R E V I E W S

SOLITARY  -  THE TRUTH BEHIND THE LIES   Metalville
 
 
Thrash Metal aus England blieb immer hinten den großen Erwartungen zurück, auch Over the top Bands wie Xentrix oder Onslaught hatten nie das Following wie andere Bands. Solitary gibt es jetzt seit gut 25 Jahren und noch immer konnte die Band kein großes Following aufbauen bzw. bleibt in der Thrash Szene eher unbekannt. Das hat und hatte sicherlich auch seinen Grund in den Outputs und somit bin ich erst einmal wirklich über das neue Album überrascht. Es wird kein Klassiker werden, das gleich einmal vorweg, aber wer auf guten Old School Thrash Metal steht, wird hier sehr glücklich werden, weil sie sich einfach auf das beschränkt, was das Genre einmal ausgemacht hat. Riffs und gute Refrains. So erinnert einiges an die oben erwähnten Landsmänner und vor allem hört man den UK-Thrash Sound deutlich heraus. Natürlich gibt es auch Querverweise zu Exodus und Testament, aber grundsätzlich ist das mehr Xentrix als Exodus. Simon Efemey (Napalm Death, Paradise Lost) hat hier einen dicken natürlich Sound gezaubert und der Band den besten Output seit Gründung veredelt. Solitary schaffen es auch, viel Abwechslung in den festgesteckten Rahmen zu integrieren. I WILL NOT TOLERATE ist ein feiner Thrasher, der absolut gelungen ist. THE DARK...THE RESILIENT rifft sich die Finger wund und ABOMINATE wird mit tollen Vocals von Richard Sherrington (auch Gitarre) garniert. Andy Mellor schafft es, in CATHARSIS und DTR exzellente Riffs zu entwickeln und seine Solos sind sehr ausgearbeitet. Der abschließende Track SPAWN OF HATE rundet diese Scheibe ab. Wem die neue HEATHEN zu melodisch und soft ist, sollte hier mal ein Ohr riskieren!
 
Genre: Thrash Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 8 Songs / 37 Minuten
VÖ: 23.10.2020   
 
 
 
 
FREAKS AND CLOWNS  -  JUSTICE ELITE   Metalville
 
 
Erst vor einem Jahr gab es das Debüt Album des Astral Doors Nebenprojekts FREAKS & CLOWNS und jetzt kommt der schwedische Power Clown erneut um die Ecke. Die Aufmachung und die Optik der Band ist eher kindlich und nimmt viel vom Ernst der Sache. Außerdem ist Sänger Chrille Wahlgreen wohl nicht jedermanns Sache... Der Power Metal der Band ist flott und natürlich sehr gut gespielt, aber mir ist da auch vieles zu dick aufgetragen und zu modern. Der Opener JUSTICE ELITE geht gut ab, aber auch hier wird schon deutlich, dass die sehr aufdringlichen Vocals von Chrille mich nicht über die ganze Spielzeit des Albums bei der Stange halten können. Aber gut, wer fetten Power Metal mag, der wird an Songs wie MAN WITH THE POWER, GUARDIAN ANGELS oder dem coolen HELL YEAH seine Freude finden. Meiner Ansicht nach finden sich aber leider wie beim Debüt einige Songs, die einfach ohne zündenden Ideen auskommen und mehr als Filler wirken. Vielleicht hätten dem Album 2-3 Streichkandidaten gut getan. Astral Doors Fans werden sowieso zugreifen, Power Metal Fans, die vor modernen Einflüssen keine Angst haben, müssen natürlich auch ein Ohr riskieren, da sich auch mit ONE FOR ALL - ALL FOR ONE eine richtige Metal Hymne auf dem Album befindet. Gut gemacht, aber evtl. auch etwas übereilt - da wäre sicherlich noch mehr drin gewesen. Trotzdem - anchecken!
 
Genre: Power Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 12 Songs / 50 Minuten
VÖ: 16.10.2020   
 
 
 
SACRIFIRE  -  EP
 
 
Das es im Metalbereich noch einen so coolen Bandnamen gibt, der nicht vergeben ist, grenzt an ein Wunder. Hier gibt es also jetzt die Debüt EP von der Band SACRIFIRE, die letztes Jahr von Jochen Trunk (Disbelief, Gitarre/Bass) und Dirk Weiß (Warpath, Gesang) gegründet wurde und von Fab Regmann (Disbelief, Maiden united) am Schlagzeug vervollständigt wird. Unter der Regie von Corny Rambadt (Bonded, Disbelief) und Michael Mainx (Böhse Onkelz) entstanden 4 Songs, die auf den ersten Blick sehr weit weg von den 2 Hauptbands DISBELIEF und WARPATH sind, aber die heaviness und schweren Riffs zu ihrer neuen Band transportiert haben. Beim hören kommen mir immer wieder härtere Gothic Sachen in den Sinn, wie sie es in den 90er Jahren unendlich viele Combos gegeben hat. THE SEARCH startet mit einem fetten Riffing. Dicke Riffs ziehen von Anfang des Songs auf, aber der Song hat auch melodische und träumerische Teile. Dirk singt ganz anders wie bei Warpath, seine Mix aus klaren und rauhen Vocals sind gut ausbalanciert. THE SEARCH hat wirklich einen guten Drive. Der folgende AS IF YOU NEVER EXISTED war der erste Song, den Dirk und Jochen zusammen geschrieben haben und ist mit seinen 7 Minuten sehr abwechslungsreich. Die große Überraschung ist der akustische Anfang und die emotionalen und klaren Vocals von Dirk. Das hat viel von Gothic Rock und wahnsinnig viel Ausdruck. Dirks Gesang wird dann von einer melodischen Gitarrenwand untermalt und geht bis zur fünften Minuten im Mid-Tempo durchs Ziel, bevor die Band noch einmal einen Batzen Metal drauflegt und den Song nochmal aufleben lässt. Der größte Hit dürfte auf jeden Fall das vorab veröffentlichte BROKEN sein. Hier drücken die Gitarren in mächtiger Metal Manier und zeugen von der wohlbekannten Disbelief Wucht und erneut sind Dirks Vocals sehr aufdringlich. Trotzdem kommen hier die Melodien nicht zu kurz und der gothic-artige Strophenteil erzeugt Gänsehaut. Großes Kino! UNTIL WE DIE beschließt die EP mit einem erneut recht getragenen Song und sehr starken klaren Gesang von Dirk. Der Song ist keine Kopie, hat aber vor allem musikalisch viel von harten und alten Paradise Lost. Also die Band hat auch produktionstechnisch nur das Beste an Land gezogen und die EP überzeugt von der ersten bis zur letzten Sekunde. Nicht nur Disbelief und Warpath Fans müssen hier ein Ohr riskieren, wer auch guten Gothic Metal aus den 90ern steht, der wird hier absolut glücklich werden. Sehr überraschender Release, der auf mehr hoffen lässt! SUPPORT!!!!
 
Genre: Gothic Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 4 Songs
VÖ: 15.9.2020    
 
 

NUCLEAR  -  MURDER OF CROWS    Black Lodge


www.facebook.com/nuclearcl

Nuclear aus Chile sind mit ihrem 6. Album zurück und bringen über das schwedische Label Sound Pollution / Black Lodge ihr bis dato bestes und ausgereiftestes Werk an den Mann / die Frau. Nach einem Akustikgitarren Intro in bester Metallica Manier bringt schon der Opener MURDER OF CROWS ein geiles 90er Feeling zurück, dass an die besten, lang samen Sepultura Sachen erinnert. Der Song hat eine schwere, die ich lange nicht mehr gehört habe bevor der Song in der Mitte Slayer-artig explodiert und sich zu einem starken Headbanger entwickelt. Die Gitarrensolos von Sebastian Puente und Francisco Haussmann haben fast Slayer Qualität! NO LIGHT AFTER ALL ist purer old school Thrash und erinnert an die guten mittleren Slayer. Mit WHEN WATER THICKENS BLOOD wird das Tempo herausgenommen und durch diesen fiesen Doomer (starkes Riffing mit einem schnellen kurzen Mittelteil!) bringt man unheimlich Abwechslung zwischen die ganzen Thrasher. ABUSADOS hat etwas von groovigen Slayer zu deren Blütezeit, bevor der Refrain eher in die Sepultura Richtung geht. Ganz schnelles Zeug gibt es mit MISERY INC. oder HATETREND oder USELESS TO MANKIND, aber auch das groovige, im Mid-tempo gehalten Material wie das erwähnte WHEN WATER THICKENS BLOOD sticht heraus! Und mit FACING FORWARDS YOU ist der Band mit dem starken Opener zusammen ein echter Thrash Hammer gelungen! Killer Track! Herauszuheben ist die stimmige Produktion und das tolle Cover mit der starken Aufmachung des Booklets. Die Band ist sehr viel auf Tour und laut Info die most active band from south America. Glaub ich sofort. Eine sehr gelungen Thrash Metal Scheibe, die gute Erinnerungen an die 90er weckt und alle Slayer, Sepultura und Exodus (Riffing) Fans glücklich machen dürfte! Und vor allem FRISCH und NATÜRLICH klingt!

Genre: Thrash Metal
Musik: 9
Sound: 9
Info: 11 Songs / 45 Minuten
VÖ: 13.11.

 

 

 

ENIGMA EXPERIENCE  -  QUESTION MARK   Fuzzorama Records

www.enigma-experience.com

Truckfighters Gitarrist Niklas Källgren (hier als Gitarrist, Bassist, Engineer, Produzent) zusammen mit Maurice Adams von Motorfinger und ex-Truckfighter / Witchcraft Drummer Oskar Johansson sind hier die Leute hinter Enigma Experience. Und obwohl das Cover wirklich absolut nicht gelungen ist, macht die Band hier alles richtig! Schon allein der 11 minütige Opener REALITYLINE ist so nah an den guten Soundgarden, wie ich das schon lange nicht mehr gehört habe. Ausgefeilte Melodien, gute Riffs und super Vocals vom Motorfinger Sänger. Das ist durchdacht und ausgeklügelt und erinnert wirklich an die Anfänge des Grunge Rocks. Mit so einer Nummer zu starten zeugt von Mut und Überzeugung. Danach kommt der sehr eingängige Song Lonewolf, der mit fetten Stoner Gitarren punktet und viel vom Dozer/Truckfighters Kosmos bietet. Dazu kommen die unglaublich einfühlsamen Vocals von Maurice, der dem Song einen unglaublich guten Drive gibt. Das ist ein fetter Stoner Rock Hit für das laufende Jahr.  Danach wird es mit MIGHTY MIND wieder relaxter, der Song lässt einen in die Wüste schleifen und dort wird man durch die starken Emotionen des Songs festgehalten. Das folgende CORRUPTION ist dann wieder eine Fuzz Ladung der Sonderklasse bevor EQUILIBRIUM fast eine Stoner Rock Oper ist mit vielen Wendungen und fetten Grooves. So geht Stoner Rock. Und mit THE ZONE gibt es noch einmal einen dicken Stoner Brocken zum Abschluß. Das große Plus dieser Scheibe sind zum einen die ausgearbeiteten Songstrukturen und zum anderen die wirklich herausragenden Vocals von Maurice Adams. Wirklich beeindruckend! Das ist weit weg von Drogen und musikalischen Wiederholungen - das ist ein intensives Hörerlebnis, dass schwer zu toppen ist. Herausragend! Kaufempfehlung und hoffentlich ist das nicht nur ein kurzlebiges Projekt! Das gehört auf die Bühnen der Welt!

Genre: Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / 48 Minuten
VÖ: 13.11.2020 

 

 

 

 

WITCHRIDER  -  ELECTRICAL STORM   Fuzzorama Records

www.witchridermusic.com

Stoner Rock aus Österreich und dann noch auf dem legendären schwedischen Fuzzorama Records? Das klingt erstmal spannend. Witchrider machen anders wie der Name suggiert eine poppige, fröhliche Version des Stoner Rocks im Windschatten von Queens of the Stone Age mit einigen Foo Fighters und Nirvana Einflüssen. Bei Witchrider hätte ich ein dreckiges, doomiges versifftes Monster erwartet...aber gut - der Name enttäuscht. Das ist aber dann auch schon alles, was als "nicht passend" abgehakt werden muss. Die Musik ist sehr gut ausgearbeitet, die Vocals sind extrem gut und mit dem starken Eröffnungsdoppel SHADOWS (eine lupenreine Stoner Granate mit sehr viel Hitpotential - sehr nah an den Queens) und YOU LIED (mit einigen Foo Fighters Momenten) ist die Schlacht schon gewonnen. Diese beiden Songs sind sowas von frisch und groovy - da würden sich einige "Große" die Finger abschlecken. Die Band agiert tight und melodiös, obwohl die gut ausgearbeiteten Riffs und der Groove absolut überzeugt. Das ist wirklich Musik für die großen Festivals! Das große Plus der Scheibe ist, dass es nicht langatmig wird und die Band es wirklich schafft, über 11 Songs die Spannung hoch zu halten. Z.B. gelingt es mit dem Titelsong einen modernen, Indiepop-Song zu zaubern, der an die Großtaten von aktuellen Bands wie Exklusiv oder an Veteranen ala Blackmail heranreicht. Und mit I`M CONFUSED gibt es den nächsten Hit, der jede Tanzfläche füllen dürfte. Das ist sicherlich nicht heavy, aber unheimlich eingängig. Das liegt auch daran, dass Songs wie LET GO (HAMMER HIT!! Starker Refrain und starker Groove) oder KEEP ME OUT OF IT mit guten Refrains und Gesangsmomenten punkten. Und mit MESS CREATOR ist der Band auch ein weiterer Hit gelungen, der locker an die großen Stadionrocker heranreicht. Die Songs haben alle (!!!) richtige Ohrwurmqualität und die Riffs sind simpel, aber effektiv eingesetzt. Österreich hat die letzten Jahre einige extrem erfolgreiche Bands im Popbereich hervorgebracht und lässt jetzt die nächste, natürlich härtere Granate los. Witchrider werden ganz groß werden - auch wenn ich finde, dass der Name weiterhin überhaupt nicht mit der Musik in Einklang ist. Egal - kaufen - supporten - sich an der Musik freuen! Wunderwerk!

Genre: Alternative Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 11 Songs / 50 Minuten
VÖ: 13.11.2020 

 

 

 

MOSH-PIT JUSTICE  -  THE FIFTH OF DOOM    Doc Gator Records
 
 
Doc Gator Records haben da wiedermal einen kleinen Juwel an Land
gezogen. Eine super schicke transparente Scheibe dreht sich hier und
lässt alle Vinyl Freunde schon das Wasser im Mund zusammenlaufen, auch wenn das Artwork eher sehr thrashig rüberkommt. Aus Bulgarien kommt diese Band mit dem eher "untypischen" Namen und hat schon einige VÖs vorzuweisen, aber die 3 gestandenen Männer setzen jetzt mit THE FIFTH OF DOOM noch einen dicken Batzen Metal oben drauf, der auch total zündet. Der Sound ist klar dem Thrash Metal zuzuschreiben und erinnert mich stellenweise an ältere Annihilator Scheiben und vor allem an die göttlichen Forbidden. Also Riffs schreiben können die Jungs und was Staffa Vasilev and Gitarre (übrigens auch an den Drums, die wirklich auch internationales Niveau besitzen und Backing Vocals) hier ablässt, ist wirklich internationale Spitzenklasse. Die Riffs sind toll, die Soli herausragend und die Strukturen einfach klasse. Der Opener DESIGNED TO SUFFER geht gleich in die Vollen und ist ein starker Song mit viel Klasse. Streitpunkt werden aber leider die Vocals von Georgy Peichev sein, der die Töne oft in die länge "zieht" und dann teilweise schon arg neben der Spur liegt. Aber das macht auch gerade den Reiz dieser Scheibe aus. Oft, vor allem auf der zweiten Seite, erinnert er mich an Russ Anderson von den bereits erwähnten Forbidden, vor allem seine Gesangslinien (THE FIFTH OF DOOM, INTO THE LIGHT) klingen stark nach Russ. Das klingt nämlich so nach 80er Jahre, dass es einfach passt. Das sich eine Band das in der heutigen Zeit noch traut, ist aller Ehren wert. Das ist purer Thrash aus dem Bauch heraus und ich mag die Vocals sehr. Und auch in den guten alten Zeiten mussten einige Fans und Bands mit ihren schief klingenden Sängern kämpfen, ich sag hier mal Cirith Ungol als Beispiel (die ja heute plötzlich überall vergöttert werden). DESTINED TO ROW ist eher immid-tempo angesiedelt
und VOICES BELOW, mit einem weltklasse Solo/Mittelteil, erinnert mich teilweise an auch wieder an Forbidden. TO FIND PEACE ist dabei der stärkste Song auf dem Album und könnte wirklich auch von der
neuen Forbidden Scheibe stammen. Und mit MY TRANSGRESSIONS geht es in die gleiche Kerbe! Richtige Thrash Fans werden absolut glücklich mit der Scheibe werden. Ich persönlich (und das ist nur meine Meinung) hätte als Band einfach ein anderes Cover gewählt (obwohl das schon wieder so
schräg ist, dass es wahrscheinlich genau das beweckt - Aufmerksamkeit!) und hätte einfach von hinten mit den Songtiteln angefangen. MY TRANSGRESSIONS, TO FIND PEACE, THE FIFTH OF DOOM, DOWN WE BLEED wäre eine hammermäßige Seite 1 und Eröffnung gewesen, die wohl alle Reviewschreiber weggeblasen hätte. Und hintenraus stimmen auch die Vocals .... so - kaufen! Mehr kann ich da nicht sagen!
 
Genre: Thrash
Musik: 9
Sound: 8
Info: 8 Songs / 42 Minuten
VÖ: out now
 
 
 
TORCH  -  REIGNITED   Metalville
 
 
TORCH! Elektrikiss 1984! Ein tolles Album und, trotz (oder gerade
deswegen) des Artworks, eine Scheibe, die in den vergangenen Jahrzehnten
immer wieder aufgelegt wurde. Der Metal der Schweden war damals schon
sehr gut und hat mit viel Power und guten Songs bis heute überzeugt.
Jetzt kommt völlig unerwartet das Comeback-Album und kann in meinen
Augen überzeugen. Klar klingt das nicht mehr wie 1984, Electrikiss
bleibt einfach (zumindest für mich) unerreicht, aber die Band hat es
geschafft, wie Torch zu klingen (das gelingt ja auch nicht allen alten
Bands, ihren alten Sound in die Jetztzeit zu transportieren) und 9 gute
Metal Songs zu schreiben. Wer Metal, wie er in den 80ern gespielt wurde,
mag, der kann hier blind zugreifen. Schon der Opener KNUCKLEDUSTER ist
ein Hit und überzeugt mit viel Speed und Power, was auch an dem sehr
druckvollen Sound von Jacob Hansen liegt. Der Song hat einen kleinen
modernen Einschlag, der aber nicht negative auffällt. Aber schon mit
COLLATERAL DAMAGE hat man den gewohnten Torch Sound, der irgendwo
zwischen Accept und Priest liegt, wieder. Ein toller Song, der sofort
zündetund der auch die Video-/Singleauskopplung geworden ist. ALL METAL,
NO RUST dürfte bei den kommenden Liveshows ein Hit werden und könnte
wohl so auch von alten Warlock Scheiben stammen. Die Scheibe wird
sicherlich keinen Old School Metaller enttäuschen und muss die Band
einfach zurück auf die Bildfläche bringen! FEED THE FLAME hat auch
diesen typischen 80er Jahre Accept Touch, der einen sofort packt. Vor
allem die Vocals von Östen Kauppi haben nichts an Power verloren, auch
in der balladenartigen Nummer IN THE DEAD OF NIGHT. CRADLE TO GRAVE und
SNAKE CHARMER gehen in eine Metal Richtung und bringen vor allem mit

 

SNAKE CHARMER die typischen 80er Riffs zurück. INTRUDER ist für mich mit
seinem Priest Riffs und tollen rauhen Vocals mit COLLATERAL DAMAGE der
Höhepunkt. Hier stimmt alles und mehr Metal geht nicht! Das starke TO
THE DEVIL AND DUE beschließt dieses tolle Comeback und wird die Band
hoffentlich dahin zurück bringen, wo sie 1984 kurz vor ihrer Auflösung
stand...fast vor dem großen Durchbruch. Metal Fans - get it!
 
Genre: Heavy Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 9 Songs / 42 Minuten
VÖ: out now
 
 
 
JOACHIM NORDLUND`s DREAMS OF AVALON   Metalville
 
 
Joachim Nordlund dürfte allen ASTRAL DOORS Fans ein Begriff sein,
bedient er dort die Gitarre und ist auch Hauptsongwriter und Produzent
der Schweden. Jetzt macht er sich, wie auch der Astral Doors Sänger, als
Solokünstler bemerkbar und hat im Gegensatz zu seiner Hauptband sein
Augenmerk auf AOR / Hard Rock gelegt und bewältigt diese Hürde mit
Bravour. Seine Stimme ist sehr angenehm und passt perfekt zu dieser
Musik. Der Melodic Rock ist super ausgearbeitet und dürfte für
Metalville zusammen mit dem LIONHEART Album einige Hard Rock Fans in
Verzückung bringen. Die Nummern sind abwechslungsreich und überzeugen
mit tollen Refrains und tollen Gesangslinien. Der Sound ist ja grad
wieder sehr angesagt und dürfte auch für Journey Anhänger interessant
sein, weil doch die Keyboardsounds mit den Gitarren gut harmonieren. Ein
rundes, gelungenes Hard Rock Album, welches wahrscheinlich in den 80ern
Millionenumsätze verzeichnet hätte. Vor allem UNDER THE GUN und SHINING
LIGHT, mit tollen Sologitarren, wären da wohl auf MTV rauf und runter
gelaufen.
 
Genre: Melodic Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 11 Songs / 43 Minunte
VÖ: bereits erschienen
 
 
 
 
SILIUS  -  WORSHIP TO EXTINCTION   ROAR!
 
 
Seit 2013 gibt es die Band schon und außer Pungent Stench und
Disharmonic Orchestra haben mich aus Österreich nicht viele Bands
nachhaltig fasziniert. Das könnte sich evtl. mit Silius zumindest ein
bißchen ändern. Der Thrash Metal ist kraftvoll gespielt und überzeugt
mit streckenweise guten Songs. Die vorherigen Veröffentlichungen sind
alle ganz okay, aber der aktuelle Output hat sicherlich am meisten
Potential und wird der Band einige Türen öffnen, obwohl hier weiterhin
nicht alles Gold ist. Aber schon das Eröffnungsdoppel WORSHIP und
C.U.L.T. sind Treffer. Riffmäßig ist das 100% Bay Area, old school
zwischen Exodus, alten Testament und von Hammerfall-Produzent Henrik Udd
mit einem perfekten Thrash Metal Sound ausgestattet. Hier und da hört
man dann trotzdem zuviel "Idole" raus, z.B. beim erwähnten
Eröffnungsdoppel (Exodus), LESSON OF BLood (Xentrix) oder bei ABOMINATE
(Testament), aber was machts. LESSON IN BLOOD ist ein weiterer,
schneller Song der toll umgesetzt wurde. Die Vocals kommen immer
aggressiv rüber, aber nicht im modernen Stil, sondern gut ausgearbeitet
und verständlich. Die Band hat Gott sei Dank nicht den Fehler gemacht
und zu viele Songs aufgenommen. Die 11 Songs sind rund und können in
ihrer Kompaktheit über die ein oder andere Schwäche hinwegsehen. Das
Album macht Spaß und dürfte jungen sowie auch alten Thrashern sicherlich
gefallen und wird durch ein tolles Artword von Remedy Art abgerundet.
 
Genre: Thrash Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 11 Songs / 45 Minuten
VÖ: bereits erschienen
 
 
 
 
DETENTE  -  RECOGNIZE NO AUTHORITY    MDD Records
 
 
Das tolle, und leider oft unterschätzte Underground Label MDD Records veröffentlicht eines der wichtigsten, besten und intensivsten Thrash Metal Alben aus der guten alten Zeit. Und das als Remaster (was die Atmosphäre aber nicht zerstört!) und mit Bonus-CD! Wir sprechen hier von der L.A. Band DÉTENTE, die seit 1984 unterwegs sind und mit dem Debüt Album ein Thrash Metal Meisterwerk veröffentlicht haben. Leider wurde die Band um Sängerin Dawn Crosby nie richtig bekannt und blieben, auch mit der Nachfolgeband FEAR OF GOD, ein Insidertipp. An der Gitarre findet man hier übrigens Produzentenlegende Ross Robinson! Und auf den späten Demos findet sich sogar Dave Mc Clain (Machine Head, Sacred Reich) an den Drums. Das Album RECOGNIZE NO AUTHORITY ist ein 10 Punkte Thrash Referenzwerk und gehört (zumindest für mich) zu den Top 10 Thrash Metal Alben in den 80ern. Das 1986 veröffentlichte Debüt strotzt nur vor Hits und unglaublicher Power, die damals die Szene ausgemacht hat. Vor allem Dawn Crosby ist aber hier der Punkt, die mit ihren keifigen, aggressiven, punkigen und angepissten Vocals die Band vom Rest der Szene abgehoben hat. LOSERS, HOLY WARS, BLOOD I BLEED, RUSSIAN ROULETTE sind Thrash Metal Brocken, wie sie besser kaum hinzubekommen sind. Das Songmaterial kann locker mit den damaligen "Größen" mithalten, vielleicht war die Welt für eine so aggressive weibliche Stimme noch nicht bereit. Dawn Crosby (RIP) war zumindest in der Szene eine Legende und hat später mit FEAR OF GOD noch zumindest ein 10 Punkte Werk abgeliefert. Aber sie hat sich nie mehr so geklungen wie hier (was man auch an den beiliegenden Nachfolgedemos gut hören kann). Also old school THRASH Maniacs müssen dieses Werk kennen, aber ein richtiger Fan der Musik hat dieses Werk eh schon im Schrank stehen... Aber, und das macht diesen Re-release so sinnig, auch die Fans müssen sich die Do-CD von MDD holen, weil hier gibt es noch eine zweite, herausragende CD dazu! Zum einen gibt es mit der aktuellen Sängerin Tiina Teal zwei aktuell (na ja, 2010) eingespielte Songs, u.a. den Klassiker BLOOD I BLEED. Sicherlich ist sie keine neue Dawn, aber sie macht ihre Sache ganz gut und hat zumindest eine ähnliche Stimmlage. Da gibt es also die zwei Demos von 1984, also vor dem Debüt, die in gutem Sound überzeugen und 4 Songs der ersten Platte enthalten. Nur der Livesong und der Rehearsal Song von 1985, trotz unberücksichtigter Songs, stört durch den schlechten Sound. Absolutes Highlight sind hier die Demos III und IV von 1987 und 1989, die unter Detente eingespielt wurden und dann später teilweise auf dem FEAR OF GOD Debüt gelandet sind. Hier hört man die thrashigere Version dieser atmosphärischen Songs und ein zweites DETENTE Album wäre in eine komplett andere, dunklere und langsamere Richtung gegangen. Für FEAR OF GOD Fans ist das hier ein absolutes Muss, auch weil es nicht alle Songs der Demos auf das Debüt geschafft haben. Danach gibt es noch 7 Songs der beiden Demos von CATALEPSY, welches die komplette DETENTE Mannschaft war mit neuer Sängerin Veronica Ross. Die Songs entstanden nach dem Split mit Dawn 1987 und 1988 und können die Klasse nicht halten, obwohl es sicherlich nicht schlecht ist. Aber die Band holte dann zumindest für die Detente Demos Dawn zurück, bevor es endgültig zum Split kam und Dawn mit komplett neuer Mannschaft 1989 das vielbeachtete WITHIN THE VEIL Debüt veröffentlichte und leider 1996 an Leberversagen starb. Also - KAUFEN! Ein dickes Booklet, mit allen Texten, Liner-Notes (von Bassist Steve Hochheiser), Fotos und Flyern rundet diesen tollen Release perfekt ab. 
 
Genre: THRASH METAL
Musik: 10
Sound: 9
Info: 31 Songs / 2 CDs
 
 
 
WITCHSKULL  -  A DRIFTWOOD CROSS    Rise Above Records 
 
 
Ein Riffmonster vor dem Herrn. Langsam, erdrückend, faszinierend. Was die 3 Herren aus Australien hier auf Vinyl / CD gebannt haben, ist schon beeindruckend. War der letzte Longplayer COVENS WILL schon sehr gut, haben sie es geschafft, noch eine dicke Schippe an Melodien, eingängigen Hooks und fetten Riffs draufzupacken. Die Band hat viel Zeit im Proberaum verbracht, was man der Scheibe auch anhört. Das klingt hommogen und sehr ausgearbeitet. Da ist keine Note zu viel. Und der Sound passt einfach perfekt dazu. Da wird eine Energie befördert, wie man es heutzutage mit den ganzen Plastikproduktionen selten mehr erlebt. Ausnahmestellung der Band sind sicherlich die schrägen, fast weinerlichen (oder weiblichen) Vocals von Marcus De Pasquale, der sicherlich nicht allen gefallen wird, aber mit seiner Stimme eine hypnotische Wirkung verursacht. Und dazu diese fiesen Riffs, die in der Kombination eine unheimliche Durchschlagskraft vermitteln. Der Opener BLACK CATHEDRAL ist eine besser Fortsetzung des COVENS WILL Albums. Das folgende BAPHOMET`S CHILD ist die beste Witchskull Komposition ever und überzeugt durch ein fettes, geiles Riff und eindringliche Vocals. Das folgende THIS SILENT PLACE wirkt dann verspielter und ausgeklügelter - aber immer noch in bester Doom Tradition. THE RED ALTAR ist ein eher normaler Witchskull Song, der aber zum Ende hin noch einmal richtig Gas gibt, bevor das tolle DRESDEN mit einigen Tempowechseln punkten kann. MARCH OF WINTER ist dann wieder unglaublich heavy und bösartig und NERO ORDER ist wie ein Acid Trip, der nicht enden will. Der Titelsong beendet das Album mit einem bösen, dunklen Riff, der die Essenz von Witchskull gut zusammenfasst. Ganz stark! Da ist der Band ein Meisterwerk gelungen, dass sicherlich (hoffentlich) für viel Aufmerksamkeit sorgen wird. So geht fette Musik!
 
Genre: Stoner Doom
Musik: 9
Sound: 9
Info: 8 Songs / 39 Minuten
 
 
 
LAMB OF GOD  -  LAMB OF GOD     Nuclear Blast
 
 
Ein selbstbetiteltes Album heißt meistens ein besonderes Statement einer Band. Und sicherlich ist es für die Band auch ein wichtiges Album, weil ihr langjähriger Drummer die Band Richtung Megadeth verlassen hat. Und nun ist es also hier. Pure Lamb of God. Keine Experimente. Pure Lamb of God. Und das funktioniert recht gut. Die Band hat weiterhin einen guten Pool an Ideen und der neue Drummer macht seine Sache sehr gut und die Band schafft es erneut, einfach ein Album (erfreulich kurz!) mit 10 starken Songs zu veröffentlichen. Randy Blythe schafft es auch weiterhin, gute und hörenswerte Refrains zu fabrizieren und die Band immer wieder zu pushen. Es hat sich nichts geändert. Die bekannten Stärken der Band sind weiterhin präsent und der Groove Metal hat über die Jahre nichts an seinem Reiz verloren. Die Band ist ihrer Linie treu geblieben, was ja auch nicht bei vielen Bands vorkommt. Auch gibt es wieder schnellere Songs, was ja in der Vergangenheit nicht immer zu hören war. Schon der enorm starke Opener MEMENTO MORI überzeugt mit einem Killer-Riff und lässt auf große Taten hoffen. RESURRECTION MAN ist sehr düster und geheimnisvoll ausgefallen, GEARS ist voller Aggression und mit NEW COLOSSAL HATE hat die Band wohl eines ihrer besten Songs geschrieben. Hier stimmt einfach alles. Weitere Highlights sind POISON DREAM mit Jamey Jasta als Gast und das tolle, sehr starke ROUTES mit Chuck Billy. Diese beiden Sänger ergänzen sich wirklich perfekt und die Band hat einen tollen Thrash Metal Song darunter gezaubert. Auch der Sound ist gewohnt fett und druckvoll, was an der erneuten Zusammenarbeit mit Josh Wilbur liegt. Das Album ist ein guter Mix aus allen Stärken der Band und es befindet sich kein schwacher oder mittelmäßiger Song auf der Scheibe! Fans werden die Platte sicherlich unter den Top 3 der Lamb Of God VÖs einordnen. Ein frisches und zorniges neues Werk!
 
Genre: Thrash Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 10 Songs / 45 Minuten
 
 
MAGICK TOUCH  -  HEADS HAVE GOT TO ROCK N ROLL    Edged  ircle Productions
 
Magick Touch aus Norwegen kommen mit dem 3. Output um die Ecke und es ist ein gutes Album in der Schnittmenge Proto Metal / Hard Rock / 80s Metal geworden. Viel 70er Musik klingt durch, aber mit der nötigen dicken Riffgewalt. Aber auch die großen Saxon, Priest, Kiss oder Thin Lizzy haben ihre Spuren hinterlassen. Die Musik rockt gut nach vorne und der ausdrucksstarke Sänger macht den Deckel drauf. Die Band hat als Support für Audrey Horne ein bißchen Aufmerksamkeit einfahren können und schon der Titel macht Lust auf die Musik. Auch das Artwork ist sehr gelungen und überzeugt. TO THE LIMIT ist ein gelungener US Radio Hymnen Kracher. DOOMSDAY I`M IN LOVE ist sehr Sabbath lastig und PHANTOM FRIEND rockt in einer angenehmen Art und Weise. Da funktioniert jeder Song als Gesamtes und kann trotzdem durch seine Individualität jedes Stückes überzeugen. Die Spielwiese von Magick Touch ist groß und wird weitflächig abgegrast. Ein Song wie WAITING FOR THE PARASITES würde auch gut bei KISS stehen können. Der beste Song ist in meinen Augen BAD DECISIONS, der etwas von moderneren THIN LIZZY hat und durch ein angenehmes Groovefeeling überzeugt. MAGICK TOUCH haben sicherlich einen großen Schritt nach vorne gemacht und Freunde von NWOBHM ala TYGERS OF PAN TANG oder 80er Metal ala ALICE COOPER oder DOKKEN müssen mal ein Ohr riskieren. Gute Band!
 
Genre: Hard Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 43 Minuten
VÖ: 26.06.2020
 
 
 
CARTHAGODS  -  THE MONSTER IN ME    Metalville / Rough Trade
 
 
In Tunesien gründeten sich 1990 eine Band namens CARTHAGODS und zählt mittlerweile in Tunesien zu den dienstältesten Bands. Aber auch in Europa konnte man schon die Bühne mit Slayer, Priest und Blind Guardian teilen. Nach dem Debüt 2015 kommt jetzt das Zweitwerk und überzeugt mit progressiven Power Metal, der druckvoll produziert wurde. Mikael Stanne (Dark Tranquillity) und Mark Jansen (Epica) sind als Gastsänger dabei, was vor allem dem Opener WHISPERS FROM THE WICKED gut zu Gesicht steht. Zwar ist der powervolle Gesang von Mahdi Khemas sehr gut gelungen und er kann sicherlich international locker mit den Guten mithalten, aber erst Mikaels Growls gibt das gewisse Etwas (wenn man auf sowas steht). THE MONSTER IN ME folgt und überzeugt erneut durch gute Gitarrenarbeit und toller Ausarbeitung der Songs. In der zweiten Hälfte des Albums wird es leider etwas Balladesker und epischer und man vermisst die Power der ersten Hälfte. Die orientalischen Einflüsse hört man bei einigen Songs in meinen Augen zu sehr heraus, was aber sicherlich andere Leute sehr lieben werden. Mir persönlich ist es ein wenig too much und zu symphonisch. Da helfen auch die Growls in A LAST SIGH nicht mehr (ich finde die Growls eher störend). Trotzdem, Fans, die auf Progressive Power Metal stehen, müssen (!) ein Ohr riskieren. 
 
Genre: Power Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 8 Songs / 49 Minuten
VÖ: 17.07.2020
 
 
 
DOZER  -  IN THE TAIL OF A COMET / MADRE DE DIOS / CALL IT CONSPIRACY    Heavy Psych Sounds
 
 
Endlich!!! Die mit Unida wohl stärksten Stoner Rock Veröffentlichungen der Jahre 2000-2003 sind nun endlich über die italienischen HEAVY PSYCH SOUNDS wiederveröffentlicht worden. Als CD und VINYL. Vor allem das Debüt Album von 2000 (IN THE TAIL OF A COMET) schlug ja damals in der Szene ein wie eine Bombe. Selten hörte man vorher so viel Fuzz und geiles, auf den Punkt gebrachtes Riffing der Sonderklasse. Die Scheibe hatte über Mans Ruin Records natürlich das richtige Label und gilt als Blaupause für die späteren Szene Veröffentlichungen. Das Zweitwerk führte den Weg des Debüts fort bevor mti CALL IT CONSPIRACY das Meisterwerk von Dozer auf Molten Universe entstand. Für alle drei Scheiben gilt: keine Bonustracks, kein neues Artwork, kein Remaster. Was ich befürworte, weil so bekommt man die Scheiben in der ursprünglich angedachten Kraft und Grundidee und muß sich nicht mit unnötigen Bonusmaterial (obwohl es da bei Dozer Unmengen an herausragenden Singles und Samplerbeiträgen gäbe...) herumplagen. IN THE TAIL OF A COMET, das 2000er Album auf Mans Ruin, ist das Album, dass wohl am meisten mit Kyuss verglichen wurde, obwohl die kurzen und großteils schnellen Stoner Rock Songs wenig Gemeinsamkeiten mit den großen Kyuss verbindet. Die Riffs drücken ähnlich, der Bass drückt alles zu und dieser hypnotische Groove ist ähnlich, aber alleine Fredriks Stimme ist einzigartig. Schon der Opener SUPERSOUL ist ein Stoner Rock Genre Highlight und entfacht nach all den Jahren weiterhin Gänsehaut. RIDING THE MACHINE ist ein weiterer Ohrwurm und das eher schleppende INSIDE THE FALCON besticht durch auch durch das starke Drumming von Bäckwall. HIGH ROLLER beschließt dann dieses Meisterwerk. Und man wußte damals, dass da noch Großes kommt, was die Band nur ein Jahr später mit MADRE DE DIOS bewies. Sound- und songtechnisch ähnlich wie der Vorgänger ist das zweite Album eine Fortsetzung des klassischen Dozer Sounds. Schon der Opener LET THE SHIT ROLL zeigt, dass es Dozer weiterhin ernst meinen. Was für ein Opener. Ein absolutes Highlight auf dem Album und in der Discography ist FULL CIRCLE mit seinem starken Refrain und seinem drückendem Riffing. Erneut sticht die Rythmussektion mit Bäckwall und Rocknar heraus. Und die Riffs von Tommy Holappa, der danach mit GREENLEAF weitermachte, ist einfach einmalig. Sie hatten die Gabe, sich nicht in irgendwelchen Spielereien zu verzetteln sondern einfach nach vorne zu rocken, wie eine reine Punk Band. Erneut ist es aber Fredrick Nordin, der mit seiner Stimme das gewisse Etwas ausmacht. Tolle Songs, die einen Tick eingängiger als beim Debüt sind und die ganze Szene wartete, was da kommen würde. Und sie wurden ein Jahr später mit einem sehr ausgereiften und durchdachten Alben überrascht. CALL IT CONSPIRACY kommt als Doppel-LP und zeigt eine enorme Weiterentwicklung der Band. Auf dem auf MOLTEN UNIVERSE veröffentlichten Album passt jede Note. Hier hat die Band ihre perfekte Balance gefunden. Weiterhin gibt es schnelle Songs, aber auch groovige und schleppende Nummern die sich durchgängig sehr gut ergänzen. Unter der Regie von Chips Kiesby klingt alles fetter, aber trotzdem klarer und aufgeräumter. Und wieder räumt der Opener THE HILLS HAVE EYES total ab. Was für ein Statement. Der perfekte Dozer Song. Desweiteren kommen Knaller wie RISING oder die wirklich schweren Kracher FEELGOOD FORMULA und SPIRIT FURY FIRE. Hier zeigt sich auch, dass Fredrick noch einmal an seinem Gesang gearbeitet hat und er einige melodiöse Momente einbaut, die einem Gänsehaut verursachen. A MATTER OF TIME ist ein weiteres Highlight zwischen den 13 Songs und hat die Band damals leider nicht auf den Thron des Stoner Rocks katapultiert. Einige Bands hatten einfach mehr Power hinter sich (Plattenfirma, Management), aber Dozer hat es geschafft, ein zeitloses Album zu veröffentlichen.
Heavy Psych Sounds haben die Scheiben als Digipack-CDs und als Vinyls veröffentlicht. Alles gibt es wieder limitiert in vielen verschiedenen Farben. Leider sind die Vinyls sehr billig aufgemacht. Ein Einleger oder eine bedruckte Innenhülle hätten vielleicht noch einen extra positiven Eindruck hinterlassen. Aber leider ist die simple und teilweise billige Aufmachung mittlerweile ein Markenzeichen von HPS geworden. Schade. Hoffentlich bringen HPS aber noch die folgenden Dozer Scheiben als Re-Release auf den Markt.
Dozer sind für mich die größte Stoner Rock Band und ich hoffe noch immer auf ein neues Album, nachdem die Band ja noch hin und wieder live auftritt.
 
Genre: Stoner Rock Meister
Musik: 10
Sound: 10
GET IT !!!!
 
 
 
BLACK RAINBOWS  -  COSMIC RITUAL SUPERTRIP    Heavy Psych Sounds
 
 
Heavy Psych Sounds Cheffe Gabriele Fiori mit dem neuen Album auf seinem Label. Die Black Rainbows haben sich nach einigen guten Alben und ständigem Touren zu einer angesagten Stoner Rock Band entwickelt und ihren Bekanntheitsgrad stetig steigern können. Eine Hard-working-band mit Haut und Haar. Und ihren Sound haben sie sowieso nicht verändert - sondern von Album zu Album nur verbessert - und liefern mit COSMIC RITUAL SUPERTRIP ihr bis dato bestes und ausgereiftestes Werk ab. Das Album hat einen guten Sound, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war und besticht auch durch mehr Energie und Kraft. AT MIDNIGHT YOU CRY ist gleichmal ein Opener, der gut nach vorne abgeht und viel Drive und Power besitzt. Solche "schnelleren" Sachen hat man in der Vergangenheit oft von Black Rainbows vermisst. Aber natürlich gibt es auch die typischen Black Rainbows Songs ala HYPNOTIZED BY THE SOLENOID (der schon fast progressiv anmutet) oder die typisch schleppenden Stoner Nummer ala ISOLATION. Aber die Band versteht es mittlerweile, neben de dröhnenden Riffs gute Songs zu schreiben. Eine Nummer wie MASTER ROCKET POWER BLAST hat schon Champions League Niveau und eine Band wie Monster Magnet würde für so einen Song (und auch Titel) heutzutage töten! Ja, hier ist vieles richtig und passt perfekt zusammen und könnte mit der richtigen Promo eine breite Masse erreichen. Auch, weil man mit SACRED GRAAL neben MASTER ROCKET POWER BLAST einen weiteren Welthit in der Hinterhand hat. Dazu kommt erneut ein ganz starkes Artwork und eine deftige Produktion von Fabio Sforza im Forward Studio im wunderschönen Rom! Hut ab Gabriele! Weiter so! 
 
 
Genre: Stoner Rock
Musik:
Sound:
Info: 12 Songs / 50 Minuten
VÖ: 05.07.2020
 
 
 
BRANT BJORK  -  s/t    Heavy Psych Sounds
 
 
Das selbstbetitelte Album ist das neueste Statement des relaxten Stoner Rock Ausnahmekünstlers und bringt keine Überraschungen. Der Opener JUNGLE IN THE SOUND groovt gemächlich vor sich hin, wie das ganze Album auch. Es fehlen "Ausreißer" nach oben als auch nach unten. Es gibt keinen überragenden, aber auch keinen schwachen Song. Es wird halt relaxt dahingerockt, wie auf allen anderen Scheiben auch. Gelungen ist diesmal das Coverartwork und das komplette Booklet sowie die sehr gute, trockene Produktion. Das sieht gut aus und passt sehr gut zur Musik. Am auffälligsten ist noch der song CLEANING OUT THE ASHTRAY, weil er auch am längsten ist und durch gute Gitarrenarbeit, die Abseits seiner sonstigen Leistungen steht, überzeugt. Man hat immer das Gefühl, dass Brant einfach macht, worauf er Lust hat und ihm es egal ist, ob das wer kauft oder nicht (natürlich weiß er, dass er einiges verkauft...). Dieses Gefühl von Entspannung vermitteln nur wenige Künstler, Brant gehört dazu. Es wäre interessant, wenn er mal mit einem großen Produzenten zusammenarbeiten würde, der vielleicht noch das ein oder andere Extra aus ihm rauskitzeln könnte. Bei seinen Veröffentlichungen habe ich immer das Gefühl, dass da einfach noch viel mehr möglich wäre und vieles verschenkt wird. Seine 13. Platte hat keine Veränderungen, besticht aber durch gutes Songwriting, eine gute Produktion und ein tolles Artwork. Das ist Desert Rock ala Bjork. Liebt man oder nicht. 
 
FAZIT: Brant Bjork ist und bleibt Brant Bjork. Auf der immerhin bereits 13. Platte des hauptsächlichen Schlagzeugers erkennt man allenfalls eine geringfügige und sicherlich nur wieder vorübergehende Schwerpunktverschiebung innerhalb dessen, was man von ihm kennt - kreative Schrankenlosigkeit innerhalb der weit gefassten Grenzen des sogenannten Desert Rock.
 
Genre: Desert Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 8 Songs / 38 Minuten
VÖ: 10.04.2020
 
 
 
BRANT BJORK  -  GODS AND GODDESSES   Heavy Psych Sounds
 
 
Der nächste Re-Release des Desert Rock Gottes Brant Bjork. Das 2010er Album gibt es als schönen Re-Release auf dem italienischen Label. Erneut ohne Remaster und Bonussongs, aber das ist man ja von den ganzen HPS Zweitveröffentlichungen gewohnt und viele wollen ja auch einfach das originale Album ohne extra Firlefanz. Die Musik ist ja bei Brant Bjork austauschbar und sehr reduziert. Original auf seinem eigenen Label Low Desert Punk veröffentlicht, ist auch GODS AND GODDESSES ein typisches B.B. Album mit allen bekannten Zutaten. Alles ist simpel, reduziert, sehr entspannt und voller Groove. Das hat er einfach drauf, der Ex-Kyuss Meister. Es ist halt einfach der entspannte Vibe der Wüste, der die Aufnahmen von Brant so untypisch, ja einzigartig im Stoner Rock Genre macht. Mir persönlich fehlt aber bei allen Brant Bjork Releasen der Punch. Der Kick. Das ist schon alles sehr gut gemacht und findet natürlich unheimlich viele Fans, aber mir ist das auf dem ganzen Album zu eintönig und langweilig. Das 7. Soloalbum ist wie das erste oder das aktuelle. Einfach jedes Album ist wie das andere Album. Ist das ein Qualitätsmerkmal? Zumindest sind die Alben immer recht kurz und übersichtlich, weil eine 60 Minuten VÖ könnte ich mir am Stück nicht geben, auch wenn Billy Cordell (Bass, Yawning Man) einen guten Groove produziert. Fans werden zuschlagen. Ich werde keiner mehr werden. Ich hör mir Brant Bjorks beste VÖ nach Kyuss an, CHE. 
 
Genre: Stoner Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 8 Songs
VÖ: 29.05.2020
 
 
GEEZER  -  GROOVY    Heavy Psych Sounds
 
 
Oh, eine neue GEEZER BUTLER VÖ und das auf dem italienischen Underground Label? Das Cover spricht auch dagegen... und dann ist er es nicht. die 3 Amerikaner nennen sich Geezer - nicht gerade geschickt in meinen Augen. Aber gut. Psychedelic Stoner Rock gibt es zu hören und nachdem das Artwork eher sehr psychedelisch ist, versöhnt die Musik, die ist nämlich gut gemacht. Pat Harrington an der Gitarre und am Gesang hat eine gute Stoner Rock Stimme und seine Riffs sind okay. Richie Touseull am Bass und Steve Markota an den Drums ergänzen die Band. Blues, 70s, Space, Psychedelic, Stoner...das alles verbauen die 3 Herren in ihrem Sound. Im Vergleich zu den Vorgängeralben gibt es dieses Mal mehr Riffs, was ja schon ein gutes Zeichen ist. Die Songs kommen früher auf den Punkt und haben durch die Riffs auch mehr drive und groove. Der Opener, zeitgleich der Höhepunkt des Albums (DIG) rockt gut mit einem langsamen Riff und guten Vocals. ATLAS ELECTRA geht wieder mehr zum Sound der Vorgängeralben und ist eher psychedelisch angehaucht, obwohl er sehr heavy rüberkommt. Der Rest des Albums bewegt sich in der Schnittmenge der genannten Sounds und kann durchaus überzeugen. Waren die Vorgängeralben eher so mittelprächtig, hat die Band mit den klareren Strukturen einen Schritt nach vorne gemacht und dürfte mit HPS das richtige Label gefunden haben, um auch in Europa Fuss zu fassen. Stoner Rock Fans sollten mal ein Ohr riskieren. 
 
Genre: Stoner Rock
Musik: 7
Sound: 7
Info: 8 Songs
VÖ: 12.06.2020

 

 

 

1000MODS  -  YOUTH OF DISSENT    Ouga Booga and the mighty Oug Records
 
 
Stoner Rock im Überfluss. Leider auch wenig gutes bzw innovatives. 1000Mods waren für mich, trotz des ganzen Hypes um die Band, immer nur 2. Wahl. Und dann gehen die Jungs mit der Seattle Ikone Matt Bayles (u.a. Mastodon) ins Studio und bringen uns einen coolen Mix aus Grunge und Stoner, dass es eine wahre Freude ist. Die Griechen haben es geschafft, den Spirit von Nirvana aufzugreifen und mit ihrem etablierten Stoner Rock zu verbinden. Da ist nicht alles Gold was glänzt, aber: das sind ein paar Songs dabei, die hätten auch auf ein Nirvana Album gepaßt! Auf welches verrate ich aber nicht.... Das vierte Album rockt mit dem Opener LUCID im "Rahmen" los und bietet erst danach mit Songs wie WARPED und BLISTER genau den Sound, der die Band vom Rest abhebt. Punkige, fette Gitarrenriffs, Cobain-ähnlicher Gesang. Toll. Und mit YOUNG ist der Band eine Halbballade gelungen, wie sie auch für die 90er Jahre typisch war. DEAR HERCULIN hat den den typsichen 1000Mods psychedelic Touch, der durch die dicken fetten Gitarrenriffs durchweicht wird. PEARL ist dann ein weiteres Highlight auf der Platte, auch, weil er dann ein fettes und kurzes Stoner Rock Statement abgibt. Das Album klingt soooo nach 90er Jahren Grunge, dass es eine wahre Freude ist! Ob die beinharten Stoner das noch gut finden, bezweifel ich. Aber hier findet man sicherlich neue Käuferschichten, die einfach auf gut gemachte Rock Musik stehen. Kaufen!
 
Genre: Alternative Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 11 Songs / 56 Minuten
VÖ: bereits erschienen
 
 
 
DAVID JUDSON CLEMMONS  -  Tribe and Throne Village Slut Records
 
 
David Judson Clemmens? Einige Underground und Musikliebhaber wissen
natürlich sofort von wem die Rede ist. Für alle anderen: DAMN THE
MACHINE, JUD, FULLBLISS als Einstieg. Und genau ein guter Mix aus Davids
alten Bands ist das neue Album geworden. DAMN THE MACHINE aus Los
Angeles waren ja 1992 Support für VOIVOD und einige Male höre ich da
genau diesen Voivod Vibe (ohne den Metal Anteil) heraus. TRIBE & THRONE
ist ein Killeralbum und es ist weiterhin nicht verständlich, warum so
eine hochwertige Sache kein (Major) größeres Label findet, dass die Band
ganz nach oben schiebt. Das Material kann definitiv mit allem, was so
veröffentlicht wird, mithalten. Herausragend ist natürlich der Gesang
von David, der sicherlich zu den Top 10 Alternative/Indie/Rock Sängern
unserer Zeit gehört. Aber was dieses Album so speziell macht, sind die
Drums von BEATSTEAKS Thomas Götz (der auch für die Aufnahmen zuständig
war), der einfach den Songs den letzten Schliff gibt, einen unheimlichen
Groove (zusammen mit Earl Grey am Bass) zaubert und so ganz nebenbei
einige starke Feinheiten einbringt, die das Album einfach unheimlich
aufwerten. Die Musik ist wie bereits erwähnt ein guter Mix aus Davids
alten Bands, aber dieses Mal sind die Songs eindringlicher und stärker
als zuvor. Nach einem eher getragenen Einstieg mit OUR LOVE OUR WAR, der
eher sphärisch und ein bißchen langatmig ausgefallen ist, geht es mit
dem rockigen und treibenden MY TRUST weiter. Hier zeigen sich die
erwähnten VOIVOD Einflüsse am stärksten und auch die Vergleiche zu DAMN
THE MACHINE. Das Riff treibt, die Vocals flirren vor sich hin und enden
in einem intergalaktischem Refrain. Danach kommt mit DARK WALK HOME der
Höhepunkt der Platte. DARK WALK HOME startet eindringlich und ruhig,
bevor der Song in einen wunderschönen rifflastigen Refrain übergeht. Der
Song ist einer der besten Songs dieses Jahres und dürfte einige Leute
schlicht umhauen. IT OR THE DOME folgt und ist ähnlich wie der Vorgänger
mit der gleichen Intensität und Hitdichte. David reflektiert seine Zeit
in seiner Heimat mit starken Metaphern und Worten. 2 Wahnsinnsnummern.
IT OR THE DOME hat einige Gothic Rock (keine weinerlichen!) Einflüsse
und überzeugt erneut mit starken Gesangslinien und tollen Grooves.
Herauszuheben neben Davids starker Gitarrenarbeit ist wie gesagt auch
hier die druckvolle Schlagzeugarbeit. SERVANTS ist eine starke
Rocknummer, die treibend nach vorne abgeht und das fast 9minütige THE
LOYALTY beendet ein ganz starkes Album. Hier verarbeiten richtige
Künstler Herz und Seele - das Album hat Anspruch und Klasse. Mehr kann
man über ein Album nicht sagen - so sollte es sein. Abgerundet wird die
Scheibe von einem tollen Artwork von Chris Corrado und einer natürlichen
Produktion von Andi Bukelini / Dog Young im Studio Wong. Jeder Rockfan
sollte sich das anhören und die Unterstützung zukommen lassen. Für mich
jetzt schon ein Anwärter auf das Album des Jahres.
 
Genre: Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 6 Songs
VÖ: 01.05.2020 (Digital 10.04.2020)
 
 
 
SPELL  -  OPULENT DECAY   Bad Omen / Soulfood
 
 
Das Debütalbum der Kanadier SPELL war damals eine gute Scheibe und jetzt kommt das Drittwerk OPULENT DECAY um die Ecke, dass auf jeden Fall der Höhepunkt der bisherigen Spell-Karriere ist. Das Cover springt einen schon richtig an und ist super gelungen. Und die ganzen RUSH Einflüssen sind natürlich ausgebaut worden. PSYCHICH DEATH ist ein genialer Opener und der Titelsong hat dieses träumerische, schöne Gitarrenriff, wie es sonst nur RUSH in Umlauf gebracht haben. Aber es gibt aus klassische Heavy Rocker ala PRIMROSE PATH oder DECEIVER. Abwechslungsreichtum und Spielfreude machen dieses Album aus und so findet sich auch 70ger Prog wie DAWN WANDERER, THE IRON WIND  oder ATARAXIA auf der Scheibe. Und der klassische Retro-Rock kommt mit SYBIL VANE nicht zu kurz. Für mich sticht vor allem das langsam startende SATURN`S RIDDLE hervor, dass nach dem starken Anfang als Occult Rock Meisterwerk über die Ziellinie läuft. Neben den starken Gitarrenspiel und progressiven Drumming von Lester Spectre und G McVie muss man vor allem die tolle Stimme von Bassist Cam Mesmer hervorheben, der SPELL einen einzigartigen Touch verleiht.
Das Bad Omen Label des Angel Witch Bassisten hat mal wieder Geschmack bewiesen und ein tolles Album veröffentlicht. Fans von RUSH, BLUE ÖYSTER CULT, TANITH oder JETHRO TULL müssen hier auf jeden Fall ein Ohr riskieren. Besser kann man es eigentlich nicht machen.
 
Genre: Progressive Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 10 Songs
VÖ: bereits erschienen
 
 
ELECTRIC POISON  -  LIVE WIRE    Doc Gator Records
 
 
Das feine Doc Gator Label, dass schon einige coole Newcomer hervorgebracht hat (Ironflame, Reinforcer, Ty Morn, Ghoster) holt sich eine Band aus Brasilien ins Camp und schafft mit Electric Poison ein kleines Kunststück und beweist wie bei Ironflame mal wieder ein Gespür für eine Band, die das Potential hat, in der True Metal Szene groß einzuschlagen. Schon vor einem Jahr konnten die Band mit einem Demo überzeugen und jetzt schiebt sie das Debüt Album nach. Die CD erschien zwar schon Ende letzten Jahres über Classic Metal Records, aber Doc Gator macht das kleine Meisterwerk nun in Europa als CD und Vinyl abgreifbar. Und jeder Underground Metal Fan sollte schnellstmöglich zuschlagen, weil ich denke, die Scheibe wird sich ähnlich entwickeln wie das IRONFLAME Debüt. Die Band schafft es, alte Helden wie Metallica (erste Platte), Exciter und Accept mit neueren Bands wie Night Demon zu verbinden. Mein erster Gedanke war, hier sind alte Night Demon Songs aufgetaucht. Nicht von der Stimme her - Sänger Thauan Rodrigo hat ein anders klingendes Metalorgan, aber die Riffs von Gitarrenhexer Valter Musael sind schon sehr ähnlich gelagert. Da spricht man wohl von "gleichen Einflüssen". Der Opener FASTWAY TO HELL ist dann auch der Höhepunkt in meinen Augen (nein, was danach kommt, ist genauso genial), der Song hat sogar etwas Hitpotential und entfaltet sofort seine Klasse! Der Song ist schnell und heavy und überzeugt sehr. Der folgende DESERT NIGHTS drosselt dann etwas das Tempo und lässt sich als purer Heavy Metal ablichten. Auch hier ist es ein Mix aus Night Demon Vocals (in der Art halt...) und geilen KILL `EM ALL Gitarren. Ein super Song ist auch YOU BETTER HIDE, der puren Metal atmet und durch einen starken Refrain überzeugt. Und mit DYNAMITE gibt es sogar ein paar "modernere" Einflüsse, wie sie auch SKULLFIST z.B. verarbeiten. Das absolute Highlight ist aber der schnelle Bonustrack EVIL POSSESSION. Da fühlt man sich locker an die guten 80er erinnert. Ein Speedknaller ala Whiplash oder alte Exciter und die Vocals erinnern mich von der Art her an alte Running Wild (auch die Strophe von BURN THE TOWN hat was von den ersten beiden Running Wild Großtaten). Ganz großes Kino der Song! Und EVIL POSSESSION reißt mich zum Ende des Albums noch einmal richtig aus den Socken. Ein kurzes (wie es eigentlich sein sollte...remember the debuts from Abattoir, Hallows Eve, Megadeth) Album, das keine schwache Minute enthält und in seiner Kürze total überzeugt. Ich sag einfach mal, Fans von NIGHT DEMON müssen zugreifen! Alle anderen Metaller natürlich auch! Die Schallplatte gibt es übrigens für alle Sammler in Electric (schwarz), Poison (lila) und Livewire (rot).
 
Genre: Heavy Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 35 Minuten
VÖ: 06.05.2020
 
 
 
LOWRIDER  -  REFRACTIONS    Blues Funeral Records / Cargo Records
 
 
1998 veröffentlichten LOWRIDER aus Schweden mit NEBULA zusammen ein Monster! Ihre Split Scheibe mit den Amerikanern war ein Paukenschlag für den Stoner Rock und schlug ein wie eine Bombe. Das folgende ODE TO I0 ist eines der wichtigsten Stoner Rock Alben und hat leider erst Jahre später durch die Desertfeste an die Anerkennung erfahren, die es schon damals hätte geben sollen. Eigentlich müsste die Band in der obersten Liga mitspielen. Aber das Leben spielt eben oft anders als gewollt. Und 2003 löste man sich auf. Aber gut - die Band kam 2013 auf den genannten Festivals schon total überzeugt und die Erwartungen natürlich sehr hoch gesteckt. Und um es vorweg zu nehmen - LOWRIDER ist es gelungen, einen Spagat aus dem Meisterwerk von damals und der Moderne zu machen. 20 Jahre nach ODE TO I0 kommt nun Refractions mit 6 neuen Songs. Und mit was für einer Wucht! Die kurzen, eingängigen Songs des Debüts sind teilweise langen, ausufernden Songs gewichen; aber sie bleiben interessant und spannend und fesseln zu jeder Minute. Es tut einfach gut, die Stimme von Peder Bergstrand und den guten alten Gitarrensound der Stoner Rock Anfangszeit von einen der Meistern des Genres um die Ohren geblasen zu bekommen. Der Opener RED RIVER startet wie gewohnt und lässt einen gleich einmal Freudentränen in die Augen steigen. Das ist genau das, was man als Lowrider Fan erwartet hat. Fette Riffs, starke Vocals. Ein Hit vor dem Herrn! Das Hauptriff stammt von einer 2003 Session und genau so klingt es - sofort hat man Unida, Dozer und Lowrider in den 00er Jahren vor dem geistigen Auge. Unfassbar gut! ODE TO GANYMEDE folgt und ist mit seinen fast 7 Minuten trotzdem packend und geht gut nach vorne! Der Song endet in einem langsamen, alles zermalmenden Riff und ist ein weiteres Highlight. Danach kommt mit SERNANDERS KROG ein langsamser 8Minüter, der viele psychedelische Momente hat und auch neue Facetten in den Lowrider Sound bringt. OL`MULE PEPE gibt dann aber wieder alles - Stoner Rock Riff der Sonderklasse - simpel aber effektiv - und der cool Drumgroove mit den herausragenden Vocals. Der Song ist auch schon etwas älter; ihn gab es schon auf der 2017ner Deluxe Edition von ODE TO IO, aber hier reißt er nochmal alles ein! Ein Hit! SUN DEVIL/M87* ist eine Instrumentalnummer über die Galaxien. Und das Eröffnungsriff (SUN DEVIL) wurde vom Debüt geliehen. Coole Idee! Ganze 12 Minuten ist der Abschlußsong PIPE RIDER ausgefallen und bringt tolle Melodien (die an einen Raumschiffstart erinnern), fette Riffs (ala Lowrider) und fette Grooves. Ein ganz starker Song. Lowrider haben alle Erwartungen weit übertroffen und hoffentlich bleibt die Band am Ball. Da man von Unida, Dozer und den anderen alten Helden wohl nichts neues mehr bekommen wird, sind Lowrider definitiv die Band, die momentan den 1. Platz in der Stoner Rock Blase besetzt. Besser kann man es nicht machen! Herausragend und sogar einen Tick besser als das legendäre Debüt! PFLICHT!!!!
 
Genre: Stoner Rock
Musik: 10
Sound: 10
Info: 6 Songs / 41 Minuten
VÖ: 21.02.2020
 
 
 
 
SOLACE  -  THE BRINK    Blues Funeral Records
 
 
Solace waren für mich immer eine der besten Stoner Rock Bands. Ihr letztes Album A.D. erschien zwar schon vor 10 Jahren und konnte mich einfach nicht mehr so packen wie das 2000er Album FURTHER auf PEOPLE LIKE YOU Records. Was war das für ein Jahrhundertalbum. Ein Hit nach dem anderen. Und die Scheibe ist so gut gealtert, dass es THE BRINK nicht einfach hat - vor allem - weil auch die letzten Jahre einfach die Luft raus war und außer dem Chef Tommy Southard und Gitarrist Justin Daniels keiner mehr vom FURTHER Line-Up dabei ist. Was auch heißt, dass es einen neuen Sänger gibt. Justin Goins an den Vocals ist der neue Mann und was soll man sagen - er macht seine Sache überragend! Gleichwertig - wenn nicht sogar einen Ticken besser. Was hat sich geändert? Musikalisch gibt es weiterhin fetten Stoner / Doom Metal der Extraklasse. Tommy Southard hat sicherlich all die Jahre an den Riffs gearbeitet und wohl nur die besten Sachen verwendet. Es gibt wirklich keinerlei Schwachstellen auf dem Album (trotz der enormen Spielzeit). Obwohl ich es mir nicht vorstellen konnte, die teilweise eingesetzten Keyboards - zuständig dafür ist Sänger Justin Goins! - passen hervorragend zum Sound von Solace und werten die Songs sogar dezent auf. Es klingt frisch und mitreißend! Hut ab! Der Sound der Scheibe ist hervorragend - nicht zu modern - aber fett und klar. Schon der Opener BREAKER OF THE WAY zeigt die Band in neuer Stärke. Das ist großartig - starke Riffs und super Gesangsmelodien führen den Song, der in der Mitte eine interessante Wendung nimmt und damit doppelt begeistern kann. Mit über 8 Minuten ist es der zweitlängste Song und sicherlich eine ungewöhnliche Wahl zum Opener. DESERT COFFIN überzeugt mit starken Gitarrenmelodien. Herausragend ist wirklich der extrem dicke und natürliche Sound, der jedes Instrument voll zur Geltung bringt. Vor allem WASTE PEOLPE ist durch seinen eingängigen Refrain ein wahres Monster geworden. THE LIGHT IS A LIE packt einen mit seinem starken Strophenriff und seinem deprimierenden Refrain. World Collapse und so... Viellelicht hätte man dem Hörer den letzten Song "ersparen" sollen und das Album etwas kompakter abschließen lassen - gut 70 Minuten ist schon eine Ansage.... SOLACE sind auf ihre alten Tage mit einem Paukenschlag zurück und werden hoffentlich den großen Durchbruch mit dem Album schaffen. Besser kann man diese Art von Musik nicht spielen und auch Heavy Metal Fans sollten unbedingt ein Ohr riskieren, weil Gitarrenmusik kann man fast nicht mitreißender komponieren!
 
Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 10
Info: 11 Songs / 68 Minuten
VÖ: 17.01.2020
 
 
 
 
BOMBS OF HADES  -  PHANTOM BELL   Black Lodge / Rough Trade

Ein geiler Mix aus Death Metal, Thrash Metal, Crust Punk und Heavy Metal ist der Sound der Band um Gitarrist und Sänger Jonas Stalhammar (At the gates, God Macabre, The Crown, The Lurking Fear, Crippled Black Phoenix). Seit 2002 gibt es die Band schon, aber mit dieser EP lässt man auf Großes hoffen! Die neue EP auf einem neuen Label könnte für die Band ein großer Schritt nach vorne sein. Hier stimmt nämlich alles! Die Songs sind in Mid-Tempo und schon der Opener und Titelsong rockt unheimlich nach vorne. BRIDGE OF SIGHS ist dann ein Höhepunkt mit fetten Gitarren und einem mörderischen Groove. Die beiden Songs sind ganz starke Statements. Und als Zugabe gibt es noch 2 Coverversionen - von den Japanern Flower Travellin`Band mit einem Titel von 1972 (KAMIKAZE) und TOWNES VAN ZANDT aus dem Jahr 1969. Erst einmal ungewöhnlich - aber die 2 Songs werden so verpackt, wie wenn es eigene Bombs of Hades Songs wären! Ich kenne zwar die Originale nicht, aber KAMIKAZE überzeugt mit tollen Gitarrenideen, die schon fast einen 90er Vibe besitzen. Wow. Und dann startet LUNGS, dass auch gerne als Tribute mit einem ORGASMATRON Gedächtnisriff ausgestattet ist, und lässt auch sonst viel Motörhead Flair bei dem Hörer zurück. Die Band kann dick punkten und kann hoffentlich die Klasse auf dem nächsten Album weiterführen!


Musik: 8
Sound: 9
Info: 4 Songs / 16 Minutes
VÖ: 17.04.2020
 
 
 
KREATOR  -  LONDON APOCALYPTICON - LIVE AT ROUDHOUSE    Nuclear Blast Deutschlands Thrash Metal Vorzeigeband kommt nun mit ihrem hochwertigem Livedokument um die Ecke, dass alle Fans wohl verzücken wird. Es war der Abschluß der großen Tour zum Nummer 1 Album GODS OF VIOLENCE und fasst in beeindruckender Art und Weise die Fanreaktionen und die sehr tight aufspielende Band zusammen. Die Aufmachung ist sehr gelungen und es findet sich eine CD und DVD im Paket. Es ist schon erstaunlich, wie groß Kreator (auch im Vergleich zu den anderen deutschen Thrash Kapellen) geworden sind. Leider beschränkt sich das Songmaterial auf die neueren, erfolgreichen Alben der Bandgeschichte und die alten Thrasher schauen da etwas in die Röhre. Natürlich wird das Nummer 1 Album Gods of Violence groß abgefeiert und von den Klassikern der Bandgeschichte bleibt somit kein Platz in der Setliste. Aber gut - den Fans gefällt es. Mir hätte eine breitere Songauswahl mehr zugesagt. Außerdem ist es das letzte Zeitdokument mit Basser Christian Giesler, der nach der Tour seinen Hut nehmen mußte. Christian ist dann auch im Vergleich zu den anderen Musikern sehr wenig im Bild zu sehen - da hat man wohl schon den Guten etwas rausgeschnitten. Außerdem finde ich den Gesang von Mille einfach über die Jahre nicht mehr gut. Das ist stimmlich leider bedeutend schlechter als vor 10 Jahren und seine Ansagen sind na ja... Sami Yli-Sirniö dagegen ist die Ruhe in Person und überzeugt mit starken Solos, aber ein richtiger Thrasher wird er auch nicht mehr. Aber kommen wir zum Bildmaterial. Die beeindruckende Produktion vom Gig in London habe ich ja schon angemerkt, obwohl in meinen Augen das London Konzert das schlechteste auf der DVD ist. Denn der Fan findet noch 2 komplette Shows (identisches Songmaterial) auf der DVD. Die Show in Chile hat mehr Spontanität und Aggressivität und der Auftritt auf dem tschechischen Masters of Rock  von 2017 überzeugt mich auch mehr.  Hier wirkt vieles authentischer und echter. Natürlich sind Kreator jetzt ein der großen Bands und man kann das alles nicht mehr mit den Anfängen vergleichen. Und die Band liefert ja seit dem Comeback-Thrash Album Violent Revolution (sehr gut übrigens!) sehr gute Alben ab. Aber die Faszination wie zu den ersten 5 Alben konnte sich bei mir nie mehr einstellen. PLEASURE TO KILL, EXTREME AGGRESSION und FLAG OF HATE sind natürlich in jeder Setlist. Die Videoeinspielungen bei FALLEN BROTHERS erzeugen Gänsehaut. Aber mit Sachen wir SATAN IS REAL werde ich einfach nicht zu 100% warm. Aber gut - wahnsinnig gut gefilmt ist das alles, macht viel Spaß im Heimkino und soundtechnisch (denke aber, da wurde definitiv nachgebessert!) gibt es sowieso keinerlei Beanstandungen. Thrash Fans müssen zuschlagen. Besser geht es fast nicht (im Vergleich finde ich aber die Slayer Abschieds-DVD um längen besser) und Kreator haben wohl nochmal ihre Fans glücklich gemacht. Ich persönlich schaue mir im Anschluss lieber wieder Live in East Berlin von 1990 an, dass sind "meine" Kreator", die ich noch immer so mag....
 

Genre: Thrash Metal
Musik: 9
Sound: 9
Info: 3 Konzerte auf DVD, London Show auf CD (73 Minuten)
VÖ: 14.02.2020

 

 

 NILS PATRIK JOHANSSON  -  THE GREAT CONSPIRACY   Metalville Records
 
 
Nils Patrik Johansson, Sänger bei Astral Doors, Lions Share und Civil War, beglückt uns mit seinem zweiten Soloalbum, welches sich um die Ermordung des schwedischen Premierministers Olof Palme im Jahr 1986 handelt. Der ungelöste Fall, um den sich viele Spekulationen und Verschwörungstheorien ranken, wurde hier von Nils Patrik verarbeitet. Für viele Schweden ist das Ereignis noch immer ein Trauma und Nils Patrik zählt sich zu diesen Leuten. In seinen Texten geht er den wichtigsten Spuren des Falls nach und entwickelt zudem einen eigenen Lösungsansatz zu den Hintergründen des Attentats. Unterstützung fand er dabei vom schwedischen Schriftsteller Dan Hörning. Seine Band um Lion`s Share Gitarrist Lars Chriss und Nils Patriks Sohn am Schlagzeug bietet starken Power Metal und lebt natürlich von der einzigartigen Stimme von NPJ. Relativ flott startet die Scheibe und dürfte erst einmal allen Power- / Speed Metal Fans sehr gefallen. Die Riffs sind gut und eindringlich, das Schlagzeug treibt nach vorne und liefert einen guten Metal Sound, der Astral Doors Fan natürlich sofort anspringen dürfte. Der relativ harte Einstieg wird nicht komplett durchgezogen und pendelt zwischen ruhigeren Momenten und auch Songs, die dem Hard Rock zuzuordnen sind. Diese Vielfalt macht die Scheibe sehr abwechslungsreich und lässt den Hörer gebannt der Geschichte folgen. Ein absoluter Höhepunkt (nach meinem Favoriten, dem schnellen Opener) spitzt sich dann zu THIS MUST BE THE SOLUTION, der als herausragender Track auf dem Album angesehen werden muss. Ein weiteres Ausrufezeichen ist FREAKSHOW SUPERSTAR mit Hakam Hemlin (Nordman) im Duett. Das Album dürfte auf jeden Fall alleine wegen der historischen Geschichte als Meisterwerk von Nils Patrik Johansson angesehen werden und überzeugt auch musikalisch zu 100%. MARCH OF THE TIN FOIL HATS ist ein getragener Song und THE BASEBALL LEAGUE geht in eine ähnliche Richtung. Mit dem Album dürfte NPJ sicherlich die schwedischen Charts stürmen und vielleicht das Thema wieder aktuell machen. Metal Fans sollten ein Ohr riskieren!ste
 
Genre: Heavy Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 50 Minuten
VÖ: 28.02.2020

 

PAUL DI`ANNO  -  HELL OVER WALTROP  -  LIVE IN GERMANY    Metalville

 
 
In den letzten Jahren ist es richtig ruhig geworden um den ex-IRON MAIDEN Sänger Paul Di`Anno. Seine letzte Band Architectz of Chaoz verschwand nach einem sehr guten Einstand und tollen Shows von der Bildfläche und seitdem gibt es keinerlei Lebenszeichen in der Öffentlichkeit von Paul. Für viele Fans ist Paul ja immernoch DER Sänger von Iron Maiden und auch ich mag die ersten beiden Scheiben der Engländer mit Abstand am Liebsten. Aber gut - Geschmackssache. 2006 war zumindest die Welt noch in Ordnung und Paul hat mit der deutschen Band PHANTOMS OF THE OPERA ein paar Shows gespielt (die dann später eben in AoC mutierten). Ein Stadtfest in der westfälischen Kleinstadt Waltrop ist dann die Grundlage dieser CD. Eingebettet zwischen Fury and the Slaughterhouse und Sydney Youngblood (!!!) war die Band mehr als skeptisch, ob das der richtige Ort für eine Metalparty sei, da es zwischen den Pop- und Discofans wohl eher wenig Metal Heads aufschlagen würden. Aber das es ein Heimspiel für die zwei Musiker Gonzo (Bass) und Dom (Drummer) war, nahm man das Angebot an. Als die Band die Bühne betrat, verwandelte sich der Moment in pure Magie und das Stadtfestpublikum mutierte zu einer enthusiastischen Metal Crowd, die Paul und die Band ihren fulminanten Gig hindurch abfeierten. Und diese Stimmung merkt man sofort auf der Scheibe. Das Publikum flippt regelrecht aus und die Band packt einen Klassiker nach dem anderen aus dem Ärmel. Und Paul? Der singt wie eh und je und lässt einem in die glorreichen Zeiten zurückversetzen. So bringt die Band die Maiden Classics PROWLER, MURDERS IN THE RUE MORGUE, REMEMBER TOMORROW, RUNNING FREE, PHANTOM OF THE OPERA, TRANSYLVANIA  und SANCTUARY mit einer unglaublichen Spielfreude und wird vom Publikum lauthals mit Gesangseinlagen unterstützt. Hinzu kommen noch einige Perlen aus der Paul`s Zeit nach Iron Maiden! So passt IMPALER und THE BEAST ARISES vom 1992er KILLERS Album hervorragend ins Set. CHILDREN OF MADNESS vom Paul Di`Annos Battlezone Album aus dem Jahr 1987dürften einige noch in guter Erinnerung haben und vom 1984 KILLERS Album MENACE TO SOCIETY gibt es noch obendrauf FAITH HEALER. Die Altfans werden entzückt sein. Das passt. Das ist einfach nur stark. Dazu gibt es noch MARSHALL LOKJAW und THE LIVING DEAD mit einem etwas modernerem Anstrich. Gut, BLITZKRIEG POP ist jetzt nicht gerade passend auf der CD, aber zeigt Paul`s Punk Rock Wurzeln. SANCTUARY beendet einen umjubelnden Gig der Metal Legende und die Band dürfte mehr als glücklich die Bühne verlassen haben. Warum die Show erst jetzt erscheint? Die Show wurde damals vom Produzenten und FOH Mann Thomas Mergler komplett mitgeschnitten. Zu Hause stellte er aber fest, dass die Aufnahmen aufgrund eines Fehlers der Monitorcrew nicht zu gebrauchen waren und somit verschwanden die Aufnahmen im Keller. 12 Jahre später fand Thomas die Bänder zufällig wieder und es gelang ihm, mit Hilfe modernerer technischer Möglichkeiten, die alten Aufnahmen zu retten. Und das hier ist 100% LIVE! Keine Tricks, keine Overdubs - so muß ein Livealbum klingen - mit all den Unsauberheiten und Fehlern, die die Sache aber einfach aufwerten! Ein Zeitdokument der Sonderklasse!
 
Genre: Heavy Metal
Musik: 9
Sound: 9
Info: 14 Songs
VÖ: 31.01.2020
 
 
    SURGICAL STRIKE  -  PART OF A SICK WORLD    Metalville Records
 
 
Seit 2015 gibt es diese deutschen Thrasher und Metalville hat hier mit Final Breath zwei wirklich heiße Eisen im Thrash Feuer. Und ich muß Metalville beglückwünschen, mit Surgical Strike haben sie eine der besten Thrash VÖs 2020 (da lehn ich mich mal weit aus dem Fenster!) und sicherlich die beste Thrash-Metalville VÖ am Start! SURGICAL STRIKE wird allen Exodus Fans wie Honig die Kehle runterlaufen. Das hier ist verdammt gut. Marcelo Vasquez Rocha und Frank Ruhnke zaubern Riffs aus den Ärmel, die auch auf jedes Exodus Album gepasst hätten und sich nicht hinter den Großen der Bay Area verstecken brauchen. Gut, viel eigene Ideen sind da nicht dabei, aber das ist so frisch und heavy dargeboten, da bleibt einem einfach die Spucke weg. Die Riffs sind durchgängig stark und mit guten Ideen - die Solos durchdacht und die kleinen, eingebauten Feinheiten dürften jeden Gitarrenfreak vor Entzückung an die Decke gehen lassen. Und die stark ausgearbeiteten Solis sind dann der letzte Tropfen auf dieses Thrash Feuerwerk! Im Vergleich zu vielen anderen Bands gleichen Formats zündet hier wirklich jeder Song! DEAD END GONE ist ein zwar ein guter Opener, der schonmal alle Trademarks offen legt, aber die Highlights folgen noch. BELOW ZERO ist ein Höhepunkt auf der Scheibe und kann locker mit den großen deutschen Thrash Bands mithalten. Starke Riffs, super Refrain, tolle Hookline. LAMBS TO THE SLAUGHTER (nein, keine Coverversion) ist unglaublich heavy und mit einem gedrosselten Tempo, der dem Song noch mehr Brutalität verpasst. Das ist so der Headbanger des Albums. Und mit THE BREED beschließt ein wahnsinniger Thrasher (der sich hier und da ein Metallica Riff geborgen hat...) ein super Album. Die Produktion Von Lasse Lammert kickt und vor allem Jens Albert an den Vocals, der wirklich wie ein Mix aus Zetro und Baloff klingt, gibt der Scheibe einen internationalen Anstrich. Jens macht die Sache wirklich gut (was ja oft bei deutschen Thrash Shoutern nicht der Fall ist) und hat auch gute Ideen und Hooklines, die die Scheibe abrunden und gehört sicherlich zu einen der besseren deutschen Thrash Sängern. Er versteht es, den Songs einen Wiedererkennungswert aufzudrücken, was auch nicht vielen neuen Thrash Kapellen gelingt.  Florian Seybecke am Bass und Moritz Menke an den Drums stehen dem natürlich in nichts nach und erledigen einen starken Job (obwohl mir die Bassdrum teilweise zu "unnatürlich" klingt...). Aber gut - das ist Geschmackssache. Das Artwork ist passend und richtig old-school. Ja - alles richtig gemacht SURGICAL STRIKE! Thrash Fans müssen hier zuschlagen - ist sicherlich mit der beste deutsche Thrash Klumpen, der aktuell unterwegs ist. Überraschend starkes Thrash Metal Album! 
 
Genre: Thrash Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 11 Songs 
VÖ: 24.01.2020   
 
 

ALUNAH  -  VOILET HOUR   Heavy Psych Sounds

 

www.heavypsychsounds.com

 

ALUNAH dürften einigen Undergroundlern längst ein Begriff sein, denn ihr Retro-Okkult-Rock war einer der ersten und eindringlichsten. Aber mit dem Weggang ihrer Sänger und Aushängeschild, fand man eine neue Richtung - den klassischen Doom Metal. Mit neuer Sängerin ging es dann weiter und: SOLENNIAL von 2017 hat einiges an Aufsehen erregt. Jetzt geht es mit neuer Sängerin und eingängigeren Songs mit dem römischen Label Heavy Psych Sounds eine Stufe weiter. Neues Logo, eingängigere Songs, kein Okkut Zeug. Erwachsener könnte man das auch nennen. Die Engländer, die von der mit einer mächtigen Stimme gesegneten Sian Grennaway angeführt werden, kommen gleich mit TRAPPED AND BOUND in die vollen und dürften gleichmal jeden Doom Metal Anhänger die Tränen in die Augen treiben. Aber schon mit DANCE OF DECENT geht es mit einem wahnsinnigen Hit weiter, der der Band sicherlich ein paar neue Fans zuführen wird. HUNT hat dann einige ruhigere Töne und Dean Ashton an der Gitarre zaubert einige schöne Momente in den Song. Hier wird vor allem die Classic Rock Gemeinde auch hell aufhorchen, doch am Schluß nimmt er gewaltig an Fahrt auf. Ein herausragender Song auf dem Album. VELVET ist dann von den starken und ungewöhnlich dargebotenen Vocals von Sian geprägt, obwohl auch hier Dean mit starken Gitarrenideen seine Momente setzen kann. VELVET ist sicherlich ein weiterer starker Song, der sich auch als Videoauskopplung lohnen würde. LAKE OF FIRE beschliesst dann das Album it einem ruhigeren Song, der im Refrain aber seine volle Blüte entwickelt und unter die Haut geht. Das Album wirkt wirklich sehr durchdacht und abwechslungsreich - was vor allem an den sehr gut ausgearbeiteten Gitarrenmelodien liegt. Das Artwork ist herausragend und passt 100% zur Musik. Die Produktion ist sehr gut und druckvoll. Mit dem Album werden die Briten groß durchstarten. Da braucht man kein Prophet sein.

 

Genre: Doom Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 8 Songs / 46 Minuten

VÖ: 11.10.2019

 

 

 

CAIN  -  CAIN   Rise Above Records

www.riseaboverecords.com

Ihr steht auf die letzte Celtic Frost oder die langsamen Triptykon Sachen? Dann ist das hier vielleicht genau eure Musik. Hier handelt es sich um 2 Musiker der Birmigham/UK-Legende DOOM, die seit Anfang der 90er zuerst unter dem Namen BORN LOSER loslegten und dann 1992 ihr Debüt Album (über Take the Pain Records) veröffentlichten. Trotz Tourneen mit Cathedral und Cancer war dann ein Jahr später Schluß. Aber Lee Dorrian hat sich der Scheibe angenommen und jetzt unter dem Namen CAIN in neuer Reihenfolge und remastert veröffentlicht. Und so klingt der Sound auch - oldschool - aber extrem heavy! Schon der 14 minütige Opener OBERON/DESOLATE ONE ist ein feines Stück Ultra Doom und SCREAMS OF THE REAPER zeigt dann die volle Celtic Frost Keule - nur in langsam! Hat sich da Tom G. Warrior für Monotheist inspirieren lassen? Ganz stark! Das Eröffnungsriff von CRUCIFY spaltet gleichmal alle Schädel und ist ein absoluter starker Song. Auch die eher verzerrten, leidenden Vocals von John Pickering sind einmalig. Leider zieht es sich in der Mitte etwas, weil a) der 11 Minüter INTO THE SKULL etwas zu langatmig ist und das folgende, 5.30 Minuten lange introartige Zwischenspiel nicht hätte sein müssen. Aber BLEEDING macht vieles wieder weg und überzeugt mit einer dunklen Atmosphäre! Danach kommt mit ULTIMATE ELEVATION ein Industrial Doom Song, der von Keyboardteppichen, Noise und verzerrten Gitarren getragen wird. LONE WOLF beendet das Album als eine Art Outro mit starken Industrial Flair. Falls ihr Angst habt, dass ihr hier ein verstaubtes old school Teil bekommt, muß ich sagen, dass der Sound der Band heutzutage angesagter ist als je zuvor! Die Scheibe kommt genau zur richtigen Zeit! Vielleicht gibt es ja ein paar Shows dazu - wären auf jeden Fall sehenswert! Fürs Roadburn wäre das genau richtig!

Genre: Industrial Doom
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / 75 Minuten
VÖ: 13.09.2019

 

THE HYDDEN  -  VAGA BOND SONGS   Metalville Records

www.metalville.de

Ein schweizer Duo, das einen dicken Sound fabriziert. Irgendwo zwischen The Raconteurs, Jack White, Blackmail und Alternative Rock. Gitarrist/Bassist Roger Hämmerli hat eine tolle Stimme und hätte in den 90ern gut zu Blackmail, Notwist und Konsorten gepaßt. Roli Würsch am Schlagzeug, der ebenfalls einige Gesangsparts übernommen hat und auch in Kompination mit Roger eine gute Stimme besitzt, unterlegt die Sache mit einem guten Groove. Aber leider muß man nach mehrmaligem Hören sagen, dass so richtig der rote Faden fehlt; nichts so richtig fasziniert, wie es bei ähnlichen Bands der Fall war/ist. Einen "Hit" kann man selten ausmachen. Das unterscheidet die Band von den oben genannten Gruppen. Zwar hat man mit CHANGING SYMMETRY einen tollen Refrain in dem Song und das ist auch der, der heraussticht, aber irgendwie ist das doch zu "normal". PRETTY LIAR mit seinem ZZ TOP Riffing und dem eher süßlichen Refrain geht leider genauso vorüber wie das mit heftigerem Anfang startende MAGNIFIER oder ON A MISSION, dass mit einigen härteren Gitarrenbreaks punktet. Dagegen ist der Foo Fighters artige GO FOR GOLD eher deplaziert. CAN`T STOP ist eher Pop-Punk und erinnert im Refrain an einige hippen US-Radio-Punker und MOTHER EARTH hat einen tollen Refrain. Aber die "Höhepunkte" sind sicherlich die ersten Tracks, die mit viel Kraft und Ideen punkten - nach hinten raus wird es eher etwas fahrig. The Hydden ist angeblich der große Geheimtipp aus der Schweiz. Na dann wünschen wir den 2 Jungs viel viel Erfolg.

Genre: Alternative Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 10 Songs / 38 Minuten
VÖ: 15.10.2019

 

 

 

WORKSHED  -  s/t    Rise Above / Soulfood

www.riseaboverecords.com

WORKSHED. Da lässt es die Fans hoch Freudentränen vergießen, weil zweil alte Legenden uns wieder beglücken. Ex-CATHEDRAL Members Adam Lehan und Mark Wharton haben sich zusammengetan und veröffentlichen ein wahres Riff Feuerwerk. Die Platte beschäftigt sich mit einigen Missständen und ist eine große Überraschung geworden, weil hier einfach das Wichtigste regiert: RIFFS! Ist der Opener THE WINDOWPANES AT THE LEXINGTON noch ein Wutbrocken, der vor allem gesanglich auch von Pro-Pain hätte sein können, aber schon beim folgenden IF THIS IS HOW IT IS kann man sogar etwas Lee Dorrian heraushören. Der Song ist langsamer und wird von einem geilen Riff getragen. Aber das soll ja gar kein Vergleich sein, die Songs sind ultra heavy; genau meins! Die Riffs sind gewaltig und kein Geringerer als Jaime "Gomez" Arellano hat dem Album eine Hammer Produktion verpasst! Hier drückt einfach alles! ANTHROPOPHOBIC startet dann im slow Doom und ist ein Brecher, der gesanglich auch etwas von Tom Warrior hat. Ganz großes Kino in meinen Augen! Herausragend zwischen all den sehr guten Songs ist A SPIRIT IN EXILE, welcher sehr düster und getragen aus den Boxen strömt. Der Song hat auch ein Feeling, dass sonst nur Triptykon erreichen können. Auch klingt Adam hier nicht selten wie Tom G. Warrior. Der Song schleicht sich aus den Boxen und zelebriert ein dickes Doom Metal Fest. Und mit SAFETY BEHAVIOURS schieben sie gleich ein ähnlich gestricktes Monster hinterher. Durchgängig hochwertig, auch wenn der ein oder andere Hit fehlt - wenn man das bei so einer Musik überhaupt sucht bzw. passt. So könnt ihr locker einen Punkt mehr dazufügen. Und: nicht vom Artwork und Schriftzug abschrecken lassen (das einer Hardcore Band wohl besser gestanden hätte), dass passt nämlich gar nicht zu der düsteren und angepissten Musik der beiden Herren.

Genre: Doom / Sludge / Riff Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 9 Songs / 46 Minuten
VÖ: 13.09.2019 

 

 

PLANET OF ZEUS  -  FAITH IN PHYSICS   Heavy Psych Sounds

www.heavypsychsounds.com

Nach den Griechen von Nightstalker gibt es mit PLANET OF ZEUS die nächste griechische Band auf dem italienischen Label. Die Jungs dürften einigen Rockern bekannt sein, da sie schon durch zahlreiche Tourneen auf sich aufmerksam machen konnten. Leider ist das Artwork (für HPS ganz ungewöhnlich) nicht so gelungen. Es ist schwer lesbar und leider auch kein Hingucker. Die Idee ist gut, aber leider zu dunkel. Ob da so gewollt war? Aber gut - die Musik ist ein Mix aus Noise und Stoner Rock, aber in ihrer eigenen Art und sehr ungewöhnlich. Das fünfte Studioalbum überzeugt mit starker Musik und ungewöhnlichen Ideen. GASOLINE ist ein typischer Opener mit groovigem Riffs und einen starken Drive. MAN vs. GOD folgt und hat zumindest einen ungewöhnlichen Strophenteil, und überhaupt kann man den Stoner Rock der Band nicht als typisch interpretieren. Sicherlich ist die Basis Stoner Rock, aber auch Sludge und Alternative Einflüsse lockern den Sound auf und machen ihn sehr einzigartig. Auch die Vocals wechseln zwischen klarem Gesang und Shouts, was der Musik noch einmal einen bestimmten Drive gibt. Viele neue Ideen findet man auf dem 5. Album der Griechen, die damit zu der führenden Band in ihrem Land aufsteigen dürften und auch abseits des Stoner Rock Kosmos dürfte die Band viele Freunde finden! Ein Höhepunkt ist das finale KING OF THE CIRCUS, welches sehr ruhig startet und sich in den 9 Minuten zu einem fetten Abschlußriff aufbaut. Und mit dem simplen YOUR SONG ist der Band ein super Hit gelungen. Alles in allem ist FAITH IN PHYSICS ein sehr starkes Album, dass der Band hoffentlich viele neue Türen öffnet und einige Schritte voranbringt. Mit etwas Glück dürfte PLANET OF ZEUS die größte Heavy Psych Sounds Band werden - ungeachtet der Qualitäten der anderen HPS Bands! Tolles Album, tolle Produktion, tolle Band!

Genre: Stoner / Sludge Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 9 Songs / 47 Minuten
VÖ: 27.09.2019

 

 

 

NIGHTSTALKER  -  GREAT HALLUCINATIONS   Heavy Psych Sounds

www.heavypsychsounds.com

Die griechischen Stoner Rocker sind zurück. 1989 gestartet und vor allem mit JUST A BURN von 2004 in Erinnerung geblieben, ist die Band um Kopf und Sänger Argy weiterhin eine feste Konstante im europäischen Stoner Rock Bereich, schafft es aber erneut nicht, durch herausragende Songs an die Spitze der Bewegung zu gelangen. Die Songs orientieren sich weiterhin stark an Monster Magnet der mittleren Phase und vor allem Argy ist wohl der größte Fan von David Wyndorf. BLACK CLOUD ist dann gleich der zu erwartende Opener mit viel Drive und gutem Groove. SWEET KNIFE folgt und wirkt vor allem durch Argys Vocals etwas unreif. Den Song an zweiter Stelle zu platzieren ist etwas gewagt und kann den guten Eindruck vom Anfang leider nicht verhärten. SAD SIDE OF THE CITY startet dann fast etwas QOTSA mäßig und rockt ganz gut. Der Song ist relaxt und besitzt einen guten Groove. CURSED ist dann wieder ein reiner Stoner Rocker, der stark an Monster Magnet erinnert, ebenso wie HALF CRAZY. Aber außer den guten Riffs (die aber auch Standard sind...) wird hier leider wenig geboten. HOLE IN THE MIRROR ist wie ein Monster Magnet Überbleibsel und der abschließende Titelsong langweilt noch einmal vor sich hin. Leider ist das erneut wenig, vor allem für eine Band, die so lange im Geschäft ist. Aber auch die letzten Alben der Band konnten in meinen Augen nicht durchgängig überzeugen und sind jeweils relativ schnell in meiner Sammlung verschwunden.  Alles in allem überzeugt das herausragende Artwork (wie so oft bei Heavy Psych Sounds) und der warme Sound, für die den Band fast alleine zuständig war. Aber leider fehlen einfach die Hits. Und ein Sänger mit guten Ideen. Schade.

Genre: Stoner Rock
Musik: 6
Sound: 7
Info: 8 Songs / 42 Minuten
VÖ: 04.10.2019 

 

 

 

VON DETTA  -  BURN IT CLEAN    Polder Records

www.polderrecords.be
 

Polder Records ist ein kleines, aber aufstrebendes Label und hat nun mit dem Zweitwerk von VON DETTA ein heißes Eisen im Rennen, welches in der Presse gut ankommt. Die Belgier legen einen Mix aus Sludge, Crossover, Alternative und Metal vor, der sehr eigenständig klingt und auch etwas von den goldenen 00er Jahren zurück bringt. Der Opener REACH OUT ist ein hipper Mix aus den oben genannten Einflüssen und überzeugt durch seinen geshouteten Refrain. Er erinnert mich oft an die Franzosen von 7Weeks, falls die jemand kennt. THANKS FOR THE TIME und DEVILS CHILD gehen in die gleiche Richtung, verzichten aber auf den aufdringlich geschrienen Refrain des Openers und bleiben dadurch auch etwas angenehmer in Erinnerung. Die fetten Riffs sind allgegenwärtig und die häufig vorkommenden Crossover und Nu Metal Zwischenspiele machen die Sache spannender. Die Songs sind durchgängig auf hohem Niveau und sehr groovig. Trotzdem fehlt hier und da etwas. So richtig reißt mich die Scheibe nicht vom Hocker, obwohl die Produktion und das Artwork sehr überzeugen. Gut, ist vielleicht auch nicht meine Musik. 

 

Genre: Crossover

Musik: 7

Sound: 8

Info: 6 Songs / 33 Minuten

VÖ: bereits erschienen

 


 

EYES ON THE MACHINE  -  s/t    Polder Recordseyes on the machine.

www.polderrecords.be

Seit 2016 ist das belgische Quintett unterwegs und bringt uns hier eine Scheibe, die eine Überraschung darstellt. Und da die Scheibe schon einige Monate auf dem Markt ist, wundert es mich sehr, dass man relativ wenig über die Band liest und hört. Weil das Material ist klasse und kann durchgängig überzeugen. Die Musiker erzeugen eine Menge Energie und mischen eine gesunde Portion Hardcore und Metal und Rock. Das wirkt alles sehr ausgereift und durchdacht. Gleich der Opener THE SEARCH ist ein Hardcore artiger old school Thrash Metal Song und überzeugt mit einer unheimlichen Wucht und Kraft. Danach kommt mit FIREWALKER der Höhepunkt der Scheibe. Hier gibt es gar keine Hardcore-Einflüsse, sondern der Heavy Metal regiert und durch die sehr an Sacred Reich erinnernden Vocals und den tollen Refrain gelingt der Band hier ein Ausrufezeichen. Der Song hat das Potential zu etwas größerem. Das Solo in der Mitte rundet den Song noch perfekt ab. Diese Nähe zu Sacred Reich ist hier wirklich beängstigend. Zeigt wohl auch das Artwork einen Bezug zu den US Thrashern? Zumindest ist das Artwork der Rückseite sehr ähnlich wie Sacred Reichs A QUESTION EP. Mehr von dieser Sorte und die Band würde in meinen Augen groß durchstarten! TRAVELS startet mit einem 3-minütigen Gitarrenintro, bevor die Band in einem 9-minütigen Song einbricht, der viele Hard Rock Einflüsse aufweist und erneut durch ganz starke Vocals getragen wird. NOCTURNAL geht in die selbe Richtung, hat aber leider nicht das Hitpotential wie seine Vorgänger, bevor der 12 minütige MY GODDESS einen komplett anderen Weg einschlägt. Zwischen Clutch, Psychedelic und Helmet rifft der Song hin und her und hebt sich durch seine Komplexität hervor, bevor REBIRTH das Album nach einer guten dreiviertel Stunde mit ruhigen Klängen beschließt. Gute Band, gutes Album; aber das Potential der Band, das in die richtige Richtung gelenkt werden müsste, ist unglaublich! Anchecken!

 

Genre: Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 7 Songs / 42 Minuten

VÖ: bereits erschienen

 

 

 

CRITICAL MESS  -  MAN MADE MACHINE MADE MAN    Metalville Records

www.metalville.de

Britta Görtz ist zurück mit ihrer neuen Band und dem zweiten Album von
Critical Mess. Gab es für das Debüt noch einige zwiespältige Reviews,
dürfte das mit dem 2019ner Album der Vergangenheit angehören. Das Album
braucht sich nicht hinter den „Großen“ des Genres verstecken und hat
sehr viel old school Florida Death Metal in ihren Sound integriert. Da
hört man viel Obituary raus – aber alles in einem sehr modernen Gewand.
Trotzdem atmet das Album den alten Florida Death Metal Sound. Insgesamt
ist das Album auch um einiges dunkler ausgefallen, was auch an den noch
extremeren Vocals von Britta liegt, die noch dunkler und tiefer singt.
Schon der Opener REVOLUTION 5 knallt ordentlich und lässt erstmal ein
angenehmes Gefühl in einem aufkommen. CUT THE CORD ist ein absolutes
Highlight. Insgesamt drückt das Material unheimlich. Und auch technisch
ist alles absolut top! Marco Evers und Marco Schauff an der Gitarre sind
ganz stark und der Groove von Christian Wiesener am Bass und Benny
Komatitsch, der einen walzenden Groove an den Tag legt, dürften auch
international aufhorchen lassen. MAN MADE MACHINE MADE MAN und WOTF
sollten auch noch hervorgehoben werden. Mit Brittas alter Band CRIPPER
hat das so gut wie gar nichts mehr zu tun, auch wenn man bei ANDR etwas
mehr in die Thrash Richtung abdriftet. Und mit GENERATION FORK bringt
man sogar ein atmosphärisches Stück auf die Scheibe. Für Extreme Metal
Fans ein MUSS!

Genre: Death Metal
Sound: 8
Musik: 8
Info: 11 Songs / 49 Minuten
VÖ: 21.06.2019

 

 

 

STONEMULE  -  DYSTOPIAN STATE     Polder Records

 

www.polderrecords.be


Koksijde, Belgien: Stonemule. Eine 5 Songs EP, die erst einmal durch ein schönes Artwork auffällt. Tom Vandaele (lead guitar, vocals), Benjamin Himpens (rhythm guitar, vocals), Wannes Breyne(bass, vocals) und Ruben De Wilde (drums) geben uns einen harten Mix aus Stoner, Sludge, Punk, Hardcore, Doom, Southern Rock und starten mit einem starken, fast an Crowbar erinnernden Riff, das durch das powervolle Drumming aufhorchen lässt und fast eine Vorfreude startet, die dann leider durch die eher mäßigen Vocals abebbt. Die teilweisen Twin-Vocals, die zwischen clean, böse, schreiend hin und her pendeln, wirken nicht ausgearbeitet und verbauen etwas den guten musikalischen Eindruck. Darum hängt der Opener SCREAMING AWAY etwas durch (nach wirklich gutem Start!). Dagegen ist ALL WILL BE GONE ein heftiger Hardcore Mosher, wo die geschrienen Vocals ganz gut passen. Der über 8-minütige LAST RITES ist einer der stärkeren Songs und hat wieder gute Riffs. Trotzdem suchen sie glaub ich noch ihre Weg und können mit dieser EP nicht wirklich für Aufmerksamkeit sorgen. Schade.

 

Genre: Hardcore

Musik: 6

Sound: 7

Info: 6 Songs / 34 Minutes

VÖ: bereits erschienen

 

 

 

THOBBE ENGLUND - HAIL TO THE PRIEST Metalville

 

http://www.metalville.de

Thobbe Englund war jahrelang bei Sabaton, hat sich dann aber seiner Solokarriere verschrieben und taucht von Zeit zu Zeit immer wieder mit neuem Output auf. Nachdem er schon etwas Gitarre auf der DANZIG Tribute Scheibe GDANSK eingespielt hat, kommt er nach seinem letzten Soloalbum THE DRAINING OF VERGELMER mit einer Tribute Scheibe zurück. Und was macht man als echter Metaller: Maiden oder, wie hier, Priest. HAIL TO THE PRIEST ist Thobbes fünftes Solo Album und um es zu sagen: die Hommage an Priest ist sehr gut gelungen! Warum braucht man solche Alben? Künstler drücken dabei oft die innere, tiefe Verbundenheit zu seinen Lieblingen/Einflüssen aus und es schlummert wohl in jedem Musiker, die Stücke seiner "Helden" selbst zu interpretieren. Darum wird auch so viel gecovert. Und das sollten Fans nicht als Frevel oder ähnliches sehen, sondern als Huldigung seiner Helden. Thobbe gelingt es hier vor allem auch gesanglich, den Songs eine neue "Dynamik" zu geben und das Songmaterial flüssig und homogen zu präsentieren. Er singt bei weitem nicht wie Halford, sondern ist mit seiner angenehmen normalen Stimme genau der Richtige, um den Songs auch einen "eigenen Touch" zu verleihen. Außerdem vermeidet es Thobbe, sich nur auf die totgenudelten Songs der Priester zu konzentrieren. Hier gibt es auch Sachen wie BETWEEN THE HAMMER AND THE DEVIL (Painkiller), RECKLESS (von Turbo) oder I`M A ROCKER und BLOOD RED SKIES (Ram it down). Und auch das unter Priest Fans ungeliebte JUGULATOR Album kommt mit BURN TO HELL zu Ehren. Ganz stark ist auch DESERT PLAINS (von Point of Entry) ausgefallen und ergänzen die klareren Hits THE SENTINEL, THE RIPPER und HELL BENT FOR LEATHER zu einem druckvollen Album. Handwerklich braucht man ja über Thobbe nichts mehr schreiben, die Songs und die Solos sind perfekt umgesetzt und durch die modernere und etwas härtere Ausrichtung von Thobbe gewinnen die Songs viel an Kraft. Und somit hat man nicht das Gefühl, lieber zum Original greifen zu müssen. Die Umsetzung ist wirklich gut gelungen! Und die beiden Songs von Halfords FIGHT "Ausflug", IMMORTAL SIN und INTO THE PIT, sind eine Überraschung und reihen sich aber überraschend gut in die restlichen Priest Songs ein. Abgerundet wird die Tribute Scheibe von einer wirklich starken, druckvollen Produktion und einem sehr herausragenden Artwork und toller Aufmachung. Mission gelungen! Zugreifen! Priest Fans, die schon mit der Ripper Ära klar gekommen sind, sowieso und beinharte Halford Priester sollten der Scheibe eine Chance geben!

Genre: Heavy Metal
Musik: 9
Sound: 9
Info: 12 Songs / 56 Minuten
VÖ: 02.08.2019

 

 

 

CIRCUS PRÜTZ - WHITE JAZZ-BLACK MAGIC Metalville Records

 

http://www.metalville.de

Metalville ist ja ein tolles Label, dass auch seine Fühler weit ausbreitet. Und so finden sich alle Arten des Heavy Metals bei Metalville und jetzt hat man auch noch einen dreckigen Southern Rock Act im Rooster. Aber der kommt nicht wie erwartet aus dem Süden der USA, sondern aus Schweden - woher sonst. Circus Prütz kommt vom Bandchef Jerry Prütz (Bass) und wird verstärkt durch den Sänger (hier auch Gitarre) von THE QUILL, Christian Carlsson. Guter Southern Rock mit starken Riffs, die durch alle 10 Songs begeistern, ist selten. Die 4 jungen Herren schaffen es aber auf dieser 37 Minuten langen Veröffentlichung. Vor allem stechen die tollen Vocals von Christian heraus. Aber auch den Groove der Instrumentalfraktion und die einprägsamen Melodien und die stark ausgearbeiteten Refrains darf hier nicht unter den Tisch gekehrt werden. Herausstechen tut LEAVE ME ALONE (tolle Gitarrenarbeit) und das eindringliche BLUES FOR FALLEN BROTHERS (wie der Name schon andeutet, stark im Blues angelegt). Am meisten Hit-Potential dürften aber die einprägsamen READY TO GO und MOJO haben und evtl. können diese beiden Songs der Band einige Türen öffnen. Aber auch der Sound wirkt warm und old school und unterstützt den guten Gesamteindruck und sollte allen ZZ TOP Fans warm ans Herz gelegt werden. Gutes Album der Band, die sicherlich viele Anhänger finden wird.

Genre: Southern Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 37 Minuten
VÖ: 26.07.2019

 

 

 

 

BATUSHKA - HOSPODI Metal Blade Records

 

http://www.facebook.com/batushkaband

BATUSHKA ist eine polnische Black Metal Band, die in altkirchlichen slawischen Sprache ihre Lieder vorträgt und durch ihre Liveshows beeindruckten, dass etwas an das Klim-Bim GHOST Getue erinnert. Die Leute stehen drauf und werden die Band darum weiterhin abfeiern. Im Gegensatz zur Vorgängerscheibe hat sich die Band vom Sänger und Hauptsongwriter getrennt (und es wird wohl nur noch über Anwälte kommuniziert), aber die restliche Band legt hier ein neues Album vor, dass modernen Black Metal darbietet. Das hat natürlich gar nichts mit Black Metal zu tun (Texte kann ich nicht lesen/verstehen) und der Sound ist zu modern, aber gut - das ist ein anderes Thema. Auch wenn die neue Band den Namen, das Label und die Tourneen für sich beanspruchen kann, ist die Scheibe zu seinem Vorgänger ein großer Rückschritt. Vieles wirkt hier erzwungen. Es wirkt nicht frei - und darauf kommt es ja im Black Metal eigentlich an. Die keifende Stimme ist nichtmal das große Problem - die Songs wirken einfach nicht. Natürlich spielt die Band (wie eben auch Ghost) mit den ganzen kirchlichen Relikten und die orthodoxen Gesänge. Aber letztendlich ist HOSPODI (was in slawisch Gott heißt) mit seinem Songmaterial, trotz Chören, Kirchenglocken und dem anderen kirchlichen Zeugs nicht überzeugen. Der beste Song ist dann auch noch die Abschlußnummer, der wie die Vorgängerscheibe LITURGIYA heißt und überzeugen kann. Vielleicht ist es in meinem Alter schwer, sowas zu verstehen. Aber für mich hat das leider gar nichts an Bösartigkeit oder ähnlichem. Hier geht es hauptsächlich um Musik und die ist nur Mittelmaß.


Genre: Black Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 50 Minuten
VÖ: 12.07.2019

 

 

 

VIRTUAL TIME  -  /A.GO.GI.CA/   Go Down Records

 

www.godownrecords.com

 

 

Schon das Vorgängeralbum ANIMAL REGRESSION der Italiener hat mir sehr gut gefallen und der Mix aus Classic Rock, White Stripes, Pearl Jam hatte seine starken Momente. Und schon schieben die Jungs eine neue Platte nach, die mich noch mehr beeindruckt. Weil es auch so abwechslungsreich und entspannt ist, die neue Scheibe! NOWHERE LAND ist fast Pearl Jam artig und durch die tolle Stimme und die akustischen Teile treibt der Refrain unglaublich an. FALLING AWAY ist ein reiner Alternative Song mit 80er Rock Einflüssen; wenn nicht sogar New Wave – ist zumindest der außergewöhnlichste Song des Albums. Bei SUBTLE ECHOES gibt es Pink Floyd artige Zwischenspiele mit luftigen Keyboardsklängen und MOONSHADOWS ist Prog Rock der Sonderklasse (auch hier wieder mit einigen Pink Floyd Anleihen). Danach besticht CLOSE TO REALITY mit Atmosphäre. Viel Hall auf den Drums und die herausragenden Vocals erzeugen eine Gänsehaut. SHE ist ein Mix aus Jack White und Muse und überzeugt total. Danach kommt mit der kurzen, aber eindringlichen Akustikballade A NIGHT IN PARADISE ein Höhepunkt des Albums, wenn nicht sogar in der kompletten Szene! Was für ein Song – Emotionen pur! Besser kann man sowas nicht machen! Und danach gibt es mit viel Hammond Orgel den Super-Hit des Albums. DISTANT SHORES hat fast was vom legendären Dax Riggs! Tolles Album, dass hoffentlich Millionen von Hörern erreicht! Mit Major-Label wohl einer der ganz großen Big Player in der Szene!

 

Genre: Rock

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs / 27 Minuten

 

 

 

 

AGAINST EVIL  -  ALL HAIL THE KING    Doc Gator Records

 

www.docgator.com

 

Auf 350 Scheiben erscheint das sehr gut aufgemachte (wie alles bei Doc Gator - die absolut auf Qualität achten!) Debüt der indischen (!!) Metal Band Against Evil. Und wer jetzt auf inidsche Einflüsse im Metal von Against Evil wartet, wird enttäuscht. Die Band spielt einen tighten, sauberen Heavy Metal, der hin und wieder im kleinen Rahmen Richtung Thrash Metal schielt und wenn überhaupt dann nur durch die Vocals etwas von einem "Exotenbonus" hat (englische Aussprache...). Musikalisch ist das hier der Hammer! Die Gitarren solieren, die Riffs schmettern und die Vocals (erinnern mich an irgendeine Band aus den 80ern / Bay Area!?) ENEMY AT THE GATES ist ein Mid-Tempo Song mit starkem Refrain und geht sofort ins Ohr. Ein gut gewählter Opener! THE ARMY OF FOUR steht dem Opener in nichts nach und überzeugt gleich mit der starken Gitarrenarbeit.  Und dann kommt es aber noch besser. Der Titelsong ist ein Hammer Metal Track, der erneut durch die exzellente Gitarrenarbeit von Shasank Venkat und Sravan Chakravarthi überzeugt. Tolle Hymne. Toller Song.  Der Höhepunkt des Albums ist aber für mich SENTENCED TO DEATH. Der Song hat einen starken Thrash Metal Einfluss, was vielleicht auch an den "Gangshout" artigen Vocals liegt und an Jeff Loomis (Arch Enemy, ex-Sanctuary), der hier als Gast dabei ist. Das Riff, dass den Break einleitet, ist schon anbetungswürdig. Auch die hier etwas rauheren Vocals passen perfekt zu der härteren Gangart. Die folgenden BAD LUCK, WE WON`T STOP (das auch als Drohung angesehen werden darf!), GODS OF METAL und das knackige WAR MACHINE bestechen genau aus dem Mix aus klassischen Heavy Metal, bisschen Speed/Thrash Metal und Power Metal. Abgerundet wird die Scheibe von BETWEEN THE HAMMER AND THE ANVIL, einer sehr gut gelungenen Judas Priest Cover Version (nur auf Vinyl zu finden). Die CD Version beinhaltet noch 5 Songs der FATAL ASSAULT EP von 2015 (der 6. Song der EP findet man ebenfalls als Bonus auf der Vinylversion).

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 9

Sound: 8

Info: 11 Songs

VÖ: 15.10.2018

 

 

 

REINFORCER  -  THE WANDERER    Doc GAtor Records

 

www.docgator.com

 

Bereits Ende 2018 als Eigenproduktion erschienen, legen die großartigen  DOC GATOR Records die Debütscheibe der 5 jungen Paderborner in einer tollen Vinylversion (300 handnummerierte Scheiben) inkl. einem  Bonustrack und tollem Poster neu auf. Und alleine das, zeugt von der Klasse der Band. Wer auf melodischen Power Metal steht, sollte sich diese Jungs ganz oben auf seinen Einkaufszettel schreiben. Und da die Scheibe im Kohlekeller Studio gemastert wurde (u.a.Powerwolf), stimmt hier von der Musik über den Sound zur Aufmachung einfach alles. Der von einem stark (an Metallica erinnernden) Intro eingeführte Opener THE WANDERER überzeugt mit seinen martialischen Text und seinen schnellen Gitarrenläufen sofort, bevor SHIPWRECKED mit starken Gitarrenläufen (erinnern teilweise an Running Wild in der mittleren Phase), Tempowechseln und eingängigen Vocals machen den Song zu (zumindest für mich) den Höhepunkt des Albums. Der letzte Song der Seite A, SNATCHING HANDS, ist dann etwas getragener, wildert im klassischen Heavy Metal Genre und Sänger Logan ist ein starker Geschichtenerzähler. Und wenn kurzzeitig die Geschwindigkeit vor dem Refrain angezogen wird, wirkt das absolut passend und unterstreicht den folgenden Chorus. Die zweite Seite wird mit dem stampfenden THE LEGION ALIGN eingeleitet und die mehrstimmigen Chöre in der Strophe und im Refrain geben dem Song etwas Besonderes. Ein Epic Heavy Metal Song, der on stage sicherlich sehr zündet. Genauso verhält es sich mit REINFORCER, einer klassischen Hymne mit starken Solo-Gitarren. Auch hier ist Hymnenfaktor sehr hoch und schon nach dem ersten Hördurchgang will man sich in die Menge einordnen und kräftig mitsingen! Vor allem diese beiden Songs werden der Band sicherlich einige neue Fans einbringen, da sie guten Heavy Metal / Power Metal mit eingängigen Momenten koppeln. Der Bonustrack ON THE WINGS startet mit einem mehr ruhigen Anfang, wo Sänger Logan noch einmal seine Klasse zeigen kann, bevor der Song in einem sehr guten Power Metal Song endet. Die tolle Gitarrenarbeit muß hier noch einmal hervorgehoben werden und macht REINFORCER zu einer der hoffnungsvollsten deutschen Newcomer.

 

Genre: Power Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 6 Songs

VÖ: 13.03

 

 

 

 

NEBULA  -  HOLY SHIT   Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/nebulaband

 

Wie hab ich mich gefreut, die legendären NEBULA, die ja aus einigen Fu Manchu Mitgliedern bestand, wieder zu haben. Die Split Scheibe mit Lowrider gehört weiterhin mit zu den besten Releasen im Stoner Rock Bereich und auch LET IT BURN, TO THE CENTER oder die EPs waren immer eine starke Angelegenheit. Auch das (sehr erfolgreiche) CHARGED war ein gutes Album, aber schon da vermisste ich etwas den Drive und den Dreck der früheren Veröffentlichungen. Nach den ganzen (nötigen!) Re-Releases über das italienische Label kommt nun tatsächlich (und damit haben wohl die wenigsten gerechnet) ein neues Album und leider, um es vorwegzunehmen, ist es eine Enttäuschung. Es fehlen die wirklichen Hits, die Songs haben wenig Klasse und wirken überhastet aufgenommen. Außerdem hat Eddie Glass irgendwie nicht den richtigen Zugang zu den Songs – auf jeden Fall wirken viele Sachen unausgereift oder gar als Schnellschuß. Das Material schleppt sich eher so dahin, MAN`S BEST FRIEND oder MESSIAH oder GATES OF EDEN ist träge und uninspiriert und läßt den alt gewohnten Drive und Schmutz vermissen. LET`S GET LOST ist mit seiner Akustikgitarre (grundsätzlich ja eine gute Idee) eher verloren und nur der flottere WITCHING HOUR hat etwas vom Groove der alten VÖs. Und mit dem eher an einen Soundtrack erinnernden THE CRY OF A TORTURED WORLD lässt man die Fans auch eher ratlos zurück. Die Stoner Rock Szene ist am boomen wie schon lange nicht mehr und eigentlich hätte eine Vorreiterband wie Nebula mit einem starken Album alle hinter sich lassen können. Leider ist ihnen das nicht gelungen und somit wird sich die Band auch in der Zukunft an ihre alten Stücke erinnern müssen, wenn sie auf den Konzerten noch etwas Feuer entfachen wollen. Schade!

 

Gerne: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 9 Songs / 43 Minuten

VÖ: 07.06.2019

 

 

 

HIGH REEPER  -  HIGH REEPER    Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/highreeper

 

Nicht das Debüt der Amerikaner ist das selbstbetitelte Album, sondern das Zweitwerk. Auch ungewöhnlich. Das Debüt hatte einige gute Songs auf Lager und konnte zumindest im kleinen Kreis etwas Aufmerksamkeit einfahren. Auch das neue Album der Jungs aus Philadelphia hat ein starkes Artwork (das den Kauf der Scheibe fast schon alleine berechtigt) und die Fans der ersten Scheibe werden sich auch mit dem neuen Material schnell anfreunden. Die Band mischt weiterhin Hard Rock mit Stoner Rock und Doom Metal und hat in Zack Thomas einen guten Sänger, der es versteht, auch Glanzpunkte zu setzen und bei manchen guten Songs das letzte i-Tüpfelchen zu setzen. Gleich der Opener ETERNAL LEVIATHAN ist ein fetter Riff-Rocker mit starken Vocals und die Gitarren brechen zwar nicht aus dem Genre aus, sind aber bemüht, keine Stangenware abzuliefern. BURIED ALIVE folgt und zeigt schon mit diesem Doppel ungefähr die Marschrichtung der Amis an. BRING THE DEAD ist dann etwas flotter und ist für mich der stärkste (nachhaltigste Song) auf dem Album. Doch auch ruhiger geht bei High Reeper, wie der darauffolgende APOCALYPSE HYMN beweist. Auch hier glänzt Zack mit starken Vocals. Starkes Artwort, starke Produktion (übrigens von Basser Shane Trimble), sehr gute Songs machen diese Scheibe zu einem Pflichtkauf für Stoner / Retro / Doom / Hard Rock Fans. Gutes Zweitwerk, dass die Band in der Szene etablierten (zu Recht!) wird.

 

Genre: Stoner Heavy Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 8 Songs / 49 Minuten

VÖ: 22.03.2019

 

 

 

MOUNT ATLAS  -  MISTRESS    H42 Records

 

www.mount-atlas.de

 

MOUNT ATLAS legten mit ihrem Debüt TITAN ein mächtiges Brett aus Uriah Heep, 70s Hard Rock, Deep Purple und den Spiritual Beggars vor und schon in kürzester Zeit war das Album ausverkauft. Die Band ist mit ihrem warmen Sound auf offene Ohren gestoßen und konnten auch International für einige Aufregung sorgen. Nun liegt nach dem Daredevil Records Debüt das Nachfolgewerk auf H42 Records vor. Leider muß man aber sagen...leider nur eine EP! 4 Songs bescheren uns die Jungs und schon vermisst man 5-6 mehr Songs. Der Grund ist einmal mehr, dass Mount Atlas ein unheimliches Gespür für gute Melodien haben und mit den 4 Songs ist ihnen ein weiterer Schritt nach oben gelungen. Der Titelsong besticht durch ein fettes Gitarrenriff und die Orgel, die durch den ganzen Song führt und einige Akzente setzt. Der Refrain ist herausragend, der Mittelteil wird von der Orgel dominiert und ich glaub, 1000 andere Bands wären um so einen starken Refrain froh. Die 70er Vibes lassen die Stereoanlage erzittern. PACE ist ein schneller Hard Rock Song, der durch eine Double Bass besticht und einen sehr poppigen Refrain aufweist. Auch hier kann man nur in höchsten Tönen schwärmen. Was hier auch gesanglich fabriziert wird, ist einmalig. Dagegen wird EVIL SIDE eher fröhlich und beschwingt, was aber der Band gut zu Gesicht steht und gute Laune versprüht. THE UNKNOWN beschließt dann die EP mit einem starken Anfangsriff und wirkt poppig, sleazig und verspielt. 80er Hard Rock der Sonderklasse mit einem erneut starken Refrain.  Das starke Artwork und die gute Produktion von Matthias Lohmüller runden den viel zu kurzen Player ab. Die Band wird groß werden!

 

Genre: 70s Hard Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 4 Songs / 15 Minuten

 

 

 

VALLEY OF THE SUN  -  OLD GODS    Fuzzorama

 

www.facebook.com/valleyofthesun

 

Valley of the sun waren (zumindest für mich) immer eine Stoner Rock Band der zweiten Reihe. Das die neueren Veröffentlichungen sowieso nicht an die Meisterwerke der 00er Jahre heranreichen, wird für mich auch mit jeder neuen Veröffentlichung untermauert. Und von Valley of the sun hatte ich nun gar nichts erwartet und wurde gewaltig überrascht. Obwohl das letzte Album überall relativ gut weggekommen ist. Im Vergleich zum riffigeren Vorgänger VOLUME ROCK bietet das neue Machwerk des Trios aus Ohio gewohnt starken Stoff, aber auch einige ruhigere Momente. Auffallend ist das indisch/ägyptisch angehauchte Artwork, das an My sleeping Karma erinnert. Und die Informationen auf dem Artwork sind auch ziemlich sperrlich gesät....da hätte man etwas mehr "Liebe" einbringen können. Schade. OLD GODS startet dann eher träge, entwickelt sich dann aber noch zu einem wirklich starken Opener und tollem Titeltrack. OLD GODS fehlt es trotz dickem Groove etwas an Durchschlagskraft und erst der zweite Song, ALL WE ARE, geht dann in die Vollen. Obwohl auch hier ein sehr poppiger Grundton herrscht und auch nicht richtig überzeugt. Also gesanglich ist es 1A und Sänger Ryan Ferrier ist ein Guter, aber die Riffs wirken einfach schon ausgelutscht. Danach kommt mit GAIA CREATES erneut ein instrumentales Stück Musik, dass die Eindrücke vom Artwork unterstützt. Erst jetzt, an vierter Stelle, kommt mit DIM VISION ein wahrer Brecher. Starkes, fettes Riffing, super Drumming und klasse Vocals runden einen der besten Stoner Songs der letzten Monate ab. Leider ist es mit SHIVA DESTROYS danach aber schon wieder zu Ende. FIREWALKER , INTO THE ABYSS und FAITH IS FOR SUCKERS versöhnen dann mit guten Songs und einigen herausragenden Ideen, bei denen sich vor allem der Schlagzeuger hervor hebt. Insgesamt ein gutes Stoner Rock Album, leider auch mit einigen Längen und zu wenigen Songs, die absolut zünden. Trotzdem  -  Stoner Rock Fans werden ihre wahre Freude daran haben. Volume Rock war aber etwas stärker.

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 8 Songs / 40 Minuten

VÖ: 24.05.2019

 

GENERATION AXE  -  THE GUITARS THAT DESTROYED THE WORLD: LIVE IN CHINA   Ear Music

 

www.generationaxe.com

 

Joe Satriani hat mit G3 damals das angefangen, was sein Schüler Steve Vai (der die Scheibe auch produziert hat) jetzt mit Generation Axe fortführt. Die mit fünf größten Gitarristen der Zeit besetzte Band spielt entweder gemeinsame Songs oder Solo-Songs aus eigenem oder fremden Repertoire und zeigt eindrucksvoll das komplette Können der Musiker. Natürlich muß man ein Gitarrenfetischist sein, sonst wird einem manchmal das ewige Sologedudel zu viel, aber letztendlich ist man von der Performance und Klasse der Musiker einfach geflasht. Zakk Wylde, Yngwie Malmsteen, Tosin Abasi, Nuno Bettencourt und natürlich der Initiator Steve Vai geben sich hier als eingespieltes Team oder Solisten die Ehre und verblüffen auf den kompletten 80 Minuten mit starken Songs, viel Abwechslung und einer (trotzdem!) durchgängigen Einheit. Das klingt nicht nach zusammengewürfelt oder "zu unterschiedlich"; es wirkt wie aus einem Guss! Zakk verblüfft mit seiner Version des ALLMAN BROTHER Songs WHIPPING POST. HIGHWAY STAR (Deep Purple) und FOREPLAY (Boston) werden auch in einer wahnsinnig starken Version zum Besten gegeben. Los gehts mit einer gemeinsamen Darbietung als GX mit dem erwähnten FOREPLAY, danach gibt sich Tosin Abasi und Nuno Bettencourt mit TEMPTING TIME, PHYSICAL EDUCATION und A SIDE OF MASH die Ehre, bevor Nuno und Zakk SIDEWAYS zusammen performen und auch den ersten großen Höhepunkt setzen. WHIPPING POST folgt, bevor der Meister himself, Vai, BAD HORSIE performt. Yngwie bringt dann ein Medley bevor Yngwie und Vai BLACK STAR zusammen performen. Als Doppelabschluß gibt es dann noch gemeinsam FRANKENSTEIN und HIGHWAY STAR. Ein großer Teil des Sets wurde auf der Asien Tour 2017 aufgenommen und beeindruckt durch das Zusammenspiel der Gitarrenlegenden, was ja eine super Idee ist und auch ungewöhnlich, dass diese angesehenen Musiker über ihr Ego springen können und sich als "Band" zusammen tun. Eine beeindruckende Veröffentlichung!


Genre: Progressive Rock

Musik: 9

Sound: 9

Info: 11 Songs / 80 Minuten

VÖ: 07.05.2019

 

 

 

GODSLAVE  -  10/10 (Rarities Recovered)     Green Zone Music

www.godslave.de

10/10 bezieht sich auf die vergangenen und kommenden 10 Jahre der deutschen Thrasher. Nachdem das letzte Album REBORN AGAIN ein bißchen Staub im Underground aufgewirbelt hat und die Band einige Shows dazu spielen konnten, legt man jetzt ein Raritätenalbum nach. Godslave haben über die Jahre ihre streng limitierten "THRASHED"-Split-EPs mit befreundeten Bands veröffentlicht und diese Songs gibt es jetzt hier zusammengefasst auf der 10/10 Scheibe. Dazu gibt es 3 Live-Songs und einen brandneuen Track. Da auch die Labelgenossen von Eradicator ihr selten Debüt wieder aufgelegt haben, dass nur für die beinharten Fans gedacht war, sollte man bei der Godslave CD eher zum letzten Album greifen. Die Songs auf 10/10 wirken einfach nicht stimmig genug und haben bei weitem auch nicht die Qualität der letzten Scheibe. Aber für Fans sicherlich ein schönes Geschenk. GOD SLAVE THE QUEEN (von THRASED 4, 2014) und VODCARNIVORE (von Vol. 3, 2012) sind die besseren Songs, wohingegen OUR SCHOOL (Vol. 1 von 2009) und das sehr elektronische METAL MACHINES (Vol. 2, 2010 - erinnert an den Hit der KRUPPS) eher Beiwerk sind. Das Eradicator Cover FINAL DOSAGE (Vol. 4, 2014) war schon im Original nicht der Bringer und somit müssen die 3 Livesongs S.O.S., GREEN ZONE und REBORN AGAIN die Scheibe aufwerten. Die Songs bestechen durch Spielfreude und viel Kraft und können überzeugen. Zum Abschluß gibt es dann noch den besten Song des Albums, den Titeltrack. Hier stimmt dann alles. Vocals, Riffs, Ideen. Das ist einer der besten Godslave Songs bisher und zeigt, dass die Band nach REBORN AGAIN den richtigen Weg weitergeht. Ihr an OVERKILL und DESTRUCTION angelehnter Sound macht in dieser Qualität Laune und dürfte ihnen einige neue Fans bringen. Alles in allem eine zwiespältige Angelegenheit, die Fans interessieren, aber Neuhörer eher nicht begeistern wird. Doch dank des neuen Songs darf sich die Band weiterhin als hoffnungsvolle deutsche Thrash Kapelle bezeichnen und Godslave wird ihren Weg gehen.

 

Genre: German Thrash Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 10 Songs

VÖ: 14.06.2019

 

 

 

ASTRAL DOORS  -  WORSHIP OR DIE    Metalville Records

www.metalville.de

Seit dem Debüt Album vor 16 Jahren sind die schwedischen Jungs im 2 bis 3 Jahrestakt präsent und legen mit dem sehr metalligen Titel WORSHIP OR DIE ihr 9. Album vor. Eine stolze Zahl, auch wenn man bedenkt, dass die Qualität der Astral Doors Scheiben immer sehr hoch war. Nach dem Solo Album von Sänger Nils Patrik Johansson im letzten Jahr über Metalville gibt es nun die neue Scheibe. Ob 55 Minuten Spielzeit in der heutigen Zeit förderlich sind oder nicht, muß jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass alle 12 Songs durchgängig klasse sind und alle Fans von Dio, Black Sabbath und Rainbow (die Vergleiche kommen vor allem wegen Nils Patriks Stimme, die sehr die von Ronnie James ähnelt...) beglücken dürften. Natürlich ist das um einiges heavier als die genannten Bands, aber Songs wie der Opener NIGHT OF THE HUNTER oder WORSHIP OR DIE sind Hits der Sonderklasse, die sicherlich einen wichtigen Teil im kommenden Liveset haben werden. Nach einem kurzen, King Diamond artigen Grusel Keyboard Intro beginnt gleich die volle Power der Band. Starkes Riffing, treibende Drums und ein Refrain, der evtl. die Chance hat, in die Musikgeschichte einzugehen. Ein wahnsinnig starker Opener und der folgende, etwas flottere THIS MUST BE PARADISE steht dem in nichts nach. Ein Song wie THIS MUST BE PARADISE ist eine Power Metal Hymne der Extraklasse. Joachim Nordlund und Mats Gesar liefern sich tolle Gitarrenduelle und auch hier ist die stimmliche Nähe zu Dio gravierend. Der schon erwähnte Titelsong nimmt dann etwas an Tempo raus und besticht vor allem durch starke Gitarrensolos. DESPERADOS ist ein weiterer Song, der viel Hitpotential hat und live sicherlich total zünden dürfte. RIDE THE CLOUDS ist dann eine flotte Nummer, die ein starker Power Metal Statement ist. Hervorheben muß man LIGHT AT THE END OF THE TUNNEL, welches sehr emotional beginnt, starke Gitarrenläufe beinhaltet und mit vielen unterschiedlichen Fasetten punktet. ST. PETERSBURG ist ein Heavy Metal Stampfer, der auf dem Album heraussticht und ein Hit werden dürfte. Der Refrain zündet sofort, die Gitarren sind hoch melodisch, aber druckvoll. Perfekt! LET THE FIRE BURN könnte dann tatsächlich von einem Dio Album entnommen sein. Keine Kopie, aber unglaublich nah dran! Toll! Textlich ist auch alles im grünen Bereich (weit weg von Drachen und Feen...) und behandeln sowohl aktuelle Geschichten (MARATHON über den Bombenanschlag beim Boston Marathon oder über Religion, Terrorismus und Serienmörder in NIGHT OF THE HUNTER) als auch geschichtliches (ST. PETERSBURG über Rasputin). Power Metal Fans als auch normale Hard Rock Fans sollten die 6 Schweden antesten und unterstützen. Musik auf sehr hohem Niveau (und dazu passend eine warme und tolle Produktion sowie ein starkes Artwork). Kaufempfehlung!

Genre: Power Metal
Musik: 9
Sound: 8
Info: 12 Songs / 55 Minuten
VÖ: 26.04.2019

 

 

 

 

TWIN TEMPLE  -  BRING YOU THEIR SIGNATURE SOUND...SATANIC DOO-WOP    Rise Above Records

www.twintemple.com

Rise Above Records von ex-Napalm Death / ex-Cathedral Vorsteher Lee Dorrian steht ja schon lange nicht mehr für richtigen Metal, sondern für einige Juwelen. Nun kommt aus Los Angeles Twin Temple. Das Debütalbum der Band ist zwar bereits erschienen, wurde aber jetzt von Lee neu aufgelegt und einen breiteren Masse zugänglich gemacht. Alexandra James und ihr Bruder Zachary James und bringen ihre satanische Musik völlig ohne verzerrte Gitarren oder die üblichen Instrumente an den Mann / die Frau. Und vielleicht ist das noch gefährlicher wie die böseste Black Metal Band. Den hier schleicht sich unter schönen und süsslichen Melodien die Botschaft des Bösen praktisch durch die Hintertür herein. Und so unschuldig und bezirzt gab es die Botschaft des Bösen wohl noch nie. Den das hier der Sound der Fifties und Sixties so cool, catchy und sexy vorgetragen wird, würde sogar (woran mich die Musik am meisten erinnert...) Amy Winehouse zur Weißglut bringen. Den das hier ist unglaublich gut. "Why can`t you love Roy Orbison and hail Satan at the same time?" sagt Alexandra James und hat damit den Nagel exakt auf den Kopf getroffen. Das Konzept von Twin Temple funktioniert nämlich hervorragend. SANTA MUERTE mit Western Spaghetti Einflüssen, I KNOW HOW TO HEX YOU mit fantastischen Rodriguez Movies Referenzen und eine Prise gefühlten Rock`n`Roll. Fertig sind Hits am Fließband. Das ist alles musikalisch nicht viel, was Zachary anzubieten hat, aber es reicht für eine beeindruckende Soundlandschaft. Und das das Hauptaugenmerk natürlich auf Alexandras Stimme liegt, kommt der Sängerin auch sehr gelegen. Sie kann mit ihren Texten und ihrer Stimme spielen, ohne groß Rücksicht auf eine "Band" o.ä. zu nehmen. Das das Album in Mono und als Live-Aufnahme entstanden ist, ist bei dieser Vorgabe natürlich Ehrensache. Ohrwürmer am Stück - Gänsehaut durchgängig. Schaut die Videoclips! Wird groß (auch wenn das Cover wohl nicht förderlich ist....und vielleicht trotzdem die falschen Leute abschreckt....)!!!

Genre: Satanic Pop
Musik: 8
Sound: 8
Info: 11 Songs / 42 Minuten
VÖ: 01.03.2019

 

 

 


COWBOYS & ALIENS  -  HORSES OF REBELLION    Polder Records

www.polderrecords.be

Vor allem mit dem Zweitwerk A TRIP TO THE STONEHENGE COLONY (2000) und dem folgenden Meisterwerk LOVE SEX VOLUME (2002) konnten die belgischen Stoner Rocker von COWBOYS AND ALIENS sich ganz nach oben in der Szene setzen. Ihr Sound war unglaublich ausgearbeitet, hochwertig und die Band hatte mit Henk V. einen Sänger, der oft mit einem melodiösen John Garcia verglichen wurde. Die Band hatte mit dem 2005er Nachfolger LANGUAGE OF SUPERSTARS noch einmal eine starke Platte, die aber einige modernere Einflüsse aufzuweisen hatte und sich etwas vom klassischen Stoner Rock der Vorgängeralben löste. Danach war es etwas stiller um die Band, obwohl sie immer wieder live auftauchte und mit SANDPAPER BLUES KNOCKOUT und SURROUNDED BY ENEMIES 2011 und 2013 zwei hervorragende EPs unter die Fans brachte. Und nun kommt ein neuer, 11 Songs fetter Brocken auf uns zu. HORSES OF REBELLION ist das erste Album seit 14 Jahren und schon vom ersten Ton an weiß man, wo die Reise hin geht. Sofort wird einem wieder klar, wie man die Band vermisst hat und was für eine super Musik die Belgier fabrizieren. Ihr Sound ist wirklich einmalig. Der eröffnende SOAKING ist gleichmal ein Hit mmit allen Trademarks der Vergangenheit. Fette Riffs, starke Vocals von Henk V., super old school Stoner. Die Riffs von John P. zünden sofort und man vergisst gleichmal die letzten 14 Jahre ohne die Band. STILL IN THE SHADE geht gleich ins Ohr, ist etwas melodischer, was ja schon immer ein Markenzeichen der Band war und ist. Endlich ist eine der besten alten Stoner Rock Bands zurück. Das geht einem sofort durch den Kopf! Und wieder hört man viel Unida aus dem Sound. Einmalig gut und gleich zwei wahnsinnige Hits hintereinander. Ein geiles Bass-Intro eröffnet TWO TIMES A MAN, der um einiges langsamer und getragener rüberkommt und durch eine geile, 80er Jahre Strophe überzeugt. Einen richtigen Ausfall gibt es auf dem Album nicht, aber vor allem der Titelsong überzeugt mit einem ganz starken Refrain. MORNING AGAIN sollte man mit seinem old school Stoner Sound auch noch herausheben. Das ist einer der besten COWBOYS AND ALIENS Song ever und besser kann man einen Song in dieser Richtung nicht machen. Und mit SPLENDID ISOLATION endet dieses Hammer Album nur mit Gitarre und Gesang und ist einfach unglaublich emotional. Willkommen zurück und DANKE für dieses Album! Pflichtkauf!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 11 Songs / 44 Minuten

 

 

 

SWORN ENEMY  -  GAME CHANGER    M Theory Records

www.m-theoryaudio.com

Robb Flynn. Das hängt ganz überdimensional über dem Album. Gut, Sworn Enemy hatten schon immer einen guten Ruf mit ihrem Mix aus Thrash Metal und Hardcore und die Band hat sich in den letzten Jahren ein großes Following erspielt. Jetzt geht man mit dem Machine Head Kopf evtl. den nächsten Schritt und hat einen großen Fürsprecher hinter sich, der sicherlich noch die ein oder andere Tür extra öffnet. Aber die Band aus Queens / New York hat natürlich nichts verlernt und serviert der Hardcore / Metal Welt wieder 11 starke Songs, die qualitativ sich nicht hinter den großen Hits der Band verstecken brauchen und auch einige neue Superhits an den Tag fördern. Vor allem gibt es einige gesangliche Querverweise zu der Musik von Mr. Flynn und Sal Lococo ist natürlich ein guter Frontmann und hat sich sicherlich den ein oder anderen Ratschlag zu Gemüte geführt. Nach einem heavy Intro geht es mit PREPARE FOR PAYBACK los und liefert gleich eine Groovemaschine, nach der sich andere Bands die Finger schlecken würden. Vor allem dien schnelleren Ausflüge und die großartigen Breaks machen den Song zu einem wahren Livewunder in Zukunft. Danach geht SEEDS OF HATE gleich in die Vollen. Das ist ein Hit und lebt von seinen metallischen Riffing. Und mit JUSTIFY gibt es einen weiteren Hit auf dem  Album, der sowohl in der Hardcore Community als auch im Liveset der Band ein fester Bestandteil sein wird. Hier zeigt sich der hohe Thrash Metal Anteil am Album am meisten. Die restlichen Songs sind typisches Sworn Enemy Material und leben von der klaren und druckvollen Produktion von Robb Flynn. Die Band hat 5 Jahre an dem Album gearbeitet und ihr Entdecker Jasta wird besonders glücklich über die Entwicklung der Band sein. Großes Hardcore Kino! War aber auch nicht anders zu erwarten.

Genre: Hardcore
Musik: 8
Sound: 8
Info: 11 Songs / 37 Minuten
VÖ: 05.04.2019 

 

 

 

MOTSUS  -  OUMUAMUA    Polder Records

www.polderrecords.be
www.motsus.be

Eine weitere fette Stoner Sludge Heavy 3-Mann Kombo aus Belgien. Erst einmal fällt das wahnsinnige gute Artwork auf, das handgemacht ist und sich wirklich heraussticht. Da steckt viel Liebe drin - genauso wie im Sound der Band. Allen voran wurde die Scheibe von Alan Douches in NY gemastert und der Sound ist so unheimlich fett und heavy, mir fehlen fast die Worte! Und passt direkt zum langsamen, dunklen und zähflüssigen Sound der 3 Herren. Die Songs sind durchweg gut zu hören und der Sound wird nie langweilig. KINGS & QUEENS rifft gleichmal alles weg und die super heavy Songs WARM order FREDDY sind super groovige Songs. Der dunkle Touch der Songs macht die Sache noch interessanter. HOOCHY WOOCHY hört sich erstmal vom Titel her an wie ein Intro oder ein Spaßding, aber er ist bitterböse und mit einem Monster Riff ausgestattet. Da täuscht der Titel gewaltig. Bei EXPLODER PT.I gibt es auch ein paar Space Rock Einflüsse und werten die Scheibe noch um einige Nuancen auf. TIN MEN beschließt dann den zähen Brocken mit einem guten Spirit und hat einen Marsch ähnlichen Rhythmus. Für instrumental Sludge Fans ein echtes Hörerlebnis!

Gerne: Sludge
Musik: 7
Sound: 9
Info: 6 Songs / 38 Minuten
VÖ: 2018 

 

 

 

BRANT BJORK  -  KEEP YOUR COOL   Heavy Psych Sounds

www.heavypsychsounds.com

Brant kann ja mittlerweile auf eine aufregende und lange Geschichte zurückblicken und konnte einige der Stoner Rock Klassiker beiwohnen. Und seit Jahren macht er auch als Solokünstler eine gute Figur und hat mittlerweile auch dort ein unglaublich großes Following. Sein relaxter, ruhiger und grooviger Desert Rock lässt einen sofort an Wüste, Kalifornien und eine gute Zeit denken. Das ist alles sehr entspannt - so wie Brant auch persönlich ist. Die Scheibe KEEP YOUR COOL wurde bereits 2003 veröffentlicht und findet jetzt erneut eine Auferstehung. Die 8 Songs der Scheibe dürfte jeder Fan kennen....wenn nicht - hier noch einmal ein paar Worte dazu: nicht jeder Track ist ein Hit, aber im Gesamten ein unheimlich gutes Album, das man gerne hört und damals den Künstler ein Standing in der Szene einbrachte. Leider ist die Scheibe mit 33 Minuten kurz und wurde auch nicht mit Bonusmaterial o.ä. aufgewertet. Außerdem müsste man den ersten Song HEY MONKEY BOY abziehen, weil es sich wohl eher um eine Parodie handelt und nur wie ein spontaner Jam anmutet. Aber schon mit dem folgenden JOHNNY CALLED ME gibt es den typischen Sound des Altmeisters. California rising! Dagegen ist der folgende ROCK-N-ROL`E schon um einiges fetziger und erinnert an die seeligen CHE Zeiten. Und mit I MISS MY CHICK hat Brant wohl einen seiner besten Songs geschrieben. Der groovt wie Hölle und lässt einen an QOTSA/CHE/KYUSS Großtaten denken. Der Refrain geht einen nicht mehr aus dem Sinn. Tolle Nummer. Venice Beach Skating! Der Titelsong ist eine relaxte instrumentale Angelegenheit und wirkt aber auf dem Album nur als Füller. GONNA MAKE THE SCENE! und MY SOUL sind dann noch einmal 2 ganz starke Nummern am Schluß. Leider (wie eigentlich die Regel bei HPS...) zu kurz. Da hätte man sicherlich noch 3-5 Nummern draufpacken können, um den Fans, die die Alben ja teuer erstehen müssen, etwas mehr Gegenwert zu geben bzw. einen neuen Anreiz zum Kauf. Was geboten wird ist auch nur zu 80% stimmig. Aber Fans werden / müssen zuschlagen, vor allem weil auch das Artwork (wie eigentlich immer bei HPS) sehr gelungen ist und Mathias Schneeberger in L.A. einen druckvollen und perfekten Sound mit seinem Mastering gezimmert hat. Und es 2003 ein Meilenstein für Brant war!

Genre: Desert Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / 33 Minuten
 

 

 

NEBULA  -  DEMOS & OUTTAKES 98-02    Heavy Psych Sounds

 

www.heavypsychsounds.com

 

Nachdem das italienische Label schon einige Klassiker der Band wieder zugänglich gemacht hat, kommt nur eine Compilation mit dem Titel DEMOS & OUTTAKES 98-02. Das hört sich erst einmal uninteressant und nach Geldmacherei an, da oft ja a) so Demos längst bekannt sind und b) sich wenig von der endgültigen Version unterscheiben und c) Outtakes meistens aus gutem Grund keinen Platz auf der regulären CD gefunden haben. Resteverwertung lässt grüßen....aber nicht mit den Sunshine Desert Rockern. Die Songs können durchweg überzeugen und machen auch als CD Spaß und auch durchaus Sinn. Für Fans wird es einige interessante neue Momente der Band geben und die 10 Songs sind durchgängig auf gutem Nebula bzw. old school Stoner Rock Sound Niveau. Und auch die beinharten Fans dürften die 10 Songs nicht kennen. So ist z.B. das allseits bekannte (weil von einer der besten Stoner Rock Split EPs ever!!!) SUN CREATURE von der LOWRIDER Split doch sehr anders als die Originalversion und macht aber auch hier ganz toll Spaß. Auch die Demos der CHARGED und TO THE CENTER Songs sind bißchen anders und passen gut zum Rest der Songs. Das ist auf jeden Fall interessanter wie ein oft bemühtes Best Of Album. Dazu kann BLACK FLAGS Song NERVOUS BREAKDOWN und STAGNANT POOL von LEAF HOUND die Scheibe zusätzlich aufwerten! Das ist sehr überzeugend alles. Hier wummert der Bass, die Gitarren hauen ein Hammer Riff nach dem anderen raus und die Vocals sind eh ein Alleinstellungsmerkmal im Stoner Rock. Eddie Glass ist einfach ein Star der Szene (zumindest gewesen). Und dank des Democharakters klingen die Songs spontaner und auch eine gewaltige Ecke heavier. Also nicht nur NEBULA Die-Hard Fans sollten zugreifen, sondern jeder, der auf gut gemachten Stoner Rock der Anfangszeit steht oder die Sonne der Wüste spüren will. Ja, so war das damals...in der guten alten Zeit. Und ich leg gleich nochmal die Lowrider/Nebula Split auf und schwelge in Erinnerungen. KAUFEN!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10  Songs / 44 Minuten

VÖ: 25.01.2019

 

 

REZET  -  DEAL WITH IT!    Metalville Records

www.facebook.com/rezetband
www.metalville.de

REZET macht mit dem neuen Album DEAL WITH IT! einen gehörigen Schritt nach vorne. Das Labeldebüt über Metalville Records sollte der Band ein paar Türen öffnen und das Album bedeutet für die Band auch einen großen Schritt nach vorne. Nach eher mittelmäßigen Scheiben in den letzten 10 Jahren, die die Band nicht groß voran brachte und im Untergrund platzierte, hat man sich diesmal mit Eike Freese ins Hamburger Chameleon Studio verschanzt und 11 neue Songs eingespielt, die der Band ein paar neue Freund schenken dürfte. Ihr Thrash Metal erinnert gleich vom ersten Ton an etwas an die leider unterbewerteten XENTRIX, die zwischen 1989 und 1992 sehr gute Scheiben veröffentlichten, die aber der Band auch leider nicht den großen Durchbruch brachten. Ich hoffe für REZET, dass sie dieses Schicksal nicht teilen. Los geht es gleich mit einem guten Einstand, BEHIND GLASS rifft und thrasht wie in seeligen Zeiten, TREADMILL TO HELL schließt mit guten Riffs und kraftvollen Drums gleich an. Ricy Wagner und Heiko Musolf an der Gitarre zaubern das ein oder andere Sahneriff hervor und Bastian Santen unterlegt das mit einem guten
Drumgroove. Die große letzte Thrash Metal Welle mit Evile, Warbringer ist zwar schon wieder etwas am abschwellen, aber es kommen immer wieder gute Thrash Bands nach. So auch Rezet, die mit dem darauffolgenden Titelsong nochmal gehörig Gas geben. Leider verlieren sich die folgenden 2-3 Songs etwas und können nicht so überzeugen. Vor allem die Ballade ist in meinen Augen nicht wirklich gelungen und nimmt etwas den Drive aus der Scheibe. Wahrscheinlich wollte man etwas Abwechslung einbauen, aber leider schmälert es das Gesamtwerk etwas. Aber im hinteren Teil der Platte wird es nochmal so richtig gut und mit MDPV haben sie dort den besten Song des Albums leider etwas zu weit hinten positioniert.  Der Song hat ein starkes Thrash Metal Riff. Die Vocals von Ricky Wagner sind vor allem bei diesem Song richtig stark und der Refrain geht einem nicht mehr aus dem Kopf. So muß Thrash Metal 2019 klingen! Aber auch die nachfolgenden DEAD OR WHITE und SPIRAL DOWN sind absolute Höhepunkte auf dem Album und hätten evtl. etwas weiter vorne stehen sollen. Aber gut: die Scheibe lebt von einem sehr guten Sound, das Artwork ist dezent aber wirkungsvoll und der griffige und riffige Thrash Metal mit einer Portion Power Metal hat viel Wucht und Wums. Die Band ist demnächst auf
Europatour mit Nervosa und sollte sich einige neue Fans erspielen.

Genre: Thrash Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 11 Songs
VÖ: 22.02.2019

 

 

 

ERADICATOR  -  THE ATOMIC BLAST   Green Zone /HART


www.eradicator.de

Vor kurzem veröffentlichten die Sauerländer ERADICATOR erst ihr letztenAlbum INTO OBLIVION, kommt hier schon Nachschlag für die Fans. Aber die Die Hard Fans werden die Scheibe schon kennen, handelt es sich bei THE ATOMIC BLAST um das seit langem vergriffene Erstwerk von 2009. Jetzt gibt es die Scheibe also noch einmal auf dem neuen Green Zone Label, was für Thrash Fans durchaus Sinn macht. Aufgestockt wurde das Album mit 4 Neueinspielungen von 4 Albumtracks, die zwar einen Tick rauer (vor allemdie Vocals sind stark gewachsen...), aber auch unnötig erscheinen. Nachdem Demo hat hier zum ersten Mal Gitarrist und Bandkopf Sebastian Stöber
die Vocals übernommen und das ist das große Manko der Scheibe. Das mußman jetzt im nachhinein deutlich sagen. Auf dem neuen Album sind dieVocals einen Tick stärker, aber bei aller Energie, die Vocals könneneinfach nicht mit den großen Bands der 2. Thrash Generation mithalten. Der Re-Release hat zwar einen druckvollen Sound, aber über die Distanz des ganzen Albums stören die Vocals immer mehr. Gut los geht es mit dem schnellen und rifflastigen POSSESSED BY THE DEVIL, bevor das sehr an (mittlere) Destruction erinnernde CAPITAL PUNISHMENT am meisten überzeugt. Die sehr guten Gitarrenläufe machen Spaß! Auch THRASHING THROUGH THE PIT ist ein kleines aber feines und stimmiges Ausrufezeichen
und NEVER SURRENDER lebt von einem starken Anfangsriff im 80er Jahre US-Metal Style.Dagegen sind leider WAR IN MY HEAD, TRIGGER TO APOKALYPSE und PLACE OF NO RETURN belanglose Füller, die den Spaß an den restlichen Songs nehmen. WHEN BULLETS DROP LIKE RAIN... und NOTHING BUT ASHES REMAIN überzeugen dann wieder etwas mehr (vor allem die Gitarren und das Schlagzeugspiel), aber haben leider keinerlei Wiedererkennungswert und gehen im Gesamtkonzept unter. Dazu noch ein genretypischen Cover und fertig ist neues Futter für Thrash Metal Fans..... ob es wirklich wer braucht, bezweifel ich aber. Ultra Fans können ihre Sammlung vervollständigen, alle anderen sollten lieber das neue Werk antesten.

Genre: Thrash Metal
Musik: 6
Sound: 8
Info: 13 Songs / 60 Minuten
VÖ: 22.03.2019

 

 

 

 

LEATHER REBEL  -  MEIN LEBEN MIT JUDAS PRIEST / KK Downing und Mark Eglinton     IRON PAGES BOOKS

http://kkdowning.net/steelmill/
https://www.facebook.com/kkdowningsteelmill

Das Flagschiff des Heavy Metals ist ja in den letzten Jahren oftmals ins Schwanken gekommen und erst letztes Jahr hat sich die Band wieder gefangen und zu alter Stärke zurückgefunden. Darum wurde auch das Buch von ex-Gitarrist K.K. Downing mit Spannung erwartet. Immerhin hat er Priest in die metallische Richtung gelenkt und war auch für viele Heavy
Metal Klassiker verantwortlich, bevor er vor ein paar Jahren die
Reißleine zog und ausstieg. Das Buch erzählt die Geschichte des blonden
Gitarristen von Anfang an. Seine schwere Kindheit, sein schlechtes
Verhältnis zum Vater, seine Liebe zu Jimi Hendrix (den er mehrmals live
gesehen hat und ihm ein Pedal von der Bühne stahl...) und sein Aufstieg
zum Weltstar mit Judas Priest. Er war es, der die Band in die härtere
Richtung lenkte und er war es auch, der der Band das Leder Image
verpasst, da er eine Art "Uniform" für die Liveshows wollte. Wenn man
den Weg dahin verfolgt, ist das als Fan sehr interessant. Leider wird es
dann, ab der mittleren Phase der Band, etwas zu pauschal, uninformativ
und auch ein Stück weit belanglos. Es wurde wirklich viel Potential
verschenkt und das Buch kann leider zu keiner Zeit mit den zuletzt sehr
fesselnden Biographien von Peter Steele oder Roger Miret mithalten. Und
so bleibt das Buch leider eine Enttäuschung. Das Hauptproblem ist dabei
vor allem K.K. selbst, der sich an das Meiste nicht mehr erinnern kann,
oft Spannung aufbaut und dann mit einem banalen Satz die Geschichte
nicht zu Ende bringt oder immer (!) die Schuld bei anderen sucht (und
leider auch findet...). Außerdem war Judas Priest wohl nie eine Band von
Freunden, da untereinander über keinerlei Probleme gesprochen wurde.
Z.B. Rob Halfords Aufenthalt in der Entzugsklinik: keinerlei Fragen oder
Anzeichen vorher und danach ohne groß zu sprechen einfach weiter. Der
Drummer kündigt den Abschied an: okay - keiner frägt wieso weshalb. Ein
komisches Gebilde an Band eigentlich. Und Selbstkritik kennt K.K. leider
auch nicht. Nur er lieferte immer gute Shows ab, die Fehler lagen bei
den anderen (z.B. der Stress mit Iron Maiden). Schlechte Scheiben gab es
nicht (auch nicht Nostradamus, nicht die Ripper Jahre...), alles war
super. Das liest sich dann auf Dauer schon etwas eindimensional, wenn
fast jedes Kapitel mit den gleichen "Problemen" abschließt. Leider gibt
es dann zu Defenders of the Faith, Painkiller oder die Ripper Jahre zu
wenig Insiderinformationen. Was man liest, hat man so oder so schon
mitbekommen und die starken Phasen werden einfach zu oberflächlich
behandelt. Nur die Turbo-Phase mit dem großen Durchbruch in den USA wird
etwas intensiver behandelt, ohne großartige Informationen preis zu
geben. Auch wichtige Ereignisse wie das DAY ON THE GREEN Festival oder
ZDF ROCK POP IN CONCERT wird nebenbei in ein oder zwei Sätzen ohne
Inhalt abgefertigt. So bleibt leider alles ohne Inhalt und ermüdet dann
auch langsam. Und letztendlich hat es die Band erst in den letzten
Jahren etwas geschafft, sich an der absoluten Spitze zu behaupten. Wenn
man überlegt, dass von der Turbo Scheibe gerademal knapp 3 Millionen
Scheiben verkauft wurden, ist das zu den Megasellern Metallica und Iron
Maiden schon ein gewaltiger Sprung. Judas Priest ist eine der, wenn
nicht sogar die wichtigste Band im Heavy Metal gewesen, lange vor Iron
Maiden! Aber das Buch wird dem leider nicht gerecht in meinen Augen. Da
wäre viel mehr möglich gewesen. Schade! Fans sollten es trotzdem lesen.


Genre: Buch
Seiten: 225 / 16 Farbseiten in der Mitte
VÖ: 28.02.2019

 

 

NEBULA - CHARGED (Re-Release) Heavy Psych Sound

 

http://www.facebook.com/nebulaband

http://www.atomicritual.com

NEBULA waren in den 00er Jahren sicherlich die Band, die zusammen mit DOZER und AWESOME MACHINE die 2. Garde hinter den Megasellern QOTSA und MONSTER MAGNET waren und NEBULA wurde es am ehesten zugetraut, zu den Megasellern aufzuschließen und eine ähnliche Marke wie FU MANCHU zu werden. Die Band setzte sich ja auch aus 3 ehemaligen FU MANCHU Recken zusammen und Bassist Mark Abshire, Sänger/Gitarrist Eddie Glass und Drummer Ruben Romano legten mit ihrem Debüt TO THE CENTER auch eine Bombe in die Szene. Nach einigen EPs kam dann das Zweitwerk CHARGED und zeigte die Band gewachsen und gereift. Die eigentliche Version ist damals auf Sub Pop erschienen und wurde in der Stoner Rock Szene wohlwollend aufgenommen. Die Italiener von Heavy Psych Sounds haben sich nun dem Klassiker angenommen und niemand geringerer als SNAIL Bassist Matt Lynch hat die Scheibe sorgfältig remastert. Außerdem wurden dem Re-Release 2 Bonus Tracks geschenkt, wobei vor allem GIANT (auch als Demo auf der Scheibe) von dem Videospiel TONY HAWK`S PRO SKATER heraussticht. Das Songmaterial ist durchgängig stark und zeigt keine Füller auf. Ihr Blues-Rock getränkter Stoner Rock, der einfach gerade aus rockt und keine Gefangenen macht, ist genau der Sound, den man in den Anfangszeiten mit der Wüste und deren Atmosphäre verbunden hat. Keine Spielereien, keine Experimente, kein Psychedlic Schrott. Einfach Wüsten Rock wie er sein sollte. DO IT NOW überzeugt gleich vom ersten Ton mit seiner unbändigen Kraft, BEYOND ist ein Hit und ist all die Jahre danach immer noch herausragend. Der mit Akustikgitarre getragene TRAVELIN`MAN`S BLUES ist ein weiterer Klassiker und SHAKER oder GOODBYE YESTERDAY sind noch zu nennen - auch wenn es keinen einzigen Füller auf dem 2. NEBULA Album gibt. Vor allem der lange Abschlußtrack ALL THE WAY ist ein Monster mit Space Rock Einflüssen. Die Band hatte auf CHARGED ihren Höhepunkt erreicht und konnte danach auf keinem Album mehr eine solche Hitdichte auffahren. Wah-Wah- und Fuzz-Effekte der Superklasse! Stoner Rock Fans (alt und jung) müssen zuschlagen. Ein Klassiker des Genres!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 12 Songs / 54 Minuten
VÖ: 25.01.2019

 

 

 

SKRAECKOEDLAN - EORPE Fuzzorama / Soulfood
 

Der Albumtitel heißt auf Deutsch "Erde" und die Band hat sich mit Sci-Fi-Autor Nils Hakansson zusammengetan und erzählt eine im Jahre 1920 angesiedelte Story in 8 Kapitel / in 8 Songs. Sie haben DANKO JONES in Skandinavien auf der Tour supportet und sind dort ein sehr angesehener Act. Ihr neues Album hat viele gute Momente und ist sicherlich sehr eigenständig; was auch daran liegt, dass die Band in schwedischer Sprache singt. Das dritte Album (ich kenne die Vorgängerscheiben nicht...) erscheint nun auf dem sehr guten Fuzzorama Label und dürfte der Band wohl noch mehr Aufmerksamkeit zutragen. Hinzu kommt ein sehr warmer und dicker Sound von Erik Berglund und Magnus Lindberg und einen Extrapunkt für das tolle Artwork. Die Musik ist sehr ausgefeilt und beinhaltet von Classic Rock, Alternative Rock über Progressive Rock alle Elemente und wird hin und wieder (an der richtigen Stelle) mit einem dicken Stoner Rock Riff durchzogen. GULDALDERN startet mit ganzer Kraft und KUNG MAMMUT hat sogar einige SAGA ähnliche Keyboards im Mittelteil. Die Gitarren spielen schöne Melodien und die eindringliche und klare Stimme von Robert Lamu veredelt viele Songs. Die Songs CREATURE OF DOGGERLAND und ANGELICA haben mehr Grundhärte und sind 2 Highlights aus der Scheibe. Dagegen wirkt MAMMUTKUNGENS BARN atmosphärischer und zerbrechlicher und hat zum Finale hin nochmal einen fetten Groove und starkes Riffing, das mich an die seeligen Blackmail erinnert. Ein Monster von einem Song! Das folgende ELFENBENSSALARNA startet mit einem dicken Stoner Riff in bester Truckfighters Manier und wird durch sehr eingängige Vocals nochmals aufgewertet. Dieser Song dürfte ein absoluter Hit werden für die Band. TENTAKLER OCH BETAR ist dann etwas zu beschwingt und passt nicht so recht zu den anderen Songs. Wahrscheinlich ist es thematisch zur Story passend umgesetzt, aber für mich wirkt er als Song störend im Gesamtkontext. Eine große Überraschung und mich würde es wundern, wenn man die Band nicht die nächsten Monate auf den ganz großen Tourneen oder Festivals begutachten kann. Einer der heißesten Newcomer der letzten Monate. Ganz großes Kino!

Genre: Progressive Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 8 Songs / 50 Minuten
VÖ: 25.01.2019
 
 

THE QUILL - THE QUILL / SILVER HAZE Metalville Records

 

http://www.metalville.de

Nachdem Metalville Records vor ein paar Wochen die beiden Meisterwerke von THE QUILL, namentlich VOODOO CARAVAN und HOORAY! IT`S AN DEATHTRIP veröffentlichte, schieben sie nun nur kurze Zeit später das Debütalbum THE QUILL und SILVER HAZE nach. Wieder sehr schön aufgemacht im Digipack, neu gemastert (von den originalen Tapes) und mit Bonustracks nochmal aufgemotzt. Die beiden Scheiben kommen nicht an die oben genannten, starken Scheiben der Schweden heran, haben aber auch ihre guten Momente. In der damaligen Zeit (1995 THE QUILL / 1999 SILVER HAZE) war der Stoner Rock noch frisch und grade dabei, zu explodieren, aber unter den ganzen beeindruckenden Newcomern wie Unida, QOTSA, Awesome Machine, Dozer, Lowrider konnte sich THE QUILL damals nicht etablieren. Die Band bekam Slots auf dem Sweden Rock und tourte mit Monster Magnet und die Scheibe verkaufte sich in Schweden sehr gut. Aber damals konnten sie den großen Durchbruch nicht meistern und blieben eine Band der "zweiten" Reihe. Das lag wohl auch daran, dass der Einfluss von THE QUILL nicht im typisch matschigen Stoner Rock Sound lag, sondern eher den Sound der Bands Soundgarden, Alice in Chains und Black Sabbath übernahm. Das Debüt Album ist längst vergriffen und kommt jetzt zu neuen Ehren. Die Musiker kamen später bei "großen" Bands unter (Arch Enemy, Spiritual Beggars, Ayeron, Hanoi Rocks, Firebird) und die Band zerbrach langsam. Aber jetzt sind sie mit einem starken Album zurück und auch die ersten 4 Scheiben der Schweden sind nicht zu verachten. Das Debüt hat viel Soundgarden Nähe (FROM WHERE I AM) und kann vor allem gesanglich überzeugen, obwohl der ganz große Hit fehlt. Das Album ist stark, aber auch ohne jeden Höhepunkt. Das nachfolgende SILVER HAZE von 1999 hatte da schon mehr zu bieten und macht mit dem Mix aus Hard Rock, Soundgarden und bißchen Stoner Rock vieles richtig. EVERMORE hat fette Sabbath Gitarren, Magnus Ekwall klingt etwas wie OZZY zur Blizzard of Ozz Zeiten. Das Debüt hat einen Bonustrack, SILVER HAZE ganze 4 Songs (die überraschenderweise gut ausgefallen sind)! Die langen Spielzeiten ermüden evtl. ein wenig, aber für Fans ist natürlich jeder Soundschnipsel wichtig. Willkommen zurück THE QUILL und auf der kommenden Tour wird es sicherlich regen Absatz der alten Scheiben geben.

Genre: Hard / Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: The Quill (14 Songs / 62 Minuten)
Silver Haze (15 Songs / 72 Minuten)

VÖ: The Quill 22.02.2019
Silver Haze 25.01.2019

 

 

 

HEART - LIVE IN ATLANTIC CITY Ear Music

www.heart-music.com

Eine toll aufgemachte CD + BLURAY der Legende HEART flattert mir ins Haus. HEART? Okay - BARRACUDA war damals einer der ersten härteren Songs, dessen Gitarrenriff weiterhin unbeschreiblich gut klingt. Aber sonst. Die 2 Heart Damen haben die Zeit gut überstanden und entfachen auf dieser CD eine unglaubliche Energie. Das Konzert wurde bereits 2006 aufgezeichnet und ANN und NANCY WILSON sind musikalisch und stimmlich erste Sahne. Und einige hochkarätige Gäste runden dieses Konzert ab. Dave Navarro (Red Hot Chili Peppers, Jane`s Addiction) bringt bei den Eröffnungstriple BEBE LE STRANGE, STRAIGHT ON und CRAZY ON YOU eine unglaubliche Power auf die Bühne und seine Gitarre hört man richtig glühen. Die Country Sängerin Gretchen Wilson veredelt EVEN IT UP und ROCK`N ROLL (eine Led Zeppelin Cover Version). Höhepunkt ist sicherlich die Zusammenarbeit bei WOULD? und ROOSTER mit Alice in Chains verstärkt um Duff McKagan von Guns`n`Roses. Das war der erste offizielle Auftritt nach der Auflösung von ALICE IN CHAINS. Bei WOULD? ist auch Phil Anselmo mit dabei. Ein Hammer - schon alleine wegen dieser beiden historischen Momente. Bis zum finalen BARRACUDA mit allen Gästen vergeht die Zeit wie im Flug, weil das Material wirklich zündet. Ein wirklich tolles Konzerterlebnis mit einem starken Sound und überraschenderweise vielen Hits, die gut gealtert sind. Die BLU-RAY umfasst dann nicht alle Songs (z.B. fehlt das starke WOULD? und vor den Alice in Chains Songs sieht man Phil Anselmo nur kurz auf der Bühne...) und mindert etwas den guten Eindruck. Trotzdem! Es macht Spaß, dem Konzert zuzuschauen. Ein sehr angenehmer Schnitt und tolle Kameraführung mit einem starken Sound runden das Erlebnis ab. Eine kurze Interviewsektion mit den Gästen und Heart runden diese VÖ ab. Eine überraschend gute und spannende Veröffentlichung, die nicht nur für Heart Fans ein MUSS ist!

Tracklist CD:
01. Bébé Le Strange (with Dave Navarro)

02. Straight On (with Dave Navarro)

03. Crazy On You (with Dave Navarro)

04. Lost Angel

05. Even It Up (with Gretchen Wilson)

06. Rock’n Roll (with Gretchen Wilson)

07. Dog & Butterfly (with Rufus Wainwright)

08. Would? (with Alice In Chains & Duff McKagan & Phil Anselmo)

09. Rooster (with Alice In Chains &Duff McKagan)

10. Alone (with Carrie Underwood)

11. Magic Man

12. Misty Mountain Hop (with Dave Navarro)

13. Dreamboat Annie

14. Barracuda


Genre: Hard Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 14 Songs
VÖ: 25.01.2019

 

 

VENOM - STORM THE GATES Spinefarm Records

 

http://www.venomlegions.com

Keine Diskussionen: ohne Venom und deren damaligen Status gäbe es Metallica, Exodus, Slayer und viele andere Thrash Metal Bands gar nicht. Punkt. Und die ersten 3 Venom Scheiben gehören immer noch zur Pflicht eines jeden Metal Heads. Das danach nicht mehr alles Gold war (obwohl mir die CALM BEFORE THE STORM sehr gut gefällt), kam die Band erst wieder in den letzten Jahren ans Licht der Öffentlichkeit. Zwar gab es auf dem Dynamo Festival diese grandiose Comeback Show, aber danach war es relativ still um die Band (trotz CD-Veröffentlichungen). Cronos ist aber mit STORM THE GATES (nach zuvor ganz "okayen" Alben) zurück und kann fast an die Räudigkeit der Anfangszeiten anknüpfen. Liegt es an dem Sound, für den Cronos höchstpersönlich verantwortlich ist? Liegt es am zurückgewonnenen Schrammelsound? Fakt ist, dass VENOM 2018 so old school klingen wie schon lange nicht mehr. Der Opener BRING OUT YOUR DEAD ist fast wie früher, genauso wie DESTROYER, 100 MILES TO HELL und IMMORTAL. Das sind coole Songs, die jeden Venom Jünger begeistern dürften. IMMORTAL hat einen super Refrain, WE THE LOUD ebenfalls und teilweise nähert man sich den heiligen WARHEAD Zeiten mit einigen Slo-Riffings. Echt stark! Und der Titeltrack beschließt das Album mit einem Knall. Wow. Die anderen 2 original Venom Musiker machen ihr Ding unter VENOM INC. ja auch relativ erfolgreich weiter (warum auch nicht, Venom ist ja nicht die einzige Band, die es "2x" gibt...), aber mir persönlich sagt die Cronos Version mehr zu! Respekt und willkommen zurück! Eine der Überraschungen des Jahres!

Genre: Black Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 13 Songs / 53 Minuten
VÖ: 14.12.2018

 

 

 

DEVILLE  -  PIGS WITH GODS   Fuzzorama Records

 

http://deville.nu

 

2004 auf unserem Daredevil Label ihren Einstand gegeben und 14 Jahre später jetzt der Höhepunkt der Band. Sicherlich war Deville immer eine sehr gute Liveband, die über 400 Shows gespielt hat und dabei auch immer überzeugen konnte. Warum? Weil man aus eher durchschnittlichen Alben die besten Songs in das Liveset packte und dadurch einen Hit an den nächsten reihen konnte. Der zweite Release auf Fuzzorama Records (und ihr fünfter insgesamt) stellt aber den Höhepunkt des Schaffens der Schweden dar. Zum ersten Mal gelingt der Mix aus Stoner und Grunge sehr gut und die Songs überzeugen durchweg. Los geht es mit zwei absoluten Höhepunkten: LOST GROUNDS ist ein fettes und düsteres erwachen und besitzt eine unglaubliche Schwere. Das Riff ist Killer und der Song ist beeindruckend heavy. Auch der folgende Titelsong geht in die gleiche Richtung, rockt mehr als der schwerfällige Opener und ist wohl einer der dunkelsten Songs der Bandgeschichte. Man muß sich als alter Fan wirklich fragen, was da mit der Band passiert ist! Beeindruckend! Danach kommt die erste Single GOLD SEALED TOMB, die den Höhepunkt der Scheibe darstellt und in die gleiche Richtung wie das Eröffnungsdoppel geht. Heavy, massiv, dunkel, angepisst. Danach ist damit aber dann (leider) Schluß und die Band bringt ihren Grunge Einfluss (erinnert mich schon immer etwas an härtere Foo Fighters…) zum Einsatz. Da rockt es immer gut, die Vocals sitzen, die Riffs sind stark und immer findet die Band einen guten Refrain (HELL IN THE WATER, ACID MEADOWS, CUT IT LOOSE). Daneben gibt es die typischen Stoner Rocker (CAME FOR NOTHING, WRECKED), aber auch mit LIGHTBRINGER einen schweren und langsamen, alles zermalmenden Rocker mit einem ruhigen Strophenteil und dick aufgetragenen Refrain. Oder dem Abschlußtrack IN REVERSE, der zwischen atmosphärisch düsteren Akustikteilen und fetten Riffs wechselt. Und MEDICATED ON A CONCRETE ROAD ist nochmal so ein richtiger Hit fürs Metal Radio gelungen. Gute Scheibe, die Beste der Schweden bisher! Respekt!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 12 Songs / 51 Minuten

VÖ: 26.10.2018

 

 

 

HANGMAN`S CHAIR  -  BANLIEUE TRISTE   Spinefarm Records

 

www.facebook.com/hangmanschair

 

Nach dem guten letzten Album NOT SUPPOSED TO BE POSITIVE, welches wirklich einige starke Songs in der Schnittmenge Life of Agony, Type O Negative, Pist On etc. aufwies, kommt nur das neue Album auf dem Branchenriesen Spinefarm Records heraus. Schon das sehr schöne Cover-Artwork zeigt aber erneut die nicht gerade gut gelaunte Stimmung der Band. BANLIEUE TRISTE, was so viel wie Triste Vorträge heißt,  ist insgesamt noch eindringlicher, noch deprimierender und noch dunkler als das oben erwähnte, von mir sehr geschätzte Album. Und letztendlich lebt das Album von der bedrückenden (im wahrsten Sinne des Wortes) Grundatmosphäre. Leider können die einzelnen Songs nicht mit dem Vorgänger mithalten und stechen nicht so heraus, wie es die Vergangenheit getan hat. Das Album muß man als Gesamtkunstwerk verstehen, dann funktioniert es. Aber außer NAIVE mit seinem schönen, eindringlichen Gesang und das alles überragende 04/09/16 bleibt vieles einfach zu unausgegoren. Die Ansätze sind da, die Band hat eigentlich alles, um die Lücke, die Bands wie LOA, ToN oder auch AIC an Schwermut hinterlassen haben, zu füllen. Aber sie nützen es nicht, da es letztendlich zu verspielt und zu künstlerisch angelegt ist.

Sänger und Gitarrist Cédric Toufouti hat eine Stimme (vor allem bei 04/09/16), die alles niederschmelzt, aber das bleibt leider die Ausnahme, weil es nicht gelingt, die Lieder in eine gute Form zu verpacken. Aber ich will das hier nicht schlecht reden. Das ist sehr schwer, doomig, riffig, eindringlich. Genau eigentlich das, was auch in der breiten Masse gut ankommt. Aber leider auch etwas verschwendet, da wäre einfach soooo viel mehr drin gewesen. Schade. Aber die Band sieht die Scheibe eher als Selbsttherapie und da muß man sagen: gelungen! Trotzdem kaufen, ins Sofa setzen, Augen schließen und genießen!

 

Genre: Alternative Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 55 Minuten

VÖ: 28.09.2018

 

 

 

 

FINAL BREATH   -  OF DEATH AND SIN     Metalville Records / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

Final Breath geistern schon seit Anfang der 90er Jahre durch die Gegend und hin und wieder habe ich die Band auch schon on stage gesehen. Das war immer ganz gut, aber halt auch nicht mehr. Eine Band, die man mit "passt schon" abhandeln würde. Und dann lese ich, dass nach 14 Jahren ein neues Lebenszeichen auf Metalville kommen soll. Ehrlich gesagt hatte ich da keinerlei Erwartungen, wurde aber absolut positiv überrascht. Gleich sticht mal das überragende Artwork vom indonesischen Künstler Megan Mushi ins Auge, dass beeindruckend gut geworden ist und die Platte (zumindest optisch) in die erste Liga hievt. Auch der Sound ist super fett und für diese Musik absolut wichtig. Und ratet mal wer für den Endmix zuständig war? Peter Tägtgren! Hut ab und zeugt schonmal für Qualität (der macht nicht mehr alles...der Peter!). Musikalisch dominieren fette Riffs aus der Thrash Metal Schule, die aber vor allem durch die Vocals von Neusänger Patrick (Flesh Trading Company) auch in die Death Metal Schublade fallen können. Die 10 Songs sind auf gleichbleibend hohem Niveau, obwohl ein richtiger Hit nicht wirklich hervorstechen soll. Am ehesten bleibt noch das erste Video AGONIZED, ZOBIEFIED, NECROTIZED im Ohr hängen, weil der Refrain halt schon sehr einprägsam ist. Und vom Opener BABYLON C.E. (der eher wie ein Intro wirkt....) sollte man sich nicht abschrecken lassen! Aber das hier soll nichts negatives sein! Die Platte ballert von der ersten bis zur letzten Minute auf einem starken (auch International gesehen!) Level. Und mit dem wirklich wahren ersten Song YEARNING FOR NEXT MURDER gibt es gleich eine auf die Mütze! Auch die Solos von Jörg Breitenbach lassen jeden Gitarrenfanatiker freudig strahlen, müssen sich hinter den Großen der Szene nicht verstecken und runden die Scheibe vorzüglich ab. Die Jungs haben natürlich ihre Wurzeln und die dürften ganz klar Slayer und Exodus heißen. Wie gesagt: das dürfte die sogar die "alten, führenden" Bands in Angst und Schrecken versetzen, weil so eine Spielfreude hat es lange in dem Genre nicht gegeben! Frisch klingt es! ANNIHILATION, YEARNING FOR NEXT MURDER. Für Thrash Metal Fans ein MUSS!

Genre: Thrash Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 10 Songs / 44 Minuten

VÖ: 19.10.2018

 

 

 

ROGER MIRET, JON WIEDERHORN  - UNITED & STRONG / NEW YORK HARDCORE – MEIN LEBEN MIT AGNOSTIC FRONT   Iron Pages Verlag

 

www.ip-verlag.de

www.facebook.com/agnosticfront

 

Darauf habe ich mich wirklich unheimlich gefreut. 1986 war ein starkes Jahr von den Veröffentlichungen her, aber CAUSE FOR ALARM von Agnostic Front hat mich damals absolut umgehauen. Sowas hat es vorher nicht gegeben. Dieser Mix aus Metal und Hardcore und diese Wucht war einfach neu und atemberaubend. Und seitdem hat Agnostic Front ein sehr hohes Ansehen bei mir. Außerdem kommt die Gruppe aus einer meiner absoluten Lieblingsstädte und somit war ich mehr als gespannt auf dieses Buch. Natürlich weiß man als Fan und Musikinteressierter über den Werdegang und die Wichtigkeit von Agnostic Front; man weiß über den Gefängnisaufenthalt von Roger, die Verknüpfungen zu Madball oder die Reunion danach. Trotzdem gibt dieses Buch so viele Einblicke und neue Sichtweisen, dass man fasziniert am Buch hängenbleibt. Außerdem erzählt Roger sein Leben ehrlich und glaubhaft und ist sicherlich nicht auf Effekthascherei aus. So wie er es erzählt, kann man es sich genau vorstellen bzw. fühlt sich teilweise eingebunden in die Zeit. Und das gelingt wirklich nicht vielen Büchern.  Dieses Buch ist unverblümt, rauh, oft schockierend…aber letztendlich ehrlich und menschlich. Eingeleitet wird das Buch von einem Vorwort von Superfan Jamey Jasta (Hatebreed) und Al Barr (Dropkick Murphys). Los geht’s mit der nicht einfachen Kindheit von Roger, die gezeichnet von Gewalt dahinschleicht. Danach gibt es für Roger kein Halten mehr. Beginnend in der New Yorker Punkszene wird er bald zur Ikone - Schlägereien, Drogendeals etc. stürzen ihn in eine immer tiefer schluckende Spirale. Die Gewaltausbrüche von ihm und seiner Band / seinen Begleitern muss man sicherlich kritisieren und vor allem nicht gut heißen, aber die damalige Situation in und um New York war sicherlich nicht einfach und wird auch sehr gut beschrieben. Aber die Punk- und Hardcoreszene blickt zu ihm auf; und trotzdem: abseits der Band läuft es nicht gut für ihn (kein Geld, keine Wohnung etc.). Das Agnostic Front dann letztendlich metallischer werden, hat auch mit dem ständigen Wechsel der Mitglieder zu tun. Und so wird Roger letztendlich auch zur Hardcore-Ikone der New Yorker Szene und beeinflusst ganz viele Bands, die nach ihm rießige Erfolge feierten. Die Geschichten über die Tourneen lesen sich interessant und die Kapitel über seinen Gefängnisaufenthalt sind so authentisch und lebhaft erzählt, dass man sich jeden Winkel seiner Zelle vorstellen kann. Dieses Buch atmet richtig den Spirit der 80er und 90er Jahre; die Entstehung der Punk- und Hardcoreszene lässt sich hierbei sehr gut nachvollziehen und zeigt den Zusammenhalt der New Yorker Szene und später der gesamten amerikanischen Bewegung. Und seine Sicht auf die damaligen Dinge, jetzt als gesetzter und erfahrener Familienvater, sind trotzdem nicht immer kritisch.

 

Genre: Hardcore

Buch: 288 Seiten

Farbseiten mit Fotos: 8 Seiten

V.Ö.: 24.08.18

 

 

 

BRUCE DICKINSON  -  SCREAM FOR ME SARAJEVO     BMG

 

www.screamforme.com

 

Music from the motion picture ist der Anhang dieser Scheibe. Der Soundtrack zum Film wird hier als CD und Do-LP veröffentlicht und sein eher basisches Artwork passt perfekt zu den eher bedrückenden, dicken Booklet. Wenn man die Geschichte hinter dieser geschichtlichen wichtigen Tonkonserve liest, ist man gleich gefesselt. Das dicke Booklet erzählt die komplette Geschichte und zeigt die Band in Sarajevo zwischen kaputten Häusern, Panzern und absoluter Zerstörung. Film ansehen!!!! Der musikalische Teil ist natürlich über allem erhaben. Bruce Dickinson hat in seiner Zeit außerhalb von Iron Maiden mit die beste Musik überhaupt geschrieben. Er hatte ja auch mit Roy Z und Adrian Smith zwei der absolut Besten an seiner Seite! Und auch wenn es Maiden Fans nicht gerne hören. Die Soloscheiben dürften die letzten Maiden VÖs locker in die Tasche stecken. Selten sang Bruce eindringlicher und emotionaler und die Vielzahl der Gäste, die mit ihm gearbeiten haben, machen die Songs transparenter, abwechslungsreicher und vor allem nicht so vorhersehbar. Schon der akustische Einstieg CHANGE OF HEART geht unter die Haut und ein Song wie TEARS OF THE DRAGON ist besser, wie alles, was Maiden nach Somewhere in Time je geschrieben haben. Das Material wechselt von beeindruckend "ruhig" (NAVIGATE THE SEAS OF THE SUN oder das unglaublich emotionale ARC OF SPACE) mit "Maiden-artigen" Songs (DARKSIDE OF AQUARIUS, ROAD TO HELL oder das tolle POWER OF THE SUN), die auf jeder der letzten Iron Maiden Scheiben den absoluten Höhepunkt dargestellt hätten. Oder eher moderneren Metal Einflüssen (also die der 90er...Grunge, Alternative...) wie RIVER OF NO RETURN oder STRANGE DEATH IN PARADISE, welches eines der besten Gesangslinien von Bruce ever enthält. Dieser Song in seinem langsamen Tempo geht absolut unter die Haut. INERTIA als Livedokument ist beeindruckend bevor der starte ACOUSTIC SONG und das eindringliche ETERNAL dieses Album beschließt. Die Soloalben und das Skunkworks Debüt wurden seinerzeit einfach nicht richtig geschätzt. Den Maiden Fans war es zu modern und soft, die normalen Hörer wollten wahrscheinlich nichts von einem der Metal Sänger hören...leider. Das Material hat den Test der Zeit überstanden und ist einfach nur beeindruckend. Und die Geschichte dazu eh! Ein super Zeitdokument! Ein super Soundtrack. Toll!

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 10

Sound: 9

Info: 14 Songs / 73 Minuten

VÖ: 29.06.2018

 

 

 

CORONER  -  MENTAL VORTEX    Noise Records

 

www.coroner-reunion.com

 

Das vierte Album der Schweizer Techno-Thrasher ist ganz klar eines der Höhepunkte in der verdammt starken Bandgeschichte. Aber hier stimmte einfach alles: komplexe, aber trotzdem eingängige Songs, die größte Hitdichte und eine Dynamik, die damals nur von ganz wenigen Bands erreicht wurde. 1991 legte CORONER nach dem erfolgreichen NO MORE COLOUR dieses Monsterwerk vor und konnten noch einmal richtig Aufsehen erregen und einen weiteren großen Schritt nach vorne machen. Auch kommerziell! Durch den transparenten, aber sehr klaren Sound von Tom Morris hat die Band den Schritt in die erste Liga geschafft. Aufgenommen im  Sky Track Studio in Berlin und abgemischt im legendären Morrisound-Studio in Tampa, Florida von Tom Morris enthielt das Album einen der größten (und auch eingängigsten Song) der Bandhistorie. Mit I WANT YOU (SHE`S SO HEAVY) schaffte man eine eigenwillige, aber beeindruckende Coverversion des Beatles Song und konnte so noch einmal einen großen Schub an Aufmerksamkeit einheimsen. Auch außerhalb der Metal Szene. Ansonsten geht es natürlich hochwertig zur Sache. Schon der Opener DIVINE STEP (CONSPECTU MORTIS) überzeugt mit starken Riffs, hoher Geschwindigkeit und einen starken Refrain. Der Mittelteil des Songs beinhaltet zudem einige technisch herausragende Ideen. SON OF LILITH hat diesen Rhythmus, der einen nicht mehr loslässt. Und bei SEMTEX REVOLUTION findet man einen wahnsinnigen Techno Thrash mit einigen Jazz Einflüssen, der Zuhörer staunend zurücklässt. Mit SIRENS ist der Band ein absoluter Hit gelungen. Noch nie ist mir vorher aufgefallen, dass der Gesang teilweise was von Tom Warrior hat. Was gitarrentechnisch hier gespielt wird, hat nach all den Jahren absolut nichts von seinem Reiz verloren und ist auch weiterhin wirklich einzigartig. Auch METAMORPHOSIS ist ein richtiger Hit auf der Scheibe, der einem nicht mehr aus dem Ohr geht. Der Refrain erinnert hier ganz stark an spätere Celtic Frost Geschichten. Auch PALE SISTER steht dem in nichts nach. Ron Royce hat hier einen seiner besten Gesangsmomente, Tommy T. Baron spielt auf der Gitarre unglaubliche Sachen, die Komplex, aber trotzdem eingängig sind und der oft vergessene Marquis Marky am Schlagzeug unterlegt das alles mit unglaublicher Präzesion, viel Punch und Ideenreichtum. Vielleicht war es letztendlich doch der eher böse Gesang, der die Band vor dem ganz großen Durchbruch bewahrt hat, obwohl so eine Musik ja nie richtig angesagt war (Watchtower, Sieges Even), sondern erst in der Nachbetrachtung für viele als Kult geadelt wird. Für Progressive, Death und Thrash Fans ein Muss! Ich hoffe, die Band bekommt wieder mehr Aufmerksamkeit, da die verschiedenen Genres in den letzten Jahren eh mehr und mehr vermischt wurden. Ein Rush Fan hätte sich damals wo nie und nimmer den Techno-Trash der Schweizer angehört....

 

Genre: Techno Thrash

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs / 48 Minuten

VÖ:  29.06.2018

 

 

 

 

CORONER  -  GRIN   Noise Records

 

www.coroner-reunion.com

 

CORONER gibt es jetzt auch als Remaster bei der NOISE LEBT Reihe und zwar konnten die Band nie die Aufmerksamkeit und Erfolge wie die großen Noise Bands einfahren (Kreator, Celtic Frost, Helloween, Voivod), aber trotzdem gehörten sie zu den wichtigsten Bands auf dem Label. Den Coroner waren (und sind es immer noch!) einmalig. Schon das Demo (damals mit Tom Warrior am Gesang) war eine Meisterleistung und ihre beiden ersten Alben haben im damaligen Underground mit ihrer technischen Ausrichtung viel Aufmerksamkeit bekommen. Coroner sind stetig gewachsen und haben nur hochwertige Alben veröffentlicht. 1993 erschien dann ihr fünftes Album, welches es jetzt mit toller Aufmachung wieder zu kaufen gibt. Die Band bekam aber nie die Aufmerksamkeit, die sie verdient gehabt hätte und so ging Tommy zu Kreator und die Band löste sich auf. GRIN hat absolut nichts von seinem Reiz verloren; ich würde sogar sagen, es hat sogar noch an Reiz gewonnen. Die Scheibe hat mir damals gut gefallen, aber mittlerweile find ich sie sogar überragend stark. Schon das Intro DREAM PATH lässt einen aufhorchen und dann kommt mit THE LETHARGIC AGE ein starker Opener, der den Sound der Band, der irgendwo zwischen Jazz, Thrash, Prog und Death liegt, sehr gut beschreibt. Die Band hat gegenüber den vier Vorgängeralben nochmal an Komplexität und Musikalität zugelegt und einen sehr sperrigen Sound gefahren, der (leider erst) in den letzten Jahren wirklich geschätzt wurde. Aber Coroner ist ja zurück und kann vielleicht noch etwas von dem verwehrten Erfolg nachholen... gut. PARALIZED MESMERIZED und das göttliche SERPENT MOVES sind aber mit der Zeit gewachsen und aktuell noch wichtiger für die Szene als damals. GRIN (NAILS HURT) und INTERNAL CONFLICTS sind weitere Vorzeigeprodukte perfekt dargebotener Musik. Das Album besitzt Tiefe und sollte unbedingt in einer ruhigen Stunde per Kopfhörer einverleibt werden. Das komplexe Songmaterial fasziniert von der ersten bis zur letzten Minute und man ist fast erleichtert und auch glücklich, wenn die letzten Sekunden von HOST laufen. Eindringlichere Musik ist selten geschrieben worden. Sicherlich hat sich Coroner in ihrer Zeit immer verändert: vom Thrash des Debüts über die Hitdichte von PUNISHMENT FOR DECADENCE über das Meisterwerk NO MORE COLOUR oder MENTAL VORTEX. GRIN ist sicherlich am wildesten - der Mix der verschiedenen Stile gelingt aber bravourös. Wer es noch nicht hat, sollte sich das Album (eigentilch alles von Coroner) besorgen!

 

Genre: Techno Thrash

Musik: 9

Sound: 8

Info: 10 songs / 57 minuten

VÖ: 29.06.2018

 

 

 

GDANSK  -  A TRIBUTE TO GLENN DANZIG    Metalville Records
www.metalville.de

Die Idee hinter dieser Scheibe schwirrt seit Jahren umher. Glenn Danzig, trotz Häme in den letzten Jahren, immernoch einer der einflussreichsten Musiker unserer Zeit, zu ehren. Hinter dem Projekt steckt die deutsche Metal Band Grand Massive, die im Schaffen von Danzig einen großen Einfluss in ihr Leben sieht. Die Idee der Band, 1-2 Songs als Tribut für eine Single aufzunehmen, wurde vom Label der Band schnell aufgegriffen und immer mehr Supporter fanden den Weg auf die Scheibe. Und aus zwei Songs wurden 8 Songs. Vor allem das anfängliche Schaffen des Meister beeinflusste die Musiker nachhaltig und so einigte man sich darauf, die Songs simple, pur und ohne großes Firlefanz aufzunehmen. So wie das ursprünglich bei den Misfits und Samhain auch über die Bühne ging. Die Songs sollten diese "garagenartige" Herangehensweise verkörpern. Und absolut nicht als Cover-Album zu verstehen, sondern als Eigeninterpretation und Tribut an den Herrn der Finsternis. Ausgewählt wurden 2 Danzig, 2 Samhain und 3 Misfits Songs. Und hinzu kam natürlich der größte Hit, Mother. Der Opener 777 featured die beiden Recken Thobbe Englund (ex-Sabaton) und Luca Princiotta (Doro) und ist in etwa im Originaltempo gehalten. Bei DEATH COMES RIPPING wurde das Tempo gedrosselt und bei KISS OF STEEL gibt es ein Duett zwischen Britta Görtz (ex-Cripper/Critical Mess) und dem Grand Massive Sänger. AM I DEMON (mit Andy Bock von den Emil Bulls) und das emotionale LET THE DAY BEGIN von Samhain bilden den Mittelblock der Huldigung. MOTHER, von Guernica Mancini von THUNDERMOTHER ist eine interessante Version des Macho-Muskel Rockers mit weiblicher Rock Röhre. Christof Leim von THE NEW BLACK steuert ein Solo bei, genauso wie Thobbe Englund. Und den Bass übernahm Nick Douglas von DORO. Das flotte SHE endet in einem Doom-Ende, dass etwas von Type O Negative verkörpert. Und mit der akustischen, von Grand Massive mittlerweile bekannten Art, SKULLS gibt es zum Schluß noch einmal garantierte Gänsehaut. Ein weiterer Höhepunkt ist das von Andronikos gezeichnete Artwork und Booklet der Scheibe. Hier werden die Danzig/Misfits Schädel mit dem Misfits Kopf kompiniert. Allein das Artwork zeigt die volle Hingabe und Liebe der Musiker und Gäste zu Glenn Danzig.Abgerundet wird die Scheibe von einem druckvollem Mastering von Martin Buchwalter aus dem Gernhart Studio (Destruction, Tankard). Interessante Versionen.
Gerne: Metal
Info: 8 Songs / 30 Minuten
VÖ: 29.06.2018

 

MOTORJESUS  -  RACE TO RESURRECTION   Drakkar

 

www. drakkar.de

 

Hier ist sie also, die neue MOTORJESUS Scheibe. Im Line-Up hat sich einiges getan und momentan gibt es wohl nur einen Stamm von 3 Leuten und live werden Gastmusiker dazu geholt. Anscheinend hat es zuletzt nicht mehr so gut geklappt und die 3 verbliebenen MJ Jungs haben die Handbremse gelöst...oder wollten sie es den Ex-Mitgliedern nochmal so richtig zeigen? Fakt ist zumindest, dass MJ eine Frischzellenkur durchlaufen hat. Es fehlt zwar etwas der Rotz und das Dreckige der alten Scheiben und nicht alle Fans werden wohl mit dem etwas zu glatt polierten Sound von Dan Swanö zurechtkommen, aber ich finde die Scheibe wirklich gelungen. Und nachdem auf den alten MJ Scheiben immer 2-4 eher durchschnittliche Songs waren, gibt es hier wenig Ausfallmaterial. Schon der erster Song TALES FROM THE WRECKING BALL geht unglaublich ab. Ein fettes Hammer-Riff durchläuft den Song und ist als Opener perfekt gewählt. Danach kommt gleich der Überhit des Albums: KING COLLIDER ist ein Mix aus Sparzanza und Mustasch und mit einer unglauberlich Power. Hier liefert Chris seine beste Gesangsleistung ab. Der Song ist voller Power und Kraft. WOW! RE-IGNITE ist dann etwas grooviger, besitzt mehr Metal Einflüsse, welche sich vor allem beim Refrain wiederfinden. SPEEDWAY SANCTUARY ist purer Metal mit starken Gitarren-Riffs und einem erneut starken Refrain. Diese unglaubliche Wucht im Sound wird erstmals durch die Akustikballade THE INFERNAL unterbrochen, wo CHRIS sein volles Können auspackt und eine emotionale Gesangsleistung abliefert, die sich vor den Großen des Genres nicht verstecken braucht.  Der Song hätte von jeder 80/90er Jahre Amiband kommen können (Ballade!). Solche Songs schrieb man in dieser Zeit haufenweise und sind heutzutage nicht mehr "gewünscht" - zumindest findet man sie nicht mehr so häufig. Starke Nummer. Der Titel spricht für sich: BURNING BLACK kennst nur eine Richtung - vorwärts. Und wieder ein starker Refrain. THE DAMAGE ist ein blitzschneller Track, der voll abräumt und live bestimmt eine Abrissbirne wird. Auch hier "rult" der Refrain über allem und dürfte hoffentlich bald in allen großen Festivals mitgesungen werden. Ein guter Metal Stamper ist dann THE STORM, der ein super heavy Riff in der Mitte besitzt. Ein weiterer Hit mit herausragenden Vocals. Mit ENGINES OF WAR gibt es dann einen Song, der im alten MJ Muster abläuft und die alten Fans zufriedenstellen dürfte. Stoner/R`n`R Granate. THE CHASE rockt dann in einer unglaublichen Power und der Refrain ist erneut der Hit überhaupt! Das blitzschnelle RUNNING OUT OF TIME ist ein weiteres Highlight im hinteren Ende der Scheibe angesiedelt und der abschließende AWAKEN THE TYRANTS ist ein würdiger Mid-Tempo Rocker mit starken Riffs, unglaublicher Power und wiederrum einer herausragenden Gesangsleistung! Über die ganze Distanz wirkt dann leider doch einiges zu gleichförmig und die Songs, die alle auf hohem Niveau sind, lassen sich doch etwas schwer auseinanderhalten. Trotzdem - Kaufen! Chris Birx war schon immer ein guter Sänger, aber hier schließt er zu den großen Sängern und Entertainern des internationalen Genres auf und muß sich mit dieser Leistung in der Spitzengruppe etablieren! Stimmlich 100%ige Steigerung. Starke Gesangsmelodien. Die CD kommt mit Poster, als fettes Digipack und einem starken Comic-Artwork. Dan Swanö (Opeth, Therion, Evergrey) hat die Scheibe produziert und einen fantastischen Sound der Band auf den Leib geschmiedet. Kaufen!

 

Genre: Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 13 Songs / 57 Minuten

VÖ: 15.06.2018

 

 

 

GHOST  -  PREQUELLE   Spinefarm Records

 

www.ghost-official.com

 

Ghost ist ja eine der aufstrebensten und gehyptesten Bands überhaupt in den letzten Jahren. Seit ihrem Debüt Album 2010 geht die Band stetig mit rießigen Schritten vorwärts und scheint auch unaufhaltsam der absoluten Spitze entgegenzutreten. Wenn die ganz Großen in Rente gehen, werden wohl Ghost diese Position übernehmen. Die Liveshows waren von Anfang an eine faszinierende Sache und im Rockzirkus gab es nach all den Jahren endlich wieder was für die Optik. Die Scheiben waren durchgängig gut, hatten immer 2-3 starke Hits, aber auch einige Füller. Mit Prequelle verhält es sich ähnlich, obwohl die Füller nichtmehr ganz so gravierend sind. PREQUELLE ist wohl das ausgereifteste und stärkste Ghost Album bisher. Und wo andere Bands nach 3-4 Alben ihr Pulver verschossen haben, wächst Ghost im Gegensatz mit jedem Album. Das liegt vielleicht an den ständig wechselnden Ghouls, oder einfach am unglaublich talentierten Songwriting von Tobias Forge, der mit seinen poppigen Refrains eine Sonderstellung im Rockgeschäft einnimmt. Nach dem bedrückenden Intro ASHES kommt mit dem allseits bekannten RATS ein Hit, der durch seine melodische Gesangslinie überzeugt und vor allem durch harte Gitarrenriffs. Andy Wallace hat der Scheibe einen unglaublich fetten Sound verpasst, wo vor allem die Gitarren absolut knallen. FAITH schließt sich dem an und ist ähnlich wie der Opener, bevor SEE THE LIGHT melodischer wird und durch süßliche Sounds und Keyboardteppiche verschönert wird. Aber auch hier knallt der Sound (vor allem die Drums) Gott sei Dank gnadenlos. MIASMA ist dann ein eher überflüssiges, aber keinenfalls schlechtes Instrumental, dass vor allem viel Punch besitzt, ein nichtmal nerviges Saxophon Solo enthält aber letztendlich nur einstimmt; auf den 2. richtigen Hit des Albums. DANCE MACABRE ist auch schon vorab publik gewesen und hat die alten Fans fasziniert und neue hinzugewonnen. Die tollen Gesangslinien und der unheimlich starke Refrain ist sicherlich ein Höhepunkt des Albums. Der Disco-Groove und 80er Refrain gehen sofort unter die Haut. Und danach kommt mit PRO MEMORIA eine echte Überraschung: einer der emotionalsten Songs von Forge, der in jedem Musical eine tragende Rolle spielen würde. WITCH IMAGE zeigt dann, was Ghost ausmacht. Bittersüße Melodien, akustische Strophe und einen eingängigen Refrain. Vor allem das musikalische Zusammenspiel und die kleinen Feinheiten der Musiker macht das Album so beeindruckend, unabhängig von Tobias wahnsinnig melodiösen Vocals. 
Danach kommt mit HELVETESFÖNSTER ein weiteres Instrumental, das wiederum von einem Hollywood Blockbuster (Horrorfilm) sein könnte und durch seine schöne Melodie, die aber gleichzeitig sehr bedrückend ist, geführt wird. 
Das Schlagzeug erinnert hier in seiner Wucht an das schwarze Album von Metallica. LIFE ETERNAL beschließt das Album mit einer der schönsten und traurigsten Gesangslinien von Ghost. Die traurige Atmosphäre endet in eingem grandiosen Finale und lässt ein fast perfektes Album zurück. 
Ghost machen süchtig und sind weiterhin ein weltweites Phänomen, auch mit der Demaskierung des Papstes!

Genre: Hard Rock
Musik: 9
Sound: 10
Info: 10 Songs / 42 Minuten
VÖ: 01.06.2018

 

 

 

 

GRAVE DIGGER  -  WITCH HUNTER Noise Records

 

www.grave-digger.de

 

Nach dem Debütalbum-Meilenstein HEAVY METAL BREAKDOWN von 1984 ließ sich die Band nicht lumpen und legte 1985 gleich das Zweitwerk nach, dass auch heute noch als absoluter Klassiker des deutschen Heavy Metal gilt. Selten war die Band besser als auf den ersten beiden Alben und schon das Artwork lies damals keinen Zweifel daran, dass die Band es dem Erstwerk gleichtun will. Die Artworks von HEAVY METAL BREAKDOWN, WITCH HUNTER und WAR GAMES sind Meilensteine des deutschen Metals. Und nun hat Noise Records im Zuge ihrer Re-Release sich endlich auch den ersten Grave Digger Scheiben angenommen. Man hat dem Album einen neuen Sound(Remaster) verpasst, der noch mehr Power versprüht wie die Original-VÖs und die Vinylausgabe, die seit 30 Jahren vergriffen war, jetzt als limitierte, goldene Schallplatte neu aufgelegt und diese muß (wie auch das Debüt) in jeder Sammlung eines Metal Fans stehen. Es gibt Liner-Notes vom ex-Gitarristen Peter Masson und auf dem Vinyl Liner-Notes von Malcome Dome. Und über die Songs muß man wohl den wenigsten Metal-Fans noch was erzählen. Vor allem über den Opener WITCH HUNTER muß man sicherlich nicht viel sagen. Der Song ist einer der besten und bekanntesten deutschen Metal Songs. WITCH HUNTER hat einen starken Refrain und ein Speed Metal Riff der Extraklasse. NIGHT DRIFTER hat dagegen viel von den ersten zwei Overkill Scheiben. Das ist Speed Metal der Sonderklasse mit starken Riffs und 80s Vocals, die beide stark an die New Yorker erinnern. Über die Lyrics von LOVE IS A GAME oder GET READY FOR POWER kann man heutzutage wohl eher nur schmunzeln, aber geben auch den Spirit der 80er wieder und zeigen den Weg auf, den Grave Digger (dann als Digger) gehen werden. Die Band wollte dann den kommerziellen Durchbruch und war auf Radioairplay aus und wurde (fast unerträglich) kommerzieller (was ja bekanntlich auch total in die Hose ging). GET AWAY und FIGHT FOR FREEDOM haben dann wieder den Speed Metal Spirit der ersten Scheibe und überzeugen durch eine tolle Gitarrenarbeit, starke Refrains, gute Solos und einprägsames Songwriting. Die Coverversion von SCHOOLS OUT haben sie sehr authentisch und gut hinbekommen und der Song fügt sich durch sein angezogenes Tempo sehr gut in das Album ein. Der Schleppende FRIENDS OF MINE ist ein Höhepunkt des Albums und macht unheimlich Spaß. Der hämmernde Groove geht total nach vorne ab und ist einer der besten Grave Digger Songs, vor allem weil er das Tempo anzieht und gut abrockt. Und mit HERE I STAND gibt es noch eine Hymne, die live immer funktioniert und fast die Klasse von Overkills IN UNION WE STAND besitzt. Nach WITCH HUNTER kam ja noch das starke WAR GAMES, bevor die Band wie oben beschrieben einen Kurswechsel vollzog. WITCH HUNTER ist ein Muss - auch in der neuen Aufmachung und im Remaster! Wahnsinn, was Noise Records damals alles an prägenden Veröffentlichungen herausbrachte.

 

Genre: Speed Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

GRAVE DIGGER  -  HEAVY METAL BREAKDOWN   Noise Records

www.grave-digger.de

Einer der wichtigsten und besten deutschen Metal Debüt Scheiben gibt es nun wieder über die Noise Records Remaster Serie. Zuerst muß man loben, dass der Sound druckvoller klingt, aber nicht großartig verändert wurde. Grave Digger  aus Köln nahmen damals die Heavy Metal Welt auseinander mit ihrem Debüt Album. Und auch heute noch ist die Scheibe eine Granate. 1980 startete Chris Boltendahl mit Gitarrist Peter Masson die Band Grave Digger und 1983 nahmen sie 2 Songs auf, die später zusammen mit S.A.D.O., Railway, Iron Force, Rated X und Running Wild auf einem Sampler (ROCK FROM HELL 1984) erschienen. Im selben Jahr kam dann der Vertrag mit Noise zu stande und die Band veröffentlicht dieses bahnbrechende und wegweisende Album. Allein das Artwork ist Kult geworden und dürfte jeden Metal Fan ein Begriff sein. Nun kommt das Album als Remaster heraus und es lohnt sich absolut, sich die Scheibe zu besorgen. Auch wer das Original schon hat! Ein starkes Klappcover mit sehr interessanten Linernotes und viel hochwertigem Bonusmaterial gibt es bei dieser Wiederveröffentlichung. Aber dazu später mehr. Auch das schwere und farbige Vinyl kann voll überzeugen. Zu den Songs: HEADBANGING MAN und HEAVY METAL BREAKDOWN sind Hits im German Metal und bei Grave Digger Fans geblieben und haben unzählige Bands beeinflusst und vor allem nichts an ihrer Durchschlagskraft verloren. Auch das langsame BACK FROM THE WAR hat absolut nichts von seinem Reiz eingebüßt und das etwas melodischere YESTERDAY überzeugt vor allem durch starke Gitarrenarbeit, auch wenn der Song vor allem im Gesangsbereich etwas zu altbacken klingt.....und beendet aber trotzdem die sehr starke erste Seite. Auf der zweiten Seite sind es vor allem der Speed Metal Hammer LEGION OF THE LOST, TYRANT und das Rolling Stones Cover von 2000 LIGHTYEARS FROM HOME in einer atemberaubenden Version die herausragenden Momente, bevor der schnellste Song des Albums, HEART ATTACK, ein wirklich starkes Debüt beendet. Das ist einfach German Speed / Heavy Metal in Perfektion. Kurz vor dem Zweitwerk erschien damals die EP SHOOT HER DOWN, welche hier auf der dritten Vinylseite verewigt wurde (das original Cover befindet sich im Inlay!) und zeigt die Band gereift und eingespielter. SHOOT HER DOWN ist einfach ein guter Song, WE WANNA ROCK YOU in einer schnelleren Version und das coole und stampfende STORMING THE BRAIN zeigen die Band topfit und auf den Weg nach oben. In der Tradition von damals, dass fast die EPs besser waren als die Scheiben (Kreator, Voivod, Destruction, Warlock), kann auch diese EP vollstens überzeugen und dürfte mit zu den besten deutschen EP-VÖs zählen. Auf der letzten Seite gibt es dann noch die beiden Songs vom Samplereinstand ROCK FROM HELL, VIOLENCE und das Rolling Stones cover in einer anderen, demoartigeren Version, die aber soundmäßig überzeugen und ebenfalls ihren Reiz besitzen. Liner Notes von Chris Boltendahl runden diese seit über 30 Jahren vergriffene Vinyl Version ab. Eine Machtdemonstration deutschen Metals!

Genre: Heavy Metal
Musik: 9
Sound: 8
Info: Doppel-LP
VÖ: 25.05.2018

   
   
   
   

 

SEPTIC TANK  -  ROTTING CIVILISATION   Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/septictankuk

 

Was hab ich mich gefreut. Lee Dorrian (Napalm Death, Cathedral, With the dead), Gaz Jennings (Cathedral), Barry Stern (Trouble) und Scott Carlson (yes - Repulsion) machen gemeinsame Sache und bringen einen wütenden Crust / Punk / Thrash Hammer raus. Als alter Fan deren altern Bands waren die Erwartungen enorm. Und ich bin mir nicht sicher, was ich letztendlich davon halten soll... Der Mix aus Septic Death, Siege, Discharge, Repulsion, langsamen Napalm Death (die mit Lee) macht schon Laune, aber so richtig unter die Haut geht es nicht. Das Artwork ist gelungen und lange nicht mehr sowas gesehen. Der Sound ist recht dünn, würde aber ja auch nicht anders funktionieren. Da haben sich 4 Szene Freunde zusammengetan und 18 Songs eingeprügelt, was ja erstmal spannend ist, vor allem, wenn es solche Hochkaräter sind. DIVIDED AND CONK OUT ist durch seine gute Gesangslinie etwas eingängiger und erst mit Song 6 (TREASURERS OF DISEASE) gibt der Drummer gewaltig Gas und der Song ist mit seinen langsamen Parts so der erste Song, der an die alten Napalm Death erinnert. Gut! Mit FUCKED geht es dann noch eine Spur mehr in den Grindcore, wohingegen WHITEWASH eher an einen schnellen Hardcore Song erinnert. Der coole DEATH VASE hat dann ein Celtic Frost (Dethroned Emperor) Riff und Gesangsähnlichkeiten und rockt gut nach vorne und ist mit dem Opener SEPTIC TANK (der eine unglaubliche Power und Aggression beinhaltet) der Höhepunkt des Albums. DANGER SIGNS packt nochmal die volle Grindcore Keule aus. Und LIVING DEATH hat 2 Riffs, die von den alten Napalm Death und von Celtic Frost ausgeliehen wurden. Coole Idee.

 

Genre: Crust

Musik: 7

Sound: 7

Info: 18 Songs / 40 Minuten

VÖ: 16.04.2018

 

 

 

 

ARCHITECTS OF CHAOZ  - (R)EVOLUTION    Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Architects of Chaoz…sind hoffentlich nicht ganz verschwunden im Gedächtnis der Metal Fans. Vor ein paar Jahren konnte die Band plötzlich ganz viel Aufmerksamkeit einheimsen und sogar auf dem Rock Hard Festival spielen. Der Grund: Paul DiAnno war mit einer starken Band und einer erstklassischen Veröffentlichung unerwartet wieder aufgetaucht. Das Feedback war enorm und das Debütalbum war ein wirklich starkes Ding, was auch zu 90% an Pauls zurückgewonnener Stärke lag. Danach wurde Paul immer kränker, die Band lag auf Eis und ist nun mit einem neuen Sänger zurück. Sehr schade, dass der Ex-Maiden Sänger anscheinend nicht mehr in der Lage war/ist, der Band beizuwohnen. Komischerweise wird Paul mit keinem Wort im Booklet bzw. der Thanklist genannt….mmhhh…. was da vorgefallen sein mag, möchte ich als Superfan der ersten beiden Maiden Alben gar nicht wissen… Aber gut – hier geht es ja um das Zweitwerk von AoC. Und die große Frage ist natürlich, wie klingt der neue Sänger. Der „Neue“, genannt Titta, ist natürlicht kein DiAnno, aber trotzdem eine sehr gute Wahl. Die Vocals sind nicht ganz so rauh wie bei seinem Vorgänger und haben mehr melodiöse Einflüsse in die Musik gebracht. Ansonsten herrscht immer noch starker Heavy Metal, der viele Power Metal Einflüsse vorweist und durchgängig überzeugen kann, obwohl das Album noch stärker gewesen wäre, wenn man 2-3 Songs gekürzt hätte. Aber Tittas Stimme gibt der Band wohl auch mehr Möglichkeiten, ihren Sound wachsen zu lassen. Aber schon der Opener RISE überzeugt mit starken Gitarrenriffs, doppelten Gitarrenduellen, Drum-Herrlichkeiten und den coolen Vocals. Die Songs sind sehr abwechslungsreich. Beim folgenden DEAD AGAIN gibt es Backings vom Perzonal War Sänger und bei HITMAN hat man gleichmal einen starken Refrain fabriziert, der live sicherlich zündet! INTO THE FIRE ist schon fast Thrash Metal (genauso wie BLOODRAIN FALLS) und steht der Band sehr gut zu Gesicht und wäre ein logischer Nachfolger vom Debüt geworden mit Pauls Vocals…da kann man sich ihn super vorstellen. Und Schmier gibt bei NO WAY OUT ein Gastbeitrag am Mirko ab. Mit A MOMENT OF CLARITY gibt es noch einen langsamen Stampfer, der unheimlich Druck erzeugt, bevor das etwas sperrige THE PULSE OF THE SUN von ruhigen Anfang sich zum metallischen Ende mausert. Gutes Album, auch wenn ich persönlich Paul etwas vermisse…. Heavy Metal Fans, die auf dicke Riffs stehen, sollten die Scheibe unbedingt antesten!

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 13 Songs

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

LUCA PRINCIOTTA  -  ROUGH BLUE   Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Luca Princiotta ist ein italienischer Ausnahmegitarrist, der den meisten von Euch seit 2008 als Gitarrist von DORO bekannt sein dürfte. Vorher hat er 4 Jahre für ex-Maiden Sänger Blaze Bayley gespielt. Also wer kann sowas schon vorweisen? Und nun kommt sein Soloalbum über Metalville. Aber mit den Heavy Metal der genannten hat ROUGH BLUE nichts zu tun. Ein überwiegend instrumentales Album voller Hard Rock Songs, die durch die sehr guten Ideen an der Gitarre und einer soliden Hintermannschaften glänzen. ON BOARD ist trotz seiner fehlenden Vocals ein eingängiger Gitarrenrocker mit coolen Riffs und starken Gitarren. SHAKE THE CAKE hat einige Blues Einflüssen (wie übrigens das ganze Album) und erst mit dem schleppenden WHAT IT TAKES kommen Vocals zum Einsatz. Und was für welche. Matteo Bertini hat eine so warme und eindringliche Stimme, die nur so von großen Stadion und Festivals träumen lässt. WHAT IT TAKES ist ein Hard Rock Song, für den wohl 99% der großen Bands da draußen töten würden! NOTHING BUT THIS SONG wird dann wieder von seinen starken Vocals geführt und ist ein langsamer Blues Rocker, der in jeder Kneipe für Tränen sorgen würde. Vor allem hält sich Luca bei diesen Songs stark zurück und ist sehr songdienlich. Seine volles Können zeigt er dann aber bei den instrumentalen Songs, die trotz seiner starken Performance nie überladen oder angeberisch wirken. Und mit AIN`T NO LOVE  gelingt ihm ein weiterer Hard Rock Song der Extraklasse. Die Vocals zusammen mit der Power der Band sind verdammt stark und dürften die ganzen hochgelobten Bands locker in die Tasche stecken! Wirklich WOW! Es wäre eine interessante Sache, mal ein ganzes Album mit Vocals zu hören. Weil die drei Songs sind wirklich überragend. Aber auch so: Gitarrenliebhaber, Hard Rock und Blues Fans kommen hier absolut auf ihre Kosten! Zuschlagen!

 

Genre: Hard Rock

Musik: 9

Sound:8

Info:  10 Songs / 42 Minuten

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

COMMANDER  -  FATALIS / THE UNBROKEN CIRCLE    MDD Records

 

www.commander-metal.eu

 

Gut 10 Jahre ist es her, dass die Münchner COMMANDER ihr letztes Album veröffentlicht haben, was im Umderground etwas aufsehen erregen konnte. Danach war lange still, was vor allem an einigen Besetzungswechsel lag. Die Band spielte zwar hin und wieder live, aber so richtig in Szene setzen konnte man sich nicht. Und wenn man dann denkt, da kommt nichts mehr, kommt plötzlich ein neues Album. Die mittlerweile stark an Anerkennung gewachsenen MDD Records haben sich COMMANDER geschnappt und sicherlich ein, wenn nicht das Highlight in ihren Katalog geholt. FATALIS ist eine dicke Überraschung und hat wenig mit den Vorgängeralben der Band zu tun. Das liegt sicherlich zum einen an Patrick W. Engel, der das Album im Temple of Harmony gemixt und gemastert hat und einen so geilen Sound zusammengezimmert hat, dass es eine wahre Freude ist. Aber ein großer Teil macht natürlich das Songmaterial aus, dass sich vor keiner US Band verstecken braucht und durchgängig hochklassig ist. Schon der Opener und Titeltrack beinhaltet starke Riffs, melodiöse Gitarrenparts, die gerne an die besten Vader und Pestilence Taten erinnern sowie klare Death Metal Vocals vom Bandkopf Nick. Was auf dem Album an der Gitarre verbrochen wird, ist wirklich oberste Liga. Unglaublich viele Riffs folgen aufeinander. Großes Kino. Nick Kolar und Steffen Augstein ergänzen sich perfekt und schmeißen Riff um Riff raus! LOCUST INFESTATION geht in die gleiche Richtung wie der Opener und ist keinen Deut schlechter. CHAOS AWAKENING ist dann slow und heavy. Und unheimlich aufdringlich. Der Chorus wird auf jeder Bühne zum Mitsingen verleiten. Weiter geht es mit NEW SLAVE DEMOCRACY, der vor allem im Refrain stark an die alten Pestilence erinnert. INSIDIOUS GREED folgt und ist der Höhepunkt des Albums. Eingeleitet durch melodische Gitarrenmelodien wächst der INSIDIOUS GREED zu einer wahren Dampfwalze, die es mit allen großen Death Metal Bands aufnehmen kann. So einen Song hat Morbid Angel seit DOMINATION nicht mehr zustande gebracht. Nick erinnert hier auch an David Vincent. Diese langsame Lavemasse und die Atmosphäre des Songs sind beeindruckend! INVIDIA erinnert an die glorreichen 90er Jahre und SUPERBIA hat viele Tempowechsel und ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Erinnert mich an die guten, melodischeren Grave Sachen. Super! ...AND DEATH SWINGS THE SCYTHE startet mit einem starken Akustikintro und wird dann ein geiler Morbid Angel artiger Kracher. Und zum Abschluß kommt mit SHATTERED EXISTENCE nochmal ein schneller Death Metal Kracher der Sonderklasse. Ja, da müssen sich die hochgelobten deutschen Death Metal Newcomer (Namen weiß ja jeder) ab jetzt vor Angst in die Hose machen! Commander haben das Zeug, ganz oben in Deutschland (und auch International!) mitzuspielen! Abgerundet wird FATALIS von einem guten Artwort aus den Händen von Remy Cooper, der schon Alben von Kreator, Cryptopsy und Arch Enemy veredelte. Eine dicke Überraschung und die Scheibe dürfte bei jeden Death Metal Fan für Entzückung sorgen. WOW!

Genre: Death Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs / 42 Minuten

VÖ: 13.04.2013

 

 

 

DEATHROW  -  DECEPTION IGNORED    Noise Records / BMG

 

www.facebook.com/noiserecordslebt

 

Nach den 2 überragenden Thrash Metal Granaten RIDERS OF DOOM und RAGING STEEL kam 1989 das dritte Album der Band auf den Markt und schon das Cover – Artwork ließ erahnen, dass es in eine andere Richtung geht. Uwe Osterlehner ersetzte Gründungsmitglied Thomas Priebe und der mit dem mehr technische Stil von Uwe veränderte sich auch den Gesamtsound der Band. DECEPTION IGNORED hat mit den wütenden und eingängigen Thrash Metal Songs der Vergangenheit nicht mehr viel zu tun. So wirkt der Stil mehr als ein Mix aus WATCHTOWER und CORONER, was der Band aber auch sehr gut zu Gesicht stand und immernoch steht. Und so wurde DECEPTION IGNORED zum erfolgreichsten, aber auch letzten Album für Noise Records. Schon der Opener EVENTS IN CONCEALMENT erinnert von seiner Melodieführung und Gitarrenarbeit an das WATCHTOWER Zweitwerk, THE DEATHWISH hat viel von den vertrackten CORONER Rhythmen und TIOCTON und N.L.Y.H. gehen in die gleiche Richtung. Milos Gesang versucht sich auch an mehr Melodie, was zum neueren Sound der Band sehr gut passt und auch sehr gut umgesetzt wurde. WATCHING THE WORLD, NARCOTIC und MACHINERY beenden das Album mit einem Paukenschlag. Es ist schon ein kleines Wunder, was die Band zwischen RAGING STEEL und DECEPTION IGNORED musikalisch dazugelernt hat. Da staunt man erst einmal, ob es sich um die gleiche Band handelt. Da werden Sachen auf der Gitarre gezockt, die schon sehr stark sind und es locker mit dem zweiten WATCHTOWER Songs aufnehmen konnten. Das hätte man zu RAGING STEEL Zeiten den Musikern gar nicht zugetraut! Die neu remasterte Version erhält noch den unveröffentlichten Bonussong BUREAUCRAZY, der aus der DECEPTION IGNORED Aufnahmesession stammt, aber damals (aus welchen Gründen auch immer) keine Berücksichtigung fand. Dieses Mal gibt es aber kein Klappcover und auch die Informationen sind eher spärlicher als auf den zwei Vorgängern. Starkes deutsches Progressive Thrash Metal Statement, leider konnte die Band damals den großen Durchbruch nicht erzwingen. Aber ich hoffe mal, dass es nach den ganzenb Re-releasen zu einem kleinen Hype um die Band kommt und sie sich (zumindest für ein paar Konzerte) wieder zusammenrauft. Progressive Metal Fans sollten unbedingt zuschlagen! Ein Highlight des Genres! PFLICHTKAUF!

 

Genre: Progressive Thrash Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

DEATHROW  - RAGING STEEL   Noise Records / BMG

 

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Puh, nach dem starken Debüt RIDERS OF DOOM war man ganz verzückt, als man das Cover von RAGING STEEL ein Jahr später in den Händen hielt. Zwar ist das Backcover mit der ausgeschnittenen Band immer noch etwas „komisch“, aber schon damals war die Vorfreude riesig und schon das damals typische Intro THE DAWN ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Und als die Band loslegte, war die Freude groß! RAGING STEEL ist gleichmal ein wahnsinniger Opener: schnell, heavy, ohne Kompromisse. Milos Gesang hat einen großen Schritt nach vorne gemacht, die Band spielt unglaublich tight und schnell und der Song ist gleichmal ein Hit, der sicherlich zu den besten deutschen Thrash Metal Songs der 80er Jahre zählen dürfte. Dann wurde mit SCATTERED BY THE WIND das Tempo etwas herausgenommen und ein weiterer Klassiker geschrieben. Ein super starkes Gitarrenriff führt diesen Song. Milos Gesang ist herausragend und das Arrangement hervorragend. Das folgende DRAGON`S BLOOD hat fast das hymnische von der ersten OMEN Scheibe. Milos Gesang hatte hier den größten Schritt nach vorne gemacht und er hat sich mit dieser Leistung auf eine Stufe mit den anderen deutschen Thrash Sängern gehievt. THE THING WITHIN, PLEDGE TO DIE, MORTAL DREAD….welch Granaten! Und nach THE UNDEAD CRY und BEYOND THE LIGHT ist das Album dann leider auch schon zu Ende und war und ist für viele Fans der Höhepunkt der Band. Hier passt wirklich jede Sekunde, jeder Ton, jede Idee. Eigentlich hätten Deathrow mit RAGING STEEL alle anderen deutschen Thrash Bands abhängen müssen. Das ist auf dem gleichen Level wie Pleasure to Kill, Infernal Overkill, Terrible Certainty oder Agend Orange. Besser geht es einfach nicht. Wenn sie mit diesem Stil weitergemacht hätten und den Nachfolger mit ähnlichem Material bestückt hätten, wäre DEATHROW evtl. den gleichen Weg wie Kreator gegangen. Auch dieses Album wurde als Doppelalbum wieder neue aufgelegt und bietet einige tolle Fotos. Das Remaster ist gelungen, das Artwork kommt gut rüber und es wurde wie schon beim Debüt Album eine zweite Vinylscheibe spendiert, die das Demo von 1986 (ETERNAL DEATH) beinhaltet (INTRO / SLAUGHTERED / VIOLENT OMEN / RIDERS OF DOOM / SAMHAIN) und einen unveröffentlichten Livesong (YIGAEL`S WALL). Für Fans ein Muss! Eines der besten THRASH METAL Alben aus den 80ern EVER! ZUSCHLAGEN!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 10

Sound: 8

Info: 15 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

 

DEATHROW  -  RIDERS OF DOOM   Noise Records / BMG

 

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ENDLICH!

Nachdem ja Noise Records wieder aktiviert wurde und dadruch einige der wichtigsten Metal Alben der Vergangenheit wieder zugänglich gemacht hat, kamen natürlich erst einmal die „big names“ des Katalogs in die Läden. Celtic Frost, Kreator, Tankard, Skyclad, Voivod, Running Wild. Da konnte man schon das ein oder andere Klassikalbum abgreifen – auch Fans der ersten Stunde fanden an den günstigen, aber stark aufgemachten Releasen mit einigen Bonustracks noch einmal gefallen daran. Die für mich mit wichtigste Noise Band blieb aber lange unter dem Schirm. Und da ja die anderen Noise Bands zum Großteil noch aktiv sind, hatte ich eigentlich die Hoffnung für Deathrow schon aufgegeben. Als ich im Jahre 1986 das Artwork von Riders of Doom sah, war ich schon hin und weg und damals schwirrte der Name SAMHAIN schon in der Szene rum und oft konnte man diese Kultband nicht richtig zuordnen. War es Danzigs Version oder die Ruhrpottler – so einfach war das damals nicht ohne Informationen, die oft Monate brauchten, um an der richtigen Stelle anzukommen. …. Aber mit ex-Samhain Sticker drauf kam dann das Debüt und hat mich glatt umgehauen. Und jetzt, 32 Jahre danach kommt das Debüt der deutschen Thrasher als Doppel-LP (farbiges Vinyl) und dickem Digipack erneut auf den Markt. Die Scheiben von Deathrow verschwanden damals schnell aus dem Handel und waren die letzten Jahre sehr gesucht. Für mich stand RIDERS OF DOOM und RAGING STEEL schon immer auf gleicher Stufe wie INFERNAL OVERKILL, PLEASURE TO KILL oder FINISHED WITH THE DOGS; Alben, die alle (Thrash) Musikgeschichte geschrieben haben, aber im Vergleich dazu konnte Deathrow trotz starkem Material nie richtig durchbrechen und ein Ausrufezeichen in der damaligen Szene setzen. Es gab zwar Europatourneen mit Kreator, Possessed und Voivod, aber die Band hatte wohl zu wenig Durchhaltevermögen, um in eine Größenordnung wie Kreator vorzustoßen. RIDERS OF DOOM (für den US-Markt später mit anderem Cover und unter dem Namen SATANS GIFT veröffentlicht) ist ein Kultalbum! Kreators Mille persönlich drängt Noise auf einen Vertrag für Deathrow! Und das Album hält, was man erwartet. Schon WINDS OF DEATH lässt erahnen, was mit SATAN`S GIFT hereinbricht. German Thrash Metal, der es mit den damaligen Outputs von Kreator, Sodom, Destruction oder Tankard aufnehmen. SATAN`S GIFT und RIDERS OF DOOM sind absolute Highlights der deutschen Thrash Szene. Milos Gesang ist super und macht die Band so toll. Auf dem Album sind nur Hits. HELL`S ASCENT, SPIDER ATTACK, SLAUGHTERED, VIOLENT OMEN, DARK TALES und der etwas mehr ausgearbeitete Abschlußlied SAMHAIN überzeugen auf ganzer Linie. Riffmäßig ganz stark umgesetzt und die rumpelige, an Kreators Pleasure To Kill Phase erinnerten Drums sind ein Alleinstellungsmerkmal der deutschen Szene. Das Debüt besteht zu großen Teilen aus Material der Demos und ist auch nach sovielen Jahren noch relavant. Der Sound wurde nur minimal gemastert, die Grundstimmung bleibt gleich und das ist auch gut so. Das Doppelalbum kommt in farbigem Vinyl, interessanten Inlays und mit einer zweiten Scheibe inkl. 6 Bonussongs vom Demo und 3 Rehearsalaufnahmen. Soundtechnisch okay und ohne Vocals. Kann man sich mal anhören, aber braucht man eigentlich nicht – auch nicht als Fan. Für Thrash Fans ein Muss!  

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 10

Sound: 8

Info: 15 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

KREATOR -  COMA OF SOULS    Noise Records

 

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Nach dem großartigen Durchbruchsalbum EXTREME AGGRESSION, dass die Band auf der internationalen Bildfläche etablierte, schickte Noise die Band schnell zurück ins Studio, um die Gunst der Stunde auszunutzen und Kreator in den Schlagzeilen zu halten. Dabei kam eines der besten Thrash Alben aller Zeiten heraus. Erneut aufgenommen mit Randy Burns in Amerika hat Kreator einen unheimlich starken und authentischen Sound auf dem Album, der die Klasse der Songs noch einmal extra hervorhebt. COMA OF SOULS festigte die Band (zurecht) als führende europäische Thrash Metal Band auf der ganzen Welt und lies Herrscharen von Fans zu deren Shows pilgern. Ausgefeilter, verspielter und durchdachter war kein Kreator Album davor. Im Erscheinungsjahr 1990 war der Thrash Metal auf dem kommerziellen Höhepunkt und Kreator war eine der führenden Bands des Genres. Nach einem akustischen Intro zeigt schon der Opener WHEN THE SUN BURNS RED wie Thrash Metal in Perfektion auszusehen hat. Die Gitarren sind unglaublich druckvoll, die Drums sind nicht zu aufdringlich (aber unheimlich fett) und Mille`s Gesang ist einfach perfekt eingefangen. Der Titelsong COMA OF SOULS atmet wieder den Spirit der Terrible Certainty Phase und ist ein absoluter Thrash Metal Klassiker. Natürlich überstrahlt der Überhit PEOPLE OF THE LIE das Album, aber nur an dem Song darf man das Album nicht festmachen. Der Song ist lauter Linernotes erst spontan im Studio entstanden und durch seine eher simple Grundstruktur sehr eingängig geraten. Aber genau richtig für die Liveshows. WORLD BEYOND ist wieder ein Mix aus der Terrible Certainty Scheibe und moderneren Thrash bevor TERROR ZONE mit seinem melodischen Intro und der langsamen Geschwindigkeit im Thrash Universum damals ein Ausrufezeichen setzte. Die folgenden Thrash Metal Highlights AGENTS OFBRUTALITY, MATERIAL WORLD PARANOIA, TWISTED URGES und HIDDEN DICTATOR können es mit den alten Kreator Klassikern aufnehmen, hatten aber nie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdient hätten.MENTAL SLAVERY beschließt das Album mit einem kleinen Hit, der vor allem durch seinen starken Refrain lebt. COMA OF SOULS war damals ein Höhepunkt der Bewegung und auch noch heute ist die Scheibe eine der wichtigsten Thrash Metal Veröffentlichungen. Die Wiederveröffentlichung bietet zudem eine Bonus Scheibe mit einem Konzert aus der Stadthalle Fürth und umfasst die 16 Song starke Show, verpackt in einem sehr starken Sound. Die Band zeigt sich auf ihrem Höhepunkt und vor allem bei Mille gibt es die ganze Show durch keine Abnützung o.ä. Was für ein Zufall, dass ich damals genau auf dieser 
Show in Fürth war und noch immer die Eindrücke von damals mit mir herum trage. Und mit WHEN THE SUN BURNS RED, COMA OF SOULS, PEOPLE OF THE LIE, TERROR ZONE, AGENTS OF BRUTALITY fanden sich sogar 5 von 10 Songs der Scheibe im Liveset, was auch den Stellenwert von COMA OF SOULS für die Band zur damaligen Zeit zeigte. Höchstnote!


Genre: Thrash
Musik: 10
Sound: 9

Info: 11 Songs / 45 Minuten (Album)
        16 Songs / 78 Minuten(Live)

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KREATOR  - CAUSE FOR CONFLICT   Noise Records

 

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Nachdem die Band mit dem Vorgängeralbum RENEWAL und deren simpleren Songs einen verkaufstechnischen Dämpfer erhielt (ungerechtfertigterweise), gab es nach der Tour zum Album auch intern einige Probleme. Drummer Ventor und Bassist Rob verließen die Band, außerdem suchte man mit GUN RECORDS ein neues Label, nachdem der Deal mit Noise/EPIC auslief. Die Band wollte nach dem verkaufstechnischen RENEWAL Desaster wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehren und holten mit Joe Cangelosi (ex-Whiplash/ex-Slayer) einen Meister seines Fachs ins Kreator Boot. Außerdem kam Speesy am Bass zur Band, der bis zum heutigen Tag dabei ist. Außerdem kümmerte sich Vincent Wojno, der für das Machine Head Debüt zuständig war, um den Sound und der verpasste den Ruhrpottlern einen für damalige Verhältnisse modernen Sound, der gut zum hardcorelastigen Songmaterial passte, aber old-school Kreator Fans wohl eher sauer aufgestoßen hat. Nach dem (starken!!) simpleren RENEWAL suchte Mille mit seinen Jungs wieder das Trommelfeuer und wie wenn er es allen Kritikern zeigen wollte, veröffentlichte die Band ihr härtestes und aggressivstes Album. Auch Mille`s Gesang wirkt böser und angepisster wie je zuvor. Und das Schlagzeugspiel von Joe hebt die Scheibe nach ganz oben! Da ist ein wirklicher Könner hinter der Bude! Der Opener PREVAIL schockt schonmal mit gezielter Heaviness und CATHOLIC DESPOT dürfte dank Mille`s aggressiven Gekreische schon fast mit der härteste Kreator Song überhaupt sein. Es gibt auf der ganzen Scheibe nur starke Songs, die teilweise schon anders sind als gewohnt (z.B. die 2-minütige Hardcore Attacke DOGMATIC, das komplexe HATE INSIDE YOUR HEAD oder PROGRESSIVE PROLETARIANS). Der herausragende Song ist wohl LOST, für den es auch ein Video gab. Da stimmt alles und dürfte auch für Die Hard Kreator Fans eine Wonne sein. Ansonsten hat man immer das Gefühl, dass die Band einfach nur wieder HEAVY sein will und dabei oft die von Kreator so bekannten Trademarks (eingängige Refrains, wiedererkennbare Riffs) einzusetzen vergaß. Der Abschlußtrack ISOLATION ist dann wieder eher experimentell ausgefallen, aber klar als Kreator Song zu identifizieren. Warum die Band vor allem bei ihren Shows wenig bis gar nicht auf Material von CAUSE FOR CONFLICT zurückgreift, ist mir unverständlich. Als Bonus gibt es das RAW POWER Cover von STATE OPPRESSION und die 2 Songs SUICIDE IN SWAMPS und LIMITS OF LIBERTY, die sich hinter dem Songmaterial auf CAUSE FOR CONFLICT nicht zu verstecken brauchen. Wiederum hat das Digipack ein dickes Booklet mit allen Texten, Fotos, der Geschichte zum Album und Linernotes von Mille viel zu bieten. Sicherlich kein geliebtes „Kind“ unter dem Kreator Banner, aber trotzdem sollte man dem sperrigen Werk eine neue Chance geben. Eine handvoll Hits sind schon vertreten….

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 15 Songs / 55 Minuten

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KREATOR   -   RENEWAL (Remastered)  Noise Records

 

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Nach dem 1990er Überalbum COMA OF SOULS, dass der Band auch erstmals größeres Aufsehen außerhalb von Europa einbrachte und die Band auf dem amerikanischen Markt etablierte, schob die Band zwei Jahre später in gleicher Besetzung das sehr kritisch aufgenommene RENEWAL nach. Aufgenommen im Morrissound Studio in Florida mit Tom Morris, vollzog die Band einen Kurswechsel, der die Fans erstmal vor dem Kopf gestossen hat. Die Thrash Metal Szene war damals in einem Umbruch, die Bands wurden kommerzieller und belangloser und auch Kreator vollzogen einen Richtungswechsel mit einigen Industrial Einflüssen. Trotz aufwändigem Videodreh in Israel und einer Tour mit Biohazard kam die Scheibe nicht aus den Regalen. Unverständlicherweise, den schon damals faszinierte mich dieser neue, zu Kreator sehr gut passende (und eigentlich nicht großartige andere) Sound der Band. Der Opener WINTER MATYRIUM ist ein sehr starker Opener mit allen typischen Kreator Trademarks. Das folgende RENEWAL ist für mich, in der sehr hohen Hitdichte in der Diskographie der Band, einer der besten Kreator Songs überhaupt. Die langsamen Parts und die starken Gesangslinien sind einfach auch nach all den Jahren noch der absolute Hammer. REFLECTION ist ein weiterer starker, aber etwas ungewöhnlicher Song, der durch das gedrosselte Tempo einen neuen Eindruck der Band gewinnt. BRAINSEED könnte auch jeden der Vorgängeralben stehen und ist eine Thrash Granate, wie man sie von der Band kennt. KARMIC WHEEL ist dann schon ein eher ungewöhnlicher Song im Thrash Kontext der Band. Der eher psychedelische Mittelpart verschreckte schon einige Die-Hard Supporter. Eigentlich ist der Sound der Band nicht viel anders, immernoch 100% Kreator. Aber irgendwie hat er trotzdem nichts mit der Vergangenheit der Band zu tun. ZERO TO NONE hat einige Hardcore EInflüsse und Mille`s geschrieene Vocals verstärken den Eindruck nochmals. Trotzdem ein starker Song. Der Song mit der größten Beachtung und späterer Relevanz in den Liveshows ist EUROPE AFTER THE RAIN, ein starker und schneller Thrasher, der durch einen herausragenden Refrain gekrönt wird. Der abschließende DEPRESSION UNREST dürfte dann mit seinem ungewöhnlichen Opening eher als Experiment durchgehen, bevor ein wiederrum super starker Refrain den Song rettet. Die Scheibe war damals nach COMA OF SOULS der richtige Schritt zur Weiterentwicklung und noch immer ist für mich RENEWAL eins der Kreator Alben, die regelmäßig auf dem Plattenteller landen. Der Mix aus langsamen, aber  toll ausgearbeiteten und schnellen Songs ist auf dem Album perfektioniert worden. Nach den eher "gleich ausgerichteten" Alben COMA OF SOULS und EXTREME AGGRESSION war RENEWAL ein richtiger Schritt. Aber die Enttäuschung einiger Fans kann man evtl. auch nachvollziehen, aber die sollten zumindest mit dem jetzigen Re-Release dem Album nochmal eine Chance geben. Es wird KEINER (!!!!) enttäuscht werden! Das letzte richtig relevante Kreator Album, bevor einige schwierige Jahre für die Band anbrachen.... Als Bonustracks gibt es noch WINTER MARTYRIUM als raren Remix, den unveröffentlichten Song TRAUMA, der normale Kreator Kost bietet und einen Remix von EUROPE AFTER THE RAIN, der noch aggressiver tönt als die ursprüngliche Version. Der Sound ist noch einen Tick druckvoller als der ursprüngliche Sound und das 28-seitige Booklet mit Linernotes vom Chef ist super interessant und gewährt einen guten Eindruck in die damalige Zeit und deren Abläufe. PFLICHTKAUF!

 

Genre: Thrash

Musik: 10

Sound: 8

Info: 12 Songs / 55 Minuten

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KREATOR   -   OUTCAST   Noise Records

 

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Nachdem die Band mit dem Vorgänger CAUSE FOR CONFLICT ganz schön in Schwankungen geraten war und auch der erhoffte Erfolg ausblieb, holte man Ventor zurück ans Schlagzeug und für den ausgestiegenen Blackfire kam der CORONER Gitarrist Vetterli zu den Essenern Thrashern. Und diese neue Besetzung merkt man der Scheibe an. Sicherlich war Mitte der 90er Jahre die Zeit für Thrash Metal nicht die beste Zeit und so wirkt das Album auch eher gewollt und künstlich. Die Band war auf der Suche nach etwas…etwas völlig anderem. Und trotzdem war die Band um Mille nie weg von der Bildfläche, im Gegensatz zu vielen anderen Thrash Bands! Das Material auf OUTCAST ist aber ein weiterer Schritt weg vom typischen Thrash Sound von Kreator. Im Nachhinein war es für die Band wichtig, andere Sachen auszuprobieren – zum damaligen Zeitpunkt aber wurde das eher Gothic / Industrial beeinflusste Material von vielen abgelehnt und Kreator kam in eine richtige Schieflage. Mille schrieb eher gemäßigte Sachen, die auf dem Album den Großteil ausmachen. Aber man merkt auch den Einstieg von Vetterli an und obwohl er am Songwriting nicht direkt beteiligt war, ist sein Einfluss auf das Material, dass gedrosselter und nicht mehr ganz so durchschlagskräftig wie in der Vergangenheit wirkt, durch sein Gitarrenspiel groß. Sicherlich sind die beiden Eröffnungsstücke LEAVE THIS WORLD BEHIND und PHOBIA auch später noch in der Setlist aufgetaucht, aber richtig Eindruck konnten Sie bei mir nicht hinterlassen. LEAVE THIS WORLD BEHIND ist ein guter Opener, der aber schon hier und da mit Industrial Einflüssen glänzt und das folgend PHOBIA muß nicht großartig besprochen werden. Der Song wurde ein Hit und hat die Band wohl damals auf Kurs gehalten. Aber Kreator zeigten sich da schon weit weg von ihren Thrash Metal Wurzeln und haben den Sound durch viel Rock-Einflüsse verwässert. Vieles deutet schon auf das Nachfolgealbum ENDORAMA hin, dass mit seinen Gothic Rock Sounds wirklich die letzten Die Hard Fans vergraulte. NONCONFORMIST geht den Weg von RENEWAL, kann aber die Klasse deren Songs nicht halten. Das ist so etwa das Hauptproblem von Outcast. ENEMY UNSEEN startet mit einem Terrible Certainty ähnlichen Riff, driftet dann aber in eine zu rockige Richtung ab. Der Titelsong geht gar als experimenteller Kreator Song durch. Den Songs fehlt es durchgängig an dem gewissen Kreator Charme, was auch an dem gedrosselten Tempo und den einfachen Rockstrukturen der Songs festzumachen ist. Vetterli bringt viel Melodie und Gefühl in die Songs und Mille`s Gesangsleistung ist okay (singt sogar in cleaner Stimmlage), aber der Mix aus normalem Metal und Rock paßt einfach nicht zu Kreator. Erst der vorletzte Song AGAINST THE REST nimmt wieder etwas Fahrt auf, macht nochmal Laune und bekommt aber mit dem abschließenden A BETTER TOMORROW nochmal einen Mid-Tempo Song aufgepflanzt. Die durchgängige, eher rockige Ausrichtung des Albums nimmt viel Drive und langweilt dann über weite Strecken, weil das starke Material auch am Anfang des Albums verschossen wurde. OUTCAST hat einen sehr guten Sound, wirkt super professionell gespielt, aber der Funke konnte damals (bei mir auch heute) nicht wirklich überspringen und ist sicherlich die am wenigsten beachtete Kreator VÖ bisher. Für Fans ist das achte Album aber auf jeden Fall wieder von Relevanz, weil es a) wieder tolle Linernotes, Fotos und Geschichten hinter Outcast hervorbringt und als Bonus CD einen starken Auftritt vom 1998er Dynamo Open Air beinhaltet, der für Fans eine recht unterhaltsame und selten verwendete Setlist beinhaltet. Schon allein deswegen ist die Scheibe für Kreator Fans ein Pflichtkauf und die Chance, von der Band wirklich mal wieder was „Neues“ zu entdecken.

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 88 Minutes

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

 

NEGATIVE SELF  -  CONTROL THE FEAR    BDHW / Soulfood

 

www.facebook.com/negativeself

 

Skater Metal ala mittlere Suicidal Tendencies gibt es von den schwedischen Crossover Helden NEGATIVE SELF. Vom ex-DR. LIVING DEAD Sänger gegründet, fahren die 5 Jungs einen Sound auf, der stark (vor allem von den Vocals her) an die mittlere Phase von Suicidal Tendencies erinnert. Das große Plus der Band ist das musikalisch hochwertige Material. Was Tor und Viktor an den Gitarren hier abliefern, ist Weltklasse! Die Songs sind durchgängig durchdacht, toll arrangiert und machen zu jeder Sekunde unheimlich Spaß. UNDERNEATH THE WAVE ist ein starker Opener, den ST schon lange nicht mehr so hinbekommen haben. IN MY HEAD ist ein kleiner Hit und auf DRAWING BLOOD geht man erstmals einen kleinen Schritt weg von der ST Formel und das steht der Band sehr gut! A NEW BEGINNING startet mit einem super Gitarrenduell und der Song ist wirklich herausragend arrangiert. Die melodischere Stimme von Andy paßt perfekt zum Song. NEVER LEAVE ist dann wieder ein fast forward ST Rocker der Sonderklasse. NO COMMON GROUND ist ein Hit, der vor allem on stage total zünden dürfte! CURSE OF LIFE ist nochmal ein schnellerer Crossoverhammer bevor das mit Akustikgitarren eingeleitete THE PAIN RETURNS einen Höhepunkt des Albums darstellt. Die emotionalen Vocals gehen total unter die Haut und der Song ist einfach der Wahnsinn. Ganz starke Scheibe, die die Band sicherlich auf einige Sommerfestivals hieven wird. Negative Self ist für mich eine dicke Überraschung, weil sie zwar die Einflüsse erkennen lässt, aber durch das tolle Gitarrenspiel an zusätzlichem Reiz gewinnt. 

 

Genre: Suicidal Hardcore Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 45 Minuten

VÖ: 16.03.2018

 

 

MOTHER MISERY  -  MEGALODON   Transubstanc Records

 

www.mothermisery.com

 

So, hier ist sie also, die neue MOTHER MISERY. Eine der besten schwedischen Bands, die aber (und nur Gott weiß warum) nie die Aufmerksamkeit erhielt, die sie eigentlich verdient hat. Auch das neueste, 10 Song umfassende Album ist ein Meisterwerk und braucht sich hinter den großen Bands nicht verstecken. Seit gut 14 Jahre veröffentlicht die Band keine schwachen Alben und steht immernoch in der 2. Reihe. Aber hoffentlich schafft es die Band mit dem Megalodon Monster. Schon das Artwork springt einen ins Gesicht und der Sound ist unheimlich heavy ausgefallen. Im Vergleich zum letzten, eher straighteren Album STANDING ALONE gibt es diesmal mehr ausgearbeitet Songs und vor allem mehr Heaviness: die Drums drücken ohne Ende und die Riffs sind wieder mehr Metal als Rock. Die Band beschreibt ihren Sound ja selbst als Super Sonic Rock und das dürfte auch sehr passend sein. Schon der Opener THE CHALLENGER besitzt ein starkes Riff und super Gesangslinien. Der Song bleibt sofort im Ohr hängen und sollte auf der Bühne wahrlich explodieren. Danach kommt die bereits als Single bekannte Auskopplung ASHES OF YOUR CROWN, welches einer der stärksten und eingängigsten Songs der 4 Schweden darstellt. Auch der folgende Titelsong überzeugt mit einer ungemeinen Power und die herausragenden Vocals von John Hermansen. STONECOLD KILLER ist ein typischer Mother Misery Rocker, aber vor allem INTO THESE LIES und DOWN IN THE DIRT haben es mir mit ihren starken und eindringlichen Gesangslinien angetan. Und wie schon auf dem Vorgängeralbum gibt es mit IF YOU FALL eine herzzerreißende Ballade zum Schluß. Zwar hat der Song nicht ganz die Eindringlichkeit des Jahrhundertsongs STATE OF GRACE, aber allein die Stimme geht total unter die Haut. Ja, Mother Misery dürften mit diesem Album auf jeden Fall einen großen Schritt nach vorne gehen. Ich kenne keine Band, die wie Mother Misery klingt. Und das will heutzutage was heißen! KAUFEN!!!

 

Genre: Super Sonic Rock

Musik: 9

Sound: 9

Info: 10 Songs / 40 Minuten

VÖ: 12.1.18

 

 

 

4 OHM MONO  -  DISSONANT PRAISES   

 

www.4ohmmono.com

 

Warum es manche Bands trotz aller gegebener Voraussetzungen nicht schaffen, wird immer ein Rätsel des Musikbusiness bleiben. Eine Band, die bei Century Media war, einen herausragenden Sänger besitzt und mit ihrer Musik genau in der Schnittmenge zwischen Metal/Alternative war und von den einfach nur fetten Gitarrenriffs gelebt hat, war CHUM aus West Virginia. Nach dem sehr starken (und immernoch geilen) Debüt auf Century Media verschwand die Band von der Bildfläche. Sänger John Lancaster hat sich danach als Solokünstler versucht und einige Alben veröffentlicht. Und nun kommt er mit seiner neuen Band 4OHMMONO und seiner zweiten EP zurück. Und was seinen Soloscheiben gefehlt hat (die Härte), ist jetzt dank neuer Band wieder voll da. Schon der Opener OVER THE RIFT hat ein bretthartes Riff, dass einen nicht stillsitzen lässt.  Das schiebt so gewaltig, dass man denkt, die guten HELMET sind zurück. Und darüber droht John mit seinen unglaublich guten Vocals. Das Schlußriff geht nochmal total unter die Haut und hat schon die göttliche CHUM Klasse. Da freut man sich, dass die Power und die Kraft zurück im Sound sind. Das folgende DEAD CALM DWELLERS wird getragen von einem groovigen Rhythmus und 90er Gitarrensalven, doch der Song explodiert förmlich im Refrain. Dazu erneut eine starke Gesangsleistung von John. Zusammen mit Mac Walker an der Gitarre entwickelt er fette Riffs im Minutentakt. Und Barry Smith und Josh Adkins (Bass und Drums) legen einen geilen Groove unter die Songs. VOID ALL IN BETWEEN hat wieder dieses unglaublich starken Riffs und ist mit seinem getragenen Tempo und der eindringlichen Gesangslinie der Höhepunkt des Albums. Warum so eine Band keinen Vertrag bekommt, entzieht sich meiner Vorstellung. Gut, ich kann Euch nur ans Herz legen, sich diese Scheibe zu holen und sich vor den Boxen die unglaubliche Wucht anzunehmen. Großes Kino - MEISTERWERK!

Genre: Heavy Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 3 Songs / 18 Minuten
VÖ: 13.10.2017


 

DANZIG  -  BLACK LADEN CROWN   AFM Records

 

www.afm-records.de

 

So, hier ist es also endlich, das neue Danzig Album. 25 Jahre ist es schon her, als DANZIG III: HOW THE GODS KILL das Licht der Welt erblickte und die Band ganz nach oben beförderte. Und jetzt kommt die neue Scheibe; für mich als Extrem-Fan natürlich ein Fest. Schon als Misfits Fan wurde ich danach mit Samhain fast umgeblasen und die ersten 4 Danzig Scheiben sind sicherlich das Nonplusultra im Rock Bereich. Selten hat eine Rockband so böse und gemein gewirkt, wie damals. Und trotz einer relativ missglückten Industrialscheibe (5), konnte Danzig noch einmal ein Ausrufezeich mit 6:66 SATANS CHILD setzen. Danach ging es leider aber nur noch abwärts. Sicherlich haben auch die anderen großen Bands der damaligen Zeit nicht durchgehend starke Alben veröffentlicht (Metallica, Slayer etc), aber der Weg nach unten von Danzig von einem einstmaligen Gott ist schon fast dramatisch. Dabei macht er persönlich gesanglich gar nicht so viel falsch. Songs waren immer originell, aber leider leiden alle Scheiben ab der 6:66 über einen unterirdisch schlechten Sound. Und warum Danzig nicht mehr an alte Stärken anknüpfen kann, liegt leider zu 99% an der Band vor allem an T. Victor (obwohl ich Prong sehr mag!). Aber das passt einfach nicht – Glenn bräuchte einfach wieder eine Rock- oder Bikerband und keine Metalband als Backup! Die Gitarren haben schon das letzte Album SKELETONS zerstört. Aber gut – angeblich wird jetzt ja alles besser und voller Freude ging es los. Erst einmal muß ich mich wieder über einen sehr spärlichen und schlechten Sound ärgern. Das nimmt einfach so viel weg von der Musik. Warum ist es ihm nicht möglich, einen fähigen Produzenten ran zu lassen und der Band einen guten Sound hinzuzaubern? Die Scheibe hat immerhin einige gute Songs, aber kann bei weitem nicht an die alten Klassiker anknüpfen bzw. auch nur annähernd daran schnuppern. Der Titeltrack beginnt mit einer melodiösen Gitarrenmelodie und hat viel von den alten Sachen, Glenn klingt wie ein kaputter DOORS-Sänger, der Song plätschert etwas vor sich hin, bevor er am Schluß etwas härter wird. Das folgende EYES RIPPING FIRE ist ein guter Song mit viel Power, bevor es im Refrain etwas gemächlicher zugeht. Das bereits bekannte DEVIL ON HWY 9 rockt gut ab und dann kommt der erste Höhepunkt. Das langsame, eindringliche LAST RIDE, dass auch auf der IV hätte stehen können. Das ist vielleicht genau einer der Songs, auf den alte Fans so lange gewartet haben. THE WITCHING HOUR und BUT A NIGHTMARE (mit einer sehr starken Gesangslinie) sind ebensfalls von früher inspiriert und vor allem erstgenannter besticht durch seinen guten Anfang. BLACKNESS FALLS ist auch gelungen und durch den sehr schleppenden Groove ein Highlight auf dem Album. Und mit PULL THE SUN gelingt Danzig ein Wahnsinnssong! Hier singt er fast wie früher, die Atmosphäre ist beängstigend und somit ein gelungener Abschluß. Glenn hat selbst produziert und erneut ist es ihm nicht gelungen, die eigentlich guten Songs in das richtige Soundgewand (und da meine ich auch die Band inkl. Solos) zu packen. Es ist so schade, weil da wirklich so viel mehr möglich gewesen wäre. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider kein Hammeralbum. Dann hoffen wir auf die nächste Scheibe….

 

Genre: Metal

Musik: 7

Sound: 6

Info: 9 Songs / 50 Minuten

VÖ: 26.05.2017

 

 

 

POUNDING METAL - A TRIBUTE TO EXCITER      Skol Records

 

www.skolrecords.com

 

Eine der besten und heutzutage einflussreichsten Speed Metal Bands, die Kanadier Exciter, werden hier mit einem Tribute Album geehrt und die Scheibe kann durchgängig überzeugen. Exciter, die ja ihren Klassiker HEAVY METAL MANIAC Monate vor KILL EM ALL herausbrachten, haben über all die Jahre dem Trio die Treue gehalten und momentan ist die Band ja in der Originalbesetzung zurück und arbeitet auch an neuem Material. Darum macht dieser Sampler auch Sinn. Einige der angesagtesten neuen Speed Metal Band sind hier vertreten.
Es fällt keine richtige Band ab, obwohl schon EVIL INVADERS mit "Violence&Force" und MASTERS OF DISGUISE mit ihrem sehr melodisch vorgetragenen BLACK WITCH die Höhepunkte darstellen. Die eigentlich sonst sehr starken RANGER haben mit "Evil Sinner" einen ganz guten Beitrag, der aber durch die Stimme etwas abfällt und einer der schwächeren Songs in meinen Augen darstellt. CRYSTAL VIPER haben einen interessanten Ansatz (durch die weiblichen Vocals) und bringen mit "Long live the loud" eine super Version an den Start. RAM ist gut und SAVAGE MASTERS typisch. OCTOBER 31 bringt eine Speedversion mit guten Vocals ein. Das Album, das auf 500 Kopien limitiert ist, wurde von Bart Gabriel produziert und hat den Bands einen guten und vor allem einheitlichen Sound gemeiselt.

 

01. ATTACKER (USA) "Cry Of The Banshee"
02. EVIL INVADERS (Belgium) "Violence & Force"
03. CRYSTAL VIPER (Poland) "Long Live The Loud"
04. IRONSWORD (Portugal) "Death Revenge"
05. RANGER (Finland) "Evil Sinner"
06. RAM (Sweden) "Beyond The Gates Of Doom"
07. MASTERS OF DISGUISE (Germany) "Black Witch"
08. SAVAGE MASTER (USA) "Saxons Of The Fire"
09. OCTOBER 31 (USA) "Stand Up And Fight"
10. VISIGOTH (USA) "Rising Of The Dead"
11. GATEKEEPER (Canada) "Victims Of Sacrifice"
12. VULTURE (Germany) "Feel The Knife"

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs

VÖ: 28.04.2017

 

 

Daredevil Records

Mooslohstraße 79

92637 Weiden

Germany

 

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Der Anbieter haftet für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht). Der Anbieter haftet unter Begrenzung auf Ersatz des bei Vertragsschluss vorhersehbaren vertragstypischen Schadens für solche Schäden, die auf einer leicht fahrlässigen Verletzung von Kardinalpflichten durch ihn oder eines seiner gesetzlichen Vertreter oder Erfüllungsgehilfen beruhen. Bei leicht fahrlässiger Verletzung von Nebenpflichten, die keine Kardinalpflichten sind, haftet der Anbieter nicht. Die Haftung für Schäden, die in den Schutzbereich einer vom Anbieter gegebenen Garantie oder Zusicherung fallen sowie die Haftung für Ansprüche aufgrund des Produkthaftungsgesetzes und Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit bleibt hiervon unberührt.
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3. Datenschutz
Durch den Besuch der Website des Anbieters können Informationen über den Zugriff (Datum, Uhrzeit, betrachtete Seite) auf dem Server gespeichert werden. Diese Daten gehören nicht zu den personenbezogenen Daten, sondern sind anonymisiert. Sie werden ausschließlich zu statistischen Zwecken ausgewertet. Eine Weitergabe an Dritte, zu kommerziellen oder nichtkommerziellen Zwecken, findet nicht statt. Der Anbieter weist ausdrücklich darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen und nicht lückenlos vor dem Zugriff durch Dritte geschützt werden kann. Die Verwendung der Kontaktdaten der Anbieterkennzeichnung - insbesondere der Telefon-/Faxnummern und E-Mailadresse - zur gewerblichen Werbung ist ausdrücklich nicht erwünscht, es sei denn der Anbieter hatte zuvor seine schriftliche Einwilligung erteilt oder es besteht bereits ein geschäftlicher Kontakt. Der Anbieter und alle auf dieser Website genannten Personen widersprechen hiermit jeder kommerziellen Verwendung und Weitergabe ihrer Daten.

4. Anwendbares Recht
Es gilt ausschließlich das maßgebliche Recht der Bundesrepublik Deutschland.

5. Besondere Nutzungsbedingungen
Soweit besondere Bedingungen für einzelne Nutzungen dieser Website von den vorgenannten Punkten (1) bis (4) abweichen, wird an entsprechender Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen. In diesem Falle gelten im jeweiligen Einzelfall die besondere
n Nutzungsbedingungen.