R E V I E W S

OCTOPUS  -  SUPERNATURAL ALLIANCE    Rise Above / Soulfood

 

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Detroit Rock mit weiblichen Vocals, hört sich unspektakulär an, ist aber eine Bombe! Die Band um den ex-ELECTRIC SIX Gitarristen J Frezzato ist eine der besten Rise Above VÖs in deren Historie. Die Band ist wirklich beeindruckend und wird bald ganz oben an der Spitze des Genres stehen. BEYOND THE CENTER rockt so dermaßen nach vorne, dass es Laune macht und die starken Vocals von Masha Marjieh gehen unter die Haut. Das ist so fett, so drückend, dass es einen fast vom Sitz bläst. Das ist Metal der Sonderklasse. Der folgende SUPERNATURAL ALLIANCE ist dann gemäßigter und hat mehr Classic Rock Einflüsse mit einigen Psych-Rock / Space Rock Sounds im Song. Aber auch hier glänzt Masha im vollem Umfang. SLAVE AND MASTER hat dann fast was von einer weiblichen Version der alten Black Sabbath. Sehr interessant der Song. Nach einem etwas relaxteren Mittelteil geht es ab Song 7 (THE SWORD AND THE STONE) wieder ab wie eine Rakete. Der Song rockt und wird von einem super Refrain geführt. Gleiches gilt für den abschließenden DRAGONHEAD, der auch unheimlich gut gelungen ist. Mein Höhepunkt nach dem Opener BEYOND THE CENTER ist BLACK DYNAMITE mit einem fetten Riffing, starken Vocals und einer Eingängigkeit, wie man sie heutzutage selten findet. Das ist ein Hit! CHILD OF DESTINY dagegen ist dann fast schon spacig, wird aber durch einen coolen Drum-Groove geführt. Die Hauptmelodie erinnert mich fast etwas an Captain Futures Titelmelodie. Was hier Adam Cox aus seinem Keyboard und Synthesizers zaubert, ist sehr songdienlich, aber auch super umgesetzt. Und ich bin kein Fan von diesem old school Orgel Sound, aber hier passt das einfach 100%! Und J Frezzato hat in all den Jahren einige super Ideen, die sehr ausgereift und durchdacht klingen in die Songs integriert. Besser kann man Classic Rock (denkt aber nicht an diese ganzen gehypten Retro Bands!) nicht spielen und schon gar nicht mit weiblichen Gesang. Für mich die beste Band des Genres. Sehr abwechslungsreiche Scheibe, die alle Fasetten umfasst und durchgängig Spaß macht!Und das coole Artwork und die starke (natürliche) Produktion von Adam Cox paßt wie die Faust aufs Auge. Diese Band wird groß! Ganz groß! Glaubt mir!

 

Genre: Classic Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 10 Songs / 38 Minuten

VÖ: 30.03.2018

 

 

 

SEPTIC TANK  -  ROTTING CIVILISATION   Rise Above / Soulfood

 

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Was hab ich mich gefreut. Lee Dorrian (Napalm Death, Cathedral, With the dead), Gaz Jennings (Cathedral), Barry Stern (Trouble) und Scott Carlson (yes - Repulsion) machen gemeinsame Sache und bringen einen wütenden Crust / Punk / Thrash Hammer raus. Als alter Fan deren altern Bands waren die Erwartungen enorm. Und ich bin mir nicht sicher, was ich letztendlich davon halten soll... Der Mix aus Septic Death, Siege, Discharge, Repulsion, langsamen Napalm Death (die mit Lee) macht schon Laune, aber so richtig unter die Haut geht es nicht. Das Artwork ist gelungen und lange nicht mehr sowas gesehen. Der Sound ist recht dünn, würde aber ja auch nicht anders funktionieren. Da haben sich 4 Szene Freunde zusammengetan und 18 Songs eingeprügelt, was ja erstmal spannend ist, vor allem, wenn es solche Hochkaräter sind. DIVIDED AND CONK OUT ist durch seine gute Gesangslinie etwas eingängiger und erst mit Song 6 (TREASURERS OF DISEASE) gibt der Drummer gewaltig Gas und der Song ist mit seinen langsamen Parts so der erste Song, der an die alten Napalm Death erinnert. Gut! Mit FUCKED geht es dann noch eine Spur mehr in den Grindcore, wohingegen WHITEWASH eher an einen schnellen Hardcore Song erinnert. Der coole DEATH VASE hat dann ein Celtic Frost (Dethroned Emperor) Riff und Gesangsähnlichkeiten und rockt gut nach vorne und ist mit dem Opener SEPTIC TANK (der eine unglaubliche Power und Aggression beinhaltet) der Höhepunkt des Albums. DANGER SIGNS packt nochmal die volle Grindcore Keule aus. Und LIVING DEATH hat 2 Riffs, die von den alten Napalm Death und von Celtic Frost ausgeliehen wurden. Coole Idee.

 

Genre: Crust

Musik: 7

Sound: 7

Info: 18 Songs / 40 Minuten

VÖ: 16.04.2018

 

 

 

AGE OF TAURUS  -  THE COLONY SLAIN   Rise Above

 

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Nach DESPERATE SOULS OF TORTURED TIMES vor über 5 Jahren kommt AGE OF TAURUS mit einem neuen Album zurück. Das Artwork überzeugt erstmal, was ja auch nicht selbstverständlich ist. Und geändert hat sich zu dem Vorgänger auch Null Komma Null. Nach einem atmosphärischen Intro (FROM THE HILLS TO THE HALLS) geht es gleich mit enormen Heavy Metal Riffing und Drumming los und bringt uns den Song TAKEN TO THE TOWER. Sänger, Gitarrist und Chef von Age of Taurus, Toby W. Wright hat es mit seiner Band geschafft, ein sehr gutes Album aus Power, Progressive, Doom und NWOBHM zusammenzubasteln, welches wirklich auch vom Konzept und von den Spannungsbögen in der obersten Liga mitspielen könnte. Könnte, den leider ist sein Gesang nur Mittelklasse und wird leider nicht jedermanns Sache sein. Im Vergleich zu den angesagten Bands ist seine Stimme einfach zu dünn und auch zu durchschnittlich. Und er will hier einfach mehr leisten, wie er imstande ist. Und das beeinträchtigt die gesamte Scheibe leider extrem. Das Material ist durchgängig fesselnd und überzeugend und Fans von Atlantean Kodex und alten Candlemass sollten unbedingt mal ein Ohr riskieren, aber mich persönlich überzeugt der Gesang halt zu keiner Sekunde. Was eigentlich schade ist, denn mit einem richtig guten Sänger wäre das eine unglaubliche Scheibe geworden. IN DREAMS WE DIE hat diesen wohlfühlenden Flow, die NWOBHM artigen Hymnen TAKEN TO THE TOWER und THE WALLS HAVE EARS sind fantastisch und die epischen Songs FOR TREASON WE RISE und TO SEAL A MOUNTAIN überzeugen mit einer progressiven Kante. Da wäre so viel möglich gewesen, so wird es einfach ein Underground-Ding bleiben. Und hier geht es nicht um einen Gesang „mögen oder nicht“. Der ist einfach nicht erste Liga.

 

Genre: Doom Metal

Musik: 6

Sound:8

Info: 11 Songs / 54 Minuten

VÖ: 11.05.2018

 

 

 

 

ARCHITECTS OF CHAOZ  - (R)EVOLUTION    Metalville Records

 

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Architects of Chaoz…sind hoffentlich nicht ganz verschwunden im Gedächtnis der Metal Fans. Vor ein paar Jahren konnte die Band plötzlich ganz viel Aufmerksamkeit einheimsen und sogar auf dem Rock Hard Festival spielen. Der Grund: Paul DiAnno war mit einer starken Band und einer erstklassischen Veröffentlichung unerwartet wieder aufgetaucht. Das Feedback war enorm und das Debütalbum war ein wirklich starkes Ding, was auch zu 90% an Pauls zurückgewonnener Stärke lag. Danach wurde Paul immer kränker, die Band lag auf Eis und ist nun mit einem neuen Sänger zurück. Sehr schade, dass der Ex-Maiden Sänger anscheinend nicht mehr in der Lage war/ist, der Band beizuwohnen. Komischerweise wird Paul mit keinem Wort im Booklet bzw. der Thanklist genannt….mmhhh…. was da vorgefallen sein mag, möchte ich als Superfan der ersten beiden Maiden Alben gar nicht wissen… Aber gut – hier geht es ja um das Zweitwerk von AoC. Und die große Frage ist natürlich, wie klingt der neue Sänger. Der „Neue“, genannt Titta, ist natürlicht kein DiAnno, aber trotzdem eine sehr gute Wahl. Die Vocals sind nicht ganz so rauh wie bei seinem Vorgänger und haben mehr melodiöse Einflüsse in die Musik gebracht. Ansonsten herrscht immer noch starker Heavy Metal, der viele Power Metal Einflüsse vorweist und durchgängig überzeugen kann, obwohl das Album noch stärker gewesen wäre, wenn man 2-3 Songs gekürzt hätte. Aber Tittas Stimme gibt der Band wohl auch mehr Möglichkeiten, ihren Sound wachsen zu lassen. Aber schon der Opener RISE überzeugt mit starken Gitarrenriffs, doppelten Gitarrenduellen, Drum-Herrlichkeiten und den coolen Vocals. Die Songs sind sehr abwechslungsreich. Beim folgenden DEAD AGAIN gibt es Backings vom Perzonal War Sänger und bei HITMAN hat man gleichmal einen starken Refrain fabriziert, der live sicherlich zündet! INTO THE FIRE ist schon fast Thrash Metal (genauso wie BLOODRAIN FALLS) und steht der Band sehr gut zu Gesicht und wäre ein logischer Nachfolger vom Debüt geworden mit Pauls Vocals…da kann man sich ihn super vorstellen. Und Schmier gibt bei NO WAY OUT ein Gastbeitrag am Mirko ab. Mit A MOMENT OF CLARITY gibt es noch einen langsamen Stampfer, der unheimlich Druck erzeugt, bevor das etwas sperrige THE PULSE OF THE SUN von ruhigen Anfang sich zum metallischen Ende mausert. Gutes Album, auch wenn ich persönlich Paul etwas vermisse…. Heavy Metal Fans, die auf dicke Riffs stehen, sollten die Scheibe unbedingt antesten!

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 13 Songs

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

LUCA PRINCIOTTA  -  ROUGH BLUE   Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Luca Princiotta ist ein italienischer Ausnahmegitarrist, der den meisten von Euch seit 2008 als Gitarrist von DORO bekannt sein dürfte. Vorher hat er 4 Jahre für ex-Maiden Sänger Blaze Bayley gespielt. Also wer kann sowas schon vorweisen? Und nun kommt sein Soloalbum über Metalville. Aber mit den Heavy Metal der genannten hat ROUGH BLUE nichts zu tun. Ein überwiegend instrumentales Album voller Hard Rock Songs, die durch die sehr guten Ideen an der Gitarre und einer soliden Hintermannschaften glänzen. ON BOARD ist trotz seiner fehlenden Vocals ein eingängiger Gitarrenrocker mit coolen Riffs und starken Gitarren. SHAKE THE CAKE hat einige Blues Einflüssen (wie übrigens das ganze Album) und erst mit dem schleppenden WHAT IT TAKES kommen Vocals zum Einsatz. Und was für welche. Matteo Bertini hat eine so warme und eindringliche Stimme, die nur so von großen Stadion und Festivals träumen lässt. WHAT IT TAKES ist ein Hard Rock Song, für den wohl 99% der großen Bands da draußen töten würden! NOTHING BUT THIS SONG wird dann wieder von seinen starken Vocals geführt und ist ein langsamer Blues Rocker, der in jeder Kneipe für Tränen sorgen würde. Vor allem hält sich Luca bei diesen Songs stark zurück und ist sehr songdienlich. Seine volles Können zeigt er dann aber bei den instrumentalen Songs, die trotz seiner starken Performance nie überladen oder angeberisch wirken. Und mit AIN`T NO LOVE  gelingt ihm ein weiterer Hard Rock Song der Extraklasse. Die Vocals zusammen mit der Power der Band sind verdammt stark und dürften die ganzen hochgelobten Bands locker in die Tasche stecken! Wirklich WOW! Es wäre eine interessante Sache, mal ein ganzes Album mit Vocals zu hören. Weil die drei Songs sind wirklich überragend. Aber auch so: Gitarrenliebhaber, Hard Rock und Blues Fans kommen hier absolut auf ihre Kosten! Zuschlagen!

 

Genre: Hard Rock

Musik: 9

Sound:8

Info:  10 Songs / 42 Minuten

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

NILS PATRIK JOHANSSON  -  EVIL DELUXE   Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Wie der Namen schon vorgibt, handelt es sich bei EVIL DELUXE um ein Soloalbum des Herrn Johansson. Natürlich ist er im Metal Bereich kein Unbekannter, da er für ASTRAL DOORS, CIVIL WAR und LION`S SHARE schon vor dem Mikro stand und dort deren Sound maßgeblich beeinflusste oder noch beeinflusst. Oft wird er ja (vor allem bei Astral Doors) mit Ronnie James Dio verglichen und auch hier hört man Gemeinsamkeiten, obwohl Nils hier probiert, seinen Stimmumfang zu erweitern. Schon der Titelsong des Openers zeigt aber steil nach oben. Da wird gerockt, gebangt, dass es besser fast nicht geht. Viele Chöre unterstreichen den "Größenwahnsinn" (im postivien Sinne) dieser Scheibe. Und die Songs sind komplett auf Nils Stimme zugeschnitten und Nils lässt sich natürlich nicht lumpen. Stimmlich gehört er sicherlich zu den Top 20 Sängern in Europa. Und trotz der langen Spielzeit gibt es keinen wirklichen Hänger auf der Scheibe. Bei der letzten, sehr starken ASTRAL DOORS gab es ja fast nur Höhepunkte auf dem Album, da kann dieses Soloalbum leider nicht ganz mithalten. Aber im Vergleich (den wohl aber auch keiner braucht...) wird hier mehr Power fabriziert und der wahre Heavy Metal gelebt. Es gibt eigentlich keinen Song, den man hervorheben sollte, weil das Material komplett überzeugt. Von rasend schnell zu episch zu schleppend. Da findet man alles, was das Heavy Metal Herz begehrt. Und mit BURNING gibt es noch einen ACCEPT Tribute, der sehr gut umgesetzt wurde und Nils in Hochform zeigt. Wenn man einen Song herausheben sollte und möchte, dann wäre das METALHEAD, ein Song voller Metal Power und auch Klisches und mit einem Chris Boltendahl als Gastmusiker. Und auch das hymnische CIRCLE IN THE SKY überzeugt durch seinen starken Refrain und das tolle Gitarrensolo. Musikalisch gibt es nichts auszusetzen, die Band, die aus großen Teilen aus ex-Mitgliedern besteht, spielt voller Leidenschaft und Hingabe. Ja, das Soloalbum ist rundum gelungen und macht Lust auf Liveshows. Heavy Metal Fans müssen unbedingt ein Ohr riskieren!

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info:12 Songs / 57 Minuten

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

NOISEPICKER  -  PEACE OFF    Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

 

Ein Näschen für starke Newcomer Bands hat er ja … der Andreas …. Und mit NOISEPICKER hat er gleichmal eine cooles neues Duo signen können. Gut, Harry Armstrong dürfte sicherlich den älteren Zuhörern ein Begriff sein. Immerhin hat er Bands wie END OF LEVEL BOSS, FIREBIRD oder HANGNAIL maßgeblich geformt. Nun ist er zurück und wie schon END OF LEVEL BOSS wieder auf Exile On Mainstream Records. Und mit Drummer Kieran Murphy hat er sich einen guten Mann fürs Schlagzeug in die Band geholt. Los geht’s mit NO MAN LIES BLAMELESS, der ist gleichmal ein fetter Opener zwischen FIVE HORSE JOHNSON, C.O.C. und Alabama Thunderpussy. Die Stimme ist schön dreckig, die Riffs drücken und der Groove bestimmt den Song. Ein sehr guter Einstand. Macht Lust auf mehr! SO YOU ARE SICK? hat was von den guten alten 90ern Sounds ala Ulme, Helmet und Blackmail. Auch toll. Auf der anderen Seite gibt es z.B. mit A TASTE OF MY DYING einen bluesigen, eindringlichen Gitarrensong, der vor allem durch Harry`s Gesang lebt und das gute Eröffnungstriple abschließt. Leider kommt danach viel Mittelmaß und drückt etwas den anfangs guten Gesamteindruck. Mit I HEAR YOU TALKING AND IS SOUNDS LIKE BULLSHIT TO ME gibt es dann zwar den ersten Stoner Rocker und der kommt rifflastig sehr gut aus den Boxen. Auf Dauer wirkt die Scheibe aber einfach zu sperrig. Teilweise zu unausgereift. Die Gesamtidee ist gut, aber auf Albumdistanz schleichen sich dann doch einige Längen ein. Kommerziell soll die Sache ja sicherlich eh nicht sein, was ja auch gut ist und zu einem Musiker wie Harry Armstrong gut passt. Aber die ein oder andere herausragende Idee hätte dem Album gut getan, vor allem sieht man das vorhandene Potential bei den ersten 3 Songs. Schade, da wäre mehr drin gewesen…aber trotzdem sollten Rockfans reinhören! Vielleicht spricht es Euch ja auch total an!

 

Genre: Noise Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 39 Minuten

VÖ: 11.05.2018

 

 

 

 

CONFUSION MASTER  -  AWAKEN   Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

 

Aus dem schönen Rostock kommen CONFUSION MASTER und haben gleichmal mit EOMSR ein kleines, aber feines Label gefunden. Und passend zur Herkunft der Band passt der Artwork perfekt. Geboten wird Doom Metal, klassisch und rein. So wie es früher in den 90ern Gang und Gäbe war. The Obsessed, Pentagram oder die ganzen Hellhound Records Sachen standen hier wohl Pate. Die Songs gehen gut ins Ohr, aber leider ist teilweise durch die endlosen (unnötigen) Wiederholungen die Hörfreude etwas getrübt. Hier hätte man mal den ein oder anderen Stopp einbauen sollen oder gar müssen. Das unterscheidet Confusion Master halt auch noch von Internal Void, Wretched, Obsessed und die ganzen alten Helden. Da fehlt einfach der letzte Kick; der letzte „Wow“ Effekt, der diese alten Bands und deren Songs immer noch auszeichnet. Viele werden zwar wieder von psychedelisch und hypnotisch sprechen und ein Einfluss von Electric Wizard lässt sich auch gar nicht leugnen, mir persönlich ist es aber einfach zu langatmig. Angenehm sind (entgegen jeden Trends!) die natürlichen Vocals. Hatte mich schon wieder auf eine gerade übliche „Schreiorgie“ eingestellt, wurde dann aber gleichmal positiv überrascht. Tja, und ansonsten ziehen sich diese 60 Minuten sehr… zu sehr wie bereits geschrieben. Ich bin wirklich ein Fan von Doom Metal, aber nur langsam und nur lange Songs sind auch nicht das Richtige. Doom Fans müssen aber ein Ohr riskieren und vielleicht findet Confusion Master bei ihrer nächsten VÖ die richtige Balance zwischen packenden Songs und guten Momenten. Ausbaufähig – aber trotzdem gut.

 

Genre: Doom Metal

Musik: 7

Sound: 7

Info: 7 Songs / 60 Minuten

VÖ: 27.04.2018

 

 

 

 

WAR ON WOMEN  -  CAPTURE THE FLAG    Bridge Nine

 

www.bridge9.com

www.facebook.com/waronwomen

 

Aus den USA kommen WAR ON WOMEN und ziehen klar Stellung gegen jede Form von Sexismus. Ihr Zweitwerk CAPTURE THE FLAG ist schön aufgemacht und die 12 Songs gehen gut nach vorne. Old school Punk / Hardcore Riffs mit weiblichen Vocals – das funktioniert gut und macht Laune. Und das geht voll nach vorne – keine Kompromisse. Geht LONE WOLVES noch genretypisch ab wie Nachbars Katze, kommt mit SILENCE IS THE GIFT gleichmal ein Hit hinterher. Großartige Melodien, starke Riffs, mittelschneller Groove. Großer Refrain. Der Titelsong ist auch ein guter (genauso wie DICK PICS) und besticht durch einen großen Energieanteil. Diese unbändige Energieleistung zieht sich übrigens durch das ganze Album. Trotzdem bleiben klare Songstrukturen, die Band ist durchgängig in ihrem engen Rahmen um Abwechslung bemüht und schafft das ein oder andere Ausrufezeichen. CHILDBIRTH ist da ein gutes Beispiel oder der eher punkige, mitgröhl fertige DIVISIVE SHIT. YDTMHTL ist melodischer und der abschließende THE CHALICE AND THE BLADE einfach nur gut. Das Album ist homogen und fällt auch über die gesamte Spielzeit nicht ab. Für ein Hardcore Album bleibt es sogar recht frisch und abwechslungsreich. Dürften wohl auch on Stage ein gutes Zeichen setzen und wahrscheinlich diesen Sommer die ein oder andere Festivalbühne unsicher machen. Gute Band.

 

Genre: Hardcore

Musik: 7

Sound: 7

Info: 12 Songs

VÖ: 13.04.2018

 

 

 

RADIO HAZE-MOUNTAINS    SLASH ZERO RECORDS 

 

www.radiohaze.com

www.slashzerorecords.com

 

Hier also die vierte Langspielplatte der Bayern (genaugenommen Abensberg/Regensburg und Exil Nürnberger). Das Infosheet spricht von Haze-Rock, ich nenne es einfacherweise Alternative Rock, und verzichte bewusst auf das Attribut Vintage Rock.

Das erdig produzierte (man ist stolz darauf, den Loudness Wahn nicht mitzumachen, sagt zumindest das Innere des Cardboardsleeves) bietet 10 Rocker. HAVE MERCY ON ME erinnert mich, warum auch immer, an Alter Bridge (sorry). Das Fundament ist deutlich organischer im Vergleich zu den Stadionrockern, der Song für sich selbst recht einfach gestrickt. PARANOISE grooved und hat einen gewissen „White“ Touch, das gilt auch für CHASING GASLIGHTS. Uptempo Bedienung gibt’s in FROM BIRTH TO CEMETERY  und THE WEIGHT OF LOVE. Beim letzteren (gefällt  mir auf dem Album am besten) überzeugen die Chöre, die nicht zu cheesy geraten sind. LAY MY HPES ACROSS THE SEA ist von einem fetten Beat unterlegt, das fuzzy INTO THE ETHER ist mir etwas zu lange geraten und im instrumentalen Mittelteil kommen Latino, Tasteninstrumente und ein Saxophon zum Einsatz. Mir etwas zu verjammt. Die finale Kompositon auf diesen Longplayer (MOUNTAINS) weckt Assoziationen zu Zodiac und etwas Muse, ruhiger Anfang saftiges Ende. Eher weniger zwingend finde ich den recht einfach zu goutierenden Track CONSUMED BY FIRE. Freunde der bisherigen Alben machen hier nix falsch. Eine 180 g Vinylausgabe wird folgen.

 

GENRE: ROCK

MUSIC: 7

SOUND: 8

INFO: 10 Songs 40:03 minuten

Thomas Schubert

 

 

 

THE FREEKS - CRAZY WORLD Heavy Psych Sounds / Cargo

www.facebook.com/thefreeks

THE FREEKS haben 2009 ihr erstes Album veröffentlicht, dass mit einigen namhaften Gastmusikern aufhorchen konnte. Jack Endino, Mc Bain (Monster Magnet), Scott Reeder (Kyuss), Isaiah Mitchell (Earthless), Lorenzo Woodrose (Baby Woodrose) und Bernie Worell (Parliament, Funkadelic, Talking Heads). 2013 gab es dann das zweite Album mit einem festen Line-Up, welches u.a. Jonathan Hall (ex- Angry Samoans) beeinhaltet und nun lässt die Truppe aus Los Angeles um Ruben Romano (bekannt von Fu Manchu und Nebula) ihre dritte Scheibe mit einen spacigen Orbit Psychedelic Sound auf die Hörer los. CRAZY WORLD ist aber in meinen Augen eine eher zwiespältige Angelegenheit geworden. Wahrscheinlich will er die Gunst der Stunde nützen (seine reaktivierte Hauptband Nebula bringt ja gerade Teile ihres Backkatalogs über Heavy Psych Sounds heraus...) und seine zweite Band einen neuen Boden bereiten. Ob das gelingt, will ich aber bezweifeln....Der Opener AMERICAN LIGHTNING ist zwar ein cooler Mix aus Garagen Punk Stoner Rock
(Strophe) und 70s Kiss (Refrain) und ist sicherlich nicht von schlechten Eltern, aber so richtig zwingend ist das nicht. Auch THIS IS LOVE erinnert an den Glam Rock, den Kiss in den 70ern perfektioniert hatten. EASY WAY OUT wird dann geführt von zuviel Keys in meinen Augen und wirkt etwas überladen, nicht ausgereift genug und zu hektisch. Da ist mit TAKE 9 schon mehr Gefühl im instrumentalen Sound des Songs. HYPNOTIZE MY HEART rockt dann als Höhepunkt des Albums, obwohl der heisere Gesang hier eher störend wirkt als richtig passt. Der Grundsound des Songs hat etwas von 60er Jahre Science Fiction oder Horror Filmen - aber kommt auch leider nicht 100%ig auf den Punkt. CHRONIC ABDUCTION ist ein guter Song, scarry 60s Soundeffekte und gutes Songwriting, bevor MOTHERSHIP TO MOTHER EARTH das Album beendet. Hier erinnert mich die ganze Sache etwas an Mike Patton, aber leider nicht so gut wie seine Sachen... Insgesamt einfach zu wenig, vor allem, wenn man den Background der Band kennt. Somit ist es trotz aller Vorfreude dann eher eine Enttäuschung. Vieles wirkt eher wie ein Jam, nicht ausgereift genug und eher auf das schnelle Geld bedacht, was mir in letzter Zeit häufiger sauer aufstößt bei Heavy Psych Sounds Veröffentlichungen. Viele halbgare Sachen, teilweise mit einer unverschämten Spielzeit (Nick Oliveri). Und auch hierzu zähle ich den THE FREEKS Output. Denn auch hier sind die 30 Minuten aufgebläht mit Zwischenspielen und Instrumentals. Der Sound ist gut und die Aufmachung wie immer gelungen. Trotzdem: da wäre viel mehr möglich gewesen!

Genre: Garage Fuzz Rock
Musik: 6
Sound: 7
Info: 8 Songs / 31 Minuten
VÖ: 27.04.20

 

 

 

SPITEFUEL - DREAMWORLD COLLAPSE   MDD Records


www. spitefuel.com

SPITEFUEL aus Schwaben bringen ihr neues Album heraus mit einem ausgearbeiteten und auf der CD ausführlich erklärten Konzept. Die Science Fiction Story ist interessant und wurde auch in den Songs gut umgesetzt. Die Songs sind durchgängig super ausgearbeitet, abwechslungsreich und spieltechnisch auf dem höchsten Niveau. Leider hängt mal wieder alles am Sänger, der leider zu keiner Zeit das Niveau der Band halten kann. Stefans Vocals klingen einfach zu schwach und wackelig für diese sehr guten Songs und Riffs. Da wurde leider viel verschenkt. Obwohl bei z.B. den melodischeren Songs wie DREAMWORLD COLLAPSE, PT.1 mit seinem starken Gitarren und den einfühlsamen Vocals Stefans Stimme gut passt. Hier wirkt vieles auch nicht so wackelig wie beim Opener. Ebenso beim balladesk anfangenden DREAMWORLD COLLAPSE, PT. 2, wo die Vocals gut passen. Aber schon bei ICONIC FAILURE sind die Schwächen wieder stark erkennbar. Und der Speed Knaller UNDER FIRE ist fast verschenkt. Wirklich schade - mit anderen Vocals hätte das ein wahnsinniger Brecher werden können. So wird auch der in dreiteilige Song BRILLIANT WHITE LIES zu einer Geduldsprobe. Musikalisch oberstes Level, Vocals leider nicht. Eigentlich sind mir Alben von 55 Minuten zu lang, aber da hier die Story gut verarbeitet wird (z.B. mit dem Zwischenspiel OUVERTURE: INSIDE THE SPHERE oder EPILOGUE: 8427 A.D.), ist so eine üppige Spielzeit fast schon zwingend. Super gelungen ist INTERLUDE: THE FUNERAL OF YOUTH mit seinen orchestralen Momenten. Michael Fiedler, ein Filmmusikkomponist, Produzent und Vollblutmusiker hat sich um die konzeptionelle Seite der Scheibe gekümmert und dieser Fremdeinfluss tut der Scheibe sehr gut. Eine zwiespältige Scheibe, die es aber sicherlich lohnt, entdeckt zu werden. Und wenn man die Vocals noch etwas verbessern kann, steht hier ein großer Schritt nichts mehr im Weg. Die Aufmachung von MDD ist super, für das Cover konnte Kris Verwimp (u.a. Immortal, Arch Enemy) gewonnen werden und der Sound aus den Gernhart Studio (u.a. Destruction, Tankard) ist über allem erhaben.

Genre: Metal
Musik: 7
Sound: 9
Info: 12 Songs / 55 Minuten
VÖ: 27.04.2018

 


 

PERZONAL WAR  -  NECKDEVILS LIVE    Metalville

 

www.metalville.de

www.perzonalwar.de

 

2016, zum 20jährigen Bestehen der deutschen Thrasher, wurde im Kubana in Siegburg diese toll aufgemachte Live DVD / CD mitgeschnitten. So richtig durchstarten konnte die Band aber nie, was sicherlich auch an dem nicht immer überzeugenden Songmaterial lag. Perzonal War ist und war halt immer eine Band aus der 2. oder 3. Reihe. Aber das eine Band, die als Hobby geführt wird, so lange durchhält, ist auf jeden Fall zu honorieren. Vor allem die beiden Bandgründer Martin Buchwalter und Matthias Zimmer ziehen

das seit einer Ewigkeit durch. Schon letztes Jahr konnte man mit INSIDE THE NEW TIME CHAOZ aufhorchen, weil man die besten Stücke aus der Anfangszeit neu aufnahm und veröffentlichte. Und auch auf dem Live Auftritt sind nur die Highlights der Bandhistorie enthalten und machen somit durchgängig Spaß. Sicherlich fehlt der Band auch weiterhin der große, eine Hit. Aber das Songmaterial ist durchgehend auf hohem Niveau und spielerisch erste Sahne. Live kommt Matthias Zimmer aber leider hin und wieder an seine Grenzen, was das Hörvergnügen aber keinesfalls mindert, sondern die Truppe umso sympathischer erscheinen lässt. Und das eine Band mit diesem Status so ein gut aufgemachtes Package veröffentlicht, dürfte wohl auch an der basisorientierten Arbeit von Metalville liegen. Respekt. Alle 8 Alben der Band wurden in der Setlist berücksichtigt (INSIDE THE NEW TIME CHAOZ enthielt ja die gleichen Songs wie THE INSIDE und NEWTIMECHAOS) und zeichnen sich durch eine hohe Spielfreude und einen fetten Sound aus. Sympathisch ist es auch, dass alle Ex-Mitglieder Gastauftritte haben sowie auch Musiker von SUIDAKRA, FALL OF CARTHAGE, ARCHITECTS OF CHAOZ und Victor Smolski, ex-Rage und jetzt Almanac. Den Songs fehlt es nicht an gehöriger Melodie und guten Riffs. BORN und BLEEDING sind Riffgranaten und SPEED OF TIME liebäugelt mit alten BLIND GUARDIAN. Guter Thrash aus der zweiten Reihe. Und außerdem gibt es noch 3 Akustiksongs, die das Set etwas auflockern. Die DVD enthält das identische Set und wurde in dem kleinen Club gefilmt und bietet einen guten Blick auf die Band. Die Stimmung ist gut, die Fans feiert die Band ab und Perzonal War hat eine Menge Energie. Auch der ganze Personalwechsel während der zweiten Hälfte des Sets stört nicht im geringsten, macht die DVD sogar interessanter. Neben einem Interview gibt es noch einen Videoclip. Nichts großartiges, aber gut gemacht für eine Band von diesem Status!  Ihr wollt authentischen Metal? Dann unterstützt endlich Perzonal War!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: CD 16 Songs / DVD 30 Songs

VÖ: 27.04.2018

 

 

 

LEE AARON  -  DIAMOND BABY BLUES    Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Die kanadische Metal Queen hatte vor allem mit ihrem 1984iger und 1985iger Alben METAL QUEEN und CALL OF THE WILD in der Metalgemeinde eingeschlagen wie eine Bombe. Ihr hautenger, roter Ganzkörperanzug ist Kult. Die Musik war guter Heavy Metal mit starken Vocals. Danach ging es etwas bergab – musikalisch wie verkaufstechnisch und so richtig hatte die 56jährige keiner mehr auf dem Schirm. 2016 kam sie dann unerwartet mit FIRE AND GASOLINE zurück und bringt uns nun über Metalville Records DIAMOND BABY BLUES. Gesanglich, als auch optisch, hat Lee absolut nichts an Aussagekraft und Power verloren, leider hat die Musik rein gar nichts mehr mit Metal zu tun. Hard Rock oder Blues Rock trifft die Sache ganz gut. Der härtere Opener DIAMOND BABY lässt schonmal aufhorchen, da der Song richtig metallisch ist und Lust auf mehr macht. „Leider“ driftet es danach aber eher in die radiotauglichere Richtung ab, obwohl Songs wie MISS MERCY oder der starke HARD ROAD die Vergangenheit der Kanadierin eindrucksvoll aufzeigen. Gesanglich ist Lee aber auf dem ganzen Album über alles erhaben. THE BEST THING oder I`M A WOMAN sind zwei starke Blues Rock Nummern, in der Lee in aller Klasse brilliert. Auch finden einige gelungene Coverversionen Platz auf dem Album. DEEP PURPLE Klassikers MISTREATED ist genauso gelungen wie LINDA RONSTADTs YOU`RE NOT GOOD, KOKO TAYLORs I`M A WOMAN  oder das rockig umgesetzte JANET JACKSON Machwerk BLACK CAT! Alles in allem gibt es keinen schlechten Song auf dem Album und die Coverversionen wurden alle exzellent umgesetzt und fügen sich perfekt in das Album ein. Das hier ist sicherlich kein neues METAL QUEEN Album. Auch kein Metal. Was sicherlich interessant wäre, wenn Lee noch einmal so ein Album einspielen würde. Aber Sean Kelly an der Gitarre, John Cody am Schlagzeug und Dave Reimer am Bass liefern eine starke Performance ab. Irgendwo zwischen Alannah Myles und einer härteren Alanis Morissette…nein – Lee Aaron ist Lee Aaron. Gutes Album!

 

Genre: Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 12 Songs

VÖ: 27.04.2018

 

 


 

MONSTERNAUT - ENTER THE STORM   Heavy Psych Sounds / Cargo

www.facebook.com/monsternaut


Viele, die mich kennen, wissen, dass mir teilweise die neue "Interpretation" von Stoner Rock nicht so recht schmeckt und ich weiterhin die Höhepunkte der Szene mit der Musik aus den 00er Jahren verbinde. Unida, Sloburn, Kyuss, QOTSA, Dozer, Monster Magnet...nie war die Hitdichte und der Groove größer als in den Anfangszeiten. Die Finnen von MONSTERNAUT versuchen auf ihrem zweiten Album, genau in diese Kerbe zu schlagen. Wie schon auf dem Debüt Album und den folgenden EPs, gibt es auf ENTER THE STORM klassischen, simplen und teilweise sehr gut gelungenen Stoner Rock, der auf wenig Riffs basiert, aber durch den coolen Groove und die fetten Gitarren sofort Laune macht. Auch mit dem Tempo haben es Monsternaut nicht so...die Songs sind meistens durchgängig in schön langsamer Gelassenheit produziert. Und die Stimme von Tuomas Heiskanen, der auch für die geilen Riffs zuständig ist, erinnert einen hin und wieder an Nebulas Großtaten. Startet das Album mit WINTER noch eher langsam, kommt mit dem UNIDA artigen Riff von LANDSLIDE (zugleich der Hit der Scheibe) gleichmal tolles Feeling auf, bevor ANTHEM ein Doom Monster vor dem Herrn ist. Insgesamt gibt es eher langsame Songs, die etwas schnelleren Attacken gehen gut ins Ohr, aber über die ganze Distanz schleichen sich auch der ein oder andere unausgegorene Song ein und schmälert das Gesamtpaket etwas. Auf die Dauer von gut 50 Minuten macht sich dann doch etwas Langeweile breit und zeigt auf, dass Monsternaut mit den Großen nicht mithalten können. Oder besser gesagt: das Finnland nicht Palm Desert ist. Aber trotzdem: insgesamt eine gute Stoner Rock Scheibe, die aber die ein oder andere Schwäche nicht verbergen kann. Abgerundet wird das Album durch einen starken Sound und ein sehr passendes, old school Cover. Nach der starken neuen Black Rainbows Scheibe, haben die Römer ein weitere gutklassige Scheibe nachschieben können, die den gleichen Fankreis abdecken dürfte! So soll es sein! Stoner Fans sollten auf jeden Fall zuschlagen! Und live ist die Band sicherlich auch eine Macht.

Genre: Stoner Rock
Sound: 8
Musik: 8
Info: 12 Songs / 49 Minuten
VÖ: 27.04.2018

 

CRITICAL MESS  -  HUMAN PREY    Metalville Records

 

www.metalville.de

www.criticalmess.de

 

 

Jeff Waters spielt ein Gastsolo auf der Scheibe und die Band geht mit Six Feet Under aouf Tour im Sommer. Das sagt uns der Sticker auf dem Album. Das Coverartwork und die Aufmachung ist mehr als gelungen und das CRITICAL MESS die neue Band von Britta Görtz, der Sängerin von CRIPPER (die ja wohl nicht weitermachen werden nach der Abschiedstour) ist, hat sich mittlerweile auch schon rumgesprochen. War Cripper noch ein Bastard auf Thrash, Metal, modernen Elementen und Death Metal, hat sich die seit 2012 bestehende Formation aus Hannover dem klassischen Death Metal verschrieben. Und mit HUMAN PREY dürften sie als eine der stärksten Death Metal Newcomer aus deutschen Landen durchgehen. Und da sollte man sich nicht nur auf Britta stürzen, die wiedermal einen herausragenden Job abliefert. Die Gitarren braten ein Hammerriff nach dem anderen heraus. Die Drums bollern gut nach vorne und der Druck der Songs ist enorm. Die beiden Marcos an den Gitarren muss man hier wirklich extra erwähnen. Das ist wirklich internationales Top-Niveau. Ob die häufig eingestreuten Blastbeat Ausflüge Sinn machen oder nicht, ich persönlich finde sie auf jeden Fall nicht störend, sondern sogar für das Gesamtwerk förderlich und wechseln sich gut mit den eher schleppenden Death Metal Walzen ab. Und es ist schön, dass Britta nach dem Ende von Cripper weiter am Ball bleibt (wäre auch nicht anders zu erwarten gewesen) und den Fans einen Wutbrocken hinwirft, der sogar mit den besten Cripper Veröffentlichungen mithalten kann bzw. an Brutalität locker schlägt. BRINGER OF ALL END, die Videoauskopplung FEASTING oder ON ROTTEN GROUNDS (hier findet man das Gastsolo von Jeff Waters!) reißen alles nieder, was so in letzter Zeit an Death Metal aus Deutschland kam. Guter Einstand, der sicherlich für Aufsehen sorgen wird.

 

Genre: Death Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 40 Minuten

VÖ: 29.03.2018

 

 

 

THE SWORD  -  USED FUTURE   New Razor & Tie Enterprises

www.theswordofficial.com

Als lupenreiner Stoner Rock Act gestartet, ist man mittlerweile im Rock angekommen, obwohl man die Stoner Rock Elemente nicht verachtet. Die Band ist schon irgendwie besonders, dass haben auch Metallica gemerkt, die The Sword mehrmals persönlich als Opener ausgewählt haben. Auch ihr bisher bestes (und auch härtestes Album) WARP RIDERS hatte einige dieser "Metallica-Riffs" und hat die Band sogar in die US Charts geführt. Mittlerweile ist man etwas gemäßigter, aber auch reifer unterwegs. USED FUTURE ist ein starkes Album von vorne bis hinten. Da wechseln sich gute Stoner Rocker mit emotionalen Hard Rockern ab. Nach einem kurzen Intro (PRELUDE) startet mit DEADLY NIGHTSHADE ein Song, der locker an die guten Ozzy Zeiten erinnert. Starkes Riffing, herausragender Gesang, tolle Melodien - besser geht es nicht. Gewohnt starke Ware aus dem Hause THE SWORD! Der Song vereint alle typischen Trademarks der Band.  THE WILD SKY überzeugt mit sphärischen, sowohl auch metallischen Klängen und ist ein fettes Statement der Band. SEA OF GREEN ist ein absolutes Highlight im gesamten The Sword Backkatalog. Das Riff geht unter die Haut und lässt einen nicht mehr los und dazu kommen die Vocals, die sowas von entspannt und relaxt sind sind....das paßt perfekt zusammen. So würden evtl. moderne Led Zeppelin heutzutage klingen. NOCTURNE ist ein super Instrumental, dass locker in jeder Space Night im TV laufen könnte und das sicherlich Pink Floyd in ihrer Hochphase nicht besser hinbekommen hätten. DON`T GET TOO COMFORTABLE ist ein relaxter Track, der mit seinem "gute Laune Feeling" locker aus den 70ern stammen könnte. Der Titelsong ist dann ein weiteres Highlight und rockt relaxt vor sich hin und hat einige Dire Straits Querverweise. Das ist Rockmusik der Sonderklasse! COME AND GONE ist dann ein weiterer, relaxter Song, der die musikalische Klasse der Band unter Beweis stellt. BOOK OF TOOTH startet dann zumindest wieder mit einem klassischen Riff und BROWN MOUNTAIN lässt einen in arktische Sphären schweben. Insgesamt ein sehr  relaxtes, aber musikalisch starkes Album, dass Spaß macht. Die härteren Parts werden gekonnt, aber auch dezent eingesetzt und macht das Album so zu einem kleinen Meisterwerk. Die Heaviness von WARP RIDERS vermisst man zwar ganz, aber das macht eigentlich nichts. Auch die ganzen Gitarreneffekte gehen voll auf und bescheren der Band hoffentlich hohe Verkaufzahlen. Eine tolle Band!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 13 Songs / 43 Minuten
VÖ: 23.03.2018
 

 

COMMANDER  -  FATALIS / THE UNBROKEN CIRCLE    MDD Records

 

www.commander-metal.eu

 

Gut 10 Jahre ist es her, dass die Münchner COMMANDER ihr letztes Album veröffentlicht haben, was im Umderground etwas aufsehen erregen konnte. Danach war lange still, was vor allem an einigen Besetzungswechsel lag. Die Band spielte zwar hin und wieder live, aber so richtig in Szene setzen konnte man sich nicht. Und wenn man dann denkt, da kommt nichts mehr, kommt plötzlich ein neues Album. Die mittlerweile stark an Anerkennung gewachsenen MDD Records haben sich COMMANDER geschnappt und sicherlich ein, wenn nicht das Highlight in ihren Katalog geholt. FATALIS ist eine dicke Überraschung und hat wenig mit den Vorgängeralben der Band zu tun. Das liegt sicherlich zum einen an Patrick W. Engel, der das Album im Temple of Harmony gemixt und gemastert hat und einen so geilen Sound zusammengezimmert hat, dass es eine wahre Freude ist. Aber ein großer Teil macht natürlich das Songmaterial aus, dass sich vor keiner US Band verstecken braucht und durchgängig hochklassig ist. Schon der Opener und Titeltrack beinhaltet starke Riffs, melodiöse Gitarrenparts, die gerne an die besten Vader und Pestilence Taten erinnern sowie klare Death Metal Vocals vom Bandkopf Nick. Was auf dem Album an der Gitarre verbrochen wird, ist wirklich oberste Liga. Unglaublich viele Riffs folgen aufeinander. Großes Kino. Nick Kolar und Steffen Augstein ergänzen sich perfekt und schmeißen Riff um Riff raus! LOCUST INFESTATION geht in die gleiche Richtung wie der Opener und ist keinen Deut schlechter. CHAOS AWAKENING ist dann slow und heavy. Und unheimlich aufdringlich. Der Chorus wird auf jeder Bühne zum Mitsingen verleiten. Weiter geht es mit NEW SLAVE DEMOCRACY, der vor allem im Refrain stark an die alten Pestilence erinnert. INSIDIOUS GREED folgt und ist der Höhepunkt des Albums. Eingeleitet durch melodische Gitarrenmelodien wächst der INSIDIOUS GREED zu einer wahren Dampfwalze, die es mit allen großen Death Metal Bands aufnehmen kann. So einen Song hat Morbid Angel seit DOMINATION nicht mehr zustande gebracht. Nick erinnert hier auch an David Vincent. Diese langsame Lavemasse und die Atmosphäre des Songs sind beeindruckend! INVIDIA erinnert an die glorreichen 90er Jahre und SUPERBIA hat viele Tempowechsel und ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Erinnert mich an die guten, melodischeren Grave Sachen. Super! ...AND DEATH SWINGS THE SCYTHE startet mit einem starken Akustikintro und wird dann ein geiler Morbid Angel artiger Kracher. Und zum Abschluß kommt mit SHATTERED EXISTENCE nochmal ein schneller Death Metal Kracher der Sonderklasse. Ja, da müssen sich die hochgelobten deutschen Death Metal Newcomer (Namen weiß ja jeder) ab jetzt vor Angst in die Hose machen! Commander haben das Zeug, ganz oben in Deutschland (und auch International!) mitzuspielen! Abgerundet wird FATALIS von einem guten Artwort aus den Händen von Remy Cooper, der schon Alben von Kreator, Cryptopsy und Arch Enemy veredelte. Eine dicke Überraschung und die Scheibe dürfte bei jeden Death Metal Fan für Entzückung sorgen. WOW!

Genre: Death Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs / 42 Minuten

VÖ: 13.04.2013

 

 

 

DEMON INCARNATE  -  KEY OF SALOMON    FDA Records

 

www.facebook.com/demonincarnatemusic

 

Das zweite Album der deutschen DEMON INCARNATE kommt nach der Babypause von Sängerin Lisa Healey mit einem besseren Sound und ausgereifterem Songwriting um die Ecke. Das kann man so zusammenfassend sagen. Das erste Album war ja eigentlich nur das Demo, das FDA offiziell veröffentlicht hat und obwohl da schon 2-3 wirklich starke Nummern drauf waren, waren wir alle gespannt auf neues Material. Soundtechnisch ist durch die Arbeit im Greywolf Studio (Powerwolf) schonmal eine Schippe mehr Heaviness reingepackt, was dem Gesamtwerk sehr gut tut.  Und auch für das Coverartwork konnte man mit Roberto Toderico (u.a. MASSIVE ASSAULT, ASPHYX, SINISTER, DECAYING) einen Meister seines Fachs gewinnen. Großartige Veränderungen gibt es ansonsten nicht. Das Riffing ist irgendwo zwischen Black Sabbath und Stoner Rock angesiedelt und alles zielt auf die sehr guten Vocals von Lisa ab. Ist der Einstieg mit IN VESSELS ungewöhnlich schnell für Demon Incarnate und schon gut gelungen, setzt TAMING THE EAST den ersten Höhepunkt des Albums. Starke Riffs, fettes Drumming und sehr gute Gesangsmelodien von Lisa runden diesen Song ab, der mit zu den besten Demon Incarnate Songs gehört. Am beeindruckensten ist aber wohl BEYOND THE BELOW. Hier merkt man der Band das gereifte Songwriting an. BEYOND THE BELOW ist düster, schwer und trotzdem eindringlich. THE LESSER KEY ist ein instrumentaler Song, bevor THE SEED wieder etwas Fahrt aufnimmt. Mit THE GREATER KEY findet sich dann auch noch ein zweites Instrumental auf dem Album, was dann doch etwas überrascht. Einen richtigen Ausfall gibt es auf dem Album nicht, PILLARS OF SAND und KEY OF SOLOMON überzeugen zum Schluß hin nochmal. Das Album ist auf gleichbleibendem Niveau über die ganze, sehr angenehme, da kurze, Distanz. Insgesamt sind sie (wohl auch wegen der Produktion) heavier, aber auch um einiges Düsterer geworden. Ein gutes zweites Album und jetzt fehlt nur noch eine Tour im Vorprogramm von The Obsessed, St. Vitus oder anderen, plötzlich momentanen „In-Bands“. Gute Musik und das noch aus Deutschland! Sollte unterstützt werden!

 

Genre: Doom Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 9 Songs / 37 Minuten

VÖ: 23.03.2018

 

 

BLACK RAINBOWS  -  PANDAEMONIUM    Heavy Psych Records

 

www.theblackrainbows.com

 

Die Italiener um Heavy Psych Sounds Besitzer Gabriele Fiori sind zurück und bringen uns ein neues Album. Waren die Vorgängeralben allesamt okay, haut die Band hier ihr bestes und vor allem härtestes Brett raus. Gab es auf den Scheiben davor noch oft Psychedelic- und Jam-Parts, wird hier einfach nach vorne gerockt, was dem Gesamtsound der Band sehr gut tut. Außerdem macht der neue Drummer Filippo einen starken Eindruck und drückt den Gesamtsound um einige Härtegrade nach oben. SUNRISE startet in bester BLACK RAINBOWS Manier und vereint alle Stärken der Vorgängeralben. Fuzzige Gitarren, starker Gesang, kraftvolles Drumming. HIGH TO HELL ist dann ein starker Stoner in bester Fu Manchu / Nebula Art und überzeugt auf ganzer Linie. THE SACRIFICE geht in eine ähnliche Richtung, besitzt viel Power und einigen starken Gitarrensalven. Hier wirkt die Stimme um einiges melodiöser und passt super zum Song. Aber der beste BLACK RAINBOWS Song kommt danach in Form von GRINDSTONE. Was für ein Riff! Doom Metal der Sonderklasse. Das Riff drückt, der Gesang sitzt perfekt und die Drums rollen alles nieder. Das Solo im Mittelteil ist fantastisch...ja - der beste Black Rainbows Song bisher. SUPERNOVA & ASTEROIDS klingt wie der Titel. Das ist old-school Stoner Rock mit einem relaxten Riff, der stärksten Gesangsleistung auf dem Album und ein Song, den die Großen des Genres nicht besser geschrieben haben zu ihren Glanzzeiten! Großes Kino! RIDING FAST TIL THE END OF TIME ist so ein Song, der einfach im Kopf bleibt und den Black Rainbows vorher nicht in der Lage waren zu schreiben. I JUST WANNA FIRE ist dann so ein Song mit etwas Space-Rock Feeling, aber so flott dargeboten, dass es zu keiner Sekunde langweilig wird. THE ABYSS rockt in bester Unida Tradition und das coole 13TH STEP OF THE PYRAMID ist dann trotzdem nochmal so ein psychedelischer Stoner Rocker ala Monster Magnet. RANDAEMONIUM ist das beste Album von BLACK RAINBOWS bisher, keine Füller, viele einprägsame Refrains, eine gesunde Härte und dürfte die Band hoffentlich an die Spitze der Stoner Rock Bewegung setzen.

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 9 Songs / 46 Minuten

VÖ: 06.04.2018




 

TONS  -  FILTHY FLOWERS OF DOOM    Heavy Psych Records

 

www. facebook.com/tonsband

 

Man hat ja manchmal das Gefühl, dass der Heavy Psych Boss überwiegend italienische Bands veröffentlicht. Da waren schon die ein oder andere "#.." Band dabei, die sonst wohl nirgends eine Chance bekommen hätten. Und nun gibt es mit TONS Nachschlag mit einer italienischen Band, was erstmals nicht bedeutet, dass ich in Jubelarien ausflippe. Doch dann überrascht TONS auf ganzer Linie. Das zweite Album der Turiner Jungs ist eine wahre Bombe. Die Band hat sich schon mit Bands wie Weedeater, Church of Misery, Unsane, Kylesa, Pentagram und Bongzilla die Bühne geteilt und das dürfte jedes Mal super gepasst haben. Die Scheibe enthält sehr gute Songs, starke Ideen und ein fieses Brett, dass es mit allen amerikanischen Bands locker aufnehmen kann. ABBATH`S PSYCHEDELIC BREAKFAST (was für ein Titel) walzt langsam vor sich hin und überzeugt mit einem fetten Sound (gemastered übrigens von Brad Boatright - Sleep, Nails, Obituary- in Portland, USA!). 99 WEED BALLOONS hat was von den erdrückenden RAGING SPEEDHORN Riffs und hat einen unglaublichen fetten Groove. Perlage am Schlagzeug macht auf dem Album einen Hammerjob. 99 WEED BALLOONS ist ein Höhepunkt auf dem Album, was auch an der kratzigen Stimme von Weed Mason liegt. THOSE OF THE UNLIGHTER groovt unheimlich weiter. THE ABOMINABLE IRON SLOTH ist sicherlich ein guter Vergleich. Starke Riffs, starker Groove im Mid-Tempo oder Doom Bereich und ausdrucksstarke Vocals. Die zwei fast 9-minütige Songs der B-Seite, GIRL SCOUT COOKIE MONSTER und SAILIN` THE SEAS OF BUDDHA CHEESE nehmen den Eröffnungsnummern nichts weg, wobei vor allem der Abschlußtrack eine wahnsinnig coole Nummer ist, die nur so vor Power und Kraft strotzt. Die Riffs erinnern an langsame Obituary Sachen, der Sound drückt ... mehr geht nicht. Große Überraschung! Doom, Sludge und Leute, die es langsam und schwer mögen, müssen (!!) da reinhören! Ganz stark!

Genre: Sludge
Musik: 8
Sound: 9
Info: 5 Songs / 38 Minuten
VÖ: 20.04.2018

 

 

 

NALE  -  DEATH.SKULL.SATAN    Black Lodge Records

www.blacklodge.se

WOW. Schweden`s heißester Newcomer steht im Infosheet und ja - das ist NALE! Die Wucht der Songs reißt einen glatt mit, die Produktion von Lawrence Mackrory (FKÜ, Darkane) ist ein Schlag in die Magengrube und das Cover ist simpel, aber sehr effektiv. Nale gibt es seit 2007 und nach 2 EPS , die vom Grammy nominierten Produzent Chris Laney gemischt wurden (Candlemass, Europe), kommt nach dem 2012 Debüt Album nun der Nachfolger und enthält keine schwache Sekunde. Der Opener SLITHER ist ein Biest aus TRANSPORT LEAGUE und THE HAUNTED, vor allem der Gesang ist auch eine Schnittmenge beider Bands. Der Song hat eine unglaubliche Power und drückt einen in den Sessel. Riffs erinneren auch teilweise an Entombed zu Wolverine Blues Zeiten, nur das die Produktion klarer ist. Der folgende FILTH geht es mehr in die Pantera Ecke, aber wieder mit den THE HAUNTED artigen Vocals und der gleichen Wucht wie der Opener. DEAD MAN`'S SONG nimmt dann die Aggressivität aus dem Sound und ist in seinem Midtempo eher ein guter Song irgendwo zwischen härteren Mustasch und softeren Transport League. Der Titeltrack ist purer Punk Rock und EXIT und der ähnlich gelagerte DRIVE (unter einer Minute!) sind dann wieder super nach vorne gehende Rocker. Als Vergleich fallen mir die sehr guten NINE ein, die einige hervorragenden Alben veröffentlichten. THE BLACK ist dann ein Highlight auf dem Album. Der langsame Groove treibt gut nach vorne, die Drums puschen den Song zusätzlich. Zum Schluß raus wird das Album etwas grooviger, dass nur durch den schnellen SMASHER unterbrochen wird und danach kommen noch 5 Minuten Leerlauf (gut, die paar Sekunden eines Fun-Jams inkl.), was den Gesamteindruck des Albums etwas drübt....Sehr gutes Album von Nale, die sicherlich damit einiges an Aufregung in der Szene hervorrufen werden und hoffentlich die richtige Tour finden, um sich einen Namen zu machen. Ansonsten werden sie wohl das gleiche Schicksal wie Transport League oder Nine haben und mit ihrem Sound keine großen Freunde in Deutschland finden...

Genre: Heavy Rock / Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 11 Songs / 40 Minuten
VÖ: 23.03.2018
 

 

 

L.O.W.  – BONES     Vintage Records

 

www.facebook.com/l.o.w.band

 

Aus dem schönen Polen kommen die (soundmäßig) häßlichen L.O.W. und bringen eine EP an den Start, der von Verdammnis und Heaviness kaum zu überbieten ist. Seit 2015 ist die Band unterwegs und hat mit ihren nihilistischen Texten zur Zeit wohl gute Chancen, auch im westlichen Teil Europas groß Fuß zu fassen. Das Material ist durchgängig auf hoher Ebene. TEAR ME OPEN ist langsam und frisst sich in die Gehirnrinde und durch die dunklen Vocals ergibt sich eine zerstörerische Macht. 6 Minuten langsam, kriechender Sludge. ALMOST LIKE GODS geht in die gleiche Richtung und ist durch seine Lava-artige Geschwindigkeit beeindruckend. Der akustische Mittelteil lockert die Sache etwas auf, überzeugt aber auch zu 100%. Der Titelsong beschließt das Album mit fuzzigen Doom Gitarren. Der Song geht unter die Haut und hat auch gitarrentechnisch die besten Melodien und Riffs der Scheibe. DEADSMOKE, SLEEP, WINTER, WITH THE DEAD, MONOLORD....Fans dieser Bands können hier nichts falsch machen! Unterstützt L.O.W.!

 

Genre: Sludge

Musik: 7

Sound: 8

Info: 4 Songs / 27 Minuten

VÖ: bereits erschienen

 

 

 

 

RITCHIE BLACKMORE`S RAINBOW  -  MEMORIES IN ROCK II    Minstrel Hall/Soulfood

www.fd-entertainment-group.de

Blackmore hat ja für Jahre seine (verzerrte) Gitarre an den Nagel gehängt, um mit seiner Ehefrau sich dem keltischen Folkrock hinzugeben. Da kam es einer kleinen Sensation nahe, als er eine RAINBOW Reunion ankündigte. Für viele Fans war die Enttäuschung aber dann groß, als die Band bekanntgegeben wurde. Keines der früheren Mitglieder wurde berücksichtigt und Richtie holte sich lieber junge und hungrige Musiker in die Band. Gut, das kann dann ja auch eine Tribute Band sein mit einem Originalmitglied...schwierig...vor allem, wenn der (oder einer der) Originalsänger nicht dabei ist...Und obwohl die Live-Show in Deutschland 2017 eher zwiespältig aufgenommen wurden, ist diese 3-fach CD (2-CD/DVD) sehr gut gelungen. Die drei Shows in Großbritannien wurden mitgeschnitten und jetzt als Doppel-CD veröffentlicht. Und: ES GIBT EINEN NEUEN STUDIO SONG! Was ja schon einer Sensation gleichkommt. Musikalisch lässt die Band um Mr. Blackmore nichts anbrennen und vor allem Ronnie Romero macht einen unglaublich guten Job (vor allem bei dem Dio Material) und erinnert öfters an Ronnie James Dio! Starke Vorstellung, da er die Songs super umsetzt. Geboten werden die wichtigsten Rainbow und Deep Purple Songs und sind wirklich toll eingefangen. Auch die Fanreaktionen wirken natürlich und echt. Und wenn Man Mr. Romero z.B. CHILD IN TIME singen hört, weiß man, dass Mr. Blackmore mit dem runderneuerten Line-Up alles richtig gemacht hat. David Keith am Schlagzeug bekommt sein Solo, Keyboarder Jens Johanssen und Richtie selbst bekommen ihre Soloteile in den Shows und können absolut glänzen. Das Material geht wohl auch nicht besser und darf als WHO IS WHO der Rockmusik genannt werden. SPOTLIGHT KID, MISTREATED, MAN ON THE SILVER MOUNTIAN, PERFECT STRANGERS, CHILD IN TIME, STARGAZER, LONG LIVE ROCK`N`ROLL, LAZY, SMOKE ON THE WATER...mehr geht nicht im Classic Rock. Dazu gibt es noch die Jon Lord Huldigung CARRY ON JON und einige umarrangierte Songs (I SURRENDER, ALL NIGHT LONG) Die DVD beinhaltet Interviews mit der ganzen Band und Backstage Impressionen sowie einen Bonus Backstage Clip von I SURRENDER. Gut, aber was wird die Die-Hard Fans am meisten interessieren? Der neue Song. Geschrieben von Blackmore und Romero, ist WAITING FOR A SIGN dann eher zwiespältig. Gut gemacht, sicherlich. Er kann es aber nicht (natürlich) mit den Klassikern der Band aufnehmen und wirkt auch ein wenig "beliebig"...na ja - Mr. Blackmore hat ja auch schon Jahrzehnte keine härteren Songs mehr geschrieben, vielleicht muss er sich da erst wieder hineinfinden. Aber wer weiß, was da noch kommt. Es gibt zusätzlich noch ein tolles Booklet mit Liveimpressionen und viel Text zum Lesen. 19 sehr gute Livesongs, 1 neuer Song, über 80 Minuten Backstage Videos....Rainbow, Dio und Deep Purple Fans müssen auf jeden Fall zuschlagen.
 
Genre: Hard Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 20 Songs + DVD
VÖ: 06.04.2018
 
 

DEATHROW  -  DECEPTION IGNORED    Noise Records / BMG

 

www.facebook.com/noiserecordslebt

 

Nach den 2 überragenden Thrash Metal Granaten RIDERS OF DOOM und RAGING STEEL kam 1989 das dritte Album der Band auf den Markt und schon das Cover – Artwork ließ erahnen, dass es in eine andere Richtung geht. Uwe Osterlehner ersetzte Gründungsmitglied Thomas Priebe und der mit dem mehr technische Stil von Uwe veränderte sich auch den Gesamtsound der Band. DECEPTION IGNORED hat mit den wütenden und eingängigen Thrash Metal Songs der Vergangenheit nicht mehr viel zu tun. So wirkt der Stil mehr als ein Mix aus WATCHTOWER und CORONER, was der Band aber auch sehr gut zu Gesicht stand und immernoch steht. Und so wurde DECEPTION IGNORED zum erfolgreichsten, aber auch letzten Album für Noise Records. Schon der Opener EVENTS IN CONCEALMENT erinnert von seiner Melodieführung und Gitarrenarbeit an das WATCHTOWER Zweitwerk, THE DEATHWISH hat viel von den vertrackten CORONER Rhythmen und TIOCTON und N.L.Y.H. gehen in die gleiche Richtung. Milos Gesang versucht sich auch an mehr Melodie, was zum neueren Sound der Band sehr gut passt und auch sehr gut umgesetzt wurde. WATCHING THE WORLD, NARCOTIC und MACHINERY beenden das Album mit einem Paukenschlag. Es ist schon ein kleines Wunder, was die Band zwischen RAGING STEEL und DECEPTION IGNORED musikalisch dazugelernt hat. Da staunt man erst einmal, ob es sich um die gleiche Band handelt. Da werden Sachen auf der Gitarre gezockt, die schon sehr stark sind und es locker mit dem zweiten WATCHTOWER Songs aufnehmen konnten. Das hätte man zu RAGING STEEL Zeiten den Musikern gar nicht zugetraut! Die neu remasterte Version erhält noch den unveröffentlichten Bonussong BUREAUCRAZY, der aus der DECEPTION IGNORED Aufnahmesession stammt, aber damals (aus welchen Gründen auch immer) keine Berücksichtigung fand. Dieses Mal gibt es aber kein Klappcover und auch die Informationen sind eher spärlicher als auf den zwei Vorgängern. Starkes deutsches Progressive Thrash Metal Statement, leider konnte die Band damals den großen Durchbruch nicht erzwingen. Aber ich hoffe mal, dass es nach den ganzenb Re-releasen zu einem kleinen Hype um die Band kommt und sie sich (zumindest für ein paar Konzerte) wieder zusammenrauft. Progressive Metal Fans sollten unbedingt zuschlagen! Ein Highlight des Genres! PFLICHTKAUF!

 

Genre: Progressive Thrash Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

DEATHROW  - RAGING STEEL   Noise Records / BMG

 

www.facebook.com/noiserecordslebt

 

Puh, nach dem starken Debüt RIDERS OF DOOM war man ganz verzückt, als man das Cover von RAGING STEEL ein Jahr später in den Händen hielt. Zwar ist das Backcover mit der ausgeschnittenen Band immer noch etwas „komisch“, aber schon damals war die Vorfreude riesig und schon das damals typische Intro THE DAWN ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Und als die Band loslegte, war die Freude groß! RAGING STEEL ist gleichmal ein wahnsinniger Opener: schnell, heavy, ohne Kompromisse. Milos Gesang hat einen großen Schritt nach vorne gemacht, die Band spielt unglaublich tight und schnell und der Song ist gleichmal ein Hit, der sicherlich zu den besten deutschen Thrash Metal Songs der 80er Jahre zählen dürfte. Dann wurde mit SCATTERED BY THE WIND das Tempo etwas herausgenommen und ein weiterer Klassiker geschrieben. Ein super starkes Gitarrenriff führt diesen Song. Milos Gesang ist herausragend und das Arrangement hervorragend. Das folgende DRAGON`S BLOOD hat fast das hymnische von der ersten OMEN Scheibe. Milos Gesang hatte hier den größten Schritt nach vorne gemacht und er hat sich mit dieser Leistung auf eine Stufe mit den anderen deutschen Thrash Sängern gehievt. THE THING WITHIN, PLEDGE TO DIE, MORTAL DREAD….welch Granaten! Und nach THE UNDEAD CRY und BEYOND THE LIGHT ist das Album dann leider auch schon zu Ende und war und ist für viele Fans der Höhepunkt der Band. Hier passt wirklich jede Sekunde, jeder Ton, jede Idee. Eigentlich hätten Deathrow mit RAGING STEEL alle anderen deutschen Thrash Bands abhängen müssen. Das ist auf dem gleichen Level wie Pleasure to Kill, Infernal Overkill, Terrible Certainty oder Agend Orange. Besser geht es einfach nicht. Wenn sie mit diesem Stil weitergemacht hätten und den Nachfolger mit ähnlichem Material bestückt hätten, wäre DEATHROW evtl. den gleichen Weg wie Kreator gegangen. Auch dieses Album wurde als Doppelalbum wieder neue aufgelegt und bietet einige tolle Fotos. Das Remaster ist gelungen, das Artwork kommt gut rüber und es wurde wie schon beim Debüt Album eine zweite Vinylscheibe spendiert, die das Demo von 1986 (ETERNAL DEATH) beinhaltet (INTRO / SLAUGHTERED / VIOLENT OMEN / RIDERS OF DOOM / SAMHAIN) und einen unveröffentlichten Livesong (YIGAEL`S WALL). Für Fans ein Muss! Eines der besten THRASH METAL Alben aus den 80ern EVER! ZUSCHLAGEN!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 10

Sound: 8

Info: 15 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

 

DEATHROW  -  RIDERS OF DOOM   Noise Records / BMG

 

www.facebook.com/noiserecordslebt

 

ENDLICH!

Nachdem ja Noise Records wieder aktiviert wurde und dadruch einige der wichtigsten Metal Alben der Vergangenheit wieder zugänglich gemacht hat, kamen natürlich erst einmal die „big names“ des Katalogs in die Läden. Celtic Frost, Kreator, Tankard, Skyclad, Voivod, Running Wild. Da konnte man schon das ein oder andere Klassikalbum abgreifen – auch Fans der ersten Stunde fanden an den günstigen, aber stark aufgemachten Releasen mit einigen Bonustracks noch einmal gefallen daran. Die für mich mit wichtigste Noise Band blieb aber lange unter dem Schirm. Und da ja die anderen Noise Bands zum Großteil noch aktiv sind, hatte ich eigentlich die Hoffnung für Deathrow schon aufgegeben. Als ich im Jahre 1986 das Artwork von Riders of Doom sah, war ich schon hin und weg und damals schwirrte der Name SAMHAIN schon in der Szene rum und oft konnte man diese Kultband nicht richtig zuordnen. War es Danzigs Version oder die Ruhrpottler – so einfach war das damals nicht ohne Informationen, die oft Monate brauchten, um an der richtigen Stelle anzukommen. …. Aber mit ex-Samhain Sticker drauf kam dann das Debüt und hat mich glatt umgehauen. Und jetzt, 32 Jahre danach kommt das Debüt der deutschen Thrasher als Doppel-LP (farbiges Vinyl) und dickem Digipack erneut auf den Markt. Die Scheiben von Deathrow verschwanden damals schnell aus dem Handel und waren die letzten Jahre sehr gesucht. Für mich stand RIDERS OF DOOM und RAGING STEEL schon immer auf gleicher Stufe wie INFERNAL OVERKILL, PLEASURE TO KILL oder FINISHED WITH THE DOGS; Alben, die alle (Thrash) Musikgeschichte geschrieben haben, aber im Vergleich dazu konnte Deathrow trotz starkem Material nie richtig durchbrechen und ein Ausrufezeichen in der damaligen Szene setzen. Es gab zwar Europatourneen mit Kreator, Possessed und Voivod, aber die Band hatte wohl zu wenig Durchhaltevermögen, um in eine Größenordnung wie Kreator vorzustoßen. RIDERS OF DOOM (für den US-Markt später mit anderem Cover und unter dem Namen SATANS GIFT veröffentlicht) ist ein Kultalbum! Kreators Mille persönlich drängt Noise auf einen Vertrag für Deathrow! Und das Album hält, was man erwartet. Schon WINDS OF DEATH lässt erahnen, was mit SATAN`S GIFT hereinbricht. German Thrash Metal, der es mit den damaligen Outputs von Kreator, Sodom, Destruction oder Tankard aufnehmen. SATAN`S GIFT und RIDERS OF DOOM sind absolute Highlights der deutschen Thrash Szene. Milos Gesang ist super und macht die Band so toll. Auf dem Album sind nur Hits. HELL`S ASCENT, SPIDER ATTACK, SLAUGHTERED, VIOLENT OMEN, DARK TALES und der etwas mehr ausgearbeitete Abschlußlied SAMHAIN überzeugen auf ganzer Linie. Riffmäßig ganz stark umgesetzt und die rumpelige, an Kreators Pleasure To Kill Phase erinnerten Drums sind ein Alleinstellungsmerkmal der deutschen Szene. Das Debüt besteht zu großen Teilen aus Material der Demos und ist auch nach sovielen Jahren noch relavant. Der Sound wurde nur minimal gemastert, die Grundstimmung bleibt gleich und das ist auch gut so. Das Doppelalbum kommt in farbigem Vinyl, interessanten Inlays und mit einer zweiten Scheibe inkl. 6 Bonussongs vom Demo und 3 Rehearsalaufnahmen. Soundtechnisch okay und ohne Vocals. Kann man sich mal anhören, aber braucht man eigentlich nicht – auch nicht als Fan. Für Thrash Fans ein Muss!  

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 10

Sound: 8

Info: 15 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

KREATOR -  COMA OF SOULS    Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de
www.noiserecords.net

 

Nach dem großartigen Durchbruchsalbum EXTREME AGGRESSION, dass die Band auf der internationalen Bildfläche etablierte, schickte Noise die Band schnell zurück ins Studio, um die Gunst der Stunde auszunutzen und Kreator in den Schlagzeilen zu halten. Dabei kam eines der besten Thrash Alben aller Zeiten heraus. Erneut aufgenommen mit Randy Burns in Amerika hat Kreator einen unheimlich starken und authentischen Sound auf dem Album, der die Klasse der Songs noch einmal extra hervorhebt. COMA OF SOULS festigte die Band (zurecht) als führende europäische Thrash Metal Band auf der ganzen Welt und lies Herrscharen von Fans zu deren Shows pilgern. Ausgefeilter, verspielter und durchdachter war kein Kreator Album davor. Im Erscheinungsjahr 1990 war der Thrash Metal auf dem kommerziellen Höhepunkt und Kreator war eine der führenden Bands des Genres. Nach einem akustischen Intro zeigt schon der Opener WHEN THE SUN BURNS RED wie Thrash Metal in Perfektion auszusehen hat. Die Gitarren sind unglaublich druckvoll, die Drums sind nicht zu aufdringlich (aber unheimlich fett) und Mille`s Gesang ist einfach perfekt eingefangen. Der Titelsong COMA OF SOULS atmet wieder den Spirit der Terrible Certainty Phase und ist ein absoluter Thrash Metal Klassiker. Natürlich überstrahlt der Überhit PEOPLE OF THE LIE das Album, aber nur an dem Song darf man das Album nicht festmachen. Der Song ist lauter Linernotes erst spontan im Studio entstanden und durch seine eher simple Grundstruktur sehr eingängig geraten. Aber genau richtig für die Liveshows. WORLD BEYOND ist wieder ein Mix aus der Terrible Certainty Scheibe und moderneren Thrash bevor TERROR ZONE mit seinem melodischen Intro und der langsamen Geschwindigkeit im Thrash Universum damals ein Ausrufezeichen setzte. Die folgenden Thrash Metal Highlights AGENTS OFBRUTALITY, MATERIAL WORLD PARANOIA, TWISTED URGES und HIDDEN DICTATOR können es mit den alten Kreator Klassikern aufnehmen, hatten aber nie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdient hätten.MENTAL SLAVERY beschließt das Album mit einem kleinen Hit, der vor allem durch seinen starken Refrain lebt. COMA OF SOULS war damals ein Höhepunkt der Bewegung und auch noch heute ist die Scheibe eine der wichtigsten Thrash Metal Veröffentlichungen. Die Wiederveröffentlichung bietet zudem eine Bonus Scheibe mit einem Konzert aus der Stadthalle Fürth und umfasst die 16 Song starke Show, verpackt in einem sehr starken Sound. Die Band zeigt sich auf ihrem Höhepunkt und vor allem bei Mille gibt es die ganze Show durch keine Abnützung o.ä. Was für ein Zufall, dass ich damals genau auf dieser 
Show in Fürth war und noch immer die Eindrücke von damals mit mir herum trage. Und mit WHEN THE SUN BURNS RED, COMA OF SOULS, PEOPLE OF THE LIE, TERROR ZONE, AGENTS OF BRUTALITY fanden sich sogar 5 von 10 Songs der Scheibe im Liveset, was auch den Stellenwert von COMA OF SOULS für die Band zur damaligen Zeit zeigte. Höchstnote!


Genre: Thrash
Musik: 10
Sound: 9

Info: 11 Songs / 45 Minuten (Album)
        16 Songs / 78 Minuten(Live)

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

PHANTOM WINTER  -  INTO THE DARK SCIENCE    Golden Antenna Records

 

www.facebook.com/wintercvlt

 

Das neue Werk der Würzburger Apokalypse-Verehrer PHANTOM WINTER geht den Weg der beiden Vorgängeralben weiter. Die Band hat aber letztendlich ihren Sound und ihre Bestimmung gefunden und veröffentlicht mit INTO THE DARK SCIENCE ihr reifstes Album, was aber im Kontext ihrer Art, Musik zu erschaffen, nichts negatives bedeutet. Schon der Opener THE INITIATION OF DARKNESS weist alle Fassetten deren Sound auf. Dunkelheit, Aggression, Stille, Finsternis und Verderben. Die Musik ist nichts für schwache Gemüter und ist ein Statement in Sachen Beklemmung und Hoffnungslosigkeit. Der Song pendelt zwischen Aggressivität und Stille und macht keine Gefangenen. Der darauf folgende RIPPING HALOS FROM ANGELS ist in seiner Hälfte sehr emotional und beruhigend, bevor zur Mitte hin dann die schwarzmetallische Härte ausbricht. Der Song lässt den Hörer nach dem verstörenden Opener in Sicherheit wiegen, bevor die Finsternis über einen hereinbricht. FROSTCOVEN ist sowas wie der Konsenssong des Album und auch in seiner Struktur am einfachsten zu verstehen. Wenn ein Song den Sound der Band am besten zusammenfasst, dann FROSTCOVEN.  THE CRAFT AND THE POWER OF BLACK MAGIC WIELDING ist eher eine Propaganda-Schreiorgie und der Titelsong sehr progressiv angehaucht (im Rahmen der destruktiven Dunkelheit). Der Sound der Scheibe wurde in der Tonmeisterei veredelt und das Artwork und die Aufmachung ist herausragend. Selten so ein stimmiges Produkt gesehen (im Zeitalter von billig, billig, billig). Fans von der Vorgängerband OMEGA MASSIF werden zwar weiterhin verstört sein, aber Black Metal Freaks sollten ein Ohr riskieren, den selten hat eine Band so viel Negativität verstreuen können. Musikalisch hochwertig, aber wohl kein Hörgenuss für Jedermann.  Ein böser Brocken aus Doom, Ambient, Black Metal und Sludge Riffs.

 

Genre: Black Metal / Sludge

Musik: 8

Sound: 8

Info: 6 Songs / 46 Minuten

VÖ: 02.03.2018

 

 

 

 

KREATOR  - CAUSE FOR CONFLICT   Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de

 

Nachdem die Band mit dem Vorgängeralbum RENEWAL und deren simpleren Songs einen verkaufstechnischen Dämpfer erhielt (ungerechtfertigterweise), gab es nach der Tour zum Album auch intern einige Probleme. Drummer Ventor und Bassist Rob verließen die Band, außerdem suchte man mit GUN RECORDS ein neues Label, nachdem der Deal mit Noise/EPIC auslief. Die Band wollte nach dem verkaufstechnischen RENEWAL Desaster wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehren und holten mit Joe Cangelosi (ex-Whiplash/ex-Slayer) einen Meister seines Fachs ins Kreator Boot. Außerdem kam Speesy am Bass zur Band, der bis zum heutigen Tag dabei ist. Außerdem kümmerte sich Vincent Wojno, der für das Machine Head Debüt zuständig war, um den Sound und der verpasste den Ruhrpottlern einen für damalige Verhältnisse modernen Sound, der gut zum hardcorelastigen Songmaterial passte, aber old-school Kreator Fans wohl eher sauer aufgestoßen hat. Nach dem (starken!!) simpleren RENEWAL suchte Mille mit seinen Jungs wieder das Trommelfeuer und wie wenn er es allen Kritikern zeigen wollte, veröffentlichte die Band ihr härtestes und aggressivstes Album. Auch Mille`s Gesang wirkt böser und angepisster wie je zuvor. Und das Schlagzeugspiel von Joe hebt die Scheibe nach ganz oben! Da ist ein wirklicher Könner hinter der Bude! Der Opener PREVAIL schockt schonmal mit gezielter Heaviness und CATHOLIC DESPOT dürfte dank Mille`s aggressiven Gekreische schon fast mit der härteste Kreator Song überhaupt sein. Es gibt auf der ganzen Scheibe nur starke Songs, die teilweise schon anders sind als gewohnt (z.B. die 2-minütige Hardcore Attacke DOGMATIC, das komplexe HATE INSIDE YOUR HEAD oder PROGRESSIVE PROLETARIANS). Der herausragende Song ist wohl LOST, für den es auch ein Video gab. Da stimmt alles und dürfte auch für Die Hard Kreator Fans eine Wonne sein. Ansonsten hat man immer das Gefühl, dass die Band einfach nur wieder HEAVY sein will und dabei oft die von Kreator so bekannten Trademarks (eingängige Refrains, wiedererkennbare Riffs) einzusetzen vergaß. Der Abschlußtrack ISOLATION ist dann wieder eher experimentell ausgefallen, aber klar als Kreator Song zu identifizieren. Warum die Band vor allem bei ihren Shows wenig bis gar nicht auf Material von CAUSE FOR CONFLICT zurückgreift, ist mir unverständlich. Als Bonus gibt es das RAW POWER Cover von STATE OPPRESSION und die 2 Songs SUICIDE IN SWAMPS und LIMITS OF LIBERTY, die sich hinter dem Songmaterial auf CAUSE FOR CONFLICT nicht zu verstecken brauchen. Wiederum hat das Digipack ein dickes Booklet mit allen Texten, Fotos, der Geschichte zum Album und Linernotes von Mille viel zu bieten. Sicherlich kein geliebtes „Kind“ unter dem Kreator Banner, aber trotzdem sollte man dem sperrigen Werk eine neue Chance geben. Eine handvoll Hits sind schon vertreten….

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 15 Songs / 55 Minuten

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KREATOR   -   RENEWAL (Remastered)  Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de

wwww.noiserecords.net

 

Nach dem 1990er Überalbum COMA OF SOULS, dass der Band auch erstmals größeres Aufsehen außerhalb von Europa einbrachte und die Band auf dem amerikanischen Markt etablierte, schob die Band zwei Jahre später in gleicher Besetzung das sehr kritisch aufgenommene RENEWAL nach. Aufgenommen im Morrissound Studio in Florida mit Tom Morris, vollzog die Band einen Kurswechsel, der die Fans erstmal vor dem Kopf gestossen hat. Die Thrash Metal Szene war damals in einem Umbruch, die Bands wurden kommerzieller und belangloser und auch Kreator vollzogen einen Richtungswechsel mit einigen Industrial Einflüssen. Trotz aufwändigem Videodreh in Israel und einer Tour mit Biohazard kam die Scheibe nicht aus den Regalen. Unverständlicherweise, den schon damals faszinierte mich dieser neue, zu Kreator sehr gut passende (und eigentlich nicht großartige andere) Sound der Band. Der Opener WINTER MATYRIUM ist ein sehr starker Opener mit allen typischen Kreator Trademarks. Das folgende RENEWAL ist für mich, in der sehr hohen Hitdichte in der Diskographie der Band, einer der besten Kreator Songs überhaupt. Die langsamen Parts und die starken Gesangslinien sind einfach auch nach all den Jahren noch der absolute Hammer. REFLECTION ist ein weiterer starker, aber etwas ungewöhnlicher Song, der durch das gedrosselte Tempo einen neuen Eindruck der Band gewinnt. BRAINSEED könnte auch jeden der Vorgängeralben stehen und ist eine Thrash Granate, wie man sie von der Band kennt. KARMIC WHEEL ist dann schon ein eher ungewöhnlicher Song im Thrash Kontext der Band. Der eher psychedelische Mittelpart verschreckte schon einige Die-Hard Supporter. Eigentlich ist der Sound der Band nicht viel anders, immernoch 100% Kreator. Aber irgendwie hat er trotzdem nichts mit der Vergangenheit der Band zu tun. ZERO TO NONE hat einige Hardcore EInflüsse und Mille`s geschrieene Vocals verstärken den Eindruck nochmals. Trotzdem ein starker Song. Der Song mit der größten Beachtung und späterer Relevanz in den Liveshows ist EUROPE AFTER THE RAIN, ein starker und schneller Thrasher, der durch einen herausragenden Refrain gekrönt wird. Der abschließende DEPRESSION UNREST dürfte dann mit seinem ungewöhnlichen Opening eher als Experiment durchgehen, bevor ein wiederrum super starker Refrain den Song rettet. Die Scheibe war damals nach COMA OF SOULS der richtige Schritt zur Weiterentwicklung und noch immer ist für mich RENEWAL eins der Kreator Alben, die regelmäßig auf dem Plattenteller landen. Der Mix aus langsamen, aber  toll ausgearbeiteten und schnellen Songs ist auf dem Album perfektioniert worden. Nach den eher "gleich ausgerichteten" Alben COMA OF SOULS und EXTREME AGGRESSION war RENEWAL ein richtiger Schritt. Aber die Enttäuschung einiger Fans kann man evtl. auch nachvollziehen, aber die sollten zumindest mit dem jetzigen Re-Release dem Album nochmal eine Chance geben. Es wird KEINER (!!!!) enttäuscht werden! Das letzte richtig relevante Kreator Album, bevor einige schwierige Jahre für die Band anbrachen.... Als Bonustracks gibt es noch WINTER MARTYRIUM als raren Remix, den unveröffentlichten Song TRAUMA, der normale Kreator Kost bietet und einen Remix von EUROPE AFTER THE RAIN, der noch aggressiver tönt als die ursprüngliche Version. Der Sound ist noch einen Tick druckvoller als der ursprüngliche Sound und das 28-seitige Booklet mit Linernotes vom Chef ist super interessant und gewährt einen guten Eindruck in die damalige Zeit und deren Abläufe. PFLICHTKAUF!

 

Genre: Thrash

Musik: 10

Sound: 8

Info: 12 Songs / 55 Minuten

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KREATOR   -   OUTCAST   Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de

 

Nachdem die Band mit dem Vorgänger CAUSE FOR CONFLICT ganz schön in Schwankungen geraten war und auch der erhoffte Erfolg ausblieb, holte man Ventor zurück ans Schlagzeug und für den ausgestiegenen Blackfire kam der CORONER Gitarrist Vetterli zu den Essenern Thrashern. Und diese neue Besetzung merkt man der Scheibe an. Sicherlich war Mitte der 90er Jahre die Zeit für Thrash Metal nicht die beste Zeit und so wirkt das Album auch eher gewollt und künstlich. Die Band war auf der Suche nach etwas…etwas völlig anderem. Und trotzdem war die Band um Mille nie weg von der Bildfläche, im Gegensatz zu vielen anderen Thrash Bands! Das Material auf OUTCAST ist aber ein weiterer Schritt weg vom typischen Thrash Sound von Kreator. Im Nachhinein war es für die Band wichtig, andere Sachen auszuprobieren – zum damaligen Zeitpunkt aber wurde das eher Gothic / Industrial beeinflusste Material von vielen abgelehnt und Kreator kam in eine richtige Schieflage. Mille schrieb eher gemäßigte Sachen, die auf dem Album den Großteil ausmachen. Aber man merkt auch den Einstieg von Vetterli an und obwohl er am Songwriting nicht direkt beteiligt war, ist sein Einfluss auf das Material, dass gedrosselter und nicht mehr ganz so durchschlagskräftig wie in der Vergangenheit wirkt, durch sein Gitarrenspiel groß. Sicherlich sind die beiden Eröffnungsstücke LEAVE THIS WORLD BEHIND und PHOBIA auch später noch in der Setlist aufgetaucht, aber richtig Eindruck konnten Sie bei mir nicht hinterlassen. LEAVE THIS WORLD BEHIND ist ein guter Opener, der aber schon hier und da mit Industrial Einflüssen glänzt und das folgend PHOBIA muß nicht großartig besprochen werden. Der Song wurde ein Hit und hat die Band wohl damals auf Kurs gehalten. Aber Kreator zeigten sich da schon weit weg von ihren Thrash Metal Wurzeln und haben den Sound durch viel Rock-Einflüsse verwässert. Vieles deutet schon auf das Nachfolgealbum ENDORAMA hin, dass mit seinen Gothic Rock Sounds wirklich die letzten Die Hard Fans vergraulte. NONCONFORMIST geht den Weg von RENEWAL, kann aber die Klasse deren Songs nicht halten. Das ist so etwa das Hauptproblem von Outcast. ENEMY UNSEEN startet mit einem Terrible Certainty ähnlichen Riff, driftet dann aber in eine zu rockige Richtung ab. Der Titelsong geht gar als experimenteller Kreator Song durch. Den Songs fehlt es durchgängig an dem gewissen Kreator Charme, was auch an dem gedrosselten Tempo und den einfachen Rockstrukturen der Songs festzumachen ist. Vetterli bringt viel Melodie und Gefühl in die Songs und Mille`s Gesangsleistung ist okay (singt sogar in cleaner Stimmlage), aber der Mix aus normalem Metal und Rock paßt einfach nicht zu Kreator. Erst der vorletzte Song AGAINST THE REST nimmt wieder etwas Fahrt auf, macht nochmal Laune und bekommt aber mit dem abschließenden A BETTER TOMORROW nochmal einen Mid-Tempo Song aufgepflanzt. Die durchgängige, eher rockige Ausrichtung des Albums nimmt viel Drive und langweilt dann über weite Strecken, weil das starke Material auch am Anfang des Albums verschossen wurde. OUTCAST hat einen sehr guten Sound, wirkt super professionell gespielt, aber der Funke konnte damals (bei mir auch heute) nicht wirklich überspringen und ist sicherlich die am wenigsten beachtete Kreator VÖ bisher. Für Fans ist das achte Album aber auf jeden Fall wieder von Relevanz, weil es a) wieder tolle Linernotes, Fotos und Geschichten hinter Outcast hervorbringt und als Bonus CD einen starken Auftritt vom 1998er Dynamo Open Air beinhaltet, der für Fans eine recht unterhaltsame und selten verwendete Setlist beinhaltet. Schon allein deswegen ist die Scheibe für Kreator Fans ein Pflichtkauf und die Chance, von der Band wirklich mal wieder was „Neues“ zu entdecken.

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 88 Minutes

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

 

NEGATIVE SELF  -  CONTROL THE FEAR    BDHW / Soulfood

 

www.facebook.com/negativeself

 

Skater Metal ala mittlere Suicidal Tendencies gibt es von den schwedischen Crossover Helden NEGATIVE SELF. Vom ex-DR. LIVING DEAD Sänger gegründet, fahren die 5 Jungs einen Sound auf, der stark (vor allem von den Vocals her) an die mittlere Phase von Suicidal Tendencies erinnert. Das große Plus der Band ist das musikalisch hochwertige Material. Was Tor und Viktor an den Gitarren hier abliefern, ist Weltklasse! Die Songs sind durchgängig durchdacht, toll arrangiert und machen zu jeder Sekunde unheimlich Spaß. UNDERNEATH THE WAVE ist ein starker Opener, den ST schon lange nicht mehr so hinbekommen haben. IN MY HEAD ist ein kleiner Hit und auf DRAWING BLOOD geht man erstmals einen kleinen Schritt weg von der ST Formel und das steht der Band sehr gut! A NEW BEGINNING startet mit einem super Gitarrenduell und der Song ist wirklich herausragend arrangiert. Die melodischere Stimme von Andy paßt perfekt zum Song. NEVER LEAVE ist dann wieder ein fast forward ST Rocker der Sonderklasse. NO COMMON GROUND ist ein Hit, der vor allem on stage total zünden dürfte! CURSE OF LIFE ist nochmal ein schnellerer Crossoverhammer bevor das mit Akustikgitarren eingeleitete THE PAIN RETURNS einen Höhepunkt des Albums darstellt. Die emotionalen Vocals gehen total unter die Haut und der Song ist einfach der Wahnsinn. Ganz starke Scheibe, die die Band sicherlich auf einige Sommerfestivals hieven wird. Negative Self ist für mich eine dicke Überraschung, weil sie zwar die Einflüsse erkennen lässt, aber durch das tolle Gitarrenspiel an zusätzlichem Reiz gewinnt. 

 

Genre: Suicidal Hardcore Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 45 Minuten

VÖ: 16.03.2018

 

 

LOUDNESS  -  RISE TO GLORY   Ear Music

 

www.loudnessjp.com

 

Loudness aus Japan sind seit 1981 unterwegs und hatten mit THUNDER IN THE EAST (1985) und LIGHTNING STRIKES (1986) zwei ziemlich starke Alben auf dem Markt. Chartplatzierungen weltweit und viele Fans außerhalb ihrer Heimat verehren immernoch diese beiden Kultalben. Aber danach 
wurde es (zumindest außerhalb von Japan) sehr ruhig um die Band und Loudness konnten nie mehr die Klasse dieser beiden Alben erreichen. Sie verloren etwas ihren Stil und verzettelten sich in Trends und kommerzielleren Alben, doch jetzt sind sie mit einem neuen Album, RISE TO GLORY, zurück. Dazu gibt es noch eine Bonus-CD mit 13 neu eingespielten Bandklassikern der Anfangstage. Als Fan der Band bekommt man momentan einfach nicht mehr. Mehr geht nicht! Das neue Material ist wieder klassischer Heavy Metal, wie man es von Loudness gewohnt war. Akira Takasaki ist immernoch einer der unterbewertesten Gitarristen im Metal Sektor. Sein Spiel ist einfach sehr gefühlvoll und toll. SOUL ON FIRE und I`M STILL ALIVE zeigen die Klasse des Gitarristen. Die Songs sind im Midtempo oder auch teilweise fast schon im Speed Metal (MASSIVE TORNADO, NO LIMIT) zu Hause und zeigen die ganze Bandbreite der Japaner auf. Höhepunkt ist sicherlich der Titelsong mit starken Solos, Riffs und einem tollen Refrain. Aber es schleichen sich auch immer wieder "kommerziellere" Songs wie GO FOR BROKE ein, die das Gesamtbild leider etwas abschwächen. Die Band hat Klasse, aber evtl. hätten es 9 Songs auch getan, die eine gute Spielzeit von 45 Minuten erreicht hätten. So dämpft es das Gesamtergebnis etwas. Aber es gibt noch genug Songs, die vor allem alten Fans ansprechen dürften. Und vor allem die Bonus-CD kann da wieder einige Punkte gut machen. Darauf finden sich die 13 größten Bandklassiker neu eingespielt. Ob sowas Sinn macht oder nicht, muß jeder für sich selbst entscheiden. Aber die 13 Songs haben einen fetten Sound, klingen moderner und machen als "Best-Of" CD sichtlich Spaß. Das ist Metal-History und sollte von allen Fans zumindest gekannt werden. Gutes neues Album, dass aber durch die Bonus - CD nochmal eine Aufwertung erhält. Mit dem Album dürfte die Band verlorenen Boden wieder gut machen können.

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 26 Songs

VÖ: 26.01.2018

 


 

BIG BAD BRUTE  -  THE GREAT WHITE    Transubstans Records / Record Heaven

www.bigbadbrute.com

Da bekomme ich dieses schwedische Trio auf Vinyl und bin erstmal unentschlossen. Nie gehört, Cover recht seltsam, auf der Scheibe recht spärliche Infos - eigentlich so gut wie keine. Kein Inlay. Keine Infos. Gut, aufgelegt und gleichmal ein toller fetter Gitarrensound. Die Musik ist ein guter Mix aus Helmet, Harmful, Alternative Rock der 90er und einigen Sludge Elementen ala alten Mastodon. CAST IN DIRT ist ein super Opener mit starken Vocals. Der Sound drückt ungemein und der Mid-tempo Rock der Band macht Laune. Die Riffs sind wohl dosiert und die Vocals passen perfekt zum Sound der Band. THE GREAT WHITE ist ähnlich, besticht durch starke, langsam walzende Gitarrenriffs und druckvoll gespielte Drums. TRESPASSING ist der langsamste und längste Song des Albums und erinnert mich an einige alte Hellhound Bands und deren erdrückender Sound. Der Song explodiert zum Ende hin und dürfte vor allem live super funktionieren. Die zweite Seite startet mit dem ebenfalls langsamen CYCLOPS und klareren Vocals. THE GREATEST VIEW folgt und ist etwas experimenteller und hat einige progressivere Elemente im Song. SILENCE SOUNDS LIKE GUILT hat einen starken Refrain und LEAVE NO ORPHAN BEHIND zeigt nochmal das ganze Können der Band. Ein simpler, aber effektiver Sound wird von BIG BAD BRUTE gefahren, der aber viel Spaß macht. Eine Band, die man im Auge behalten sollte und hoffentlich bekommt die Band genug Presse und gute Tourneen, damit die Fans diese Band auch wahrnehmen! Stark!

 

Genre: Sludge Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 8 Songs

VÖ: 20.12.2017

 

 

WOLFPACK  -  LOATHE    BDHW / Soulfood

 

www.facebook.com/wolfpackbeatdown

 

Oh... eine Soundwand, die einem aus dem Sessel drückt. Wolfpack aus dem schönen Paris kommen mit ihrem neuen Album zurück. Die Band ist dem Hardcore Genre zuzurechnen, aber diese Veröffentlichung wird der Band auch hoffentlich neue Fans einbringen. Nicht falsch verstehen, hier ist nichts kommerziell oder gar für die Masse gemacht. Das hier ist heavy und fett.

Aber abseits der ganzen Hardcore Community dürften auch Fans von modernen Metal hier an dem Werk ihren Gefallen finden. Es überzeugt gleichmal der Gitarrensound, der irgendwo zwischen den guten Machine Head und Entombeds Wolverine Blues liegt. Und der Drummer macht unglaublich groovigen Druck. Vieles erinnert an eine härtere Version von Machine Head, aber beileibe keine Kopie. Das INTRO drückt gleichmal ungemein und hat ein sagenhaftes Riff, bevor der Monsterbrecher CURSED loslegt und OBLOMOV schonmal einen Höhepunkt aufzeigt. Welch Power, welch Kraft.

Wow. Die Gitarren schrammeln nicht durchgängig durch und die Drums lassen viel Platz zur Entfaltung von großen Grooves. Das eher zurückhaltende Tempo ist ein klares Plus für die Band. Das folgende LES FLEURS DU MAL geht in eine ähnliche Richtung bevor HOVER ABOVE ME mit einigen cleanen Vocals und gemäßigterem Sound auffährt. DELUSION hat einen ähnlichen Output wie das Eröffnungstriple bevor das starke, alles zermalmende VIPER`S CHOIRS einen Höhepunkt auf dem Album darstellt. Die Riffs fressen sich in die Gehirnwände, die Drums sind dezent eingesetzt und der Song ist an Heaviness nicht zu überbieten. Nach einem akustischen Gitarreninterludium (INTERLUDE) kommt mit PESSIMIST und DOOMED zwei eher alltägliche Hardcore Abrissbirnen, bevor das Album mit dem Song LOATHE schließt. Der Titelsong ist erneut ein akustischer Gitarrenepos und sicherlich stimmig zum Rest des Materials. Aber wenn man das Intro, INTERLUDE und LOATHE abzieht, bleibt leider auch nicht allzuviel harte Musik über. Aber trotz der kurzen Spielzeit ist es der Band gelungen, zu fesseln. Mit dieser Band muß man rechnen und Wolfpack wird wie eine Bombe im Genre einschlagen. Und der verdammt fett produzierte Sound des Albums wird einige Freunde finden. Fans von Machine Head und Slipknot und Gojira sollten unbedingt ein Ohr riskieren.

 

Genre: Hardcore Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 10 Songs / 26 Minuten

VÖ: 16.03.2018

 

 

 

ERADICATOR  -  Into Oblivion    Green Zone / H´art

 

http://eradicator.de
www.facebook.com/EradicatorThrash

Von den deutschen Thrashern ERADICATOR um die beiden Stöber Brüder gibt es das mittlerweile 4. Album (die Band gibt es schon seit 14 Jahren) mit dem Titel INTO OBLIVION. Die Vorgängerscheiben sind mir zwar bekannt, aber auch nicht groß in Erinnerung geblieben. Und nun kommen 10 neue Songs über Green Zone Music, das Label, dass bisweilen nur mit Godslave in Verbindung gebracht wurden, aber sonst keinerlei positive Referenzen vorweisen kann. Also waren die Erwartungen erstmal eher "mittel" bei mir....Was man dann aber geboten kriegt, macht zumindest mehr Laune als so manch andere Thrash Newcomer Kapelle. Die Riffs sind old school und passen gut. Die Gitarren sind das große Plus der Scheibe. Ein geiler Mix aus mittleren Destruction und alten Exodus. Da gibt es gute Solos, starke Tempowechsel, gute und einprägsame Riffs. DOOMSDAY, MOSHPROOFED und INTO OBLIVION seien hier als Beispiel genannt. Die Stimme, die auch ein Mix aus alten deutschen Thrash-Helden durchgehen kann, ist angenehm und nicht zu aufdringlich. Vor allem aber ist es die Kraft der Songs, die gewaltig nach nach vorne drückt. Und die Band Ein Song wie WAKE UP TO WAR macht einfach Laune. Wie in den guten 80ern werden auch bei den Deutschen aktuelle gesellschaftliche Missstände angeprangert und infrage gestellt. Die Band kann sicherlich noch nicht mit den ganz großen des Genres mithalten, aber das Album macht unheimlich Spaß, ist sehr professionell gemacht und der Sound ist 1A! Es fehlen 2-3 große Hits, aber ansonsten kann man die 10 Songs ohne großen Füller durchhören und man wird die Scheibe auch als Thrash Fan öfters mal auflegen. Mir, als old-school Thrash Metal Fan gefällt die Scheibe. Tolle Riffs und Songideen! Stark!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 44 Minuten

VÖ: 09.03.2018

 

GODSLAVE  -  Reborn Again  Green Zone / H´art

www.godslave.de
www.facebook.com/godslaveband

 

Auf Green Zone kommt jetzt die zweite deutsche Thrash Metal Hoffnung in diesem Monat. Im Gegensatz zu Eradicator haben Godslave schon einiges an Wind im Underground aufwirbeln können. Das Material der letzten Scheibe klang auf Dauer etwas zu langatmig und ist bei mir relativ schnell im CD-Schrank verschwunden. REBORN AGAIN macht beim Stil des letzten Albums weiter, aber die Songs haben mehr Tiefgang und auch wurde mehr Wert auf Abwechslung gelegt. Das klingt insgesamt durchdachter und reifer. Und macht somit auch auf Dauer mehr Spaß. Schon der Opener FULL FORCE FORWARD überzeugt mit fullminatnen Gitarrenideen und der Titelsong geht gut nach vorne. Im Gegensatz zu Eradicator, deren Sound tief in den 80ern liegt, machen GODSLAVE nicht halt vor Twin Gitarren und 00er Einflüssen. Vor allem der Neuzugang an der Leadgitarre bringt die Band einen gehörigen Schritt nach vorne. Riff- und Solotechnisch ist das schon internationale Topliga! Die Mid-Tempo Maschine TO THE FLAME überzeugt in bester Overkill Manier und BURN YOU ALL könnte auch von der neuen Exodus stammen. REFUSE TO BOW hat ein starkes Eröffnungsriff und ROCK ON MAN wird live wohl der nächste Superhit für die Band. Das ist stark an Overkills Hymnen angelegtes Material, dass aber absolut überzeugen kann. Da wächst starke Konkurrenz für die großen amerikanischen Bands nach; und das auch noch aus deren Hauptmarkt: Deutschland. Das Artwork und der Sound ist ebenfalls stimmig und lässt auf eine große Zukunft für die Band hoffen. Weiter so! Gebt Gas! Dann seit ihr ganz oben mit dabei!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 13 Songs / 53 Minuten

VÖ: 09.03.2018

 


 

TREEDEON  -  UNDER THE MANCHINEEL   Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

 

Oh, welch Überraschung. Nach dem guten Debüt Album kommt nun der Nachschlag der ex-ULME und JINGO DE LUNCH Musikern. Yvonne von Jingo de Lunch und ihre zwei Jungs sind zurück mit einer Wutbrumme, dass es den Freunden der Band Tränen in die Augen treiben dürfte. Das Debüt war eine große Überraschung, konnte aber letztendlich nicht den Test der Zeit bestehen und insgesamt war in meinen Augen zu wenig hochwertiges Material auf der Scheibe. Das ändert sich mit UNDER THE MANCHINEEL deutlich. Die Band hat zu sich gefunden und die Songs wirken insgesamt kompakter und ausgereifter. Treedeon sind definitv als Band gewachsen. Schon der Opener CHEETOH mit unglaublicher Kraft und Wucht und starken Riffs überzeugt total. Der Gesang von Arne Heesch ist beeindruckend und passt perfekt. DEATH OF CERES mit Yvonne an den Vocals ist ein starker Post-Rock Song mit viel Bass-Chaos. Auch das kann man fast nicht besser machen. Das alles zermalmende BREATHING A VEIN und das schnellere NO HELL rocken gut nach vorne. Das eher experimentelle und Industrial-mäßige MANCHINEEL sticht etwas aus dem Gesamtkontext heraus. Und fette, ULME - artige Brachialriffs gibt es auf PROTOPLANET zu finden. Das 16-minütige WASICU beendet dann das Album eher mit progressiveren Tönen. Richtige Hits zum mitsingen findet man natürlich nicht auf der Scheibe. Aber das ist von richtigen Musikern kreierte, durch einen fetten Sound (Olli Wong - ex- OJO ROJO) dargelegte und von Arne Heesch mit tollen Fotos fürs Artwork veredelte Material ein Ausrufezeichen in die Musikwelt. Für Sludge Fans ein Muss! Entdeckt die Band! Stark!

 

Genre: Sludge
Musik: 8
Sound: 8
Info: 7 Songs / 45 Minuten
VÖ: 23.02.2018

 

 

 

LIZZARD  -  SHIFT   Metalville Records / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

Seit dem Jahre 2006 ist das französische Trio LizZard unterwegs und sie haben in dieser Zeitspanne schon mit ihrem Mix aus King Crimson, Tool, Porcupine Tree die Fangemeinde voll überzeugen können. Die Debüt-EP VENUS sowie das Debüt OUT OF REACH wurde von keinem Geringeren als Rhys Fulber (u.a. Paradise Lost, Fear Factory, Front Line Assembly) produziert und auch von der Band in L.A. eingespielt, weil Rhy schon damals total auf den „fantastischen poly-rhythmischen Sound“ der Band stand. Das ist ja auch selten, dass sich so ein namhafter Typ einer unbekannten Band annimmt. Nach dem 2014 Album MAJESTIC kommt nun die von Syliva Massy (u.a. Melvins, Tool, Red Hot Chili Peppers, Aerosmith, System Of A Down) produzierte Scheibe „Shift“ über das geile Label Metalville heraus. Nach dem Intro SEED zeigt SINGULARITY gleichmal die komplette, sehr heavy betonte Bandbreite von LizZard. Katy Elwell am Schlagzeug liefert einen fetten, aber auch sehr progressiven und ideenreichen Teppich, der durch Mathieu Ricou (Gitarre und Gesang) und William Know (Bass und Gesang) veredelt wird. Der etwas ruhigere GEMINI überzeugt mit einer starken Gesangslinie und das ruhige BLOOM hat die Klasse der letzten Anathema Sachen. Bei SHIFT zeigt die Band ihre instrumentellen Fähigkeiten, bevor MINDED wieder etwas heavier ausfällt. Mit LEAVING THE DREAM geht es fast zu ANACRUSIS Höhenflügen, bevor das emotionale OPEN VIEW mit den eindringlichen Vocals einen Höhepunkt des Album darstellt. Es wird langsam Zeit, dass LizZard einen großen Schritt nach vorne macht. Die Klasse, um ganz oben mitzuspielen hat die Band definitiv. Zu wünschen wäre es ihnen! Wer sich von den oben genannten Bands angesprochen fühlt, sollte unbedingt die Band anchecken! 


Genre: Art Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 9 Songs
VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KILLER BOOGIE  -  ACID DREAM   Heavy Psych / Cargo

 

www.facebook.com/killerboogie

 

KILLER BOOGIE sind ein Projekt von Black Rainbows / Heavy Psych Sound Boss Gabriele Fiori. Der Chef ist hier für Gitarre, Gesang und Produktion verantwortlich und legt einen fetten Beat vor. Ihre Wurzeln sind im 70s Rock, Fuzz und Retro Stuff beheimatet. MC5, Cream, Stooges oder Blue Cheer hört man an jeder Ecke der Scheibe. Ausgelastet scheint Herr Fiori aber mit Label und Hauptband nicht. Und Killer Boogie geben uns nach einigen Splits und dem Debüt Album einen Nachschlag, der wiederum voller guter Songs steckt. Und da Black Rainbows schon wirklich hochklassige Musik fabriziert, wundert es schon, dass auch Fioris Nebenspielwiese auch diese hohe Klasse an Songs halten kann. Herausheben kann man keinen Song, das ist alles das gleiche Niveau und macht Spaß. SUPERPUSHER `69 ist auf jeden Fall ein cooles Intro voller Power. ATOMIC RACE rockt gut und hat einige starke Gitarrenriffs. Das eher relaxte LET THE BIRDS FLY ist ein Höhepunkt zwischen den ganzen Fuzz Attacken (BROTHER IN TIME, ESCAPE FROM REALITY, AM I DAEMON). MISSISSIPPI ist dann ein relaxter Song bevor der Stoner Rock lastige THE BLACK WIDOW überzeugt. Wer mal wieder eine relaxte und cool rockende Scheibe haben will, sollte zuschlagen. Neues bietet die Scheibe nicht, aber ist sicherlich auch nicht sinnlos. Und Black Rainbows Fans werden alleine wegen Gabrieles Stimme eh ein Ohr riskieren. Ansonsten: Rock Fans - get it!

 

Genre: Fuzz Rock

Musik: 7

Sound:  8

Info: 11 Songs

VÖ: 09.03.2018

 

 

 

 

NEBULA  -  DOS EP`s    Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.heavypsychsounds.com

www.atomicritual.com

 

Mit den Re-Releasen der ersten Nebula Scheiben haben sich die Italiener von Heavy Psych Sounds eine der wichtigsten Stoner Rock Bands der `00er Jahre ins Boot geholt. Und das ist gut so, denn vor allem deren ersten Alben sind wahre Klassiker des Stoner Rock Genres. Eröffnet wird die CD von den Songs der Split Scheibe mit den ebenfalls starken LOWRIDER. Die Scheibe wurde damals, in einer Zeit, wo keiner mehr auf Vinyl setzte, als schwarzes Gold veröffentlicht und zählt mit der Dozer/Unida Split zu den besten Split Veröffentlichungen des Genres. ANYTHING FROM YOU, das alles wegrockende FULL THROTTLE, das psychedelische BACK TO THE DAWN und FALL OF ICARUS sind heutzutage noch Meisterwerke. Der Sound vom legendären Jack Endino war 1998 ein Schlag ins Gesicht und Meteorcity setzte sich mit dieser (und Unidas/Dozer) Split an die Spitze der noch jungen und kleinen Stoner Rock Gefolgschaft. Die danach erschienene SUN CREATURE auf Mans Ruin Records (1999) mit schnellen Granaten wie ROLLIN MY WAY TO FREEDOM und SMOKIN WOMAN oder dem rockigen Titelsong haben den Weg für Nebula`s Erfolgswelle geebnet. Solch eine Musik wird heutzutage gar nicht mehr fabriziert. Damals waren, ähnlich wie bei der NWOBHM Bewegung, die Singles und EPs der Bands deren Meisterwerke. Und Nebula`s Split mit Lowrider und Sun Creature gehören definitiv zu den essentiellen Werken des Genres. Meteor City veröffentlichte 2002 beide Scheiben auf CD und packte 3 Bonussongs drauf, welche hier genauso vertreten sind wie die 2 Opener der EPs als Liveversion, die aber nur eingefleischte Fans brauchen werden. Trotzdem: das hier ist für jeden Stoner Rock Fan eine wichtige VÖ und somit DANKE an HPS! Kaufen!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 13 Songs

VÖ:  23.02.2018

 

 

 

HIGH REEPER  -  s/t    Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.heavypsychsounds.com

www.facebook.com/highreeper

 

Relative Neulinge im Rock / Metal Bereich sind HIGH REEPER aus Pennsylvania, die es erst seit ein paar Monaten als Band gibt. Die Debüt Scheibe der 5 Männer wurde 2017 schon von der Band selbst veröffentlicht, jetzt hat Heavy Psych Sound aus Italien die Band für sich entdeckt und lässt das Debüt offiziell über das Label nochmals erscheinen. Geboten wird gutklassiger Frühsiebziger-Proto-Metal, der viel Anleihen an Black Sabbath (Technical Ecstasy, Sabotage, Never Say Die Phase) hat und in einigen Momenten wirklich überzeugen kann. Schon der Opener DIE SLOW ist eine Sabbath Huldigung vor dem Herrn. Vor allem Zach Thomas an den Vocals ist einen Ozzy der 70er Spätphase sehr nahe. CHROME HAMMER hat dann einige Rock`n`Roll und Stoner Rock Einflüsse und rockt gut nach vorne. Ein absolutes Highlight ist SOUL TAKER – spitzenmäßiges Riffing, toller Doom Groove and wieder diese beeindruckende Atmosphäre, die zwischen der Musik und dem Gesang herrscht. HIGH REEPER ist dann eher ein klassischer Stoner Rock Song mit den typischen Groove bevor die Doom Walze mit dem coolen Namen REAPER DEADLY REAPER ein Monster von einem Song ist. BLACK LEATHER (CHOSE US) ist dann nochmal eine starke Black Sabbath Huldigung bevor das alles überragende FRIEND OF DEATH mit seinem starken Riff und coolen Gesangslinien einen würdigen Abschluß liefert. Da auch das Artwork sehr stimmig ist und der Sound warm und fett dröhnt, ist die Platte ein Ausrufezeichen im zuletzt arg schwächelnden Veröffentlichungskatalog der Italiener.

 

Genre: Doom Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 9 Songs

VÖ: 16.03.2018

 

 

 

PEOPLES TEMPER  -  BOMB SHELTER BLUES 1    Bacillus / Bellaphon

 

www.peoplestemper.com

 

Eine VINYL EP als Promo, das zeigt zumindest mir die Liebe der Musiker zu ihrer Musik. Das Trio aus Frankfurt ist mir gänzlich unbekannt, legt aber mit BOMB SHELTER BLUES 1 bereits ihre dritte Veröffentlichung vor.

Der Songs der Band wurde in Eigenregie aufgenommen, ist aber unheimlich ausgearbeitet, super professionell und verdammt fett produziert. Der Opener SUN GOES DOWN ist ein verdammt starker Stoner Rock Song mit einem super Refrain, starken Riffs, treibenden Drums und herausragedenen Gesangslinien. Der Song rollt und drückt, wo wie es sein sollte. Und die Slide-Gitarre von Marlon Bandow gibt dem Song einen extra coolen Touch.

Danach kommt mit FLAGS OF IGNORANCE ein etwas flotterer Titel, der viel Anleihen an die alten, von Nick Oliveri gesungenen QOTSA Sachen vermittelt. Nicht als Kopie - sondern als Anhaltspunkt. Wow - das ist verdammt starkes Zeug. Das rockt unheimlich. So muß heutzutage Rock klingen! TIME TO LOSE ist dann ein bischen "normaler", mit einem klassischen Hard Rock Riff versehen und etwas unspektakulärer als die starke A-Seite. TIME TO LOSE rockt aber gut nach vorne und besitzt sehr starke Gitarrenideen. DIE WAND beendet dann die B-Seite mit einem Grundriff, dass mich an die seeligen Harmful oder alte Blackmail erinnert. Auch hier überzeugen vor allem die Vocals, die sich die Band anscheinend aufteilt.

Das hier ist ganz großes Kino und selten hat mich eine VÖ aus deutschen Landen so überzeugt wie die von PEOPLES TEMPER. Ich hoffe mal, die Band bekommt ein gutes Label, weil mit dieser Klasse dürfte die Band bald ganz oben auf allen hippen Playlisten und Festivals auftauchen! Stark!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 9

Sound: 9

Info: 4 Songs / 17 Minuten

VÖ: 02.02.2018

 

 

 

MOTHER MISERY  -  MEGALODON   Transubstanc Records

 

www.mothermisery.com

 

So, hier ist sie also, die neue MOTHER MISERY. Eine der besten schwedischen Bands, die aber (und nur Gott weiß warum) nie die Aufmerksamkeit erhielt, die sie eigentlich verdient hat. Auch das neueste, 10 Song umfassende Album ist ein Meisterwerk und braucht sich hinter den großen Bands nicht verstecken. Seit gut 14 Jahre veröffentlicht die Band keine schwachen Alben und steht immernoch in der 2. Reihe. Aber hoffentlich schafft es die Band mit dem Megalodon Monster. Schon das Artwork springt einen ins Gesicht und der Sound ist unheimlich heavy ausgefallen. Im Vergleich zum letzten, eher straighteren Album STANDING ALONE gibt es diesmal mehr ausgearbeitet Songs und vor allem mehr Heaviness: die Drums drücken ohne Ende und die Riffs sind wieder mehr Metal als Rock. Die Band beschreibt ihren Sound ja selbst als Super Sonic Rock und das dürfte auch sehr passend sein. Schon der Opener THE CHALLENGER besitzt ein starkes Riff und super Gesangslinien. Der Song bleibt sofort im Ohr hängen und sollte auf der Bühne wahrlich explodieren. Danach kommt die bereits als Single bekannte Auskopplung ASHES OF YOUR CROWN, welches einer der stärksten und eingängigsten Songs der 4 Schweden darstellt. Auch der folgende Titelsong überzeugt mit einer ungemeinen Power und die herausragenden Vocals von John Hermansen. STONECOLD KILLER ist ein typischer Mother Misery Rocker, aber vor allem INTO THESE LIES und DOWN IN THE DIRT haben es mir mit ihren starken und eindringlichen Gesangslinien angetan. Und wie schon auf dem Vorgängeralbum gibt es mit IF YOU FALL eine herzzerreißende Ballade zum Schluß. Zwar hat der Song nicht ganz die Eindringlichkeit des Jahrhundertsongs STATE OF GRACE, aber allein die Stimme geht total unter die Haut. Ja, Mother Misery dürften mit diesem Album auf jeden Fall einen großen Schritt nach vorne gehen. Ich kenne keine Band, die wie Mother Misery klingt. Und das will heutzutage was heißen! KAUFEN!!!

 

Genre: Super Sonic Rock

Musik: 9

Sound: 9

Info: 10 Songs / 40 Minuten

VÖ: 12.1.18

 

 

 

THOBBE ENGLUND  -  THE DRAINING OF VERGELMER    Metalville / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

Der ex-Sabaton Gitarrist Thobbe Englund ist mit seinem zweiten Studioalbum zurück. Nachdem der Vorgänger SOLD MY SOUL einige überrascht hat (inkl. meiner Wenigkeit), schiebt der Schwede einen neuen Longplayer nach. SOLD MY SOUL hatte ja einige starke Heavy Metal Songs zu bieten und läuft bei mir gerne hin und wieder mal im Player. THE DRAINING OF VERGELMER ist im Vergleich dann doch etwas anders. SOLD MY SOUL war mehr auf stimmiges Songmaterial ausgelegt – hier überzeugen vor allem die ganzen Gitarrengimmicks des Schweden. Was aber nichts schlechtes heißen soll, die Scheibe überzeugt durchgängig und lässt einen vor allem bei den ganzen Instrumentalstücken und Gitarrensolos staunend zurück. Thobbe sagt selbst, dass er zuvor nie so klar und schnell gespielt hat. Und es ist sicherlich das kraftvollste Album, wo er beteiligt war! Schon das klassisch angehauchte Intro THOU ANCIENT, THOU FREE ist beeindruckend und führt den Hörer zum eröffnenden Heavy Metal Stampfer ILLUMINATI, wo einem gleichmal die gute Gesangsleistung von Thobbe auffällt und das Gitarrensolo einen mit offenen Mund zurück lässt. WOW! Danach zeigt er mit HEART OF METAL allen neuen Gitarrenhelden, wer der Meister ist und kommt danach mit FINGERSPITZENGEFÜHL zu dem ersten richtigen Hit auf dem Album. Der Song ist eher modern aufgebaut, aber die old-school Vocals von Thobbe passen perfekt zum Song. Das ist ein absoluter Hit! Danach unterstützt ihn Hulkoff von RAUBTIER bei dem Song VIKING, welcher durch Rammstein-artige Gitarren und schwedische Vocals überzeugt. Der Song ist sehr eindringlich und durch die schwedische Sprache wirkt er sehr bedrohlich. Danach kommt das Meisterwerk: ODIN`S HALL besticht durch ein Hammer Eröffnungsriff und starkes Songwriting. Das ist sicherlich eines der besten Instrumentals der letzten Zeit und dürfte den Schweden zu den ganz großen Könnern aufschließen lassen. Respekt! Beim folgenden YNGWIE MALMSTEEN Song I AM A VIKING teilen sich Joakim Broden (SABATON) und Patrick Selleby (Bloodbound) die Vocals und was soll man sagen: der Song wurde sicherlich gewählt, weil Thobbe zu dem schwedischen Gitarrengott aufsieht. Und die Umsetzung ist verdammt gelungen. Ein Highlight auf dem Album! Für mich ist aber AIM AND FIRE mit seinem starken 80er Jahre Einschlag der Höhepunkt des Albums. Die Platte lebt zu großen Teilen eh von den unglaublichen Solos und Riffs, aber hier paßt einfach alles perfekt zusammen. Und mit dem abschließenden THE GHOST & THE DARKNESS ist der Band (ja, es ist kein Soloprojekt!) noch ein starker Heavy Metal Song gelungen, der vor allem durch die starke und eindringliche Gesangslinie überzeugt und nach AIM AND FIRE der nächste Dauerbrenner in meiner Anlage werden wird. Starkes Album. Starke Musiker. Starke Aufmachung. Mehr kann man nicht richtig machen.

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 10 Songs / 34 Minuten

VÖ: 16.02.2018

 

 

 

 

WEDGE-KILLING TONGUE    HEAVY PSYCH SOUNDS

 

www.wedgeband.com               

www.facebook.com/wedgeband

 

Hier also das zweite Album des Berliner Trios. Das Debüt hat nicht nur aufgrund des

Logos Assoziationen zu den in der Hauptstadt residierenden KADAVAR geweckt, auch

musikalisch bedient man ein gleiches Klientel.                                               

Neuerdings als Retrorock tituliert (oder beschimpft) wird hier tief in den 60/70 Jahren

eingetaucht. Die Band meistert ihre Aufgabe wie auch schon auf dem Erstling

hervorragend. Die luftig produzierte Platte weiß mit einem organischen nicht zu

komprimierten Klang zu gefallen. Tasteninstrumente stehen fast gleichwertig neben

der Gitarre, allem wird genügend Platz eingeräumt, hört sich an wie live im Studio.  

Vom klasse Opener „Nuthin‘“, der THE WHO mit Punk verbindet, bis zum letzten Song

„Push Air“ (Hendrix anyone?) glänzt man mit einer ausgesprochenen Stilvielfalt, die

sich im Rahmen des Rock bewegt. Nix aufgesetztes oder ewige Jams machen das

Zuhören zur Qual, hier sitzt einfach alles.

Anspieltipp das fetzige Classic Rock wurzelnde „Lucid“, das dem

Gesangsarrangements THE WHO (again) nicht unähnliche „Tired Eyes“ oder das

Santana Leads verzierte ruhige „Quarter To Dawn“. Ach ja, ein bisschen Black Sabbath

kann ja auch nie schaden, hier bezeichnend „Albi“ genannt. Einer der Herren scheint

eh ein Faible für Hendrix zu haben manch Riff erinnert doch sehr an den Meister.

Macht aber gar nix.                                                                                                  

Was gibt’s noch zum überlegen. Get it. Hot bleibt es allemal.                                

Kann sein das ich eventuell Songtitel verwechselt habe, es werden neun Titel auf

dem Backcover angegeben, der Player zeigt aber zehn an. Nur so….

 

GENRE: ROCK

MUSIC:  9

SOUND:  8

INFO: 10  Song

 

Thomas Schubert

 

 

 

 

 

AVON  -  DAVE`S DUNGEON    Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.facebook.com/avonband

 

Einer der großen Könige des Stoner Rocks ist zurück. Alfredo Hernandez, der als Schlagzeuger die Großtaten von Kyuss, Che und den Queens oft he Stone Age zu verantworten hat. Und Heavy Psych Sounds haben jetzt mit Nick Oliveri und Alfredo Hernandez zwei der legendären 4er Kyuss Besetzung in ihrem Stall. Nach Mondo Generator, Persona Non Grata und Che kommt jetzt also das Zweitwerk von AVON auf den Plattenteller. Und mit Sänger/Gitarrist James Childs und Bassist Charles Pasarell (u.a. Volbeat, Kyuss Lives und John Garcia) hat man er auch zwei prominente Mitstreiter in der Band. Trotzdem ist James kein Homme und kein Garcia. Die Riffs sind leider großteils langweilig und belanglos. Und die Vocals sind auch nicht gerade der Kategorie Sonderklasse zuzurechnen. Ja, das ist ein gefälliges Rock Album mit einigen Stoner Rock Anleihen, aber leider auch nicht mehr. Schon der Opener YELLO lässt einen eher gelangweilt zurück und der Refrain nervt einen fast ein bißchen nach einigen Durchläufen. TERRAFORMATIONS ist ein guter Stoner Rock Song, der vor allem durch Alfredos treibendes Schlagzeugspiel hervorsticht. Und auch das folgende RED BARN ist ein guter Desert Rock Song in der Schnittmenge QOTSA & CHE. Danach wird es leider eher belanglos, was man an Stücken wie MACE FACE (langweilig), P51 oder ON FIRE AND DUNGEON DAVE sieht. Nur das Maschinenrock – artige WAS IST LOS? (deutsche Titel kommen wohl immer mehr in Mode!!!) überzeugt vollends. Das ist ein richtiger Hit mit viel Wiedererkennungswert und gutem Songwriting. In der Besetzung hatte ich jetzt mehr erwartet, aber leider kann das Album nicht annähernd überzeugen.

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 36 Minuten

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

 

 

NICK OLIVERI  -  N.O. HITS AT ALL – VOLUME 4     Heavy Psych Sounds / Cargo

 

Die Bands, in denen Oliveri mitgewirkt hat, haben in seiner Zugehörigkeit ihre Glanzlichter abgeliefert. Kyuss und Queens of the Stone Age. Selten ist es den Bands gelungen, nach seinem Ausstieg noch einmal so gut zu klingen. Sein Bassspiel und seine Gesangseinsätze waren schon sehr passend. Leider ging es danach mit seinem Soloprojekten und seinen anderen Bands nie mehr so richtig gut. Und was diese „Hitsammlung“ weiterhin bringen soll, war mir bei Teil 1-3 schon ein Rätsel. Warum veröffentlicht man nicht alles auf einer CD? Warum zerhackt man das auf mehrere, EP-lange Teile? Gut – zumindest waren die Cover-Artworks der Serie immer herausragend! Und wieder gibt es diesmal einen wilden Mix aus Akustik und Punk und Stoner…und wiederrum ist ein großer Teil der Songs einfach belanglos. Das zieht sich leider durch die letzten 4 Ausgaben dieser Serie und zeigt wohl auch, warum es nach der Kyuss und QOTSA Majorleague danach einfach nicht mehr gereicht hat. Das ist einfach nur Durchschnitt. Die zwei RAMONES Cover von ENDLESS VACATION und SUZY IS A HEADBANGER sind leider in Nicks Umsetzung auch nur Mittelmaß. Schade. Ein großer Musiker und ein toller Kerl. Aber sowohl das Label als auch Nick hat sich mit dieser VÖ-Reihe keinen Gefallen getan. Fans haben die Songs eh, für alle Anderen ist die Zusammenstellung einfach nicht gut genug! Ich hoffe mal, dass es mit BLOODCLOT gut läuft für ihn. Coversammler sollten sich die Reihe zulegen. Musikfreunde nicht.

 

Genre: Punk Rock

Musik: 6

Sound: 7

Info: 8 Songs / 19 Minuten

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

 

 

COLDSIDE  -  FUCK YOUR SYSTEM   Strength / Cargo

 

Auf dem Label von Agnostic Fronts Roger Miret kommt das neue Werk der Florida Hardcorler. Was kann es im Hardcore Bereich schon geben? Ich denke, da wurde Ende der 80er / Anfang der 90er schon alles gesagt. Die Riffs klingen wie immer. Gehen nach vorne. Passt. Genau richtig für den Moshpit. Und die Vocals sind sehr nah an Mr. Miret! Und mit dem Opener / Titeltrack ist ihnen gleichmal ein guter Hit gelungen mit starken Gitarren und einem einprägsamen Refrain. Das folgende FOREVER mit Roger Miret als Gastsänger ist ein starkes Stück Musik. Super Song, geiler Drive. Super! Als alter Agnostic Front Fan gefällt mir das sehr gut. READY FOR WAR macht auch Laune, hat einen hyperschnellen Refrain und coole Gitarrenriffs. STREET WARRIORS wirkt etwas „ruhiger“ und auch nicht so angepißt, wie die anderen Songs. Fällt etwas heraus aus der Aura des Albums. Und die Slapshot Coverversion I`VE HAD ENOUGH ist gut dargeboten, hätte es aber auch nicht unbedingt gebraucht. Aber mit PAID OUR DUES gibt es noch einmal zum Ende ein gutes Brett. Ansonsten findet man noch Greg Huff (Bishops Green), Scorcese (Nom), Pat Edge und Skam Dust als Gäste auf dem Album. Aber man bleibt bei 28 Minuten Spielzeit dann doch unter dem Strich bei nicht gerade vielen überzeugenden Minuten. Der Florida Vierer überzeugt aber insgesamt und wird sicherlich das ein oder andere Wort in der Szene mitreden, auch wenn nicht jeder Song ein Volltreffer geworden ist.

 

Genre: Hardcore

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 28 Minuten

VÖ: 19.01.2018

 

 

 

 

 

PESTILENCE - HADEON Hammerheart Records

www.pestilence.nl


Über Pestilence muß man nicht mehr viel sagen. Vor allem die Alben mit
Martin van Drunen (Asphyx) sind Klassiker des Death Metals. Und auch das Nachfolgealbum konnte die Band ganz nach vorne an die Spitze der damaligen Death Metal Bewegung platzieren. Nach dem sehr experimentellen SPHERES Album (das erst im Nachhinein seine Aufmerksamkeit bekam) war es erstmal mit der Band am Ende und der Chef der Band, Patrick Mameli, hat die Band in den letzten Jahren wieder auf Kurs gebracht. Die Alben waren durchgängig hochklassig (vor allem Resurrection Macabre…aber auch Doctrine und Obsideo), aber so richtig gezündet haben sie auch nicht. Die Band lebte von ihrem Legendenstatus. Und nachdem die Band erneut einige Jahre auf Eis lag, kommt nun ein Neustart. Und anders als auf den letzten Alben, ist hier etwas "anders". Pestilence 2018 probieren einen Mix aus den alten Zeiten und den letzten Alben und das gelingt ihnen sehr gut. Man hört viel SPHERES Elemente, vor allem in den Solos. Aber trotzdem überwiegen natürlich die klassischen, technisch hochwertigen Death Metal Momente. Und ich glaube, auf genau diesen Sound haben die Fans weltweit gewartet. Und ich glaube, HADEON hätte nach SPHERES erscheinen können und knüpft an die Klasse von 1991 Dreher Testimony of the ancients an. Die Scheibe hat nicht deren Hitdichte, aber es ist das gleiche Feeling, der selbe Effekt wie damals. HADEON ist das
härtere SPHERES. ULTRA DEMONS, DISCARNATE ENTITY und der starke Opener NON PHYSICAL EXISTENT sind Höhepunkte im Schaffen von Pestilence. MULTI DIMENSIONAL überzeugt mit viel old school vibe und TIMELESS schruabt einen einfach nur die Ohren ab. Aufgenommen im Spacelab Studio in Deutschland, zeigt sich die Band von ihrer neuen Seite. Neben Mameli besteht die Band aus Tilen Hudrap (Testament, Paradox) am Bass, Santiago Dobles (Aghora, Cynic)an der Leadgitarre und Septimiu Harsan am Schlagzeug. Pestilence sind zurück und auch alte Death Metal Fanatiker sollten ein Ohr riskieren!


Genre: Death Metal
Musik: 9
Sound: 9
Info: 13 Songs
VÖ: 05.03.2018

 

 

 

NEBULA - LET IT BURN Heavy Psych Sounds

http://www.facebook.com/pg/Nebulaband

Die Zeit rennt….der Wahnsinn. 1997 haben sich die beiden Musiker Eddie Glass und Ruben Romano von ihrer Band FU MANCHU getrennt und mit NEBULA eine der wichtigsten Stoner Rock Bands gegründet. Leider zu einer Zeit, wo zwar viele Klassiker erschienen sind, aber das mediale Interesse gar nicht bestand. Die Scheiben der Band liefen im kleinen Rahmen und die Konzerte fanden oft vor wenig Zuhörern statt. Unterstützung von den Printmedien gab es wenig und so verpufften einige der heutigen Klassiker leider komplett. Wenn man heutzutage den „Run“ auf die Desert Festival sieht, kann man sich das gar nicht vorstellen, wenn man damals, Ende der 90er Jahre, nicht persönlich dabei war. Eine Band, die heute als Klassiker-Band gilt, ist Nebula, die mit Dozer, Unida und Sloburn versuchten, durch starke VÖs mehr Aufmerksamkeit zu erhaschen. Vergebens. Nun gibt es das komplette Nebula Machwerk von Zeit zu Zeit über Heavy Psych Sounds für die junge Generation und das Label startet mit LET IT BURN, welches 2 Bonustracks enthält und in limitierter, farbiger Vinylausgabe erscheinen wird. Im Vergleich zu FU MANCHU setzte man mehr auf Fuzz-Gitarren und Doom Metal und obwohl der Stoner Rock Sound sehr limitiert ist, kennt man die Band vom ersten Ton weg. Sie haben mit ihren Songs sicherlich was herausragendes erschaffen. Vor allem die Split mit LOWRIDER ist wohl eine der besten 10 Veröffentlichungen ever! Aber gut, braucht man die Scheiben, wenn man die Originale zu Hause stehen hat? Zwar hat die Scheibe nochmal ein fettes Mastering erhalten und die 2 Bonussongs (eine Liveversion von LET IT BURN von 2001 und eine chillige Demoversion von DEVILS LIQUID) nicht essentiell, aber ich persönlich bevorzuge das Original. Aber trotzdem, DOWN THE HIGHWAY ist ein Hammer, der damals die Band über Nacht an die Spitze gehoben hat, VULCAN BOMBER, ELEVATION, LET IT BURN oder SONIC TITAN mit ihren 70s-Touch…für Stoner Rock Fans (und da gibt es ja mittlerweile mehr als genug!) ein absolutes MUSS. Hier wird noch gerockt, ohne Rücksicht auf Verluste oder Anbiederungen an große Käuferschichten. Das hier ist unverfälscht, rauh und (war damals zumindest) abolut NEU! STARK!

Gerne: Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 8 Songs

VÖ: 26.01.2018

 

 

 

 

NEBUALA  -  TO THE CENTER   Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/pg/nebulaband

 

Nachdem im Januar LET IT BURN veröffentlicht wurde, kommt der Bandklassiker TO THE CENTER im Februar nach. NEBULA, die ex- FU MANCHU Leute überzeugen auf dem ersten kompletten Album mit einer fetten Jack Endino Produktion und den wohlbekannten fetten Sound des Trios. 1999 auf Sub Pop veröffentlicht,
gibt das italienische Label HEAVY PSYCH SOUNDS dem Stoner Rock Klassiker eine neue Chance und packt als Anreiz noch 2 Liverversionen von SO LOW (1999
Berlin) und TO THE CENTER (2001 Chigaco) drauf. Das schicke Digipack überzeugt auch mit tollen Live-Impressionen. Startet der Titelsong noch relativ verhalten, geht es mit COME DOWN wieder gewaltig nach vorne. Ihr einmaliger Sound zwischen Monster Magnet, Stooges und Fu Manchu wirkt auf dem Debütalbum gegenüber der Vorgänger-EP LET IT BURN ausgereifter,
verspielter und durchdachter. Dadurch geht etwas die Coolness der Erstveröffentlichung verloren, aber insgesamt war TO THE CENTER das wichtigste Album der Band im Rückblick und konnte damals den Status der Band festigen und ausbreiten. Das coole WHATCHA LOOKIN`FOR und das geile SO LOW überzeugen auch heute noch, das stark an alte Monster Magnet angelehnte
FREEDOM rollt immernoch unaufhaltsam vorwärts und das relaxte STOOGES Cover I NEED SOMEBODY atmet die relaxten Gefühle durch jede Pore, bevor das abschließende YOU MEAN NOTHING nochmal allen aktuellen Stoner Rock Bands zeigt, wie es gemacht wird. Leider muß man aber auch hier sagen, dass die 2 Bonussongs leider kein Mensch (wie schon auf der LET IT BURN) wirklich braucht; vor allem nicht, wenn man das Original zu Hause stehen hat. Wer von
Nebula noch nichts hat, muß natürlich zuschlagen! Klassiker des Genres!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 14 Songs 

VÖ: 16.02.2018

 

 

 

METALLISIERTE WELT - AUF DEN SPUREN EINER SUBKULTUR Hirnkost

www.facebook.com/pg/metallisiertewelt

Im Rock Hard und / oder Deaf Forever kriegt man als Leser ja hin und wieder über die Heavy-Metal-Welt außerhalb der bekannten Länder etwas mit und diese ganzen exotischen Gegenden wurden jetzt von METAL1.info Online Chef Moritz Grütz zusammengetragen. Auf deren Online-Seite gibt es seit 2016 schon Specials über exotische Bands, jetzt wurde das alles überarbeitet und in einem sehr schönen Buch zusammengefasst. Mit einem blutigen Death Metal Shirt durch Europa zu reisen ist ja was selbstverständliches, dass es aber in anderen Ländern lebensgefährlich sein kann, wird mit dem Buch noch viel deutlicher. Das es in muslimisch geprägten Ländern sicherlich nicht leicht ist, in einer Metalband zu spielen, dürfte jeden aufgeschlossenen Menschen klar sein. Und trotzdem gibt es dort verborgen und im geheimen Metal Bands, die unter ständiger Bedrohung ihrer Liebe zum Heavy Metal nachgehen. Schon traurig, wenn man das in unserem Jahrhundert noch lesen muss! Viele Bands sind offen und man kann sich selbst beim Lesen ein Bild von den Zuständen im Land machen. Andere Bands (wie z.B. Silence Lies Fear aus Aserbaidschan) geben sich nicht offen und ehrlich oder verweigern Fragen und werfen so einen zweifelhaften Blick auf die Interviews. Oder die eingeschüchterte Darstellung der iranischen Band Avesta. Aber die Liebe zum Metal geht durch Dick und Dünn und das zeigen die über 30 Interviews mit den unterschiedlichen Bands aus den verschiedenen Ländern. Wie laufen dort die Proben und die Auftritte ab, wie kommt man an gutes Equipment etc. Moritz Grütz ist es gelungen, die Spannung und Faszination dieser exotischen Metal-Welten das ganze Buch hindurch aufrecht zu halten. Chile, China, Botswana, Grönland, Indien, Irak…..überall hat der Virus „Metal“ die Jugend infiziert. Ich vermisse etwas die Fotos der Bands oder ähnliches; da hätte man noch etwas mehr Einsicht in die Interviews bekommen können, wenn ein paar Bandfotos, Proberaum- oder Livefotos enthalten wären. Und trotzdem zeigt es abschließend, dass abseits von Kultur, Klasse, Hautfarbe und Religion eine Gemeinschaft entstanden ist, die allen Gefahren trotzt und einen Zusammenhalt bietet. Metal rules the world!

Info: Buch / Hardcover / 180 Seiten / vollfarbig

VÖ: 02.01.2018

 

 

 

KUMPELS IN KUTTEN 2  -  Heavy Metal im Ruhrgebiet     Verlag Nicole Schmenk

 

HEAVY METAL IM RUHRGEBIET von Holger Schmenk und Andreas Schiffmann.

Einige lange Jahre nach dem ersten Buch über die Metalszene im Ruhrgebiet kommt nun der zweite Teil und ist für Metalfans sicherlich sehr zu empfehlen. Nachdem die ganze Entstehung und Entwicklungsphase schon im ersten Teil super abgedeckt wurde, kann das Nachfolgewerk leider nicht ganz die Klasse des ersten Teils halten. Sicherlich war das Ruhrgebiet in den Anfangszeiten des deutschen Thrash Metals wichtig und die Wut der dortigen Kids (zwischen Dreck, Verfall, Maloche) verständlich. Die großen 4 aus dem Ruhrgebiet (Kreator, Sodom, Rage und Grave Digger) sind Weltmarken. Und so kommt das Thema auch immer wieder auf die (meist beiden erstgenannten) Bands zurück, da deren Einfluss auf die Entwicklung der Szene und Newcomerbands natürlich immens ist. Als eingefleischter Rock Hard oder Deaf Forever Leser kann man sich aber leider einen Großteil des Buches einfach schenken, da viele Sachen, die in den genannten Magazinen seitenweise abgearbeitet wurden, hier nochmal aufgewärmt werden (Honigdieb, Idiots, Rage vs Refuge, ex-Sodom Andy Brinks). Wer es nicht kennt, wird sich aber daran nicht stören. Genug Interessantes gibt es auf der anderen Seite natürlich auch: z.B.

Interviews mit den Machern der ganzen Szenelokalen und - festivals, Fotografen und Coverkünstlern und einigen Undergroundbands, die mal mehr und mal weniger was sinnvolles von sich geben. Die Geschichten von Darkness und dem Kreator-Insider Stoney heben das Werk aber eine Stufe höher! Lesenswert und tolle Bilder, aber Teil 2 kann leider nicht mit dem Erstwerk mithalten.

 

 

Buch: Hardcover

Info: 335 Seiten / s/w Fotos

 

 

 

MAGICK TOUCH  -  BLADES, CHAINS, WHIPS AND FIRE   Edged Circle / Soulfood

 

www.magicktouch.no

 

Classic Rock aus Norwegen. Gut gemacht, gut produziert, mit vielen Hits, aber trotzdem langsam zu gleichförmig..... na ja - MAGICK TOUCH hebt sich doch durch einige externe Sounds von den üblichen Verdächtigen ab.

Das Debütalbum ELECTRICK SORCERY kenn ich leider nicht und kann über eine Entwicklung o.ä. keine Angaben machen. Aber was man uns hier auf BLADES, CHAINS, WHIPS & FIRE präsentiert, ist schon wirklich sehr gut.

POLONIUM BLUES hat einen coolen Alice in Chains Touch, der der Band sehr gut steht. Der Song ist ein Highlight auf der Scheibe. Aber sicherlich nicht der einzige, aber trotzdem wird es schwer, mittlerweile aus dem ganzen Brei an Classic Rock Bands die wirklichen und nachhaltigen Highlights rauszupicken. Die 3 Norweger dürften aber in Zukunft sicherlich ein Wort mitreden. Mit so einer Klasse ist es fast unmöglich, ignoriert zu werden. Die Scheibe wird alle Retro Rock Freunde erfreuen und mit Songs wie UNDER THE GUN (ein super Hitmonster), LOST WITH ALL HANDS oder das starke SIREN SONG werden sie unheimlich viele Freunde finden. Ist der Opener UNDER THE GUN noch purer, unverfälschter Classic Rock, wandelt man sich auf dem Album zu moderneren Riffs der Marke Alter Bridge bis hin zu 90er Zeug wie Alice in Chains. Und mit dem Titelsong als Rausschmeißer ist ein sehr langsamer, emotionaler und eindringlicher Song gelungen. Die Energie ist da, Songs können sie schreiben und die warme, an den US Markt erinnernde Stimmen von HK REIN (auch Gitarre) und Christer Ottesen (auch Bass), stechen sicherlich im positiven heraus.

Und die Power von Schlagzeuger Nordvik (mit old school Mötley Crüe Shirt am Cover) rundet den dicken Sound der Band ab. Was die beiden Herren da gesangsmäßig abliefern, ist internationales Topniveau! Zu guter Letzt gibt es noch ein super schönes und aufwändiges Digipack und rundet die Scheibe somit als Ganzes ab! Rock Fans sollten zuschlagen!

 

Genre: Classic Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 10 Songs

VÖ: 05.01.2018

 

 

 

 

 

7 WEEKS - A FAREWELL TO DAWN Overpowered Records

 

www.7weeks.bandcamp.com

 

Die Franzosen sind zurück. Viele werden sie von einigen Major-Festival kennen oder von ihren Vorgängerscheiben, aber das hier ist eine dicke Überraschung. Der Sprung in die Professionalität ist beeindruckend. Die Scheibe ist jetzt seit über einem Jahr auf dem Markt, aber großartig in Erscheinung getreten ist die Band leider nicht. Aber mit ihrem Mix aus Stoner und Alternative Rock müssten sie eine breite Hörerschaft ansprechen. Schon der Opener KING IN THE MUD startet mit einem dreckigen, fetten und langsamen Stoner Riff der Sonderklasse. Das ist sicherlich mit seinem einprägsamen Refrain einer der besten Stoner Rock Songs der letzten Zeit! So sollte diese Musik klingen! Aber das 7WEEKS nie die typische Stoner Band war, zeigt der folgende THE GHOST BESIDE ME. Das hat mehr von Blackmail oder fett vorgetragenen Alternative Rock, also von typischen Stoner. Und das macht die Band ja auch letztendlich aus. KAMIKAZES zeigt das auch beeindruckend, wie alle Songs des Albums.

Hier gibt es keine "unwichtige" Note, das wirkt alles groß durchdacht und ist voller Energie! Und mit dem Opener KING IN THE MUD und THE GHOST BESIDE ME ist der stonigen Abschlußsong KNOTS ein wahres Monster an Song gelungen! Band anchecken! Sie haben es verdient!

 

Genre: Alternative Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 9 Songs / 53 Minuten

VÖ: 16.12. 2016

 

 

 

IRON WALRUS  - A BEAST WITHIN   Redfield Records


www.redfield-records.de
www.iron-walrus.de

Iron Walrus haben in ihrer kurzen Karriere schon 2 Alben veröffentlicht
und schieben jetzt ihr drittes Album nach. Schon die ersten beiden
Scheiben haben durch ein starkes Artwork überzeugt und auch dieses Mal gibt es einen echten Hingucker.

Der Mix in der Tonmeisterei von Robin
Völkert hat der deutschen Sludge Metal Band einen starken Sound
verpasst, der auch absolut identisch ist. Außedem hat die Band jetzt
ihre Masken gelüftet und das Geheimnis preisgegeben (wers eh nicht schon
wußte...). Obwohl ich die ersten beiden Scheiben wirklich als gelungen
empfinde, war es auf der Länge einer CD nach einer gewissen Zeit etwas
zu eintönig und monoton. Oft wirkte es nach ein paar Songs etwas zu zäh.
Und siehe da, die Band liefert diesmal "nur" 8 Songs, die es auf eine
angenehme Spielzeit von 35 Minuten bringen, und um es vorweg zu nehmen:
keine Hänger, keine Füller, nur hochklassiges Material! Los geht es mit
dem vom Video bekannten CRAWLING, der gleichmal durch ein cooles
Eröffnungsriff und einen geilen Groove besticht. Da hat man gleichmal
einen der stärksten Songs in ihrere Karriere an den Anfang gesetzt. Aber
danach gibt es mit TAKE CARE sogar noch eine Steigerung. Der Song ist
super eingängig und der Refrain geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Das
ist wohl der beste Iron Walrus Song in der bisherigen Karriere. Danach
geht es mit ABYSSAL nochmal langsamer zur Sache. Das Riff drückt, das
Tempo wird etwas gedrosselt, der Song killt. Stark! CONTROL startet dann
mit einem sich böse aufbauenden Riff und ist ein hammerstarker Song
geworden, der vor allem durch seine tollen Gitarrenriffs und einem
superslowen Refrain überzeugt. Das Riff groovt alles über den Haufen!
Und mit NO MORE REASON ist der Band ein weiterer Killer gelungen. Das
Eröffnungsriff hätten Cathedral oder Crowbar nicht besser hinbekommen,
die Vocals von Sven passen wir die Faust aufs Auge und die Drums drücken
ohne Ende. Mit FOOLS wird es etwas flotter und das längste Stück des
Albums kommt natürlich am Ende. Eingeleitet von Akustikgitarren
überzeugt DROWNING durch eine unglaubliche Langsamkeit, die einem dem
Kopf abschraubt und die erzählartige Stimme lassen den Song sehr
bedrohlich wirken. Musikalisch sehr ausgereift mit einigen tollen
Gitarrenspielereien bringen etwas Abwechslung in den Gesamtkontext der
Band. Prüfung bestanden, Fehler der Vergangenheit ausgebessert und die
Stärken ausgebaut. Es gibt keine zweite Band, die klingt wie die 5
gestandenen Männer von Iron Walrus. Stark!

Genre: Sludge Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / 35 Minuten
VÖ: 15.12.2017

 

 

 

KILLING AGE  -  DEVIL`S CHILD    Gegentrend Records

 

www.killingage.de

 

KILLING AGE haben sich im deutschen Underground schon einen kleinen Namen gemacht und bringen jetzt mit DEVIL`S CHILD ihr neuestes Werk heraus. Und warum sich die Band so großer Beliebtheit erfreut, kann man an den Einflüssen für den KA-Sound erkennen. Viel Pantera, viel Machine Head….zwei Bands, die einfach immernoch einen hohen Stellenwert im Metalbereich haben. Und genau diese Trademarks nehmen die 4 Jungs auf und verfeinern sie mit eigenen Ideen. Schon der Opener GOOD TIMES überzeugt mit starker Gitarrenarbeit und den starken Vocals von Jan und zeigt die Band um einiges gereifter und vor allem düsterer als auf dem Vorgängeralbum. Hier regieren starke Riffs, fette Grooves und ein Sänger mit viel Wut im Bauch. Weiter geht’s mit DEVIL`S CHILD, der nahtlos an die Klasse des Openers anknüpfen kann. Ansonsten wechseln sich leider viel Licht und etwas Schatten ab. DROWN hat viel von einem angepissten Phil Anselmo oder RAISE YOUR FIST mit einigen Hardcore Anteilen. CARRY THE FIRE überzeugt mit einer neuen Brutalität. Mit GOODBYE ist Killing Age noch ein wahnsinniger Brecher gelungen, der wohl die ganze Bandkarriere überstrahlen wird und der abschließende B.B.B.B., der mit Double-Bassdrums und viel Power zu überzeugen weiß. 50 Minuten sind dann realistisch gesehen vielleicht 10 Minuten zu viel. 2-3 Songs weniger und es wäre ein Killer Album geworden. Trotzdem, eine der heißesten Bands in Deutschland. Und das Artwork ist stimmig zur Musik und der Sound ist super brutal ausgefallen. Somit fast alles richtig gemacht.

 

Genre: Groove Metal

Sound: 8

Musik: 8

Info: 13 Songs / 51 Minuten

VÖ: bereits erschienen

 

 

 

EGONAUT  -  THE OMEGA  Mighty Music

 

www.mightymusic.dk

 

 

EGONAUT aus Schweden haben ein gutklassig Debüt abgeliefert, ein bischen aufsehen erregt und kommen nun mit veränderter Mannschaft mit einem verdammt starken Album zurück. Vor allem die Hinzunahme eines neuen Sängers macht den großen Unterschied! Und wie auf dem ersten Album dominieren starke Riffs und die Orgel den Sound der Band. Los geht es mit einem kleinen Ausrufezeichen. INITIUM ist ein geiler Mix aus Death Metal und klassischem Hard Rock, vor allem an den Vocals. Die Strophe wird in bester Death Metal Tradition durchgezogen und ist hochklassig, der Refrain hat Hard Rock Anteile und eine tolle Stimme von Emil Kyrk. Und im Hintergrund unterstützt die Orgel die tollen Gitarrenriffs von Fredrik Jordanius. Das klingt exzellent, das ist wirklich herausragend! ALIENATI hat ein abgewandeltes Metallica Riff und überzeugt durchgehend mit klarem Gesang und starken guten Riffs, die auch einige Stoner Rock Elemente tragen. Die tolle Gitarrenarbeit bestimmen auch das sehr guten OFFERINGS, das auch einen tollen Refrain beinhaltet und die klaren Vocals von Emil hervorheben. THE PLEDGE ist dann wieder eher eine härtere Ausrichtung und könnte locker im Melodic Death Metal Bereich angesiedelt werden. Musikalisch topp, ist es aber eher störend auf dem Album und integriert sich nicht so gut wie INITIUM mit seinen aggressiveren Vocals. Der Song ist gut, paßt aber nicht so richtig zu dem Rest und dem Album hätte es nicht geschadet, wenn der Song gefehlt hätte.....INTO THE EYE ist ein bedrohliches Intro, das Gänsehaut hervorruft. AWAKENINGS hat ein wahnsinniges Eröffnungsriff von Fredrik, der sich wirklich starke Sachen aus der Gitarre schüttelt. Der Song hat einige starke Momente und könnte auch auf einer Dream Theatre Scheibe stehen. TOTENTANZ hat dann viele ruhige Teile und wirkt bedrohlich und einschüchternd. DEATHSWORN rockt gut nach vorne und hat eine tolle Gesangslinie und tolle Orgeleinsätze von Dennis. REVELATIONS ist dann ein langsamer, eindringlicher Metal Song mit einer Gesangsleistung, die absolut unter die Haut geht. Großes Kino! EGONAUT haben ein beeindruckendes Gesamtwerk abgeliefert, wo von den Texten zum Artwork zur Aufmachung alles stimmig ist. Und die Musik zu fassen ist schwer. Da dürften sowohl King Diamond, also auch Doom oder Stoner Fans ihre liebe Freude daran haben. Obwohl das Material nicht eingängig ist, dürfte es bei der richtigen Promotion richtig durchschlagen. Ich wünsche es den Jungs!

 

Genre: Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 51 Minuten

VÖ: 03.11.2017

 

 

BLUERIVER - WAITING FOR THE SUNSHINE Music for People

www.blueriverrockband.com

Aus Italien kommt BLUERIVER, eine 4 Mann Rock Band mit klassischem Rock, wie
man ihn leider um jede Ecke in jedem Pub hört. Musikalisch nicht schlecht,
aber es fehlt ein wahrer Hit. Die Songs plätschern vor sich hin und Sänger
Giovanni Riva macht nicht immer einen guten Eindruck. YOU AND ME startet als
typischer Pub-Rocker und WAITING FOR THE SUNSHINE hat schöne
Gitarrenmelodien. Aber richtig vom Hocker reißt einen die Musik nicht.
Schlimm wird es bei dem ruhigerem Stück REALITY, da dürfte die Band auf den
Boden der Tatsachen geführt werden. Die Stimme wackelt, die Gitarre leiert
vor sich hin….das ist nichts. Auch der abschließende CRAZY NIGHT kann da
keinerlei Aufmerksamkeit wecken. Für einen lauen Sommerabend vor einer
italienischen Kneipe oder in einem kleinen Club sicherlich eine nette
Angelegenheit. Aber für eine breitere Masse fehlt eigentlich rundherum
alles! Sorry!

Genre: Rock
Musik: 6
Sound: 7
Info: 4 Songs / 19 Minuten
VÖ: September 2017
 
 
 

METEOR CHASMA - A MONKEY INTO SPACE Music For People

www.facebook.com/meteorchasma

Stoner Rock gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und die meisten neueren
Bands integrieren ganz viel 70er und Psychedelic Rock Sounds in ihre Musik. Die ursprünglichen, riffbetonen Sounds von Bands ala Dozer, Alabama Thunderpussy oder Awesome Machine gibt es dagegen so gut wie gar nicht mehr.
Vielleicht findet man zumindest ansatzweise den Sound wieder bei den Jungs
von METEOR CHASMA. Die Optik stimmt schonmal und anscheinend handelt es sich
um große Stoner Rock Fans bei 3 Italienern. Und mit ihrem ersten Album
huldigen sie zumindest teilweise die alten Helden. Und das machen sie
relativ gut. Auf ihrem ersten Album vermischen sie die dreckigen und
schnellen Songs auch mit einigen Space Rock Einflüssen. Der Opener
SPACESHIP2346 ist ein geiler old school Stoner Song mit fetten AWESOME
MACHINE artigen Gitarren und einer rauhen Stimmt. Das ist sicherlich nichts
außergewöhnliches, aber macht Spaß und erinnert an die Anfänge des Stoner
Rocks. Der zweite Song SPACE TIME schließt sich tempomäßig dem Opener an,
kann aber nicht ganz die Klasse des Openers halten. NEIL GAGRIN ist dann ein
drückendes, langsames Instrumental mit einem starken Riff, bevor mit RIDE A
METEOR mehr psychedelische Klänge Einzug halten. LOST MARTIAN hat ein paar
Alternative Rock Einflüsse, kann aber vor allem beim stonigen Refrain
überzeugen. ATOMIC MUSHROOMS ist eher wieder getragen und reiner Psychedelic
/ Space Rock, bevor die Stoner Granate JUPITER die Freude am alten Sound
zurückbringt. ASTROVIKING erinnert an die seeligen ALABAMA THUNDERPUSSY und
das instrumentale LIFE ON EXOPLANET beschießt das Album mit einem
akustischen Intermezzo. Das ist alles gut gemacht und sehr gut produziert.
Und Stoner Rock Fans sollten auf jeden Fall ein Ohr riskieren! Mir macht die
Scheibe Spaß.

Genre: Stoner Rock
Musik:7
Sound: 9
Info: 9 Songs
VÖ: September 2017

 
 
 
 

4 OHM MONO  -  DISSONANT PRAISES   

 

www.4ohmmono.com

 

Warum es manche Bands trotz aller gegebener Voraussetzungen nicht schaffen, wird immer ein Rätsel des Musikbusiness bleiben. Eine Band, die bei Century Media war, einen herausragenden Sänger besitzt und mit ihrer Musik genau in der Schnittmenge zwischen Metal/Alternative war und von den einfach nur fetten Gitarrenriffs gelebt hat, war CHUM aus West Virginia. Nach dem sehr starken (und immernoch geilen) Debüt auf Century Media verschwand die Band von der Bildfläche. Sänger John Lancaster hat sich danach als Solokünstler versucht und einige Alben veröffentlicht. Und nun kommt er mit seiner neuen Band 4OHMMONO und seiner zweiten EP zurück. Und was seinen Soloscheiben gefehlt hat (die Härte), ist jetzt dank neuer Band wieder voll da. Schon der Opener OVER THE RIFT hat ein bretthartes Riff, dass einen nicht stillsitzen lässt.  Das schiebt so gewaltig, dass man denkt, die guten HELMET sind zurück. Und darüber droht John mit seinen unglaublich guten Vocals. Das Schlußriff geht nochmal total unter die Haut und hat schon die göttliche CHUM Klasse. Da freut man sich, dass die Power und die Kraft zurück im Sound sind. Das folgende DEAD CALM DWELLERS wird getragen von einem groovigen Rhythmus und 90er Gitarrensalven, doch der Song explodiert förmlich im Refrain. Dazu erneut eine starke Gesangsleistung von John. Zusammen mit Mac Walker an der Gitarre entwickelt er fette Riffs im Minutentakt. Und Barry Smith und Josh Adkins (Bass und Drums) legen einen geilen Groove unter die Songs. VOID ALL IN BETWEEN hat wieder dieses unglaublich starken Riffs und ist mit seinem getragenen Tempo und der eindringlichen Gesangslinie der Höhepunkt des Albums. Warum so eine Band keinen Vertrag bekommt, entzieht sich meiner Vorstellung. Gut, ich kann Euch nur ans Herz legen, sich diese Scheibe zu holen und sich vor den Boxen die unglaubliche Wucht anzunehmen. Großes Kino - MEISTERWERK!

Genre: Heavy Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 3 Songs / 18 Minuten
VÖ: 13.10.2017


 

ANTISECT  -  THE RISING OF THE LIGHTS   RISE ABOVE RECORDS


www.facebook.com/Anitsect-Offical

 

Glaubt es oder nicht, ich kannte Antisect bisher nur vom Namen. Trotz meines Alters hatte ich noch nicht das Vergnügen, mich mit den Anarchopunks auseinanderzusetzen. Gründe dafür fallen mir jetzt keine ein. Somit ist mir ein Vergleich des neuen Werkes mit den frühen Schaffen der Gruppe leider nicht möglich. 1982 wurde die Combo gegründet, nur ein Longplayer steht in ihrer Vita (1983: In Darkness There is No Choice), 2011 reformierte sich die Band. Somit handelt sich bei The Rising Of The Lights um das erste weitere Album nach 34 Jahren! Vom Original Line-Up ist nur noch Pete Lyons/Gitarre übrig geblieben.      

Ran ohne Vorbehalte. Spirit-Level gefällt mir schon mal sehr gut. Die Stimme von Tim Andrews (kein Origninalmitglied) erinnert  mich etwas an die nicht unähnlichen Tau Cross, rauh und charmant, ohne dabei in Gebrüll auszubrechen. The Last Ones Standing ist mehr Metal verwurzelt was sich in Stakkatoriffing manifestiert, nach dem für mich etwas unnötige langem Spoken Word Intro zu Weapons Of Mass Distraction (sind mir persönlich gute 4 Minuten einfach zu lang) wird die Metal Keule wieder gut instrumental geschwungen. Nach diesem etwas episch angelegen Ausbremser geht’s weiter mit derben Gesängen in Acolyte, Riffs und hämmernde Drums bestimmen hier das Geschehen. Düster und getragen wird’s in Welcome to The New Dark Ages, etwas simple aber ok (Refrain wird mir einfach zu oft wiederholt). In Rise The Lights passiert recht wenig (Zwischenspiel). Im folgenden Black zeigt man sich bissiger, was ich sehr begrüße. Cooler Hook und Punch. Something to Hate geht etwas zackiger voran (erinnert mich an punkige Ministry), Scared to Die beendet das Album wieder mit einem etwas zu lang geratenem Track (Riff atmete NWOBHM).Hier und da ein paar Straffungen hätten nicht geschadet aber für Fans der ähnlich verwurzelten Tau Cross ein Tipp. Die verhaltene, basischeProduktion weiß zu gefallen.


GENRE: Metalpunk
MUSIC: 7
SOUND: 8
INFO: 9 Songs  49:36 Min
VÖ: 13.10.2017

 

 

SLOMIND  -  METAMORPHOSEON    Sonic Attack / SPV

www.facebook.com/slomindband

SOLAR PLEXUS, das Debüt Album der Düsseldorfer Stoner Rocker war damals eine kleine Sensation im (zumindest) deutschen Underground. Die Band versuchte, sich von den typischen Genre Sounds etwas wegzubewegen und vor allem die Vocals hoben damals die Band von den anderen, ähnlich gearteten Bands ab. Und jetzt kommt die Band mit ihrem zweiten Album (zählt man die EP von 2013 nicht mit) zurück und kann erneut überzeugen. Auch, weil man sich keine Grenzen gesetzt hat und den Sound ein Stück weit erweitern konnte. Das Debüt Album hat nach einigem Abstand einige Längen und auch METAMORPHOSEON geht nicht immer sofort ins Ohr. Der übertrieben harte Opener METAMORPHOSEON zeigt zwar die variable Stimme von Patrick Pagliaro und die fetten Riffs der Band, aber die aggressiveren Vocalteile wirken eher aufgesetzt und nicht immer stimmig. Das ist schon gut, aber man ist eigentlich erstmals etwas überrascht (vielleicht auch der Sinn der Sache...). SOULSTRIPPER ist dann ein Hit, wie man ihn von der Band erwartet hat. Tolles Riffing, starke Melodien und ein einfühlsamer Sänger, der dem dreckigen Sound einen extra Dreh verleiht. DRAG THE CHAIN hat dann einen starken Down Einschlag, vor allem Patrick schafft es, teilweise wie Mr. Anselmo zu klingen. Ein toller, nach vorne abgehender Brecher! THE WAVE hat dann sogar einige Life Of Agony Anleihen. RIOT ist dann einfach ein straight forward Stoner. Bei RELENTLESS fehlt etwas die "Richtung" und wirkt eher zerfahren, aber es fehlt einfach der große "Aha-Effekt". Schade eigentlich, denn gesanglich wirklich absolut herausragend.  Aber ein Song wie DRIFTER hat was erhabenes, hat schon was von der CROWBAR-Schwere, die nur wenig Bands hinbekommen. Hier stimmt alles. Riffs, Power, Gesang. Ganz großes Kino. Das abschließende MOTHER (kein Cover!) ist dann ein Akustikstück, dass erneut unter die Haut geht. Es erinnert mich teilweise an die guten CREED Sachen. Der Song ist sehr emotional und beschließt das Album mit einem Knall. Großartig!!! Zum Schluß gibt es nochmal SOULSTRIPPER und RELENTLESS als kürze Single Cuts.... warum das auf eine offizielle CD gepackt wird, bleibt mir aber ein Rätsel! Zumindest gelingt der Band mit SOULSTRIPPER ein großartiger Hit, der sich hoffentlich bei der breiten Masse durchsetzt. Insgesamt eine sehr dick produzierte und gut abrockende Scheibe, die sicherlich sehr viele Freunde finden wird. Und auch überzeugen kann! Kaufen!

Genre: Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 10 Songs / 52 Minuten
VÖ: 13.10.2017


 

HIGHRIDER  -  ROLL FOR INITIATIVE   The Sign / Cargo

www.facebook.com/highriderofdoom

Wieder The Sign Records, wieder Schweden. Diesmal gibt es aber was brachialeres in Form von den starken Highrider. Schon die letzte EP ARMAGEDDON ROCK hat überzeugt und mit einer unglaublichen Wucht den Hörer geblättet. Nun kommt das Debüt mit einem wahnsinnig geilen oldschool Thrash Metal Cover. Und dann der Opener NIHILIST LAMENT, der am ehesten aus einem Mix aus NINE, BURST und ENTOMBED zu vergleichen ist und total abgeht. Super Einstand. A BURIAL SCENE steht dem in nichts nach. Zwar gibt es hier einige langsamere Teile, aber erneut wird diese unheimliche Wucht erzeugt. Ein Hauptteil der Songs wird mit einer Orgel untermalt, was sich jetzt zwar komisch anhört für eine Thrash/Hardcore Band, aber unheimlich gut paßt. BATTERIES geht dann wieder nur nach vorne und überzeugt mit einem schönen Orgelsolo, dass durch die Gitarre abgelöst wird. Stark. Trotzdem fehlt auf Dauer so ein oder zwei Sachen, die hängenbleiben. Das ist schon echt sehr gut, aber mir auf Dauer zu eintönig. A ROPE AND THE BLADE ist dann etwas langsamer und bietet auch etwas Abwechslung. Vor allem der Gesang von Andreas könnte halt den ein oder anderen Kick vertragen, damit man ein paar Aufhänger hat. Trotzdem ganz starkes Ding und weiter so! Vielleicht wird die nächste Scheibe dann ein absoluter Volltreffer. Thrash, Hardcore, Doom, Heavy Metal - da ist alles dabei und macht Spaß!

Genre: Thrash Punk Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 8 Songs / 41 Minuten
VÖ: 15.09.2017


 

STILLBORN  -  NOCTURNALS    Black Lodge Records

www.stillbornsweden.com

Stillborn`s THE PERMANENT SOLUTION auf Roadracer Records 1991 war zur damaliger Zeit ein starker Mix aus Doom, Dark und Gothic Metal und der Nachfolger STATE OF DISCONNECTION von 1992 konnte ebenfalls total überzeugen. Leider kam die Band zur damaligen Zeit trotz des Gothic Metal Hypes nicht über einen Insiderstatus hinaus. Jetzt ist die Band mit ihrem vierten Album zurück und hat nichts verlernt. STILLBORN ist in der Originalbesetzung angetreten und macht exakt da weiter, wo so damals aufgehört hat! Schon der heavy Opener 1917 überzeugt mit einer Kraft, dass einem erstmal das Hören vergeht. Da hört man sogar Death Metal Vocals durch bevor der wohl kommende Club-Hit DRESDEN sofort unter die Haut geht. Vor allem die Vocals von KARI dürften jeden Gothic Fan in den Wahnsinn treiben, sind aber etwas rauer und tiefer als in den 90ern. Aber was Kari auf songs wie THEY FORGIVE NOTHING gesanglich abliefert, dürfte sogar jeden Peter Steele Fan unter die Haut gehen! Es gibt unter den 10 Songs keinen Füller, die Vorabsingle LORELEI ist neben DRESDEN ganz stark ausgefallen, obwohl mir persönlich die etwas ruppigeren Sachen wie THEY FORGIVE NOTHING, 1917 oder THE ANIMAL WITHIN mehr zusagen. Wer pure Tristess, Verbittertheit und Weltschmerz will, kommt um das neue Werk nicht herum. Willkommen zurück und hoffentlich bekommt die Band dieses Mal die Anerkennung, die ihr all die Jahre (trotz Huldigungen von Bands wie Cathedral, Entombed und Paradise Lost!) verwährt geblieben ist. Mit dieser Scheibe dürfte die Band die Gothic Metal Welt im Sturm erobern und für volle Tanzflächen sorgen. Ich freue mich auf eine Liveumsetzung und hoffe auf eine gute Supportshow für die Jungs, damit sie endlich vor größeren Menschenmassen spielen können. Fans von Sentenced, Type O Negative oder Paradise Lost sollten ungehört zuschlagen!

Genre: Death Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 48 Minuten
VÖ: 27.10.2017




 

MÄRVEL  -  AT THE SUNSHINE FACTORY   The Sign / Cargo

www.marveltheband.com

Sieben Alben haben die 3 maskierten Männer schon im Rücken und rocken immernoch voller Freude und mit viel Spielwitz durch die Musikwelt. Die Comic Fans mit den bisher aufsehenerregenden Videos und tollen Marvel-artigen Masken geben hier vielleicht ihr Meisterwerk ab. Der Classic Rock der Schweden hat mittlerweile viele moderne Queens of the Stone Age Einflüsse und überzeugt erneut über die ganze Distanz des Albums. Die Musik ist etwas offener geworden, wirkt variantenreicher und durchdachter. Was die Band zu dritt, namentlich KING (vocals und Gitarre), Burgher (Bass) und Vicar (Drums) da aus dem Hut zaubern, ist phänomenal. Dazu brauchen andere Bands mehr Leute dazu! Das ist basisch, reduziert, aber trotzdem durchdacht und facettenreich. Der Opener A KILLING VIEW könnte von der letzten QOTSA Scheibe sein und würde dort als Highlight durchgehen. THE SECRET GRAND PRIX hat den typischen schwedischen Classic Rock Sound und erinnert an die gehypten Sachen von R.P. Humbucker. Das ist moderner Hard Rock der Sonderklasse. GOODLUCK SANDY geht schon als Happy Rock durch und könnte jeder Strandparty rocken. Nach 15 Jahren immernoch so gute Ideen zu haben, sagt schon viel aus. Ein Wunder nur, dass die große Menge nicht von der Band Notiz genommen hat. Einen richtigen "Stinker" gibt es nicht, sondern MONSTERS GROWN IN THE DARK, STEP CLOSER oder der finale ANGELA überzeugen auf ganzer Linie. Und obwohl die Songs voller Freude, Sonnenschein und Sommerfrische klingen, ist textlich ganz im Comic Style die düstere Seite der heutigen Welt der Haupteinfluss. Freunde von EAGLES OF DEATH METAL, alten KISS oder aktuellen QOTSA sollten die Jungs unbedingt unterstützen.

Genre: Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 12 Songs / 41 Minuten
VÖ: 06.10.2017


 

HÄLLAS  -  EXCERPTS FROM A FUTURE PAST    The Sign / Cargo

www.facebook.com/haellas

THE SIGN Records steht schonmal für eine tolle Aufmachung. Keine Band bisher hat in dieser Richtung enttäuscht und auch HÄLLAS sind eine hochwertige Band, die wieder mal aus Schweden sich anschickt, die Rockwelt zu erobern. Der Sound ist so angesagter Retro Rock, wie er in den 70ern gerne gespielt wurde. Schweden. Ja - wieder Schweden. Nach der guten EP 2015 kommt jetzt also das erste Album und die Band hat einen großen Schritt nach vorne gemacht, was sich vor allem in den ausgeklügelten Songs wiederspiegelt. Die Band selbst nennt ihren Stil Adventure Rock und ja - es gibt sehr viel zu entdecken auf dem album der 5 Jungs. Schon allein die Orgel setzt durchgängig Akzente und läßt den Bandsound noch mehr in die 70er eintauchen. Hier gibt es fette Rhythmen, leise Teile, progressive Anwandlungen und Twin Gitarren. Das Konzeptalbum um den Niedergang einer großartigen Stadt wird in den Songs super umgesetzt. Nach dem Intro THE ASTRAL SEER kommt mit REPENTANCE ein flotter Song, der schon alle HÄLLAS Merkmale vereint. Die tolle Stimme von Tommy Alexandersson, die starken Gitarren und den fetten Rhythmus. Mit NEBULON`S TOWER wird es etwas ruhiger bevor mit THE GOLDEN CITY OF SEMYRA wieder Fahrt aufgenommen wird. STAR RIDER ist ein starkes Orgel Thema und fungiert als Intro für SHADOW OF THE TEMPLAR dient, der nochmal kräftig Gas gibt. ILLUSION SKY beendet dann die Scheibe wieder etwas verhaltener und mit tollen Gitarrenpassagen. HÄLLAS düften allen Retro Freunde große Freude bereiten, weil sie sich nicht an das vorgegebenen Schema halten und interessante Songs komponiert haben, die sich von dem Einheitsbrei ganz klar absetzen. Gebt den Jungs eine Chance - die stecken 90% der anderen Retro-Bands locker in die Tasche!

Genre: Retro Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 7 Songs / 43 Minuten
VÖ: 13.10.2017

 

GRANDE ROYALE  -  BREAKING NEWS    The Sign / Cargo

www.granderoyaleoffical.com

Nicke Andersson (ja, der!) hat sich den 5 Jungs angenommen und ihnen einen super authentischer Sound verpaßt, der nur so vor Spielfreude sprüht. Auch musikalisch dürfen die Jungs nah an der aktuellen Hauptband ihres Produzenten wandern. Ein Rockalbum, wie es wohl auch nur (aktuell) aus Schweden kommen kann und das es wohl in den nächsten Monaten schwer zu toppen gilt! Poppige Vocals, nicht großartig verzerrte Gitarren und ein nach vorne treibender Groove sind das Hauptmerkmal der Band. Das ist teilweise schon sehr übertrieben (LIVE WITH YOUR LIE). Aber gut, das ist halt ihr Style, der ja auch funktioniert. Sachen wie KNOW IT ALL, BRAKE LIGHT oder GOT TO MOVE rocken wie die Hölle und dürften so einige Liveclubs zum kochen bringen. Highlight ist ONE SECOND mit einem guten, schmissigen Refrain und starker Strophe. Auf dem Album wird einfach gerockt, ohne sich großartige Gedanken zu machen. Alles wirkt locker aus der Hand geschüttelt und ganz natürlich. Und die Songs prägen sich durchgehend ein; jeder Song lebt von einer starken Hookline. Oft hat man auch einen leichten Lynyrd Skynyrd Touch im Rotzrock Sound oder orientiert sich doch recht nah an den Alben von Imperial STate Electric, aber über so eine Distanz nur Hits abzuliefern, zeugt schon von großer Klasse und hebt sich so schon ein großes Stück von den anderen Bands ab. Und der Chef (Nicke) war ja anscheinend nichtmal am Songwritingprozess beteiligt. Ganz großes Rock-Kino!

Genre: Hard Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 34 Minuten
VÖ: 25.08.2017


 

TURN ME ON DEAD MAN   -  HEAVY METAL MOTHERSHIP   Heavy Psych Sound

 

www.facebook.com/turnmeondeadmansf

 

Geiler Bandname, geiler Albumtitel. Aber mit Heavy Metal hat die Musik der Band aus San Francisco gar nichts zu tun. Aber trotzdem ist das Cover (wie bei allen Heavy Psych VÖs) sehr gelungen. Das fünfte Album der Band ist dann aber ein kruder Mix aus Stoner, Psychedelic, Classic und Progressive Rock. Ich kenne die Vorgängeralben nicht, aber das Material wirkt sehr ausgereift und durchdacht. Jeder Song ist irgendwie anders, kann für sich alleine stehen, paßt aber im Gesamtkontext wieder sehr gut zu den restlichen Songs. Der Opener VIMANA ist schonmal ein starkes Ausrufezeichen und überzeugt mit großen Riffs, starken Vocals und einem Stoner Rock Groove, wie man ihn von alten Monster Magnet Scheiben kennt. Eine ganz starke Nummer, die aber leider von den folgenden Songs nicht mehr eingeholt werden kann. ASTEROID9 ist ein Mix aus Punk, schnellem Stoner und Space Rock. Wirkt sehr zerfahren und auch abgefahren. MAHARISHI hat dann ganz viel von den seeligen (und alten) Smashing Pumpkins. Das Riff geht unter die Haut, aber auch hier ist der spacige Ansatz in den Vocals sehr gelungen. Die Riffs drücken und die Keyboard des Gastmusiker/in machen mächtig Laune. Auf dem Album untersützen insgesamt 10 Gastmusiker mit unterschiedlichsten Instrumenten die Band und erweitern das Klangbild ungemein und schaffen es mit der Band, ein unglaubliches Klangbild zu erschaffen. SECRET MOON lebt von einem Alice in Chains Riff, bleibt aber im Großen und Ganzen eher unbedeutend. Danach gibt es viel psychedelische und spacige Klänge bevor das kurze und schnelle FOREST DAMASK (mit Geigerin Kati Williams) nochmal etwas Kick in die Sache bringt. ROOM 237 beendet dann die Scheibe mit atmosphärischen Klängen. Auf dem Album gibt es einiges zu entdecken und Freunde von Stoner, Space, Psych oder Prog Rock sollten unbedingt ein Ohr riskieren. Und zu entdecken gibt es bei jedem Hördurchlauf (da braucht man eh einige) etwas Neues.
 
Genre: Space Rock
Musik: 7
Sound: 7
Info: 13 Songs / 42 Minuten
VÖ: 13.10.2017

 

HOUSE OF BROKEN PROMISES  -  TWISTED    Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.facebook.com/hobpmusic

 

Wochenlang hab ich mich auf das neue HOUSE OF BROKEN PROMISES Album gefreut und das starke Cover-Artwork von Solo Macello hat mich darin nur noch bestärkt. Das Debüt USING THE USELESS von 2008 ist ja schon eine Ewigkeit her und hat die Band um die ex-UNIDA Größen Arthur Seay (Gitarre), Mike Cancino (Drums) und Joe More (Bass, Vocals) damals ins Rampenlicht geführt. Die Scheibe konnte zwar zu keiner Zeit mit den UNIDA Großtaten mithalten, aber vor allem Songs wie THE HURT (als HOBP Debüt auf der Daredevil Records Split 7“ mit Duster69) oder BLISTER konnten als Stoner Rocker überzeugen. So – nun ist es also da, auf dem italienischen Label Heavy Psych Sounds und was seh ich da…..HALLO???? Zwei neue Songs, zwei Coverversionen, zwei Demos und ein Livesong! HALLO??? Nach 10 Jahren Funkstille? Nach großer Ankündigung? Heavy Psych Sound hat ja schon mit den Nick Oliveri Best Ofs einen komischen Eindruck hinterlassen mit so 20 Minuten VÖs, aber das hier ist einfach eine große Enttäuschung. Die beiden neuen Songs TWISTED und TORNADO sprühen zwar vor Energie und vor allem der schnelle und im UNIDA Rhythmus gehaltene TORNADO sind 1A Stoner Rock Stoff, aber der Rest sind nur Füller. Nicht mehr. THE STROKE von BILLY SQUIRE und LADY EVIL von BLACK SABBATH sind leider nur durchschnittlich gute Coverversionen geworden. PANZRAM und STRAIGHT JACKET gibt es als Demos (warum? Den Sinn dahinter verstehe ich leider nicht!) und mit dem Bandhighlight THE HURT eine Liveversion in einer leider sehr mittelmäßigen Soundqualität. Was soll ich sagen: die zwei neuen Songs haben alles, was ich von der Band erwartet hatte und wenn das komplette Material einer evtl. kommenden Scheibe diese Qualität hält, dann wird es ein echtes Monster. Vor allem TORNADO wird es zur Dauerrotation bringen. Aber der Rest ist einfach nur unnötig. Und viele Käufer werden sich sicherlich nach Auflegen der Scheibe verarscht fühlen. Mir geht es auf jeden Fall so….

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 7 Songs / 34 Minuten

VÖ: 06.10.2017

 

 

 

 

NICK OLIVERI  -  N.O. HITS AT ALL VOLUME 3   Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.facebook.com/rexeverything666

 

Hier ist also der 3. Teil der NICK OLIVERI (ex-Kyuss, QOTSA, DWARVES, KYUSS LIVES) Vergangenheit und schon die ersten beiden Teile waren eigentlich gesehen eine Frechheit. Mittelmäßige Songs und eine extrem kurze Spielzeit. Warum man die ganzen Teile nicht unter einer CD zusammengefasst hat, kann nur mit Geldgeilheit zusammenhängen. Obwohl ich das römische Label sehr schätze und es ihnen eigentlich nicht zutraue. Aber gut – es ist wie es ist und wie schon die ersten beide Teile kann die Scheibe vor allem wiederum durch ein herausragendes Artwork überzeugen. Alleine das müsste ausreichen, dass die Stoner Fans blindlinks zuschlagen. Und auch musikalisch ist VOLUME 3 der stärkste Output in der Reihe. Diesmal gibt es keinen wirklichen „Stinker“ und das Material macht (bei einer Spielzeit unter 20 Minuten!!) Spaß. Das ROSE TATTOO Cover von R`N`R OUTLAW funktioniert sehr gut, was vor allem an Nicks passender Stimmlage passt. Der Song ist natürlich ein Hit und lässt einen auch hier in dieser Version sofort mitwippen. Der folgende LUV IS FICTION von den DWARVES mit Nick am Gesang ist ein guter Song in typischer DWARVES Manier. Danach folgt mit MEDICATION erst einmal etwas Luft zum verschnaufen. Der flockige Song passt super und hat mit seinem Foo Fighters Feeling einen guten Platz auf der Scheibe. Danach folgt mit der kurzzeitigen Reunion von KYUSS ala KYUSS LIVES eine Einspielung mit dem Titel KYUSS DIES! Der Song ist gut, bei weitem natürlich nicht annähernd im Kyuss Kosmos anzusiedeln, aber ein guter Rock Song mit Groove. Immerhin spielen hier die drei KYUSS LIVES Leute Oliveri, Favery und Bjork mal wieder gemeinsam auf einer Scheibe. COUNTRY AS FUCK von PLAN B mit Nick am Gesang ist wie gehabt ein eher mittelmäßiger, Punk-Rock inspirierter Track mit einigen Country Einflüssen. Und zum Schluß gibt es ein BLACK SABBATH Cover mit Melissa auf der Mauer. THE MOB RULES lebt natürlich von der Melodie und von Dio`s Gesang, aber der Song hier kann überzeugen und geht in Ordnung.

 

Genre: Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 6 Songs / 18 Minuten

VÖ: 20.10.2017

 

 

 

MOTHER ENGINE  -  HANGAR   Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.facebook.com/motherenginerock

 

Hoch angesehen in der Psychedelic, Stoner und Progressive Rock Szene sind die 3 Jungs aus Deutschland und ihr Konzept mit dem namensgebenden Raumschiff und eindringliche Instrumentalmusik geht in der Szene voll auf. Das mittlerweile dritte Album der Band ist in 4 Songs aufgeteilt, PROTOTYP, BIOSPRIT, TOKAMAK und WEIHE/LEERLAUF. Dabei gibt es noch einige Unterteilungen und durchdachtes Songwriting mit allen möglichen Arten der Gitarrenmusik. Die Band hat über 2 Jahre in die Aufnahmen und das Schreiben investiert und im Vergleich zu den beiden Vorgängern wirkt hier vieles reifer und ausgeklügelter. Die vielen Shows und das Wachsen als Musiker sowie auch als Band hört man HANGAR absolut an. Leider wirken die Songs als auch das Konzept auf Dauer wie schon bei den Vorgängern nach einigen Minuten etwas ermüdend und ab der Mitte ist man fast geneigt, die Skip Taste zu drücken. Wenn man in einem kleinen Club ist und in die Musik versinken kann, funktioniert das bei einigen Menschen bestimmt, aber im heimischen Wohnzimmer wirkt das doch etwas zu viel des Guten auf die Dauer. Evtl. kann man zu dieser Musik nebenbei gut lesen, lernen, nähen, malen oder was auch immer. Fans werden eh zuschlagen. Und die Band wird unaufhörlich Konzerte spielen. Und somit ist ja auch dann alles gut!

 

Genre: Space Rock

Musik: 6

Sound: 7

Info: 4 Songs / 77 Minuten

VÖ: 29.09.2017

 

 

 

THE SPACELORDS  -  WATER PLANET   Tonezone Records

 

www.facebook.com/the.spacelords

 

WATER PLANET ist schon mal ein cooler Name für ein Album und Wasser ist eigentlich was bedrohliches, tödliches und verstörendes. So würde ich einen Planeten aus Wasser sehen. Allein, in der Dunkelheit mit den ganzen aufkommenden Ängsten und der ungewissen Unterwasserwelt. Aber der Spacerock von THE SPACELORDS ist eher verträumt und eher für eine einsame Insel mit Sonnenscheinromantik gedacht. Oder wie auf dem Artwork für eine sichere Stadt unter Wasser, wo man die Welt aus einer anderen Perspektive sieht. Die Musik ist eine psychedelische Reise durch 43 Minuten und könnte die TV-Show Spacenight gut untermalen. Das mittlerweile dritte Album der Band wartet mit guter Instrumentalmusik auf, kann im Vergleich zu Mother Engine vielleicht noch die ein oder andere Duftmarke mehr absetzen und überzeugt mit 3 ellenlangen Songs. PLAMSA THRUSTER, METAMORPHOSIS und das gut 20 minütige NAG KANYA plätschern aber auch nach einer gewissen Zeit vor sich hin und nach gut 43 Minuten ist leider wenig bis gar nichts hängengeblieben. Sehr gutes Artwork, guter Sound, gute Musiker – aber zu mehr reicht es leider nicht.

 

Genre: Spacerock

Musik: 6

Sound: 7

Info: 3 Songs / 43 Minuten

VÖ: 20.10.2017

 

 

 

EMIL BULLS  -  KILL YOUR DEMON    AFM Records

 

www.emilbulls.de

 

Seit 1995 gibt es jetzt die Emil Bulls aus München und so richtig aufmerksam gemacht haben sie auf sich mit ihrem 2000er Werk MONOGAMY und seit genau dieser Zeit hat die Band durchgängig hochwertige Alben veröffentlicht. Das können nichtmal die „Großen“ von sich in Anspruch nehmen. Den Höhepunkt in meinen Augen stellte das 2011er Album OCEANIC dar, weil die Band dort so ausgereift wie selten zuvor geklungen hat. Und nach dem letzten Chartbreaker SACRIFICE TO VENUES hat sich die Band wieder mit Benny Richter, der damals für u.a. Oceanic verantwortlich war, zusammengetan. Und das hört man der Scheibe an, da sie viele Elemente von Oceanic aufgreift und als logischer Nachfolger stehen könnte. Die Songs wirken wieder klarer strukturiert, besitzen wieder mehr von diese eindringlichen (und teilweise bittersüßen) Refrains und wirken insgesamt reifer und erwachsener. Es ist schon sehr verwunderlich, dass die EMIL BULLS über all die Jahre dieses hohe Niveau halten können. Und der Umstand, dass der koreanische Künstler Shin Kwangho das Artwork erstellt hat, wird der Band weitere Türen öffnen. Die Scheibe beginnt mit KILL YOUR DEMONS, ein Song, der für Emil Bulls  Verhältnisse schon sehr anders klingt. Klar erkennt man die Band sofort, aber die  Vocals klingen z.B. noch einen Tick eindringlicher und gereifter, der Refrain (KILL KILL KILL) geht unter die Haut und der Song überzeugt genauso wie der darauf folgende THE NINTH WAVE mit einem super ausgearbeiteten Refrain. Beide Songs wirken sehr erwachsen und sind in der mit sowieso starken Hitdichte versehenen Diskografie absolute Meisterwerke. Richtige schlechte Songs gibt es ja selten auf einer Emil Bulls Scheibe, aber mit MISS MAGNETIC hat sich in meinen Augen ein eher durchschnittlicher Song eingeschlichen. Klar ist das Jammern auf hohem Niveau, aber der Refrain ist mir persönlich etwas zu banal ausgefallen. Aber das werden Andere sicherlich nicht so sehen… Ein weiterer absoluter Höhepunkt auf der Scheibe ist der starke Song MT. MADNESS mit super Vocals und einen herausragenden Refrain. Genauso  wie THE ANATOMY OF FEAR und EUPHORIA sowie GONE DARK, die alle mit unglaublich guten Gitarrensalven und starkem Gesang gesegnet sind. Der vorletzte Song LEVELS AND SCALES verbindet eigentlich perfekt die Melange, die die Emil Bulls ausmachen. Sanfte Melodien, Härte, Aggressivität und das geschickte Händchen für einprägsame Refrains. Und WINTERBLOOD gibt es wieder den erwarteten akustischen und melodiösen Rausschmeißer. Nach der letzten zugegeben guten Scheibe hatte ich eigentlich nicht mehr so ein starkes Lebenszeichen der Band erwartet und bin wiedermal fasziniert, wie sich die Band in ihrem eigenen Sound ständig neu erfinden kann.

 

Genre: Modern Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 12 Songs / 45 Minuten

VÖ: 22.09.2017

 

 

 

FVZZ FOPVLI  -  FUZZ DEI   Heavy Psych Sounds / Carog

 

www.facebook.com/fvzzpopvli

 

Heavy Psych Sounds haut ja eine Kapelle nach der Anderen raus und mittlerweile sind es fast nur noch italienische Bands. Na ja, zumindest großteils. Den mit z.B. Duel und House of Broken Promises konnte man sich schon die ein oder andere starke Amiband unter den Nagel reißen. Hier mal wieder ein italienisches Trio, dass es sich mit einem außergewöhnlichen Bandnamen und einen guten Coverartwork (wie zu 95% alle Heavy Psych Sounds Bands!) auf sich aufmerksam machen. Die Römer sind begeisterte Instrumentalisten und können da hin und wieder wirklich einen guten Drive erzeugen. Der erste, sich langsam aufbauende Song INTRO zeigt das fast in Perfektion. Es wechseln sich Space, Psychedelic und Fuzz Rock ab. MASTVRBATION startet mit einem starken Doom Riff und auch die eingestreuten Jams machen oft Lust auf mehr. Aber leider (wie bei einigen Heavy Psych Sounds VÖs) hängt es wiedermal am Gesang, der leider ganz viel kaputt macht bzw. teilweise einfach auf die Nerven geht. Das ist teilweise richtig übel und störend  - teilweise noch bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Mit einem anderen Sänger war das eine durchaus ansprechende Scheibe. Aber so wirkt es eher, dass das römische Label sich von einigen römischen Kumpels zu dieser Scheibe hat breitschlagen lassen. Aber man sieht ja aktuell an Deadsmoke, dass eine Band die Fehler vom Debüt korrigieren kann und eine starke zweite Scheibe auf die Reihe bekommt. Also sollte Herr Pootchie Gesangsunterricht nehmen bzw. die Band einen externen Sänger einstellen. Dann dürfte sich vieles zum Besseren wenden.

 

Genre: Fuzz Rock

Musik: 6

Sound: 6

Info: 8 Songs / 42 Minuten

VÖ: 22.09.2017

 

 

 

THE LORDS OF ALTAMONT  -  THE WILD SOUND OF THE LORDS OF ALTAMONT   Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.lordsofaltamont.com

 

Aus Los Angeles stammen die 4 Vollblutrocker von THE LORDS OF ALTAMONT (benannt nach dem legendären Konzert 1969) und bringen genau das Feeling zurück ins Wohnzimmer. Garagen Rock mit unglaublich viel Hitpotential. Es gibt auf dem 20-jährigen Jubiläum auf Heavy Psych Sounds 10 neue Songs plus das sehr gelungene Cover von HOWLING WOLF (Evil is going on)! LIKE A BIRD, BEEN BROKEN, TAKE A WALK, FEVER FIX, I SAID HEY….durchgängig Hits. Und solch eine Spielfreude und vertonte Power hätte ich von einer jungen, unverbrauchten Band erwartet, aber nicht von so altgediegenen Männern. Respekt! Die Riffs werden heruntergeschrubbt, die Lead-Gitarre spielt fiedelt darüber und hin und wieder durchbrechen nicht zu aufdringliche Orgelklänge die Soundwand der Gitarren. Bestes Hörbeispiel ist wohl LIKE A BIRD, der nach vorne abgeht und keine Gefangenen macht. Der Sound dürfte Biker, Punker und High Energy Rocker umwerfen. Fans von Ramones, Turbo AC`s, Stooges, MC5 oder Peter Pan Speedrock und Zeke sollten sich die Scheibe umgehend zulegen und sich diesen Adrenalinkick unbedingt ins Wohnzimmer/Auto/Kopfhörer holen.

 

Genre: High Energy Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 34 Minuten

VÖ: 01.09.2017

 

 

 

 

MARTY FRIEDMAN  -  WALL OF SOUND    Prosthetic / Sony

 

www.martyfriedman.com

 

Allen wohl bekannt durch sein herausragendes Gitarrenspiel bei Megadeth, wo er zum Gelingen der Meisterwerke RUST IN PEACE und COUNTDOWN TO EXTINCTION erheblich beigetragen hat, findet man seit einigen Jahren den Gitarrenhelden auf Solopfaden. Sein letztes Werk INFERNO, dass sich wieder auf härtere Klänge einließ, enterte sogar die Billboard Charts und WALL OF SOUND ist tatsächlich das 13. Soloalbum des ex-Megadeth Gitarristen. Und auf WALL OF SOUND gibt es genau das – eine Soundwand an Gitarren. Shred-Stoff mit sehr gutem Songwriting, wo die Gitarrenmelodien die Vocals ersetzen. Auffallend ist, dass das Album mit sehr harten Gitarren aufwartet und die Songs mit feinen Melodien und Solos auflockert. Letztendlich muß man festhalten, dass es nicht besser geht. Gitarristen werden das Album wohl eh aufsaugen und laufend neue Sachen entdecken, aber auch normale Metalfans sollten sich die Scheibe zulegen, weil bessere Instrumentalmusik gibt es fast nicht. Seine Band setzt sich auch aus ganz großen Könnern zusammen; und zwar unterstützt Marty Gregg Bissonett an den Drums und Kiyoshi am Bass. Unterstützung erhält er noch von SHINING Saxofoist Munkeby bei SOMETHING TO FIGHT (dem Song mit Vocals und die passen so gut, dass es fast eine „Schande“ ist, dass man davon nicht mehr zu hören bekommt…), PUSSY GHOST mit Shiv Mehra von DEAFHEAVEN und Jinxx von den BLACK VEIL BRIDES bei dem Song SORROW AND MADNESS. Friedman hat wieder Lust auf METAL und somit werden die Forderungen nach einem Einstieg bei Megadeth mit so einem Statement ala WALL OF SOUND nicht leiser werden. Besser geht’s nicht! Anchecken!

Genre: Instrumental Metal
Musik: 9
Sound: 8
Info: 11 Songs / 53 Minuten
VÖ: 04.08.2017

 

 

 

 

WITH THE DEAD  -  LOVE WITH THE DEAD    Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/withthedead

 

Obwohl ich seit den ersten Tönen von Lee Dorrians alter Band CATHEDRAL ein Fan bin, hatte mich das sehnlichst erwartete Debüt von WITH THE DEAD sehr gelangweilt und letztendlich stark enttäuscht. Darum ging ich ohne große Erwartungen an das Album und um es vorwegzunehmen – ich bin total überrascht. Das Songmaterial vom Debüt stand ja schon, bevor Lee zur Band stieß und evtl. hat man hier etwas mehr als „Band“ gearbeitet. Und mit den ex Electric Wizard und Ramesses Leuten hat er wahre Fachmänner neben sich. Das Material wirkt nicht mehr wie Stückwerk, es ist flüssiger und wirkt durchdachter. Schon der Opener ISOLATION hat so eine unglaubliche Wucht und Kraft, dass es mir fast die Freudentränen in die Augen laufen lässt. Das Riff ist zäh und verdammt langsam, aber das ist man ja gewohnt bzw. erwartet man es. Aber Lee hat endlich diese leidende Stimme wie zu den guten Cathedral Zeiten wiederentdeckt und rundet den Song somit perfekt ab. Die klar zu erkennende Linie tut diese Scheibe verdammt gut! EGYPTIAN TOMB ist etwas flotter als der lavaartige Opener und überzeugt erneut durch starke Vocals. COCAINE PHANTOMS ist ein kleiner Hit auf dem Album, wirkt wie ein sich alles zerstörender, vor sich hin laufender Lavastrom und ist an Langsamkeit kaum zu toppen! Es wird auch etwas experimentiert, etwas im Song WATCHING THE WARD GO BY. Der gut 10 minütige Song besteht zur Hälfte aus Soundcollagen und Effekten, bevor die powervollen Riffs nach gut 5 Minuten einsetzen und eine Duftmarke hinterlassen. Und mit CV1 beendet ein 17 minütiges Doom Monster das Album. 2-3 Songs hätten tatsächlich auf den älteren Cathedral Alben stehen können und somit müssen sich die Doom Jünger das Album unbedingt reinziehen! Welcome back Lee!

 

Genre: Doom

Sound: 9

Musik: 8

Info: 7 Songs / 66 Minuten

 

 

 

 

DEADSMOKE  -  MOUNTAIN LEGACY   Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/deadsmokedoom

 

Schon das DEADSMOKE Debüt hatte dieses unglaublich schöne Coverartwork mit den schneebedeckten Bergen und auch das aktuelle Werk glänzt mit einem verdammt schönen Artwork und nimmt die Kälte des Sounds vorweg. Die Band ist aktuell kein Trio mehr, sondern hat sich mit einem Mann für die Synthies verstärkt, was dem Sound der Band sehr gut tut. Auf der ersten Scheibe waren ja (zumindest für mich) die Vocals der absolute Schwachpunkt, aber mit der zweiten Scheibe der Italiener hat sich das stark verbessert und die Scheibe lebt auch von dem etwas differenzierteren und klareren Sound der Scheibe. MOUNTAIN LEGACY startet mit MALEVOLENT PATH, einem extrem langsamen, mit fetten Riffs aufgepumpten Song/Intro, der nur von Schreien des Sängers unterlegt ist. Das ist noch mehr ein Mix aus Drone und Sludge und Doom, kann aber schon mehr überzeugen als ein Großteil der Songs vom Debüt. ENDLESS CAVE lebt dann erneut von der unglaublich fabrizierten Power und super passenden Vocals. HISS OF THE WITCH hat einige fette Doomriffs bevor das fast Black Metal-artige EMPEROR OF SHAME etwas flotter aus den Boxen dröhnt. Der Bathory Drum Rhythmus überzeugt und lässt den Song zu einem der Höhepunkte des Albums werden. Aber WOLFCURSE ist DER Hit der Scheibe. Hier stimmt alles. Die chorartigen Vocals, die fetten langsamen Riffs und die eindringliche Kraft des Songs. FOREST OF THE DAMNED und vor allem der Titelsong (ein 10 minütiges Monster mit wiederholt schnelleren Parts) überzeugen auch zum Ende der Scheibe. Respekt: wirklich! Das hätte ich nicht gedacht. Ein etwas aussagekräftigerer Sänger würde die Band wahrscheinlich in die Topliga spülen, weil musikalisch geht es fast nicht besser! Doom/Sludge/Drone Fans müssen unbedingt reinhören!

 

Genre: Doom Drone Sludge

Musik: 8

Sound: 9

Info: 7 Songs / 39 Minuten

VÖ: 29.09.2017

 

 

 

NUISANCE OF MAJORITY  -  SAVAGE RITUAL   Toanol / Broken Silence

 

www.facebook.com/nuisanceofmajority

 

Laut Info vermischt die Band Stoner, Thrash, Punk und diverse Arschkicker-Stile. Früher hätte man einfach Crossover gesagt und eine geile Packung bekommen. Aber leider kann ich die erwähnten Agnostic Front, Entombed und Smoke Blow zu keiner Zeit entdecken. Die Scheibe setzt einiges an Energie frei, ohne aber einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. SAVAGE RITUAL, der Opener, ist sehr Hardcore-lastig, was vor allem an dem Gesang liegt. THE BIG TAKEOVER bietet dann normale Vocals und mehr Crossover und Thrash Riffs, was der Band erstmal besser zu Gesicht steht. Die Gitarristen haben wirklich einige sehr gute Riffs entworfen. Aber irgendwie passt die Gesamtumsetzung nicht wirklich. Z.B. ist  TIME TRAVEL PROTOCOL ein kleiner Höhepunkt auf dem Album, aber Bäume versetzen kann er leider auch nicht. Auch hier überzeugen eher wieder die normalen Vocals, wohingegen ROTTEN SOUL schon eher mit seinem Metalcore-Einflüssen total nervt. Hier finden sich fünf Freunde im Proberaum wieder und die musizieren seit über 10 Jahren, weil sie diese Musik lieben. Was ja genau das ist, was es ausmacht. Die Scheibe hat sicherlich Herz und die Band kann Stolz auf das Album sein, den schlecht ist es auf keinen Fall und wird so einige kleine Clubs zum beben bringen. Aber dabei wird es wohl auch bleiben. Hier und da mal ein lokales Konzert spielen, ein paar CDs an den Fan bringen und …. passt. Macht ja auch glücklich. Für die größere Masse fehlt den Songs aber der Wiedererkennungswert und der Mix, der sich wirklich gut liest, aber eher unproduktiv für eine breitere Hörerschaft ist. Wohingegen der Name auch eher hinderlich ist….

 

Genre: Thrash Crossover

Musik: 7

Sound: 7

Info: 10 Songs / 39 Minuten

VÖ: 22.09.2017

 

 

 

KILL PROCEDURE  -  BRINK OF DESTRUCTION   FC Metal / Soulfood

 

www.facebook.com/killprocedure

 

 

Von KILL PROCEDURE hab ich noch nie was gehört und ist laut Infozettel eins der bestgehütesten Geheimnisse des US-Metal. Und ja – es sollte einfach ein Geheimnis bleiben. Das ist nämlich gar nichts, was aber ausschließlich am Gesang von Lou St. Paul (Winters Bane, Gitarre und Vocals) liegt. Musikalisch ist das schon alles sehr geil und die Band um Kelly Conlon (ex-Death/ex-Monstrosity) am Bass und Jeff Curenton (ex-Seven Witches/Winters Bane) hat zusammen mit Lou ganz starke Musik entwickelt, die irgendwo zwischen alten Death Angel, alten Metallica, Annihilator und vor allem Megadeth angesiedelt ist. Sicherlich ist das hier nichts Neues, aber gut gemacht, auch wenn man z.B. bei SPELLS DEATH schon etwas zu arg bei Slayer sich das Riff geliehen hat. Aber eine Band wie Monument macht ja nichts anderes (mit Maiden…) und wird abgefeiert. Also das ist schon gut, aber immer wenn die Vocals einsetzen, wird leider ganz viel zerstört. Die Stimme von Lou ist ein Mix aus Dave Mustaine und mittleren Annihilator Sachen, bloß um einiges schlechter und fast unhörbar. Wirklich schade um diese Scheibe, da hätte man mit einem guten Sänger wirklich was reißen können in der aufkommenden Thrash Welle. BRINK OF DESTRUCTION war eigentlich der Nachfolger von WINTERS BANE 1993 Album HEART OF A KILLER gedacht, doch das damalige Label war der Stilbruch zu krass und veröffentlichte das Album nicht. Dieses Album wäre mit Tim „Ripper“ Owens als Sänger (der ja das HEART OF A KILLER Album einsang) sicherlich ein Knaller! Schade! Wirklich schade!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 6

Sound: 8

Info:

VÖ: 25.08.2017

 

 

 

 

THE QUILL  -  BORN FROM FIRE    Metalville / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

Nach einer längeren Auszeit ist es also wieder zurück – das klassische Line-Up, welches den Klassiker SILVER HAZE eingspielt hat. VOODOO CARAVAN und HOORAY! IT`S A DEATHTRIP führte die Band fast an die Spitze der Retro/Stoner Rock Szene, bevor sie dann zerbrach. Sänger Magnus Ekwall (Ayreon) hat nun wieder Jolle Atlagic (Drums / Hanoi Rocks, Electric Boys, Firebird), Christian Carlsson (Gitarre) und vor allem Roger Nilsson (Bass / Spiritual Beggars, Firebird) zurückgeholt und jetzt versucht die Band, an die anfänglichen Erfolge anzuknüpfen. Und um es vorwegzunehmen, ein großer Teil des Materials ist wirklich in der Lage, die Band nach ganz oben zu pushen. Meines Erachtens hätte dem Album (vor allem bei dieser Spielzeit) 2-3 Songs weniger gut getan und somit wurde die Chance auf ein „only Hits Album“ genommen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn auch die (in meinen Augen) „nicht so herausragenden Songs“ sind immerhin noch gut. Die drei Scheiben zwischen 2006 und 2013 hatten auch ihre starken Momente, aber das richtige THE QUILL Feeling gibt es wohl nur zwischen diesen 4 Jungs… Der 10. Release hat dann alles, was der Fan hören will. Genau diesen Mix aus fettem Stoner Rock und Classic Rock, den nur wenige Bands so überzeugend auf die Reihe kriegen. Der Opener STONE BELIEVER ist zwar dreißt von UNIDA geklaut, aber ist ein fetter Stampfer und einer der besten Songs der Band überhaupt! Trotzdem reißen einen die Stoner Rock Songs (THE SPIRIT AND THE SPARK) unheimlich mit und werden durch starke Classic Rock Songs (HOLLOW OF YOUR HAND, SKULL AND BONES mit einem unglaublichen Riff und einen Hammer Refrain – HIT!) aufgelockert. Hier stimmt die Mischung. Die eher langsamen GHOSTHORSE (mit starken Riffs, wieder diesem UNIDA Groove/Drums und starken Sabbath „Technical Ecstasy“ Mittelteil) und UNCHAIN YOURSELF (super 70s Rocker wieder mit „Technical Ecstasy“ Momenten…)überzeugen durch mächtigen Druck und Power. SET FREE BLACK CROW ist dann eine Soundgarden Verbeugung, die die Band zu ihren besten Zeiten wohl so nicht mehr inbekommen hat! Hier paßt alles: Stimmung, Vocals, Musik. Ein absolutes Highlight. Und was Magnus Ekwall am Mikro abliefert, hat Weltniveau! Alle Rockfans sollten hier auf jeden Fall zuschlagen und ich hoffe mal, dass die Band in dieser Besetzung eine Konstanz entwickeln kann.

 

Genre: Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 12 Songs / 63 Minuten

VÖ: 25.08.2017

 

 

 

 

IN THIS MOMENT  -  RITUAL      Roadrunner Records / Warner

www.inthismomentofficial.com

Nach der sehr starken BLACK WIDOW und einigen aufsehenerregender Liveshows, kommt nun das viel erwartete neue Album der US-Metaller. Und um es vorwegzunehmen, ist es leider nicht der erhoffte Hammer geworden. Das liegt zum einen daran, dass die Vocals von Maria Brink fast alles vermissen lassen, was den Vorgänger ausgezeichnet hat. Diese leidende, seufzende, erotische, flüsternde und flehende Singen ist leider ganz wenig auf dem Album zu hören. Gitarrist Chris Howorth hat zwar wieder das gewohnte Modern Metal Brett gefahren, aber leider ist es der Band nicht gelungen, die Hitdichte des Vorgängers zu halten oder gar zu übertreffen. Zwar hat Grammy Gewinner Kevin Churko einen dicken Sound gezimmert, aber das hilft alles leider nichts. Zwar läßt der Opener OH LORD gleichmal die Fans verzückt zurück, aber ansonsten kann leider nur noch das verdammt starke RIVER OF FIRE das Feuer von BLACK WIDOW halten. die Billy Idol Coverversion von WHITE WEDDING (hier BLACK WEDDING) mit Rob Halford im Duett ist gut, aber wirkt total verschenkt, weil Rob zu wenig zum Einsatz kommt. Und auch der Phil Collins Hit IN THE AIR TONIGHT wirkt zwar düster, aber auch hier denkt man immer, dass kann doch nicht alles gewesen sein. WITCHING HOUR sticht noch heraus, aber sogar die (sonst immer Gänsehautgarantie!) Ballade LAY YOUR GUN verpufft total. Eine gute Scheibe, die sicherlich wieder alle Charts entern wird, aber nach BLACK WIDOW leider ein großer Schritt zurück....


Genre: Modern Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 12 Songs / 49 Minuten
VÖ: 21.07.2017

 

 

 

 

GUNASH  -  GREAT EXPECTATIONS    Go Down Records

 

www.gunashmusic.com

 

Die zweite Platte der Italiener ist mir noch in angenehmer Erinnerung und schon kommt das dritte Werk nach. GREAT EXPECTATIONS hinterläßt nach mehrmaligen Hören einen angenehmen Eindruck, obwohl weiterhin der große „Aha-Effekt“ ausbleibt. Die Band verbaut viele Einflüsse, angefangen vom Stoner Rock artigen Grundsound zu einigen Alternative Rock Ausflügen im Gitarrenbereich und einer Grunge-Rock geprägten Stimme. Herauszuheben ist sicherlich, dass Rami Jaffee (Wallflowers, Foo Fighters) bei einigen Songs als Keyboarder angeheuert wurde und der Band einige gute Einsätze verpaßt. Das paßt gut dazu was sich Rami da aus den Fingern gesaugt hat! Ein herausragender Song ist sicherlich STRAY DOG (mit Cellisten Marco Allocco als Gast), wo sich fette Stoner Rock Riffs und einfühlsame Melodien zu einer tollen Masse vereinen. Auf der Scheibe wird ein großes Spektrum abgedeckt. Von harten Songs (NEED TO BLEED, SICKTOWN) über Prog-Rock (STONE GARDEN) bis zu bluesigen Elementen (GUNASH BLUES) dürfte für jeden etwas dabei sein, auch wenn mir die Spielzeit etwas zu üppig ausgefallen ist. Aufgeschlossenen Rock Hörer, als auch Stoner Rock Fans, die es nicht nur immer heavy lieben, können bei den Italienern ruhig mal ein Ohr riskieren…

 

Genre: Heavy Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 10 Songs / 47 Minuten (Musik)

VÖ: April 2017

 

 

 

MORTIFICATION  -  SCROLLS OF THE MEGILLOTH    Metalville / Nuclear Blast Classics

 

www.facebook.com/mortification777

 

Metalville nimmt sich einiger längst verschollener Klassikerscheiben aus den Nuclear Blast Anfangszeiten an und veröffentlicht mit dem australischen Trio Mortification gleichmal ein Death Metal Brett. Nuclear Blast war ja in ihren Anfangszeiten ein Garant für extreme Musik und auch mit dem Signing von der ersten, damals für die Szene noch sehr ungewöhnlichen, christlichen Death Metal Band setzte man ein Ausrufezeichen, was damals zu einigem Unverständnis und Kritik in der Death Metal Szene sorgte. Vielleicht hat die Band genau wegen diesen christlichen Texten und Image den großen Durchbruch nie geschafft. Den musikalisch konnten sie damals locker mit den führenden Bands mithalten. Das zweite Album der Band ist hochklassiger Death Metal, wie er in den 90er Jahren gespielt wurde. 1992 wurde es erstmals veröffentlicht und bekam durchgängig herausragende Kritiken und war auch bei mir ein gern gesehener Gast auf meinem Plattenspieler. Vor allem der Carcass-artige Doppelgesang bei TERMINATE DAMNATION fesselt einen heute noch und ist an Bösartigkeit nicht zu überbieten. Riffs dominieren das Album und wurden in dieser Intensität nur zu dieser Zeit geschrieben. NOCTURNAL entfacht nach einem coolen Intro ein wahres Death Metal Feuerwerk, das folgende TERMINATE DAMNATION fegt alles weg und bei ETERNAL LAMENTATION regieren die Riffs von Michael Carlisle über alles. Die Band war auf ihrem Höhepunkt angekommen und konnten trotzdem nicht den großen Durchbruch erringen. Der herausragende Titeltrack zeigt nochmal die ganze Schwere und Musikalität von Steve Rowes Band. Und man merkt, dass das Album keinen Deut an Durchschlagskraft verloren hat! Würde die Band das Album heutzutage veröffentlichen (wo christliche Texte keine Seltenheit mehr darstellen!), wäre der große Durchbruch wohl unumgänglich! Ein Meisterwerk! Das Album erscheint im schönen Digipack mit den original Layout. Auf ein Remaster (nicht nötig!!!) und Bonustracks (kann man so oder so sehen) wurde verzichtet. Man blieb einfach so nah wie möglich am Original…

 

Gerne: Death Metal

Musik: 9

Sound: 8

Info: 10 Songs / 60 Minuten

VÖ: 24.05.17

 

 

NIGHT IN GALES  -  THUNDERBEAST    Metalville / Nuclear Blast Classics

 

www.facebook.com/nightingalesmusic

 

Nach dem kleinen Underground-Hitalbum TOWARDS THE TWILIGHT legten die deutschen NIGHT IN GALES 1998 mit THUNDERBEAST ihr bis dato reifstes Album ab. Das Melodic Death Metal Genre veröffentlichte zu dieser Zeit mit ihre besten Alben, die alle frisch und unverbraucht und neuartig klangen und auch THUNDERBEAST muß man zu einem der Initiatoren der aufkeimenden Szene und zu einem unausweichlichen Meisterwerk dazuzählen. Das Brüderpaar Frank und Jens Basten an den Gitarren haben sich auf diesen Album zu wahren Meistern entwickelt. Die Leads, Solos und Riffs waren für diese Zeit einzigartig und voller Aufbruchsstimmung und konnten durch Härte als auch durch feine Melodien voll überzeugen. Rifftechnisch geht es auf Songs wie INTRUDER, DARKZONE ANTHEM oder CRYSTALTHORNS CALL fast nicht besser.  Tobias Bruchmann (Bass) und Chrsitian Baß (Drums) ebnen mit ihrem ausgefeilten und technischen Spiel auch die Spielwiese für die Basten Brüder. Und da die Band schon in der Champions League Songs und Ideen verewigt hat, kann sich da der Sänger Björn Gooßes keine schlechte Leistung leisten; und das tut er auch nicht. Sein variantenreicher Gesang ist im Melodic Death Metal Genre sicherlich einzigartig und Björn schaffte es immer wieder, super coole Hooklines trotz aller Aggressivität zu produzieren. Ein etwas langsameres Stück wie z.B. FEVERFEAST bietet zweistimmige Vocals und zeigt die absolute Ausnahmestellung von Björn in diesem Genre. Da es keinen Ausfall auf der Scheibe gibt, ist es schwer, Anspieltipps zu nennen. Aber Songs wie STORMCHILD, BLACKFLESHED und THUNDERBEAST haben heute noch Ausnahmestellungen inne. Die Band konnte sich einen kleinen Fankreis erspielen, aber heutzutage fehlen leider Veröffentlichungen wie THUNDERBEAST. Auch nach so langer Zeit muss es für viele Melodic Death Metal Bands die Messlatte sein. THUNDERBEAST ist ein Monster, dass es wiederzuentdecken gilt! Stärker wie die besten Scheiben von In Flames und Dark Tranquillity!

 

Genre: Melodic Death Metal

Musik: 9

Sound: 8

Info: 13 Songs / 54 Minuten

VÖ: 24.05.17

 

 

HELLAMOR  -  s/t

 

www.hellamor.com

 

Hellamor sind mit ihrer dritten EP zurück und können mit den 4 neuen Songs wiederum voll überzeugen. Nachdem die letzten Scheiben tief im Stoner, Rock`n`Roll und Metal vergraben wurden, hat sich das Songwriting der Band etwas gedreht und man hört auf der neuesten Scheibe viele old school Metal Riffs und Soundhinweise aus der glorreichen Vergangenheit auf dem neuen Album. Der Opener FORGET FORGIVEN startet mit einem schönen Akustik-Intro, dass sich in ein tolles Gitarreninferno verwandelt und Gitarrist Nino lässt hier seine alte Liebe zum Metal von der Leine. Das hat was von alten Testament oder Metallica! Überhaupt besitzt die Basis von Klaus (Bass), Adrian (Drums) und eben Nino an der Gitarre großartiges Potential. Hier werden gute Ideen umgesetzt, ohne das man das Augenmerk auf einen simplen, aber gut durchdachten Song verliert. Der langsame Doom Teil im Song ist z.B. sehr gelungen und kommt so überraschend, dass es eine Freude ist, das zu hören.  Der „Star“ der Band ist natürlich ex-Calamus Sänger und Daredevil Gründer Ralf, der der Musik seinen Stempel aufdrückt. Aber auch der Gesang wirkt reifer und ausgearbeiteter als auf den 2 Vorgängerscheiben und überzeugen auch mit tiefen und und teilweise sogar bösartigen Momenten. FTW ist ein gut nach vorne gehender Rocker, der auch mit bluesigen Teilen ausgestattet ist und einen sehr einfühlsamen Refrain besitzt. DON`T TURN AROUND hat wiederum einen Refrain mit viel Wiedererkennungswert und der Song, der sich im Mid-Tempo tummelt, hat einen starken Mittelteil, wo Nino noch einmal eine tolle Melodie aus seiner Gitarre zaubert. SAY MY NAME ist dann zum Abschluß der EP einer der stärksten Hellamor Songs bisher. Die Riffs sitzen, der Groove rollt und die Vocals passen hier wie die Faust aufs Auge. SAY MY NAME beendet das Album mit einem Donnerschlag und dürfte keinen Hellamor oder alten Calamus Fan enttäuschen.

 

Genre: Metal Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 4 Songs / 26 Minuten

VÖ: out

 

 

 

LLNN / WOVOKA  -  MARKS/TRANCES    Pelagic Records / Cargo

 

www.facebook.com/llnnband

http://pelagic-records.com

 

Zwei junge Post Metal Bands auf einer VÖ, die gute alten Split-VÖs kommen hoffentlich wieder zurück. LLNN haben vor kurzem mit LOSS ein starkes Albun veröffentlicht und WOVOKAs Debüt SAROS ist mir leider nicht bekannt. Erstmal fällt das ganz starke Artwork des Belgiers AMMO ins Auge, dass mich sehr fasziniert und als großes Gemälde sicherlich noch beeindruckender wirkt. Beim MARKS Material von LLNN handelt es sich um Songs vor dem Debüt, also altes Demo-Material, welches aber durch einen starken Sound und der gleichen Wucht wie das erste Album beeindruckt. Die kleinen Spielereien finden hier zwar noch nicht so ausgeklügelt wie auf dem Debüt statt, aber auch hier ist die Schwere der Songs und die Wucht voll ausgereift. Titel kann ich leider auf der Promo CD nicht finden, aber die 6 Songs von LLNN werden keinen Fan enttäuschen und machen Hoffnung auf das zweite Album. WOVOKA dagegen bringen nur einen einzigen Song, der hat es aber mit gut 18 Minuten in sich. TRACES überzeugt mit Stille, Dynamik, fetten Riffs, Intensität und der Heraufbeschwörung der Apokalypse und die 18 Minuten sind sehr einfallsreich bestückt. Beide Bands werden Fans des Post-Metal und der bevorstehenden Apokalypse nicht enttäuschen. Gebt den Jungen eine Chance!

 

Genre: Post Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 7 Songs / 38 Minuten

VÖ: 16.06.2017

 

 

 

TRANSPORT LEAGUE  -  TWIST AND SHOUT AT THE DEVIL    Rodeostar / Soulfood

 

www.rodeostar.de

 

Als 1995 die erste TRANSPORT LEAGUE erschien, war ja Tony Jelencovich noch bei B-THONG aktiv und erwischte mich mit dem Debüt Album voll. Die Scheiben STALLION SHOWCASE und vor allem SUPEREVIL laufen regelmäßig noch bei mir und damals dachte jeder, die Band bricht groß durch. Passiert ist das leider nicht und nach einigen guten Alben haben vor allem die letzten beiden Metalville VÖs BOOGIE FROM HELL und NAPALM BATS & SUICIDE DOGS wieder einen starken Eindruck hinterlassen. Und genau da setzen die Schweden wieder an, bringen geile Riffs, fette Beats und super Songs an den Start und haben natürlich mit Tony einen der besten Sänger in ihren Reihen. DESTROY ROCK CITY und vor allem das mit einem göttlichen Gitarrenriff ausgestattete CANNIBAL HOLOBEAST überzeugen auf ganzer Linie. Hier regieren die besten Riffs seit langem und dürften jeden Altfan überzeugen. SWINE TO SHINE nimmt etwas das Tempo raus und hat einen kleinen Danzig Vibe. ZULU ZOMBIE ZODIAC ist, wie der Name vorgibt, verdammt heavy und schnell und reißt einen wahrlich mit und das abschließende WINTER WAR ist einer der besten und fettesten TL Songs bisher! Mattias Starander am Schlagzeug macht einen super Job und bringt das Herz vor allem bei seinen langsamen, groovigen Parts zum Glühen. Leider fehlen noch 2-3 herausragende Ohrwürmer um die Höchstnote zu bekommen, aber gut – keiner ist unzufrieden und darf sich über ein Riff-Gewitter freuen. Wie schon bei den letzten Aufnahmen ist das Artwork wieder überragend gelungen und mittlerweile lässt sich dort auch ein eigener Stil entdecken. Und kein geringerer als Roberto Laghi, der schon das starke SUPEREVIL und das MUSTASCH Debüt betreut hat, ist für den fetten und druckvollen Sound verantwortlich.

 

Genre: Riff Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 12 Songs / 45 Minuten

VÖ: 28.7.2017

 

 

 

BISON - YOU ARE NOT THE OCEAN YOU ARE THE PATIENT Pelagic Records

www.pelagic-records.com
www.facebook.com/bisonbc

Die Metal Blade Band BISON ist zurück, auf dem geilen Label Pelagic Records. Warum man diesen Schritt getätigt hat, ist mir nicht bekannt, aber die Band paßt perfekt auf das Label. Fünf Jahre ist es schon wieder her, das LOVELESSNESS erschienen ist und das fünfte Album geht den Weg des Erfolgsalbums weiter. Die Jungs aus Vancouver beeindrucken einmal mehr mit einer dicken Soundwand, fetten Riffs und den angepissten Vocals. Sicherlich gibt es viele Bands, die alle ähnlich klingen, aber BISON waren mit die Ersten und haben eine Daseinsberechtigung – auch wegen der unheimlichen Wucht, die das Album erzeugt. James Farwell schreit sich wiedermal die Lunge aus seinem Körper, vergisst aber nie, die sehr guten Riffs mit seiner Stimme in Einklang zu bringen. Der Sänger und Gitarrist sagt zu den Texten: “It was important that the songs fit together to tell a bit of a story, a story of a new life and escaping the city, while still being tethered to it. Life is a constant fight, and though I have taken the fight to a more natural and beautiful place, that struggle persists. This is an album of daily living. It is for everyone.” Na ja – für jeden Musikfan wird das kein Album sein, aber ansonsten hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Album startet
mit UNTIL THE EARTH IS EMPTY und zeigt gleichmal den Weg auf, bietet aber das gewohnt hochwertige Bison Material. ANTI WAR ist dann ein kurzer, knackiger Brocken bevor mit DRUNKARD das erste Mal das Tempo gedrosselt wird, auch leisere Töne Einzug finden und auch sphärische Elemente im Lied integriert werden. Das Gleiche findet sich auch in TANTRUM wieder – dort hat James sogar besonders böse Vocals am Start. Die Scheibe endet mit dem spacigen (natürlich fehlen die dicken Riffsalven nicht!) WATER BECOMES FIRE und überzeugen auf jeden Fall. Starke Produktion von Sanford Parker (Yob, Pelican, Nachtmystium) und alles ist perfekt.Fans der ersten Scheiben werden
nicht enttäuscht sein. Die Band ist um Variation bemüht, scheitert aber auch im eigenen, fest verhafteten Genre. Trotzdem – Fans der Musik sollten zuschlagen.

Genre: Sludge Metal
Musik:
Sound: 8
Info: 7 Songs / 38 Minuten
VÖ: 23.06.2017

 

 

 

WE BUFFALO - II Raging Planet Records

www.ragingplanet.pt
https://www.facebook.com/pg/webuffalo/about/

Das ist ein auf 200 Stück limitiertes Digipack mit starken Stoner Rock Sound. Die Band besteht aus Ricardo Ferreira (Vox, Bass) und Pedro Veiga (Drums, Synths). Duos sind ja relativ in z.Zt. und so machen auch die Spanier mit einem aggressiven Schlagzeugspiel und einen bösen, aber nicht zu verzerrten Basssound ihre Version von Stoner Rock. Nach dem kurzen Instrumental OREGANO startet IDENTITIES mit einer fetten Soundwand mit einigen QOTSA Anleihen, starken und einprägsamen Gesangslinien und durchdachten Songwriting. IDENTITIES hat alles, was ein Szene-Hit heutzutage braucht. Das kurze HOLD THE LINES überzeugt mit etwas mehr Tempo und wiederum herausragendem Gesang. Auch hier muß man der Band ein großes Können unterstellen. Natürlich ist man stark limitiert, hat keine Solos oder ähnliches zur Auflockerung und viele Bands scheitern auch daran. Nicht so WE BUFFALO, die ihre Songs kurz halten, viele gute Refrains einbauen (z.B. UNKNOWN THINGS), fette Riffs verbraten und die sehr variantenreich einsetzen. Und natürlich haben sie mit Ricardo einen starken Sänger. Nach vielen Abgehnummern kommt THE DISAPPEARING ACT mit seinem gedrosselten Tempo gerade recht und lockert unheimlich auf, bevor SPIRAL KNIGHT erneut überzeugt. Einen richtigen Höhepunkt gibt es nicht, da die Songs durchweg überzeugen. Aber TRIVIAL hat durch seine QOTSA Nähe alles an Voraussetzungen, um ein richtig großer Hit zu werden. Der ungewöhnlichste Song ist dann auch der längste (mit fast 4 Minuten) und auch der letzte Song. SEXMOSPHERE ist sexy, groovy und so anders wie die vorhergegangenen 10 Songs. Hier findet man Ausflüge in den Psychedelic und Prog Rock und auch das steht dem Duo sehr gut! Keine große Firma hinter der Band – unverständlich! Trotzdem (nein, gerade deswegen!) – unbedingt anchecken!!!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 7
Info: 11 Songs / 32 Minuten
VÖ: bereichts erschienen

 

 

 

TRICKY LOBSTERS  -  WORLDS COLLIDE     Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

 

Exile on Mainstream steht halt schon immer einfach für gute Musik und Qualität. Auch nach 21 Jahren hat TRICKY LOBSTERS jetzt schon auf den Buckel, aber Alt-Herren-Rock klingt definitiv anders. Die Band hat sich über die Jahre entwickelt und veröffentlich jetzt in meinen Augen ihr stärkstes Werk. Die Songs wirken ausgereift, die Gitarren mach klasse Sachen und der Gesang wirkt sehr ausgereift. Michael Gröper, Aggi Becker und Jörg Peters haben es geschafft, ein Stoner Rock Album zu produzieren, dass mich seit langer Zeit mal wieder fesselt. Der etwas trägere Opener BITTER MAN`S FAME ist gut gelungen, aber schon BATTLEFIELDS lässt einen nicht mehr los. Der Band merkt man an, dass sie von Anfang an dabei waren und auch die guten Gründersounds aufgesaugt haben. BIG BOOK ist ein absoluter Hit, der jeden Club zum Kochen bringen dürfte. Bei TARRED ALBINO geht es etwas gemütlicher zu und driftet etwas in die Anfangszeiten von TL zurück. BLACK & BLUE und FATHER & SON bestechen durch ruhige Momente und gefühlvolle Riffs und das anfangs spacige DREAM DIVER PT I & II (wobei es bei Part II dann sehr riffig und rockig wird) überzeugt auf ganzer Linie. THE FIRE ist einer der stärksten Stoner Rock Songs der letzten Jahre und kann es mit QOTSA Großtaten aufnehmen. Die Aufmachung ist exzellent und das Artwork stark gelungen. Das Album wurde vollständig von der Band, insbesondere von Jörg Peters, dem Drummer produziert und ihnen einen verdammt starken und authentischen Sound zurechtgezimmert! Stoner Fans müssen zuschlagen!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs / 42 Minuten

VÖ: 23.06.2017

 

 

 

BELOW THE SUN  -  ALIEN WORLD   Temple of Torturous

 

www.facebook.com/belowthesundband

www.templeoftorturous.com

 

Bei BELOW THE SUN handelt es sich um eine russische Band, die es schafft, die Kälte Sibiriens auf einen Tonträger zu bannen. Bei ALIEN WORLD handelt es sich um das zweite Album und liefert schwere Riffs, böse Vocals und einen kalten, aggressiven Grundton, dass es einem Angst und Bange wird. Die Musik wird in gemäßigtem Tempo vorgetragen und durch akustische Parts aufgelockert. Gleich der 11-minütige Opener zeigt die ganze Bandbreite von BELOW THE SUN. Atmosphärische Momente, klagende Vocals, dicke schwere Gitarrenriffs und eine bösartige Stimme. BLIND OCEAN bläst einen gleichmal total ins Gesicht. Space Rock gemischt mit Black Metal und Doom Metal. Das ist nicht neu, aber sehr gut umgesetzt. BLIND OCEAN und MIRRORS bedienen genau diese Schiene, bevor es mit GIANT MONOLOGUE, BLACK WAVE und DAWN FOR NOBODY etwas ruhiger und gemäßigter zur Sache geht. Na ja, natürlich nicht ganz, weil z.B. DAWN FOR NOBODY dieses supercoole Lava-Riff beinhaltet. Textlich verarbeiten die 4 Russen den Sci-fi Klassiver „Solaris“ von Stanislaw Lem. Dort wird ein Psychologe auf einem von Wasser bedeckten Planeten mit Erinnerungen gemartert und ihn in den Wahnsinn treiben. Und die Band schafft es, diesen düsteren und beklemmenden Film in Musik umzusetzen. Drone, Prog, Psych, Death und Black Metal Fans sollten zugreifen!

 

Genre: Post-Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 8 Songs / 57 Minuten

VÖ: 26.05.2017

 

 

 

 

GIANT SLEEP  -  MOVE A MOUNTAIN   Eucalypdisc Records

 

www.facebook.com/giantsleep

 

Diese 5 jungen Männser aus Deutschland und der Schweiz waren schon mit irhem Debüt Album das Demo des Monats im Rock Hard. Das nenne ich mal einen Einstieg und natürlich auch ein Qualitätsmerkmal. Erstmal weckt die wunderschöne Aufmachung des Albums starkes Interesse. Und in der Besetzung tummeln sich so namhafte Musiker wie Patrick Hagmann (ex-FEAR MY THOUGHTS) und Thomas Rosenmerkel (ex-DESTRUCTION). Die Musik ist sehr ausgereift, so gibt es als Opener (12 MONKEYS) einen Progressive Rock Batzen der Sonderklasse mit vielen klanglichen Überraschungsmomenten, bevor es mit dem Stoner Rock Kracher FREEWILL MYTH weitergeht. Thomas hat vor allem bei den langsameren Passagen seine großen Momente. Einer der Höhepunkte ist sicherlich der 11-minütige dritte Song, der zwischen Stoner Rock, Pink Floyd und King Crimson wandelt. Funkig und bluesig wird es dann beim nächsten Song, der durch seine Lockerheit überzeugt. LOVE YOUR DAMNATION ist eine lange Ballade, wie man sie heutzutage fast nicht mehr zum Hören bekommt. Auch hier überzeugt Thomas auf ganzer Linie. DENVER und FAILSAFE PLAN rocken in bester 70er Manier, bevor STELLA das Album mit sphärischen Klängen und starken Prog-Rock Momenten beendet. Die Band ist sicherlich mit absoluten Könnern bestückt und schafft es hoffentlich, in der Flut der Bands zu überleben. Denn das hier ist ganz großes Kino. Für 70er Jahre Hard Rock Fans ein Muss – genauso wie für Stoner Rock Fans und Progressive Rock Liebhaber. Da wächst wirklich was großartiges zusammen! Antesten!!!

 

Genre: Classic Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 8 songs / 541 Minuten

VÖ: 26.05.2017

 

 

 

DANZIG  -  BLACK LADEN CROWN   AFM Records

 

www.afm-records.de

 

So, hier ist es also endlich, das neue Danzig Album. 25 Jahre ist es schon her, als DANZIG III: HOW THE GODS KILL das Licht der Welt erblickte und die Band ganz nach oben beförderte. Und jetzt kommt die neue Scheibe; für mich als Extrem-Fan natürlich ein Fest. Schon als Misfits Fan wurde ich danach mit Samhain fast umgeblasen und die ersten 4 Danzig Scheiben sind sicherlich das Nonplusultra im Rock Bereich. Selten hat eine Rockband so böse und gemein gewirkt, wie damals. Und trotz einer relativ missglückten Industrialscheibe (5), konnte Danzig noch einmal ein Ausrufezeich mit 6:66 SATANS CHILD setzen. Danach ging es leider aber nur noch abwärts. Sicherlich haben auch die anderen großen Bands der damaligen Zeit nicht durchgehend starke Alben veröffentlicht (Metallica, Slayer etc), aber der Weg nach unten von Danzig von einem einstmaligen Gott ist schon fast dramatisch. Dabei macht er persönlich gesanglich gar nicht so viel falsch. Songs waren immer originell, aber leider leiden alle Scheiben ab der 6:66 über einen unterirdisch schlechten Sound. Und warum Danzig nicht mehr an alte Stärken anknüpfen kann, liegt leider zu 99% an der Band vor allem an T. Victor (obwohl ich Prong sehr mag!). Aber das passt einfach nicht – Glenn bräuchte einfach wieder eine Rock- oder Bikerband und keine Metalband als Backup! Die Gitarren haben schon das letzte Album SKELETONS zerstört. Aber gut – angeblich wird jetzt ja alles besser und voller Freude ging es los. Erst einmal muß ich mich wieder über einen sehr spärlichen und schlechten Sound ärgern. Das nimmt einfach so viel weg von der Musik. Warum ist es ihm nicht möglich, einen fähigen Produzenten ran zu lassen und der Band einen guten Sound hinzuzaubern? Die Scheibe hat immerhin einige gute Songs, aber kann bei weitem nicht an die alten Klassiker anknüpfen bzw. auch nur annähernd daran schnuppern. Der Titeltrack beginnt mit einer melodiösen Gitarrenmelodie und hat viel von den alten Sachen, Glenn klingt wie ein kaputter DOORS-Sänger, der Song plätschert etwas vor sich hin, bevor er am Schluß etwas härter wird. Das folgende EYES RIPPING FIRE ist ein guter Song mit viel Power, bevor es im Refrain etwas gemächlicher zugeht. Das bereits bekannte DEVIL ON HWY 9 rockt gut ab und dann kommt der erste Höhepunkt. Das langsame, eindringliche LAST RIDE, dass auch auf der IV hätte stehen können. Das ist vielleicht genau einer der Songs, auf den alte Fans so lange gewartet haben. THE WITCHING HOUR und BUT A NIGHTMARE (mit einer sehr starken Gesangslinie) sind ebensfalls von früher inspiriert und vor allem erstgenannter besticht durch seinen guten Anfang. BLACKNESS FALLS ist auch gelungen und durch den sehr schleppenden Groove ein Highlight auf dem Album. Und mit PULL THE SUN gelingt Danzig ein Wahnsinnssong! Hier singt er fast wie früher, die Atmosphäre ist beängstigend und somit ein gelungener Abschluß. Glenn hat selbst produziert und erneut ist es ihm nicht gelungen, die eigentlich guten Songs in das richtige Soundgewand (und da meine ich auch die Band inkl. Solos) zu packen. Es ist so schade, weil da wirklich so viel mehr möglich gewesen wäre. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider kein Hammeralbum. Dann hoffen wir auf die nächste Scheibe….

 

Genre: Metal

Musik: 7

Sound: 6

Info: 9 Songs / 50 Minuten

VÖ: 26.05.2017

 

 

 

POUNDING METAL - A TRIBUTE TO EXCITER      Skol Records

 

www.skolrecords.com

 

Eine der besten und heutzutage einflussreichsten Speed Metal Bands, die Kanadier Exciter, werden hier mit einem Tribute Album geehrt und die Scheibe kann durchgängig überzeugen. Exciter, die ja ihren Klassiker HEAVY METAL MANIAC Monate vor KILL EM ALL herausbrachten, haben über all die Jahre dem Trio die Treue gehalten und momentan ist die Band ja in der Originalbesetzung zurück und arbeitet auch an neuem Material. Darum macht dieser Sampler auch Sinn. Einige der angesagtesten neuen Speed Metal Band sind hier vertreten.
Es fällt keine richtige Band ab, obwohl schon EVIL INVADERS mit "Violence&Force" und MASTERS OF DISGUISE mit ihrem sehr melodisch vorgetragenen BLACK WITCH die Höhepunkte darstellen. Die eigentlich sonst sehr starken RANGER haben mit "Evil Sinner" einen ganz guten Beitrag, der aber durch die Stimme etwas abfällt und einer der schwächeren Songs in meinen Augen darstellt. CRYSTAL VIPER haben einen interessanten Ansatz (durch die weiblichen Vocals) und bringen mit "Long live the loud" eine super Version an den Start. RAM ist gut und SAVAGE MASTERS typisch. OCTOBER 31 bringt eine Speedversion mit guten Vocals ein. Das Album, das auf 500 Kopien limitiert ist, wurde von Bart Gabriel produziert und hat den Bands einen guten und vor allem einheitlichen Sound gemeiselt.

 

01. ATTACKER (USA) "Cry Of The Banshee"
02. EVIL INVADERS (Belgium) "Violence & Force"
03. CRYSTAL VIPER (Poland) "Long Live The Loud"
04. IRONSWORD (Portugal) "Death Revenge"
05. RANGER (Finland) "Evil Sinner"
06. RAM (Sweden) "Beyond The Gates Of Doom"
07. MASTERS OF DISGUISE (Germany) "Black Witch"
08. SAVAGE MASTER (USA) "Saxons Of The Fire"
09. OCTOBER 31 (USA) "Stand Up And Fight"
10. VISIGOTH (USA) "Rising Of The Dead"
11. GATEKEEPER (Canada) "Victims Of Sacrifice"
12. VULTURE (Germany) "Feel The Knife"

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs

VÖ: 28.04.2017

 

 

Daredevil Records

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