Scheibe von einem druckvollem Mastering von Martin Buchwalter aus dem Gernhart Studio (Destruction, Tankard). Interessante Versionen.
Gerne: Metal
Info: 8 Songs / 30 Minuten
VÖ: 29.06.2018

 

MOTORJESUS  -  RACE TO RESURRECTION   Drakkar

 

www. drakkar.de

 

Hier ist sie also, die neue MOTORJESUS Scheibe. Im Line-Up hat sich einiges getan und momentan gibt es wohl nur einen Stamm von 3 Leuten und live werden Gastmusiker dazu geholt. Anscheinend hat es zuletzt nicht mehr so gut geklappt und die 3 verbliebenen MJ Jungs haben die Handbremse gelöst...oder wollten sie es den Ex-Mitgliedern nochmal so richtig zeigen? Fakt ist zumindest, dass MJ eine Frischzellenkur durchlaufen hat. Es fehlt zwar etwas der Rotz und das Dreckige der alten Scheiben und nicht alle Fans werden wohl mit dem etwas zu glatt polierten Sound von Dan Swanö zurechtkommen, aber ich finde die Scheibe wirklich gelungen. Und nachdem auf den alten MJ Scheiben immer 2-4 eher durchschnittliche Songs waren, gibt es hier wenig Ausfallmaterial. Schon der erster Song TALES FROM THE WRECKING BALL geht unglaublich ab. Ein fettes Hammer-Riff durchläuft den Song und ist als Opener perfekt gewählt. Danach kommt gleich der Überhit des Albums: KING COLLIDER ist ein Mix aus Sparzanza und Mustasch und mit einer unglauberlich Power. Hier liefert Chris seine beste Gesangsleistung ab. Der Song ist voller Power und Kraft. WOW! RE-IGNITE ist dann etwas grooviger, besitzt mehr Metal Einflüsse, welche sich vor allem beim Refrain wiederfinden. SPEEDWAY SANCTUARY ist purer Metal mit starken Gitarren-Riffs und einem erneut starken Refrain. Diese unglaubliche Wucht im Sound wird erstmals durch die Akustikballade THE INFERNAL unterbrochen, wo CHRIS sein volles Können auspackt und eine emotionale Gesangsleistung abliefert, die sich vor den Großen des Genres nicht verstecken braucht.  Der Song hätte von jeder 80/90er Jahre Amiband kommen können (Ballade!). Solche Songs schrieb man in dieser Zeit haufenweise und sind heutzutage nicht mehr "gewünscht" - zumindest findet man sie nicht mehr so häufig. Starke Nummer. Der Titel spricht für sich: BURNING BLACK kennst nur eine Richtung - vorwärts. Und wieder ein starker Refrain. THE DAMAGE ist ein blitzschneller Track, der voll abräumt und live bestimmt eine Abrissbirne wird. Auch hier "rult" der Refrain über allem und dürfte hoffentlich bald in allen großen Festivals mitgesungen werden. Ein guter Metal Stamper ist dann THE STORM, der ein super heavy Riff in der Mitte besitzt. Ein weiterer Hit mit herausragenden Vocals. Mit ENGINES OF WAR gibt es dann einen Song, der im alten MJ Muster abläuft und die alten Fans zufriedenstellen dürfte. Stoner/R`n`R Granate. THE CHASE rockt dann in einer unglaublichen Power und der Refrain ist erneut der Hit überhaupt! Das blitzschnelle RUNNING OUT OF TIME ist ein weiteres Highlight im hinteren Ende der Scheibe angesiedelt und der abschließende AWAKEN THE TYRANTS ist ein würdiger Mid-Tempo Rocker mit starken Riffs, unglaublicher Power und wiederrum einer herausragenden Gesangsleistung! Über die ganze Distanz wirkt dann leider doch einiges zu gleichförmig und die Songs, die alle auf hohem Niveau sind, lassen sich doch etwas schwer auseinanderhalten. Trotzdem - Kaufen! Chris Birx war schon immer ein guter Sänger, aber hier schließt er zu den großen Sängern und Entertainern des internationalen Genres auf und muß sich mit dieser Leistung in der Spitzengruppe etablieren! Stimmlich 100%ige Steigerung. Starke Gesangsmelodien. Die CD kommt mit Poster, als fettes Digipack und einem starken Comic-Artwork. Dan Swanö (Opeth, Therion, Evergrey) hat die Scheibe produziert und einen fantastischen Sound der Band auf den Leib geschmiedet. Kaufen!

 

Genre: Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 13 Songs / 57 Minuten

VÖ: 15.06.2018

 

 

 

HOUND  -  SETTLE YOUR SCORES    Metalville / Rough Trade

wwww.metalville.de

Classic Rock satt? Kann ich verstehen - aus jedem Eck der Welt kommen mittlerweile Acts, die diesen Hype mitmachen wollen und ihren Part des Ruhms abgreifen. Andererseits ist es ja aber auch schön, dass diese Art von Musik wieder populär geworden ist. Trotzdem wird es für Bands immer schwerer, ein Plätzchen im Genre zu finden. Und nun kommt nach 2 EPs das Debüt Album von HOUND. England? Amerika? Nein: Hildesheim bringt dieses kleine Juwel an den Fan. Und HOUND hat das Potential, sich zwischen den Großen des Genres festzusetzen. Das große Plus von HOUND ist sicherlich Wanja Neite am Gesang. Da wird gelitten, geschrien, gesungen und das alles auf einem unglaublich hohen Niveau. Diese Stimme ist sicherlich einzigartig und veredelt Songs wie JIM VANCE (der Hit des Albums), NOT SO LONG AGO oder GRIT. Neben den guten Riffs, die nur so vor Kraft sprühen, sind es vor allem die Hammond Orgel von Jonas Gehlen, der dieser Musik die letzte Kraft geben. Und die Gitarrenarbeit von Nando Grujic ist wirklich frisch und beeindruckend. Der Junge hat das richtige Gespür für die richtige Note zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Großes Kino! Ein Song wie NOT AT ALL z.B. atmet nur so vor Kraft und Freude. Der Sound der Scheibe ist sehr basisch, passt aber gut zum Sound der Band. Abgerundet wird die Scheibe von einem beeindruckenden Artwork von Kirsten Meinert. Eigentlich bin ich gar kein Fan von "langen" Alben, weil die Bands (vor allem beim Debüt) oft jede komponierte Note unterbringen und so selten aussortieren, aber hier bei HOUND ist das nicht so. Da ist kein Füller drauf und die Scheibe läuft von vorne bis hinten rund durch.

Genre: Classic Rock
Musik: 9
Sound: 7
Info: 12 Songs / 61 Minuten
VÖ: 29.06.2018

 

 

WITCHSKULL  -  COVEN`S WILL   Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/witchskull

 

WITCHSKULL aus Australien sind fett! Das Trio produziert so einen verdammt dicken Sound, dass es eine wahre Freude ist. Billy Anderson und Jason Fuller hat der Scheibe einen starken, druckvollen aber natürlichen Sound verpasst. Und das ist schonmal ein großes Plus für COVEN`S WILL, dem zweiten Album der Band.  Die Band spielt eine aggressive Form von Stoner und Doom Metal, dürfte aber auch für normale Metal Hörer Interessant sein. Los geht es mit THE RAVEN, der auf ganzer Linie überzeugt. Der Song ist ein Hit, geht unter die Haut und hat hinten raus noch ein super Solo zu bieten. Die anfangs etwas verstörenden, leidenden Vocals von Marcus De Pasquale erweisen sich aber schnell als absolut passen, sind sogar einzigartig, prägen den Sound enorm und überzeugen total. SON OF THE SNAKE kommt dann mit einer düsteren Atmosphäre ums Eck und hat einen erneut starken Powersound. Die okkulten Themen in den Texten passen perfekt zum Gesamtsound der Band. Danach wird es etwas doomiger: PRIESTESS überzeugt mit einer starken Kraft und erneut unter die Haut gehenden Gesangslinien. Dagegen rockt das eindringliche BREATHING BLUE LIGHT  unglaublich treibend nach vorne und lässt den Kopf im Takt mitwippen. Danach kommt noch mit dem abschließenden Doom Monster THE EMPTY WELL ein bedrohlicher und böser Schlag, der von seiner Grundidee, vor allem von den Gitarren, an die erste Black Sabbath (nur in einem fetteren Sound) denken lässt. Die Scheibe ist im ganzen Stoner / Doom / Retro Wust eine wahre Überraschung und lässt einen mit herausragenden Songs zurück. Die Scheibe ist frisch und dürfte viele Fans gewinnen können.  Das hier ist groß und böse! KAUFEN!

 

Genre: Stoner Doom Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 8 Songs / 36 Minuten

VÖ: 18.05.2018

 

 

 

GHOST  -  PREQUELLE   Spinefarm Records

 

www.ghost-official.com

 

Ghost ist ja eine der aufstrebensten und gehyptesten Bands überhaupt in den letzten Jahren. Seit ihrem Debüt Album 2010 geht die Band stetig mit rießigen Schritten vorwärts und scheint auch unaufhaltsam der absoluten Spitze entgegenzutreten. Wenn die ganz Großen in Rente gehen, werden wohl Ghost diese Position übernehmen. Die Liveshows waren von Anfang an eine faszinierende Sache und im Rockzirkus gab es nach all den Jahren endlich wieder was für die Optik. Die Scheiben waren durchgängig gut, hatten immer 2-3 starke Hits, aber auch einige Füller. Mit Prequelle verhält es sich ähnlich, obwohl die Füller nichtmehr ganz so gravierend sind. PREQUELLE ist wohl das ausgereifteste und stärkste Ghost Album bisher. Und wo andere Bands nach 3-4 Alben ihr Pulver verschossen haben, wächst Ghost im Gegensatz mit jedem Album. Das liegt vielleicht an den ständig wechselnden Ghouls, oder einfach am unglaublich talentierten Songwriting von Tobias Forge, der mit seinen poppigen Refrains eine Sonderstellung im Rockgeschäft einnimmt. Nach dem bedrückenden Intro ASHES kommt mit dem allseits bekannten RATS ein Hit, der durch seine melodische Gesangslinie überzeugt und vor allem durch harte Gitarrenriffs. Andy Wallace hat der Scheibe einen unglaublich fetten Sound verpasst, wo vor allem die Gitarren absolut knallen. FAITH schließt sich dem an und ist ähnlich wie der Opener, bevor SEE THE LIGHT melodischer wird und durch süßliche Sounds und Keyboardteppiche verschönert wird. Aber auch hier knallt der Sound (vor allem die Drums) Gott sei Dank gnadenlos. MIASMA ist dann ein eher überflüssiges, aber keinenfalls schlechtes Instrumental, dass vor allem viel Punch besitzt, ein nichtmal nerviges Saxophon Solo enthält aber letztendlich nur einstimmt; auf den 2. richtigen Hit des Albums. DANCE MACABRE ist auch schon vorab publik gewesen und hat die alten Fans fasziniert und neue hinzugewonnen. Die tollen Gesangslinien und der unheimlich starke Refrain ist sicherlich ein Höhepunkt des Albums. Der Disco-Groove und 80er Refrain gehen sofort unter die Haut. Und danach kommt mit PRO MEMORIA eine echte Überraschung: einer der emotionalsten Songs von Forge, der in jedem Musical eine tragende Rolle spielen würde. WITCH IMAGE zeigt dann, was Ghost ausmacht. Bittersüße Melodien, akustische Strophe und einen eingängigen Refrain. Vor allem das musikalische Zusammenspiel und die kleinen Feinheiten der Musiker macht das Album so beeindruckend, unabhängig von Tobias wahnsinnig melodiösen Vocals. 
Danach kommt mit HELVETESFÖNSTER ein weiteres Instrumental, das wiederum von einem Hollywood Blockbuster (Horrorfilm) sein könnte und durch seine schöne Melodie, die aber gleichzeitig sehr bedrückend ist, geführt wird. 
Das Schlagzeug erinnert hier in seiner Wucht an das schwarze Album von Metallica. LIFE ETERNAL beschließt das Album mit einer der schönsten und traurigsten Gesangslinien von Ghost. Die traurige Atmosphäre endet in eingem grandiosen Finale und lässt ein fast perfektes Album zurück. 
Ghost machen süchtig und sind weiterhin ein weltweites Phänomen, auch mit der Demaskierung des Papstes!

Genre: Hard Rock
Musik: 9
Sound: 10
Info: 10 Songs / 42 Minuten
VÖ: 01.06.2018

 

 

 

 

GRAVE DIGGER  -  WITCH HUNTER Noise Records

 

www.grave-digger.de

 

Nach dem Debütalbum-Meilenstein HEAVY METAL BREAKDOWN von 1984 ließ sich die Band nicht lumpen und legte 1985 gleich das Zweitwerk nach, dass auch heute noch als absoluter Klassiker des deutschen Heavy Metal gilt. Selten war die Band besser als auf den ersten beiden Alben und schon das Artwork lies damals keinen Zweifel daran, dass die Band es dem Erstwerk gleichtun will. Die Artworks von HEAVY METAL BREAKDOWN, WITCH HUNTER und WAR GAMES sind Meilensteine des deutschen Metals. Und nun hat Noise Records im Zuge ihrer Re-Release sich endlich auch den ersten Grave Digger Scheiben angenommen. Man hat dem Album einen neuen Sound(Remaster) verpasst, der noch mehr Power versprüht wie die Original-VÖs und die Vinylausgabe, die seit 30 Jahren vergriffen war, jetzt als limitierte, goldene Schallplatte neu aufgelegt und diese muß (wie auch das Debüt) in jeder Sammlung eines Metal Fans stehen. Es gibt Liner-Notes vom ex-Gitarristen Peter Masson und auf dem Vinyl Liner-Notes von Malcome Dome. Und über die Songs muß man wohl den wenigsten Metal-Fans noch was erzählen. Vor allem über den Opener WITCH HUNTER muß man sicherlich nicht viel sagen. Der Song ist einer der besten und bekanntesten deutschen Metal Songs. WITCH HUNTER hat einen starken Refrain und ein Speed Metal Riff der Extraklasse. NIGHT DRIFTER hat dagegen viel von den ersten zwei Overkill Scheiben. Das ist Speed Metal der Sonderklasse mit starken Riffs und 80s Vocals, die beide stark an die New Yorker erinnern. Über die Lyrics von LOVE IS A GAME oder GET READY FOR POWER kann man heutzutage wohl eher nur schmunzeln, aber geben auch den Spirit der 80er wieder und zeigen den Weg auf, den Grave Digger (dann als Digger) gehen werden. Die Band wollte dann den kommerziellen Durchbruch und war auf Radioairplay aus und wurde (fast unerträglich) kommerzieller (was ja bekanntlich auch total in die Hose ging). GET AWAY und FIGHT FOR FREEDOM haben dann wieder den Speed Metal Spirit der ersten Scheibe und überzeugen durch eine tolle Gitarrenarbeit, starke Refrains, gute Solos und einprägsames Songwriting. Die Coverversion von SCHOOLS OUT haben sie sehr authentisch und gut hinbekommen und der Song fügt sich durch sein angezogenes Tempo sehr gut in das Album ein. Der Schleppende FRIENDS OF MINE ist ein Höhepunkt des Albums und macht unheimlich Spaß. Der hämmernde Groove geht total nach vorne ab und ist einer der besten Grave Digger Songs, vor allem weil er das Tempo anzieht und gut abrockt. Und mit HERE I STAND gibt es noch eine Hymne, die live immer funktioniert und fast die Klasse von Overkills IN UNION WE STAND besitzt. Nach WITCH HUNTER kam ja noch das starke WAR GAMES, bevor die Band wie oben beschrieben einen Kurswechsel vollzog. WITCH HUNTER ist ein Muss - auch in der neuen Aufmachung und im Remaster! Wahnsinn, was Noise Records damals alles an prägenden Veröffentlichungen herausbrachte.

 

Genre: Speed Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

GRAVE DIGGER  -  HEAVY METAL BREAKDOWN   Noise Records

www.grave-digger.de

Einer der wichtigsten und besten deutschen Metal Debüt Scheiben gibt es nun wieder über die Noise Records Remaster Serie. Zuerst muß man loben, dass der Sound druckvoller klingt, aber nicht großartig verändert wurde. Grave Digger  aus Köln nahmen damals die Heavy Metal Welt auseinander mit ihrem Debüt Album. Und auch heute noch ist die Scheibe eine Granate. 1980 startete Chris Boltendahl mit Gitarrist Peter Masson die Band Grave Digger und 1983 nahmen sie 2 Songs auf, die später zusammen mit S.A.D.O., Railway, Iron Force, Rated X und Running Wild auf einem Sampler (ROCK FROM HELL 1984) erschienen. Im selben Jahr kam dann der Vertrag mit Noise zu stande und die Band veröffentlicht dieses bahnbrechende und wegweisende Album. Allein das Artwork ist Kult geworden und dürfte jeden Metal Fan ein Begriff sein. Nun kommt das Album als Remaster heraus und es lohnt sich absolut, sich die Scheibe zu besorgen. Auch wer das Original schon hat! Ein starkes Klappcover mit sehr interessanten Linernotes und viel hochwertigem Bonusmaterial gibt es bei dieser Wiederveröffentlichung. Aber dazu später mehr. Auch das schwere und farbige Vinyl kann voll überzeugen. Zu den Songs: HEADBANGING MAN und HEAVY METAL BREAKDOWN sind Hits im German Metal und bei Grave Digger Fans geblieben und haben unzählige Bands beeinflusst und vor allem nichts an ihrer Durchschlagskraft verloren. Auch das langsame BACK FROM THE WAR hat absolut nichts von seinem Reiz eingebüßt und das etwas melodischere YESTERDAY überzeugt vor allem durch starke Gitarrenarbeit, auch wenn der Song vor allem im Gesangsbereich etwas zu altbacken klingt.....und beendet aber trotzdem die sehr starke erste Seite. Auf der zweiten Seite sind es vor allem der Speed Metal Hammer LEGION OF THE LOST, TYRANT und das Rolling Stones Cover von 2000 LIGHTYEARS FROM HOME in einer atemberaubenden Version die herausragenden Momente, bevor der schnellste Song des Albums, HEART ATTACK, ein wirklich starkes Debüt beendet. Das ist einfach German Speed / Heavy Metal in Perfektion. Kurz vor dem Zweitwerk erschien damals die EP SHOOT HER DOWN, welche hier auf der dritten Vinylseite verewigt wurde (das original Cover befindet sich im Inlay!) und zeigt die Band gereift und eingespielter. SHOOT HER DOWN ist einfach ein guter Song, WE WANNA ROCK YOU in einer schnelleren Version und das coole und stampfende STORMING THE BRAIN zeigen die Band topfit und auf den Weg nach oben. In der Tradition von damals, dass fast die EPs besser waren als die Scheiben (Kreator, Voivod, Destruction, Warlock), kann auch diese EP vollstens überzeugen und dürfte mit zu den besten deutschen EP-VÖs zählen. Auf der letzten Seite gibt es dann noch die beiden Songs vom Samplereinstand ROCK FROM HELL, VIOLENCE und das Rolling Stones cover in einer anderen, demoartigeren Version, die aber soundmäßig überzeugen und ebenfalls ihren Reiz besitzen. Liner Notes von Chris Boltendahl runden diese seit über 30 Jahren vergriffene Vinyl Version ab. Eine Machtdemonstration deutschen Metals!

Genre: Heavy Metal
Musik: 9
Sound: 8
Info: Doppel-LP
VÖ: 25.05.2018

   
   
   
   

 

DON AIREY - ONE OF A KIND Ear Music

www.ear-music.net

Don Airey muss mittlerweile allen Hard Rock und Metal Fans ein Begriff sein, ersetzte er ja auch den legendären Jon Lord bei DEEP PURPLE und lässt ihn dort kaum (musikalisch) vermissen. Außerdem hat er in seiner Karriere schon mit allen Großen des Business zusammengearbeitet.: Ozzy Osbourne, Rainbow, Whitesnake, Judas Priest, Gary Moore, Brian May, Jethro Tull und Black Sabbath. Mehr geht wohl kaum als Künstler... Don Airey ist ein Ausnahmemusiker und neben seiner momentanen Spielwiese DEEP PURPLE bringt er immer wieder einige Soloalben heraus. Sein neuestes Kind heißt ONE OF A KIND und überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute. Der Nachfolger von KEYED UP klingt so frisch und spannend, dass es eine wahre Freude ist, dem Album zu lauschen. Das Material ist durchgängig hochwertig und dürfte jeden Alt-Hardrocker und Jungspund von den Sitzen reißen! Vor allem die Nazareth Stimme Carl Sentance macht einen unglaublichen Job und hebt das Material in neue Höhen. Auch Bassist Laurence Cottle ist vom Vorgängeralbum noch dabei, wohingegen Drummer Finnigan und Gitarrist Simon McBride neu in der Band sind und in meinen Augen einen beachtlichen Anteil daran haben, dass das Material härter und durchschlagender klingt. Los geht es mit dem starken Rocker RESPECT, der mich an die härteren Black Country Communion Sachen erinnert. Der Song treibt unheimlich und der Gesang ist absolute Sonderklasse. Das hier ist zeitgenössischer Rock, der von Profis voller Leidenschaft gespielt wurde und wohl auch noch in Jahre gut anzuhören sein. ALL OUT OF LINE mit seinem schweren Beat und das tolle VICTIM IN PAIN sind weitere Highlights des Albums, wobei kein Song qualitätsmäßig abfällt oder als Füller durchgehen kann. Und über allem sitzt die wirklich extrem starke Stimme (die wie die Faust aufs Auge paßt!) von Carl Sentance. Tolles Album! Das Digipack gibt es als 2CD Edition mit einer Bonus Live CD aus der Fabrik in Hamburg. Die Show, die 2017 aufgezeichnet wurde, hat einen sehr guten Livesound und beinhaltet mit PICTURES OF HOME, SINCE YOUR`VE BEEN GONE, I SURRENDER und STILL THE THE BLUES vier starke Fremdkompositionen von Deep Purple, Rainbow und Gary Moore als
beeindruckendes Livestatements.

Genre: Hard Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: CD1: 11 Songs / 50 Minuten
CD2: 4 Songs / 20 Minuten
VÖ: 25.05.2018

 

 

 

 

MONUMENT  -  HELLHOUND   Rock of Ages

 

www.facebook.com/monumentuk

 

Nachdem des Debüt Album der Band ein blanker Abklatsch einiger Iron Maiden Ideen war und mir einfach auch unverständlich bleibt, warum dann so eine Band so viel Resonanz und Support (vor allem von der Musikerpolizei und den großen Medien) bekommt, kommt nun das Zweitwerk.Und siehe da, um sich von den ganzen Vergleichen mit den großen Iron Maiden freizuschwimmen (hahaha), holt man Tony Newton (Iron Maiden - The Book of Souls) als Produzenten und Made Emsley (Iron Maiden, British Lions) als Mastering Guy ins Boot. Mission gelungen! Die beiden Meister haben aber ganze Arbeit geleistet und Songs zusammen mit der Band gebastelt, die auf jeden Fall etwas mehr eigene Identität als auf dem Vorgängeralbum vorweisen. Das hier ist immernoch alles 100% Iron Maiden. Die Vocals, die Gitarren, die Abläufe und ehrlich gesagt, da hör ich mir lieber die alten Scheiben an. Andererseits kenne ich viele, die die letzten Maiden eher unterdurchschnittlich fanden und vielleicht gerne so etwas altes "Feeling" zurückbekommen wollen. Die Songs haben weiterhin alles von Maiden, teilweise sogar den gleichen Aufbau und die gleichen Riffs und Melodien (vor allem DEATH AVENUE). Und was man da bei WHEELS OF STEEL abliefert und dann noch im Refrain verbrät, ist in meinen Augen eine dicke Frechheit und das will und kann ich einfach nicht verstehen, wie sowas noch unterstützt wird. Gut, die 9 Songs sind sehr professionel, soundtechnisch absolut stark und auch gut ausgearbeitet. Wer eine Iron Maiden Coverband braucht, die eigene Songs schreibt, wird hier sicherlich fündig. Mir ist so eine Kopiererei einfach ein Dorn im Auge. Und dann muß man sich auch noch durch die drei Bonustracks kämpfen (siehe da, u.a. DEJA VU von Maiden und LONG LIVE ROCK N ROLL von Rainbow...). Die Band wird groß durchstarten, die Festivals bespielen, dort abgefeiert werden und dann als große Superstars zurückkehren. So ist die (unfaire) Musikwelt leider. Leider. 5 Punkte Abzug fürs Klauen - aber das wird ja eh 99% der Fans nicht interessieren.

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 5

Sound: 9

Info: 12 Songs / 57 Minuten

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

 

MR BISON  - HOLY OAK    Subsound Records

 

www.facebook.com/mrbisonband

 

Mr Bison aus Italien ist ein Stoner Rock Trio, dass seine Flügel auch Richtung Motorpsycho Sounds ausweitet. Das klingt spannend und ist gut umgesetzt, obwohl letztendlich der richtige Catcher für das Album fehlt. Die Songs sind alle gut, aber im ganzen Stoner Rock Wust nur Mittelmaß. Das liegt sicherlich nicht am Sound der Band und auch nicht an den guten Vocals. Aber das hat man alles schonmal gehört...und zwar teilweise einfach auch besser und eindringlicher. Aber nun gut, das Album ist beileibe nicht schlecht und überzeugt mit guten Musikern, die ihre Ideen in gute Songs verpacken zu verstehen. EARTH BREATH ist da so ein Beispiel. Geführt von guten Gitarren und verzerrten Vocals, ist das sicherlich hochwertig, aber so richtig fesselt das nicht. Der Opener ROOTS rockt im guten Midtempo und HEAVY RAIN und HOLY OAK haben einige

Jam- und Psychedelicparts. Aber reicht das aus? Ein Song wie THE WAVE dudelt sich in der Mitte tot, hat aber etwas mehr Drive und Dreck wie die anderen Songs. Einerseits ist das sicherlich auch für die großen Open Air Bühnen gemacht. Das läuft gut rein, fügt aber auch keinen richtige Freude oder Leid zu. Und wenn mal wie bei RED SUN das Tempo angezogen wird, macht das (zumindest mir) doppelt Spaß. Das atmosphärische BEYOND THE EDGE macht dann nochmal einen guten Eindruck und rundet eine gute, aber nicht wichtige Stoner Rock Scheibe ab. Die Band ist bemüht, einige andere Einflüsse in ihren Sound unterzukrigen, aber so richtig zwingend ist das nicht in meinen Augen. Trotzdem sollten die Stoner Rock Fans mal ein Ohr riskieren, weil vielleicht sagt es ihnen ja mehr zu.

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 9 Songs /46 Minuten

VÖ: 25.05.2018

 

 

OCTOPUS  -  SUPERNATURAL ALLIANCE    Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/the-octopus

 

Detroit Rock mit weiblichen Vocals, hört sich unspektakulär an, ist aber eine Bombe! Die Band um den ex-ELECTRIC SIX Gitarristen J Frezzato ist eine der besten Rise Above VÖs in deren Historie. Die Band ist wirklich beeindruckend und wird bald ganz oben an der Spitze des Genres stehen. BEYOND THE CENTER rockt so dermaßen nach vorne, dass es Laune macht und die starken Vocals von Masha Marjieh gehen unter die Haut. Das ist so fett, so drückend, dass es einen fast vom Sitz bläst. Das ist Metal der Sonderklasse. Der folgende SUPERNATURAL ALLIANCE ist dann gemäßigter und hat mehr Classic Rock Einflüsse mit einigen Psych-Rock / Space Rock Sounds im Song. Aber auch hier glänzt Masha im vollem Umfang. SLAVE AND MASTER hat dann fast was von einer weiblichen Version der alten Black Sabbath. Sehr interessant der Song. Nach einem etwas relaxteren Mittelteil geht es ab Song 7 (THE SWORD AND THE STONE) wieder ab wie eine Rakete. Der Song rockt und wird von einem super Refrain geführt. Gleiches gilt für den abschließenden DRAGONHEAD, der auch unheimlich gut gelungen ist. Mein Höhepunkt nach dem Opener BEYOND THE CENTER ist BLACK DYNAMITE mit einem fetten Riffing, starken Vocals und einer Eingängigkeit, wie man sie heutzutage selten findet. Das ist ein Hit! CHILD OF DESTINY dagegen ist dann fast schon spacig, wird aber durch einen coolen Drum-Groove geführt. Die Hauptmelodie erinnert mich fast etwas an Captain Futures Titelmelodie. Was hier Adam Cox aus seinem Keyboard und Synthesizers zaubert, ist sehr songdienlich, aber auch super umgesetzt. Und ich bin kein Fan von diesem old school Orgel Sound, aber hier passt das einfach 100%! Und J Frezzato hat in all den Jahren einige super Ideen, die sehr ausgereift und durchdacht klingen in die Songs integriert. Besser kann man Classic Rock (denkt aber nicht an diese ganzen gehypten Retro Bands!) nicht spielen und schon gar nicht mit weiblichen Gesang. Für mich die beste Band des Genres. Sehr abwechslungsreiche Scheibe, die alle Fasetten umfasst und durchgängig Spaß macht!Und das coole Artwork und die starke (natürliche) Produktion von Adam Cox paßt wie die Faust aufs Auge. Diese Band wird groß! Ganz groß! Glaubt mir!

 

Genre: Classic Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 10 Songs / 38 Minuten

VÖ: 30.03.2018

 

 

 

SEPTIC TANK  -  ROTTING CIVILISATION   Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/septictankuk

 

Was hab ich mich gefreut. Lee Dorrian (Napalm Death, Cathedral, With the dead), Gaz Jennings (Cathedral), Barry Stern (Trouble) und Scott Carlson (yes - Repulsion) machen gemeinsame Sache und bringen einen wütenden Crust / Punk / Thrash Hammer raus. Als alter Fan deren altern Bands waren die Erwartungen enorm. Und ich bin mir nicht sicher, was ich letztendlich davon halten soll... Der Mix aus Septic Death, Siege, Discharge, Repulsion, langsamen Napalm Death (die mit Lee) macht schon Laune, aber so richtig unter die Haut geht es nicht. Das Artwork ist gelungen und lange nicht mehr sowas gesehen. Der Sound ist recht dünn, würde aber ja auch nicht anders funktionieren. Da haben sich 4 Szene Freunde zusammengetan und 18 Songs eingeprügelt, was ja erstmal spannend ist, vor allem, wenn es solche Hochkaräter sind. DIVIDED AND CONK OUT ist durch seine gute Gesangslinie etwas eingängiger und erst mit Song 6 (TREASURERS OF DISEASE) gibt der Drummer gewaltig Gas und der Song ist mit seinen langsamen Parts so der erste Song, der an die alten Napalm Death erinnert. Gut! Mit FUCKED geht es dann noch eine Spur mehr in den Grindcore, wohingegen WHITEWASH eher an einen schnellen Hardcore Song erinnert. Der coole DEATH VASE hat dann ein Celtic Frost (Dethroned Emperor) Riff und Gesangsähnlichkeiten und rockt gut nach vorne und ist mit dem Opener SEPTIC TANK (der eine unglaubliche Power und Aggression beinhaltet) der Höhepunkt des Albums. DANGER SIGNS packt nochmal die volle Grindcore Keule aus. Und LIVING DEATH hat 2 Riffs, die von den alten Napalm Death und von Celtic Frost ausgeliehen wurden. Coole Idee.

 

Genre: Crust

Musik: 7

Sound: 7

Info: 18 Songs / 40 Minuten

VÖ: 16.04.2018

 

 

 

AGE OF TAURUS  -  THE COLONY SLAIN   Rise Above

 

www.facebook.com/ageoftaurus

 

Nach DESPERATE SOULS OF TORTURED TIMES vor über 5 Jahren kommt AGE OF TAURUS mit einem neuen Album zurück. Das Artwork überzeugt erstmal, was ja auch nicht selbstverständlich ist. Und geändert hat sich zu dem Vorgänger auch Null Komma Null. Nach einem atmosphärischen Intro (FROM THE HILLS TO THE HALLS) geht es gleich mit enormen Heavy Metal Riffing und Drumming los und bringt uns den Song TAKEN TO THE TOWER. Sänger, Gitarrist und Chef von Age of Taurus, Toby W. Wright hat es mit seiner Band geschafft, ein sehr gutes Album aus Power, Progressive, Doom und NWOBHM zusammenzubasteln, welches wirklich auch vom Konzept und von den Spannungsbögen in der obersten Liga mitspielen könnte. Könnte, den leider ist sein Gesang nur Mittelklasse und wird leider nicht jedermanns Sache sein. Im Vergleich zu den angesagten Bands ist seine Stimme einfach zu dünn und auch zu durchschnittlich. Und er will hier einfach mehr leisten, wie er imstande ist. Und das beeinträchtigt die gesamte Scheibe leider extrem. Das Material ist durchgängig fesselnd und überzeugend und Fans von Atlantean Kodex und alten Candlemass sollten unbedingt mal ein Ohr riskieren, aber mich persönlich überzeugt der Gesang halt zu keiner Sekunde. Was eigentlich schade ist, denn mit einem richtig guten Sänger wäre das eine unglaubliche Scheibe geworden. IN DREAMS WE DIE hat diesen wohlfühlenden Flow, die NWOBHM artigen Hymnen TAKEN TO THE TOWER und THE WALLS HAVE EARS sind fantastisch und die epischen Songs FOR TREASON WE RISE und TO SEAL A MOUNTAIN überzeugen mit einer progressiven Kante. Da wäre so viel möglich gewesen, so wird es einfach ein Underground-Ding bleiben. Und hier geht es nicht um einen Gesang „mögen oder nicht“. Der ist einfach nicht erste Liga.

 

Genre: Doom Metal

Musik: 6

Sound:8

Info: 11 Songs / 54 Minuten

VÖ: 11.05.2018

 

 

 

 

ARCHITECTS OF CHAOZ  - (R)EVOLUTION    Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Architects of Chaoz…sind hoffentlich nicht ganz verschwunden im Gedächtnis der Metal Fans. Vor ein paar Jahren konnte die Band plötzlich ganz viel Aufmerksamkeit einheimsen und sogar auf dem Rock Hard Festival spielen. Der Grund: Paul DiAnno war mit einer starken Band und einer erstklassischen Veröffentlichung unerwartet wieder aufgetaucht. Das Feedback war enorm und das Debütalbum war ein wirklich starkes Ding, was auch zu 90% an Pauls zurückgewonnener Stärke lag. Danach wurde Paul immer kränker, die Band lag auf Eis und ist nun mit einem neuen Sänger zurück. Sehr schade, dass der Ex-Maiden Sänger anscheinend nicht mehr in der Lage war/ist, der Band beizuwohnen. Komischerweise wird Paul mit keinem Wort im Booklet bzw. der Thanklist genannt….mmhhh…. was da vorgefallen sein mag, möchte ich als Superfan der ersten beiden Maiden Alben gar nicht wissen… Aber gut – hier geht es ja um das Zweitwerk von AoC. Und die große Frage ist natürlich, wie klingt der neue Sänger. Der „Neue“, genannt Titta, ist natürlicht kein DiAnno, aber trotzdem eine sehr gute Wahl. Die Vocals sind nicht ganz so rauh wie bei seinem Vorgänger und haben mehr melodiöse Einflüsse in die Musik gebracht. Ansonsten herrscht immer noch starker Heavy Metal, der viele Power Metal Einflüsse vorweist und durchgängig überzeugen kann, obwohl das Album noch stärker gewesen wäre, wenn man 2-3 Songs gekürzt hätte. Aber Tittas Stimme gibt der Band wohl auch mehr Möglichkeiten, ihren Sound wachsen zu lassen. Aber schon der Opener RISE überzeugt mit starken Gitarrenriffs, doppelten Gitarrenduellen, Drum-Herrlichkeiten und den coolen Vocals. Die Songs sind sehr abwechslungsreich. Beim folgenden DEAD AGAIN gibt es Backings vom Perzonal War Sänger und bei HITMAN hat man gleichmal einen starken Refrain fabriziert, der live sicherlich zündet! INTO THE FIRE ist schon fast Thrash Metal (genauso wie BLOODRAIN FALLS) und steht der Band sehr gut zu Gesicht und wäre ein logischer Nachfolger vom Debüt geworden mit Pauls Vocals…da kann man sich ihn super vorstellen. Und Schmier gibt bei NO WAY OUT ein Gastbeitrag am Mirko ab. Mit A MOMENT OF CLARITY gibt es noch einen langsamen Stampfer, der unheimlich Druck erzeugt, bevor das etwas sperrige THE PULSE OF THE SUN von ruhigen Anfang sich zum metallischen Ende mausert. Gutes Album, auch wenn ich persönlich Paul etwas vermisse…. Heavy Metal Fans, die auf dicke Riffs stehen, sollten die Scheibe unbedingt antesten!

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 13 Songs

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

LUCA PRINCIOTTA  -  ROUGH BLUE   Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Luca Princiotta ist ein italienischer Ausnahmegitarrist, der den meisten von Euch seit 2008 als Gitarrist von DORO bekannt sein dürfte. Vorher hat er 4 Jahre für ex-Maiden Sänger Blaze Bayley gespielt. Also wer kann sowas schon vorweisen? Und nun kommt sein Soloalbum über Metalville. Aber mit den Heavy Metal der genannten hat ROUGH BLUE nichts zu tun. Ein überwiegend instrumentales Album voller Hard Rock Songs, die durch die sehr guten Ideen an der Gitarre und einer soliden Hintermannschaften glänzen. ON BOARD ist trotz seiner fehlenden Vocals ein eingängiger Gitarrenrocker mit coolen Riffs und starken Gitarren. SHAKE THE CAKE hat einige Blues Einflüssen (wie übrigens das ganze Album) und erst mit dem schleppenden WHAT IT TAKES kommen Vocals zum Einsatz. Und was für welche. Matteo Bertini hat eine so warme und eindringliche Stimme, die nur so von großen Stadion und Festivals träumen lässt. WHAT IT TAKES ist ein Hard Rock Song, für den wohl 99% der großen Bands da draußen töten würden! NOTHING BUT THIS SONG wird dann wieder von seinen starken Vocals geführt und ist ein langsamer Blues Rocker, der in jeder Kneipe für Tränen sorgen würde. Vor allem hält sich Luca bei diesen Songs stark zurück und ist sehr songdienlich. Seine volles Können zeigt er dann aber bei den instrumentalen Songs, die trotz seiner starken Performance nie überladen oder angeberisch wirken. Und mit AIN`T NO LOVE  gelingt ihm ein weiterer Hard Rock Song der Extraklasse. Die Vocals zusammen mit der Power der Band sind verdammt stark und dürften die ganzen hochgelobten Bands locker in die Tasche stecken! Wirklich WOW! Es wäre eine interessante Sache, mal ein ganzes Album mit Vocals zu hören. Weil die drei Songs sind wirklich überragend. Aber auch so: Gitarrenliebhaber, Hard Rock und Blues Fans kommen hier absolut auf ihre Kosten! Zuschlagen!

 

Genre: Hard Rock

Musik: 9

Sound:8

Info:  10 Songs / 42 Minuten

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

NILS PATRIK JOHANSSON  -  EVIL DELUXE   Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Wie der Namen schon vorgibt, handelt es sich bei EVIL DELUXE um ein Soloalbum des Herrn Johansson. Natürlich ist er im Metal Bereich kein Unbekannter, da er für ASTRAL DOORS, CIVIL WAR und LION`S SHARE schon vor dem Mikro stand und dort deren Sound maßgeblich beeinflusste oder noch beeinflusst. Oft wird er ja (vor allem bei Astral Doors) mit Ronnie James Dio verglichen und auch hier hört man Gemeinsamkeiten, obwohl Nils hier probiert, seinen Stimmumfang zu erweitern. Schon der Titelsong des Openers zeigt aber steil nach oben. Da wird gerockt, gebangt, dass es besser fast nicht geht. Viele Chöre unterstreichen den "Größenwahnsinn" (im postivien Sinne) dieser Scheibe. Und die Songs sind komplett auf Nils Stimme zugeschnitten und Nils lässt sich natürlich nicht lumpen. Stimmlich gehört er sicherlich zu den Top 20 Sängern in Europa. Und trotz der langen Spielzeit gibt es keinen wirklichen Hänger auf der Scheibe. Bei der letzten, sehr starken ASTRAL DOORS gab es ja fast nur Höhepunkte auf dem Album, da kann dieses Soloalbum leider nicht ganz mithalten. Aber im Vergleich (den wohl aber auch keiner braucht...) wird hier mehr Power fabriziert und der wahre Heavy Metal gelebt. Es gibt eigentlich keinen Song, den man hervorheben sollte, weil das Material komplett überzeugt. Von rasend schnell zu episch zu schleppend. Da findet man alles, was das Heavy Metal Herz begehrt. Und mit BURNING gibt es noch einen ACCEPT Tribute, der sehr gut umgesetzt wurde und Nils in Hochform zeigt. Wenn man einen Song herausheben sollte und möchte, dann wäre das METALHEAD, ein Song voller Metal Power und auch Klisches und mit einem Chris Boltendahl als Gastmusiker. Und auch das hymnische CIRCLE IN THE SKY überzeugt durch seinen starken Refrain und das tolle Gitarrensolo. Musikalisch gibt es nichts auszusetzen, die Band, die aus großen Teilen aus ex-Mitgliedern besteht, spielt voller Leidenschaft und Hingabe. Ja, das Soloalbum ist rundum gelungen und macht Lust auf Liveshows. Heavy Metal Fans müssen unbedingt ein Ohr riskieren!

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info:12 Songs / 57 Minuten

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

NOISEPICKER  -  PEACE OFF    Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

 

Ein Näschen für starke Newcomer Bands hat er ja … der Andreas …. Und mit NOISEPICKER hat er gleichmal eine cooles neues Duo signen können. Gut, Harry Armstrong dürfte sicherlich den älteren Zuhörern ein Begriff sein. Immerhin hat er Bands wie END OF LEVEL BOSS, FIREBIRD oder HANGNAIL maßgeblich geformt. Nun ist er zurück und wie schon END OF LEVEL BOSS wieder auf Exile On Mainstream Records. Und mit Drummer Kieran Murphy hat er sich einen guten Mann fürs Schlagzeug in die Band geholt. Los geht’s mit NO MAN LIES BLAMELESS, der ist gleichmal ein fetter Opener zwischen FIVE HORSE JOHNSON, C.O.C. und Alabama Thunderpussy. Die Stimme ist schön dreckig, die Riffs drücken und der Groove bestimmt den Song. Ein sehr guter Einstand. Macht Lust auf mehr! SO YOU ARE SICK? hat was von den guten alten 90ern Sounds ala Ulme, Helmet und Blackmail. Auch toll. Auf der anderen Seite gibt es z.B. mit A TASTE OF MY DYING einen bluesigen, eindringlichen Gitarrensong, der vor allem durch Harry`s Gesang lebt und das gute Eröffnungstriple abschließt. Leider kommt danach viel Mittelmaß und drückt etwas den anfangs guten Gesamteindruck. Mit I HEAR YOU TALKING AND IS SOUNDS LIKE BULLSHIT TO ME gibt es dann zwar den ersten Stoner Rocker und der kommt rifflastig sehr gut aus den Boxen. Auf Dauer wirkt die Scheibe aber einfach zu sperrig. Teilweise zu unausgereift. Die Gesamtidee ist gut, aber auf Albumdistanz schleichen sich dann doch einige Längen ein. Kommerziell soll die Sache ja sicherlich eh nicht sein, was ja auch gut ist und zu einem Musiker wie Harry Armstrong gut passt. Aber die ein oder andere herausragende Idee hätte dem Album gut getan, vor allem sieht man das vorhandene Potential bei den ersten 3 Songs. Schade, da wäre mehr drin gewesen…aber trotzdem sollten Rockfans reinhören! Vielleicht spricht es Euch ja auch total an!

 

Genre: Noise Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 39 Minuten

VÖ: 11.05.2018

 

 

 

 

CONFUSION MASTER  -  AWAKEN   Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

 

Aus dem schönen Rostock kommen CONFUSION MASTER und haben gleichmal mit EOMSR ein kleines, aber feines Label gefunden. Und passend zur Herkunft der Band passt der Artwork perfekt. Geboten wird Doom Metal, klassisch und rein. So wie es früher in den 90ern Gang und Gäbe war. The Obsessed, Pentagram oder die ganzen Hellhound Records Sachen standen hier wohl Pate. Die Songs gehen gut ins Ohr, aber leider ist teilweise durch die endlosen (unnötigen) Wiederholungen die Hörfreude etwas getrübt. Hier hätte man mal den ein oder anderen Stopp einbauen sollen oder gar müssen. Das unterscheidet Confusion Master halt auch noch von Internal Void, Wretched, Obsessed und die ganzen alten Helden. Da fehlt einfach der letzte Kick; der letzte „Wow“ Effekt, der diese alten Bands und deren Songs immer noch auszeichnet. Viele werden zwar wieder von psychedelisch und hypnotisch sprechen und ein Einfluss von Electric Wizard lässt sich auch gar nicht leugnen, mir persönlich ist es aber einfach zu langatmig. Angenehm sind (entgegen jeden Trends!) die natürlichen Vocals. Hatte mich schon wieder auf eine gerade übliche „Schreiorgie“ eingestellt, wurde dann aber gleichmal positiv überrascht. Tja, und ansonsten ziehen sich diese 60 Minuten sehr… zu sehr wie bereits geschrieben. Ich bin wirklich ein Fan von Doom Metal, aber nur langsam und nur lange Songs sind auch nicht das Richtige. Doom Fans müssen aber ein Ohr riskieren und vielleicht findet Confusion Master bei ihrer nächsten VÖ die richtige Balance zwischen packenden Songs und guten Momenten. Ausbaufähig – aber trotzdem gut.

 

Genre: Doom Metal

Musik: 7

Sound: 7

Info: 7 Songs / 60 Minuten

VÖ: 27.04.2018

 

 

 

 

WAR ON WOMEN  -  CAPTURE THE FLAG    Bridge Nine

 

www.bridge9.com

www.facebook.com/waronwomen

 

Aus den USA kommen WAR ON WOMEN und ziehen klar Stellung gegen jede Form von Sexismus. Ihr Zweitwerk CAPTURE THE FLAG ist schön aufgemacht und die 12 Songs gehen gut nach vorne. Old school Punk / Hardcore Riffs mit weiblichen Vocals – das funktioniert gut und macht Laune. Und das geht voll nach vorne – keine Kompromisse. Geht LONE WOLVES noch genretypisch ab wie Nachbars Katze, kommt mit SILENCE IS THE GIFT gleichmal ein Hit hinterher. Großartige Melodien, starke Riffs, mittelschneller Groove. Großer Refrain. Der Titelsong ist auch ein guter (genauso wie DICK PICS) und besticht durch einen großen Energieanteil. Diese unbändige Energieleistung zieht sich übrigens durch das ganze Album. Trotzdem bleiben klare Songstrukturen, die Band ist durchgängig in ihrem engen Rahmen um Abwechslung bemüht und schafft das ein oder andere Ausrufezeichen. CHILDBIRTH ist da ein gutes Beispiel oder der eher punkige, mitgröhl fertige DIVISIVE SHIT. YDTMHTL ist melodischer und der abschließende THE CHALICE AND THE BLADE einfach nur gut. Das Album ist homogen und fällt auch über die gesamte Spielzeit nicht ab. Für ein Hardcore Album bleibt es sogar recht frisch und abwechslungsreich. Dürften wohl auch on Stage ein gutes Zeichen setzen und wahrscheinlich diesen Sommer die ein oder andere Festivalbühne unsicher machen. Gute Band.

 

Genre: Hardcore

Musik: 7

Sound: 7

Info: 12 Songs

VÖ: 13.04.2018

 

 

 

RADIO HAZE-MOUNTAINS    SLASH ZERO RECORDS 

 

www.radiohaze.com

www.slashzerorecords.com

 

Hier also die vierte Langspielplatte der Bayern (genaugenommen Abensberg/Regensburg und Exil Nürnberger). Das Infosheet spricht von Haze-Rock, ich nenne es einfacherweise Alternative Rock, und verzichte bewusst auf das Attribut Vintage Rock.

Das erdig produzierte (man ist stolz darauf, den Loudness Wahn nicht mitzumachen, sagt zumindest das Innere des Cardboardsleeves) bietet 10 Rocker. HAVE MERCY ON ME erinnert mich, warum auch immer, an Alter Bridge (sorry). Das Fundament ist deutlich organischer im Vergleich zu den Stadionrockern, der Song für sich selbst recht einfach gestrickt. PARANOISE grooved und hat einen gewissen „White“ Touch, das gilt auch für CHASING GASLIGHTS. Uptempo Bedienung gibt’s in FROM BIRTH TO CEMETERY  und THE WEIGHT OF LOVE. Beim letzteren (gefällt  mir auf dem Album am besten) überzeugen die Chöre, die nicht zu cheesy geraten sind. LAY MY HPES ACROSS THE SEA ist von einem fetten Beat unterlegt, das fuzzy INTO THE ETHER ist mir etwas zu lange geraten und im instrumentalen Mittelteil kommen Latino, Tasteninstrumente und ein Saxophon zum Einsatz. Mir etwas zu verjammt. Die finale Kompositon auf diesen Longplayer (MOUNTAINS) weckt Assoziationen zu Zodiac und etwas Muse, ruhiger Anfang saftiges Ende. Eher weniger zwingend finde ich den recht einfach zu goutierenden Track CONSUMED BY FIRE. Freunde der bisherigen Alben machen hier nix falsch. Eine 180 g Vinylausgabe wird folgen.

 

GENRE: ROCK

MUSIC: 7

SOUND: 8

INFO: 10 Songs 40:03 minuten

Thomas Schubert

 

 

 

THE FREEKS - CRAZY WORLD Heavy Psych Sounds / Cargo

www.facebook.com/thefreeks

THE FREEKS haben 2009 ihr erstes Album veröffentlicht, dass mit einigen namhaften Gastmusikern aufhorchen konnte. Jack Endino, Mc Bain (Monster Magnet), Scott Reeder (Kyuss), Isaiah Mitchell (Earthless), Lorenzo Woodrose (Baby Woodrose) und Bernie Worell (Parliament, Funkadelic, Talking Heads). 2013 gab es dann das zweite Album mit einem festen Line-Up, welches u.a. Jonathan Hall (ex- Angry Samoans) beeinhaltet und nun lässt die Truppe aus Los Angeles um Ruben Romano (bekannt von Fu Manchu und Nebula) ihre dritte Scheibe mit einen spacigen Orbit Psychedelic Sound auf die Hörer los. CRAZY WORLD ist aber in meinen Augen eine eher zwiespältige Angelegenheit geworden. Wahrscheinlich will er die Gunst der Stunde nützen (seine reaktivierte Hauptband Nebula bringt ja gerade Teile ihres Backkatalogs über Heavy Psych Sounds heraus...) und seine zweite Band einen neuen Boden bereiten. Ob das gelingt, will ich aber bezweifeln....Der Opener AMERICAN LIGHTNING ist zwar ein cooler Mix aus Garagen Punk Stoner Rock
(Strophe) und 70s Kiss (Refrain) und ist sicherlich nicht von schlechten Eltern, aber so richtig zwingend ist das nicht. Auch THIS IS LOVE erinnert an den Glam Rock, den Kiss in den 70ern perfektioniert hatten. EASY WAY OUT wird dann geführt von zuviel Keys in meinen Augen und wirkt etwas überladen, nicht ausgereift genug und zu hektisch. Da ist mit TAKE 9 schon mehr Gefühl im instrumentalen Sound des Songs. HYPNOTIZE MY HEART rockt dann als Höhepunkt des Albums, obwohl der heisere Gesang hier eher störend wirkt als richtig passt. Der Grundsound des Songs hat etwas von 60er Jahre Science Fiction oder Horror Filmen - aber kommt auch leider nicht 100%ig auf den Punkt. CHRONIC ABDUCTION ist ein guter Song, scarry 60s Soundeffekte und gutes Songwriting, bevor MOTHERSHIP TO MOTHER EARTH das Album beendet. Hier erinnert mich die ganze Sache etwas an Mike Patton, aber leider nicht so gut wie seine Sachen... Insgesamt einfach zu wenig, vor allem, wenn man den Background der Band kennt. Somit ist es trotz aller Vorfreude dann eher eine Enttäuschung. Vieles wirkt eher wie ein Jam, nicht ausgereift genug und eher auf das schnelle Geld bedacht, was mir in letzter Zeit häufiger sauer aufstößt bei Heavy Psych Sounds Veröffentlichungen. Viele halbgare Sachen, teilweise mit einer unverschämten Spielzeit (Nick Oliveri). Und auch hierzu zähle ich den THE FREEKS Output. Denn auch hier sind die 30 Minuten aufgebläht mit Zwischenspielen und Instrumentals. Der Sound ist gut und die Aufmachung wie immer gelungen. Trotzdem: da wäre viel mehr möglich gewesen!

Genre: Garage Fuzz Rock
Musik: 6
Sound: 7
Info: 8 Songs / 31 Minuten
VÖ: 27.04.20

 

 

 

SPITEFUEL - DREAMWORLD COLLAPSE   MDD Records


www. spitefuel.com

SPITEFUEL aus Schwaben bringen ihr neues Album heraus mit einem ausgearbeiteten und auf der CD ausführlich erklärten Konzept. Die Science Fiction Story ist interessant und wurde auch in den Songs gut umgesetzt. Die Songs sind durchgängig super ausgearbeitet, abwechslungsreich und spieltechnisch auf dem höchsten Niveau. Leider hängt mal wieder alles am Sänger, der leider zu keiner Zeit das Niveau der Band halten kann. Stefans Vocals klingen einfach zu schwach und wackelig für diese sehr guten Songs und Riffs. Da wurde leider viel verschenkt. Obwohl bei z.B. den melodischeren Songs wie DREAMWORLD COLLAPSE, PT.1 mit seinem starken Gitarren und den einfühlsamen Vocals Stefans Stimme gut passt. Hier wirkt vieles auch nicht so wackelig wie beim Opener. Ebenso beim balladesk anfangenden DREAMWORLD COLLAPSE, PT. 2, wo die Vocals gut passen. Aber schon bei ICONIC FAILURE sind die Schwächen wieder stark erkennbar. Und der Speed Knaller UNDER FIRE ist fast verschenkt. Wirklich schade - mit anderen Vocals hätte das ein wahnsinniger Brecher werden können. So wird auch der in dreiteilige Song BRILLIANT WHITE LIES zu einer Geduldsprobe. Musikalisch oberstes Level, Vocals leider nicht. Eigentlich sind mir Alben von 55 Minuten zu lang, aber da hier die Story gut verarbeitet wird (z.B. mit dem Zwischenspiel OUVERTURE: INSIDE THE SPHERE oder EPILOGUE: 8427 A.D.), ist so eine üppige Spielzeit fast schon zwingend. Super gelungen ist INTERLUDE: THE FUNERAL OF YOUTH mit seinen orchestralen Momenten. Michael Fiedler, ein Filmmusikkomponist, Produzent und Vollblutmusiker hat sich um die konzeptionelle Seite der Scheibe gekümmert und dieser Fremdeinfluss tut der Scheibe sehr gut. Eine zwiespältige Scheibe, die es aber sicherlich lohnt, entdeckt zu werden. Und wenn man die Vocals noch etwas verbessern kann, steht hier ein großer Schritt nichts mehr im Weg. Die Aufmachung von MDD ist super, für das Cover konnte Kris Verwimp (u.a. Immortal, Arch Enemy) gewonnen werden und der Sound aus den Gernhart Studio (u.a. Destruction, Tankard) ist über allem erhaben.

Genre: Metal
Musik: 7
Sound: 9
Info: 12 Songs / 55 Minuten
VÖ: 27.04.2018

 


 

PERZONAL WAR  -  NECKDEVILS LIVE    Metalville

 

www.metalville.de

www.perzonalwar.de

 

2016, zum 20jährigen Bestehen der deutschen Thrasher, wurde im Kubana in Siegburg diese toll aufgemachte Live DVD / CD mitgeschnitten. So richtig durchstarten konnte die Band aber nie, was sicherlich auch an dem nicht immer überzeugenden Songmaterial lag. Perzonal War ist und war halt immer eine Band aus der 2. oder 3. Reihe. Aber das eine Band, die als Hobby geführt wird, so lange durchhält, ist auf jeden Fall zu honorieren. Vor allem die beiden Bandgründer Martin Buchwalter und Matthias Zimmer ziehen

das seit einer Ewigkeit durch. Schon letztes Jahr konnte man mit INSIDE THE NEW TIME CHAOZ aufhorchen, weil man die besten Stücke aus der Anfangszeit neu aufnahm und veröffentlichte. Und auch auf dem Live Auftritt sind nur die Highlights der Bandhistorie enthalten und machen somit durchgängig Spaß. Sicherlich fehlt der Band auch weiterhin der große, eine Hit. Aber das Songmaterial ist durchgehend auf hohem Niveau und spielerisch erste Sahne. Live kommt Matthias Zimmer aber leider hin und wieder an seine Grenzen, was das Hörvergnügen aber keinesfalls mindert, sondern die Truppe umso sympathischer erscheinen lässt. Und das eine Band mit diesem Status so ein gut aufgemachtes Package veröffentlicht, dürfte wohl auch an der basisorientierten Arbeit von Metalville liegen. Respekt. Alle 8 Alben der Band wurden in der Setlist berücksichtigt (INSIDE THE NEW TIME CHAOZ enthielt ja die gleichen Songs wie THE INSIDE und NEWTIMECHAOS) und zeichnen sich durch eine hohe Spielfreude und einen fetten Sound aus. Sympathisch ist es auch, dass alle Ex-Mitglieder Gastauftritte haben sowie auch Musiker von SUIDAKRA, FALL OF CARTHAGE, ARCHITECTS OF CHAOZ und Victor Smolski, ex-Rage und jetzt Almanac. Den Songs fehlt es nicht an gehöriger Melodie und guten Riffs. BORN und BLEEDING sind Riffgranaten und SPEED OF TIME liebäugelt mit alten BLIND GUARDIAN. Guter Thrash aus der zweiten Reihe. Und außerdem gibt es noch 3 Akustiksongs, die das Set etwas auflockern. Die DVD enthält das identische Set und wurde in dem kleinen Club gefilmt und bietet einen guten Blick auf die Band. Die Stimmung ist gut, die Fans feiert die Band ab und Perzonal War hat eine Menge Energie. Auch der ganze Personalwechsel während der zweiten Hälfte des Sets stört nicht im geringsten, macht die DVD sogar interessanter. Neben einem Interview gibt es noch einen Videoclip. Nichts großartiges, aber gut gemacht für eine Band von diesem Status!  Ihr wollt authentischen Metal? Dann unterstützt endlich Perzonal War!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: CD 16 Songs / DVD 30 Songs

VÖ: 27.04.2018

 

 

 

LEE AARON  -  DIAMOND BABY BLUES    Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Die kanadische Metal Queen hatte vor allem mit ihrem 1984iger und 1985iger Alben METAL QUEEN und CALL OF THE WILD in der Metalgemeinde eingeschlagen wie eine Bombe. Ihr hautenger, roter Ganzkörperanzug ist Kult. Die Musik war guter Heavy Metal mit starken Vocals. Danach ging es etwas bergab – musikalisch wie verkaufstechnisch und so richtig hatte die 56jährige keiner mehr auf dem Schirm. 2016 kam sie dann unerwartet mit FIRE AND GASOLINE zurück und bringt uns nun über Metalville Records DIAMOND BABY BLUES. Gesanglich, als auch optisch, hat Lee absolut nichts an Aussagekraft und Power verloren, leider hat die Musik rein gar nichts mehr mit Metal zu tun. Hard Rock oder Blues Rock trifft die Sache ganz gut. Der härtere Opener DIAMOND BABY lässt schonmal aufhorchen, da der Song richtig metallisch ist und Lust auf mehr macht. „Leider“ driftet es danach aber eher in die radiotauglichere Richtung ab, obwohl Songs wie MISS MERCY oder der starke HARD ROAD die Vergangenheit der Kanadierin eindrucksvoll aufzeigen. Gesanglich ist Lee aber auf dem ganzen Album über alles erhaben. THE BEST THING oder I`M A WOMAN sind zwei starke Blues Rock Nummern, in der Lee in aller Klasse brilliert. Auch finden einige gelungene Coverversionen Platz auf dem Album. DEEP PURPLE Klassikers MISTREATED ist genauso gelungen wie LINDA RONSTADTs YOU`RE NOT GOOD, KOKO TAYLORs I`M A WOMAN  oder das rockig umgesetzte JANET JACKSON Machwerk BLACK CAT! Alles in allem gibt es keinen schlechten Song auf dem Album und die Coverversionen wurden alle exzellent umgesetzt und fügen sich perfekt in das Album ein. Das hier ist sicherlich kein neues METAL QUEEN Album. Auch kein Metal. Was sicherlich interessant wäre, wenn Lee noch einmal so ein Album einspielen würde. Aber Sean Kelly an der Gitarre, John Cody am Schlagzeug und Dave Reimer am Bass liefern eine starke Performance ab. Irgendwo zwischen Alannah Myles und einer härteren Alanis Morissette…nein – Lee Aaron ist Lee Aaron. Gutes Album!

 

Genre: Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 12 Songs

VÖ: 27.04.2018

 

 


 

MONSTERNAUT - ENTER THE STORM   Heavy Psych Sounds / Cargo

www.facebook.com/monsternaut


Viele, die mich kennen, wissen, dass mir teilweise die neue "Interpretation" von Stoner Rock nicht so recht schmeckt und ich weiterhin die Höhepunkte der Szene mit der Musik aus den 00er Jahren verbinde. Unida, Sloburn, Kyuss, QOTSA, Dozer, Monster Magnet...nie war die Hitdichte und der Groove größer als in den Anfangszeiten. Die Finnen von MONSTERNAUT versuchen auf ihrem zweiten Album, genau in diese Kerbe zu schlagen. Wie schon auf dem Debüt Album und den folgenden EPs, gibt es auf ENTER THE STORM klassischen, simplen und teilweise sehr gut gelungenen Stoner Rock, der auf wenig Riffs basiert, aber durch den coolen Groove und die fetten Gitarren sofort Laune macht. Auch mit dem Tempo haben es Monsternaut nicht so...die Songs sind meistens durchgängig in schön langsamer Gelassenheit produziert. Und die Stimme von Tuomas Heiskanen, der auch für die geilen Riffs zuständig ist, erinnert einen hin und wieder an Nebulas Großtaten. Startet das Album mit WINTER noch eher langsam, kommt mit dem UNIDA artigen Riff von LANDSLIDE (zugleich der Hit der Scheibe) gleichmal tolles Feeling auf, bevor ANTHEM ein Doom Monster vor dem Herrn ist. Insgesamt gibt es eher langsame Songs, die etwas schnelleren Attacken gehen gut ins Ohr, aber über die ganze Distanz schleichen sich auch der ein oder andere unausgegorene Song ein und schmälert das Gesamtpaket etwas. Auf die Dauer von gut 50 Minuten macht sich dann doch etwas Langeweile breit und zeigt auf, dass Monsternaut mit den Großen nicht mithalten können. Oder besser gesagt: das Finnland nicht Palm Desert ist. Aber trotzdem: insgesamt eine gute Stoner Rock Scheibe, die aber die ein oder andere Schwäche nicht verbergen kann. Abgerundet wird das Album durch einen starken Sound und ein sehr passendes, old school Cover. Nach der starken neuen Black Rainbows Scheibe, haben die Römer ein weitere gutklassige Scheibe nachschieben können, die den gleichen Fankreis abdecken dürfte! So soll es sein! Stoner Fans sollten auf jeden Fall zuschlagen! Und live ist die Band sicherlich auch eine Macht.

Genre: Stoner Rock
Sound: 8
Musik: 8
Info: 12 Songs / 49 Minuten
VÖ: 27.04.2018

 

CRITICAL MESS  -  HUMAN PREY    Metalville Records

 

www.metalville.de

www.criticalmess.de

 

 

Jeff Waters spielt ein Gastsolo auf der Scheibe und die Band geht mit Six Feet Under aouf Tour im Sommer. Das sagt uns der Sticker auf dem Album. Das Coverartwork und die Aufmachung ist mehr als gelungen und das CRITICAL MESS die neue Band von Britta Görtz, der Sängerin von CRIPPER (die ja wohl nicht weitermachen werden nach der Abschiedstour) ist, hat sich mittlerweile auch schon rumgesprochen. War Cripper noch ein Bastard auf Thrash, Metal, modernen Elementen und Death Metal, hat sich die seit 2012 bestehende Formation aus Hannover dem klassischen Death Metal verschrieben. Und mit HUMAN PREY dürften sie als eine der stärksten Death Metal Newcomer aus deutschen Landen durchgehen. Und da sollte man sich nicht nur auf Britta stürzen, die wiedermal einen herausragenden Job abliefert. Die Gitarren braten ein Hammerriff nach dem anderen heraus. Die Drums bollern gut nach vorne und der Druck der Songs ist enorm. Die beiden Marcos an den Gitarren muss man hier wirklich extra erwähnen. Das ist wirklich internationales Top-Niveau. Ob die häufig eingestreuten Blastbeat Ausflüge Sinn machen oder nicht, ich persönlich finde sie auf jeden Fall nicht störend, sondern sogar für das Gesamtwerk förderlich und wechseln sich gut mit den eher schleppenden Death Metal Walzen ab. Und es ist schön, dass Britta nach dem Ende von Cripper weiter am Ball bleibt (wäre auch nicht anders zu erwarten gewesen) und den Fans einen Wutbrocken hinwirft, der sogar mit den besten Cripper Veröffentlichungen mithalten kann bzw. an Brutalität locker schlägt. BRINGER OF ALL END, die Videoauskopplung FEASTING oder ON ROTTEN GROUNDS (hier findet man das Gastsolo von Jeff Waters!) reißen alles nieder, was so in letzter Zeit an Death Metal aus Deutschland kam. Guter Einstand, der sicherlich für Aufsehen sorgen wird.

 

Genre: Death Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 40 Minuten

VÖ: 29.03.2018

 

 

 

THE SWORD  -  USED FUTURE   New Razor & Tie Enterprises

www.theswordofficial.com

Als lupenreiner Stoner Rock Act gestartet, ist man mittlerweile im Rock angekommen, obwohl man die Stoner Rock Elemente nicht verachtet. Die Band ist schon irgendwie besonders, dass haben auch Metallica gemerkt, die The Sword mehrmals persönlich als Opener ausgewählt haben. Auch ihr bisher bestes (und auch härtestes Album) WARP RIDERS hatte einige dieser "Metallica-Riffs" und hat die Band sogar in die US Charts geführt. Mittlerweile ist man etwas gemäßigter, aber auch reifer unterwegs. USED FUTURE ist ein starkes Album von vorne bis hinten. Da wechseln sich gute Stoner Rocker mit emotionalen Hard Rockern ab. Nach einem kurzen Intro (PRELUDE) startet mit DEADLY NIGHTSHADE ein Song, der locker an die guten Ozzy Zeiten erinnert. Starkes Riffing, herausragender Gesang, tolle Melodien - besser geht es nicht. Gewohnt starke Ware aus dem Hause THE SWORD! Der Song vereint alle typischen Trademarks der Band.  THE WILD SKY überzeugt mit sphärischen, sowohl auch metallischen Klängen und ist ein fettes Statement der Band. SEA OF GREEN ist ein absolutes Highlight im gesamten The Sword Backkatalog. Das Riff geht unter die Haut und lässt einen nicht mehr los und dazu kommen die Vocals, die sowas von entspannt und relaxt sind sind....das paßt perfekt zusammen. So würden evtl. moderne Led Zeppelin heutzutage klingen. NOCTURNE ist ein super Instrumental, dass locker in jeder Space Night im TV laufen könnte und das sicherlich Pink Floyd in ihrer Hochphase nicht besser hinbekommen hätten. DON`T GET TOO COMFORTABLE ist ein relaxter Track, der mit seinem "gute Laune Feeling" locker aus den 70ern stammen könnte. Der Titelsong ist dann ein weiteres Highlight und rockt relaxt vor sich hin und hat einige Dire Straits Querverweise. Das ist Rockmusik der Sonderklasse! COME AND GONE ist dann ein weiterer, relaxter Song, der die musikalische Klasse der Band unter Beweis stellt. BOOK OF TOOTH startet dann zumindest wieder mit einem klassischen Riff und BROWN MOUNTAIN lässt einen in arktische Sphären schweben. Insgesamt ein sehr  relaxtes, aber musikalisch starkes Album, dass Spaß macht. Die härteren Parts werden gekonnt, aber auch dezent eingesetzt und macht das Album so zu einem kleinen Meisterwerk. Die Heaviness von WARP RIDERS vermisst man zwar ganz, aber das macht eigentlich nichts. Auch die ganzen Gitarreneffekte gehen voll auf und bescheren der Band hoffentlich hohe Verkaufzahlen. Eine tolle Band!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 13 Songs / 43 Minuten
VÖ: 23.03.2018
 

 

COMMANDER  -  FATALIS / THE UNBROKEN CIRCLE    MDD Records

 

www.commander-metal.eu

 

Gut 10 Jahre ist es her, dass die Münchner COMMANDER ihr letztes Album veröffentlicht haben, was im Umderground etwas aufsehen erregen konnte. Danach war lange still, was vor allem an einigen Besetzungswechsel lag. Die Band spielte zwar hin und wieder live, aber so richtig in Szene setzen konnte man sich nicht. Und wenn man dann denkt, da kommt nichts mehr, kommt plötzlich ein neues Album. Die mittlerweile stark an Anerkennung gewachsenen MDD Records haben sich COMMANDER geschnappt und sicherlich ein, wenn nicht das Highlight in ihren Katalog geholt. FATALIS ist eine dicke Überraschung und hat wenig mit den Vorgängeralben der Band zu tun. Das liegt sicherlich zum einen an Patrick W. Engel, der das Album im Temple of Harmony gemixt und gemastert hat und einen so geilen Sound zusammengezimmert hat, dass es eine wahre Freude ist. Aber ein großer Teil macht natürlich das Songmaterial aus, dass sich vor keiner US Band verstecken braucht und durchgängig hochklassig ist. Schon der Opener und Titeltrack beinhaltet starke Riffs, melodiöse Gitarrenparts, die gerne an die besten Vader und Pestilence Taten erinnern sowie klare Death Metal Vocals vom Bandkopf Nick. Was auf dem Album an der Gitarre verbrochen wird, ist wirklich oberste Liga. Unglaublich viele Riffs folgen aufeinander. Großes Kino. Nick Kolar und Steffen Augstein ergänzen sich perfekt und schmeißen Riff um Riff raus! LOCUST INFESTATION geht in die gleiche Richtung wie der Opener und ist keinen Deut schlechter. CHAOS AWAKENING ist dann slow und heavy. Und unheimlich aufdringlich. Der Chorus wird auf jeder Bühne zum Mitsingen verleiten. Weiter geht es mit NEW SLAVE DEMOCRACY, der vor allem im Refrain stark an die alten Pestilence erinnert. INSIDIOUS GREED folgt und ist der Höhepunkt des Albums. Eingeleitet durch melodische Gitarrenmelodien wächst der INSIDIOUS GREED zu einer wahren Dampfwalze, die es mit allen großen Death Metal Bands aufnehmen kann. So einen Song hat Morbid Angel seit DOMINATION nicht mehr zustande gebracht. Nick erinnert hier auch an David Vincent. Diese langsame Lavemasse und die Atmosphäre des Songs sind beeindruckend! INVIDIA erinnert an die glorreichen 90er Jahre und SUPERBIA hat viele Tempowechsel und ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Erinnert mich an die guten, melodischeren Grave Sachen. Super! ...AND DEATH SWINGS THE SCYTHE startet mit einem starken Akustikintro und wird dann ein geiler Morbid Angel artiger Kracher. Und zum Abschluß kommt mit SHATTERED EXISTENCE nochmal ein schneller Death Metal Kracher der Sonderklasse. Ja, da müssen sich die hochgelobten deutschen Death Metal Newcomer (Namen weiß ja jeder) ab jetzt vor Angst in die Hose machen! Commander haben das Zeug, ganz oben in Deutschland (und auch International!) mitzuspielen! Abgerundet wird FATALIS von einem guten Artwort aus den Händen von Remy Cooper, der schon Alben von Kreator, Cryptopsy und Arch Enemy veredelte. Eine dicke Überraschung und die Scheibe dürfte bei jeden Death Metal Fan für Entzückung sorgen. WOW!

Genre: Death Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs / 42 Minuten

VÖ: 13.04.2013

 

 

 

DEMON INCARNATE  -  KEY OF SALOMON    FDA Records

 

www.facebook.com/demonincarnatemusic

 

Das zweite Album der deutschen DEMON INCARNATE kommt nach der Babypause von Sängerin Lisa Healey mit einem besseren Sound und ausgereifterem Songwriting um die Ecke. Das kann man so zusammenfassend sagen. Das erste Album war ja eigentlich nur das Demo, das FDA offiziell veröffentlicht hat und obwohl da schon 2-3 wirklich starke Nummern drauf waren, waren wir alle gespannt auf neues Material. Soundtechnisch ist durch die Arbeit im Greywolf Studio (Powerwolf) schonmal eine Schippe mehr Heaviness reingepackt, was dem Gesamtwerk sehr gut tut.  Und auch für das Coverartwork konnte man mit Roberto Toderico (u.a. MASSIVE ASSAULT, ASPHYX, SINISTER, DECAYING) einen Meister seines Fachs gewinnen. Großartige Veränderungen gibt es ansonsten nicht. Das Riffing ist irgendwo zwischen Black Sabbath und Stoner Rock angesiedelt und alles zielt auf die sehr guten Vocals von Lisa ab. Ist der Einstieg mit IN VESSELS ungewöhnlich schnell für Demon Incarnate und schon gut gelungen, setzt TAMING THE EAST den ersten Höhepunkt des Albums. Starke Riffs, fettes Drumming und sehr gute Gesangsmelodien von Lisa runden diesen Song ab, der mit zu den besten Demon Incarnate Songs gehört. Am beeindruckensten ist aber wohl BEYOND THE BELOW. Hier merkt man der Band das gereifte Songwriting an. BEYOND THE BELOW ist düster, schwer und trotzdem eindringlich. THE LESSER KEY ist ein instrumentaler Song, bevor THE SEED wieder etwas Fahrt aufnimmt. Mit THE GREATER KEY findet sich dann auch noch ein zweites Instrumental auf dem Album, was dann doch etwas überrascht. Einen richtigen Ausfall gibt es auf dem Album nicht, PILLARS OF SAND und KEY OF SOLOMON überzeugen zum Schluß hin nochmal. Das Album ist auf gleichbleibendem Niveau über die ganze, sehr angenehme, da kurze, Distanz. Insgesamt sind sie (wohl auch wegen der Produktion) heavier, aber auch um einiges Düsterer geworden. Ein gutes zweites Album und jetzt fehlt nur noch eine Tour im Vorprogramm von The Obsessed, St. Vitus oder anderen, plötzlich momentanen „In-Bands“. Gute Musik und das noch aus Deutschland! Sollte unterstützt werden!

 

Genre: Doom Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 9 Songs / 37 Minuten

VÖ: 23.03.2018

 

 

BLACK RAINBOWS  -  PANDAEMONIUM    Heavy Psych Records

 

www.theblackrainbows.com

 

Die Italiener um Heavy Psych Sounds Besitzer Gabriele Fiori sind zurück und bringen uns ein neues Album. Waren die Vorgängeralben allesamt okay, haut die Band hier ihr bestes und vor allem härtestes Brett raus. Gab es auf den Scheiben davor noch oft Psychedelic- und Jam-Parts, wird hier einfach nach vorne gerockt, was dem Gesamtsound der Band sehr gut tut. Außerdem macht der neue Drummer Filippo einen starken Eindruck und drückt den Gesamtsound um einige Härtegrade nach oben. SUNRISE startet in bester BLACK RAINBOWS Manier und vereint alle Stärken der Vorgängeralben. Fuzzige Gitarren, starker Gesang, kraftvolles Drumming. HIGH TO HELL ist dann ein starker Stoner in bester Fu Manchu / Nebula Art und überzeugt auf ganzer Linie. THE SACRIFICE geht in eine ähnliche Richtung, besitzt viel Power und einigen starken Gitarrensalven. Hier wirkt die Stimme um einiges melodiöser und passt super zum Song. Aber der beste BLACK RAINBOWS Song kommt danach in Form von GRINDSTONE. Was für ein Riff! Doom Metal der Sonderklasse. Das Riff drückt, der Gesang sitzt perfekt und die Drums rollen alles nieder. Das Solo im Mittelteil ist fantastisch...ja - der beste Black Rainbows Song bisher. SUPERNOVA & ASTEROIDS klingt wie der Titel. Das ist old-school Stoner Rock mit einem relaxten Riff, der stärksten Gesangsleistung auf dem Album und ein Song, den die Großen des Genres nicht besser geschrieben haben zu ihren Glanzzeiten! Großes Kino! RIDING FAST TIL THE END OF TIME ist so ein Song, der einfach im Kopf bleibt und den Black Rainbows vorher nicht in der Lage waren zu schreiben. I JUST WANNA FIRE ist dann so ein Song mit etwas Space-Rock Feeling, aber so flott dargeboten, dass es zu keiner Sekunde langweilig wird. THE ABYSS rockt in bester Unida Tradition und das coole 13TH STEP OF THE PYRAMID ist dann trotzdem nochmal so ein psychedelischer Stoner Rocker ala Monster Magnet. RANDAEMONIUM ist das beste Album von BLACK RAINBOWS bisher, keine Füller, viele einprägsame Refrains, eine gesunde Härte und dürfte die Band hoffentlich an die Spitze der Stoner Rock Bewegung setzen.

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 9 Songs / 46 Minuten

VÖ: 06.04.2018




 

 

RITCHIE BLACKMORE`S RAINBOW  -  MEMORIES IN ROCK II    Minstrel Hall/Soulfood

www.fd-entertainment-group.de

Blackmore hat ja für Jahre seine (verzerrte) Gitarre an den Nagel gehängt, um mit seiner Ehefrau sich dem keltischen Folkrock hinzugeben. Da kam es einer kleinen Sensation nahe, als er eine RAINBOW Reunion ankündigte. Für viele Fans war die Enttäuschung aber dann groß, als die Band bekanntgegeben wurde. Keines der früheren Mitglieder wurde berücksichtigt und Richtie holte sich lieber junge und hungrige Musiker in die Band. Gut, das kann dann ja auch eine Tribute Band sein mit einem Originalmitglied...schwierig...vor allem, wenn der (oder einer der) Originalsänger nicht dabei ist...Und obwohl die Live-Show in Deutschland 2017 eher zwiespältig aufgenommen wurden, ist diese 3-fach CD (2-CD/DVD) sehr gut gelungen. Die drei Shows in Großbritannien wurden mitgeschnitten und jetzt als Doppel-CD veröffentlicht. Und: ES GIBT EINEN NEUEN STUDIO SONG! Was ja schon einer Sensation gleichkommt. Musikalisch lässt die Band um Mr. Blackmore nichts anbrennen und vor allem Ronnie Romero macht einen unglaublich guten Job (vor allem bei dem Dio Material) und erinnert öfters an Ronnie James Dio! Starke Vorstellung, da er die Songs super umsetzt. Geboten werden die wichtigsten Rainbow und Deep Purple Songs und sind wirklich toll eingefangen. Auch die Fanreaktionen wirken natürlich und echt. Und wenn Man Mr. Romero z.B. CHILD IN TIME singen hört, weiß man, dass Mr. Blackmore mit dem runderneuerten Line-Up alles richtig gemacht hat. David Keith am Schlagzeug bekommt sein Solo, Keyboarder Jens Johanssen und Richtie selbst bekommen ihre Soloteile in den Shows und können absolut glänzen. Das Material geht wohl auch nicht besser und darf als WHO IS WHO der Rockmusik genannt werden. SPOTLIGHT KID, MISTREATED, MAN ON THE SILVER MOUNTIAN, PERFECT STRANGERS, CHILD IN TIME, STARGAZER, LONG LIVE ROCK`N`ROLL, LAZY, SMOKE ON THE WATER...mehr geht nicht im Classic Rock. Dazu gibt es noch die Jon Lord Huldigung CARRY ON JON und einige umarrangierte Songs (I SURRENDER, ALL NIGHT LONG) Die DVD beinhaltet Interviews mit der ganzen Band und Backstage Impressionen sowie einen Bonus Backstage Clip von I SURRENDER. Gut, aber was wird die Die-Hard Fans am meisten interessieren? Der neue Song. Geschrieben von Blackmore und Romero, ist WAITING FOR A SIGN dann eher zwiespältig. Gut gemacht, sicherlich. Er kann es aber nicht (natürlich) mit den Klassikern der Band aufnehmen und wirkt auch ein wenig "beliebig"...na ja - Mr. Blackmore hat ja auch schon Jahrzehnte keine härteren Songs mehr geschrieben, vielleicht muss er sich da erst wieder hineinfinden. Aber wer weiß, was da noch kommt. Es gibt zusätzlich noch ein tolles Booklet mit Liveimpressionen und viel Text zum Lesen. 19 sehr gute Livesongs, 1 neuer Song, über 80 Minuten Backstage Videos....Rainbow, Dio und Deep Purple Fans müssen auf jeden Fall zuschlagen.
 
Genre: Hard Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 20 Songs + DVD
VÖ: 06.04.2018
 
 

DEATHROW  -  DECEPTION IGNORED    Noise Records / BMG

 

www.facebook.com/noiserecordslebt

 

Nach den 2 überragenden Thrash Metal Granaten RIDERS OF DOOM und RAGING STEEL kam 1989 das dritte Album der Band auf den Markt und schon das Cover – Artwork ließ erahnen, dass es in eine andere Richtung geht. Uwe Osterlehner ersetzte Gründungsmitglied Thomas Priebe und der mit dem mehr technische Stil von Uwe veränderte sich auch den Gesamtsound der Band. DECEPTION IGNORED hat mit den wütenden und eingängigen Thrash Metal Songs der Vergangenheit nicht mehr viel zu tun. So wirkt der Stil mehr als ein Mix aus WATCHTOWER und CORONER, was der Band aber auch sehr gut zu Gesicht stand und immernoch steht. Und so wurde DECEPTION IGNORED zum erfolgreichsten, aber auch letzten Album für Noise Records. Schon der Opener EVENTS IN CONCEALMENT erinnert von seiner Melodieführung und Gitarrenarbeit an das WATCHTOWER Zweitwerk, THE DEATHWISH hat viel von den vertrackten CORONER Rhythmen und TIOCTON und N.L.Y.H. gehen in die gleiche Richtung. Milos Gesang versucht sich auch an mehr Melodie, was zum neueren Sound der Band sehr gut passt und auch sehr gut umgesetzt wurde. WATCHING THE WORLD, NARCOTIC und MACHINERY beenden das Album mit einem Paukenschlag. Es ist schon ein kleines Wunder, was die Band zwischen RAGING STEEL und DECEPTION IGNORED musikalisch dazugelernt hat. Da staunt man erst einmal, ob es sich um die gleiche Band handelt. Da werden Sachen auf der Gitarre gezockt, die schon sehr stark sind und es locker mit dem zweiten WATCHTOWER Songs aufnehmen konnten. Das hätte man zu RAGING STEEL Zeiten den Musikern gar nicht zugetraut! Die neu remasterte Version erhält noch den unveröffentlichten Bonussong BUREAUCRAZY, der aus der DECEPTION IGNORED Aufnahmesession stammt, aber damals (aus welchen Gründen auch immer) keine Berücksichtigung fand. Dieses Mal gibt es aber kein Klappcover und auch die Informationen sind eher spärlicher als auf den zwei Vorgängern. Starkes deutsches Progressive Thrash Metal Statement, leider konnte die Band damals den großen Durchbruch nicht erzwingen. Aber ich hoffe mal, dass es nach den ganzenb Re-releasen zu einem kleinen Hype um die Band kommt und sie sich (zumindest für ein paar Konzerte) wieder zusammenrauft. Progressive Metal Fans sollten unbedingt zuschlagen! Ein Highlight des Genres! PFLICHTKAUF!

 

Genre: Progressive Thrash Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

DEATHROW  - RAGING STEEL   Noise Records / BMG

 

www.facebook.com/noiserecordslebt

 

Puh, nach dem starken Debüt RIDERS OF DOOM war man ganz verzückt, als man das Cover von RAGING STEEL ein Jahr später in den Händen hielt. Zwar ist das Backcover mit der ausgeschnittenen Band immer noch etwas „komisch“, aber schon damals war die Vorfreude riesig und schon das damals typische Intro THE DAWN ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Und als die Band loslegte, war die Freude groß! RAGING STEEL ist gleichmal ein wahnsinniger Opener: schnell, heavy, ohne Kompromisse. Milos Gesang hat einen großen Schritt nach vorne gemacht, die Band spielt unglaublich tight und schnell und der Song ist gleichmal ein Hit, der sicherlich zu den besten deutschen Thrash Metal Songs der 80er Jahre zählen dürfte. Dann wurde mit SCATTERED BY THE WIND das Tempo etwas herausgenommen und ein weiterer Klassiker geschrieben. Ein super starkes Gitarrenriff führt diesen Song. Milos Gesang ist herausragend und das Arrangement hervorragend. Das folgende DRAGON`S BLOOD hat fast das hymnische von der ersten OMEN Scheibe. Milos Gesang hatte hier den größten Schritt nach vorne gemacht und er hat sich mit dieser Leistung auf eine Stufe mit den anderen deutschen Thrash Sängern gehievt. THE THING WITHIN, PLEDGE TO DIE, MORTAL DREAD….welch Granaten! Und nach THE UNDEAD CRY und BEYOND THE LIGHT ist das Album dann leider auch schon zu Ende und war und ist für viele Fans der Höhepunkt der Band. Hier passt wirklich jede Sekunde, jeder Ton, jede Idee. Eigentlich hätten Deathrow mit RAGING STEEL alle anderen deutschen Thrash Bands abhängen müssen. Das ist auf dem gleichen Level wie Pleasure to Kill, Infernal Overkill, Terrible Certainty oder Agend Orange. Besser geht es einfach nicht. Wenn sie mit diesem Stil weitergemacht hätten und den Nachfolger mit ähnlichem Material bestückt hätten, wäre DEATHROW evtl. den gleichen Weg wie Kreator gegangen. Auch dieses Album wurde als Doppelalbum wieder neue aufgelegt und bietet einige tolle Fotos. Das Remaster ist gelungen, das Artwork kommt gut rüber und es wurde wie schon beim Debüt Album eine zweite Vinylscheibe spendiert, die das Demo von 1986 (ETERNAL DEATH) beinhaltet (INTRO / SLAUGHTERED / VIOLENT OMEN / RIDERS OF DOOM / SAMHAIN) und einen unveröffentlichten Livesong (YIGAEL`S WALL). Für Fans ein Muss! Eines der besten THRASH METAL Alben aus den 80ern EVER! ZUSCHLAGEN!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 10

Sound: 8

Info: 15 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

 

DEATHROW  -  RIDERS OF DOOM   Noise Records / BMG

 

www.facebook.com/noiserecordslebt

 

ENDLICH!

Nachdem ja Noise Records wieder aktiviert wurde und dadruch einige der wichtigsten Metal Alben der Vergangenheit wieder zugänglich gemacht hat, kamen natürlich erst einmal die „big names“ des Katalogs in die Läden. Celtic Frost, Kreator, Tankard, Skyclad, Voivod, Running Wild. Da konnte man schon das ein oder andere Klassikalbum abgreifen – auch Fans der ersten Stunde fanden an den günstigen, aber stark aufgemachten Releasen mit einigen Bonustracks noch einmal gefallen daran. Die für mich mit wichtigste Noise Band blieb aber lange unter dem Schirm. Und da ja die anderen Noise Bands zum Großteil noch aktiv sind, hatte ich eigentlich die Hoffnung für Deathrow schon aufgegeben. Als ich im Jahre 1986 das Artwork von Riders of Doom sah, war ich schon hin und weg und damals schwirrte der Name SAMHAIN schon in der Szene rum und oft konnte man diese Kultband nicht richtig zuordnen. War es Danzigs Version oder die Ruhrpottler – so einfach war das damals nicht ohne Informationen, die oft Monate brauchten, um an der richtigen Stelle anzukommen. …. Aber mit ex-Samhain Sticker drauf kam dann das Debüt und hat mich glatt umgehauen. Und jetzt, 32 Jahre danach kommt das Debüt der deutschen Thrasher als Doppel-LP (farbiges Vinyl) und dickem Digipack erneut auf den Markt. Die Scheiben von Deathrow verschwanden damals schnell aus dem Handel und waren die letzten Jahre sehr gesucht. Für mich stand RIDERS OF DOOM und RAGING STEEL schon immer auf gleicher Stufe wie INFERNAL OVERKILL, PLEASURE TO KILL oder FINISHED WITH THE DOGS; Alben, die alle (Thrash) Musikgeschichte geschrieben haben, aber im Vergleich dazu konnte Deathrow trotz starkem Material nie richtig durchbrechen und ein Ausrufezeichen in der damaligen Szene setzen. Es gab zwar Europatourneen mit Kreator, Possessed und Voivod, aber die Band hatte wohl zu wenig Durchhaltevermögen, um in eine Größenordnung wie Kreator vorzustoßen. RIDERS OF DOOM (für den US-Markt später mit anderem Cover und unter dem Namen SATANS GIFT veröffentlicht) ist ein Kultalbum! Kreators Mille persönlich drängt Noise auf einen Vertrag für Deathrow! Und das Album hält, was man erwartet. Schon WINDS OF DEATH lässt erahnen, was mit SATAN`S GIFT hereinbricht. German Thrash Metal, der es mit den damaligen Outputs von Kreator, Sodom, Destruction oder Tankard aufnehmen. SATAN`S GIFT und RIDERS OF DOOM sind absolute Highlights der deutschen Thrash Szene. Milos Gesang ist super und macht die Band so toll. Auf dem Album sind nur Hits. HELL`S ASCENT, SPIDER ATTACK, SLAUGHTERED, VIOLENT OMEN, DARK TALES und der etwas mehr ausgearbeitete Abschlußlied SAMHAIN überzeugen auf ganzer Linie. Riffmäßig ganz stark umgesetzt und die rumpelige, an Kreators Pleasure To Kill Phase erinnerten Drums sind ein Alleinstellungsmerkmal der deutschen Szene. Das Debüt besteht zu großen Teilen aus Material der Demos und ist auch nach sovielen Jahren noch relavant. Der Sound wurde nur minimal gemastert, die Grundstimmung bleibt gleich und das ist auch gut so. Das Doppelalbum kommt in farbigem Vinyl, interessanten Inlays und mit einer zweiten Scheibe inkl. 6 Bonussongs vom Demo und 3 Rehearsalaufnahmen. Soundtechnisch okay und ohne Vocals. Kann man sich mal anhören, aber braucht man eigentlich nicht – auch nicht als Fan. Für Thrash Fans ein Muss!  

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 10

Sound: 8

Info: 15 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

KREATOR -  COMA OF SOULS    Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de
www.noiserecords.net

 

Nach dem großartigen Durchbruchsalbum EXTREME AGGRESSION, dass die Band auf der internationalen Bildfläche etablierte, schickte Noise die Band schnell zurück ins Studio, um die Gunst der Stunde auszunutzen und Kreator in den Schlagzeilen zu halten. Dabei kam eines der besten Thrash Alben aller Zeiten heraus. Erneut aufgenommen mit Randy Burns in Amerika hat Kreator einen unheimlich starken und authentischen Sound auf dem Album, der die Klasse der Songs noch einmal extra hervorhebt. COMA OF SOULS festigte die Band (zurecht) als führende europäische Thrash Metal Band auf der ganzen Welt und lies Herrscharen von Fans zu deren Shows pilgern. Ausgefeilter, verspielter und durchdachter war kein Kreator Album davor. Im Erscheinungsjahr 1990 war der Thrash Metal auf dem kommerziellen Höhepunkt und Kreator war eine der führenden Bands des Genres. Nach einem akustischen Intro zeigt schon der Opener WHEN THE SUN BURNS RED wie Thrash Metal in Perfektion auszusehen hat. Die Gitarren sind unglaublich druckvoll, die Drums sind nicht zu aufdringlich (aber unheimlich fett) und Mille`s Gesang ist einfach perfekt eingefangen. Der Titelsong COMA OF SOULS atmet wieder den Spirit der Terrible Certainty Phase und ist ein absoluter Thrash Metal Klassiker. Natürlich überstrahlt der Überhit PEOPLE OF THE LIE das Album, aber nur an dem Song darf man das Album nicht festmachen. Der Song ist lauter Linernotes erst spontan im Studio entstanden und durch seine eher simple Grundstruktur sehr eingängig geraten. Aber genau richtig für die Liveshows. WORLD BEYOND ist wieder ein Mix aus der Terrible Certainty Scheibe und moderneren Thrash bevor TERROR ZONE mit seinem melodischen Intro und der langsamen Geschwindigkeit im Thrash Universum damals ein Ausrufezeichen setzte. Die folgenden Thrash Metal Highlights AGENTS OFBRUTALITY, MATERIAL WORLD PARANOIA, TWISTED URGES und HIDDEN DICTATOR können es mit den alten Kreator Klassikern aufnehmen, hatten aber nie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdient hätten.MENTAL SLAVERY beschließt das Album mit einem kleinen Hit, der vor allem durch seinen starken Refrain lebt. COMA OF SOULS war damals ein Höhepunkt der Bewegung und auch noch heute ist die Scheibe eine der wichtigsten Thrash Metal Veröffentlichungen. Die Wiederveröffentlichung bietet zudem eine Bonus Scheibe mit einem Konzert aus der Stadthalle Fürth und umfasst die 16 Song starke Show, verpackt in einem sehr starken Sound. Die Band zeigt sich auf ihrem Höhepunkt und vor allem bei Mille gibt es die ganze Show durch keine Abnützung o.ä. Was für ein Zufall, dass ich damals genau auf dieser 
Show in Fürth war und noch immer die Eindrücke von damals mit mir herum trage. Und mit WHEN THE SUN BURNS RED, COMA OF SOULS, PEOPLE OF THE LIE, TERROR ZONE, AGENTS OF BRUTALITY fanden sich sogar 5 von 10 Songs der Scheibe im Liveset, was auch den Stellenwert von COMA OF SOULS für die Band zur damaligen Zeit zeigte. Höchstnote!


Genre: Thrash
Musik: 10
Sound: 9

Info: 11 Songs / 45 Minuten (Album)
        16 Songs / 78 Minuten(Live)

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

PHANTOM WINTER  -  INTO THE DARK SCIENCE    Golden Antenna Records

 

www.facebook.com/wintercvlt

 

Das neue Werk der Würzburger Apokalypse-Verehrer PHANTOM WINTER geht den Weg der beiden Vorgängeralben weiter. Die Band hat aber letztendlich ihren Sound und ihre Bestimmung gefunden und veröffentlicht mit INTO THE DARK SCIENCE ihr reifstes Album, was aber im Kontext ihrer Art, Musik zu erschaffen, nichts negatives bedeutet. Schon der Opener THE INITIATION OF DARKNESS weist alle Fassetten deren Sound auf. Dunkelheit, Aggression, Stille, Finsternis und Verderben. Die Musik ist nichts für schwache Gemüter und ist ein Statement in Sachen Beklemmung und Hoffnungslosigkeit. Der Song pendelt zwischen Aggressivität und Stille und macht keine Gefangenen. Der darauf folgende RIPPING HALOS FROM ANGELS ist in seiner Hälfte sehr emotional und beruhigend, bevor zur Mitte hin dann die schwarzmetallische Härte ausbricht. Der Song lässt den Hörer nach dem verstörenden Opener in Sicherheit wiegen, bevor die Finsternis über einen hereinbricht. FROSTCOVEN ist sowas wie der Konsenssong des Album und auch in seiner Struktur am einfachsten zu verstehen. Wenn ein Song den Sound der Band am besten zusammenfasst, dann FROSTCOVEN.  THE CRAFT AND THE POWER OF BLACK MAGIC WIELDING ist eher eine Propaganda-Schreiorgie und der Titelsong sehr progressiv angehaucht (im Rahmen der destruktiven Dunkelheit). Der Sound der Scheibe wurde in der Tonmeisterei veredelt und das Artwork und die Aufmachung ist herausragend. Selten so ein stimmiges Produkt gesehen (im Zeitalter von billig, billig, billig). Fans von der Vorgängerband OMEGA MASSIF werden zwar weiterhin verstört sein, aber Black Metal Freaks sollten ein Ohr riskieren, den selten hat eine Band so viel Negativität verstreuen können. Musikalisch hochwertig, aber wohl kein Hörgenuss für Jedermann.  Ein böser Brocken aus Doom, Ambient, Black Metal und Sludge Riffs.

 

Genre: Black Metal / Sludge

Musik: 8

Sound: 8

Info: 6 Songs / 46 Minuten

VÖ: 02.03.2018

 

 

 

 

KREATOR  - CAUSE FOR CONFLICT   Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de

 

Nachdem die Band mit dem Vorgängeralbum RENEWAL und deren simpleren Songs einen verkaufstechnischen Dämpfer erhielt (ungerechtfertigterweise), gab es nach der Tour zum Album auch intern einige Probleme. Drummer Ventor und Bassist Rob verließen die Band, außerdem suchte man mit GUN RECORDS ein neues Label, nachdem der Deal mit Noise/EPIC auslief. Die Band wollte nach dem verkaufstechnischen RENEWAL Desaster wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehren und holten mit Joe Cangelosi (ex-Whiplash/ex-Slayer) einen Meister seines Fachs ins Kreator Boot. Außerdem kam Speesy am Bass zur Band, der bis zum heutigen Tag dabei ist. Außerdem kümmerte sich Vincent Wojno, der für das Machine Head Debüt zuständig war, um den Sound und der verpasste den Ruhrpottlern einen für damalige Verhältnisse modernen Sound, der gut zum hardcorelastigen Songmaterial passte, aber old-school Kreator Fans wohl eher sauer aufgestoßen hat. Nach dem (starken!!) simpleren RENEWAL suchte Mille mit seinen Jungs wieder das Trommelfeuer und wie wenn er es allen Kritikern zeigen wollte, veröffentlichte die Band ihr härtestes und aggressivstes Album. Auch Mille`s Gesang wirkt böser und angepisster wie je zuvor. Und das Schlagzeugspiel von Joe hebt die Scheibe nach ganz oben! Da ist ein wirklicher Könner hinter der Bude! Der Opener PREVAIL schockt schonmal mit gezielter Heaviness und CATHOLIC DESPOT dürfte dank Mille`s aggressiven Gekreische schon fast mit der härteste Kreator Song überhaupt sein. Es gibt auf der ganzen Scheibe nur starke Songs, die teilweise schon anders sind als gewohnt (z.B. die 2-minütige Hardcore Attacke DOGMATIC, das komplexe HATE INSIDE YOUR HEAD oder PROGRESSIVE PROLETARIANS). Der herausragende Song ist wohl LOST, für den es auch ein Video gab. Da stimmt alles und dürfte auch für Die Hard Kreator Fans eine Wonne sein. Ansonsten hat man immer das Gefühl, dass die Band einfach nur wieder HEAVY sein will und dabei oft die von Kreator so bekannten Trademarks (eingängige Refrains, wiedererkennbare Riffs) einzusetzen vergaß. Der Abschlußtrack ISOLATION ist dann wieder eher experimentell ausgefallen, aber klar als Kreator Song zu identifizieren. Warum die Band vor allem bei ihren Shows wenig bis gar nicht auf Material von CAUSE FOR CONFLICT zurückgreift, ist mir unverständlich. Als Bonus gibt es das RAW POWER Cover von STATE OPPRESSION und die 2 Songs SUICIDE IN SWAMPS und LIMITS OF LIBERTY, die sich hinter dem Songmaterial auf CAUSE FOR CONFLICT nicht zu verstecken brauchen. Wiederum hat das Digipack ein dickes Booklet mit allen Texten, Fotos, der Geschichte zum Album und Linernotes von Mille viel zu bieten. Sicherlich kein geliebtes „Kind“ unter dem Kreator Banner, aber trotzdem sollte man dem sperrigen Werk eine neue Chance geben. Eine handvoll Hits sind schon vertreten….

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 15 Songs / 55 Minuten

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KREATOR   -   RENEWAL (Remastered)  Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de

wwww.noiserecords.net

 

Nach dem 1990er Überalbum COMA OF SOULS, dass der Band auch erstmals größeres Aufsehen außerhalb von Europa einbrachte und die Band auf dem amerikanischen Markt etablierte, schob die Band zwei Jahre später in gleicher Besetzung das sehr kritisch aufgenommene RENEWAL nach. Aufgenommen im Morrissound Studio in Florida mit Tom Morris, vollzog die Band einen Kurswechsel, der die Fans erstmal vor dem Kopf gestossen hat. Die Thrash Metal Szene war damals in einem Umbruch, die Bands wurden kommerzieller und belangloser und auch Kreator vollzogen einen Richtungswechsel mit einigen Industrial Einflüssen. Trotz aufwändigem Videodreh in Israel und einer Tour mit Biohazard kam die Scheibe nicht aus den Regalen. Unverständlicherweise, den schon damals faszinierte mich dieser neue, zu Kreator sehr gut passende (und eigentlich nicht großartige andere) Sound der Band. Der Opener WINTER MATYRIUM ist ein sehr starker Opener mit allen typischen Kreator Trademarks. Das folgende RENEWAL ist für mich, in der sehr hohen Hitdichte in der Diskographie der Band, einer der besten Kreator Songs überhaupt. Die langsamen Parts und die starken Gesangslinien sind einfach auch nach all den Jahren noch der absolute Hammer. REFLECTION ist ein weiterer starker, aber etwas ungewöhnlicher Song, der durch das gedrosselte Tempo einen neuen Eindruck der Band gewinnt. BRAINSEED könnte auch jeden der Vorgängeralben stehen und ist eine Thrash Granate, wie man sie von der Band kennt. KARMIC WHEEL ist dann schon ein eher ungewöhnlicher Song im Thrash Kontext der Band. Der eher psychedelische Mittelpart verschreckte schon einige Die-Hard Supporter. Eigentlich ist der Sound der Band nicht viel anders, immernoch 100% Kreator. Aber irgendwie hat er trotzdem nichts mit der Vergangenheit der Band zu tun. ZERO TO NONE hat einige Hardcore EInflüsse und Mille`s geschrieene Vocals verstärken den Eindruck nochmals. Trotzdem ein starker Song. Der Song mit der größten Beachtung und späterer Relevanz in den Liveshows ist EUROPE AFTER THE RAIN, ein starker und schneller Thrasher, der durch einen herausragenden Refrain gekrönt wird. Der abschließende DEPRESSION UNREST dürfte dann mit seinem ungewöhnlichen Opening eher als Experiment durchgehen, bevor ein wiederrum super starker Refrain den Song rettet. Die Scheibe war damals nach COMA OF SOULS der richtige Schritt zur Weiterentwicklung und noch immer ist für mich RENEWAL eins der Kreator Alben, die regelmäßig auf dem Plattenteller landen. Der Mix aus langsamen, aber  toll ausgearbeiteten und schnellen Songs ist auf dem Album perfektioniert worden. Nach den eher "gleich ausgerichteten" Alben COMA OF SOULS und EXTREME AGGRESSION war RENEWAL ein richtiger Schritt. Aber die Enttäuschung einiger Fans kann man evtl. auch nachvollziehen, aber die sollten zumindest mit dem jetzigen Re-Release dem Album nochmal eine Chance geben. Es wird KEINER (!!!!) enttäuscht werden! Das letzte richtig relevante Kreator Album, bevor einige schwierige Jahre für die Band anbrachen.... Als Bonustracks gibt es noch WINTER MARTYRIUM als raren Remix, den unveröffentlichten Song TRAUMA, der normale Kreator Kost bietet und einen Remix von EUROPE AFTER THE RAIN, der noch aggressiver tönt als die ursprüngliche Version. Der Sound ist noch einen Tick druckvoller als der ursprüngliche Sound und das 28-seitige Booklet mit Linernotes vom Chef ist super interessant und gewährt einen guten Eindruck in die damalige Zeit und deren Abläufe. PFLICHTKAUF!

 

Genre: Thrash

Musik: 10

Sound: 8

Info: 12 Songs / 55 Minuten

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KREATOR   -   OUTCAST   Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de

 

Nachdem die Band mit dem Vorgänger CAUSE FOR CONFLICT ganz schön in Schwankungen geraten war und auch der erhoffte Erfolg ausblieb, holte man Ventor zurück ans Schlagzeug und für den ausgestiegenen Blackfire kam der CORONER Gitarrist Vetterli zu den Essenern Thrashern. Und diese neue Besetzung merkt man der Scheibe an. Sicherlich war Mitte der 90er Jahre die Zeit für Thrash Metal nicht die beste Zeit und so wirkt das Album auch eher gewollt und künstlich. Die Band war auf der Suche nach etwas…etwas völlig anderem. Und trotzdem war die Band um Mille nie weg von der Bildfläche, im Gegensatz zu vielen anderen Thrash Bands! Das Material auf OUTCAST ist aber ein weiterer Schritt weg vom typischen Thrash Sound von Kreator. Im Nachhinein war es für die Band wichtig, andere Sachen auszuprobieren – zum damaligen Zeitpunkt aber wurde das eher Gothic / Industrial beeinflusste Material von vielen abgelehnt und Kreator kam in eine richtige Schieflage. Mille schrieb eher gemäßigte Sachen, die auf dem Album den Großteil ausmachen. Aber man merkt auch den Einstieg von Vetterli an und obwohl er am Songwriting nicht direkt beteiligt war, ist sein Einfluss auf das Material, dass gedrosselter und nicht mehr ganz so durchschlagskräftig wie in der Vergangenheit wirkt, durch sein Gitarrenspiel groß. Sicherlich sind die beiden Eröffnungsstücke LEAVE THIS WORLD BEHIND und PHOBIA auch später noch in der Setlist aufgetaucht, aber richtig Eindruck konnten Sie bei mir nicht hinterlassen. LEAVE THIS WORLD BEHIND ist ein guter Opener, der aber schon hier und da mit Industrial Einflüssen glänzt und das folgend PHOBIA muß nicht großartig besprochen werden. Der Song wurde ein Hit und hat die Band wohl damals auf Kurs gehalten. Aber Kreator zeigten sich da schon weit weg von ihren Thrash Metal Wurzeln und haben den Sound durch viel Rock-Einflüsse verwässert. Vieles deutet schon auf das Nachfolgealbum ENDORAMA hin, dass mit seinen Gothic Rock Sounds wirklich die letzten Die Hard Fans vergraulte. NONCONFORMIST geht den Weg von RENEWAL, kann aber die Klasse deren Songs nicht halten. Das ist so etwa das Hauptproblem von Outcast. ENEMY UNSEEN startet mit einem Terrible Certainty ähnlichen Riff, driftet dann aber in eine zu rockige Richtung ab. Der Titelsong geht gar als experimenteller Kreator Song durch. Den Songs fehlt es durchgängig an dem gewissen Kreator Charme, was auch an dem gedrosselten Tempo und den einfachen Rockstrukturen der Songs festzumachen ist. Vetterli bringt viel Melodie und Gefühl in die Songs und Mille`s Gesangsleistung ist okay (singt sogar in cleaner Stimmlage), aber der Mix aus normalem Metal und Rock paßt einfach nicht zu Kreator. Erst der vorletzte Song AGAINST THE REST nimmt wieder etwas Fahrt auf, macht nochmal Laune und bekommt aber mit dem abschließenden A BETTER TOMORROW nochmal einen Mid-Tempo Song aufgepflanzt. Die durchgängige, eher rockige Ausrichtung des Albums nimmt viel Drive und langweilt dann über weite Strecken, weil das starke Material auch am Anfang des Albums verschossen wurde. OUTCAST hat einen sehr guten Sound, wirkt super professionell gespielt, aber der Funke konnte damals (bei mir auch heute) nicht wirklich überspringen und ist sicherlich die am wenigsten beachtete Kreator VÖ bisher. Für Fans ist das achte Album aber auf jeden Fall wieder von Relevanz, weil es a) wieder tolle Linernotes, Fotos und Geschichten hinter Outcast hervorbringt und als Bonus CD einen starken Auftritt vom 1998er Dynamo Open Air beinhaltet, der für Fans eine recht unterhaltsame und selten verwendete Setlist beinhaltet. Schon allein deswegen ist die Scheibe für Kreator Fans ein Pflichtkauf und die Chance, von der Band wirklich mal wieder was „Neues“ zu entdecken.

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 88 Minutes

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

 

NEGATIVE SELF  -  CONTROL THE FEAR    BDHW / Soulfood

 

www.facebook.com/negativeself

 

Skater Metal ala mittlere Suicidal Tendencies gibt es von den schwedischen Crossover Helden NEGATIVE SELF. Vom ex-DR. LIVING DEAD Sänger gegründet, fahren die 5 Jungs einen Sound auf, der stark (vor allem von den Vocals her) an die mittlere Phase von Suicidal Tendencies erinnert. Das große Plus der Band ist das musikalisch hochwertige Material. Was Tor und Viktor an den Gitarren hier abliefern, ist Weltklasse! Die Songs sind durchgängig durchdacht, toll arrangiert und machen zu jeder Sekunde unheimlich Spaß. UNDERNEATH THE WAVE ist ein starker Opener, den ST schon lange nicht mehr so hinbekommen haben. IN MY HEAD ist ein kleiner Hit und auf DRAWING BLOOD geht man erstmals einen kleinen Schritt weg von der ST Formel und das steht der Band sehr gut! A NEW BEGINNING startet mit einem super Gitarrenduell und der Song ist wirklich herausragend arrangiert. Die melodischere Stimme von Andy paßt perfekt zum Song. NEVER LEAVE ist dann wieder ein fast forward ST Rocker der Sonderklasse. NO COMMON GROUND ist ein Hit, der vor allem on stage total zünden dürfte! CURSE OF LIFE ist nochmal ein schnellerer Crossoverhammer bevor das mit Akustikgitarren eingeleitete THE PAIN RETURNS einen Höhepunkt des Albums darstellt. Die emotionalen Vocals gehen total unter die Haut und der Song ist einfach der Wahnsinn. Ganz starke Scheibe, die die Band sicherlich auf einige Sommerfestivals hieven wird. Negative Self ist für mich eine dicke Überraschung, weil sie zwar die Einflüsse erkennen lässt, aber durch das tolle Gitarrenspiel an zusätzlichem Reiz gewinnt. 

 

Genre: Suicidal Hardcore Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 45 Minuten

VÖ: 16.03.2018

 

 

LOUDNESS  -  RISE TO GLORY   Ear Music

 

www.loudnessjp.com

 

Loudness aus Japan sind seit 1981 unterwegs und hatten mit THUNDER IN THE EAST (1985) und LIGHTNING STRIKES (1986) zwei ziemlich starke Alben auf dem Markt. Chartplatzierungen weltweit und viele Fans außerhalb ihrer Heimat verehren immernoch diese beiden Kultalben. Aber danach 
wurde es (zumindest außerhalb von Japan) sehr ruhig um die Band und Loudness konnten nie mehr die Klasse dieser beiden Alben erreichen. Sie verloren etwas ihren Stil und verzettelten sich in Trends und kommerzielleren Alben, doch jetzt sind sie mit einem neuen Album, RISE TO GLORY, zurück. Dazu gibt es noch eine Bonus-CD mit 13 neu eingespielten Bandklassikern der Anfangstage. Als Fan der Band bekommt man momentan einfach nicht mehr. Mehr geht nicht! Das neue Material ist wieder klassischer Heavy Metal, wie man es von Loudness gewohnt war. Akira Takasaki ist immernoch einer der unterbewertesten Gitarristen im Metal Sektor. Sein Spiel ist einfach sehr gefühlvoll und toll. SOUL ON FIRE und I`M STILL ALIVE zeigen die Klasse des Gitarristen. Die Songs sind im Midtempo oder auch teilweise fast schon im Speed Metal (MASSIVE TORNADO, NO LIMIT) zu Hause und zeigen die ganze Bandbreite der Japaner auf. Höhepunkt ist sicherlich der Titelsong mit starken Solos, Riffs und einem tollen Refrain. Aber es schleichen sich auch immer wieder "kommerziellere" Songs wie GO FOR BROKE ein, die das Gesamtbild leider etwas abschwächen. Die Band hat Klasse, aber evtl. hätten es 9 Songs auch getan, die eine gute Spielzeit von 45 Minuten erreicht hätten. So dämpft es das Gesamtergebnis etwas. Aber es gibt noch genug Songs, die vor allem alten Fans ansprechen dürften. Und vor allem die Bonus-CD kann da wieder einige Punkte gut machen. Darauf finden sich die 13 größten Bandklassiker neu eingespielt. Ob sowas Sinn macht oder nicht, muß jeder für sich selbst entscheiden. Aber die 13 Songs haben einen fetten Sound, klingen moderner und machen als "Best-Of" CD sichtlich Spaß. Das ist Metal-History und sollte von allen Fans zumindest gekannt werden. Gutes neues Album, dass aber durch die Bonus - CD nochmal eine Aufwertung erhält. Mit dem Album dürfte die Band verlorenen Boden wieder gut machen können.

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 26 Songs

VÖ: 26.01.2018

 


 

BIG BAD BRUTE  -  THE GREAT WHITE    Transubstans Records / Record Heaven

www.bigbadbrute.com

Da bekomme ich dieses schwedische Trio auf Vinyl und bin erstmal unentschlossen. Nie gehört, Cover recht seltsam, auf der Scheibe recht spärliche Infos - eigentlich so gut wie keine. Kein Inlay. Keine Infos. Gut, aufgelegt und gleichmal ein toller fetter Gitarrensound. Die Musik ist ein guter Mix aus Helmet, Harmful, Alternative Rock der 90er und einigen Sludge Elementen ala alten Mastodon. CAST IN DIRT ist ein super Opener mit starken Vocals. Der Sound drückt ungemein und der Mid-tempo Rock der Band macht Laune. Die Riffs sind wohl dosiert und die Vocals passen perfekt zum Sound der Band. THE GREAT WHITE ist ähnlich, besticht durch starke, langsam walzende Gitarrenriffs und druckvoll gespielte Drums. TRESPASSING ist der langsamste und längste Song des Albums und erinnert mich an einige alte Hellhound Bands und deren erdrückender Sound. Der Song explodiert zum Ende hin und dürfte vor allem live super funktionieren. Die zweite Seite startet mit dem ebenfalls langsamen CYCLOPS und klareren Vocals. THE GREATEST VIEW folgt und ist etwas experimenteller und hat einige progressivere Elemente im Song. SILENCE SOUNDS LIKE GUILT hat einen starken Refrain und LEAVE NO ORPHAN BEHIND zeigt nochmal das ganze Können der Band. Ein simpler, aber effektiver Sound wird von BIG BAD BRUTE gefahren, der aber viel Spaß macht. Eine Band, die man im Auge behalten sollte und hoffentlich bekommt die Band genug Presse und gute Tourneen, damit die Fans diese Band auch wahrnehmen! Stark!

 

Genre: Sludge Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 8 Songs

VÖ: 20.12.2017

 

 

GODSLAVE  -  Reborn Again  Green Zone / H´art

www.godslave.de
www.facebook.com/godslaveband

 

Auf Green Zone kommt jetzt die zweite deutsche Thrash Metal Hoffnung in diesem Monat. Im Gegensatz zu Eradicator haben Godslave schon einiges an Wind im Underground aufwirbeln können. Das Material der letzten Scheibe klang auf Dauer etwas zu langatmig und ist bei mir relativ schnell im CD-Schrank verschwunden. REBORN AGAIN macht beim Stil des letzten Albums weiter, aber die Songs haben mehr Tiefgang und auch wurde mehr Wert auf Abwechslung gelegt. Das klingt insgesamt durchdachter und reifer. Und macht somit auch auf Dauer mehr Spaß. Schon der Opener FULL FORCE FORWARD überzeugt mit fullminatnen Gitarrenideen und der Titelsong geht gut nach vorne. Im Gegensatz zu Eradicator, deren Sound tief in den 80ern liegt, machen GODSLAVE nicht halt vor Twin Gitarren und 00er Einflüssen. Vor allem der Neuzugang an der Leadgitarre bringt die Band einen gehörigen Schritt nach vorne. Riff- und Solotechnisch ist das schon internationale Topliga! Die Mid-Tempo Maschine TO THE FLAME überzeugt in bester Overkill Manier und BURN YOU ALL könnte auch von der neuen Exodus stammen. REFUSE TO BOW hat ein starkes Eröffnungsriff und ROCK ON MAN wird live wohl der nächste Superhit für die Band. Das ist stark an Overkills Hymnen angelegtes Material, dass aber absolut überzeugen kann. Da wächst starke Konkurrenz für die großen amerikanischen Bands nach; und das auch noch aus deren Hauptmarkt: Deutschland. Das Artwork und der Sound ist ebenfalls stimmig und lässt auf eine große Zukunft für die Band hoffen. Weiter so! Gebt Gas! Dann seit ihr ganz oben mit dabei!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 13 Songs / 53 Minuten

VÖ: 09.03.2018

 


 

TREEDEON  -  UNDER THE MANCHINEEL   Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

 

Oh, welch Überraschung. Nach dem guten Debüt Album kommt nun der Nachschlag der ex-ULME und JINGO DE LUNCH Musikern. Yvonne von Jingo de Lunch und ihre zwei Jungs sind zurück mit einer Wutbrumme, dass es den Freunden der Band Tränen in die Augen treiben dürfte. Das Debüt war eine große Überraschung, konnte aber letztendlich nicht den Test der Zeit bestehen und insgesamt war in meinen Augen zu wenig hochwertiges Material auf der Scheibe. Das ändert sich mit UNDER THE MANCHINEEL deutlich. Die Band hat zu sich gefunden und die Songs wirken insgesamt kompakter und ausgereifter. Treedeon sind definitv als Band gewachsen. Schon der Opener CHEETOH mit unglaublicher Kraft und Wucht und starken Riffs überzeugt total. Der Gesang von Arne Heesch ist beeindruckend und passt perfekt. DEATH OF CERES mit Yvonne an den Vocals ist ein starker Post-Rock Song mit viel Bass-Chaos. Auch das kann man fast nicht besser machen. Das alles zermalmende BREATHING A VEIN und das schnellere NO HELL rocken gut nach vorne. Das eher experimentelle und Industrial-mäßige MANCHINEEL sticht etwas aus dem Gesamtkontext heraus. Und fette, ULME - artige Brachialriffs gibt es auf PROTOPLANET zu finden. Das 16-minütige WASICU beendet dann das Album eher mit progressiveren Tönen. Richtige Hits zum mitsingen findet man natürlich nicht auf der Scheibe. Aber das ist von richtigen Musikern kreierte, durch einen fetten Sound (Olli Wong - ex- OJO ROJO) dargelegte und von Arne Heesch mit tollen Fotos fürs Artwork veredelte Material ein Ausrufezeichen in die Musikwelt. Für Sludge Fans ein Muss! Entdeckt die Band! Stark!

 

Genre: Sludge
Musik: 8
Sound: 8
Info: 7 Songs / 45 Minuten
VÖ: 23.02.2018

 

 

 

NEBULA  -  DOS EP`s    Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.heavypsychsounds.com

www.atomicritual.com

 

Mit den Re-Releasen der ersten Nebula Scheiben haben sich die Italiener von Heavy Psych Sounds eine der wichtigsten Stoner Rock Bands der `00er Jahre ins Boot geholt. Und das ist gut so, denn vor allem deren ersten Alben sind wahre Klassiker des Stoner Rock Genres. Eröffnet wird die CD von den Songs der Split Scheibe mit den ebenfalls starken LOWRIDER. Die Scheibe wurde damals, in einer Zeit, wo keiner mehr auf Vinyl setzte, als schwarzes Gold veröffentlicht und zählt mit der Dozer/Unida Split zu den besten Split Veröffentlichungen des Genres. ANYTHING FROM YOU, das alles wegrockende FULL THROTTLE, das psychedelische BACK TO THE DAWN und FALL OF ICARUS sind heutzutage noch Meisterwerke. Der Sound vom legendären Jack Endino war 1998 ein Schlag ins Gesicht und Meteorcity setzte sich mit dieser (und Unidas/Dozer) Split an die Spitze der noch jungen und kleinen Stoner Rock Gefolgschaft. Die danach erschienene SUN CREATURE auf Mans Ruin Records (1999) mit schnellen Granaten wie ROLLIN MY WAY TO FREEDOM und SMOKIN WOMAN oder dem rockigen Titelsong haben den Weg für Nebula`s Erfolgswelle geebnet. Solch eine Musik wird heutzutage gar nicht mehr fabriziert. Damals waren, ähnlich wie bei der NWOBHM Bewegung, die Singles und EPs der Bands deren Meisterwerke. Und Nebula`s Split mit Lowrider und Sun Creature gehören definitiv zu den essentiellen Werken des Genres. Meteor City veröffentlichte 2002 beide Scheiben auf CD und packte 3 Bonussongs drauf, welche hier genauso vertreten sind wie die 2 Opener der EPs als Liveversion, die aber nur eingefleischte Fans brauchen werden. Trotzdem: das hier ist für jeden Stoner Rock Fan eine wichtige VÖ und somit DANKE an HPS! Kaufen!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 13 Songs

VÖ:  23.02.2018

 

 

 

MOTHER MISERY  -  MEGALODON   Transubstanc Records

 

www.mothermisery.com

 

So, hier ist sie also, die neue MOTHER MISERY. Eine der besten schwedischen Bands, die aber (und nur Gott weiß warum) nie die Aufmerksamkeit erhielt, die sie eigentlich verdient hat. Auch das neueste, 10 Song umfassende Album ist ein Meisterwerk und braucht sich hinter den großen Bands nicht verstecken. Seit gut 14 Jahre veröffentlicht die Band keine schwachen Alben und steht immernoch in der 2. Reihe. Aber hoffentlich schafft es die Band mit dem Megalodon Monster. Schon das Artwork springt einen ins Gesicht und der Sound ist unheimlich heavy ausgefallen. Im Vergleich zum letzten, eher straighteren Album STANDING ALONE gibt es diesmal mehr ausgearbeitet Songs und vor allem mehr Heaviness: die Drums drücken ohne Ende und die Riffs sind wieder mehr Metal als Rock. Die Band beschreibt ihren Sound ja selbst als Super Sonic Rock und das dürfte auch sehr passend sein. Schon der Opener THE CHALLENGER besitzt ein starkes Riff und super Gesangslinien. Der Song bleibt sofort im Ohr hängen und sollte auf der Bühne wahrlich explodieren. Danach kommt die bereits als Single bekannte Auskopplung ASHES OF YOUR CROWN, welches einer der stärksten und eingängigsten Songs der 4 Schweden darstellt. Auch der folgende Titelsong überzeugt mit einer ungemeinen Power und die herausragenden Vocals von John Hermansen. STONECOLD KILLER ist ein typischer Mother Misery Rocker, aber vor allem INTO THESE LIES und DOWN IN THE DIRT haben es mir mit ihren starken und eindringlichen Gesangslinien angetan. Und wie schon auf dem Vorgängeralbum gibt es mit IF YOU FALL eine herzzerreißende Ballade zum Schluß. Zwar hat der Song nicht ganz die Eindringlichkeit des Jahrhundertsongs STATE OF GRACE, aber allein die Stimme geht total unter die Haut. Ja, Mother Misery dürften mit diesem Album auf jeden Fall einen großen Schritt nach vorne gehen. Ich kenne keine Band, die wie Mother Misery klingt. Und das will heutzutage was heißen! KAUFEN!!!

 

Genre: Super Sonic Rock

Musik: 9

Sound: 9

Info: 10 Songs / 40 Minuten

VÖ: 12.1.18

 

 

 

NEBULA - LET IT BURN Heavy Psych Sounds

http://www.facebook.com/pg/Nebulaband

Die Zeit rennt….der Wahnsinn. 1997 haben sich die beiden Musiker Eddie Glass und Ruben Romano von ihrer Band FU MANCHU getrennt und mit NEBULA eine der wichtigsten Stoner Rock Bands gegründet. Leider zu einer Zeit, wo zwar viele Klassiker erschienen sind, aber das mediale Interesse gar nicht bestand. Die Scheiben der Band liefen im kleinen Rahmen und die Konzerte fanden oft vor wenig Zuhörern statt. Unterstützung von den Printmedien gab es wenig und so verpufften einige der heutigen Klassiker leider komplett. Wenn man heutzutage den „Run“ auf die Desert Festival sieht, kann man sich das gar nicht vorstellen, wenn man damals, Ende der 90er Jahre, nicht persönlich dabei war. Eine Band, die heute als Klassiker-Band gilt, ist Nebula, die mit Dozer, Unida und Sloburn versuchten, durch starke VÖs mehr Aufmerksamkeit zu erhaschen. Vergebens. Nun gibt es das komplette Nebula Machwerk von Zeit zu Zeit über Heavy Psych Sounds für die junge Generation und das Label startet mit LET IT BURN, welches 2 Bonustracks enthält und in limitierter, farbiger Vinylausgabe erscheinen wird. Im Vergleich zu FU MANCHU setzte man mehr auf Fuzz-Gitarren und Doom Metal und obwohl der Stoner Rock Sound sehr limitiert ist, kennt man die Band vom ersten Ton weg. Sie haben mit ihren Songs sicherlich was herausragendes erschaffen. Vor allem die Split mit LOWRIDER ist wohl eine der besten 10 Veröffentlichungen ever! Aber gut, braucht man die Scheiben, wenn man die Originale zu Hause stehen hat? Zwar hat die Scheibe nochmal ein fettes Mastering erhalten und die 2 Bonussongs (eine Liveversion von LET IT BURN von 2001 und eine chillige Demoversion von DEVILS LIQUID) nicht essentiell, aber ich persönlich bevorzuge das Original. Aber trotzdem, DOWN THE HIGHWAY ist ein Hammer, der damals die Band über Nacht an die Spitze gehoben hat, VULCAN BOMBER, ELEVATION, LET IT BURN oder SONIC TITAN mit ihren 70s-Touch…für Stoner Rock Fans (und da gibt es ja mittlerweile mehr als genug!) ein absolutes MUSS. Hier wird noch gerockt, ohne Rücksicht auf Verluste oder Anbiederungen an große Käuferschichten. Das hier ist unverfälscht, rauh und (war damals zumindest) abolut NEU! STARK!

Gerne: Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 8 Songs

VÖ: 26.01.2018

 

 

 

 

NEBUALA  -  TO THE CENTER   Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/pg/nebulaband

 

Nachdem im Januar LET IT BURN veröffentlicht wurde, kommt der Bandklassiker TO THE CENTER im Februar nach. NEBULA, die ex- FU MANCHU Leute überzeugen auf dem ersten kompletten Album mit einer fetten Jack Endino Produktion und den wohlbekannten fetten Sound des Trios. 1999 auf Sub Pop veröffentlicht,
gibt das italienische Label HEAVY PSYCH SOUNDS dem Stoner Rock Klassiker eine neue Chance und packt als Anreiz noch 2 Liverversionen von SO LOW (1999
Berlin) und TO THE CENTER (2001 Chigaco) drauf. Das schicke Digipack überzeugt auch mit tollen Live-Impressionen. Startet der Titelsong noch relativ verhalten, geht es mit COME DOWN wieder gewaltig nach vorne. Ihr einmaliger Sound zwischen Monster Magnet, Stooges und Fu Manchu wirkt auf dem Debütalbum gegenüber der Vorgänger-EP LET IT BURN ausgereifter,
verspielter und durchdachter. Dadurch geht etwas die Coolness der Erstveröffentlichung verloren, aber insgesamt war TO THE CENTER das wichtigste Album der Band im Rückblick und konnte damals den Status der Band festigen und ausbreiten. Das coole WHATCHA LOOKIN`FOR und das geile SO LOW überzeugen auch heute noch, das stark an alte Monster Magnet angelehnte
FREEDOM rollt immernoch unaufhaltsam vorwärts und das relaxte STOOGES Cover I NEED SOMEBODY atmet die relaxten Gefühle durch jede Pore, bevor das abschließende YOU MEAN NOTHING nochmal allen aktuellen Stoner Rock Bands zeigt, wie es gemacht wird. Leider muß man aber auch hier sagen, dass die 2 Bonussongs leider kein Mensch (wie schon auf der LET IT BURN) wirklich braucht; vor allem nicht, wenn man das Original zu Hause stehen hat. Wer von
Nebula noch nichts hat, muß natürlich zuschlagen! Klassiker des Genres!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 14 Songs 

VÖ: 16.02.2018

 

 

 

IRON WALRUS  - A BEAST WITHIN   Redfield Records


www.redfield-records.de
www.iron-walrus.de

Iron Walrus haben in ihrer kurzen Karriere schon 2 Alben veröffentlicht
und schieben jetzt ihr drittes Album nach. Schon die ersten beiden
Scheiben haben durch ein starkes Artwork überzeugt und auch dieses Mal gibt es einen echten Hingucker.

Der Mix in der Tonmeisterei von Robin
Völkert hat der deutschen Sludge Metal Band einen starken Sound
verpasst, der auch absolut identisch ist. Außedem hat die Band jetzt
ihre Masken gelüftet und das Geheimnis preisgegeben (wers eh nicht schon
wußte...). Obwohl ich die ersten beiden Scheiben wirklich als gelungen
empfinde, war es auf der Länge einer CD nach einer gewissen Zeit etwas
zu eintönig und monoton. Oft wirkte es nach ein paar Songs etwas zu zäh.
Und siehe da, die Band liefert diesmal "nur" 8 Songs, die es auf eine
angenehme Spielzeit von 35 Minuten bringen, und um es vorweg zu nehmen:
keine Hänger, keine Füller, nur hochklassiges Material! Los geht es mit
dem vom Video bekannten CRAWLING, der gleichmal durch ein cooles
Eröffnungsriff und einen geilen Groove besticht. Da hat man gleichmal
einen der stärksten Songs in ihrere Karriere an den Anfang gesetzt. Aber
danach gibt es mit TAKE CARE sogar noch eine Steigerung. Der Song ist
super eingängig und der Refrain geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Das
ist wohl der beste Iron Walrus Song in der bisherigen Karriere. Danach
geht es mit ABYSSAL nochmal langsamer zur Sache. Das Riff drückt, das
Tempo wird etwas gedrosselt, der Song killt. Stark! CONTROL startet dann
mit einem sich böse aufbauenden Riff und ist ein hammerstarker Song
geworden, der vor allem durch seine tollen Gitarrenriffs und einem
superslowen Refrain überzeugt. Das Riff groovt alles über den Haufen!
Und mit NO MORE REASON ist der Band ein weiterer Killer gelungen. Das
Eröffnungsriff hätten Cathedral oder Crowbar nicht besser hinbekommen,
die Vocals von Sven passen wir die Faust aufs Auge und die Drums drücken
ohne Ende. Mit FOOLS wird es etwas flotter und das längste Stück des
Albums kommt natürlich am Ende. Eingeleitet von Akustikgitarren
überzeugt DROWNING durch eine unglaubliche Langsamkeit, die einem dem
Kopf abschraubt und die erzählartige Stimme lassen den Song sehr
bedrohlich wirken. Musikalisch sehr ausgereift mit einigen tollen
Gitarrenspielereien bringen etwas Abwechslung in den Gesamtkontext der
Band. Prüfung bestanden, Fehler der Vergangenheit ausgebessert und die
Stärken ausgebaut. Es gibt keine zweite Band, die klingt wie die 5
gestandenen Männer von Iron Walrus. Stark!

Genre: Sludge Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / 35 Minuten
VÖ: 15.12.2017

 

 

 

KILLING AGE  -  DEVIL`S CHILD    Gegentrend Records

 

www.killingage.de

 

KILLING AGE haben sich im deutschen Underground schon einen kleinen Namen gemacht und bringen jetzt mit DEVIL`S CHILD ihr neuestes Werk heraus. Und warum sich die Band so großer Beliebtheit erfreut, kann man an den Einflüssen für den KA-Sound erkennen. Viel Pantera, viel Machine Head….zwei Bands, die einfach immernoch einen hohen Stellenwert im Metalbereich haben. Und genau diese Trademarks nehmen die 4 Jungs auf und verfeinern sie mit eigenen Ideen. Schon der Opener GOOD TIMES überzeugt mit starker Gitarrenarbeit und den starken Vocals von Jan und zeigt die Band um einiges gereifter und vor allem düsterer als auf dem Vorgängeralbum. Hier regieren starke Riffs, fette Grooves und ein Sänger mit viel Wut im Bauch. Weiter geht’s mit DEVIL`S CHILD, der nahtlos an die Klasse des Openers anknüpfen kann. Ansonsten wechseln sich leider viel Licht und etwas Schatten ab. DROWN hat viel von einem angepissten Phil Anselmo oder RAISE YOUR FIST mit einigen Hardcore Anteilen. CARRY THE FIRE überzeugt mit einer neuen Brutalität. Mit GOODBYE ist Killing Age noch ein wahnsinniger Brecher gelungen, der wohl die ganze Bandkarriere überstrahlen wird und der abschließende B.B.B.B., der mit Double-Bassdrums und viel Power zu überzeugen weiß. 50 Minuten sind dann realistisch gesehen vielleicht 10 Minuten zu viel. 2-3 Songs weniger und es wäre ein Killer Album geworden. Trotzdem, eine der heißesten Bands in Deutschland. Und das Artwork ist stimmig zur Musik und der Sound ist super brutal ausgefallen. Somit fast alles richtig gemacht.

 

Genre: Groove Metal

Sound: 8

Musik: 8

Info: 13 Songs / 51 Minuten

VÖ: bereits erschienen

 

 

 

4 OHM MONO  -  DISSONANT PRAISES   

 

www.4ohmmono.com

 

Warum es manche Bands trotz aller gegebener Voraussetzungen nicht schaffen, wird immer ein Rätsel des Musikbusiness bleiben. Eine Band, die bei Century Media war, einen herausragenden Sänger besitzt und mit ihrer Musik genau in der Schnittmenge zwischen Metal/Alternative war und von den einfach nur fetten Gitarrenriffs gelebt hat, war CHUM aus West Virginia. Nach dem sehr starken (und immernoch geilen) Debüt auf Century Media verschwand die Band von der Bildfläche. Sänger John Lancaster hat sich danach als Solokünstler versucht und einige Alben veröffentlicht. Und nun kommt er mit seiner neuen Band 4OHMMONO und seiner zweiten EP zurück. Und was seinen Soloscheiben gefehlt hat (die Härte), ist jetzt dank neuer Band wieder voll da. Schon der Opener OVER THE RIFT hat ein bretthartes Riff, dass einen nicht stillsitzen lässt.  Das schiebt so gewaltig, dass man denkt, die guten HELMET sind zurück. Und darüber droht John mit seinen unglaublich guten Vocals. Das Schlußriff geht nochmal total unter die Haut und hat schon die göttliche CHUM Klasse. Da freut man sich, dass die Power und die Kraft zurück im Sound sind. Das folgende DEAD CALM DWELLERS wird getragen von einem groovigen Rhythmus und 90er Gitarrensalven, doch der Song explodiert förmlich im Refrain. Dazu erneut eine starke Gesangsleistung von John. Zusammen mit Mac Walker an der Gitarre entwickelt er fette Riffs im Minutentakt. Und Barry Smith und Josh Adkins (Bass und Drums) legen einen geilen Groove unter die Songs. VOID ALL IN BETWEEN hat wieder dieses unglaublich starken Riffs und ist mit seinem getragenen Tempo und der eindringlichen Gesangslinie der Höhepunkt des Albums. Warum so eine Band keinen Vertrag bekommt, entzieht sich meiner Vorstellung. Gut, ich kann Euch nur ans Herz legen, sich diese Scheibe zu holen und sich vor den Boxen die unglaubliche Wucht anzunehmen. Großes Kino - MEISTERWERK!

Genre: Heavy Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 3 Songs / 18 Minuten
VÖ: 13.10.2017


 

SLOMIND  -  METAMORPHOSEON    Sonic Attack / SPV

www.facebook.com/slomindband

SOLAR PLEXUS, das Debüt Album der Düsseldorfer Stoner Rocker war damals eine kleine Sensation im (zumindest) deutschen Underground. Die Band versuchte, sich von den typischen Genre Sounds etwas wegzubewegen und vor allem die Vocals hoben damals die Band von den anderen, ähnlich gearteten Bands ab. Und jetzt kommt die Band mit ihrem zweiten Album (zählt man die EP von 2013 nicht mit) zurück und kann erneut überzeugen. Auch, weil man sich keine Grenzen gesetzt hat und den Sound ein Stück weit erweitern konnte. Das Debüt Album hat nach einigem Abstand einige Längen und auch METAMORPHOSEON geht nicht immer sofort ins Ohr. Der übertrieben harte Opener METAMORPHOSEON zeigt zwar die variable Stimme von Patrick Pagliaro und die fetten Riffs der Band, aber die aggressiveren Vocalteile wirken eher aufgesetzt und nicht immer stimmig. Das ist schon gut, aber man ist eigentlich erstmals etwas überrascht (vielleicht auch der Sinn der Sache...). SOULSTRIPPER ist dann ein Hit, wie man ihn von der Band erwartet hat. Tolles Riffing, starke Melodien und ein einfühlsamer Sänger, der dem dreckigen Sound einen extra Dreh verleiht. DRAG THE CHAIN hat dann einen starken Down Einschlag, vor allem Patrick schafft es, teilweise wie Mr. Anselmo zu klingen. Ein toller, nach vorne abgehender Brecher! THE WAVE hat dann sogar einige Life Of Agony Anleihen. RIOT ist dann einfach ein straight forward Stoner. Bei RELENTLESS fehlt etwas die "Richtung" und wirkt eher zerfahren, aber es fehlt einfach der große "Aha-Effekt". Schade eigentlich, denn gesanglich wirklich absolut herausragend.  Aber ein Song wie DRIFTER hat was erhabenes, hat schon was von der CROWBAR-Schwere, die nur wenig Bands hinbekommen. Hier stimmt alles. Riffs, Power, Gesang. Ganz großes Kino. Das abschließende MOTHER (kein Cover!) ist dann ein Akustikstück, dass erneut unter die Haut geht. Es erinnert mich teilweise an die guten CREED Sachen. Der Song ist sehr emotional und beschließt das Album mit einem Knall. Großartig!!! Zum Schluß gibt es nochmal SOULSTRIPPER und RELENTLESS als kürze Single Cuts.... warum das auf eine offizielle CD gepackt wird, bleibt mir aber ein Rätsel! Zumindest gelingt der Band mit SOULSTRIPPER ein großartiger Hit, der sich hoffentlich bei der breiten Masse durchsetzt. Insgesamt eine sehr dick produzierte und gut abrockende Scheibe, die sicherlich sehr viele Freunde finden wird. Und auch überzeugen kann! Kaufen!

Genre: Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 10 Songs / 52 Minuten
VÖ: 13.10.2017


 

HELLAMOR  -  s/t

 

www.hellamor.com

 

Hellamor sind mit ihrer dritten EP zurück und können mit den 4 neuen Songs wiederum voll überzeugen. Nachdem die letzten Scheiben tief im Stoner, Rock`n`Roll und Metal vergraben wurden, hat sich das Songwriting der Band etwas gedreht und man hört auf der neuesten Scheibe viele old school Metal Riffs und Soundhinweise aus der glorreichen Vergangenheit auf dem neuen Album. Der Opener FORGET FORGIVEN startet mit einem schönen Akustik-Intro, dass sich in ein tolles Gitarreninferno verwandelt und Gitarrist Nino lässt hier seine alte Liebe zum Metal von der Leine. Das hat was von alten Testament oder Metallica! Überhaupt besitzt die Basis von Klaus (Bass), Adrian (Drums) und eben Nino an der Gitarre großartiges Potential. Hier werden gute Ideen umgesetzt, ohne das man das Augenmerk auf einen simplen, aber gut durchdachten Song verliert. Der langsame Doom Teil im Song ist z.B. sehr gelungen und kommt so überraschend, dass es eine Freude ist, das zu hören.  Der „Star“ der Band ist natürlich ex-Calamus Sänger und Daredevil Gründer Ralf, der der Musik seinen Stempel aufdrückt. Aber auch der Gesang wirkt reifer und ausgearbeiteter als auf den 2 Vorgängerscheiben und überzeugen auch mit tiefen und und teilweise sogar bösartigen Momenten. FTW ist ein gut nach vorne gehender Rocker, der auch mit bluesigen Teilen ausgestattet ist und einen sehr einfühlsamen Refrain besitzt. DON`T TURN AROUND hat wiederum einen Refrain mit viel Wiedererkennungswert und der Song, der sich im Mid-Tempo tummelt, hat einen starken Mittelteil, wo Nino noch einmal eine tolle Melodie aus seiner Gitarre zaubert. SAY MY NAME ist dann zum Abschluß der EP einer der stärksten Hellamor Songs bisher. Die Riffs sitzen, der Groove rollt und die Vocals passen hier wie die Faust aufs Auge. SAY MY NAME beendet das Album mit einem Donnerschlag und dürfte keinen Hellamor oder alten Calamus Fan enttäuschen.

 

Genre: Metal Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 4 Songs / 26 Minuten

VÖ: out

 

 

 

DANZIG  -  BLACK LADEN CROWN   AFM Records

 

www.afm-records.de

 

So, hier ist es also endlich, das neue Danzig Album. 25 Jahre ist es schon her, als DANZIG III: HOW THE GODS KILL das Licht der Welt erblickte und die Band ganz nach oben beförderte. Und jetzt kommt die neue Scheibe; für mich als Extrem-Fan natürlich ein Fest. Schon als Misfits Fan wurde ich danach mit Samhain fast umgeblasen und die ersten 4 Danzig Scheiben sind sicherlich das Nonplusultra im Rock Bereich. Selten hat eine Rockband so böse und gemein gewirkt, wie damals. Und trotz einer relativ missglückten Industrialscheibe (5), konnte Danzig noch einmal ein Ausrufezeich mit 6:66 SATANS CHILD setzen. Danach ging es leider aber nur noch abwärts. Sicherlich haben auch die anderen großen Bands der damaligen Zeit nicht durchgehend starke Alben veröffentlicht (Metallica, Slayer etc), aber der Weg nach unten von Danzig von einem einstmaligen Gott ist schon fast dramatisch. Dabei macht er persönlich gesanglich gar nicht so viel falsch. Songs waren immer originell, aber leider leiden alle Scheiben ab der 6:66 über einen unterirdisch schlechten Sound. Und warum Danzig nicht mehr an alte Stärken anknüpfen kann, liegt leider zu 99% an der Band vor allem an T. Victor (obwohl ich Prong sehr mag!). Aber das passt einfach nicht – Glenn bräuchte einfach wieder eine Rock- oder Bikerband und keine Metalband als Backup! Die Gitarren haben schon das letzte Album SKELETONS zerstört. Aber gut – angeblich wird jetzt ja alles besser und voller Freude ging es los. Erst einmal muß ich mich wieder über einen sehr spärlichen und schlechten Sound ärgern. Das nimmt einfach so viel weg von der Musik. Warum ist es ihm nicht möglich, einen fähigen Produzenten ran zu lassen und der Band einen guten Sound hinzuzaubern? Die Scheibe hat immerhin einige gute Songs, aber kann bei weitem nicht an die alten Klassiker anknüpfen bzw. auch nur annähernd daran schnuppern. Der Titeltrack beginnt mit einer melodiösen Gitarrenmelodie und hat viel von den alten Sachen, Glenn klingt wie ein kaputter DOORS-Sänger, der Song plätschert etwas vor sich hin, bevor er am Schluß etwas härter wird. Das folgende EYES RIPPING FIRE ist ein guter Song mit viel Power, bevor es im Refrain etwas gemächlicher zugeht. Das bereits bekannte DEVIL ON HWY 9 rockt gut ab und dann kommt der erste Höhepunkt. Das langsame, eindringliche LAST RIDE, dass auch auf der IV hätte stehen können. Das ist vielleicht genau einer der Songs, auf den alte Fans so lange gewartet haben. THE WITCHING HOUR und BUT A NIGHTMARE (mit einer sehr starken Gesangslinie) sind ebensfalls von früher inspiriert und vor allem erstgenannter besticht durch seinen guten Anfang. BLACKNESS FALLS ist auch gelungen und durch den sehr schleppenden Groove ein Highlight auf dem Album. Und mit PULL THE SUN gelingt Danzig ein Wahnsinnssong! Hier singt er fast wie früher, die Atmosphäre ist beängstigend und somit ein gelungener Abschluß. Glenn hat selbst produziert und erneut ist es ihm nicht gelungen, die eigentlich guten Songs in das richtige Soundgewand (und da meine ich auch die Band inkl. Solos) zu packen. Es ist so schade, weil da wirklich so viel mehr möglich gewesen wäre. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider kein Hammeralbum. Dann hoffen wir auf die nächste Scheibe….

 

Genre: Metal

Musik: 7

Sound: 6

Info: 9 Songs / 50 Minuten

VÖ: 26.05.2017

 

 

 

POUNDING METAL - A TRIBUTE TO EXCITER      Skol Records

 

www.skolrecords.com

 

Eine der besten und heutzutage einflussreichsten Speed Metal Bands, die Kanadier Exciter, werden hier mit einem Tribute Album geehrt und die Scheibe kann durchgängig überzeugen. Exciter, die ja ihren Klassiker HEAVY METAL MANIAC Monate vor KILL EM ALL herausbrachten, haben über all die Jahre dem Trio die Treue gehalten und momentan ist die Band ja in der Originalbesetzung zurück und arbeitet auch an neuem Material. Darum macht dieser Sampler auch Sinn. Einige der angesagtesten neuen Speed Metal Band sind hier vertreten.
Es fällt keine richtige Band ab, obwohl schon EVIL INVADERS mit "Violence&Force" und MASTERS OF DISGUISE mit ihrem sehr melodisch vorgetragenen BLACK WITCH die Höhepunkte darstellen. Die eigentlich sonst sehr starken RANGER haben mit "Evil Sinner" einen ganz guten Beitrag, der aber durch die Stimme etwas abfällt und einer der schwächeren Songs in meinen Augen darstellt. CRYSTAL VIPER haben einen interessanten Ansatz (durch die weiblichen Vocals) und bringen mit "Long live the loud" eine super Version an den Start. RAM ist gut und SAVAGE MASTERS typisch. OCTOBER 31 bringt eine Speedversion mit guten Vocals ein. Das Album, das auf 500 Kopien limitiert ist, wurde von Bart Gabriel produziert und hat den Bands einen guten und vor allem einheitlichen Sound gemeiselt.

 

01. ATTACKER (USA) "Cry Of The Banshee"
02. EVIL INVADERS (Belgium) "Violence & Force"
03. CRYSTAL VIPER (Poland) "Long Live The Loud"
04. IRONSWORD (Portugal) "Death Revenge"
05. RANGER (Finland) "Evil Sinner"
06. RAM (Sweden) "Beyond The Gates Of Doom"
07. MASTERS OF DISGUISE (Germany) "Black Witch"
08. SAVAGE MASTER (USA) "Saxons Of The Fire"
09. OCTOBER 31 (USA) "Stand Up And Fight"
10. VISIGOTH (USA) "Rising Of The Dead"
11. GATEKEEPER (Canada) "Victims Of Sacrifice"
12. VULTURE (Germany) "Feel The Knife"

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs

VÖ: 28.04.2017

 

 

Daredevil Records

Mooslohstraße 79

92637 Weiden

Germany

 

service@daredevilrecords.de

 

FACEBOOK

 

 

IMPRESSUM : 

1. Haftungsbeschränkung
Inhalte dieser Website
Die Inhalte dieser Website werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Der Anbieter übernimmt jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Nutzung der abrufbaren Inhalte erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers. Namentlich gekennzeichnete Beitrage geben die Meinung des jeweiligen Autors und nicht immer die Meinung des Anbieters wieder.
Verfügbarkeit der Website
Der Anbieter wird sich bemühen, den Dienst möglichst unterbrechungsfrei zum Abruf anzubieten. Auch bei aller Sorgfalt können aber Ausfallzeiten nicht ausgeschlossen werden. Der Anbieter behält sich das Recht vor, sein Angebot jederzeit zu ändern oder einzustellen.
 
Externe Links
Diese Website enthält Verknüpfungen zu Websites Dritter ("externe Links"). Diese Websites unterliegen der Haftung der jeweiligen Betreiber. Der Anbieter hat bei der erstmaligen Verknüpfung der externen Links die fremden Inhalte daraufhin überprüft, ob etwaige Rechtsverstöße bestehen. Zu dem Zeitpunkt waren keine Rechtsverstöße ersichtlich. Der Anbieter hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der verknüpften Seiten. Das Setzen von externen Links bedeutet nicht, dass sich der Anbieter die hinter dem Verweis oder Link liegenden Inhalte zu Eigen macht. Eine ständige Kontrolle dieser externen Links ist für den Anbieter ohne konkrete Hinweise auf Rechtsverstöße nicht zumutbar. Bei Kenntnis von Rechtsverstößen werden jedoch derartige externe Links unverzüglich gelöscht.
 
Werbeanzeigen
Für den Inhalt der Werbeanzeigen ist der jeweilige Autor verantwortlich, ebenso wie für den Inhalt der beworbenen Website. Die Darstellung der Werbeanzeige stellt keine Akzeptanz durch den Anbieter dar.
 
 
2. Kein Vertragsverhältnis
Mit der Nutzung der Website des Anbieters kommt keinerlei Vertragsverhältnis zwischen dem Nutzer und dem Anbieter zustande. Insofern ergeben sich auch keinerlei vertragliche oder quasivertragliche Ansprüche gegen den Anbieter. Für den Fall, dass die Nutzung der Website doch zu einem Vertragsverhältnis führen sollte, gilt rein vorsorglich nachfolgende Haftungsbeschränkung:
Der Anbieter haftet für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht). Der Anbieter haftet unter Begrenzung auf Ersatz des bei Vertragsschluss vorhersehbaren vertragstypischen Schadens für solche Schäden, die auf einer leicht fahrlässigen Verletzung von Kardinalpflichten durch ihn oder eines seiner gesetzlichen Vertreter oder Erfüllungsgehilfen beruhen. Bei leicht fahrlässiger Verletzung von Nebenpflichten, die keine Kardinalpflichten sind, haftet der Anbieter nicht. Die Haftung für Schäden, die in den Schutzbereich einer vom Anbieter gegebenen Garantie oder Zusicherung fallen sowie die Haftung für Ansprüche aufgrund des Produkthaftungsgesetzes und Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit bleibt hiervon unberührt.
Die auf dieser Website veröffentlichten Inhalte und Werke sind urheberrechtlich geschützt. Jede vom deutschen Urheberrecht nicht zugelassene Verwertung bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors oder Urhebers. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigung, Bearbeitung, Übersetzung, Einspeicherung, Verarbeitung bzw. Wiedergabe von Inhalten in Datenbanken oder anderen elektronischen Medien und Systemen. Inhalte und Beiträge Dritter sind dabei als solche gekennzeichnet. Die unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe einzelner Inhalte oder kompletter Seiten ist nicht gestattet und strafbar. Lediglich die Herstellung von Kopien und Downloads für den persönlichen, privaten und nicht kommerziellen Gebrauch ist erlaubt. Links zur Website des Anbieters sind jederzeit willkommen und bedürfen keiner Zustimmung durch den Anbieter der Website. Die Darstellung dieser Website in fremden Frames ist nur mit Erlaubnis zulässig.
 
3. Datenschutz
Durch den Besuch der Website des Anbieters können Informationen über den Zugriff (Datum, Uhrzeit, betrachtete Seite) auf dem Server gespeichert werden. Diese Daten gehören nicht zu den personenbezogenen Daten, sondern sind anonymisiert. Sie werden ausschließlich zu statistischen Zwecken ausgewertet. Eine Weitergabe an Dritte, zu kommerziellen oder nichtkommerziellen Zwecken, findet nicht statt. Der Anbieter weist ausdrücklich darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen und nicht lückenlos vor dem Zugriff durch Dritte geschützt werden kann. Die Verwendung der Kontaktdaten der Anbieterkennzeichnung - insbesondere der Telefon-/Faxnummern und E-Mailadresse - zur gewerblichen Werbung ist ausdrücklich nicht erwünscht, es sei denn der Anbieter hatte zuvor seine schriftliche Einwilligung erteilt oder es besteht bereits ein geschäftlicher Kontakt. Der Anbieter und alle auf dieser Website genannten Personen widersprechen hiermit jeder kommerziellen Verwendung und Weitergabe ihrer Daten.

4. Anwendbares Recht
Es gilt ausschließlich das maßgebliche Recht der Bundesrepublik Deutschland.

5. Besondere Nutzungsbedingungen
Soweit besondere Bedingungen für einzelne Nutzungen dieser Website von den vorgenannten Punkten (1) bis (4) abweichen, wird an entsprechender Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen. In diesem Falle gelten im jeweiligen Einzelfall die besondere
n Nutzungsbedingungen.