R E V I E W S

VA ROCKS  -  I LOVE VA ROCKS    Metalville

www.metalville.de

Drei junge Damen schicken sich an, Thundermother vom Thron zu stoßen!
Insgesamt fehlt noch etwas die Reife, aber auf dem Metalville-Debüt der
Band gibt es keine Ausfälle und sehr viele gute Momente. Schon das
starke Intro, das einen gesprochenen Part enthält, lässt Großes erwarten
und man bekommt mit dem Opener NO MORE FUCKS TO GIVE einen starken AC/DC
artigen Rock`n`Roller der Sonderklasse. Die Vocals von Ida Svensson
Vollmer sind Girlschool-artig und passen perfekt zum Sound der Band. Der
folgende THE CODE OF THE ROAD ist dann mehr ein klassischer Rock Song,
der einen zwar von der Instrumentiesierung bekannt vorkommt, aber einen
geilen Refrain besitzt und erneut durch die starken Vocals punktet. Auch
danach zündet der Hard Rock der Schweden zu jeder Sekunde. Über allem
steht wahrscheinlich der Vergleich mit den großartigen Thundermother,
aber a) müssen sich VA ROCKS nicht hinter Thundermother verstecken, da
ihr Sound um einiges rauer und punkiger ist und b) die Band über ein
eigenes, sehr starkes Songmaterial verfügt. Das Gejammer geht jetzt
wahrscheinlich bei all den Hipstern wegen der kurzen Spielzeit los, aber
das ist schon so okay! Die Scheibe packt von der ersten bis zur letzten
Sekunde. Lieber so wie aufgebläht mit 4 Füllern, die den Drive raus
nehmen. Oder hätte jemand REIGN IN BLOOD mit 4 zusätzlichen Songs
gebraucht? Nein!

Genre: Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 30 Minuten
VÖ: 18.10.2019

 

 

 

RUSS BERGQUIST - ME AND THE BOYS, TAKING A SPACE TRIP SOAL Records

www.russbergquist.com

Der ehemalige Annihilator Bassist auf Solopfaden. Leider fehlt hier der rote Faden. Thrash Metal Riffs und dann wieder Alternative Rock...kann man machen und zeigt vielleicht auch seine Vorlieben, aber das Songmaterial ist leider nicht zwingend genug. So hat Russ mit einigen namhaften Leuten die Songs eingespielt (Schlagzeuger Ray Hartmann von Annihilator; Ryan Van Poederooyen und Dave Young vom Devin Townsend Project/Stapping Young Lad) sowie Arch-Enemy- bzw. Ex-Nevermore-Gitarrenhexer Jeff Loomis), bei dem vor allem der Loomis Beitrag SHREDDIES heraus sticht. Überzeugen tut SUICIDE SHIFT, der eine gute Härte fährt. Aber Songs wie HUNTED, WHO YOU ARE oder STABBED IN THE BACK sind sehr abturnend. Okay, das soll Spaß vermitteln und die Kreativität des Musikers zeigen, aber dazu reichen 15 gute Minuten auf einer CD leider nicht, auch, weil die gesangliche Leistung seines Freundes Mark Petri auch nicht over the top ist. Ein Album ala SUICIDE SHIFT und es wäre vielleicht was geworden. So ist und bleibt es wohl ein Spaßprojekt.

Genre: Metal/Rock
Musik: 6
Sound: 7
Info: 9 Songs / 44 Minuten
VÖ: 13.09.2019

 

 

ARISES  -  SYSTEM   SAOL/Hàrt

www.facebook.com/arisesmusic

Erst einmal überrascht das sehr coole Artwork und auch die Texte, in
denen es über Gewalt, Kontrolle und Überwachung geht, sind nicht
alltäglich. ARISES hinterlassen schonmal einen guten Eindruck. Direkt
vom Balkan kommt dann dieses Modern Metal Ding und lässt der Welt
wissen, dass diese Musik nicht nur aus Schweden, Amerika, England oder
Deutschland kommen kann, sondern auch sehr gut umgesetzt aus dem Balkan. Aus dem wunderschönen Kroatien schickt sich Arises an, die Welt mit
ihrem modernen Metal zu erobern. Modern Death oder Thrash Metal mit
starken Riffs, guten Breaks, melodische Momente und sehr gut
ausgearbeiteten Solos sind Hauptmerkmale von ARISES. Highlights sind das
hymnische TERROR DONE und JERICHO, wo der Refrain wirklich sehr gelungen
ist. Also wer schwedisch melodischen Death Metal mag, wird mit Songs wie
BUILT TO FALL und PROBE THE BLOODLINE.

Genre: Modern Death Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 9 songs / 39 minuten
VÖ: bereits erschienen
 
 

FIRST BOURNE - PICK UP THE TORCHE SAOL / Bertus

www.facebook.com/firstbourneband

Ein 4er Trupp aus Boston schickt sich an, die Metal Welt mit einem Album
zu überraschen, dass mit etwas Glück ein Schritt zu einer großen
Karriere sein könnte. Natürlich gehört da immer eine Portion Glück dazu,
aber die Voraussetzungen der Band sind vorhanden. Leider füllen sich in
die gut 60 Minuten einige Füller ein, da hätte die Band lieber
fokusierter ihre Songs auswählen sollen - obwohl das Jammern auf hohem
Niveau ist, denn ein richtig schlechter Song befindet sich absolut nicht
auf dem Album (obwohl aber z.B. RIOT nicht so einschlägt wie viele
andere Songs - aber wer kann das schon von einem Newcomer erwarten....).
Aber der Reihe nach: nachdem sich die ersten Songs (HOME, TRUTH OF THE
LION) der Scheibe (die übrigens wie erwähnt mit 16 Songs viel zu lang
ausgefallen ist!) in einem sehr guten Melodic Metal Terrain befinden,
die es musikalisch als auch stimmlich mit Bands wie Helloween aufnehmen
könnten, gibt es dann in der Mitte der Scheibe (vor allem mit WHEN
MORNiNG BREAKS, MY CHOICES, BREAKING CHAINS Songs, die jeden FATES
WARNING Fan in Entzückung versetzen werden. Mike Kerr an der Gitarre
zaubert sich ein super Riff nach dem anderen aus dem Ärmel und seine
Solos sind sehr gut ausgearbeitet und haben Klasse. Ein wirklich
begnadeter Gitarrist, der sein Können jede Sekunde des Albums beweist.
Und Ian Raposa am Gesang ist ein toller Sänger, der in seinen stärksten
Momenten an Ray Adler erinnert und durchweg tolle Gesangsmelodien
produziert. Was Ven Thangaraj am Bass und Joe Bertola am Schlagzeug
abliefern, dürften aber allen Progressive Metal Fans sehr gefallen. Ein
überraschend starkes Album, welches hoffentlich nicht untergeht und
viele Fans finden wird. Verdient hätten sie es, die Männer von First
Bourne. Musikliebhaber sollten die Scheibe anchecken! Geheimtipp!

Genre: Melodic / Progressive Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 16 Songs / 61 Minuten
VÖ: 25.10.2001

 

 

SANTA CRUZ - KATHARSIS M Theory

www.m-theoryaudio.com

Die AC/DC Vorband, die einige große Festivals hinter sich hat (u.a.
Download) und schon in Europa zwei Top-5-Platzierungen vorzeigen kann.
Die Musik ist moderner Metal, der so gar nicht zu der Kleidung und zum
Artwork passen will. Im Info steht was von Sunset Strip Variante und
modernen Hardrock, da kann ich leider nur den Kopf schütteln, zumindest,
was die beiden Eröffnungsstücke anbelangt. Die Musik dieser Songs hat
mit beidem absolut nichts zu tun. Das ist moderner Metal, der nicht
einmal schlecht gemacht ist. Kane Churko (Five Finger Death PUnch, Ozzy,
Papa Roach) hat sich um das Album komplett gekümmert und die Musik
dürfte wohl die großen Massen ansprechen. CHANGING OF SEASONS ist ein
guter Opener, der etwas an die Emil Bulls erinnert, ohne deren Klasse zu
erreichen. BANG BANG dürfte dann mit seinem Refrain bei den
Radiostationen und auf den Tanzflächen für Begeisterung sorgen. INTO THE
WAR hat dann endlich was von dem beschriebenen Sunset Strip Vibe und
seine zuckersüßen Vocals dürften einige Damen in Ekstase bringen. I WANT
YOU TO MEAN IT ist das Schmalzkino der Sonderklasse. Puh...da muß man
erstmal tief durchatmen. TRUE BELIEVER startet dann mit einem Manson
artigen Riff und TELL ME WHY ist so arg von Mötley Crüe geklaut, dass es
schon schmerzt. TESTIFY und SMOKE SIGNALS ist kitschiger PopRock, der
zwar durch die starken, erneut an Emil Bulls erinnernde Vocals, punkten
kann, aber einfach die "Härte" fehlt und leider wird das Album hinten
raus immer seichter und auch belangloser. Den kommerziellen Tiefpunkt
bringt dann die Cyndi Lauper Verunglimpfung von TIME AFTER TIME. Gut
gemacht, sehr modern und hinten raus purer Pop...ist nicht meins.

Genre: Modern Hard Rock
Musik: 6
Sound: 8
Info: 11 Songs / 39 Minuten
VÖ: 18.10.2019

 

 

VON DETTA  -  BURN IT CLEAN    Polder Records

www.polderrecords.be
 

Polder Records ist ein kleines, aber aufstrebendes Label und hat nun mit dem Zweitwerk von VON DETTA ein heißes Eisen im Rennen, welches in der Presse gut ankommt. Die Belgier legen einen Mix aus Sludge, Crossover, Alternative und Metal vor, der sehr eigenständig klingt und auch etwas von den goldenen 00er Jahren zurück bringt. Der Opener REACH OUT ist ein hipper Mix aus den oben genannten Einflüssen und überzeugt durch seinen geshouteten Refrain. Er erinnert mich oft an die Franzosen von 7Weeks, falls die jemand kennt. THANKS FOR THE TIME und DEVILS CHILD gehen in die gleiche Richtung, verzichten aber auf den aufdringlich geschrienen Refrain des Openers und bleiben dadurch auch etwas angenehmer in Erinnerung. Die fetten Riffs sind allgegenwärtig und die häufig vorkommenden Crossover und Nu Metal Zwischenspiele machen die Sache spannender. Die Songs sind durchgängig auf hohem Niveau und sehr groovig. Trotzdem fehlt hier und da etwas. So richtig reißt mich die Scheibe nicht vom Hocker, obwohl die Produktion und das Artwork sehr überzeugen. Gut, ist vielleicht auch nicht meine Musik. 

 

Genre: Crossover

Musik: 7

Sound: 8

Info: 6 Songs / 33 Minuten

VÖ: bereits erschienen

 


 

EYES ON THE MACHINE  -  s/t    Polder Recordseyes on the machine.

www.polderrecords.be

Seit 2016 ist das belgische Quintett unterwegs und bringt uns hier eine Scheibe, die eine Überraschung darstellt. Und da die Scheibe schon einige Monate auf dem Markt ist, wundert es mich sehr, dass man relativ wenig über die Band liest und hört. Weil das Material ist klasse und kann durchgängig überzeugen. Die Musiker erzeugen eine Menge Energie und mischen eine gesunde Portion Hardcore und Metal und Rock. Das wirkt alles sehr ausgereift und durchdacht. Gleich der Opener THE SEARCH ist ein Hardcore artiger old school Thrash Metal Song und überzeugt mit einer unheimlichen Wucht und Kraft. Danach kommt mit FIREWALKER der Höhepunkt der Scheibe. Hier gibt es gar keine Hardcore-Einflüsse, sondern der Heavy Metal regiert und durch die sehr an Sacred Reich erinnernden Vocals und den tollen Refrain gelingt der Band hier ein Ausrufezeichen. Der Song hat das Potential zu etwas größerem. Das Solo in der Mitte rundet den Song noch perfekt ab. Diese Nähe zu Sacred Reich ist hier wirklich beängstigend. Zeigt wohl auch das Artwork einen Bezug zu den US Thrashern? Zumindest ist das Artwork der Rückseite sehr ähnlich wie Sacred Reichs A QUESTION EP. Mehr von dieser Sorte und die Band würde in meinen Augen groß durchstarten! TRAVELS startet mit einem 3-minütigen Gitarrenintro, bevor die Band in einem 9-minütigen Song einbricht, der viele Hard Rock Einflüsse aufweist und erneut durch ganz starke Vocals getragen wird. NOCTURNAL geht in die selbe Richtung, hat aber leider nicht das Hitpotential wie seine Vorgänger, bevor der 12 minütige MY GODDESS einen komplett anderen Weg einschlägt. Zwischen Clutch, Psychedelic und Helmet rifft der Song hin und her und hebt sich durch seine Komplexität hervor, bevor REBIRTH das Album nach einer guten dreiviertel Stunde mit ruhigen Klängen beschließt. Gute Band, gutes Album; aber das Potential der Band, das in die richtige Richtung gelenkt werden müsste, ist unglaublich! Anchecken!

 

Genre: Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 7 Songs / 42 Minuten

VÖ: bereits erschienen

 

 

 

CRITICAL MESS  -  MAN MADE MACHINE MADE MAN    Metalville Records

www.metalville.de

Britta Görtz ist zurück mit ihrer neuen Band und dem zweiten Album von
Critical Mess. Gab es für das Debüt noch einige zwiespältige Reviews,
dürfte das mit dem 2019ner Album der Vergangenheit angehören. Das Album
braucht sich nicht hinter den „Großen“ des Genres verstecken und hat
sehr viel old school Florida Death Metal in ihren Sound integriert. Da
hört man viel Obituary raus – aber alles in einem sehr modernen Gewand.
Trotzdem atmet das Album den alten Florida Death Metal Sound. Insgesamt
ist das Album auch um einiges dunkler ausgefallen, was auch an den noch
extremeren Vocals von Britta liegt, die noch dunkler und tiefer singt.
Schon der Opener REVOLUTION 5 knallt ordentlich und lässt erstmal ein
angenehmes Gefühl in einem aufkommen. CUT THE CORD ist ein absolutes
Highlight. Insgesamt drückt das Material unheimlich. Und auch technisch
ist alles absolut top! Marco Evers und Marco Schauff an der Gitarre sind
ganz stark und der Groove von Christian Wiesener am Bass und Benny
Komatitsch, der einen walzenden Groove an den Tag legt, dürften auch
international aufhorchen lassen. MAN MADE MACHINE MADE MAN und WOTF
sollten auch noch hervorgehoben werden. Mit Brittas alter Band CRIPPER
hat das so gut wie gar nichts mehr zu tun, auch wenn man bei ANDR etwas
mehr in die Thrash Richtung abdriftet. Und mit GENERATION FORK bringt
man sogar ein atmosphärisches Stück auf die Scheibe. Für Extreme Metal
Fans ein MUSS!

Genre: Death Metal
Sound: 8
Musik: 8
Info: 11 Songs / 49 Minuten
VÖ: 21.06.2019

 

 

 

STONEMULE  -  DYSTOPIAN STATE     Polder Records

 

www.polderrecords.be


Koksijde, Belgien: Stonemule. Eine 5 Songs EP, die erst einmal durch ein schönes Artwork auffällt. Tom Vandaele (lead guitar, vocals), Benjamin Himpens (rhythm guitar, vocals), Wannes Breyne(bass, vocals) und Ruben De Wilde (drums) geben uns einen harten Mix aus Stoner, Sludge, Punk, Hardcore, Doom, Southern Rock und starten mit einem starken, fast an Crowbar erinnernden Riff, das durch das powervolle Drumming aufhorchen lässt und fast eine Vorfreude startet, die dann leider durch die eher mäßigen Vocals abebbt. Die teilweisen Twin-Vocals, die zwischen clean, böse, schreiend hin und her pendeln, wirken nicht ausgearbeitet und verbauen etwas den guten musikalischen Eindruck. Darum hängt der Opener SCREAMING AWAY etwas durch (nach wirklich gutem Start!). Dagegen ist ALL WILL BE GONE ein heftiger Hardcore Mosher, wo die geschrienen Vocals ganz gut passen. Der über 8-minütige LAST RITES ist einer der stärkeren Songs und hat wieder gute Riffs. Trotzdem suchen sie glaub ich noch ihre Weg und können mit dieser EP nicht wirklich für Aufmerksamkeit sorgen. Schade.

 

Genre: Hardcore

Musik: 6

Sound: 7

Info: 6 Songs / 34 Minutes

VÖ: bereits erschienen

 

 

 

THOBBE ENGLUND - HAIL TO THE PRIEST Metalville

 

http://www.metalville.de

Thobbe Englund war jahrelang bei Sabaton, hat sich dann aber seiner Solokarriere verschrieben und taucht von Zeit zu Zeit immer wieder mit neuem Output auf. Nachdem er schon etwas Gitarre auf der DANZIG Tribute Scheibe GDANSK eingespielt hat, kommt er nach seinem letzten Soloalbum THE DRAINING OF VERGELMER mit einer Tribute Scheibe zurück. Und was macht man als echter Metaller: Maiden oder, wie hier, Priest. HAIL TO THE PRIEST ist Thobbes fünftes Solo Album und um es zu sagen: die Hommage an Priest ist sehr gut gelungen! Warum braucht man solche Alben? Künstler drücken dabei oft die innere, tiefe Verbundenheit zu seinen Lieblingen/Einflüssen aus und es schlummert wohl in jedem Musiker, die Stücke seiner "Helden" selbst zu interpretieren. Darum wird auch so viel gecovert. Und das sollten Fans nicht als Frevel oder ähnliches sehen, sondern als Huldigung seiner Helden. Thobbe gelingt es hier vor allem auch gesanglich, den Songs eine neue "Dynamik" zu geben und das Songmaterial flüssig und homogen zu präsentieren. Er singt bei weitem nicht wie Halford, sondern ist mit seiner angenehmen normalen Stimme genau der Richtige, um den Songs auch einen "eigenen Touch" zu verleihen. Außerdem vermeidet es Thobbe, sich nur auf die totgenudelten Songs der Priester zu konzentrieren. Hier gibt es auch Sachen wie BETWEEN THE HAMMER AND THE DEVIL (Painkiller), RECKLESS (von Turbo) oder I`M A ROCKER und BLOOD RED SKIES (Ram it down). Und auch das unter Priest Fans ungeliebte JUGULATOR Album kommt mit BURN TO HELL zu Ehren. Ganz stark ist auch DESERT PLAINS (von Point of Entry) ausgefallen und ergänzen die klareren Hits THE SENTINEL, THE RIPPER und HELL BENT FOR LEATHER zu einem druckvollen Album. Handwerklich braucht man ja über Thobbe nichts mehr schreiben, die Songs und die Solos sind perfekt umgesetzt und durch die modernere und etwas härtere Ausrichtung von Thobbe gewinnen die Songs viel an Kraft. Und somit hat man nicht das Gefühl, lieber zum Original greifen zu müssen. Die Umsetzung ist wirklich gut gelungen! Und die beiden Songs von Halfords FIGHT "Ausflug", IMMORTAL SIN und INTO THE PIT, sind eine Überraschung und reihen sich aber überraschend gut in die restlichen Priest Songs ein. Abgerundet wird die Tribute Scheibe von einer wirklich starken, druckvollen Produktion und einem sehr herausragenden Artwork und toller Aufmachung. Mission gelungen! Zugreifen! Priest Fans, die schon mit der Ripper Ära klar gekommen sind, sowieso und beinharte Halford Priester sollten der Scheibe eine Chance geben!

Genre: Heavy Metal
Musik: 9
Sound: 9
Info: 12 Songs / 56 Minuten
VÖ: 02.08.2019

 

 

 

CIRCUS PRÜTZ - WHITE JAZZ-BLACK MAGIC Metalville Records

 

http://www.metalville.de

Metalville ist ja ein tolles Label, dass auch seine Fühler weit ausbreitet. Und so finden sich alle Arten des Heavy Metals bei Metalville und jetzt hat man auch noch einen dreckigen Southern Rock Act im Rooster. Aber der kommt nicht wie erwartet aus dem Süden der USA, sondern aus Schweden - woher sonst. Circus Prütz kommt vom Bandchef Jerry Prütz (Bass) und wird verstärkt durch den Sänger (hier auch Gitarre) von THE QUILL, Christian Carlsson. Guter Southern Rock mit starken Riffs, die durch alle 10 Songs begeistern, ist selten. Die 4 jungen Herren schaffen es aber auf dieser 37 Minuten langen Veröffentlichung. Vor allem stechen die tollen Vocals von Christian heraus. Aber auch den Groove der Instrumentalfraktion und die einprägsamen Melodien und die stark ausgearbeiteten Refrains darf hier nicht unter den Tisch gekehrt werden. Herausstechen tut LEAVE ME ALONE (tolle Gitarrenarbeit) und das eindringliche BLUES FOR FALLEN BROTHERS (wie der Name schon andeutet, stark im Blues angelegt). Am meisten Hit-Potential dürften aber die einprägsamen READY TO GO und MOJO haben und evtl. können diese beiden Songs der Band einige Türen öffnen. Aber auch der Sound wirkt warm und old school und unterstützt den guten Gesamteindruck und sollte allen ZZ TOP Fans warm ans Herz gelegt werden. Gutes Album der Band, die sicherlich viele Anhänger finden wird.

Genre: Southern Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 37 Minuten
VÖ: 26.07.2019

 

 

 

 

BALLS GONE WILD - HIGH ROLLER Metalville
 

Lustige Namen haben die 3 Herren ja. Dommy Lee, Vince Van Roth und Tom Voltage bringen das aufs Band, was der Name verspricht. Vollgas Rock`n`Roll zwischen AC/DC, Rose Tattoo, alten Mötley Crüe und Airbourne. Originell ist das letztendlich nicht, aber darum geht es ja gar nicht (sieht man an dem Erfolg einer Band wie Airbourne...). Hier wird gerotzt, gerockt und gerollt, dass Fans der oben genannten Bands ihre wahre Freude haben werden. Und das wird mit so viel 80er Hard Rock Spirit vorgetragen, dass es die Band schafft, den Spaß an ihrer Musik auf den Hörer zu übertragen. Schon der Opener HIGH ROLLER geht in die Vollen und wird jeden Airbourne / AC/DC Fan vor Verzückung im Dreieck springen lassen. Das sprüht vor Energie und Kraft und lässt so manche "Kopiererei" übersehen. HEARTBREAKER hat dann einige Mötley Crüe Einflüsse und SATAN`S SON spielt etwas mit dem klassischen Blues Rock. Die richtige Scheibe für die nächste Gartenparty, die bei FLYING HIGH und NÖ WAY wohl dann vollkommen abdreht. Ist nicht unbedingt meine Musik, aber die Scheibe macht Laune.

Genre: Power Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 11 Songs / 38 Minuten
VÖ: 26.07.2019
 
 
 

METUSA - VOLLTREFFER Metalville

 

http://www.metalville.de

METUSA waren letztes Jahr auf der Wackinger Bühne auf dem Wacken und sind jetzt bei Metalville gelandet, um ihren Folk-Fun-Rock unter die Leute zu bringen. VOLLTREFFER ist bereits das achte Album der Band und es wird wieder kräftig geulkt, gute Laune verbreitet und mit Dudelsack, Flöte und Geige geträllert bis der Arzt kommt. Die Schwaben dürften jeden Deutsch- / Mittelalter- Rock Fanatiker gefallen, bringen aber durch ihre Folk, Ska und Punk Einflüsse etwas mehr "Punch" in die Bude. Das ist mir persönlich zu banal und zu lustig, wenn nicht sogar etwas zu peinlich auf die ganze Distanz. Gut gemacht ist es aber auf jeden Fall - halt einfach so gar nicht mein Ding. Aber Leute, die auf sowas stehen, werden sicherlich total darauf abfahren.

Genre: Folk Punk
Info: 12 Songs / 45 Minuten
VÖ: 26.07.2019

 

 

BATUSHKA - HOSPODI Metal Blade Records

 

http://www.facebook.com/batushkaband

BATUSHKA ist eine polnische Black Metal Band, die in altkirchlichen slawischen Sprache ihre Lieder vorträgt und durch ihre Liveshows beeindruckten, dass etwas an das Klim-Bim GHOST Getue erinnert. Die Leute stehen drauf und werden die Band darum weiterhin abfeiern. Im Gegensatz zur Vorgängerscheibe hat sich die Band vom Sänger und Hauptsongwriter getrennt (und es wird wohl nur noch über Anwälte kommuniziert), aber die restliche Band legt hier ein neues Album vor, dass modernen Black Metal darbietet. Das hat natürlich gar nichts mit Black Metal zu tun (Texte kann ich nicht lesen/verstehen) und der Sound ist zu modern, aber gut - das ist ein anderes Thema. Auch wenn die neue Band den Namen, das Label und die Tourneen für sich beanspruchen kann, ist die Scheibe zu seinem Vorgänger ein großer Rückschritt. Vieles wirkt hier erzwungen. Es wirkt nicht frei - und darauf kommt es ja im Black Metal eigentlich an. Die keifende Stimme ist nichtmal das große Problem - die Songs wirken einfach nicht. Natürlich spielt die Band (wie eben auch Ghost) mit den ganzen kirchlichen Relikten und die orthodoxen Gesänge. Aber letztendlich ist HOSPODI (was in slawisch Gott heißt) mit seinem Songmaterial, trotz Chören, Kirchenglocken und dem anderen kirchlichen Zeugs nicht überzeugen. Der beste Song ist dann auch noch die Abschlußnummer, der wie die Vorgängerscheibe LITURGIYA heißt und überzeugen kann. Vielleicht ist es in meinem Alter schwer, sowas zu verstehen. Aber für mich hat das leider gar nichts an Bösartigkeit oder ähnlichem. Hier geht es hauptsächlich um Musik und die ist nur Mittelmaß.


Genre: Black Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 50 Minuten
VÖ: 12.07.2019

 

 

 

ALICE TAMBOURINE LOVER - DOWN BELOW Go Down Records
 

Aus der Asche der italienischen Stoner Rock Götter ALIX hat sich das Duo ATL gebildet und konnte jetzt schon über einige Alben und Tourneen ihre Klasse unter Beweis stellen. Und wer STAR ROVERS oder LIKA A ROSE schon mochte, kann auch hier nichts falsch machen. Alice Albertazzi und Gianfranco Romanelli sind weiterhin ein gutes Paar und bringen ihren Sound mit viel Liebe und Hingabe an die Leute. Das bei Song 2 der legendäre Dandy Brown (u.a. Hermano) singt, spricht für das Duo. Was die Zwei an der Gitarre abliefern ist schon sehr gut gemacht und teilweise spielen sich beide Musiker in einen wahren Rausch. Und auch Alices Stimme, die eher verträumt und eindringlich klingt, passt sehr gut zu den verspielten Songs. Einen richtigen Füller gibt es auf der Scheibe nicht, aber mit DOWN BELOW, dem schönen TAIN oder das tolle FOLLOW machen sicherlich süchtig (wenn man der Scheibe Ruhe, Raum und mehrere Durchläufe gönnt!) und kann im ganzen Wust der Veröffentlichungen überzeugen. Die Italiener gehen ihren Weg weiter und finden hoffentlich immer mehr Fans.

Genre: Rock
Musik: 7
Sound: 7
Info: 8 Songs / 34 Minuten
VÖ: März 2019
 
 
 

VIRTUAL TIME  -  /A.GO.GI.CA/   Go Down Records

 

www.godownrecords.com

 

 

Schon das Vorgängeralbum ANIMAL REGRESSION der Italiener hat mir sehr gut gefallen und der Mix aus Classic Rock, White Stripes, Pearl Jam hatte seine starken Momente. Und schon schieben die Jungs eine neue Platte nach, die mich noch mehr beeindruckt. Weil es auch so abwechslungsreich und entspannt ist, die neue Scheibe! NOWHERE LAND ist fast Pearl Jam artig und durch die tolle Stimme und die akustischen Teile treibt der Refrain unglaublich an. FALLING AWAY ist ein reiner Alternative Song mit 80er Rock Einflüssen; wenn nicht sogar New Wave – ist zumindest der außergewöhnlichste Song des Albums. Bei SUBTLE ECHOES gibt es Pink Floyd artige Zwischenspiele mit luftigen Keyboardsklängen und MOONSHADOWS ist Prog Rock der Sonderklasse (auch hier wieder mit einigen Pink Floyd Anleihen). Danach besticht CLOSE TO REALITY mit Atmosphäre. Viel Hall auf den Drums und die herausragenden Vocals erzeugen eine Gänsehaut. SHE ist ein Mix aus Jack White und Muse und überzeugt total. Danach kommt mit der kurzen, aber eindringlichen Akustikballade A NIGHT IN PARADISE ein Höhepunkt des Albums, wenn nicht sogar in der kompletten Szene! Was für ein Song – Emotionen pur! Besser kann man sowas nicht machen! Und danach gibt es mit viel Hammond Orgel den Super-Hit des Albums. DISTANT SHORES hat fast was vom legendären Dax Riggs! Tolles Album, dass hoffentlich Millionen von Hörern erreicht! Mit Major-Label wohl einer der ganz großen Big Player in der Szene!

 

Genre: Rock

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs / 27 Minuten

 

 

 

 

AGAINST EVIL  -  ALL HAIL THE KING    Doc Gator Records

 

www.docgator.com

 

Auf 350 Scheiben erscheint das sehr gut aufgemachte (wie alles bei Doc Gator - die absolut auf Qualität achten!) Debüt der indischen (!!) Metal Band Against Evil. Und wer jetzt auf inidsche Einflüsse im Metal von Against Evil wartet, wird enttäuscht. Die Band spielt einen tighten, sauberen Heavy Metal, der hin und wieder im kleinen Rahmen Richtung Thrash Metal schielt und wenn überhaupt dann nur durch die Vocals etwas von einem "Exotenbonus" hat (englische Aussprache...). Musikalisch ist das hier der Hammer! Die Gitarren solieren, die Riffs schmettern und die Vocals (erinnern mich an irgendeine Band aus den 80ern / Bay Area!?) ENEMY AT THE GATES ist ein Mid-Tempo Song mit starkem Refrain und geht sofort ins Ohr. Ein gut gewählter Opener! THE ARMY OF FOUR steht dem Opener in nichts nach und überzeugt gleich mit der starken Gitarrenarbeit.  Und dann kommt es aber noch besser. Der Titelsong ist ein Hammer Metal Track, der erneut durch die exzellente Gitarrenarbeit von Shasank Venkat und Sravan Chakravarthi überzeugt. Tolle Hymne. Toller Song.  Der Höhepunkt des Albums ist aber für mich SENTENCED TO DEATH. Der Song hat einen starken Thrash Metal Einfluss, was vielleicht auch an den "Gangshout" artigen Vocals liegt und an Jeff Loomis (Arch Enemy, ex-Sanctuary), der hier als Gast dabei ist. Das Riff, dass den Break einleitet, ist schon anbetungswürdig. Auch die hier etwas rauheren Vocals passen perfekt zu der härteren Gangart. Die folgenden BAD LUCK, WE WON`T STOP (das auch als Drohung angesehen werden darf!), GODS OF METAL und das knackige WAR MACHINE bestechen genau aus dem Mix aus klassischen Heavy Metal, bisschen Speed/Thrash Metal und Power Metal. Abgerundet wird die Scheibe von BETWEEN THE HAMMER AND THE ANVIL, einer sehr gut gelungenen Judas Priest Cover Version (nur auf Vinyl zu finden). Die CD Version beinhaltet noch 5 Songs der FATAL ASSAULT EP von 2015 (der 6. Song der EP findet man ebenfalls als Bonus auf der Vinylversion).

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 9

Sound: 8

Info: 11 Songs

VÖ: 15.10.2018

 

 

 

REINFORCER  -  THE WANDERER    Doc GAtor Records

 

www.docgator.com

 

Bereits Ende 2018 als Eigenproduktion erschienen, legen die großartigen  DOC GATOR Records die Debütscheibe der 5 jungen Paderborner in einer tollen Vinylversion (300 handnummerierte Scheiben) inkl. einem  Bonustrack und tollem Poster neu auf. Und alleine das, zeugt von der Klasse der Band. Wer auf melodischen Power Metal steht, sollte sich diese Jungs ganz oben auf seinen Einkaufszettel schreiben. Und da die Scheibe im Kohlekeller Studio gemastert wurde (u.a.Powerwolf), stimmt hier von der Musik über den Sound zur Aufmachung einfach alles. Der von einem stark (an Metallica erinnernden) Intro eingeführte Opener THE WANDERER überzeugt mit seinen martialischen Text und seinen schnellen Gitarrenläufen sofort, bevor SHIPWRECKED mit starken Gitarrenläufen (erinnern teilweise an Running Wild in der mittleren Phase), Tempowechseln und eingängigen Vocals machen den Song zu (zumindest für mich) den Höhepunkt des Albums. Der letzte Song der Seite A, SNATCHING HANDS, ist dann etwas getragener, wildert im klassischen Heavy Metal Genre und Sänger Logan ist ein starker Geschichtenerzähler. Und wenn kurzzeitig die Geschwindigkeit vor dem Refrain angezogen wird, wirkt das absolut passend und unterstreicht den folgenden Chorus. Die zweite Seite wird mit dem stampfenden THE LEGION ALIGN eingeleitet und die mehrstimmigen Chöre in der Strophe und im Refrain geben dem Song etwas Besonderes. Ein Epic Heavy Metal Song, der on stage sicherlich sehr zündet. Genauso verhält es sich mit REINFORCER, einer klassischen Hymne mit starken Solo-Gitarren. Auch hier ist Hymnenfaktor sehr hoch und schon nach dem ersten Hördurchgang will man sich in die Menge einordnen und kräftig mitsingen! Vor allem diese beiden Songs werden der Band sicherlich einige neue Fans einbringen, da sie guten Heavy Metal / Power Metal mit eingängigen Momenten koppeln. Der Bonustrack ON THE WINGS startet mit einem mehr ruhigen Anfang, wo Sänger Logan noch einmal seine Klasse zeigen kann, bevor der Song in einem sehr guten Power Metal Song endet. Die tolle Gitarrenarbeit muß hier noch einmal hervorgehoben werden und macht REINFORCER zu einer der hoffnungsvollsten deutschen Newcomer.

 

Genre: Power Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 6 Songs

VÖ: 13.03

 

 

 

 

NEBULA  -  HOLY SHIT   Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/nebulaband

 

Wie hab ich mich gefreut, die legendären NEBULA, die ja aus einigen Fu Manchu Mitgliedern bestand, wieder zu haben. Die Split Scheibe mit Lowrider gehört weiterhin mit zu den besten Releasen im Stoner Rock Bereich und auch LET IT BURN, TO THE CENTER oder die EPs waren immer eine starke Angelegenheit. Auch das (sehr erfolgreiche) CHARGED war ein gutes Album, aber schon da vermisste ich etwas den Drive und den Dreck der früheren Veröffentlichungen. Nach den ganzen (nötigen!) Re-Releases über das italienische Label kommt nun tatsächlich (und damit haben wohl die wenigsten gerechnet) ein neues Album und leider, um es vorwegzunehmen, ist es eine Enttäuschung. Es fehlen die wirklichen Hits, die Songs haben wenig Klasse und wirken überhastet aufgenommen. Außerdem hat Eddie Glass irgendwie nicht den richtigen Zugang zu den Songs – auf jeden Fall wirken viele Sachen unausgereift oder gar als Schnellschuß. Das Material schleppt sich eher so dahin, MAN`S BEST FRIEND oder MESSIAH oder GATES OF EDEN ist träge und uninspiriert und läßt den alt gewohnten Drive und Schmutz vermissen. LET`S GET LOST ist mit seiner Akustikgitarre (grundsätzlich ja eine gute Idee) eher verloren und nur der flottere WITCHING HOUR hat etwas vom Groove der alten VÖs. Und mit dem eher an einen Soundtrack erinnernden THE CRY OF A TORTURED WORLD lässt man die Fans auch eher ratlos zurück. Die Stoner Rock Szene ist am boomen wie schon lange nicht mehr und eigentlich hätte eine Vorreiterband wie Nebula mit einem starken Album alle hinter sich lassen können. Leider ist ihnen das nicht gelungen und somit wird sich die Band auch in der Zukunft an ihre alten Stücke erinnern müssen, wenn sie auf den Konzerten noch etwas Feuer entfachen wollen. Schade!

 

Gerne: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 9 Songs / 43 Minuten

VÖ: 07.06.2019

 

 

 

GORILLA  -  TREECREEPER   Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/gorillarockin

 

Im Jahre 2007 gab es das letzte GORILLA Album und nun ist die Band zurück. Aber wer die Band aus dieser Zeit noch kennt, braucht keine Angst zu haben, denn das englische Trio macht genau da weiter, wo sie vor 12 Jahre aufgehört haben. Seit den 90ern bringen sie nun ihren eigenen Mix aus Stoner/Fuzz/Metal/Classic/Psychedelic in die Welt und können auch mit TREECEEPER absolut überzeugen. Johnny Gorilla - Guitar and Vocals / Sarah Jane – Bass / Ryan Matthews – Drums liefern ein Feuerwerk, welches sicherlich viele Anhänger finden wird, da ihr Sound genau irgendwo zwischen Motörhead, Monster Magnet, Blue Cheer und Saint Vitus liegt. Schon der Opener SCUM OF THE EARTH ist ein Höhepunkt und besticht durch starkes Stoner Rock Riffing, Motörhead Einfluss und einen guten Punch! Der Song hat genau diesen Lo-Fi Sound und Motörhead Charm, den viele VÖs in den letzten Jahren abhanden gekommen ist. CYCLOPS geht in die gleiche Richtung, hat aber mehr Psychedelic Rock Einflüsse und bringt zu dem kratzigen Opener eine gute Alternative. Hier dominieren eher alte Monster Magnet als Motörhead. Der Groove ist allgegenwärtig und überzeugt zu jeder Sekunde. Klassischer Metal Sound gemixt mit Stoner Rock folgt und lässt die restlichen, sehr gut arrangierten Songs wie den Titeltrack, MAD DOG oder LAST IN LINE mit viel Licht bestrahlen! Das ist eine runde Sache! Und mit KILLER GORILLA gibt es einen Hammer Track als Abschluß. Da sollte man sich vom ungewöhnlichen Artwork nicht abschrecken lassen und Fans der oben genannten Bands sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Live sicherlich eine schweißtreibende Angelegenheit.

 

Genre: Stoner Heavy Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 9 Songs / 47 Minuten

VÖ: 21.06.2019

 

 

 

DUEL  -  VALLEY OF SHADOWS   Heavy Psych Sounds

 

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Schon als zweite offizielle Scheibe veröffentlichten die Texaner 2018 eine Live-Scheibe und brechen damit allen Gesetzen des Musikbusiness. Gott sei Dank muss man da sagen. Vielleicht auch deswegen, weil die Band nach dem guten Debüt Album ihre Stärken (wie so viele Bands) auf der Bühne haben und das einfach der Welt zeigen wollten. Geschadet hat es der Band nicht und auch das Zweitwerk geht gegenüber dem 2016ner Debüt einen großen Schritt in die richtige Richtung. Der Sound der Band und das Songwriting hat sich nicht groß geändert, wurde aber verfeinert und um einige Facetten erweitert. Bei DUEL gibt es auch 2 ex-SCORPION CHILD Mitglieder, die sich hier mit mehr Wumms und Power austoben und SCORPION CHILD locker in den Schatten stellen. Vor allem Gitarrist und Sänger Tom Frank sticht aus der Band heraus und verkörpert viel, was den Sound der Texaner ausmacht. Schon der Opener BLACK MAGIC SUMMER ist eine Hit mit einem starken Refrain und sehr guten Gitarrenläufen. Auch das folgende RED MOON FORMING überzeugt mit einem treibenden Beat und viel Power. Die Songs, die alle düster eingefärbt sind – aber nichts mit Okkult Rock zu tun haben - leben alle von einer tollen Gitarrenarbeit. Vor allem das tolle, balladeske STRIKE AND DISAPPEAR, das ab der Mitte förmlich explodiert, ist ein Highlight auf dem Album, bei dem sich u.a. noch THE BLEEDING HEART und I FEEL NO PAIN hervorheben. Der Mix aus Stoner, Psychedelic, 80er Danzig Blues und Rock`n`Roll, eingefärbt vom Bösen dieser Welt, dürfte viele Freunde finden und hört man in der heutigen Musikszene eher selten bis gar nicht mehr. Tolles Album, das hoffentlich viele neue Hörer bekommt.

 

Genre: Heavy Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 8 Songs / 37 Minuten

VÖ: 17.05.2019

 

 


 

 

HIGH REEPER  -  HIGH REEPER    Heavy Psych Sounds

 

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Nicht das Debüt der Amerikaner ist das selbstbetitelte Album, sondern das Zweitwerk. Auch ungewöhnlich. Das Debüt hatte einige gute Songs auf Lager und konnte zumindest im kleinen Kreis etwas Aufmerksamkeit einfahren. Auch das neue Album der Jungs aus Philadelphia hat ein starkes Artwork (das den Kauf der Scheibe fast schon alleine berechtigt) und die Fans der ersten Scheibe werden sich auch mit dem neuen Material schnell anfreunden. Die Band mischt weiterhin Hard Rock mit Stoner Rock und Doom Metal und hat in Zack Thomas einen guten Sänger, der es versteht, auch Glanzpunkte zu setzen und bei manchen guten Songs das letzte i-Tüpfelchen zu setzen. Gleich der Opener ETERNAL LEVIATHAN ist ein fetter Riff-Rocker mit starken Vocals und die Gitarren brechen zwar nicht aus dem Genre aus, sind aber bemüht, keine Stangenware abzuliefern. BURIED ALIVE folgt und zeigt schon mit diesem Doppel ungefähr die Marschrichtung der Amis an. BRING THE DEAD ist dann etwas flotter und ist für mich der stärkste (nachhaltigste Song) auf dem Album. Doch auch ruhiger geht bei High Reeper, wie der darauffolgende APOCALYPSE HYMN beweist. Auch hier glänzt Zack mit starken Vocals. Starkes Artwort, starke Produktion (übrigens von Basser Shane Trimble), sehr gute Songs machen diese Scheibe zu einem Pflichtkauf für Stoner / Retro / Doom / Hard Rock Fans. Gutes Zweitwerk, dass die Band in der Szene etablierten (zu Recht!) wird.

 

Genre: Stoner Heavy Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 8 Songs / 49 Minuten

VÖ: 22.03.2019

 

 

 

ASOMVEL  -  WORLD SHAKER   Heavy Psych Sounds

 

www.heavypsychsounds.com

 

ASOMVEL sind zurück und bringen uns mit WORLD SHAKER ein klassisches Motörhead Tribute Album. Die Songs könnten von Lemmy himself stammen und haben durchgängig diesen räudigen und mitreißenden Sound. Ralph Robinson am Bass und Gesang hat genau diesen dreckigen Touch in seiner Stimme und lässt bei jedem Wort eine Lemmy-Erinnerung in einem hochkommen. WORLD SHAKER ist ein klassischer Motörhead artiger Opener mit viel Power und Speed und das folgende TRUE BELIEVERS geht denselben Weg. Erst mit PAYBACK`s A BITCH geht es etwas rockiger zu und zeigt eine kleine Eigenständigkeit. Da kommen auch hier und da einige NWOBHM Einflüsse durch, was dem Gesamtsound der Band gegenüber dem Debüt Album gut tut. RUNNIN`THE GAUNTLET besticht durch einen starken Refrain. Fast schon radiotauglich erweist sich THE LAW IS THE LAW, der Song wäre in den 80ern auf MTV wohl rauf und runter gelaufen .... STEAMROLLER ist auch eher im Rock`n`Roll verwurzelt und mit EVERY DOG HAS ITS DAY geht dann mit der Geschwindigkeit wieder aufwärts. RAILROADED ist dann ein richtiger Hit mit treibenden Gitarren und einem starken Refrain. A NIGHTMARE AIN`T OVER ist dann ein Punk-Metal Song mit viel Drive und Power. Immer wenn man es nicht erwartet, startet ein gutes Break oder ein Solo und bringt zusätzliche Abwechslung in das Album. Viele eingängige Songs befinden sich auch WORLD SHAKER und die zahlreichen Motörhead Fans, die das Original vermissen, sollten sich diesen 3 schwedischen Burschen anschließen.

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs / 36 Minuten

VÖ: 03.05.2019

 

 

1782  -  DOOM    Heavy Psych Sounds

 

www.facebook.com/1782doom

 

Eine weitere Doom Metal Kapelle aus Italien, die handwerklich nichts falsch macht, aber am Gesang alles zerstört. Marco Nieddus ist mit seinem verfremdeten Gesang, der schon nach einigen Minuten absolut nervt, leider der Part der Band, der die Scheibe einfach kaputt macht. Marco bedient auch noch den Bass und die Gitarre und hat mit Drummer Gabriele Fancellu noch einen einzigen Partner. Vielleicht sollte er die Gitarre und die Vocals abgeben, um seine Band auch nur annähernd relevant zu machen. Denn auch seine Riffs sind leider aus dem Doom Metal Baukasten und versprühen leider null an Kreativität oder Kraft, was viele Doom Bands auszeichnet. Der beste Moment ist das Solo von Black Rainbows Gitarrist (und Heavy Psych Sound Chef) Gabriele Fiori bie SHE WAS A WITCH, ansonsten gibt es träge Riffs, ohne Melodie oder aufregende Momente. Und über das Pink Floyd Cover mit Raikinas Frontmann Alfredo Carboni (CELESTIAL VOICES) will ich hier gar nichts schreiben – emotionsloser ist selten was gecovert worden. Also das ist hier mal gar nichts, auch wenn das Artwort und der Bandname (1782 gingen die letzten Hexenprozesse in Europa zu Ende) viel Hoffnung machen, aber die Musik ist einfach eine große Enttäuschung. Für die Italiener wird es schwer werden, mit dem Album Fuss zu fassen.

 

Genre: Doom Metal

Musik: 5

Sound: 7

Info: 7 Songs / 39 Minuten

VÖ: 24.05.2019

 

 

 

MOUNT ATLAS  -  MISTRESS    H42 Records

 

www.mount-atlas.de

 

MOUNT ATLAS legten mit ihrem Debüt TITAN ein mächtiges Brett aus Uriah Heep, 70s Hard Rock, Deep Purple und den Spiritual Beggars vor und schon in kürzester Zeit war das Album ausverkauft. Die Band ist mit ihrem warmen Sound auf offene Ohren gestoßen und konnten auch International für einige Aufregung sorgen. Nun liegt nach dem Daredevil Records Debüt das Nachfolgewerk auf H42 Records vor. Leider muß man aber sagen...leider nur eine EP! 4 Songs bescheren uns die Jungs und schon vermisst man 5-6 mehr Songs. Der Grund ist einmal mehr, dass Mount Atlas ein unheimliches Gespür für gute Melodien haben und mit den 4 Songs ist ihnen ein weiterer Schritt nach oben gelungen. Der Titelsong besticht durch ein fettes Gitarrenriff und die Orgel, die durch den ganzen Song führt und einige Akzente setzt. Der Refrain ist herausragend, der Mittelteil wird von der Orgel dominiert und ich glaub, 1000 andere Bands wären um so einen starken Refrain froh. Die 70er Vibes lassen die Stereoanlage erzittern. PACE ist ein schneller Hard Rock Song, der durch eine Double Bass besticht und einen sehr poppigen Refrain aufweist. Auch hier kann man nur in höchsten Tönen schwärmen. Was hier auch gesanglich fabriziert wird, ist einmalig. Dagegen wird EVIL SIDE eher fröhlich und beschwingt, was aber der Band gut zu Gesicht steht und gute Laune versprüht. THE UNKNOWN beschließt dann die EP mit einem starken Anfangsriff und wirkt poppig, sleazig und verspielt. 80er Hard Rock der Sonderklasse mit einem erneut starken Refrain.  Das starke Artwork und die gute Produktion von Matthias Lohmüller runden den viel zu kurzen Player ab. Die Band wird groß werden!

 

Genre: 70s Hard Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 4 Songs / 15 Minuten

 

 

 

VALLEY OF THE SUN  -  OLD GODS    Fuzzorama

 

www.facebook.com/valleyofthesun

 

Valley of the sun waren (zumindest für mich) immer eine Stoner Rock Band der zweiten Reihe. Das die neueren Veröffentlichungen sowieso nicht an die Meisterwerke der 00er Jahre heranreichen, wird für mich auch mit jeder neuen Veröffentlichung untermauert. Und von Valley of the sun hatte ich nun gar nichts erwartet und wurde gewaltig überrascht. Obwohl das letzte Album überall relativ gut weggekommen ist. Im Vergleich zum riffigeren Vorgänger VOLUME ROCK bietet das neue Machwerk des Trios aus Ohio gewohnt starken Stoff, aber auch einige ruhigere Momente. Auffallend ist das indisch/ägyptisch angehauchte Artwork, das an My sleeping Karma erinnert. Und die Informationen auf dem Artwork sind auch ziemlich sperrlich gesät....da hätte man etwas mehr "Liebe" einbringen können. Schade. OLD GODS startet dann eher träge, entwickelt sich dann aber noch zu einem wirklich starken Opener und tollem Titeltrack. OLD GODS fehlt es trotz dickem Groove etwas an Durchschlagskraft und erst der zweite Song, ALL WE ARE, geht dann in die Vollen. Obwohl auch hier ein sehr poppiger Grundton herrscht und auch nicht richtig überzeugt. Also gesanglich ist es 1A und Sänger Ryan Ferrier ist ein Guter, aber die Riffs wirken einfach schon ausgelutscht. Danach kommt mit GAIA CREATES erneut ein instrumentales Stück Musik, dass die Eindrücke vom Artwork unterstützt. Erst jetzt, an vierter Stelle, kommt mit DIM VISION ein wahrer Brecher. Starkes, fettes Riffing, super Drumming und klasse Vocals runden einen der besten Stoner Songs der letzten Monate ab. Leider ist es mit SHIVA DESTROYS danach aber schon wieder zu Ende. FIREWALKER , INTO THE ABYSS und FAITH IS FOR SUCKERS versöhnen dann mit guten Songs und einigen herausragenden Ideen, bei denen sich vor allem der Schlagzeuger hervor hebt. Insgesamt ein gutes Stoner Rock Album, leider auch mit einigen Längen und zu wenigen Songs, die absolut zünden. Trotzdem  -  Stoner Rock Fans werden ihre wahre Freude daran haben. Volume Rock war aber etwas stärker.

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 8 Songs / 40 Minuten

VÖ: 24.05.2019

 

GENERATION AXE  -  THE GUITARS THAT DESTROYED THE WORLD: LIVE IN CHINA   Ear Music

 

www.generationaxe.com

 

Joe Satriani hat mit G3 damals das angefangen, was sein Schüler Steve Vai (der die Scheibe auch produziert hat) jetzt mit Generation Axe fortführt. Die mit fünf größten Gitarristen der Zeit besetzte Band spielt entweder gemeinsame Songs oder Solo-Songs aus eigenem oder fremden Repertoire und zeigt eindrucksvoll das komplette Können der Musiker. Natürlich muß man ein Gitarrenfetischist sein, sonst wird einem manchmal das ewige Sologedudel zu viel, aber letztendlich ist man von der Performance und Klasse der Musiker einfach geflasht. Zakk Wylde, Yngwie Malmsteen, Tosin Abasi, Nuno Bettencourt und natürlich der Initiator Steve Vai geben sich hier als eingespieltes Team oder Solisten die Ehre und verblüffen auf den kompletten 80 Minuten mit starken Songs, viel Abwechslung und einer (trotzdem!) durchgängigen Einheit. Das klingt nicht nach zusammengewürfelt oder "zu unterschiedlich"; es wirkt wie aus einem Guss! Zakk verblüfft mit seiner Version des ALLMAN BROTHER Songs WHIPPING POST. HIGHWAY STAR (Deep Purple) und FOREPLAY (Boston) werden auch in einer wahnsinnig starken Version zum Besten gegeben. Los gehts mit einer gemeinsamen Darbietung als GX mit dem erwähnten FOREPLAY, danach gibt sich Tosin Abasi und Nuno Bettencourt mit TEMPTING TIME, PHYSICAL EDUCATION und A SIDE OF MASH die Ehre, bevor Nuno und Zakk SIDEWAYS zusammen performen und auch den ersten großen Höhepunkt setzen. WHIPPING POST folgt, bevor der Meister himself, Vai, BAD HORSIE performt. Yngwie bringt dann ein Medley bevor Yngwie und Vai BLACK STAR zusammen performen. Als Doppelabschluß gibt es dann noch gemeinsam FRANKENSTEIN und HIGHWAY STAR. Ein großer Teil des Sets wurde auf der Asien Tour 2017 aufgenommen und beeindruckt durch das Zusammenspiel der Gitarrenlegenden, was ja eine super Idee ist und auch ungewöhnlich, dass diese angesehenen Musiker über ihr Ego springen können und sich als "Band" zusammen tun. Eine beeindruckende Veröffentlichung!


Genre: Progressive Rock

Musik: 9

Sound: 9

Info: 11 Songs / 80 Minuten

VÖ: 07.05.2019

 

 

 

GODSLAVE  -  10/10 (Rarities Recovered)     Green Zone Music

www.godslave.de

10/10 bezieht sich auf die vergangenen und kommenden 10 Jahre der deutschen Thrasher. Nachdem das letzte Album REBORN AGAIN ein bißchen Staub im Underground aufgewirbelt hat und die Band einige Shows dazu spielen konnten, legt man jetzt ein Raritätenalbum nach. Godslave haben über die Jahre ihre streng limitierten "THRASHED"-Split-EPs mit befreundeten Bands veröffentlicht und diese Songs gibt es jetzt hier zusammengefasst auf der 10/10 Scheibe. Dazu gibt es 3 Live-Songs und einen brandneuen Track. Da auch die Labelgenossen von Eradicator ihr selten Debüt wieder aufgelegt haben, dass nur für die beinharten Fans gedacht war, sollte man bei der Godslave CD eher zum letzten Album greifen. Die Songs auf 10/10 wirken einfach nicht stimmig genug und haben bei weitem auch nicht die Qualität der letzten Scheibe. Aber für Fans sicherlich ein schönes Geschenk. GOD SLAVE THE QUEEN (von THRASED 4, 2014) und VODCARNIVORE (von Vol. 3, 2012) sind die besseren Songs, wohingegen OUR SCHOOL (Vol. 1 von 2009) und das sehr elektronische METAL MACHINES (Vol. 2, 2010 - erinnert an den Hit der KRUPPS) eher Beiwerk sind. Das Eradicator Cover FINAL DOSAGE (Vol. 4, 2014) war schon im Original nicht der Bringer und somit müssen die 3 Livesongs S.O.S., GREEN ZONE und REBORN AGAIN die Scheibe aufwerten. Die Songs bestechen durch Spielfreude und viel Kraft und können überzeugen. Zum Abschluß gibt es dann noch den besten Song des Albums, den Titeltrack. Hier stimmt dann alles. Vocals, Riffs, Ideen. Das ist einer der besten Godslave Songs bisher und zeigt, dass die Band nach REBORN AGAIN den richtigen Weg weitergeht. Ihr an OVERKILL und DESTRUCTION angelehnter Sound macht in dieser Qualität Laune und dürfte ihnen einige neue Fans bringen. Alles in allem eine zwiespältige Angelegenheit, die Fans interessieren, aber Neuhörer eher nicht begeistern wird. Doch dank des neuen Songs darf sich die Band weiterhin als hoffnungsvolle deutsche Thrash Kapelle bezeichnen und Godslave wird ihren Weg gehen.

 

Genre: German Thrash Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 10 Songs

VÖ: 14.06.2019

 

 

 

ASTRAL DOORS  -  WORSHIP OR DIE    Metalville Records

www.metalville.de

Seit dem Debüt Album vor 16 Jahren sind die schwedischen Jungs im 2 bis 3 Jahrestakt präsent und legen mit dem sehr metalligen Titel WORSHIP OR DIE ihr 9. Album vor. Eine stolze Zahl, auch wenn man bedenkt, dass die Qualität der Astral Doors Scheiben immer sehr hoch war. Nach dem Solo Album von Sänger Nils Patrik Johansson im letzten Jahr über Metalville gibt es nun die neue Scheibe. Ob 55 Minuten Spielzeit in der heutigen Zeit förderlich sind oder nicht, muß jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass alle 12 Songs durchgängig klasse sind und alle Fans von Dio, Black Sabbath und Rainbow (die Vergleiche kommen vor allem wegen Nils Patriks Stimme, die sehr die von Ronnie James ähnelt...) beglücken dürften. Natürlich ist das um einiges heavier als die genannten Bands, aber Songs wie der Opener NIGHT OF THE HUNTER oder WORSHIP OR DIE sind Hits der Sonderklasse, die sicherlich einen wichtigen Teil im kommenden Liveset haben werden. Nach einem kurzen, King Diamond artigen Grusel Keyboard Intro beginnt gleich die volle Power der Band. Starkes Riffing, treibende Drums und ein Refrain, der evtl. die Chance hat, in die Musikgeschichte einzugehen. Ein wahnsinnig starker Opener und der folgende, etwas flottere THIS MUST BE PARADISE steht dem in nichts nach. Ein Song wie THIS MUST BE PARADISE ist eine Power Metal Hymne der Extraklasse. Joachim Nordlund und Mats Gesar liefern sich tolle Gitarrenduelle und auch hier ist die stimmliche Nähe zu Dio gravierend. Der schon erwähnte Titelsong nimmt dann etwas an Tempo raus und besticht vor allem durch starke Gitarrensolos. DESPERADOS ist ein weiterer Song, der viel Hitpotential hat und live sicherlich total zünden dürfte. RIDE THE CLOUDS ist dann eine flotte Nummer, die ein starker Power Metal Statement ist. Hervorheben muß man LIGHT AT THE END OF THE TUNNEL, welches sehr emotional beginnt, starke Gitarrenläufe beinhaltet und mit vielen unterschiedlichen Fasetten punktet. ST. PETERSBURG ist ein Heavy Metal Stampfer, der auf dem Album heraussticht und ein Hit werden dürfte. Der Refrain zündet sofort, die Gitarren sind hoch melodisch, aber druckvoll. Perfekt! LET THE FIRE BURN könnte dann tatsächlich von einem Dio Album entnommen sein. Keine Kopie, aber unglaublich nah dran! Toll! Textlich ist auch alles im grünen Bereich (weit weg von Drachen und Feen...) und behandeln sowohl aktuelle Geschichten (MARATHON über den Bombenanschlag beim Boston Marathon oder über Religion, Terrorismus und Serienmörder in NIGHT OF THE HUNTER) als auch geschichtliches (ST. PETERSBURG über Rasputin). Power Metal Fans als auch normale Hard Rock Fans sollten die 6 Schweden antesten und unterstützen. Musik auf sehr hohem Niveau (und dazu passend eine warme und tolle Produktion sowie ein starkes Artwork). Kaufempfehlung!

Genre: Power Metal
Musik: 9
Sound: 8
Info: 12 Songs / 55 Minuten
VÖ: 26.04.2019

 

 

 

 

ATHANASIA  -  THE ORDER OF THE SILVER MOUNTAIN   ROAR / Soulfood

 

www.athanasia.se

www.facebook.com/athanasiametal

 

Ehemalige FIVE FINGER DEATH PUNCH, MUDERDOLLS und WEDNESDAY 13 Leute haben eine neue Band. Hört sich erstmal nach Pop-Metal an und weckt irgendwie nicht gerade großes Interesse bei mir. Doch schon das Artwork verwirrt. Das sieht aus wie ein neues Watain Album. Pentagramme, Kreuze, Black Metal Style. Was soll da kommen? Machen die Musiker plötzlich Black Metal und haben Satan für sich entdeckt? Beides tritt dann aber nicht ein, sondern überrascht unheimlich. Das Trio versteht es vorzüglich, klassischen Heavy Metal mit einigen Thrash und Death Metal Elementen und Stadion Rock Refrains zu verbinden. Hört sich wirr an? Ja, aber es funktionert hervorragend. Das ist wirklich etwas, was man noch gar nicht (oder selten) hört. Nach einem kurzen Akustikintro fegt READ BETWEEN THE LINES mit einem dicken modernen Thrash Riff los und die Vocals von Caleb Bingham (der sich auch starke Riffs aus dem Ärmel zaubert) sind hervorragend. Und der Song ist ein modern Thrash Metal Song erster Klasse und wird dann im Mittelteil durch dunkle Black Metal Vocals unterbrochen, die aber zur Überraschung hervorragend funktionieren. Und auch die Solos sind toll ausgearbeitet und gut in die Songs integriert. Auch SPOILS OF WAR hat diesen Stadion Metal Touch (nicht negative gemeint) und die wiederholten Black Metal Vocals wirken nicht aufgesetzt. Dazu muß man Jason West von den Muderdolls / Wednesday 13 ein wirkliches Kompliment machen. Das ist toll, was er da an den Drums abliefert. Beim Titelsong ist es dann fast umgekehrt. Harter Metal mit Black Metal Vocals starten und werden nur durch die cleanen Vocals im Refrain unterbrochen. Der Song ist mit das Highlight auf dem Album. CYCLOPS LORD dürfte mit seinem eingängigen Refrain der Song sein, der am meisten Potential für einen großen Durchbruch hat. Der Song ist heavy, eingängig und der Chorus ist ein richtiger Ohrwurm. Dagegen startet THE BOHEMIAN mit einem fast Morbid Angel artigen Intro und die herausragenden Gitarrenmelodien machen den Song rund. Das Black Metal artige MECHANIZED ASSAULT ist dann der härteste Track des Album. Starke klirrende Gitarren, abwechslungsreiches Drumming und keifende Vocals machen MECHANIZED ASSAULT sicherlich zu einem Highlight in der Black / Death Metal Szene. Toller Song, toller Refrain, der sich locker mit den besten Dimmu Borgir Songs messen kann. NIGHTMARE SOUND schließt sich dann den starken Opening Doppel an und mit WHITE HORSE gibt es noch eine sehr eindringliche Ballade (!) zum Abschluß. Also der Mix aus Radioballade bis Black Metal Atmosphäre ist gewaltig, macht die Sache aber auch sehr interessant. Ein tolles Artwork, eine super Produktion runden dieses Debüt Album ab.  Und  es ist (auch wenn die Scheibe sehr kurz geraten ist) ein tolles Album ohne Hänger. Die Überraschung des Monats!

 

Genre: Modern Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs / 34 Minuten

VÖ: 15.03.2019

 

 

 

 

AMERICAN WAR MACHINE  -  UNHOLY WAR   Bridge 9 / Soulfood

 

www.facebook.com/americanwarmachineofficial

 

Eine passend graue Schallplatte (mit bedruckter Innenhülle) mit einem old school Cover, das mich ein bisschen an die SCHOOL OF VIOLENCE Scheibe von 1988 erinnert. Und ja, es gibt auch hier starken, kurzen old school-artigen Hardcore von einigen Größen der Szene. Craig Silverman von BLOOD FOR BLOOD, ONLY LIVING WITNESS, SLAPSHOT, AGNOSTIC FRONT ist an der Gitarre, was schonmal ein dicker Pluspunkt ist und es ist erfrischend, die Riffs von Craig zu hören. Er ist einfach ein Könner auf seinem Instrument in meinen Augen. Und mit INTENT TO INJURE Sänger Big Truth hat man die passende Hardcorestimme in seinen Reihen. Die Scheibe beschränkt sich auf kurze Hardcore-Attacken, die durchgängig Spaß machen und auch eine old school Spielzeit von unter 30 Minuten aufweisen. Im Promo-Schreiben zum Album heißt es: „…das Ergebnis ist gemeingefährlicher No-Bullshit-Hardcore, den die Szene dringend mal wieder braucht.“ Das kann ich so nicht sagen, da mir die aktuelle Hardcore Szene zu wenig sagt bzw. gibt, aber ich kann bestätigen, dass das Album unheimlich Spaß macht. Nach einem kurzen Intro startet das Eröffnungsdoppel UNHOLY WAR und HURLING CATACLYSMS furios mit dicken Riffs und mörderischen Vocals. Das ist knallhart und ohne Kompromisse. Es fehlen zwar über die ganze Distanz einige herausragende Gesangsideen, die z.B. CAUSE FOR ALARM von A.F. auszeichnen, aber gut – das konnte man eigentlich wohl auch gar nicht erwarten. Und mit PREY DRIVE hat die Band einen guten Ohrwurm abgeliefert. Schwache Songs gibt es beileibe nicht, HAMMER DOWN oder BEAUTIFUL DEATH sind voller Wut und Durchschlagskraft und auch der Sound ist schön natürlich und klar. Ein rundum geglücktes Album, dass hoffentlich nicht in der Flut der Veröffentlichungen untergehen wird. Wer auf alten Hardcore / Punk mit Metal Einflüssen steht, sollte unbedingt zugreifen und sich wieder wie in den Anfangstagen fühlen. Starke Scheibe!

 

Gerne: Hardcore

Musik: 8

Sound: 8

Info: 12 Songs / 28 Minuten

VÖ: 12.04.2019

 

 

 

STEEL PROPHET  -  THE GOD MACHINE   ROAR

 

www.facebook.com/steelprophet

 

Steel Prophet waren nie eine Band, mit der ich mich eingehender beschäftigt habe und das alte Material hat mich nie richtig gepackt. Nun gibt es mit dem Mystic Prophecy Sänger R.D. Liapakis einen neuen Mann hinter dem Mikro und Fans der alten Scheiben (die ja Besetzungswechsel gewöhnt sein dürften…) werden sich erstmal verwundert umschauen. Das hat eigentlich relativ wenig mit dem alten Sound zu tun; was wohl auch daran liegt, das R.D. Liapakis an den Songs mitgearbeitet und auch produziert hat und er eine ganz andere Stimmlage hat als seine Vorgänger. Aber auch musikalisch fährt man einen vollkommen anderen Stil und lässt etwas von den alten Trademarks vermissen. Das hier ist schon gut gemachter Power Metal, der vor allem Power Metal Fans gefallen dürfte. Aber wenn man ohne Vorurteile an die Scheibe rangeht, dann kann THE GOD MACHINE schon überzeugen. Vor allem durch viel Heaviness und gute Songs. Die legendären US-Metaller klingen so hart wie selten zuvor. Andererseits klingen Steel Prophet jetzt wie gefühlt 100 andere Bands. Das ist schon alles ziemlich gut und auch sehr hochwertig – aber irgendwie auch wie viele andere Power Metal Bands heutzutage. Mit THE GOD MACHINE startet die Scheibe mit einem harten Thrasher, der schon ein bisschen die Richtung (oder zumindest die Power) der folgende Songs vorgibt. Das folgende CRUCIFY nimmt zwar etwas Tempo raus, ist aber immer noch sehr heavy. Aber hier kommen die US-Metal Einflüsse wieder etwas mehr durch. THRASHED RELENTLESSLY ist dann wieder sehr heavy. Das geht alles gut ab, aber irgendwie plätschert es auch so vor sich hin, weil es wirkt, wie schon mal gehört. Mit DAMNATION CALLING hat man dann ein erstes Ausrufezeichen, dass aber stark an DIO / BLACK SABBATH (Tony Martin Ära) erinnert. Das Gleiche gilt für SOULHUNTERS, das sich im gleichen „Topf“ bedient – aber Laune macht. Hier ist vor allem die stimmliche Nähe zu Ronnie J. Dio frappierend und das gedrosselte Tempo steht den Songs gut. Zum Schluß der Scheibe gibt es aber leider den ein oder anderen schwächeren Song (BURIED AND BROKEN, LIFE=LOVE=GOD MACHINE) und mindert das Gesamtprodukt etwas. Mastermind Kaschinsky hat mit Liapakis (der auch für die Produktion verantwortlich war) die Songs geschrieben und sich vielleicht dadurch eine Frischzellenkur verordnet. STEEL PROPHET Fans werden das wohl anders sehen und geschätzt zu 90% der Band den Rücken kehren; Neueinsteiger werden die Scheibe eher gut finden. Es ist für die Band ein großer Spagat und hoffentlich geht er nicht in die Hose. Ich mag das Album, auch wenn mir nicht jeder Song zusagt.

 

Genre: Power Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 41 Minuten

VÖ: 26.04.2019

 

 

 

 

TWIN TEMPLE  -  BRING YOU THEIR SIGNATURE SOUND...SATANIC DOO-WOP    Rise Above Records

www.twintemple.com

Rise Above Records von ex-Napalm Death / ex-Cathedral Vorsteher Lee Dorrian steht ja schon lange nicht mehr für richtigen Metal, sondern für einige Juwelen. Nun kommt aus Los Angeles Twin Temple. Das Debütalbum der Band ist zwar bereits erschienen, wurde aber jetzt von Lee neu aufgelegt und einen breiteren Masse zugänglich gemacht. Alexandra James und ihr Bruder Zachary James und bringen ihre satanische Musik völlig ohne verzerrte Gitarren oder die üblichen Instrumente an den Mann / die Frau. Und vielleicht ist das noch gefährlicher wie die böseste Black Metal Band. Den hier schleicht sich unter schönen und süsslichen Melodien die Botschaft des Bösen praktisch durch die Hintertür herein. Und so unschuldig und bezirzt gab es die Botschaft des Bösen wohl noch nie. Den das hier der Sound der Fifties und Sixties so cool, catchy und sexy vorgetragen wird, würde sogar (woran mich die Musik am meisten erinnert...) Amy Winehouse zur Weißglut bringen. Den das hier ist unglaublich gut. "Why can`t you love Roy Orbison and hail Satan at the same time?" sagt Alexandra James und hat damit den Nagel exakt auf den Kopf getroffen. Das Konzept von Twin Temple funktioniert nämlich hervorragend. SANTA MUERTE mit Western Spaghetti Einflüssen, I KNOW HOW TO HEX YOU mit fantastischen Rodriguez Movies Referenzen und eine Prise gefühlten Rock`n`Roll. Fertig sind Hits am Fließband. Das ist alles musikalisch nicht viel, was Zachary anzubieten hat, aber es reicht für eine beeindruckende Soundlandschaft. Und das das Hauptaugenmerk natürlich auf Alexandras Stimme liegt, kommt der Sängerin auch sehr gelegen. Sie kann mit ihren Texten und ihrer Stimme spielen, ohne groß Rücksicht auf eine "Band" o.ä. zu nehmen. Das das Album in Mono und als Live-Aufnahme entstanden ist, ist bei dieser Vorgabe natürlich Ehrensache. Ohrwürmer am Stück - Gänsehaut durchgängig. Schaut die Videoclips! Wird groß (auch wenn das Cover wohl nicht förderlich ist....und vielleicht trotzdem die falschen Leute abschreckt....)!!!

Genre: Satanic Pop
Musik: 8
Sound: 8
Info: 11 Songs / 42 Minuten
VÖ: 01.03.2019

 

 

 


COWBOYS & ALIENS  -  HORSES OF REBELLION    Polder Records

www.polderrecords.be

Vor allem mit dem Zweitwerk A TRIP TO THE STONEHENGE COLONY (2000) und dem folgenden Meisterwerk LOVE SEX VOLUME (2002) konnten die belgischen Stoner Rocker von COWBOYS AND ALIENS sich ganz nach oben in der Szene setzen. Ihr Sound war unglaublich ausgearbeitet, hochwertig und die Band hatte mit Henk V. einen Sänger, der oft mit einem melodiösen John Garcia verglichen wurde. Die Band hatte mit dem 2005er Nachfolger LANGUAGE OF SUPERSTARS noch einmal eine starke Platte, die aber einige modernere Einflüsse aufzuweisen hatte und sich etwas vom klassischen Stoner Rock der Vorgängeralben löste. Danach war es etwas stiller um die Band, obwohl sie immer wieder live auftauchte und mit SANDPAPER BLUES KNOCKOUT und SURROUNDED BY ENEMIES 2011 und 2013 zwei hervorragende EPs unter die Fans brachte. Und nun kommt ein neuer, 11 Songs fetter Brocken auf uns zu. HORSES OF REBELLION ist das erste Album seit 14 Jahren und schon vom ersten Ton an weiß man, wo die Reise hin geht. Sofort wird einem wieder klar, wie man die Band vermisst hat und was für eine super Musik die Belgier fabrizieren. Ihr Sound ist wirklich einmalig. Der eröffnende SOAKING ist gleichmal ein Hit mmit allen Trademarks der Vergangenheit. Fette Riffs, starke Vocals von Henk V., super old school Stoner. Die Riffs von John P. zünden sofort und man vergisst gleichmal die letzten 14 Jahre ohne die Band. STILL IN THE SHADE geht gleich ins Ohr, ist etwas melodischer, was ja schon immer ein Markenzeichen der Band war und ist. Endlich ist eine der besten alten Stoner Rock Bands zurück. Das geht einem sofort durch den Kopf! Und wieder hört man viel Unida aus dem Sound. Einmalig gut und gleich zwei wahnsinnige Hits hintereinander. Ein geiles Bass-Intro eröffnet TWO TIMES A MAN, der um einiges langsamer und getragener rüberkommt und durch eine geile, 80er Jahre Strophe überzeugt. Einen richtigen Ausfall gibt es auf dem Album nicht, aber vor allem der Titelsong überzeugt mit einem ganz starken Refrain. MORNING AGAIN sollte man mit seinem old school Stoner Sound auch noch herausheben. Das ist einer der besten COWBOYS AND ALIENS Song ever und besser kann man einen Song in dieser Richtung nicht machen. Und mit SPLENDID ISOLATION endet dieses Hammer Album nur mit Gitarre und Gesang und ist einfach unglaublich emotional. Willkommen zurück und DANKE für dieses Album! Pflichtkauf!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 11 Songs / 44 Minuten

 

 

 

SWORN ENEMY  -  GAME CHANGER    M Theory Records

www.m-theoryaudio.com

Robb Flynn. Das hängt ganz überdimensional über dem Album. Gut, Sworn Enemy hatten schon immer einen guten Ruf mit ihrem Mix aus Thrash Metal und Hardcore und die Band hat sich in den letzten Jahren ein großes Following erspielt. Jetzt geht man mit dem Machine Head Kopf evtl. den nächsten Schritt und hat einen großen Fürsprecher hinter sich, der sicherlich noch die ein oder andere Tür extra öffnet. Aber die Band aus Queens / New York hat natürlich nichts verlernt und serviert der Hardcore / Metal Welt wieder 11 starke Songs, die qualitativ sich nicht hinter den großen Hits der Band verstecken brauchen und auch einige neue Superhits an den Tag fördern. Vor allem gibt es einige gesangliche Querverweise zu der Musik von Mr. Flynn und Sal Lococo ist natürlich ein guter Frontmann und hat sich sicherlich den ein oder anderen Ratschlag zu Gemüte geführt. Nach einem heavy Intro geht es mit PREPARE FOR PAYBACK los und liefert gleich eine Groovemaschine, nach der sich andere Bands die Finger schlecken würden. Vor allem dien schnelleren Ausflüge und die großartigen Breaks machen den Song zu einem wahren Livewunder in Zukunft. Danach geht SEEDS OF HATE gleich in die Vollen. Das ist ein Hit und lebt von seinen metallischen Riffing. Und mit JUSTIFY gibt es einen weiteren Hit auf dem  Album, der sowohl in der Hardcore Community als auch im Liveset der Band ein fester Bestandteil sein wird. Hier zeigt sich der hohe Thrash Metal Anteil am Album am meisten. Die restlichen Songs sind typisches Sworn Enemy Material und leben von der klaren und druckvollen Produktion von Robb Flynn. Die Band hat 5 Jahre an dem Album gearbeitet und ihr Entdecker Jasta wird besonders glücklich über die Entwicklung der Band sein. Großes Hardcore Kino! War aber auch nicht anders zu erwarten.

Genre: Hardcore
Musik: 8
Sound: 8
Info: 11 Songs / 37 Minuten
VÖ: 05.04.2019 

 

 

 

MOTSUS  -  OUMUAMUA    Polder Records

www.polderrecords.be
www.motsus.be

Eine weitere fette Stoner Sludge Heavy 3-Mann Kombo aus Belgien. Erst einmal fällt das wahnsinnige gute Artwork auf, das handgemacht ist und sich wirklich heraussticht. Da steckt viel Liebe drin - genauso wie im Sound der Band. Allen voran wurde die Scheibe von Alan Douches in NY gemastert und der Sound ist so unheimlich fett und heavy, mir fehlen fast die Worte! Und passt direkt zum langsamen, dunklen und zähflüssigen Sound der 3 Herren. Die Songs sind durchweg gut zu hören und der Sound wird nie langweilig. KINGS & QUEENS rifft gleichmal alles weg und die super heavy Songs WARM order FREDDY sind super groovige Songs. Der dunkle Touch der Songs macht die Sache noch interessanter. HOOCHY WOOCHY hört sich erstmal vom Titel her an wie ein Intro oder ein Spaßding, aber er ist bitterböse und mit einem Monster Riff ausgestattet. Da täuscht der Titel gewaltig. Bei EXPLODER PT.I gibt es auch ein paar Space Rock Einflüsse und werten die Scheibe noch um einige Nuancen auf. TIN MEN beschließt dann den zähen Brocken mit einem guten Spirit und hat einen Marsch ähnlichen Rhythmus. Für instrumental Sludge Fans ein echtes Hörerlebnis!

Gerne: Sludge
Musik: 7
Sound: 9
Info: 6 Songs / 38 Minuten
VÖ: 2018 

 

 

 

BRANT BJORK  -  KEEP YOUR COOL   Heavy Psych Sounds

www.heavypsychsounds.com

Brant kann ja mittlerweile auf eine aufregende und lange Geschichte zurückblicken und konnte einige der Stoner Rock Klassiker beiwohnen. Und seit Jahren macht er auch als Solokünstler eine gute Figur und hat mittlerweile auch dort ein unglaublich großes Following. Sein relaxter, ruhiger und grooviger Desert Rock lässt einen sofort an Wüste, Kalifornien und eine gute Zeit denken. Das ist alles sehr entspannt - so wie Brant auch persönlich ist. Die Scheibe KEEP YOUR COOL wurde bereits 2003 veröffentlicht und findet jetzt erneut eine Auferstehung. Die 8 Songs der Scheibe dürfte jeder Fan kennen....wenn nicht - hier noch einmal ein paar Worte dazu: nicht jeder Track ist ein Hit, aber im Gesamten ein unheimlich gutes Album, das man gerne hört und damals den Künstler ein Standing in der Szene einbrachte. Leider ist die Scheibe mit 33 Minuten kurz und wurde auch nicht mit Bonusmaterial o.ä. aufgewertet. Außerdem müsste man den ersten Song HEY MONKEY BOY abziehen, weil es sich wohl eher um eine Parodie handelt und nur wie ein spontaner Jam anmutet. Aber schon mit dem folgenden JOHNNY CALLED ME gibt es den typischen Sound des Altmeisters. California rising! Dagegen ist der folgende ROCK-N-ROL`E schon um einiges fetziger und erinnert an die seeligen CHE Zeiten. Und mit I MISS MY CHICK hat Brant wohl einen seiner besten Songs geschrieben. Der groovt wie Hölle und lässt einen an QOTSA/CHE/KYUSS Großtaten denken. Der Refrain geht einen nicht mehr aus dem Sinn. Tolle Nummer. Venice Beach Skating! Der Titelsong ist eine relaxte instrumentale Angelegenheit und wirkt aber auf dem Album nur als Füller. GONNA MAKE THE SCENE! und MY SOUL sind dann noch einmal 2 ganz starke Nummern am Schluß. Leider (wie eigentlich die Regel bei HPS...) zu kurz. Da hätte man sicherlich noch 3-5 Nummern draufpacken können, um den Fans, die die Alben ja teuer erstehen müssen, etwas mehr Gegenwert zu geben bzw. einen neuen Anreiz zum Kauf. Was geboten wird ist auch nur zu 80% stimmig. Aber Fans werden / müssen zuschlagen, vor allem weil auch das Artwork (wie eigentlich immer bei HPS) sehr gelungen ist und Mathias Schneeberger in L.A. einen druckvollen und perfekten Sound mit seinem Mastering gezimmert hat. Und es 2003 ein Meilenstein für Brant war!

Genre: Desert Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / 33 Minuten
 

 

 

DEAD WITCHES  -  THE FINAL EXORCISM   Heavy Psych Sounds


www.facebook.com/deadwitches

Eine weitere Kapelle, die sich dem fiesen Sludge mit weiblichen Vocals verschrieben hat. Wieder Okkult Metal, wieder England?! Dabei machen die Herren und die Dame viel richtig. Vor allem die Riffs sind wie Lava und könnten direkt der Hölle entstammen. Das ist richtig böse und gemein, was die Band da musikalisch vorträgt. Nach einem unheilvollem Intro (THERE`S SOMEONE THERE), dass in Akustikgitarren übergeht, bricht der Titelsong mit schweren Riffs über einen herein. Der Sound erinnert gleich an die Schwere und Bedrängnis, die sonst der Sound von Goatsnake oder SUNN O))) in einem auslöst. Eine Mischung aus beiden Bands dürften auch die Riffs der Band sein. Aber vor allem der Fuzz Bass von Carl Geary dominiert den Sound der Band. Und über allen beschwört Soozi Chameleone (ehemals Satlan), die Psychedelic Witchcrafts Virginia Monti am Gesang abölst, ihre okkultische Messe. Ihr Gesang ist mysteriös, betörend und verrucht. Das passt alles und wirkt auch als Einheit. GODDESS OF THE NIGHT startet in bester US-Doom Manier und lässt einen immer wieder an Electric Wizard denken und mit gutem Wah-Wah Einsätzen. WHEN DO THE DEAD SEE THE SUN ist dann ein getragenes und ruhiges Intro bevor dann THE CHURCH BY THE SEA mit einem mächtigen Eröffnungsriff startet und in einem Killer Riff endet. Für mich ist das der beste Song des Albums. Aber auch FEAR THE PRIEST ist ein Höhepunkt, den man ruhig hätte etwas früher auf dem Album positionieren hätte können. Auch dieser Song überzeugt mit einem Killer Riff und geilem Sludge Feeling. LAY, DEMON ist super langsamer Doom ala den Labelgenossen Deadsmoke. Und Soozi macht ihre Beschwörungsgesänge wirklich gut. Musikalisch ist es ein kleiner Fortschritt gegenüber dem Debüt Album. Mark Greening, der ja auch bei Electric Wizard aktiv ist, komponiert die Musik mit seiner Band zusammen, aber im Vergleich zum Debüt dürfte der neue Gitarrist Oliver Irongiant von den Sea Bastard sicherlich für den Fortschritt gegenüber dem Debüt Album OUJA verantwortlich sein. Das Material ist gut, aber weit weg von einem Genre Highlight. Trotzdem dürften Fans dieses Genres ihre wahre Freude an dem Album haben. Der Sound des Albums ist fett und sehr basslastig, was der Musik aber den nötigen Ausdruck verleiht. Dazu gibt es ein sehr passendes Cover-Artwork und runden die Scheibe ab.

Genre: Okkult Doom Metal
Musik: 7
Sound: 8
Info: 7 Songs / 41 Minuten
VÖ: 22.02.2019

 

 

NEBULA  -  DEMOS & OUTTAKES 98-02    Heavy Psych Sounds

 

www.heavypsychsounds.com

 

Nachdem das italienische Label schon einige Klassiker der Band wieder zugänglich gemacht hat, kommt nur eine Compilation mit dem Titel DEMOS & OUTTAKES 98-02. Das hört sich erst einmal uninteressant und nach Geldmacherei an, da oft ja a) so Demos längst bekannt sind und b) sich wenig von der endgültigen Version unterscheiben und c) Outtakes meistens aus gutem Grund keinen Platz auf der regulären CD gefunden haben. Resteverwertung lässt grüßen....aber nicht mit den Sunshine Desert Rockern. Die Songs können durchweg überzeugen und machen auch als CD Spaß und auch durchaus Sinn. Für Fans wird es einige interessante neue Momente der Band geben und die 10 Songs sind durchgängig auf gutem Nebula bzw. old school Stoner Rock Sound Niveau. Und auch die beinharten Fans dürften die 10 Songs nicht kennen. So ist z.B. das allseits bekannte (weil von einer der besten Stoner Rock Split EPs ever!!!) SUN CREATURE von der LOWRIDER Split doch sehr anders als die Originalversion und macht aber auch hier ganz toll Spaß. Auch die Demos der CHARGED und TO THE CENTER Songs sind bißchen anders und passen gut zum Rest der Songs. Das ist auf jeden Fall interessanter wie ein oft bemühtes Best Of Album. Dazu kann BLACK FLAGS Song NERVOUS BREAKDOWN und STAGNANT POOL von LEAF HOUND die Scheibe zusätzlich aufwerten! Das ist sehr überzeugend alles. Hier wummert der Bass, die Gitarren hauen ein Hammer Riff nach dem anderen raus und die Vocals sind eh ein Alleinstellungsmerkmal im Stoner Rock. Eddie Glass ist einfach ein Star der Szene (zumindest gewesen). Und dank des Democharakters klingen die Songs spontaner und auch eine gewaltige Ecke heavier. Also nicht nur NEBULA Die-Hard Fans sollten zugreifen, sondern jeder, der auf gut gemachten Stoner Rock der Anfangszeit steht oder die Sonne der Wüste spüren will. Ja, so war das damals...in der guten alten Zeit. Und ich leg gleich nochmal die Lowrider/Nebula Split auf und schwelge in Erinnerungen. KAUFEN!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10  Songs / 44 Minuten

VÖ: 25.01.2019

 

 

LITTLE VILLAINS  -  PHILTHY LIES    Heavy Psych Sounds

 

www.heavypsychsounds.com

https://www.facebook.com/littlevillains

 

Das italienische Label beschert uns noch einen kleinen Leckerbissen, den vor allem Fans von Motörhead schier in Rage bringen dürften. Ex Drum Beast Phil "Philthy Animal" Taylor hat 2006 mit seinen Freunden James Childs (AVON) und Owen Street (WAXY / VAILS) ein paar Songs eingetrommelt, die jetzt posthum erscheinen. Das Ganze hört auf den Namen PHILTHY LIES und beeinhaltet 10 Songs, die es aber leider nur auf eine Spielzeit von unter 30 Minuten bringen. Ob mehr Songs geplant waren oder es sich um unfertiges Material handelt, entzieht sich leider meiner Kenntnisse. Aufgenommen wurde in den Unit A Studios in Palm Springs, Kalifornien im Jahre 2007. Aber das Album wird sicherlich von einigen Motörhead Jüngern mit offenen Armen aufgenommen werden. Die Songs gehen aber eher in eine Punk-Rock Richtung. Wie beim Opener WHAT ON EARTH wirken viele Schlagzeugspuren hektisch und auch "unfertig". Das klingt schon teilweise eher wie spontan runtergespielt als wie groß ausgearbeitet. Aber das macht vielleicht auch den Reiz einiger Songs aus. ATTACK ist ein richtiger Hit, der einen eingängigen Refrain hat und ein bißchen zwischen Alternative Rock und QOTSA hin und her pendelt. Auch der folgende TRAITOR geht in eine ähnliche Richtung. WATER UNDER THE BRIDGE ist einer der herausragenden Songs, weil er fast balladesk anmutet und durch einen tollen Refrain veredelt wird. Sonst gibt es viele Alternative angehauchte Rocker, von denen vor allem I AM DYING heraussticht, der flott dageboten wird und durch die besten Vocals der Platte von James noch das I-Tüpfelchen erhält. Der längste Song des Albums beendet auch die Scheibe mit einem wahren Hit.  Philty spielte ja von 1975 bis 1984 bei Motörhead und hat alle Klassiker von Bomber, Ace of Spades oder Iron Fist eingetrommelt. 1987 stieg er wieder in die Band ein und während der Aufnahmen zu MARCH OR DIE stieg er 1992 aus.Es ist schön, den 2015 mit 61 Jahren verstorbenen Motörhead Drummer noch einmal zu hören. Respekt vor seinem Schaffen!

 

Genre: Rock

Musik: 8

Sound: 7

Info: 10 Songs / 28 Minuten

VÖ: 29.03.2019

 

 

WALLS OF BLOOD - IMPERIUM Metalville Records

 

http://www.metalville.de
https://www.facebook.com/glen.drover.75

Lange haben seine Fans darauf gewartet, jetzt ist es da. Das erste Album von WALLS OF BLOOD, der neuen Band von ex-Megadeth, Testament und King Diamond Gitarrist GLEN DROVER. Der Kanadier hat seine Visitenkarte bei den größten Bands hinterlassen und war vor allem für die Wiedergeburt von Megadeth mitverantwortlich. Sein Gitarrenspiel ist einmalig und auch deswegen hat er ganz viele Fans, die sein Gitarrenspiel vergöttern. Nun hat er zehn Songs aufgenommen und sich einige namhafte Gäste ins Studio geholt. Und obwohl es 8 verschiedene Sänger auf den 10 Songs sind, hat das Album einen guten Fluss und wirkt nicht wie ein zusammengeschustertes Stück Musik. Vor allem ist die Gitarrenarbeit herausragend und die einzelnen Songs sind sehr songdienlich geschrieben worden und auf "schaut her, was ich kann" Momente wurde großteils verzichtet. Natürlich ist sein Gitarrenspiel überragend, er ordnet sich aber dem "Song" unter. Aber alleine seinen Riffs zu lauschen, ist die Anschaffung von IMPERIUM wert. Für Gitarrenfanatiker eine Lehrstunde! Musikalisch geht es aber einen Tick härter als bei Megadeth zu. Ein modernen Thrash/Power Metal ist wohl die richtige Beschreibung. Viel Energie und Kraft strahlen die Songs aus. Los geht es mit LEAVE THIS WORLD BEHIND (feat Nils K. Rue von PAGAN`S MIND) und einem tollen Opener, bevor DISCORDIA mit Todd La Torre von Queensryche den ersten Eckpfeiler setzt. Der Song hat großes Potential und vor allem Todds Stimme passt hervorragend zu dem Song. Er hat eine unheimliche Wucht und einen starke Strophe. Auch der folgende WAITING TO DIE mit Chuck Billy von Testament ist stark. Getragener, heavier, dunkler... aber der sich einbrennende Refrain fehlt leider irgendwie. Oft hat man den Eindruck, dass die jeweiligen Sänger zwar einen (sehr) guten Job machen, aber diesen "hammergeilen Refrain" lieber für ihre eigene Band zurückgehalten haben. So ein richtiger "Hit", fehlt leider, was großteils wirklich an den "fehlenden" Refrains liegt. Henning Basse (Metallium, Firewind) ist dann der Sänger, der gleich 3 Songs veredelt (BLOOD SACRIFICE RITUAL, THE FAULT OF MAN und SEVEN SPIRITS). Und er macht seine Sache auch sehr gut. Was wirklich heraussticht, ist WALLS OF BLOOD mit Matt Cuthbertson (Into Eternity), der dem Song seine aggressivere und tiefere Stimme leiht und ein Highlight auf dem Album abliefert.Die Gitarren liefern starke Riffs im Sekundentakt und mit Matts Stimme könnte man im ersten Moment fast an ältere Arch Enemy denken. Super. Hier sieht man, wie vielseitig das Songmaterial von Glen (der übrigens selbst produziert hat) ist, die Songs würden auch mit einer Death Metal oder Thrash Metal Stimme funktionieren. DARK LORDS OF SLEEP mit Dan Cleary (Striker) beschließt das sehr gute Album. Herauszuheben wäre noch das sehr gute ALICE IN CHAINS Cover zu JUNKHEAD mit Lance Harvill an den Vocals. Der Song ist wirklich gelungen und macht in dieser Version auch sehr viel Freude. Gutes Album. Kaufen!

Genre: Modern Thrash Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 10 Songs / 47 Minuten
VÖ: 22.02.2019

 

 

 

REZET  -  DEAL WITH IT!    Metalville Records

www.facebook.com/rezetband
www.metalville.de

REZET macht mit dem neuen Album DEAL WITH IT! einen gehörigen Schritt nach vorne. Das Labeldebüt über Metalville Records sollte der Band ein paar Türen öffnen und das Album bedeutet für die Band auch einen großen Schritt nach vorne. Nach eher mittelmäßigen Scheiben in den letzten 10 Jahren, die die Band nicht groß voran brachte und im Untergrund platzierte, hat man sich diesmal mit Eike Freese ins Hamburger Chameleon Studio verschanzt und 11 neue Songs eingespielt, die der Band ein paar neue Freund schenken dürfte. Ihr Thrash Metal erinnert gleich vom ersten Ton an etwas an die leider unterbewerteten XENTRIX, die zwischen 1989 und 1992 sehr gute Scheiben veröffentlichten, die aber der Band auch leider nicht den großen Durchbruch brachten. Ich hoffe für REZET, dass sie dieses Schicksal nicht teilen. Los geht es gleich mit einem guten Einstand, BEHIND GLASS rifft und thrasht wie in seeligen Zeiten, TREADMILL TO HELL schließt mit guten Riffs und kraftvollen Drums gleich an. Ricy Wagner und Heiko Musolf an der Gitarre zaubern das ein oder andere Sahneriff hervor und Bastian Santen unterlegt das mit einem guten
Drumgroove. Die große letzte Thrash Metal Welle mit Evile, Warbringer ist zwar schon wieder etwas am abschwellen, aber es kommen immer wieder gute Thrash Bands nach. So auch Rezet, die mit dem darauffolgenden Titelsong nochmal gehörig Gas geben. Leider verlieren sich die folgenden 2-3 Songs etwas und können nicht so überzeugen. Vor allem die Ballade ist in meinen Augen nicht wirklich gelungen und nimmt etwas den Drive aus der Scheibe. Wahrscheinlich wollte man etwas Abwechslung einbauen, aber leider schmälert es das Gesamtwerk etwas. Aber im hinteren Teil der Platte wird es nochmal so richtig gut und mit MDPV haben sie dort den besten Song des Albums leider etwas zu weit hinten positioniert.  Der Song hat ein starkes Thrash Metal Riff. Die Vocals von Ricky Wagner sind vor allem bei diesem Song richtig stark und der Refrain geht einem nicht mehr aus dem Kopf. So muß Thrash Metal 2019 klingen! Aber auch die nachfolgenden DEAD OR WHITE und SPIRAL DOWN sind absolute Höhepunkte auf dem Album und hätten evtl. etwas weiter vorne stehen sollen. Aber gut: die Scheibe lebt von einem sehr guten Sound, das Artwork ist dezent aber wirkungsvoll und der griffige und riffige Thrash Metal mit einer Portion Power Metal hat viel Wucht und Wums. Die Band ist demnächst auf
Europatour mit Nervosa und sollte sich einige neue Fans erspielen.

Genre: Thrash Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 11 Songs
VÖ: 22.02.2019

 

 

 

ERADICATOR  -  THE ATOMIC BLAST   Green Zone /HART


www.eradicator.de

Vor kurzem veröffentlichten die Sauerländer ERADICATOR erst ihr letztenAlbum INTO OBLIVION, kommt hier schon Nachschlag für die Fans. Aber die Die Hard Fans werden die Scheibe schon kennen, handelt es sich bei THE ATOMIC BLAST um das seit langem vergriffene Erstwerk von 2009. Jetzt gibt es die Scheibe also noch einmal auf dem neuen Green Zone Label, was für Thrash Fans durchaus Sinn macht. Aufgestockt wurde das Album mit 4 Neueinspielungen von 4 Albumtracks, die zwar einen Tick rauer (vor allemdie Vocals sind stark gewachsen...), aber auch unnötig erscheinen. Nachdem Demo hat hier zum ersten Mal Gitarrist und Bandkopf Sebastian Stöber
die Vocals übernommen und das ist das große Manko der Scheibe. Das mußman jetzt im nachhinein deutlich sagen. Auf dem neuen Album sind dieVocals einen Tick stärker, aber bei aller Energie, die Vocals könneneinfach nicht mit den großen Bands der 2. Thrash Generation mithalten. Der Re-Release hat zwar einen druckvollen Sound, aber über die Distanz des ganzen Albums stören die Vocals immer mehr. Gut los geht es mit dem schnellen und rifflastigen POSSESSED BY THE DEVIL, bevor das sehr an (mittlere) Destruction erinnernde CAPITAL PUNISHMENT am meisten überzeugt. Die sehr guten Gitarrenläufe machen Spaß! Auch THRASHING THROUGH THE PIT ist ein kleines aber feines und stimmiges Ausrufezeichen
und NEVER SURRENDER lebt von einem starken Anfangsriff im 80er Jahre US-Metal Style.Dagegen sind leider WAR IN MY HEAD, TRIGGER TO APOKALYPSE und PLACE OF NO RETURN belanglose Füller, die den Spaß an den restlichen Songs nehmen. WHEN BULLETS DROP LIKE RAIN... und NOTHING BUT ASHES REMAIN überzeugen dann wieder etwas mehr (vor allem die Gitarren und das Schlagzeugspiel), aber haben leider keinerlei Wiedererkennungswert und gehen im Gesamtkonzept unter. Dazu noch ein genretypischen Cover und fertig ist neues Futter für Thrash Metal Fans..... ob es wirklich wer braucht, bezweifel ich aber. Ultra Fans können ihre Sammlung vervollständigen, alle anderen sollten lieber das neue Werk antesten.

Genre: Thrash Metal
Musik: 6
Sound: 8
Info: 13 Songs / 60 Minuten
VÖ: 22.03.2019

 

 

 

 

LEATHER REBEL  -  MEIN LEBEN MIT JUDAS PRIEST / KK Downing und Mark Eglinton     IRON PAGES BOOKS

http://kkdowning.net/steelmill/
https://www.facebook.com/kkdowningsteelmill

Das Flagschiff des Heavy Metals ist ja in den letzten Jahren oftmals ins Schwanken gekommen und erst letztes Jahr hat sich die Band wieder gefangen und zu alter Stärke zurückgefunden. Darum wurde auch das Buch von ex-Gitarrist K.K. Downing mit Spannung erwartet. Immerhin hat er Priest in die metallische Richtung gelenkt und war auch für viele Heavy
Metal Klassiker verantwortlich, bevor er vor ein paar Jahren die
Reißleine zog und ausstieg. Das Buch erzählt die Geschichte des blonden
Gitarristen von Anfang an. Seine schwere Kindheit, sein schlechtes
Verhältnis zum Vater, seine Liebe zu Jimi Hendrix (den er mehrmals live
gesehen hat und ihm ein Pedal von der Bühne stahl...) und sein Aufstieg
zum Weltstar mit Judas Priest. Er war es, der die Band in die härtere
Richtung lenkte und er war es auch, der der Band das Leder Image
verpasst, da er eine Art "Uniform" für die Liveshows wollte. Wenn man
den Weg dahin verfolgt, ist das als Fan sehr interessant. Leider wird es
dann, ab der mittleren Phase der Band, etwas zu pauschal, uninformativ
und auch ein Stück weit belanglos. Es wurde wirklich viel Potential
verschenkt und das Buch kann leider zu keiner Zeit mit den zuletzt sehr
fesselnden Biographien von Peter Steele oder Roger Miret mithalten. Und
so bleibt das Buch leider eine Enttäuschung. Das Hauptproblem ist dabei
vor allem K.K. selbst, der sich an das Meiste nicht mehr erinnern kann,
oft Spannung aufbaut und dann mit einem banalen Satz die Geschichte
nicht zu Ende bringt oder immer (!) die Schuld bei anderen sucht (und
leider auch findet...). Außerdem war Judas Priest wohl nie eine Band von
Freunden, da untereinander über keinerlei Probleme gesprochen wurde.
Z.B. Rob Halfords Aufenthalt in der Entzugsklinik: keinerlei Fragen oder
Anzeichen vorher und danach ohne groß zu sprechen einfach weiter. Der
Drummer kündigt den Abschied an: okay - keiner frägt wieso weshalb. Ein
komisches Gebilde an Band eigentlich. Und Selbstkritik kennt K.K. leider
auch nicht. Nur er lieferte immer gute Shows ab, die Fehler lagen bei
den anderen (z.B. der Stress mit Iron Maiden). Schlechte Scheiben gab es
nicht (auch nicht Nostradamus, nicht die Ripper Jahre...), alles war
super. Das liest sich dann auf Dauer schon etwas eindimensional, wenn
fast jedes Kapitel mit den gleichen "Problemen" abschließt. Leider gibt
es dann zu Defenders of the Faith, Painkiller oder die Ripper Jahre zu
wenig Insiderinformationen. Was man liest, hat man so oder so schon
mitbekommen und die starken Phasen werden einfach zu oberflächlich
behandelt. Nur die Turbo-Phase mit dem großen Durchbruch in den USA wird
etwas intensiver behandelt, ohne großartige Informationen preis zu
geben. Auch wichtige Ereignisse wie das DAY ON THE GREEN Festival oder
ZDF ROCK POP IN CONCERT wird nebenbei in ein oder zwei Sätzen ohne
Inhalt abgefertigt. So bleibt leider alles ohne Inhalt und ermüdet dann
auch langsam. Und letztendlich hat es die Band erst in den letzten
Jahren etwas geschafft, sich an der absoluten Spitze zu behaupten. Wenn
man überlegt, dass von der Turbo Scheibe gerademal knapp 3 Millionen
Scheiben verkauft wurden, ist das zu den Megasellern Metallica und Iron
Maiden schon ein gewaltiger Sprung. Judas Priest ist eine der, wenn
nicht sogar die wichtigste Band im Heavy Metal gewesen, lange vor Iron
Maiden! Aber das Buch wird dem leider nicht gerecht in meinen Augen. Da
wäre viel mehr möglich gewesen. Schade! Fans sollten es trotzdem lesen.


Genre: Buch
Seiten: 225 / 16 Farbseiten in der Mitte
VÖ: 28.02.2019

 

 

NEBULA - CHARGED (Re-Release) Heavy Psych Sound

 

http://www.facebook.com/nebulaband

http://www.atomicritual.com

NEBULA waren in den 00er Jahren sicherlich die Band, die zusammen mit DOZER und AWESOME MACHINE die 2. Garde hinter den Megasellern QOTSA und MONSTER MAGNET waren und NEBULA wurde es am ehesten zugetraut, zu den Megasellern aufzuschließen und eine ähnliche Marke wie FU MANCHU zu werden. Die Band setzte sich ja auch aus 3 ehemaligen FU MANCHU Recken zusammen und Bassist Mark Abshire, Sänger/Gitarrist Eddie Glass und Drummer Ruben Romano legten mit ihrem Debüt TO THE CENTER auch eine Bombe in die Szene. Nach einigen EPs kam dann das Zweitwerk CHARGED und zeigte die Band gewachsen und gereift. Die eigentliche Version ist damals auf Sub Pop erschienen und wurde in der Stoner Rock Szene wohlwollend aufgenommen. Die Italiener von Heavy Psych Sounds haben sich nun dem Klassiker angenommen und niemand geringerer als SNAIL Bassist Matt Lynch hat die Scheibe sorgfältig remastert. Außerdem wurden dem Re-Release 2 Bonus Tracks geschenkt, wobei vor allem GIANT (auch als Demo auf der Scheibe) von dem Videospiel TONY HAWK`S PRO SKATER heraussticht. Das Songmaterial ist durchgängig stark und zeigt keine Füller auf. Ihr Blues-Rock getränkter Stoner Rock, der einfach gerade aus rockt und keine Gefangenen macht, ist genau der Sound, den man in den Anfangszeiten mit der Wüste und deren Atmosphäre verbunden hat. Keine Spielereien, keine Experimente, kein Psychedlic Schrott. Einfach Wüsten Rock wie er sein sollte. DO IT NOW überzeugt gleich vom ersten Ton mit seiner unbändigen Kraft, BEYOND ist ein Hit und ist all die Jahre danach immer noch herausragend. Der mit Akustikgitarre getragene TRAVELIN`MAN`S BLUES ist ein weiterer Klassiker und SHAKER oder GOODBYE YESTERDAY sind noch zu nennen - auch wenn es keinen einzigen Füller auf dem 2. NEBULA Album gibt. Vor allem der lange Abschlußtrack ALL THE WAY ist ein Monster mit Space Rock Einflüssen. Die Band hatte auf CHARGED ihren Höhepunkt erreicht und konnte danach auf keinem Album mehr eine solche Hitdichte auffahren. Wah-Wah- und Fuzz-Effekte der Superklasse! Stoner Rock Fans (alt und jung) müssen zuschlagen. Ein Klassiker des Genres!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 12 Songs / 54 Minuten
VÖ: 25.01.2019

 

 

 

SKRAECKOEDLAN - EORPE Fuzzorama / Soulfood
 

Der Albumtitel heißt auf Deutsch "Erde" und die Band hat sich mit Sci-Fi-Autor Nils Hakansson zusammengetan und erzählt eine im Jahre 1920 angesiedelte Story in 8 Kapitel / in 8 Songs. Sie haben DANKO JONES in Skandinavien auf der Tour supportet und sind dort ein sehr angesehener Act. Ihr neues Album hat viele gute Momente und ist sicherlich sehr eigenständig; was auch daran liegt, dass die Band in schwedischer Sprache singt. Das dritte Album (ich kenne die Vorgängerscheiben nicht...) erscheint nun auf dem sehr guten Fuzzorama Label und dürfte der Band wohl noch mehr Aufmerksamkeit zutragen. Hinzu kommt ein sehr warmer und dicker Sound von Erik Berglund und Magnus Lindberg und einen Extrapunkt für das tolle Artwork. Die Musik ist sehr ausgefeilt und beinhaltet von Classic Rock, Alternative Rock über Progressive Rock alle Elemente und wird hin und wieder (an der richtigen Stelle) mit einem dicken Stoner Rock Riff durchzogen. GULDALDERN startet mit ganzer Kraft und KUNG MAMMUT hat sogar einige SAGA ähnliche Keyboards im Mittelteil. Die Gitarren spielen schöne Melodien und die eindringliche und klare Stimme von Robert Lamu veredelt viele Songs. Die Songs CREATURE OF DOGGERLAND und ANGELICA haben mehr Grundhärte und sind 2 Highlights aus der Scheibe. Dagegen wirkt MAMMUTKUNGENS BARN atmosphärischer und zerbrechlicher und hat zum Finale hin nochmal einen fetten Groove und starkes Riffing, das mich an die seeligen Blackmail erinnert. Ein Monster von einem Song! Das folgende ELFENBENSSALARNA startet mit einem dicken Stoner Riff in bester Truckfighters Manier und wird durch sehr eingängige Vocals nochmals aufgewertet. Dieser Song dürfte ein absoluter Hit werden für die Band. TENTAKLER OCH BETAR ist dann etwas zu beschwingt und passt nicht so recht zu den anderen Songs. Wahrscheinlich ist es thematisch zur Story passend umgesetzt, aber für mich wirkt er als Song störend im Gesamtkontext. Eine große Überraschung und mich würde es wundern, wenn man die Band nicht die nächsten Monate auf den ganz großen Tourneen oder Festivals begutachten kann. Einer der heißesten Newcomer der letzten Monate. Ganz großes Kino!

Genre: Progressive Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 8 Songs / 50 Minuten
VÖ: 25.01.2019
 
 

ANANDA MIDA - CATHODNATIUS    Go Down Records

www.facebook.com/anandamidaband

Die Italiener von ANANDA MIDA sind nach einer starken Vorgängerscheibe mit einer neuen Machtdemonstration zurück und können mit ihrem Mix aus Progressive, Psychedelic, Classic und Stoner Rock total überzeugen und werden
hoffentlich bald die ganz großen Bühnen damit rocken. King Crimson
scheint immer wieder durch und die Band um Max Ear (ex-OJM) spielt sich hier in einem wahren Rausch. Und Unterstützung bekommen sie von Conny Ochs, der ja schon mit WINO zusammengearbeitet hat. Der ANODINATIUS Nachfolger knüpft genau dort an und wird die Fans weiterhin begeistern. Das Herzstück des Albums ist der 4-Teiler DOOM AND THE MEDICINE MAN. Hier ist es den Italienern gelungen, alle Facetten ihres Sounds unterzubringen und einen starken Track (I-TOWERS AND HOLES / II-OPENING HOURS / III-RUDE AWAKENING / IV-THE MEDICINE MAN IS LOOKING FOR A CURE) unterzubringen. Der Song atmet und lebt den Sound der Band. Aber dagegen gibt es auch altbewährtes (THE PILOT / BLANK STARE) oder neuartiges wie das eher balladeske OUT OF THE BLUE. Der Song PUPO CUPO ist dagegen einfach ein frisch klingender Rocker. Das großartige Gitarrenspiel von Matteo und Alessandro hat gegenüber dem Debüt noch einmal an Raffinesse und Fantasie dazugewonnen. Mit einem großen Label im Rücken wäre ANANDA MIDA in aller Munde und würde die ganzen gehypten Bands (Greta und Freunde...) locker hinter sich lassen. So müssen sie wohl aber (wie so viele Bands) ein Dasein auf der Schattenseite fristen.... eines der besten Classic/Progressive/Stoner Rock Alben der letzen Jahre!

Genre: Classic Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 5 Songs / 50 Minuten
VÖ: 25.01.2019

 

 

 

VIRTUAL TIME - ANIMAL REGRESSION Go down records

www.virtualtimemusic.com

Aus dem Nichts tauchen da plötzlich 4 Italiener auf, die mit ihrem Mix aus Classic Rock, Alternative Rock, Hard Rock und Funk Musik mich von Grund auf begeistern. Ein Mix aus Arctic Monkey, Led Zeppelin und White Stripes mal als grober Anhaltspunkt. Vor allem stimmlich ist das sehr an Robert Plant angelehnt und was da an Songs dargeboten wird, hat wirklich internationales Niveau. Wenn die Jungs aus England kommen würden, wären sie wahrscheinlich die nächste große Classic Rock Hoffnung. Die Musik ist frisch und klingt nicht zusammengeschustert oder gekünstelt. Der Opener GRAIN OF EXISTENCE ist zwar noch ein eher unscheinbarer Classic Rock Song, der aber schon aufhorchen lässt, so geht es mit HIGH CLASS WOMAN gleichmal an die Spitze der Classic Rock Bewegung. Was dieser Song an Freude versprüht, dürfte (hoffentlich) bald ein großer Hit werden. Hier gibt es coole Gitarren und super Hooklines. Beeindruckend. Danach kommt mit THE ADVENTURE OF FUNKY BOY ein Hammer Song, der auch von Jack White hätte stammen können, wenn dieser nach seiner Zeit bei den White Stripes eine rockigere Richtung eingeschlagen hätte. Der Groove ist mörderisch und die Vocals passen wie die Faust aufs Auge. Mein Lieblingssong auf dem Album. HEAVEN IS ASKING hat dann viel von 70er Rock und einen latenten White Stripes Einfluss. Der Titelsong stampft dann vorne weg und ist ein weiterer guter Song in bester Led Zeppelin Manier. Auch die folgenden RUSH OF AIR, I SEE THE MOONLIGHT und FLY AWAY setzen diese Tradition fort und überzeugen mit modernen Classic Rock. Ein frisches und spektakuläres Album, dass leider eine etwas zu kurze Spielzeit hat. Aber so gibt es zumindest keinen Füller. Das Classic Rock Erlebnis des Jahres!!!

Genre: Classic Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 8 songs / 26 Minuten
VÖ: Dezember 2018

 

 

 

MONGOOSE / JAHBULONG - Split Series #1 Go Down Records

www.facebook.com/mongoosetheband
www.facebook.com/jahbulong

Die Tradition der Split Veröffentlichungen ist ja in den letzten Jahren
etwas eingeschlafen, obwohl es zu den glorreichen Stoner Rock Zeiten
einige der besten Release ever als Split erschienen sind (Lowrider,
Nebula, Dozer, Unida, Awesome Machine...). Nun schickt sich das
italienische Label an, eine neue Split Release Serie zu starten. Und mit
MONGOOSE hat man zumindest eine Band ausgegraben, die vor Jahren schon
mit ihrer Scheibe für etwas Aufsehen sorgen konnten. Jetzt gibt es hier
5 neue Songs der Band aus Verona und wird die Fans der ersten Scheibe zufriedenstellen. Insgesamt ist das Material aber ohne große Höhepunkte, sondern einfach ein solides Stück Stoner Rock. Mit FINAL EXODUS gelingt der Band aber sogar ein kleiner Hit, den man als einen relaxten Mix aus DOZER und alten QOTSA umschreiben kann. Die anderen Songs sind gute Stoner Rock Songs italienischer Prägung (nicht so knarzig wie z.B. Black Rainbow) und dürften auf dem ein oder anderen Genre-Festival bei strahlendem Sonnenschein gut ankommen. Ebenfalls aus Verona und gut befreundet sind JAHBULONG, für die aber die Split zu früh kommt. Hier klingt vieles noch nicht flüssig und zähflüssig; zäh in einer unangenehmen Art und Weise. Die drei Songs sind ohne jeden Höhepunkt und zeigt die Schwächen der Band auf. Vieles wirkt einfach zu austauschbar und teilweise richtig einschläfernd. Nichtmal Genre-Liebhaber werden hier groß fündig werden. Stoner Fans sollten aber vor allem bei Mongoose ein Ohr riskieren!#

Genre: Stoner Rock
Musik: 7/5
Sound: 7
Info: 8 Songs / 43 Minuten
VÖ: Januar 2019
 
 

CHONTARAZ - SPEED THE BULLET SAOL Records

 

http://www.facebook.com/chontaraz

Der Bandname und die Musiker lassen schonmal nichts gutes erahnen. Chontaraz, Ahkon, Kraakh, Rhimm und Naagh heißen die Musiker und da tue ich mich schon mal schwer. Aber gut - lassen wir die Musik sprechen. Post-Apocalyptic Heavy Metal nennt sich die Band und nun ja....das wird es wohl auch sein, obwohl sich dieser Titel aus der Story zur CD/Lyrics ergibt. Das ist mir schon ein Dorn im Auge, wenn man (wie so oft im Bereich Black Metal) musikalisch nichts zu sagen hat, dann beschwört man die großen Theorien oder Geschichten, um die Band in den Fokus der (Metal-) Welt zu rücken. Und hier ist es die Welt am Abgrund und der Kampf dagegen. Verpackt in einer Sci-Fi Geschichte, die so "lala" ist. Das Thema ist zwar löblich, aber täuscht halt auch nicht darüber hinweg, dass die Musik belanglos und langweilig ist. Die Jungs mischen einfach zu viele Stile und vor allem die Nu-Metal Ausflüge machen vieles kaputt. Ihre guten Riffs im (modernen) Metal und der Gesang könnte überzeugen, aber langweilen dann doch mit jeder weiteren Spielminute. Die Vocals sind gut vorgetragen und haben auch Kraft, die Gitarristen lassen hin und wieder mit guten Riffs aufhorchen, aber alles in allem fehlt einfach die Qualität an den Songs und ein Song wie "ONE" ist leider absolut misslungen.


Genre: Dark Metal / Post-Apocalyptic Metal
Musik: 5
Sound: 7
Info: 11 Songs /46 Minuten
VÖ: 01.02.2019

 

 

 

CEILD - A VIEW SAOL Records

 

http://www.facebook.com/ceildband

Das erste Album von CEILD war noch mit Gesang laut Info, nun probiert es die Band mit Instrumental Rock. Weil es so angesagt ist momenten? Auf dem Hype aufspringen? Ich weiß es nicht und will auch nicht spekulieren. Fakt ist, dass A VIEW einen progressiven, instrumentalen Metal spielen, der aber leider an einigen Sachen nicht zündet. Spielen können die Franzosen, aber letztendlich wirken die Songs zu sehr auf "hip" getrimmt und verbuffen im Großen und Ganzen. Die Platte ist auf einem durchgängig guten Niveau, die großen "Aha-Momente" fehlen mir aber gänzlich. Die Scheibe plätschert vor sich hin und endet dann irgendwann recht unspektakulär. Instrumentale Musik finde ich immer "schwierig", aber Sachen wir Karma To Burn oder Long Distance Calling zünden zumindest großteils...was man bei CEILD leider gar nicht behaupten kann. SAILED oder das harte FALAISE steht der Band gut zu Gesicht, der Rest ist so Mittelmaß. Vielleicht feiert es das Instrumentalpublikum total ab - in meinen Augen ein eher durchschnittliches Album.

Genre: Instrumental Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 9 Songs / 56 Minuten
VÖ: 25.01.2019

 

 

 

THE QUILL - THE QUILL / SILVER HAZE Metalville Records

 

http://www.metalville.de

Nachdem Metalville Records vor ein paar Wochen die beiden Meisterwerke von THE QUILL, namentlich VOODOO CARAVAN und HOORAY! IT`S AN DEATHTRIP veröffentlichte, schieben sie nun nur kurze Zeit später das Debütalbum THE QUILL und SILVER HAZE nach. Wieder sehr schön aufgemacht im Digipack, neu gemastert (von den originalen Tapes) und mit Bonustracks nochmal aufgemotzt. Die beiden Scheiben kommen nicht an die oben genannten, starken Scheiben der Schweden heran, haben aber auch ihre guten Momente. In der damaligen Zeit (1995 THE QUILL / 1999 SILVER HAZE) war der Stoner Rock noch frisch und grade dabei, zu explodieren, aber unter den ganzen beeindruckenden Newcomern wie Unida, QOTSA, Awesome Machine, Dozer, Lowrider konnte sich THE QUILL damals nicht etablieren. Die Band bekam Slots auf dem Sweden Rock und tourte mit Monster Magnet und die Scheibe verkaufte sich in Schweden sehr gut. Aber damals konnten sie den großen Durchbruch nicht meistern und blieben eine Band der "zweiten" Reihe. Das lag wohl auch daran, dass der Einfluss von THE QUILL nicht im typisch matschigen Stoner Rock Sound lag, sondern eher den Sound der Bands Soundgarden, Alice in Chains und Black Sabbath übernahm. Das Debüt Album ist längst vergriffen und kommt jetzt zu neuen Ehren. Die Musiker kamen später bei "großen" Bands unter (Arch Enemy, Spiritual Beggars, Ayeron, Hanoi Rocks, Firebird) und die Band zerbrach langsam. Aber jetzt sind sie mit einem starken Album zurück und auch die ersten 4 Scheiben der Schweden sind nicht zu verachten. Das Debüt hat viel Soundgarden Nähe (FROM WHERE I AM) und kann vor allem gesanglich überzeugen, obwohl der ganz große Hit fehlt. Das Album ist stark, aber auch ohne jeden Höhepunkt. Das nachfolgende SILVER HAZE von 1999 hatte da schon mehr zu bieten und macht mit dem Mix aus Hard Rock, Soundgarden und bißchen Stoner Rock vieles richtig. EVERMORE hat fette Sabbath Gitarren, Magnus Ekwall klingt etwas wie OZZY zur Blizzard of Ozz Zeiten. Das Debüt hat einen Bonustrack, SILVER HAZE ganze 4 Songs (die überraschenderweise gut ausgefallen sind)! Die langen Spielzeiten ermüden evtl. ein wenig, aber für Fans ist natürlich jeder Soundschnipsel wichtig. Willkommen zurück THE QUILL und auf der kommenden Tour wird es sicherlich regen Absatz der alten Scheiben geben.

Genre: Hard / Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: The Quill (14 Songs / 62 Minuten)
Silver Haze (15 Songs / 72 Minuten)

VÖ: The Quill 22.02.2019
Silver Haze 25.01.2019

 

 

 

HEART - LIVE IN ATLANTIC CITY Ear Music

www.heart-music.com

Eine toll aufgemachte CD + BLURAY der Legende HEART flattert mir ins Haus. HEART? Okay - BARRACUDA war damals einer der ersten härteren Songs, dessen Gitarrenriff weiterhin unbeschreiblich gut klingt. Aber sonst. Die 2 Heart Damen haben die Zeit gut überstanden und entfachen auf dieser CD eine unglaubliche Energie. Das Konzert wurde bereits 2006 aufgezeichnet und ANN und NANCY WILSON sind musikalisch und stimmlich erste Sahne. Und einige hochkarätige Gäste runden dieses Konzert ab. Dave Navarro (Red Hot Chili Peppers, Jane`s Addiction) bringt bei den Eröffnungstriple BEBE LE STRANGE, STRAIGHT ON und CRAZY ON YOU eine unglaubliche Power auf die Bühne und seine Gitarre hört man richtig glühen. Die Country Sängerin Gretchen Wilson veredelt EVEN IT UP und ROCK`N ROLL (eine Led Zeppelin Cover Version). Höhepunkt ist sicherlich die Zusammenarbeit bei WOULD? und ROOSTER mit Alice in Chains verstärkt um Duff McKagan von Guns`n`Roses. Das war der erste offizielle Auftritt nach der Auflösung von ALICE IN CHAINS. Bei WOULD? ist auch Phil Anselmo mit dabei. Ein Hammer - schon alleine wegen dieser beiden historischen Momente. Bis zum finalen BARRACUDA mit allen Gästen vergeht die Zeit wie im Flug, weil das Material wirklich zündet. Ein wirklich tolles Konzerterlebnis mit einem starken Sound und überraschenderweise vielen Hits, die gut gealtert sind. Die BLU-RAY umfasst dann nicht alle Songs (z.B. fehlt das starke WOULD? und vor den Alice in Chains Songs sieht man Phil Anselmo nur kurz auf der Bühne...) und mindert etwas den guten Eindruck. Trotzdem! Es macht Spaß, dem Konzert zuzuschauen. Ein sehr angenehmer Schnitt und tolle Kameraführung mit einem starken Sound runden das Erlebnis ab. Eine kurze Interviewsektion mit den Gästen und Heart runden diese VÖ ab. Eine überraschend gute und spannende Veröffentlichung, die nicht nur für Heart Fans ein MUSS ist!

Tracklist CD:
01. Bébé Le Strange (with Dave Navarro)

02. Straight On (with Dave Navarro)

03. Crazy On You (with Dave Navarro)

04. Lost Angel

05. Even It Up (with Gretchen Wilson)

06. Rock’n Roll (with Gretchen Wilson)

07. Dog & Butterfly (with Rufus Wainwright)

08. Would? (with Alice In Chains & Duff McKagan & Phil Anselmo)

09. Rooster (with Alice In Chains &Duff McKagan)

10. Alone (with Carrie Underwood)

11. Magic Man

12. Misty Mountain Hop (with Dave Navarro)

13. Dreamboat Annie

14. Barracuda


Genre: Hard Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 14 Songs
VÖ: 25.01.2019

 

 

VENOM - STORM THE GATES Spinefarm Records

 

http://www.venomlegions.com

Keine Diskussionen: ohne Venom und deren damaligen Status gäbe es Metallica, Exodus, Slayer und viele andere Thrash Metal Bands gar nicht. Punkt. Und die ersten 3 Venom Scheiben gehören immer noch zur Pflicht eines jeden Metal Heads. Das danach nicht mehr alles Gold war (obwohl mir die CALM BEFORE THE STORM sehr gut gefällt), kam die Band erst wieder in den letzten Jahren ans Licht der Öffentlichkeit. Zwar gab es auf dem Dynamo Festival diese grandiose Comeback Show, aber danach war es relativ still um die Band (trotz CD-Veröffentlichungen). Cronos ist aber mit STORM THE GATES (nach zuvor ganz "okayen" Alben) zurück und kann fast an die Räudigkeit der Anfangszeiten anknüpfen. Liegt es an dem Sound, für den Cronos höchstpersönlich verantwortlich ist? Liegt es am zurückgewonnenen Schrammelsound? Fakt ist, dass VENOM 2018 so old school klingen wie schon lange nicht mehr. Der Opener BRING OUT YOUR DEAD ist fast wie früher, genauso wie DESTROYER, 100 MILES TO HELL und IMMORTAL. Das sind coole Songs, die jeden Venom Jünger begeistern dürften. IMMORTAL hat einen super Refrain, WE THE LOUD ebenfalls und teilweise nähert man sich den heiligen WARHEAD Zeiten mit einigen Slo-Riffings. Echt stark! Und der Titeltrack beschließt das Album mit einem Knall. Wow. Die anderen 2 original Venom Musiker machen ihr Ding unter VENOM INC. ja auch relativ erfolgreich weiter (warum auch nicht, Venom ist ja nicht die einzige Band, die es "2x" gibt...), aber mir persönlich sagt die Cronos Version mehr zu! Respekt und willkommen zurück! Eine der Überraschungen des Jahres!

Genre: Black Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 13 Songs / 53 Minuten
VÖ: 14.12.2018

 

 

 

ASHES OF ARES - WELL OF SOULS ROAR! / Soulfood

 

http://www.facebook.com/ashesofares

Gut, Matthew Barlow wird immer der Sänger von ICED EARTH bleiben und das auch zurecht, immerhin hat er Meisterwerke wie THE DARK SAGA geprägt! Aber ICED EARTH funktioniert auch ohne Matt und er hat sich für eine Laufbahn im Polizeidienst entschieden. Immerhin hört man hin und wieder etwas von ihm, was die Fans freuen dürfte und auch die Metalwelt braucht seine Stimme. Nach dem vor kurzem veröffentlichten WE ARE SENTINELS Klassik-Soundtrack-Album (oder was auch immer), kommt jetzt wieder der Metaller durch. Das Zweitwerk von ASHES OF ARES wird natürlich von Matthews Stimme geprägt, aber letztendlich muß man feststellen, dass die Scheibe leider vor sich hinplätschert und keinerlei echte Ausrufezeichen setzen kann. Das ist alles schon sehr gut gemacht und sehr professionell (evtl. auch einen Tick zu leblos....), aber leider wird die Scheibe im Groß der VÖs schnell vergessen sein. An den Drums gibt es mit Van Williams (ex-Nevermore) noch einen alten Bekannten, ansonsten kommen die restlichen Instrumente von Freddie Vidales. Der Opener CONSUMING THE MANA geht gleichmal gut nach vorne und überzeugt mit einem guten Gitarrenriff und viel Power und natürlich ist es toll, die Stimme von Matt wieder im härteren Gewand zu hören. Aber letztendlich fehlen die guten Momente. Das ist einfach alles zu mittelmäßig und ohne Barlows Stimme hätte die Band sicherlich gar keine Aufmerksamkeit bekommen. Das ein erfahrener Könner wie Barlow das nicht sieht? Na ja... Die härtere Songs (THE ALIEN, IN THE DARKNESS, SUN DRAGON) sind Einheitsware, gut sind die langsameren und ruhigeren Songs wie SOUL SEARCHER und LET ALL DESPAIR, wo Matt seine ganze Stimmbreite einsetzen kann. Eine letztendlich enttäuschende Veröffentlichung. Interessant ist sicherlich der Bonustrack YOU KNOW MY NAME, der Titelsong des 007 Films CASINO ROYALE (im Original von Chris Cornell), der sehr gut gelungen ist. Matt Barlow Fans sollten zuschlagen, weil seine Stimme einfach gute Erinnerungen zurück bringt. Der Rest eher nicht....

Genre: Power Metal
Musik: 6
Sound: 7
Info: 12 Songs / 58 Minuten
VÖ: 09.11.2018

 

 

 

KOTIOMKIN - LO ALBICOCCO AL CURARO - DECAMERON 666 Subsound

www.facebook.com/kotiomkinlab
www.facebook.com/pg/subsoundrecords

Ein weiteres, abgefahrenes Ding aus Italien. Dort kommen die meisten obskuren Bands her und auch diese Band ist mit ihrem Mix aus Soundtrack, Progressive Rock und Doom Metal weit über dem Hörbaren hinweg geflogen. Seit 2012 gibt es die Band und hat es auf 3 Alben gebracht. Das unglaublich starke, an 70er B-Horrorfilme angelehnte Coverartwork ist herausragend. Aber das war es dann auch schon in meinen Augen. Die Idee, alte Horror-Soundtracks mit Metal zu kompinieren ist eigentlich spannend und könnte gut umgesetzt werden, aber leider ist es den Italienern nicht gelungen, etwas fesselndes aus Plastik zu pressen. FATAL COMMESTIO lässt noch etwas aufhorchen, aber leider kommt mit SEXY AVERNO und METTI LO DIAVOLO NE LO CONVENTO keinerlei Steigerung. Die Scheibe dümpelt vor sich hin und findet in VILAN CHESSERTON und SATANASSO PROTETTORE DELLE DONNE sein Ende. 5 Songs zwischen 5 und 12 Minuten ohne Höhepunkte. Das Duo agiert ohne Vocals (nur Filmsamples in italienisch), es gibt nur Bass, Keyboards und Schlagzeug. Die Vorgängerscheibe ist mir unbekannt, überzeugt aber beim ersten Blick auch wieder durch ein starkes Artwork. Aber musikalisch ist das einfach nicht nachhaltig genug. Die Musiker sind sicherlich gut, aber es fehlt das, was gute Filme auch ausmacht. Spannung, Atmosphäre, Eindringlichkeit. Das komplette Album auf einem Stück durchzuhalten, ist fast eine Qual. Es gibt einfach zu wenig Struktur und die Sounds überraschen mit schrägen Tempo- und Stimmungswechseln. Ein guter Ansatz, leider nicht packend genug umgesetzt.

Genre: Soundtrack Rock
Musik: 4
Sound: 8
Info: 5 Songs / 39 Minuten
VÖ: 7.12.18

 

 

 

DEVILLE  -  PIGS WITH GODS   Fuzzorama Records

 

http://deville.nu

 

2004 auf unserem Daredevil Label ihren Einstand gegeben und 14 Jahre später jetzt der Höhepunkt der Band. Sicherlich war Deville immer eine sehr gute Liveband, die über 400 Shows gespielt hat und dabei auch immer überzeugen konnte. Warum? Weil man aus eher durchschnittlichen Alben die besten Songs in das Liveset packte und dadurch einen Hit an den nächsten reihen konnte. Der zweite Release auf Fuzzorama Records (und ihr fünfter insgesamt) stellt aber den Höhepunkt des Schaffens der Schweden dar. Zum ersten Mal gelingt der Mix aus Stoner und Grunge sehr gut und die Songs überzeugen durchweg. Los geht es mit zwei absoluten Höhepunkten: LOST GROUNDS ist ein fettes und düsteres erwachen und besitzt eine unglaubliche Schwere. Das Riff ist Killer und der Song ist beeindruckend heavy. Auch der folgende Titelsong geht in die gleiche Richtung, rockt mehr als der schwerfällige Opener und ist wohl einer der dunkelsten Songs der Bandgeschichte. Man muß sich als alter Fan wirklich fragen, was da mit der Band passiert ist! Beeindruckend! Danach kommt die erste Single GOLD SEALED TOMB, die den Höhepunkt der Scheibe darstellt und in die gleiche Richtung wie das Eröffnungsdoppel geht. Heavy, massiv, dunkel, angepisst. Danach ist damit aber dann (leider) Schluß und die Band bringt ihren Grunge Einfluss (erinnert mich schon immer etwas an härtere Foo Fighters…) zum Einsatz. Da rockt es immer gut, die Vocals sitzen, die Riffs sind stark und immer findet die Band einen guten Refrain (HELL IN THE WATER, ACID MEADOWS, CUT IT LOOSE). Daneben gibt es die typischen Stoner Rocker (CAME FOR NOTHING, WRECKED), aber auch mit LIGHTBRINGER einen schweren und langsamen, alles zermalmenden Rocker mit einem ruhigen Strophenteil und dick aufgetragenen Refrain. Oder dem Abschlußtrack IN REVERSE, der zwischen atmosphärisch düsteren Akustikteilen und fetten Riffs wechselt. Und MEDICATED ON A CONCRETE ROAD ist nochmal so ein richtiger Hit fürs Metal Radio gelungen. Gute Scheibe, die Beste der Schweden bisher! Respekt!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 12 Songs / 51 Minuten

VÖ: 26.10.2018

 

 

 

RIOT HORSE  -  COLD HEARTED WOMAN   Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Erstmal wieder Retro Rock. Eigentlich langweilt mich das nur noch, auch, weil einfach zu viel gleich klingt und leider zu keiner Weise an die Originale heran kommt. Sicherlich ist es schön, wenn diese Musik am Leben erhalten wird, aber die vielen gleichförmigen und belanglosen Release machen da halt vieles kaputt (was die Death Metal Szene in den 90ern ja auch durchmachen musste…). Und jetzt der nächste Retro Rock Release. Aber RIOT HORSE hatten vor einigen Jahren mit THIS IS WHO WE ARE eine richtige gute Platte am Start, die der Band einiges (aber leider nicht genug) Aufmerksamkeit einbrachte. Und auch schon das Mundharmonika Intro beim Opener COLD HEARTED WOMAN zeigt den Einfluss und die Klasse der Band. Die dänische/schwedische Formation weiß, wie man die Musik einfach „richtig“ spielt. Mit Herz und Verstand eben. COLD HEARTED WOMAN bietet auf gut 42 Minuten 9 Songs, die es in sich haben und zu keiner Sekunde auch nur annähernd in die Belanglosigkeit abdriften. Produktion, Songwriting, Songs…alles könnte auch in den 70ern veröffentlicht worden sein. Andreas Sydow (ex- Darkane, die ja über Nuclear Blast ihren Thrash Metal verbreiteten…) ist wohl der wichtigste Mann bei RIOT HORSE, denn seine bluesige Stimme ist herausragend. Und die klassische 70er Hard Rock Gitarre wird mit einigen Southern Rock Momenten aufgepeppt. Ganz stark MOVING OUT OF TOWN ist dann etwas langsamer, aber mit einem starken Groove versehen. Nille Schüttman zaubert ein tolles Riff (und Solo!) nach dem anderen aus seiner Gitarre und lässt beim bluesigen MY ONLY WOMAN die Frauenherzen höher schlagen. Und sogar ein Duett gibt es zu hören (GLAD YOU CAME) und überzeugt. SHADOW OF THE THE MOON bietet einiges an verschiedenen Riffs und Ideen; YOUR LOVE IS GONE hat einiges von DEEP PURPLE und FEEL MY LOVE erinnert mit an CREAM. Ja, wenn Retro Rock so klingt, dann gerne mehr! Der Rest kann mir zumindest gestohlen bleiben.

 

Genre: Retro Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 9 Songs / 42 Minuten

VÖ: 26.10.2018

 

 

 

WE HUNT BUFFALO  -  HEAD SMASHED IN    Fuzzorama Records

 

www.wehuntbuffalo.com

 

Das kanadische Trio ist mit einem neuen Werk zurück; der bereits sechsten Scheibe der Fuzz/Stoner Rocker. Und es hat sich nichts geändert bei den Herren Ryan Forsythe (Vocals/Guitar), Cliff Thiessen (Bass/Vocals) und Brandon Carter (Drums). Es gibt noch immer eher schleppenden, aber immer groovenden Stoner Rock mit einigen Psychedelic Rock Einflüssen. Die Band konnte sich durch permanentes Touren zumindest in der Szenen einen guten Namen machen. HEAVY LOW, der Opener der Scheibe, sagt gleich alles im Titel. WE HUNT BUFFALO haben das langsame, groovende Riff zwar nicht erfunden, wissen es aber perfekt einzusetzen. HEAVY LOW ist ein toller Song und macht gleich Lust auf mehr. ANGLER MUST DIE hat sehr gute Vocals und zieht etwas vom Tempo an. Höhepunkt des Albums ist der als Vorabsingle veröffentlichte Song THE GIANTS`S CAUSEWAY, der zwar im Vergleich zu den anderen Songs eher ein einfacher Rocker ist und auch ruhigere Teile hat, die aber auch an der Gitarre wahrlich explodieren können. Das ist schon ungewöhnliches Material für die Kanadier. KEEP IT REFRESHING ist dann wieder die gute alte Stoner Schule und mit ANCIOUS CHILDREN packt man hymnische Vocals aus. Das klappt ganz gut. Der ruhige, anfangs akustische Song GOD GAMES beschließt das Album mit einem Paukenschlag. WE HUNT BUFFALO haben gewohntes Niveau abgeliefert. Das ist nichts beeindruckendes oder gar aufsehenerregendes. Aber halt eine neue Scheibe der Kanadier. Wer die alten mag, wird auch diese kaufen.

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 7

Sound: 8

Info: 9 Songs / 43 Minuten

VÖ: 26.10.20

 

 

 

HANGMAN`S CHAIR  -  BANLIEUE TRISTE   Spinefarm Records

 

www.facebook.com/hangmanschair

 

Nach dem guten letzten Album NOT SUPPOSED TO BE POSITIVE, welches wirklich einige starke Songs in der Schnittmenge Life of Agony, Type O Negative, Pist On etc. aufwies, kommt nur das neue Album auf dem Branchenriesen Spinefarm Records heraus. Schon das sehr schöne Cover-Artwork zeigt aber erneut die nicht gerade gut gelaunte Stimmung der Band. BANLIEUE TRISTE, was so viel wie Triste Vorträge heißt,  ist insgesamt noch eindringlicher, noch deprimierender und noch dunkler als das oben erwähnte, von mir sehr geschätzte Album. Und letztendlich lebt das Album von der bedrückenden (im wahrsten Sinne des Wortes) Grundatmosphäre. Leider können die einzelnen Songs nicht mit dem Vorgänger mithalten und stechen nicht so heraus, wie es die Vergangenheit getan hat. Das Album muß man als Gesamtkunstwerk verstehen, dann funktioniert es. Aber außer NAIVE mit seinem schönen, eindringlichen Gesang und das alles überragende 04/09/16 bleibt vieles einfach zu unausgegoren. Die Ansätze sind da, die Band hat eigentlich alles, um die Lücke, die Bands wie LOA, ToN oder auch AIC an Schwermut hinterlassen haben, zu füllen. Aber sie nützen es nicht, da es letztendlich zu verspielt und zu künstlerisch angelegt ist.

Sänger und Gitarrist Cédric Toufouti hat eine Stimme (vor allem bei 04/09/16), die alles niederschmelzt, aber das bleibt leider die Ausnahme, weil es nicht gelingt, die Lieder in eine gute Form zu verpacken. Aber ich will das hier nicht schlecht reden. Das ist sehr schwer, doomig, riffig, eindringlich. Genau eigentlich das, was auch in der breiten Masse gut ankommt. Aber leider auch etwas verschwendet, da wäre einfach soooo viel mehr drin gewesen. Schade. Aber die Band sieht die Scheibe eher als Selbsttherapie und da muß man sagen: gelungen! Trotzdem kaufen, ins Sofa setzen, Augen schließen und genießen!

 

Genre: Alternative Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 55 Minuten

VÖ: 28.09.2018

 

 

 

 

THE QUILL  -  VOODOO CARAVAN /  HOORAY! IT`S A DEATHTRIP   Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Metalville Records haben in der Vergangenheit das ein oder andere Album wiederveröffentlicht (z.B. Night In Gales) und diesmal machen sie sich über die Schweden-Stoner von THE QUILL her. Ursprünglich auf STEAMHAMMER erschienen, spielten THE QUILL Anfang der 00er Jahre eine gute Version des Stoner Rocks, der gerade seine Blütezeit hatte. Richtig am Thron der damaligen Szene konnten sie aber nicht kratzen, da waren ihre Alben einfach zu launisch. Das 2002er Album VOODOO CARAVAN, das dritte Album der Band, hatte einige Einflüsse aus dem Grunge und dem 70er Hardrock. The Quill war näher an Bands wie den Spiritual Beggars als an Nebula, Unida oder Monster Magnet. Auf VOODOO CARAVAN fehlten aber letztendlich die „großen“ Hits und lies das Album etwas untergehen. Spielerisch und gesanglich eine gute Leistung, aber letztendlich war der Stil zwischen Stoner, Grunge und 70s Rock noch nicht ausgereift genug. Obwohl Sänger Magnus Ekvall sicherlich zu den guten schwedischen Sängern gehört. Anspieltipps sind SELL NO SOUL oder das Led Zeppelin artige (WADE ACROSS) THE MIGHTY RIVER. Für Fans ein gutes Zeitdokument, aber kein absolutes Muss.

HOORAY! IT`S A DEATHTRIP, das ein Jahr später erschien, hatte dann einige Mängel ausradiert. Magnus Ekwall konnte den Songs seinen Stempel aufdrücken, die Songs hatten noch mehr Led Zeppelin Einfluss und vor allem der Sound von Soundgarden hatte seine Spuren hinterlassen. Und diesmal sitzen die Hooklines perfekt! Produzent Rickard Bengtsson (Spiritual Beggars) und Mixer Daniel Bergstrand (In Flames) haben dem Album einen starken Sound verpasst, der auch dem Gesamteindruck sehr gut tut. NOTHING EVER CHANGES oder das sehr nach Black Sabbath klingende COME WHAT MAY überzeugen gleich beim ersten Durchlauf. Und vor allem das schnellere AMERICAN POWDER ist ein Höhepunkt. Im hinteren Drittel wird es dann zwar leider wieder eher schwächer, was aber dem guten Album nicht sehr schadet.

Beide Alben wurden von Metalville schön verpackt und mit einigen Bonus Tracks aufgewertet. Nur eingefleischte Fans werden die zwar brauchen, aber gut. Und das Remaster hätte zumindest das Werk von 2003 nicht gebraucht…..

 

Genre: Stoner Rock

Info: weit über 50 Minuten Spielzeit

VÖ: 26.10.2018

 

 

 

 

FINAL BREATH   -  OF DEATH AND SIN     Metalville Records / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

Final Breath geistern schon seit Anfang der 90er Jahre durch die Gegend und hin und wieder habe ich die Band auch schon on stage gesehen. Das war immer ganz gut, aber halt auch nicht mehr. Eine Band, die man mit "passt schon" abhandeln würde. Und dann lese ich, dass nach 14 Jahren ein neues Lebenszeichen auf Metalville kommen soll. Ehrlich gesagt hatte ich da keinerlei Erwartungen, wurde aber absolut positiv überrascht. Gleich sticht mal das überragende Artwork vom indonesischen Künstler Megan Mushi ins Auge, dass beeindruckend gut geworden ist und die Platte (zumindest optisch) in die erste Liga hievt. Auch der Sound ist super fett und für diese Musik absolut wichtig. Und ratet mal wer für den Endmix zuständig war? Peter Tägtgren! Hut ab und zeugt schonmal für Qualität (der macht nicht mehr alles...der Peter!). Musikalisch dominieren fette Riffs aus der Thrash Metal Schule, die aber vor allem durch die Vocals von Neusänger Patrick (Flesh Trading Company) auch in die Death Metal Schublade fallen können. Die 10 Songs sind auf gleichbleibend hohem Niveau, obwohl ein richtiger Hit nicht wirklich hervorstechen soll. Am ehesten bleibt noch das erste Video AGONIZED, ZOBIEFIED, NECROTIZED im Ohr hängen, weil der Refrain halt schon sehr einprägsam ist. Und vom Opener BABYLON C.E. (der eher wie ein Intro wirkt....) sollte man sich nicht abschrecken lassen! Aber das hier soll nichts negatives sein! Die Platte ballert von der ersten bis zur letzten Minute auf einem starken (auch International gesehen!) Level. Und mit dem wirklich wahren ersten Song YEARNING FOR NEXT MURDER gibt es gleich eine auf die Mütze! Auch die Solos von Jörg Breitenbach lassen jeden Gitarrenfanatiker freudig strahlen, müssen sich hinter den Großen der Szene nicht verstecken und runden die Scheibe vorzüglich ab. Die Jungs haben natürlich ihre Wurzeln und die dürften ganz klar Slayer und Exodus heißen. Wie gesagt: das dürfte die sogar die "alten, führenden" Bands in Angst und Schrecken versetzen, weil so eine Spielfreude hat es lange in dem Genre nicht gegeben! Frisch klingt es! ANNIHILATION, YEARNING FOR NEXT MURDER. Für Thrash Metal Fans ein MUSS!

Genre: Thrash Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 10 Songs / 44 Minuten

VÖ: 19.10.2018

 

 

 

 

V.A. - METALVILLE 10 YEARS OF ROCK   Metalville Records / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

10 Jahre gibt es jetzt das Metalville Label und wird mit einer Compilation gefeiert! Und im aktuellen Rock Hard lässt die Firma ja auch verlauten, dass sie weiterhin an das Medium CD glaubt. Darum ist ein Sampler über das Label natürlich eine Konsequente Sache! Ich finds gut! Das von Chris Boltendahl (Grave Digger) gegründete Label, dass im ehemaligen Nuclear Blast Talentscout Holger nun seinen "Vorsitzenden" hat, ist an musikalischem Wissen wahrscheinlich eh nichts vorzumachen. Da steckt Fachkompetenz hinter Metalville! Leute, die mit Fleisch und Blut dafür stehen, was sie machen! Natürlich ist die Metalville Familie mittlerweile groß geworden und somit konnten nicht alle Bands berücksichtigt werden, aber gut...hier schon mal die Auswahl des Labels. Vorab...mit allem kann ich mich nicht anfreunden. Ich weiß, dass Bands wie THE O`REILYS & THE PADDYHATS, OHRENFEINDT, KÄRBHOLZ oder gar HARPYIE viel verkaufen, aber mögen muss ich das deswegen gar nicht! Aber es zeigt auch, wie Breit das Label aufgestellt ist. Von Mittelalterkaspern bis zu Deutschrockern hin zu Space Rock und Death Metal. Da ist alles dabei und wird auch im Headquarter als "fein" empfunden. Und es gibt natürlich einiges an unveröffentlichtem Material, was auch die Fans der jeweiligen Bands anstacheln dürften! Die großen Klassiker (UGLY KID JOE, FOGHAT, LEE AARON) mit einer jeweiligen Liveversion eines Hits, die Schweden von ASTRAL DOORS mit einem unveröffentlichten Song und die Stoner Rock von THE QUILL sind die Highlights. Leider gibt es von Paul Di`Annos ex Band ARCHITECTZ OF CHAOZ keinen Song mit dem Meister. Aber sonst überzeugen natürlich die Songs von PERZONAL WAR, CHRIS CAFFERY, THOBBE ENGLUND, POVERTY`S NO CRIME auf ganzer Linie. Der Anfang tritt recht aufs Gas, hintenraus wird es dann etwas ...."puh".... (Harpyie, Kärbholz, Ohrenfeindt), aber um diese tolle Firma zu unterstützen, sollte man sich diese gute Zusammenstellung unbedingt besorgen!

 

Genre: Rock / Metal

Musik: -

Sound: -

Info: 14  Songs / 65 Minuten

VÖ: 21.09.2018

 

 

 

 

STRIKER  -  PLAY TO WIN    SAOL

 

www.striker-metal.com

 

Aus Kanada kommen STRIKER und haben schon das ein oder andere Metal Herz erobert. Immerhin ist PLAY TO WIN schon der 6. Langplayer der Kanadier. Die neue Scheibe hat viel Power, gute Songs und auch einige ganz starke Momente; aber im Endeffekt ist es doch nicht der wahre Brecher geworden. Ihr Mix ist interessant, HEART OF LIES ist noch stark im Thrash oder Speed Metal angesiedelt und ist ein sehr guter STRIKER Song mit viel Kraft. POSITION OF POWER nimmt dann etwas das Tempo raus, was nach dem heftigen Opener noch gut rüberkommt, aber schon hier nervt der sehr kommerzielle Refrain. Gitarrentechnisch legt man sich auf eine kraftvolle Version der NWoBHM Zeit fest, was der Band sicherlich gut steht. Mit HEAD FIRST wildert man dann fast in Hair-Metal Gefilden und Zack: der gute Eindruck ist leider weg bei mir. ON THE RUN ist dann Hard Rock, der zwar gut gespielt wird, aber schon der gefühlt 4. Stil auf dem Album ist, was dem starken Eröffnungsdoppel leider nicht zu gute kommt.

Und einen wirklich belanglosen Rocker mit schrecklichem Refrain gibt das folgende THE FRONT ab. Da sind zu viele Chöre und "fröhliche" Melodien im Stück. Der Titelsong kann dann wieder überzeugen, ein super ausgearbeiteter Song, der sich klar an die Hair Metal Bands orientiert, aber stark gemacht ist. STANDING ALONE ist eine üble Ballade und mit SUMMONER kommt endlich etwas Power zurück und überzeugt gleich vollkommen. Hier besticht (wie übrigens auf dem kompletten Album) die Gitarrenarbeit von von Tim Brown und Chris Segger. Ein wirklich toller Song. HEAVY IS THE HEART und HANDS OF TIME düften dann eher die Stryper und Winger Fans beglücken... Ein wirklich nicht einfaches Album, welches mit einigen tollen Songs punktet, aber insgesamt zu durchwachsen ist und vor allem die Ausflüge in die 80er Jahre des L.A. Sounds nicht gut übersteht. Schade!

 

Genre: Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 41 Minuten

VÖ: 26.10.2018

 

 

 

 

ROGER MIRET, JON WIEDERHORN  - UNITED & STRONG / NEW YORK HARDCORE – MEIN LEBEN MIT AGNOSTIC FRONT   Iron Pages Verlag

 

www.ip-verlag.de

www.facebook.com/agnosticfront

 

Darauf habe ich mich wirklich unheimlich gefreut. 1986 war ein starkes Jahr von den Veröffentlichungen her, aber CAUSE FOR ALARM von Agnostic Front hat mich damals absolut umgehauen. Sowas hat es vorher nicht gegeben. Dieser Mix aus Metal und Hardcore und diese Wucht war einfach neu und atemberaubend. Und seitdem hat Agnostic Front ein sehr hohes Ansehen bei mir. Außerdem kommt die Gruppe aus einer meiner absoluten Lieblingsstädte und somit war ich mehr als gespannt auf dieses Buch. Natürlich weiß man als Fan und Musikinteressierter über den Werdegang und die Wichtigkeit von Agnostic Front; man weiß über den Gefängnisaufenthalt von Roger, die Verknüpfungen zu Madball oder die Reunion danach. Trotzdem gibt dieses Buch so viele Einblicke und neue Sichtweisen, dass man fasziniert am Buch hängenbleibt. Außerdem erzählt Roger sein Leben ehrlich und glaubhaft und ist sicherlich nicht auf Effekthascherei aus. So wie er es erzählt, kann man es sich genau vorstellen bzw. fühlt sich teilweise eingebunden in die Zeit. Und das gelingt wirklich nicht vielen Büchern.  Dieses Buch ist unverblümt, rauh, oft schockierend…aber letztendlich ehrlich und menschlich. Eingeleitet wird das Buch von einem Vorwort von Superfan Jamey Jasta (Hatebreed) und Al Barr (Dropkick Murphys). Los geht’s mit der nicht einfachen Kindheit von Roger, die gezeichnet von Gewalt dahinschleicht. Danach gibt es für Roger kein Halten mehr. Beginnend in der New Yorker Punkszene wird er bald zur Ikone - Schlägereien, Drogendeals etc. stürzen ihn in eine immer tiefer schluckende Spirale. Die Gewaltausbrüche von ihm und seiner Band / seinen Begleitern muss man sicherlich kritisieren und vor allem nicht gut heißen, aber die damalige Situation in und um New York war sicherlich nicht einfach und wird auch sehr gut beschrieben. Aber die Punk- und Hardcoreszene blickt zu ihm auf; und trotzdem: abseits der Band läuft es nicht gut für ihn (kein Geld, keine Wohnung etc.). Das Agnostic Front dann letztendlich metallischer werden, hat auch mit dem ständigen Wechsel der Mitglieder zu tun. Und so wird Roger letztendlich auch zur Hardcore-Ikone der New Yorker Szene und beeinflusst ganz viele Bands, die nach ihm rießige Erfolge feierten. Die Geschichten über die Tourneen lesen sich interessant und die Kapitel über seinen Gefängnisaufenthalt sind so authentisch und lebhaft erzählt, dass man sich jeden Winkel seiner Zelle vorstellen kann. Dieses Buch atmet richtig den Spirit der 80er und 90er Jahre; die Entstehung der Punk- und Hardcoreszene lässt sich hierbei sehr gut nachvollziehen und zeigt den Zusammenhalt der New Yorker Szene und später der gesamten amerikanischen Bewegung. Und seine Sicht auf die damaligen Dinge, jetzt als gesetzter und erfahrener Familienvater, sind trotzdem nicht immer kritisch.

 

Genre: Hardcore

Buch: 288 Seiten

Farbseiten mit Fotos: 8 Seiten

V.Ö.: 24.08.18

 

 

 

BRUCE DICKINSON  -  SCREAM FOR ME SARAJEVO     BMG

 

www.screamforme.com

 

Music from the motion picture ist der Anhang dieser Scheibe. Der Soundtrack zum Film wird hier als CD und Do-LP veröffentlicht und sein eher basisches Artwork passt perfekt zu den eher bedrückenden, dicken Booklet. Wenn man die Geschichte hinter dieser geschichtlichen wichtigen Tonkonserve liest, ist man gleich gefesselt. Das dicke Booklet erzählt die komplette Geschichte und zeigt die Band in Sarajevo zwischen kaputten Häusern, Panzern und absoluter Zerstörung. Film ansehen!!!! Der musikalische Teil ist natürlich über allem erhaben. Bruce Dickinson hat in seiner Zeit außerhalb von Iron Maiden mit die beste Musik überhaupt geschrieben. Er hatte ja auch mit Roy Z und Adrian Smith zwei der absolut Besten an seiner Seite! Und auch wenn es Maiden Fans nicht gerne hören. Die Soloscheiben dürften die letzten Maiden VÖs locker in die Tasche stecken. Selten sang Bruce eindringlicher und emotionaler und die Vielzahl der Gäste, die mit ihm gearbeiten haben, machen die Songs transparenter, abwechslungsreicher und vor allem nicht so vorhersehbar. Schon der akustische Einstieg CHANGE OF HEART geht unter die Haut und ein Song wie TEARS OF THE DRAGON ist besser, wie alles, was Maiden nach Somewhere in Time je geschrieben haben. Das Material wechselt von beeindruckend "ruhig" (NAVIGATE THE SEAS OF THE SUN oder das unglaublich emotionale ARC OF SPACE) mit "Maiden-artigen" Songs (DARKSIDE OF AQUARIUS, ROAD TO HELL oder das tolle POWER OF THE SUN), die auf jeder der letzten Iron Maiden Scheiben den absoluten Höhepunkt dargestellt hätten. Oder eher moderneren Metal Einflüssen (also die der 90er...Grunge, Alternative...) wie RIVER OF NO RETURN oder STRANGE DEATH IN PARADISE, welches eines der besten Gesangslinien von Bruce ever enthält. Dieser Song in seinem langsamen Tempo geht absolut unter die Haut. INERTIA als Livedokument ist beeindruckend bevor der starte ACOUSTIC SONG und das eindringliche ETERNAL dieses Album beschließt. Die Soloalben und das Skunkworks Debüt wurden seinerzeit einfach nicht richtig geschätzt. Den Maiden Fans war es zu modern und soft, die normalen Hörer wollten wahrscheinlich nichts von einem der Metal Sänger hören...leider. Das Material hat den Test der Zeit überstanden und ist einfach nur beeindruckend. Und die Geschichte dazu eh! Ein super Zeitdokument! Ein super Soundtrack. Toll!

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 10

Sound: 9

Info: 14 Songs / 73 Minuten

VÖ: 29.06.2018

 

 

 

KÜENRING - s/t SAOL / H`Art

www.facebook.com/kuenring

Küenring was? Aus dem schönen Österreich kommen diese jungen Burschen, die sich dem klassischen Heavy Metal verschrieben haben. Kuenringer war ein Raubrittergeschlecht in Österreich und somit ist der Name erklärt. Der Sound der Band ist frisch und unverbraucht. Hier wird viel geklaut aus der Metalwelt; von Maiden, Manowar und den ganzen jungen Wilden, die die
alten Klassiker wiederentdeckt haben. Großes Manko (oder vielleicht für viele grad deswegen Aushängeschild...) ist Sänger Stefan Gutenthaler, der wahrlich keinen schlechten Job abliefert, aber insgesamt doch den kleinen Unterschied ausmacht. Musikalisch ist aber hier alles top!
Schnelle Songs wie STREETFIGHT oder INTO THE NIGHT sind wie geschaffen für kleine Headbanger Stunden und vor allem (auf dem ganzen Album!) die Instrumental- und Soloteile lassen einen aufhorchen. Was hier die zwei Gitarristen Florian Gutenthaler und Michael Sulzbachner abliefern, ist internationales Top-Niveau! Auch der etwas stampfendere ODYSSEY, hat den Höhepunkt im Soloteil und im Break, dass die Band wirklich beeindruckend hinbekommt! Das akustische Instrumental AUTUMN ist ein beeindruckendes Zusammenspiel der Gitarristen. Vielleicht etwas zu lang geworden, aber trotzdem toll. Danach kommt der achtminütige Mid-Tempo Song THE UNKNOWN, der gut ins Ohr get und zum headbangen verleitet. Sehr gute Heavy Metal Nummer, wo auch die Vocals gut ins Bild passen. Das kurze Gitarrenintro DAWN bringt uns gleich zum flotten HOUNDS OF KÜENRING, dass mit seinen 10 Minuten Spielzeit üppig ausgefallen ist. Einen starken Eindruck macht RISE OF THE MADMAN, ein schneller Speed Metal Song, der starke Riffs hat und einen guten Drive. Der Refrain rockt gut voran und die hier etwas dunkleren Vocals von Stefan sind toll. Sehr gute und hoffnungsvolle Band, von der man in Zukunft sicherlich noch mehr hören wird. Herausragend ist die melodische Gitarrenarbeit und das Songwriting hat internationale Qualitäten. Gutes Ding!

Genre: Heavy Metal
Musik: 8
Sound: 7
Info: 8 Songs / 51 Minuten
VÖ: 06.07.2018

 

 

 

WE ARE SENTINELS  -  s7t     SAOL Music

 

www.wearesentinels.com

 

Das ist ein Projekt zwischen dem ex-Iced Earth Sänger Matt Barlow und dem Pianisten Jonah Weingarten (Pyramaze). Beiden haben ja schon in der Vergangenheit zusammen bei Pyramaze gearbeitet und somit ist das Projekt vielleicht auch eine logische Konsequenz, weil einen besser passenden Sänger als Matt hätte Jonah für seine Klaviermusik nicht finden können. Die orchestralen Arrangements mit dem klassischen Piano und vereinzelten Percussions ist wirklich toll gemacht und auch die Stimme von Matt ist mehr als passend. Im Infoblatt steht was von "episch" und ja - das stimmt. Gleichmal FROM THE TOWER hat einen treibenden Rhythmus, wohingegen MY OWN SIN eher einen romantischen Touch besitzt. Die WINTER TRIOLOGY (KINGDOM OF WINTER, DREAMING IN WINTER und BATTLE IN WINTER) ist in sich stimmig und durch seine opernhafte Inszenierung ein Höhepunkt auf dem Album. Die Musik dieser CD ist so fasettenreich, dass sowohl Klassikhörer, Soundtrack Fetischisten als auch Metal Fans gefallen daran finden dürften. Die CD könnte auch für einen Hollywood Blockbuster geschrieben worden sein. Das Spektrum ist wirklich weit gestreut und vor allem die eigentlich simple, aber halt hochwertigen Kompositionen von Jonah machen die CD nicht nur für spezialisierte Genrehörer interessant. Und das alles wurde in einer starken Produktion von Jacob Hansen (u.a. Volbeat) verpackt und auch das Artwork ist super stimmig.

 

Genre: Piano Musik

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs / 48 Minuten

VÖ: 06.07.2018

 

 

 

CORONER  -  MENTAL VORTEX    Noise Records

 

www.coroner-reunion.com

 

Das vierte Album der Schweizer Techno-Thrasher ist ganz klar eines der Höhepunkte in der verdammt starken Bandgeschichte. Aber hier stimmte einfach alles: komplexe, aber trotzdem eingängige Songs, die größte Hitdichte und eine Dynamik, die damals nur von ganz wenigen Bands erreicht wurde. 1991 legte CORONER nach dem erfolgreichen NO MORE COLOUR dieses Monsterwerk vor und konnten noch einmal richtig Aufsehen erregen und einen weiteren großen Schritt nach vorne machen. Auch kommerziell! Durch den transparenten, aber sehr klaren Sound von Tom Morris hat die Band den Schritt in die erste Liga geschafft. Aufgenommen im  Sky Track Studio in Berlin und abgemischt im legendären Morrisound-Studio in Tampa, Florida von Tom Morris enthielt das Album einen der größten (und auch eingängigsten Song) der Bandhistorie. Mit I WANT YOU (SHE`S SO HEAVY) schaffte man eine eigenwillige, aber beeindruckende Coverversion des Beatles Song und konnte so noch einmal einen großen Schub an Aufmerksamkeit einheimsen. Auch außerhalb der Metal Szene. Ansonsten geht es natürlich hochwertig zur Sache. Schon der Opener DIVINE STEP (CONSPECTU MORTIS) überzeugt mit starken Riffs, hoher Geschwindigkeit und einen starken Refrain. Der Mittelteil des Songs beinhaltet zudem einige technisch herausragende Ideen. SON OF LILITH hat diesen Rhythmus, der einen nicht mehr loslässt. Und bei SEMTEX REVOLUTION findet man einen wahnsinnigen Techno Thrash mit einigen Jazz Einflüssen, der Zuhörer staunend zurücklässt. Mit SIRENS ist der Band ein absoluter Hit gelungen. Noch nie ist mir vorher aufgefallen, dass der Gesang teilweise was von Tom Warrior hat. Was gitarrentechnisch hier gespielt wird, hat nach all den Jahren absolut nichts von seinem Reiz verloren und ist auch weiterhin wirklich einzigartig. Auch METAMORPHOSIS ist ein richtiger Hit auf der Scheibe, der einem nicht mehr aus dem Ohr geht. Der Refrain erinnert hier ganz stark an spätere Celtic Frost Geschichten. Auch PALE SISTER steht dem in nichts nach. Ron Royce hat hier einen seiner besten Gesangsmomente, Tommy T. Baron spielt auf der Gitarre unglaubliche Sachen, die Komplex, aber trotzdem eingängig sind und der oft vergessene Marquis Marky am Schlagzeug unterlegt das alles mit unglaublicher Präzesion, viel Punch und Ideenreichtum. Vielleicht war es letztendlich doch der eher böse Gesang, der die Band vor dem ganz großen Durchbruch bewahrt hat, obwohl so eine Musik ja nie richtig angesagt war (Watchtower, Sieges Even), sondern erst in der Nachbetrachtung für viele als Kult geadelt wird. Für Progressive, Death und Thrash Fans ein Muss! Ich hoffe, die Band bekommt wieder mehr Aufmerksamkeit, da die verschiedenen Genres in den letzten Jahren eh mehr und mehr vermischt wurden. Ein Rush Fan hätte sich damals wo nie und nimmer den Techno-Trash der Schweizer angehört....

 

Genre: Techno Thrash

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs / 48 Minuten

VÖ:  29.06.2018

 

 

 

 

CORONER  -  GRIN   Noise Records

 

www.coroner-reunion.com

 

CORONER gibt es jetzt auch als Remaster bei der NOISE LEBT Reihe und zwar konnten die Band nie die Aufmerksamkeit und Erfolge wie die großen Noise Bands einfahren (Kreator, Celtic Frost, Helloween, Voivod), aber trotzdem gehörten sie zu den wichtigsten Bands auf dem Label. Den Coroner waren (und sind es immer noch!) einmalig. Schon das Demo (damals mit Tom Warrior am Gesang) war eine Meisterleistung und ihre beiden ersten Alben haben im damaligen Underground mit ihrer technischen Ausrichtung viel Aufmerksamkeit bekommen. Coroner sind stetig gewachsen und haben nur hochwertige Alben veröffentlicht. 1993 erschien dann ihr fünftes Album, welches es jetzt mit toller Aufmachung wieder zu kaufen gibt. Die Band bekam aber nie die Aufmerksamkeit, die sie verdient gehabt hätte und so ging Tommy zu Kreator und die Band löste sich auf. GRIN hat absolut nichts von seinem Reiz verloren; ich würde sogar sagen, es hat sogar noch an Reiz gewonnen. Die Scheibe hat mir damals gut gefallen, aber mittlerweile find ich sie sogar überragend stark. Schon das Intro DREAM PATH lässt einen aufhorchen und dann kommt mit THE LETHARGIC AGE ein starker Opener, der den Sound der Band, der irgendwo zwischen Jazz, Thrash, Prog und Death liegt, sehr gut beschreibt. Die Band hat gegenüber den vier Vorgängeralben nochmal an Komplexität und Musikalität zugelegt und einen sehr sperrigen Sound gefahren, der (leider erst) in den letzten Jahren wirklich geschätzt wurde. Aber Coroner ist ja zurück und kann vielleicht noch etwas von dem verwehrten Erfolg nachholen... gut. PARALIZED MESMERIZED und das göttliche SERPENT MOVES sind aber mit der Zeit gewachsen und aktuell noch wichtiger für die Szene als damals. GRIN (NAILS HURT) und INTERNAL CONFLICTS sind weitere Vorzeigeprodukte perfekt dargebotener Musik. Das Album besitzt Tiefe und sollte unbedingt in einer ruhigen Stunde per Kopfhörer einverleibt werden. Das komplexe Songmaterial fasziniert von der ersten bis zur letzten Minute und man ist fast erleichtert und auch glücklich, wenn die letzten Sekunden von HOST laufen. Eindringlichere Musik ist selten geschrieben worden. Sicherlich hat sich Coroner in ihrer Zeit immer verändert: vom Thrash des Debüts über die Hitdichte von PUNISHMENT FOR DECADENCE über das Meisterwerk NO MORE COLOUR oder MENTAL VORTEX. GRIN ist sicherlich am wildesten - der Mix der verschiedenen Stile gelingt aber bravourös. Wer es noch nicht hat, sollte sich das Album (eigentilch alles von Coroner) besorgen!

 

Genre: Techno Thrash

Musik: 9

Sound: 8

Info: 10 songs / 57 minuten

VÖ: 29.06.2018

 

 

 

GDANSK  -  A TRIBUTE TO GLENN DANZIG    Metalville Records
www.metalville.de

Die Idee hinter dieser Scheibe schwirrt seit Jahren umher. Glenn Danzig, trotz Häme in den letzten Jahren, immernoch einer der einflussreichsten Musiker unserer Zeit, zu ehren. Hinter dem Projekt steckt die deutsche Metal Band Grand Massive, die im Schaffen von Danzig einen großen Einfluss in ihr Leben sieht. Die Idee der Band, 1-2 Songs als Tribut für eine Single aufzunehmen, wurde vom Label der Band schnell aufgegriffen und immer mehr Supporter fanden den Weg auf die Scheibe. Und aus zwei Songs wurden 8 Songs. Vor allem das anfängliche Schaffen des Meister beeinflusste die Musiker nachhaltig und so einigte man sich darauf, die Songs simple, pur und ohne großes Firlefanz aufzunehmen. So wie das ursprünglich bei den Misfits und Samhain auch über die Bühne ging. Die Songs sollten diese "garagenartige" Herangehensweise verkörpern. Und absolut nicht als Cover-Album zu verstehen, sondern als Eigeninterpretation und Tribut an den Herrn der Finsternis. Ausgewählt wurden 2 Danzig, 2 Samhain und 3 Misfits Songs. Und hinzu kam natürlich der größte Hit, Mother. Der Opener 777 featured die beiden Recken Thobbe Englund (ex-Sabaton) und Luca Princiotta (Doro) und ist in etwa im Originaltempo gehalten. Bei DEATH COMES RIPPING wurde das Tempo gedrosselt und bei KISS OF STEEL gibt es ein Duett zwischen Britta Görtz (ex-Cripper/Critical Mess) und dem Grand Massive Sänger. AM I DEMON (mit Andy Bock von den Emil Bulls) und das emotionale LET THE DAY BEGIN von Samhain bilden den Mittelblock der Huldigung. MOTHER, von Guernica Mancini von THUNDERMOTHER ist eine interessante Version des Macho-Muskel Rockers mit weiblicher Rock Röhre. Christof Leim von THE NEW BLACK steuert ein Solo bei, genauso wie Thobbe Englund. Und den Bass übernahm Nick Douglas von DORO. Das flotte SHE endet in einem Doom-Ende, dass etwas von Type O Negative verkörpert. Und mit der akustischen, von Grand Massive mittlerweile bekannten Art, SKULLS gibt es zum Schluß noch einmal garantierte Gänsehaut. Ein weiterer Höhepunkt ist das von Andronikos gezeichnete Artwork und Booklet der Scheibe. Hier werden die Danzig/Misfits Schädel mit dem Misfits Kopf kompiniert. Allein das Artwork zeigt die volle Hingabe und Liebe der Musiker und Gäste zu Glenn Danzig.Abgerundet wird die Scheibe von einem druckvollem Mastering von Martin Buchwalter aus dem Gernhart Studio (Destruction, Tankard). Interessante Versionen.
Gerne: Metal
Info: 8 Songs / 30 Minuten
VÖ: 29.06.2018

 

MOTORJESUS  -  RACE TO RESURRECTION   Drakkar

 

www. drakkar.de

 

Hier ist sie also, die neue MOTORJESUS Scheibe. Im Line-Up hat sich einiges getan und momentan gibt es wohl nur einen Stamm von 3 Leuten und live werden Gastmusiker dazu geholt. Anscheinend hat es zuletzt nicht mehr so gut geklappt und die 3 verbliebenen MJ Jungs haben die Handbremse gelöst...oder wollten sie es den Ex-Mitgliedern nochmal so richtig zeigen? Fakt ist zumindest, dass MJ eine Frischzellenkur durchlaufen hat. Es fehlt zwar etwas der Rotz und das Dreckige der alten Scheiben und nicht alle Fans werden wohl mit dem etwas zu glatt polierten Sound von Dan Swanö zurechtkommen, aber ich finde die Scheibe wirklich gelungen. Und nachdem auf den alten MJ Scheiben immer 2-4 eher durchschnittliche Songs waren, gibt es hier wenig Ausfallmaterial. Schon der erster Song TALES FROM THE WRECKING BALL geht unglaublich ab. Ein fettes Hammer-Riff durchläuft den Song und ist als Opener perfekt gewählt. Danach kommt gleich der Überhit des Albums: KING COLLIDER ist ein Mix aus Sparzanza und Mustasch und mit einer unglauberlich Power. Hier liefert Chris seine beste Gesangsleistung ab. Der Song ist voller Power und Kraft. WOW! RE-IGNITE ist dann etwas grooviger, besitzt mehr Metal Einflüsse, welche sich vor allem beim Refrain wiederfinden. SPEEDWAY SANCTUARY ist purer Metal mit starken Gitarren-Riffs und einem erneut starken Refrain. Diese unglaubliche Wucht im Sound wird erstmals durch die Akustikballade THE INFERNAL unterbrochen, wo CHRIS sein volles Können auspackt und eine emotionale Gesangsleistung abliefert, die sich vor den Großen des Genres nicht verstecken braucht.  Der Song hätte von jeder 80/90er Jahre Amiband kommen können (Ballade!). Solche Songs schrieb man in dieser Zeit haufenweise und sind heutzutage nicht mehr "gewünscht" - zumindest findet man sie nicht mehr so häufig. Starke Nummer. Der Titel spricht für sich: BURNING BLACK kennst nur eine Richtung - vorwärts. Und wieder ein starker Refrain. THE DAMAGE ist ein blitzschneller Track, der voll abräumt und live bestimmt eine Abrissbirne wird. Auch hier "rult" der Refrain über allem und dürfte hoffentlich bald in allen großen Festivals mitgesungen werden. Ein guter Metal Stamper ist dann THE STORM, der ein super heavy Riff in der Mitte besitzt. Ein weiterer Hit mit herausragenden Vocals. Mit ENGINES OF WAR gibt es dann einen Song, der im alten MJ Muster abläuft und die alten Fans zufriedenstellen dürfte. Stoner/R`n`R Granate. THE CHASE rockt dann in einer unglaublichen Power und der Refrain ist erneut der Hit überhaupt! Das blitzschnelle RUNNING OUT OF TIME ist ein weiteres Highlight im hinteren Ende der Scheibe angesiedelt und der abschließende AWAKEN THE TYRANTS ist ein würdiger Mid-Tempo Rocker mit starken Riffs, unglaublicher Power und wiederrum einer herausragenden Gesangsleistung! Über die ganze Distanz wirkt dann leider doch einiges zu gleichförmig und die Songs, die alle auf hohem Niveau sind, lassen sich doch etwas schwer auseinanderhalten. Trotzdem - Kaufen! Chris Birx war schon immer ein guter Sänger, aber hier schließt er zu den großen Sängern und Entertainern des internationalen Genres auf und muß sich mit dieser Leistung in der Spitzengruppe etablieren! Stimmlich 100%ige Steigerung. Starke Gesangsmelodien. Die CD kommt mit Poster, als fettes Digipack und einem starken Comic-Artwork. Dan Swanö (Opeth, Therion, Evergrey) hat die Scheibe produziert und einen fantastischen Sound der Band auf den Leib geschmiedet. Kaufen!

 

Genre: Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 13 Songs / 57 Minuten

VÖ: 15.06.2018

 

 

 

HOUND  -  SETTLE YOUR SCORES    Metalville / Rough Trade

wwww.metalville.de

Classic Rock satt? Kann ich verstehen - aus jedem Eck der Welt kommen mittlerweile Acts, die diesen Hype mitmachen wollen und ihren Part des Ruhms abgreifen. Andererseits ist es ja aber auch schön, dass diese Art von Musik wieder populär geworden ist. Trotzdem wird es für Bands immer schwerer, ein Plätzchen im Genre zu finden. Und nun kommt nach 2 EPs das Debüt Album von HOUND. England? Amerika? Nein: Hildesheim bringt dieses kleine Juwel an den Fan. Und HOUND hat das Potential, sich zwischen den Großen des Genres festzusetzen. Das große Plus von HOUND ist sicherlich Wanja Neite am Gesang. Da wird gelitten, geschrien, gesungen und das alles auf einem unglaublich hohen Niveau. Diese Stimme ist sicherlich einzigartig und veredelt Songs wie JIM VANCE (der Hit des Albums), NOT SO LONG AGO oder GRIT. Neben den guten Riffs, die nur so vor Kraft sprühen, sind es vor allem die Hammond Orgel von Jonas Gehlen, der dieser Musik die letzte Kraft geben. Und die Gitarrenarbeit von Nando Grujic ist wirklich frisch und beeindruckend. Der Junge hat das richtige Gespür für die richtige Note zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Großes Kino! Ein Song wie NOT AT ALL z.B. atmet nur so vor Kraft und Freude. Der Sound der Scheibe ist sehr basisch, passt aber gut zum Sound der Band. Abgerundet wird die Scheibe von einem beeindruckenden Artwork von Kirsten Meinert. Eigentlich bin ich gar kein Fan von "langen" Alben, weil die Bands (vor allem beim Debüt) oft jede komponierte Note unterbringen und so selten aussortieren, aber hier bei HOUND ist das nicht so. Da ist kein Füller drauf und die Scheibe läuft von vorne bis hinten rund durch.

Genre: Classic Rock
Musik: 9
Sound: 7
Info: 12 Songs / 61 Minuten
VÖ: 29.06.2018

 

 

WITCHSKULL  -  COVEN`S WILL   Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/witchskull

 

WITCHSKULL aus Australien sind fett! Das Trio produziert so einen verdammt dicken Sound, dass es eine wahre Freude ist. Billy Anderson und Jason Fuller hat der Scheibe einen starken, druckvollen aber natürlichen Sound verpasst. Und das ist schonmal ein großes Plus für COVEN`S WILL, dem zweiten Album der Band.  Die Band spielt eine aggressive Form von Stoner und Doom Metal, dürfte aber auch für normale Metal Hörer Interessant sein. Los geht es mit THE RAVEN, der auf ganzer Linie überzeugt. Der Song ist ein Hit, geht unter die Haut und hat hinten raus noch ein super Solo zu bieten. Die anfangs etwas verstörenden, leidenden Vocals von Marcus De Pasquale erweisen sich aber schnell als absolut passen, sind sogar einzigartig, prägen den Sound enorm und überzeugen total. SON OF THE SNAKE kommt dann mit einer düsteren Atmosphäre ums Eck und hat einen erneut starken Powersound. Die okkulten Themen in den Texten passen perfekt zum Gesamtsound der Band. Danach wird es etwas doomiger: PRIESTESS überzeugt mit einer starken Kraft und erneut unter die Haut gehenden Gesangslinien. Dagegen rockt das eindringliche BREATHING BLUE LIGHT  unglaublich treibend nach vorne und lässt den Kopf im Takt mitwippen. Danach kommt noch mit dem abschließenden Doom Monster THE EMPTY WELL ein bedrohlicher und böser Schlag, der von seiner Grundidee, vor allem von den Gitarren, an die erste Black Sabbath (nur in einem fetteren Sound) denken lässt. Die Scheibe ist im ganzen Stoner / Doom / Retro Wust eine wahre Überraschung und lässt einen mit herausragenden Songs zurück. Die Scheibe ist frisch und dürfte viele Fans gewinnen können.  Das hier ist groß und böse! KAUFEN!

 

Genre: Stoner Doom Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 8 Songs / 36 Minuten

VÖ: 18.05.2018

 

 

 

GHOST  -  PREQUELLE   Spinefarm Records

 

www.ghost-official.com

 

Ghost ist ja eine der aufstrebensten und gehyptesten Bands überhaupt in den letzten Jahren. Seit ihrem Debüt Album 2010 geht die Band stetig mit rießigen Schritten vorwärts und scheint auch unaufhaltsam der absoluten Spitze entgegenzutreten. Wenn die ganz Großen in Rente gehen, werden wohl Ghost diese Position übernehmen. Die Liveshows waren von Anfang an eine faszinierende Sache und im Rockzirkus gab es nach all den Jahren endlich wieder was für die Optik. Die Scheiben waren durchgängig gut, hatten immer 2-3 starke Hits, aber auch einige Füller. Mit Prequelle verhält es sich ähnlich, obwohl die Füller nichtmehr ganz so gravierend sind. PREQUELLE ist wohl das ausgereifteste und stärkste Ghost Album bisher. Und wo andere Bands nach 3-4 Alben ihr Pulver verschossen haben, wächst Ghost im Gegensatz mit jedem Album. Das liegt vielleicht an den ständig wechselnden Ghouls, oder einfach am unglaublich talentierten Songwriting von Tobias Forge, der mit seinen poppigen Refrains eine Sonderstellung im Rockgeschäft einnimmt. Nach dem bedrückenden Intro ASHES kommt mit dem allseits bekannten RATS ein Hit, der durch seine melodische Gesangslinie überzeugt und vor allem durch harte Gitarrenriffs. Andy Wallace hat der Scheibe einen unglaublich fetten Sound verpasst, wo vor allem die Gitarren absolut knallen. FAITH schließt sich dem an und ist ähnlich wie der Opener, bevor SEE THE LIGHT melodischer wird und durch süßliche Sounds und Keyboardteppiche verschönert wird. Aber auch hier knallt der Sound (vor allem die Drums) Gott sei Dank gnadenlos. MIASMA ist dann ein eher überflüssiges, aber keinenfalls schlechtes Instrumental, dass vor allem viel Punch besitzt, ein nichtmal nerviges Saxophon Solo enthält aber letztendlich nur einstimmt; auf den 2. richtigen Hit des Albums. DANCE MACABRE ist auch schon vorab publik gewesen und hat die alten Fans fasziniert und neue hinzugewonnen. Die tollen Gesangslinien und der unheimlich starke Refrain ist sicherlich ein Höhepunkt des Albums. Der Disco-Groove und 80er Refrain gehen sofort unter die Haut. Und danach kommt mit PRO MEMORIA eine echte Überraschung: einer der emotionalsten Songs von Forge, der in jedem Musical eine tragende Rolle spielen würde. WITCH IMAGE zeigt dann, was Ghost ausmacht. Bittersüße Melodien, akustische Strophe und einen eingängigen Refrain. Vor allem das musikalische Zusammenspiel und die kleinen Feinheiten der Musiker macht das Album so beeindruckend, unabhängig von Tobias wahnsinnig melodiösen Vocals. 
Danach kommt mit HELVETESFÖNSTER ein weiteres Instrumental, das wiederum von einem Hollywood Blockbuster (Horrorfilm) sein könnte und durch seine schöne Melodie, die aber gleichzeitig sehr bedrückend ist, geführt wird. 
Das Schlagzeug erinnert hier in seiner Wucht an das schwarze Album von Metallica. LIFE ETERNAL beschließt das Album mit einer der schönsten und traurigsten Gesangslinien von Ghost. Die traurige Atmosphäre endet in eingem grandiosen Finale und lässt ein fast perfektes Album zurück. 
Ghost machen süchtig und sind weiterhin ein weltweites Phänomen, auch mit der Demaskierung des Papstes!

Genre: Hard Rock
Musik: 9
Sound: 10
Info: 10 Songs / 42 Minuten
VÖ: 01.06.2018

 

 

 

 

GRAVE DIGGER  -  WITCH HUNTER Noise Records

 

www.grave-digger.de

 

Nach dem Debütalbum-Meilenstein HEAVY METAL BREAKDOWN von 1984 ließ sich die Band nicht lumpen und legte 1985 gleich das Zweitwerk nach, dass auch heute noch als absoluter Klassiker des deutschen Heavy Metal gilt. Selten war die Band besser als auf den ersten beiden Alben und schon das Artwork lies damals keinen Zweifel daran, dass die Band es dem Erstwerk gleichtun will. Die Artworks von HEAVY METAL BREAKDOWN, WITCH HUNTER und WAR GAMES sind Meilensteine des deutschen Metals. Und nun hat Noise Records im Zuge ihrer Re-Release sich endlich auch den ersten Grave Digger Scheiben angenommen. Man hat dem Album einen neuen Sound(Remaster) verpasst, der noch mehr Power versprüht wie die Original-VÖs und die Vinylausgabe, die seit 30 Jahren vergriffen war, jetzt als limitierte, goldene Schallplatte neu aufgelegt und diese muß (wie auch das Debüt) in jeder Sammlung eines Metal Fans stehen. Es gibt Liner-Notes vom ex-Gitarristen Peter Masson und auf dem Vinyl Liner-Notes von Malcome Dome. Und über die Songs muß man wohl den wenigsten Metal-Fans noch was erzählen. Vor allem über den Opener WITCH HUNTER muß man sicherlich nicht viel sagen. Der Song ist einer der besten und bekanntesten deutschen Metal Songs. WITCH HUNTER hat einen starken Refrain und ein Speed Metal Riff der Extraklasse. NIGHT DRIFTER hat dagegen viel von den ersten zwei Overkill Scheiben. Das ist Speed Metal der Sonderklasse mit starken Riffs und 80s Vocals, die beide stark an die New Yorker erinnern. Über die Lyrics von LOVE IS A GAME oder GET READY FOR POWER kann man heutzutage wohl eher nur schmunzeln, aber geben auch den Spirit der 80er wieder und zeigen den Weg auf, den Grave Digger (dann als Digger) gehen werden. Die Band wollte dann den kommerziellen Durchbruch und war auf Radioairplay aus und wurde (fast unerträglich) kommerzieller (was ja bekanntlich auch total in die Hose ging). GET AWAY und FIGHT FOR FREEDOM haben dann wieder den Speed Metal Spirit der ersten Scheibe und überzeugen durch eine tolle Gitarrenarbeit, starke Refrains, gute Solos und einprägsames Songwriting. Die Coverversion von SCHOOLS OUT haben sie sehr authentisch und gut hinbekommen und der Song fügt sich durch sein angezogenes Tempo sehr gut in das Album ein. Der Schleppende FRIENDS OF MINE ist ein Höhepunkt des Albums und macht unheimlich Spaß. Der hämmernde Groove geht total nach vorne ab und ist einer der besten Grave Digger Songs, vor allem weil er das Tempo anzieht und gut abrockt. Und mit HERE I STAND gibt es noch eine Hymne, die live immer funktioniert und fast die Klasse von Overkills IN UNION WE STAND besitzt. Nach WITCH HUNTER kam ja noch das starke WAR GAMES, bevor die Band wie oben beschrieben einen Kurswechsel vollzog. WITCH HUNTER ist ein Muss - auch in der neuen Aufmachung und im Remaster! Wahnsinn, was Noise Records damals alles an prägenden Veröffentlichungen herausbrachte.

 

Genre: Speed Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

GRAVE DIGGER  -  HEAVY METAL BREAKDOWN   Noise Records

www.grave-digger.de

Einer der wichtigsten und besten deutschen Metal Debüt Scheiben gibt es nun wieder über die Noise Records Remaster Serie. Zuerst muß man loben, dass der Sound druckvoller klingt, aber nicht großartig verändert wurde. Grave Digger  aus Köln nahmen damals die Heavy Metal Welt auseinander mit ihrem Debüt Album. Und auch heute noch ist die Scheibe eine Granate. 1980 startete Chris Boltendahl mit Gitarrist Peter Masson die Band Grave Digger und 1983 nahmen sie 2 Songs auf, die später zusammen mit S.A.D.O., Railway, Iron Force, Rated X und Running Wild auf einem Sampler (ROCK FROM HELL 1984) erschienen. Im selben Jahr kam dann der Vertrag mit Noise zu stande und die Band veröffentlicht dieses bahnbrechende und wegweisende Album. Allein das Artwork ist Kult geworden und dürfte jeden Metal Fan ein Begriff sein. Nun kommt das Album als Remaster heraus und es lohnt sich absolut, sich die Scheibe zu besorgen. Auch wer das Original schon hat! Ein starkes Klappcover mit sehr interessanten Linernotes und viel hochwertigem Bonusmaterial gibt es bei dieser Wiederveröffentlichung. Aber dazu später mehr. Auch das schwere und farbige Vinyl kann voll überzeugen. Zu den Songs: HEADBANGING MAN und HEAVY METAL BREAKDOWN sind Hits im German Metal und bei Grave Digger Fans geblieben und haben unzählige Bands beeinflusst und vor allem nichts an ihrer Durchschlagskraft verloren. Auch das langsame BACK FROM THE WAR hat absolut nichts von seinem Reiz eingebüßt und das etwas melodischere YESTERDAY überzeugt vor allem durch starke Gitarrenarbeit, auch wenn der Song vor allem im Gesangsbereich etwas zu altbacken klingt.....und beendet aber trotzdem die sehr starke erste Seite. Auf der zweiten Seite sind es vor allem der Speed Metal Hammer LEGION OF THE LOST, TYRANT und das Rolling Stones Cover von 2000 LIGHTYEARS FROM HOME in einer atemberaubenden Version die herausragenden Momente, bevor der schnellste Song des Albums, HEART ATTACK, ein wirklich starkes Debüt beendet. Das ist einfach German Speed / Heavy Metal in Perfektion. Kurz vor dem Zweitwerk erschien damals die EP SHOOT HER DOWN, welche hier auf der dritten Vinylseite verewigt wurde (das original Cover befindet sich im Inlay!) und zeigt die Band gereift und eingespielter. SHOOT HER DOWN ist einfach ein guter Song, WE WANNA ROCK YOU in einer schnelleren Version und das coole und stampfende STORMING THE BRAIN zeigen die Band topfit und auf den Weg nach oben. In der Tradition von damals, dass fast die EPs besser waren als die Scheiben (Kreator, Voivod, Destruction, Warlock), kann auch diese EP vollstens überzeugen und dürfte mit zu den besten deutschen EP-VÖs zählen. Auf der letzten Seite gibt es dann noch die beiden Songs vom Samplereinstand ROCK FROM HELL, VIOLENCE und das Rolling Stones cover in einer anderen, demoartigeren Version, die aber soundmäßig überzeugen und ebenfalls ihren Reiz besitzen. Liner Notes von Chris Boltendahl runden diese seit über 30 Jahren vergriffene Vinyl Version ab. Eine Machtdemonstration deutschen Metals!

Genre: Heavy Metal
Musik: 9
Sound: 8
Info: Doppel-LP
VÖ: 25.05.2018

   
   
   
   

 

SEPTIC TANK  -  ROTTING CIVILISATION   Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/septictankuk

 

Was hab ich mich gefreut. Lee Dorrian (Napalm Death, Cathedral, With the dead), Gaz Jennings (Cathedral), Barry Stern (Trouble) und Scott Carlson (yes - Repulsion) machen gemeinsame Sache und bringen einen wütenden Crust / Punk / Thrash Hammer raus. Als alter Fan deren altern Bands waren die Erwartungen enorm. Und ich bin mir nicht sicher, was ich letztendlich davon halten soll... Der Mix aus Septic Death, Siege, Discharge, Repulsion, langsamen Napalm Death (die mit Lee) macht schon Laune, aber so richtig unter die Haut geht es nicht. Das Artwork ist gelungen und lange nicht mehr sowas gesehen. Der Sound ist recht dünn, würde aber ja auch nicht anders funktionieren. Da haben sich 4 Szene Freunde zusammengetan und 18 Songs eingeprügelt, was ja erstmal spannend ist, vor allem, wenn es solche Hochkaräter sind. DIVIDED AND CONK OUT ist durch seine gute Gesangslinie etwas eingängiger und erst mit Song 6 (TREASURERS OF DISEASE) gibt der Drummer gewaltig Gas und der Song ist mit seinen langsamen Parts so der erste Song, der an die alten Napalm Death erinnert. Gut! Mit FUCKED geht es dann noch eine Spur mehr in den Grindcore, wohingegen WHITEWASH eher an einen schnellen Hardcore Song erinnert. Der coole DEATH VASE hat dann ein Celtic Frost (Dethroned Emperor) Riff und Gesangsähnlichkeiten und rockt gut nach vorne und ist mit dem Opener SEPTIC TANK (der eine unglaubliche Power und Aggression beinhaltet) der Höhepunkt des Albums. DANGER SIGNS packt nochmal die volle Grindcore Keule aus. Und LIVING DEATH hat 2 Riffs, die von den alten Napalm Death und von Celtic Frost ausgeliehen wurden. Coole Idee.

 

Genre: Crust

Musik: 7

Sound: 7

Info: 18 Songs / 40 Minuten

VÖ: 16.04.2018

 

 

 

 

ARCHITECTS OF CHAOZ  - (R)EVOLUTION    Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Architects of Chaoz…sind hoffentlich nicht ganz verschwunden im Gedächtnis der Metal Fans. Vor ein paar Jahren konnte die Band plötzlich ganz viel Aufmerksamkeit einheimsen und sogar auf dem Rock Hard Festival spielen. Der Grund: Paul DiAnno war mit einer starken Band und einer erstklassischen Veröffentlichung unerwartet wieder aufgetaucht. Das Feedback war enorm und das Debütalbum war ein wirklich starkes Ding, was auch zu 90% an Pauls zurückgewonnener Stärke lag. Danach wurde Paul immer kränker, die Band lag auf Eis und ist nun mit einem neuen Sänger zurück. Sehr schade, dass der Ex-Maiden Sänger anscheinend nicht mehr in der Lage war/ist, der Band beizuwohnen. Komischerweise wird Paul mit keinem Wort im Booklet bzw. der Thanklist genannt….mmhhh…. was da vorgefallen sein mag, möchte ich als Superfan der ersten beiden Maiden Alben gar nicht wissen… Aber gut – hier geht es ja um das Zweitwerk von AoC. Und die große Frage ist natürlich, wie klingt der neue Sänger. Der „Neue“, genannt Titta, ist natürlicht kein DiAnno, aber trotzdem eine sehr gute Wahl. Die Vocals sind nicht ganz so rauh wie bei seinem Vorgänger und haben mehr melodiöse Einflüsse in die Musik gebracht. Ansonsten herrscht immer noch starker Heavy Metal, der viele Power Metal Einflüsse vorweist und durchgängig überzeugen kann, obwohl das Album noch stärker gewesen wäre, wenn man 2-3 Songs gekürzt hätte. Aber Tittas Stimme gibt der Band wohl auch mehr Möglichkeiten, ihren Sound wachsen zu lassen. Aber schon der Opener RISE überzeugt mit starken Gitarrenriffs, doppelten Gitarrenduellen, Drum-Herrlichkeiten und den coolen Vocals. Die Songs sind sehr abwechslungsreich. Beim folgenden DEAD AGAIN gibt es Backings vom Perzonal War Sänger und bei HITMAN hat man gleichmal einen starken Refrain fabriziert, der live sicherlich zündet! INTO THE FIRE ist schon fast Thrash Metal (genauso wie BLOODRAIN FALLS) und steht der Band sehr gut zu Gesicht und wäre ein logischer Nachfolger vom Debüt geworden mit Pauls Vocals…da kann man sich ihn super vorstellen. Und Schmier gibt bei NO WAY OUT ein Gastbeitrag am Mirko ab. Mit A MOMENT OF CLARITY gibt es noch einen langsamen Stampfer, der unheimlich Druck erzeugt, bevor das etwas sperrige THE PULSE OF THE SUN von ruhigen Anfang sich zum metallischen Ende mausert. Gutes Album, auch wenn ich persönlich Paul etwas vermisse…. Heavy Metal Fans, die auf dicke Riffs stehen, sollten die Scheibe unbedingt antesten!

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 13 Songs

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

LUCA PRINCIOTTA  -  ROUGH BLUE   Metalville Records

 

www.metalville.de

 

Luca Princiotta ist ein italienischer Ausnahmegitarrist, der den meisten von Euch seit 2008 als Gitarrist von DORO bekannt sein dürfte. Vorher hat er 4 Jahre für ex-Maiden Sänger Blaze Bayley gespielt. Also wer kann sowas schon vorweisen? Und nun kommt sein Soloalbum über Metalville. Aber mit den Heavy Metal der genannten hat ROUGH BLUE nichts zu tun. Ein überwiegend instrumentales Album voller Hard Rock Songs, die durch die sehr guten Ideen an der Gitarre und einer soliden Hintermannschaften glänzen. ON BOARD ist trotz seiner fehlenden Vocals ein eingängiger Gitarrenrocker mit coolen Riffs und starken Gitarren. SHAKE THE CAKE hat einige Blues Einflüssen (wie übrigens das ganze Album) und erst mit dem schleppenden WHAT IT TAKES kommen Vocals zum Einsatz. Und was für welche. Matteo Bertini hat eine so warme und eindringliche Stimme, die nur so von großen Stadion und Festivals träumen lässt. WHAT IT TAKES ist ein Hard Rock Song, für den wohl 99% der großen Bands da draußen töten würden! NOTHING BUT THIS SONG wird dann wieder von seinen starken Vocals geführt und ist ein langsamer Blues Rocker, der in jeder Kneipe für Tränen sorgen würde. Vor allem hält sich Luca bei diesen Songs stark zurück und ist sehr songdienlich. Seine volles Können zeigt er dann aber bei den instrumentalen Songs, die trotz seiner starken Performance nie überladen oder angeberisch wirken. Und mit AIN`T NO LOVE  gelingt ihm ein weiterer Hard Rock Song der Extraklasse. Die Vocals zusammen mit der Power der Band sind verdammt stark und dürften die ganzen hochgelobten Bands locker in die Tasche stecken! Wirklich WOW! Es wäre eine interessante Sache, mal ein ganzes Album mit Vocals zu hören. Weil die drei Songs sind wirklich überragend. Aber auch so: Gitarrenliebhaber, Hard Rock und Blues Fans kommen hier absolut auf ihre Kosten! Zuschlagen!

 

Genre: Hard Rock

Musik: 9

Sound:8

Info:  10 Songs / 42 Minuten

VÖ: 25.05.2018

 

 

 

COMMANDER  -  FATALIS / THE UNBROKEN CIRCLE    MDD Records

 

www.commander-metal.eu

 

Gut 10 Jahre ist es her, dass die Münchner COMMANDER ihr letztes Album veröffentlicht haben, was im Umderground etwas aufsehen erregen konnte. Danach war lange still, was vor allem an einigen Besetzungswechsel lag. Die Band spielte zwar hin und wieder live, aber so richtig in Szene setzen konnte man sich nicht. Und wenn man dann denkt, da kommt nichts mehr, kommt plötzlich ein neues Album. Die mittlerweile stark an Anerkennung gewachsenen MDD Records haben sich COMMANDER geschnappt und sicherlich ein, wenn nicht das Highlight in ihren Katalog geholt. FATALIS ist eine dicke Überraschung und hat wenig mit den Vorgängeralben der Band zu tun. Das liegt sicherlich zum einen an Patrick W. Engel, der das Album im Temple of Harmony gemixt und gemastert hat und einen so geilen Sound zusammengezimmert hat, dass es eine wahre Freude ist. Aber ein großer Teil macht natürlich das Songmaterial aus, dass sich vor keiner US Band verstecken braucht und durchgängig hochklassig ist. Schon der Opener und Titeltrack beinhaltet starke Riffs, melodiöse Gitarrenparts, die gerne an die besten Vader und Pestilence Taten erinnern sowie klare Death Metal Vocals vom Bandkopf Nick. Was auf dem Album an der Gitarre verbrochen wird, ist wirklich oberste Liga. Unglaublich viele Riffs folgen aufeinander. Großes Kino. Nick Kolar und Steffen Augstein ergänzen sich perfekt und schmeißen Riff um Riff raus! LOCUST INFESTATION geht in die gleiche Richtung wie der Opener und ist keinen Deut schlechter. CHAOS AWAKENING ist dann slow und heavy. Und unheimlich aufdringlich. Der Chorus wird auf jeder Bühne zum Mitsingen verleiten. Weiter geht es mit NEW SLAVE DEMOCRACY, der vor allem im Refrain stark an die alten Pestilence erinnert. INSIDIOUS GREED folgt und ist der Höhepunkt des Albums. Eingeleitet durch melodische Gitarrenmelodien wächst der INSIDIOUS GREED zu einer wahren Dampfwalze, die es mit allen großen Death Metal Bands aufnehmen kann. So einen Song hat Morbid Angel seit DOMINATION nicht mehr zustande gebracht. Nick erinnert hier auch an David Vincent. Diese langsame Lavemasse und die Atmosphäre des Songs sind beeindruckend! INVIDIA erinnert an die glorreichen 90er Jahre und SUPERBIA hat viele Tempowechsel und ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Erinnert mich an die guten, melodischeren Grave Sachen. Super! ...AND DEATH SWINGS THE SCYTHE startet mit einem starken Akustikintro und wird dann ein geiler Morbid Angel artiger Kracher. Und zum Abschluß kommt mit SHATTERED EXISTENCE nochmal ein schneller Death Metal Kracher der Sonderklasse. Ja, da müssen sich die hochgelobten deutschen Death Metal Newcomer (Namen weiß ja jeder) ab jetzt vor Angst in die Hose machen! Commander haben das Zeug, ganz oben in Deutschland (und auch International!) mitzuspielen! Abgerundet wird FATALIS von einem guten Artwort aus den Händen von Remy Cooper, der schon Alben von Kreator, Cryptopsy und Arch Enemy veredelte. Eine dicke Überraschung und die Scheibe dürfte bei jeden Death Metal Fan für Entzückung sorgen. WOW!

Genre: Death Metal

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs / 42 Minuten

VÖ: 13.04.2013

 

 

 

DEATHROW  -  DECEPTION IGNORED    Noise Records / BMG

 

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Nach den 2 überragenden Thrash Metal Granaten RIDERS OF DOOM und RAGING STEEL kam 1989 das dritte Album der Band auf den Markt und schon das Cover – Artwork ließ erahnen, dass es in eine andere Richtung geht. Uwe Osterlehner ersetzte Gründungsmitglied Thomas Priebe und der mit dem mehr technische Stil von Uwe veränderte sich auch den Gesamtsound der Band. DECEPTION IGNORED hat mit den wütenden und eingängigen Thrash Metal Songs der Vergangenheit nicht mehr viel zu tun. So wirkt der Stil mehr als ein Mix aus WATCHTOWER und CORONER, was der Band aber auch sehr gut zu Gesicht stand und immernoch steht. Und so wurde DECEPTION IGNORED zum erfolgreichsten, aber auch letzten Album für Noise Records. Schon der Opener EVENTS IN CONCEALMENT erinnert von seiner Melodieführung und Gitarrenarbeit an das WATCHTOWER Zweitwerk, THE DEATHWISH hat viel von den vertrackten CORONER Rhythmen und TIOCTON und N.L.Y.H. gehen in die gleiche Richtung. Milos Gesang versucht sich auch an mehr Melodie, was zum neueren Sound der Band sehr gut passt und auch sehr gut umgesetzt wurde. WATCHING THE WORLD, NARCOTIC und MACHINERY beenden das Album mit einem Paukenschlag. Es ist schon ein kleines Wunder, was die Band zwischen RAGING STEEL und DECEPTION IGNORED musikalisch dazugelernt hat. Da staunt man erst einmal, ob es sich um die gleiche Band handelt. Da werden Sachen auf der Gitarre gezockt, die schon sehr stark sind und es locker mit dem zweiten WATCHTOWER Songs aufnehmen konnten. Das hätte man zu RAGING STEEL Zeiten den Musikern gar nicht zugetraut! Die neu remasterte Version erhält noch den unveröffentlichten Bonussong BUREAUCRAZY, der aus der DECEPTION IGNORED Aufnahmesession stammt, aber damals (aus welchen Gründen auch immer) keine Berücksichtigung fand. Dieses Mal gibt es aber kein Klappcover und auch die Informationen sind eher spärlicher als auf den zwei Vorgängern. Starkes deutsches Progressive Thrash Metal Statement, leider konnte die Band damals den großen Durchbruch nicht erzwingen. Aber ich hoffe mal, dass es nach den ganzenb Re-releasen zu einem kleinen Hype um die Band kommt und sie sich (zumindest für ein paar Konzerte) wieder zusammenrauft. Progressive Metal Fans sollten unbedingt zuschlagen! Ein Highlight des Genres! PFLICHTKAUF!

 

Genre: Progressive Thrash Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 8 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

DEATHROW  - RAGING STEEL   Noise Records / BMG

 

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Puh, nach dem starken Debüt RIDERS OF DOOM war man ganz verzückt, als man das Cover von RAGING STEEL ein Jahr später in den Händen hielt. Zwar ist das Backcover mit der ausgeschnittenen Band immer noch etwas „komisch“, aber schon damals war die Vorfreude riesig und schon das damals typische Intro THE DAWN ließ einem das Blut in den Adern gefrieren. Und als die Band loslegte, war die Freude groß! RAGING STEEL ist gleichmal ein wahnsinniger Opener: schnell, heavy, ohne Kompromisse. Milos Gesang hat einen großen Schritt nach vorne gemacht, die Band spielt unglaublich tight und schnell und der Song ist gleichmal ein Hit, der sicherlich zu den besten deutschen Thrash Metal Songs der 80er Jahre zählen dürfte. Dann wurde mit SCATTERED BY THE WIND das Tempo etwas herausgenommen und ein weiterer Klassiker geschrieben. Ein super starkes Gitarrenriff führt diesen Song. Milos Gesang ist herausragend und das Arrangement hervorragend. Das folgende DRAGON`S BLOOD hat fast das hymnische von der ersten OMEN Scheibe. Milos Gesang hatte hier den größten Schritt nach vorne gemacht und er hat sich mit dieser Leistung auf eine Stufe mit den anderen deutschen Thrash Sängern gehievt. THE THING WITHIN, PLEDGE TO DIE, MORTAL DREAD….welch Granaten! Und nach THE UNDEAD CRY und BEYOND THE LIGHT ist das Album dann leider auch schon zu Ende und war und ist für viele Fans der Höhepunkt der Band. Hier passt wirklich jede Sekunde, jeder Ton, jede Idee. Eigentlich hätten Deathrow mit RAGING STEEL alle anderen deutschen Thrash Bands abhängen müssen. Das ist auf dem gleichen Level wie Pleasure to Kill, Infernal Overkill, Terrible Certainty oder Agend Orange. Besser geht es einfach nicht. Wenn sie mit diesem Stil weitergemacht hätten und den Nachfolger mit ähnlichem Material bestückt hätten, wäre DEATHROW evtl. den gleichen Weg wie Kreator gegangen. Auch dieses Album wurde als Doppelalbum wieder neue aufgelegt und bietet einige tolle Fotos. Das Remaster ist gelungen, das Artwork kommt gut rüber und es wurde wie schon beim Debüt Album eine zweite Vinylscheibe spendiert, die das Demo von 1986 (ETERNAL DEATH) beinhaltet (INTRO / SLAUGHTERED / VIOLENT OMEN / RIDERS OF DOOM / SAMHAIN) und einen unveröffentlichten Livesong (YIGAEL`S WALL). Für Fans ein Muss! Eines der besten THRASH METAL Alben aus den 80ern EVER! ZUSCHLAGEN!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 10

Sound: 8

Info: 15 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

 

DEATHROW  -  RIDERS OF DOOM   Noise Records / BMG

 

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ENDLICH!

Nachdem ja Noise Records wieder aktiviert wurde und dadruch einige der wichtigsten Metal Alben der Vergangenheit wieder zugänglich gemacht hat, kamen natürlich erst einmal die „big names“ des Katalogs in die Läden. Celtic Frost, Kreator, Tankard, Skyclad, Voivod, Running Wild. Da konnte man schon das ein oder andere Klassikalbum abgreifen – auch Fans der ersten Stunde fanden an den günstigen, aber stark aufgemachten Releasen mit einigen Bonustracks noch einmal gefallen daran. Die für mich mit wichtigste Noise Band blieb aber lange unter dem Schirm. Und da ja die anderen Noise Bands zum Großteil noch aktiv sind, hatte ich eigentlich die Hoffnung für Deathrow schon aufgegeben. Als ich im Jahre 1986 das Artwork von Riders of Doom sah, war ich schon hin und weg und damals schwirrte der Name SAMHAIN schon in der Szene rum und oft konnte man diese Kultband nicht richtig zuordnen. War es Danzigs Version oder die Ruhrpottler – so einfach war das damals nicht ohne Informationen, die oft Monate brauchten, um an der richtigen Stelle anzukommen. …. Aber mit ex-Samhain Sticker drauf kam dann das Debüt und hat mich glatt umgehauen. Und jetzt, 32 Jahre danach kommt das Debüt der deutschen Thrasher als Doppel-LP (farbiges Vinyl) und dickem Digipack erneut auf den Markt. Die Scheiben von Deathrow verschwanden damals schnell aus dem Handel und waren die letzten Jahre sehr gesucht. Für mich stand RIDERS OF DOOM und RAGING STEEL schon immer auf gleicher Stufe wie INFERNAL OVERKILL, PLEASURE TO KILL oder FINISHED WITH THE DOGS; Alben, die alle (Thrash) Musikgeschichte geschrieben haben, aber im Vergleich dazu konnte Deathrow trotz starkem Material nie richtig durchbrechen und ein Ausrufezeichen in der damaligen Szene setzen. Es gab zwar Europatourneen mit Kreator, Possessed und Voivod, aber die Band hatte wohl zu wenig Durchhaltevermögen, um in eine Größenordnung wie Kreator vorzustoßen. RIDERS OF DOOM (für den US-Markt später mit anderem Cover und unter dem Namen SATANS GIFT veröffentlicht) ist ein Kultalbum! Kreators Mille persönlich drängt Noise auf einen Vertrag für Deathrow! Und das Album hält, was man erwartet. Schon WINDS OF DEATH lässt erahnen, was mit SATAN`S GIFT hereinbricht. German Thrash Metal, der es mit den damaligen Outputs von Kreator, Sodom, Destruction oder Tankard aufnehmen. SATAN`S GIFT und RIDERS OF DOOM sind absolute Highlights der deutschen Thrash Szene. Milos Gesang ist super und macht die Band so toll. Auf dem Album sind nur Hits. HELL`S ASCENT, SPIDER ATTACK, SLAUGHTERED, VIOLENT OMEN, DARK TALES und der etwas mehr ausgearbeitete Abschlußlied SAMHAIN überzeugen auf ganzer Linie. Riffmäßig ganz stark umgesetzt und die rumpelige, an Kreators Pleasure To Kill Phase erinnerten Drums sind ein Alleinstellungsmerkmal der deutschen Szene. Das Debüt besteht zu großen Teilen aus Material der Demos und ist auch nach sovielen Jahren noch relavant. Der Sound wurde nur minimal gemastert, die Grundstimmung bleibt gleich und das ist auch gut so. Das Doppelalbum kommt in farbigem Vinyl, interessanten Inlays und mit einer zweiten Scheibe inkl. 6 Bonussongs vom Demo und 3 Rehearsalaufnahmen. Soundtechnisch okay und ohne Vocals. Kann man sich mal anhören, aber braucht man eigentlich nicht – auch nicht als Fan. Für Thrash Fans ein Muss!  

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 10

Sound: 8

Info: 15 Songs

VÖ: 30.03.2018

 

 

KREATOR -  COMA OF SOULS    Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de
www.noiserecords.net

 

Nach dem großartigen Durchbruchsalbum EXTREME AGGRESSION, dass die Band auf der internationalen Bildfläche etablierte, schickte Noise die Band schnell zurück ins Studio, um die Gunst der Stunde auszunutzen und Kreator in den Schlagzeilen zu halten. Dabei kam eines der besten Thrash Alben aller Zeiten heraus. Erneut aufgenommen mit Randy Burns in Amerika hat Kreator einen unheimlich starken und authentischen Sound auf dem Album, der die Klasse der Songs noch einmal extra hervorhebt. COMA OF SOULS festigte die Band (zurecht) als führende europäische Thrash Metal Band auf der ganzen Welt und lies Herrscharen von Fans zu deren Shows pilgern. Ausgefeilter, verspielter und durchdachter war kein Kreator Album davor. Im Erscheinungsjahr 1990 war der Thrash Metal auf dem kommerziellen Höhepunkt und Kreator war eine der führenden Bands des Genres. Nach einem akustischen Intro zeigt schon der Opener WHEN THE SUN BURNS RED wie Thrash Metal in Perfektion auszusehen hat. Die Gitarren sind unglaublich druckvoll, die Drums sind nicht zu aufdringlich (aber unheimlich fett) und Mille`s Gesang ist einfach perfekt eingefangen. Der Titelsong COMA OF SOULS atmet wieder den Spirit der Terrible Certainty Phase und ist ein absoluter Thrash Metal Klassiker. Natürlich überstrahlt der Überhit PEOPLE OF THE LIE das Album, aber nur an dem Song darf man das Album nicht festmachen. Der Song ist lauter Linernotes erst spontan im Studio entstanden und durch seine eher simple Grundstruktur sehr eingängig geraten. Aber genau richtig für die Liveshows. WORLD BEYOND ist wieder ein Mix aus der Terrible Certainty Scheibe und moderneren Thrash bevor TERROR ZONE mit seinem melodischen Intro und der langsamen Geschwindigkeit im Thrash Universum damals ein Ausrufezeichen setzte. Die folgenden Thrash Metal Highlights AGENTS OFBRUTALITY, MATERIAL WORLD PARANOIA, TWISTED URGES und HIDDEN DICTATOR können es mit den alten Kreator Klassikern aufnehmen, hatten aber nie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdient hätten.MENTAL SLAVERY beschließt das Album mit einem kleinen Hit, der vor allem durch seinen starken Refrain lebt. COMA OF SOULS war damals ein Höhepunkt der Bewegung und auch noch heute ist die Scheibe eine der wichtigsten Thrash Metal Veröffentlichungen. Die Wiederveröffentlichung bietet zudem eine Bonus Scheibe mit einem Konzert aus der Stadthalle Fürth und umfasst die 16 Song starke Show, verpackt in einem sehr starken Sound. Die Band zeigt sich auf ihrem Höhepunkt und vor allem bei Mille gibt es die ganze Show durch keine Abnützung o.ä. Was für ein Zufall, dass ich damals genau auf dieser 
Show in Fürth war und noch immer die Eindrücke von damals mit mir herum trage. Und mit WHEN THE SUN BURNS RED, COMA OF SOULS, PEOPLE OF THE LIE, TERROR ZONE, AGENTS OF BRUTALITY fanden sich sogar 5 von 10 Songs der Scheibe im Liveset, was auch den Stellenwert von COMA OF SOULS für die Band zur damaligen Zeit zeigte. Höchstnote!


Genre: Thrash
Musik: 10
Sound: 9

Info: 11 Songs / 45 Minuten (Album)
        16 Songs / 78 Minuten(Live)

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KREATOR  - CAUSE FOR CONFLICT   Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de

 

Nachdem die Band mit dem Vorgängeralbum RENEWAL und deren simpleren Songs einen verkaufstechnischen Dämpfer erhielt (ungerechtfertigterweise), gab es nach der Tour zum Album auch intern einige Probleme. Drummer Ventor und Bassist Rob verließen die Band, außerdem suchte man mit GUN RECORDS ein neues Label, nachdem der Deal mit Noise/EPIC auslief. Die Band wollte nach dem verkaufstechnischen RENEWAL Desaster wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehren und holten mit Joe Cangelosi (ex-Whiplash/ex-Slayer) einen Meister seines Fachs ins Kreator Boot. Außerdem kam Speesy am Bass zur Band, der bis zum heutigen Tag dabei ist. Außerdem kümmerte sich Vincent Wojno, der für das Machine Head Debüt zuständig war, um den Sound und der verpasste den Ruhrpottlern einen für damalige Verhältnisse modernen Sound, der gut zum hardcorelastigen Songmaterial passte, aber old-school Kreator Fans wohl eher sauer aufgestoßen hat. Nach dem (starken!!) simpleren RENEWAL suchte Mille mit seinen Jungs wieder das Trommelfeuer und wie wenn er es allen Kritikern zeigen wollte, veröffentlichte die Band ihr härtestes und aggressivstes Album. Auch Mille`s Gesang wirkt böser und angepisster wie je zuvor. Und das Schlagzeugspiel von Joe hebt die Scheibe nach ganz oben! Da ist ein wirklicher Könner hinter der Bude! Der Opener PREVAIL schockt schonmal mit gezielter Heaviness und CATHOLIC DESPOT dürfte dank Mille`s aggressiven Gekreische schon fast mit der härteste Kreator Song überhaupt sein. Es gibt auf der ganzen Scheibe nur starke Songs, die teilweise schon anders sind als gewohnt (z.B. die 2-minütige Hardcore Attacke DOGMATIC, das komplexe HATE INSIDE YOUR HEAD oder PROGRESSIVE PROLETARIANS). Der herausragende Song ist wohl LOST, für den es auch ein Video gab. Da stimmt alles und dürfte auch für Die Hard Kreator Fans eine Wonne sein. Ansonsten hat man immer das Gefühl, dass die Band einfach nur wieder HEAVY sein will und dabei oft die von Kreator so bekannten Trademarks (eingängige Refrains, wiedererkennbare Riffs) einzusetzen vergaß. Der Abschlußtrack ISOLATION ist dann wieder eher experimentell ausgefallen, aber klar als Kreator Song zu identifizieren. Warum die Band vor allem bei ihren Shows wenig bis gar nicht auf Material von CAUSE FOR CONFLICT zurückgreift, ist mir unverständlich. Als Bonus gibt es das RAW POWER Cover von STATE OPPRESSION und die 2 Songs SUICIDE IN SWAMPS und LIMITS OF LIBERTY, die sich hinter dem Songmaterial auf CAUSE FOR CONFLICT nicht zu verstecken brauchen. Wiederum hat das Digipack ein dickes Booklet mit allen Texten, Fotos, der Geschichte zum Album und Linernotes von Mille viel zu bieten. Sicherlich kein geliebtes „Kind“ unter dem Kreator Banner, aber trotzdem sollte man dem sperrigen Werk eine neue Chance geben. Eine handvoll Hits sind schon vertreten….

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 15 Songs / 55 Minuten

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KREATOR   -   RENEWAL (Remastered)  Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de

wwww.noiserecords.net

 

Nach dem 1990er Überalbum COMA OF SOULS, dass der Band auch erstmals größeres Aufsehen außerhalb von Europa einbrachte und die Band auf dem amerikanischen Markt etablierte, schob die Band zwei Jahre später in gleicher Besetzung das sehr kritisch aufgenommene RENEWAL nach. Aufgenommen im Morrissound Studio in Florida mit Tom Morris, vollzog die Band einen Kurswechsel, der die Fans erstmal vor dem Kopf gestossen hat. Die Thrash Metal Szene war damals in einem Umbruch, die Bands wurden kommerzieller und belangloser und auch Kreator vollzogen einen Richtungswechsel mit einigen Industrial Einflüssen. Trotz aufwändigem Videodreh in Israel und einer Tour mit Biohazard kam die Scheibe nicht aus den Regalen. Unverständlicherweise, den schon damals faszinierte mich dieser neue, zu Kreator sehr gut passende (und eigentlich nicht großartige andere) Sound der Band. Der Opener WINTER MATYRIUM ist ein sehr starker Opener mit allen typischen Kreator Trademarks. Das folgende RENEWAL ist für mich, in der sehr hohen Hitdichte in der Diskographie der Band, einer der besten Kreator Songs überhaupt. Die langsamen Parts und die starken Gesangslinien sind einfach auch nach all den Jahren noch der absolute Hammer. REFLECTION ist ein weiterer starker, aber etwas ungewöhnlicher Song, der durch das gedrosselte Tempo einen neuen Eindruck der Band gewinnt. BRAINSEED könnte auch jeden der Vorgängeralben stehen und ist eine Thrash Granate, wie man sie von der Band kennt. KARMIC WHEEL ist dann schon ein eher ungewöhnlicher Song im Thrash Kontext der Band. Der eher psychedelische Mittelpart verschreckte schon einige Die-Hard Supporter. Eigentlich ist der Sound der Band nicht viel anders, immernoch 100% Kreator. Aber irgendwie hat er trotzdem nichts mit der Vergangenheit der Band zu tun. ZERO TO NONE hat einige Hardcore EInflüsse und Mille`s geschrieene Vocals verstärken den Eindruck nochmals. Trotzdem ein starker Song. Der Song mit der größten Beachtung und späterer Relevanz in den Liveshows ist EUROPE AFTER THE RAIN, ein starker und schneller Thrasher, der durch einen herausragenden Refrain gekrönt wird. Der abschließende DEPRESSION UNREST dürfte dann mit seinem ungewöhnlichen Opening eher als Experiment durchgehen, bevor ein wiederrum super starker Refrain den Song rettet. Die Scheibe war damals nach COMA OF SOULS der richtige Schritt zur Weiterentwicklung und noch immer ist für mich RENEWAL eins der Kreator Alben, die regelmäßig auf dem Plattenteller landen. Der Mix aus langsamen, aber  toll ausgearbeiteten und schnellen Songs ist auf dem Album perfektioniert worden. Nach den eher "gleich ausgerichteten" Alben COMA OF SOULS und EXTREME AGGRESSION war RENEWAL ein richtiger Schritt. Aber die Enttäuschung einiger Fans kann man evtl. auch nachvollziehen, aber die sollten zumindest mit dem jetzigen Re-Release dem Album nochmal eine Chance geben. Es wird KEINER (!!!!) enttäuscht werden! Das letzte richtig relevante Kreator Album, bevor einige schwierige Jahre für die Band anbrachen.... Als Bonustracks gibt es noch WINTER MARTYRIUM als raren Remix, den unveröffentlichten Song TRAUMA, der normale Kreator Kost bietet und einen Remix von EUROPE AFTER THE RAIN, der noch aggressiver tönt als die ursprüngliche Version. Der Sound ist noch einen Tick druckvoller als der ursprüngliche Sound und das 28-seitige Booklet mit Linernotes vom Chef ist super interessant und gewährt einen guten Eindruck in die damalige Zeit und deren Abläufe. PFLICHTKAUF!

 

Genre: Thrash

Musik: 10

Sound: 8

Info: 12 Songs / 55 Minuten

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

KREATOR   -   OUTCAST   Noise Records

 

www.kreator-terrorzone.de

 

Nachdem die Band mit dem Vorgänger CAUSE FOR CONFLICT ganz schön in Schwankungen geraten war und auch der erhoffte Erfolg ausblieb, holte man Ventor zurück ans Schlagzeug und für den ausgestiegenen Blackfire kam der CORONER Gitarrist Vetterli zu den Essenern Thrashern. Und diese neue Besetzung merkt man der Scheibe an. Sicherlich war Mitte der 90er Jahre die Zeit für Thrash Metal nicht die beste Zeit und so wirkt das Album auch eher gewollt und künstlich. Die Band war auf der Suche nach etwas…etwas völlig anderem. Und trotzdem war die Band um Mille nie weg von der Bildfläche, im Gegensatz zu vielen anderen Thrash Bands! Das Material auf OUTCAST ist aber ein weiterer Schritt weg vom typischen Thrash Sound von Kreator. Im Nachhinein war es für die Band wichtig, andere Sachen auszuprobieren – zum damaligen Zeitpunkt aber wurde das eher Gothic / Industrial beeinflusste Material von vielen abgelehnt und Kreator kam in eine richtige Schieflage. Mille schrieb eher gemäßigte Sachen, die auf dem Album den Großteil ausmachen. Aber man merkt auch den Einstieg von Vetterli an und obwohl er am Songwriting nicht direkt beteiligt war, ist sein Einfluss auf das Material, dass gedrosselter und nicht mehr ganz so durchschlagskräftig wie in der Vergangenheit wirkt, durch sein Gitarrenspiel groß. Sicherlich sind die beiden Eröffnungsstücke LEAVE THIS WORLD BEHIND und PHOBIA auch später noch in der Setlist aufgetaucht, aber richtig Eindruck konnten Sie bei mir nicht hinterlassen. LEAVE THIS WORLD BEHIND ist ein guter Opener, der aber schon hier und da mit Industrial Einflüssen glänzt und das folgend PHOBIA muß nicht großartig besprochen werden. Der Song wurde ein Hit und hat die Band wohl damals auf Kurs gehalten. Aber Kreator zeigten sich da schon weit weg von ihren Thrash Metal Wurzeln und haben den Sound durch viel Rock-Einflüsse verwässert. Vieles deutet schon auf das Nachfolgealbum ENDORAMA hin, dass mit seinen Gothic Rock Sounds wirklich die letzten Die Hard Fans vergraulte. NONCONFORMIST geht den Weg von RENEWAL, kann aber die Klasse deren Songs nicht halten. Das ist so etwa das Hauptproblem von Outcast. ENEMY UNSEEN startet mit einem Terrible Certainty ähnlichen Riff, driftet dann aber in eine zu rockige Richtung ab. Der Titelsong geht gar als experimenteller Kreator Song durch. Den Songs fehlt es durchgängig an dem gewissen Kreator Charme, was auch an dem gedrosselten Tempo und den einfachen Rockstrukturen der Songs festzumachen ist. Vetterli bringt viel Melodie und Gefühl in die Songs und Mille`s Gesangsleistung ist okay (singt sogar in cleaner Stimmlage), aber der Mix aus normalem Metal und Rock paßt einfach nicht zu Kreator. Erst der vorletzte Song AGAINST THE REST nimmt wieder etwas Fahrt auf, macht nochmal Laune und bekommt aber mit dem abschließenden A BETTER TOMORROW nochmal einen Mid-Tempo Song aufgepflanzt. Die durchgängige, eher rockige Ausrichtung des Albums nimmt viel Drive und langweilt dann über weite Strecken, weil das starke Material auch am Anfang des Albums verschossen wurde. OUTCAST hat einen sehr guten Sound, wirkt super professionell gespielt, aber der Funke konnte damals (bei mir auch heute) nicht wirklich überspringen und ist sicherlich die am wenigsten beachtete Kreator VÖ bisher. Für Fans ist das achte Album aber auf jeden Fall wieder von Relevanz, weil es a) wieder tolle Linernotes, Fotos und Geschichten hinter Outcast hervorbringt und als Bonus CD einen starken Auftritt vom 1998er Dynamo Open Air beinhaltet, der für Fans eine recht unterhaltsame und selten verwendete Setlist beinhaltet. Schon allein deswegen ist die Scheibe für Kreator Fans ein Pflichtkauf und die Chance, von der Band wirklich mal wieder was „Neues“ zu entdecken.

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 88 Minutes

VÖ: 23.02.2018

 

 

 

 

NEGATIVE SELF  -  CONTROL THE FEAR    BDHW / Soulfood

 

www.facebook.com/negativeself

 

Skater Metal ala mittlere Suicidal Tendencies gibt es von den schwedischen Crossover Helden NEGATIVE SELF. Vom ex-DR. LIVING DEAD Sänger gegründet, fahren die 5 Jungs einen Sound auf, der stark (vor allem von den Vocals her) an die mittlere Phase von Suicidal Tendencies erinnert. Das große Plus der Band ist das musikalisch hochwertige Material. Was Tor und Viktor an den Gitarren hier abliefern, ist Weltklasse! Die Songs sind durchgängig durchdacht, toll arrangiert und machen zu jeder Sekunde unheimlich Spaß. UNDERNEATH THE WAVE ist ein starker Opener, den ST schon lange nicht mehr so hinbekommen haben. IN MY HEAD ist ein kleiner Hit und auf DRAWING BLOOD geht man erstmals einen kleinen Schritt weg von der ST Formel und das steht der Band sehr gut! A NEW BEGINNING startet mit einem super Gitarrenduell und der Song ist wirklich herausragend arrangiert. Die melodischere Stimme von Andy paßt perfekt zum Song. NEVER LEAVE ist dann wieder ein fast forward ST Rocker der Sonderklasse. NO COMMON GROUND ist ein Hit, der vor allem on stage total zünden dürfte! CURSE OF LIFE ist nochmal ein schnellerer Crossoverhammer bevor das mit Akustikgitarren eingeleitete THE PAIN RETURNS einen Höhepunkt des Albums darstellt. Die emotionalen Vocals gehen total unter die Haut und der Song ist einfach der Wahnsinn. Ganz starke Scheibe, die die Band sicherlich auf einige Sommerfestivals hieven wird. Negative Self ist für mich eine dicke Überraschung, weil sie zwar die Einflüsse erkennen lässt, aber durch das tolle Gitarrenspiel an zusätzlichem Reiz gewinnt. 

 

Genre: Suicidal Hardcore Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 45 Minuten

VÖ: 16.03.2018

 

 

LOUDNESS  -  RISE TO GLORY   Ear Music

 

www.loudnessjp.com

 

Loudness aus Japan sind seit 1981 unterwegs und hatten mit THUNDER IN THE EAST (1985) und LIGHTNING STRIKES (1986) zwei ziemlich starke Alben auf dem Markt. Chartplatzierungen weltweit und viele Fans außerhalb ihrer Heimat verehren immernoch diese beiden Kultalben. Aber danach 
wurde es (zumindest außerhalb von Japan) sehr ruhig um die Band und Loudness konnten nie mehr die Klasse dieser beiden Alben erreichen. Sie verloren etwas ihren Stil und verzettelten sich in Trends und kommerzielleren Alben, doch jetzt sind sie mit einem neuen Album, RISE TO GLORY, zurück. Dazu gibt es noch eine Bonus-CD mit 13 neu eingespielten Bandklassikern der Anfangstage. Als Fan der Band bekommt man momentan einfach nicht mehr. Mehr geht nicht! Das neue Material ist wieder klassischer Heavy Metal, wie man es von Loudness gewohnt war. Akira Takasaki ist immernoch einer der unterbewertesten Gitarristen im Metal Sektor. Sein Spiel ist einfach sehr gefühlvoll und toll. SOUL ON FIRE und I`M STILL ALIVE zeigen die Klasse des Gitarristen. Die Songs sind im Midtempo oder auch teilweise fast schon im Speed Metal (MASSIVE TORNADO, NO LIMIT) zu Hause und zeigen die ganze Bandbreite der Japaner auf. Höhepunkt ist sicherlich der Titelsong mit starken Solos, Riffs und einem tollen Refrain. Aber es schleichen sich auch immer wieder "kommerziellere" Songs wie GO FOR BROKE ein, die das Gesamtbild leider etwas abschwächen. Die Band hat Klasse, aber evtl. hätten es 9 Songs auch getan, die eine gute Spielzeit von 45 Minuten erreicht hätten. So dämpft es das Gesamtergebnis etwas. Aber es gibt noch genug Songs, die vor allem alten Fans ansprechen dürften. Und vor allem die Bonus-CD kann da wieder einige Punkte gut machen. Darauf finden sich die 13 größten Bandklassiker neu eingespielt. Ob sowas Sinn macht oder nicht, muß jeder für sich selbst entscheiden. Aber die 13 Songs haben einen fetten Sound, klingen moderner und machen als "Best-Of" CD sichtlich Spaß. Das ist Metal-History und sollte von allen Fans zumindest gekannt werden. Gutes neues Album, dass aber durch die Bonus - CD nochmal eine Aufwertung erhält. Mit dem Album dürfte die Band verlorenen Boden wieder gut machen können.

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 26 Songs

VÖ: 26.01.2018

 


 

BIG BAD BRUTE  -  THE GREAT WHITE    Transubstans Records / Record Heaven

www.bigbadbrute.com

Da bekomme ich dieses schwedische Trio auf Vinyl und bin erstmal unentschlossen. Nie gehört, Cover recht seltsam, auf der Scheibe recht spärliche Infos - eigentlich so gut wie keine. Kein Inlay. Keine Infos. Gut, aufgelegt und gleichmal ein toller fetter Gitarrensound. Die Musik ist ein guter Mix aus Helmet, Harmful, Alternative Rock der 90er und einigen Sludge Elementen ala alten Mastodon. CAST IN DIRT ist ein super Opener mit starken Vocals. Der Sound drückt ungemein und der Mid-tempo Rock der Band macht Laune. Die Riffs sind wohl dosiert und die Vocals passen perfekt zum Sound der Band. THE GREAT WHITE ist ähnlich, besticht durch starke, langsam walzende Gitarrenriffs und druckvoll gespielte Drums. TRESPASSING ist der langsamste und längste Song des Albums und erinnert mich an einige alte Hellhound Bands und deren erdrückender Sound. Der Song explodiert zum Ende hin und dürfte vor allem live super funktionieren. Die zweite Seite startet mit dem ebenfalls langsamen CYCLOPS und klareren Vocals. THE GREATEST VIEW folgt und ist etwas experimenteller und hat einige progressivere Elemente im Song. SILENCE SOUNDS LIKE GUILT hat einen starken Refrain und LEAVE NO ORPHAN BEHIND zeigt nochmal das ganze Können der Band. Ein simpler, aber effektiver Sound wird von BIG BAD BRUTE gefahren, der aber viel Spaß macht. Eine Band, die man im Auge behalten sollte und hoffentlich bekommt die Band genug Presse und gute Tourneen, damit die Fans diese Band auch wahrnehmen! Stark!

 

Genre: Sludge Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 8 Songs

VÖ: 20.12.2017

 

 

GODSLAVE  -  Reborn Again  Green Zone / H´art

www.godslave.de
www.facebook.com/godslaveband

 

Auf Green Zone kommt jetzt die zweite deutsche Thrash Metal Hoffnung in diesem Monat. Im Gegensatz zu Eradicator haben Godslave schon einiges an Wind im Underground aufwirbeln können. Das Material der letzten Scheibe klang auf Dauer etwas zu langatmig und ist bei mir relativ schnell im CD-Schrank verschwunden. REBORN AGAIN macht beim Stil des letzten Albums weiter, aber die Songs haben mehr Tiefgang und auch wurde mehr Wert auf Abwechslung gelegt. Das klingt insgesamt durchdachter und reifer. Und macht somit auch auf Dauer mehr Spaß. Schon der Opener FULL FORCE FORWARD überzeugt mit fullminatnen Gitarrenideen und der Titelsong geht gut nach vorne. Im Gegensatz zu Eradicator, deren Sound tief in den 80ern liegt, machen GODSLAVE nicht halt vor Twin Gitarren und 00er Einflüssen. Vor allem der Neuzugang an der Leadgitarre bringt die Band einen gehörigen Schritt nach vorne. Riff- und Solotechnisch ist das schon internationale Topliga! Die Mid-Tempo Maschine TO THE FLAME überzeugt in bester Overkill Manier und BURN YOU ALL könnte auch von der neuen Exodus stammen. REFUSE TO BOW hat ein starkes Eröffnungsriff und ROCK ON MAN wird live wohl der nächste Superhit für die Band. Das ist stark an Overkills Hymnen angelegtes Material, dass aber absolut überzeugen kann. Da wächst starke Konkurrenz für die großen amerikanischen Bands nach; und das auch noch aus deren Hauptmarkt: Deutschland. Das Artwork und der Sound ist ebenfalls stimmig und lässt auf eine große Zukunft für die Band hoffen. Weiter so! Gebt Gas! Dann seit ihr ganz oben mit dabei!

 

Genre: Thrash Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 13 Songs / 53 Minuten

VÖ: 09.03.2018

 


 

TREEDEON  -  UNDER THE MANCHINEEL   Exile on Mainstream Records

 

www.mainstreamrecords.de

 

Oh, welch Überraschung. Nach dem guten Debüt Album kommt nun der Nachschlag der ex-ULME und JINGO DE LUNCH Musikern. Yvonne von Jingo de Lunch und ihre zwei Jungs sind zurück mit einer Wutbrumme, dass es den Freunden der Band Tränen in die Augen treiben dürfte. Das Debüt war eine große Überraschung, konnte aber letztendlich nicht den Test der Zeit bestehen und insgesamt war in meinen Augen zu wenig hochwertiges Material auf der Scheibe. Das ändert sich mit UNDER THE MANCHINEEL deutlich. Die Band hat zu sich gefunden und die Songs wirken insgesamt kompakter und ausgereifter. Treedeon sind definitv als Band gewachsen. Schon der Opener CHEETOH mit unglaublicher Kraft und Wucht und starken Riffs überzeugt total. Der Gesang von Arne Heesch ist beeindruckend und passt perfekt. DEATH OF CERES mit Yvonne an den Vocals ist ein starker Post-Rock Song mit viel Bass-Chaos. Auch das kann man fast nicht besser machen. Das alles zermalmende BREATHING A VEIN und das schnellere NO HELL rocken gut nach vorne. Das eher experimentelle und Industrial-mäßige MANCHINEEL sticht etwas aus dem Gesamtkontext heraus. Und fette, ULME - artige Brachialriffs gibt es auf PROTOPLANET zu finden. Das 16-minütige WASICU beendet dann das Album eher mit progressiveren Tönen. Richtige Hits zum mitsingen findet man natürlich nicht auf der Scheibe. Aber das ist von richtigen Musikern kreierte, durch einen fetten Sound (Olli Wong - ex- OJO ROJO) dargelegte und von Arne Heesch mit tollen Fotos fürs Artwork veredelte Material ein Ausrufezeichen in die Musikwelt. Für Sludge Fans ein Muss! Entdeckt die Band! Stark!

 

Genre: Sludge
Musik: 8
Sound: 8
Info: 7 Songs / 45 Minuten
VÖ: 23.02.2018

 

 

 

MOTHER MISERY  -  MEGALODON   Transubstanc Records

 

www.mothermisery.com

 

So, hier ist sie also, die neue MOTHER MISERY. Eine der besten schwedischen Bands, die aber (und nur Gott weiß warum) nie die Aufmerksamkeit erhielt, die sie eigentlich verdient hat. Auch das neueste, 10 Song umfassende Album ist ein Meisterwerk und braucht sich hinter den großen Bands nicht verstecken. Seit gut 14 Jahre veröffentlicht die Band keine schwachen Alben und steht immernoch in der 2. Reihe. Aber hoffentlich schafft es die Band mit dem Megalodon Monster. Schon das Artwork springt einen ins Gesicht und der Sound ist unheimlich heavy ausgefallen. Im Vergleich zum letzten, eher straighteren Album STANDING ALONE gibt es diesmal mehr ausgearbeitet Songs und vor allem mehr Heaviness: die Drums drücken ohne Ende und die Riffs sind wieder mehr Metal als Rock. Die Band beschreibt ihren Sound ja selbst als Super Sonic Rock und das dürfte auch sehr passend sein. Schon der Opener THE CHALLENGER besitzt ein starkes Riff und super Gesangslinien. Der Song bleibt sofort im Ohr hängen und sollte auf der Bühne wahrlich explodieren. Danach kommt die bereits als Single bekannte Auskopplung ASHES OF YOUR CROWN, welches einer der stärksten und eingängigsten Songs der 4 Schweden darstellt. Auch der folgende Titelsong überzeugt mit einer ungemeinen Power und die herausragenden Vocals von John Hermansen. STONECOLD KILLER ist ein typischer Mother Misery Rocker, aber vor allem INTO THESE LIES und DOWN IN THE DIRT haben es mir mit ihren starken und eindringlichen Gesangslinien angetan. Und wie schon auf dem Vorgängeralbum gibt es mit IF YOU FALL eine herzzerreißende Ballade zum Schluß. Zwar hat der Song nicht ganz die Eindringlichkeit des Jahrhundertsongs STATE OF GRACE, aber allein die Stimme geht total unter die Haut. Ja, Mother Misery dürften mit diesem Album auf jeden Fall einen großen Schritt nach vorne gehen. Ich kenne keine Band, die wie Mother Misery klingt. Und das will heutzutage was heißen! KAUFEN!!!

 

Genre: Super Sonic Rock

Musik: 9

Sound: 9

Info: 10 Songs / 40 Minuten

VÖ: 12.1.18

 

 

 

IRON WALRUS  - A BEAST WITHIN   Redfield Records


www.redfield-records.de
www.iron-walrus.de

Iron Walrus haben in ihrer kurzen Karriere schon 2 Alben veröffentlicht
und schieben jetzt ihr drittes Album nach. Schon die ersten beiden
Scheiben haben durch ein starkes Artwork überzeugt und auch dieses Mal gibt es einen echten Hingucker.

Der Mix in der Tonmeisterei von Robin
Völkert hat der deutschen Sludge Metal Band einen starken Sound
verpasst, der auch absolut identisch ist. Außedem hat die Band jetzt
ihre Masken gelüftet und das Geheimnis preisgegeben (wers eh nicht schon
wußte...). Obwohl ich die ersten beiden Scheiben wirklich als gelungen
empfinde, war es auf der Länge einer CD nach einer gewissen Zeit etwas
zu eintönig und monoton. Oft wirkte es nach ein paar Songs etwas zu zäh.
Und siehe da, die Band liefert diesmal "nur" 8 Songs, die es auf eine
angenehme Spielzeit von 35 Minuten bringen, und um es vorweg zu nehmen:
keine Hänger, keine Füller, nur hochklassiges Material! Los geht es mit
dem vom Video bekannten CRAWLING, der gleichmal durch ein cooles
Eröffnungsriff und einen geilen Groove besticht. Da hat man gleichmal
einen der stärksten Songs in ihrere Karriere an den Anfang gesetzt. Aber
danach gibt es mit TAKE CARE sogar noch eine Steigerung. Der Song ist
super eingängig und der Refrain geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Das
ist wohl der beste Iron Walrus Song in der bisherigen Karriere. Danach
geht es mit ABYSSAL nochmal langsamer zur Sache. Das Riff drückt, das
Tempo wird etwas gedrosselt, der Song killt. Stark! CONTROL startet dann
mit einem sich böse aufbauenden Riff und ist ein hammerstarker Song
geworden, der vor allem durch seine tollen Gitarrenriffs und einem
superslowen Refrain überzeugt. Das Riff groovt alles über den Haufen!
Und mit NO MORE REASON ist der Band ein weiterer Killer gelungen. Das
Eröffnungsriff hätten Cathedral oder Crowbar nicht besser hinbekommen,
die Vocals von Sven passen wir die Faust aufs Auge und die Drums drücken
ohne Ende. Mit FOOLS wird es etwas flotter und das längste Stück des
Albums kommt natürlich am Ende. Eingeleitet von Akustikgitarren
überzeugt DROWNING durch eine unglaubliche Langsamkeit, die einem dem
Kopf abschraubt und die erzählartige Stimme lassen den Song sehr
bedrohlich wirken. Musikalisch sehr ausgereift mit einigen tollen
Gitarrenspielereien bringen etwas Abwechslung in den Gesamtkontext der
Band. Prüfung bestanden, Fehler der Vergangenheit ausgebessert und die
Stärken ausgebaut. Es gibt keine zweite Band, die klingt wie die 5
gestandenen Männer von Iron Walrus. Stark!

Genre: Sludge Metal
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / 35 Minuten
VÖ: 15.12.2017

 

 

 

KILLING AGE  -  DEVIL`S CHILD    Gegentrend Records

 

www.killingage.de

 

KILLING AGE haben sich im deutschen Underground schon einen kleinen Namen gemacht und bringen jetzt mit DEVIL`S CHILD ihr neuestes Werk heraus. Und warum sich die Band so großer Beliebtheit erfreut, kann man an den Einflüssen für den KA-Sound erkennen. Viel Pantera, viel Machine Head….zwei Bands, die einfach immernoch einen hohen Stellenwert im Metalbereich haben. Und genau diese Trademarks nehmen die 4 Jungs auf und verfeinern sie mit eigenen Ideen. Schon der Opener GOOD TIMES überzeugt mit starker Gitarrenarbeit und den starken Vocals von Jan und zeigt die Band um einiges gereifter und vor allem düsterer als auf dem Vorgängeralbum. Hier regieren starke Riffs, fette Grooves und ein Sänger mit viel Wut im Bauch. Weiter geht’s mit DEVIL`S CHILD, der nahtlos an die Klasse des Openers anknüpfen kann. Ansonsten wechseln sich leider viel Licht und etwas Schatten ab. DROWN hat viel von einem angepissten Phil Anselmo oder RAISE YOUR FIST mit einigen Hardcore Anteilen. CARRY THE FIRE überzeugt mit einer neuen Brutalität. Mit GOODBYE ist Killing Age noch ein wahnsinniger Brecher gelungen, der wohl die ganze Bandkarriere überstrahlen wird und der abschließende B.B.B.B., der mit Double-Bassdrums und viel Power zu überzeugen weiß. 50 Minuten sind dann realistisch gesehen vielleicht 10 Minuten zu viel. 2-3 Songs weniger und es wäre ein Killer Album geworden. Trotzdem, eine der heißesten Bands in Deutschland. Und das Artwork ist stimmig zur Musik und der Sound ist super brutal ausgefallen. Somit fast alles richtig gemacht.

 

Genre: Groove Metal

Sound: 8

Musik: 8

Info: 13 Songs / 51 Minuten

VÖ: bereits erschienen

 

 

 

4 OHM MONO  -  DISSONANT PRAISES   

 

www.4ohmmono.com

 

Warum es manche Bands trotz aller gegebener Voraussetzungen nicht schaffen, wird immer ein Rätsel des Musikbusiness bleiben. Eine Band, die bei Century Media war, einen herausragenden Sänger besitzt und mit ihrer Musik genau in der Schnittmenge zwischen Metal/Alternative war und von den einfach nur fetten Gitarrenriffs gelebt hat, war CHUM aus West Virginia. Nach dem sehr starken (und immernoch geilen) Debüt auf Century Media verschwand die Band von der Bildfläche. Sänger John Lancaster hat sich danach als Solokünstler versucht und einige Alben veröffentlicht. Und nun kommt er mit seiner neuen Band 4OHMMONO und seiner zweiten EP zurück. Und was seinen Soloscheiben gefehlt hat (die Härte), ist jetzt dank neuer Band wieder voll da. Schon der Opener OVER THE RIFT hat ein bretthartes Riff, dass einen nicht stillsitzen lässt.  Das schiebt so gewaltig, dass man denkt, die guten HELMET sind zurück. Und darüber droht John mit seinen unglaublich guten Vocals. Das Schlußriff geht nochmal total unter die Haut und hat schon die göttliche CHUM Klasse. Da freut man sich, dass die Power und die Kraft zurück im Sound sind. Das folgende DEAD CALM DWELLERS wird getragen von einem groovigen Rhythmus und 90er Gitarrensalven, doch der Song explodiert förmlich im Refrain. Dazu erneut eine starke Gesangsleistung von John. Zusammen mit Mac Walker an der Gitarre entwickelt er fette Riffs im Minutentakt. Und Barry Smith und Josh Adkins (Bass und Drums) legen einen geilen Groove unter die Songs. VOID ALL IN BETWEEN hat wieder dieses unglaublich starken Riffs und ist mit seinem getragenen Tempo und der eindringlichen Gesangslinie der Höhepunkt des Albums. Warum so eine Band keinen Vertrag bekommt, entzieht sich meiner Vorstellung. Gut, ich kann Euch nur ans Herz legen, sich diese Scheibe zu holen und sich vor den Boxen die unglaubliche Wucht anzunehmen. Großes Kino - MEISTERWERK!

Genre: Heavy Rock
Musik: 9
Sound: 9
Info: 3 Songs / 18 Minuten
VÖ: 13.10.2017


 

HELLAMOR  -  s/t

 

www.hellamor.com

 

Hellamor sind mit ihrer dritten EP zurück und können mit den 4 neuen Songs wiederum voll überzeugen. Nachdem die letzten Scheiben tief im Stoner, Rock`n`Roll und Metal vergraben wurden, hat sich das Songwriting der Band etwas gedreht und man hört auf der neuesten Scheibe viele old school Metal Riffs und Soundhinweise aus der glorreichen Vergangenheit auf dem neuen Album. Der Opener FORGET FORGIVEN startet mit einem schönen Akustik-Intro, dass sich in ein tolles Gitarreninferno verwandelt und Gitarrist Nino lässt hier seine alte Liebe zum Metal von der Leine. Das hat was von alten Testament oder Metallica! Überhaupt besitzt die Basis von Klaus (Bass), Adrian (Drums) und eben Nino an der Gitarre großartiges Potential. Hier werden gute Ideen umgesetzt, ohne das man das Augenmerk auf einen simplen, aber gut durchdachten Song verliert. Der langsame Doom Teil im Song ist z.B. sehr gelungen und kommt so überraschend, dass es eine Freude ist, das zu hören.  Der „Star“ der Band ist natürlich ex-Calamus Sänger und Daredevil Gründer Ralf, der der Musik seinen Stempel aufdrückt. Aber auch der Gesang wirkt reifer und ausgearbeiteter als auf den 2 Vorgängerscheiben und überzeugen auch mit tiefen und und teilweise sogar bösartigen Momenten. FTW ist ein gut nach vorne gehender Rocker, der auch mit bluesigen Teilen ausgestattet ist und einen sehr einfühlsamen Refrain besitzt. DON`T TURN AROUND hat wiederum einen Refrain mit viel Wiedererkennungswert und der Song, der sich im Mid-Tempo tummelt, hat einen starken Mittelteil, wo Nino noch einmal eine tolle Melodie aus seiner Gitarre zaubert. SAY MY NAME ist dann zum Abschluß der EP einer der stärksten Hellamor Songs bisher. Die Riffs sitzen, der Groove rollt und die Vocals passen hier wie die Faust aufs Auge. SAY MY NAME beendet das Album mit einem Donnerschlag und dürfte keinen Hellamor oder alten Calamus Fan enttäuschen.

 

Genre: Metal Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 4 Songs / 26 Minuten

VÖ: out

 

 

 

DANZIG  -  BLACK LADEN CROWN   AFM Records

 

www.afm-records.de

 

So, hier ist es also endlich, das neue Danzig Album. 25 Jahre ist es schon her, als DANZIG III: HOW THE GODS KILL das Licht der Welt erblickte und die Band ganz nach oben beförderte. Und jetzt kommt die neue Scheibe; für mich als Extrem-Fan natürlich ein Fest. Schon als Misfits Fan wurde ich danach mit Samhain fast umgeblasen und die ersten 4 Danzig Scheiben sind sicherlich das Nonplusultra im Rock Bereich. Selten hat eine Rockband so böse und gemein gewirkt, wie damals. Und trotz einer relativ missglückten Industrialscheibe (5), konnte Danzig noch einmal ein Ausrufezeich mit 6:66 SATANS CHILD setzen. Danach ging es leider aber nur noch abwärts. Sicherlich haben auch die anderen großen Bands der damaligen Zeit nicht durchgehend starke Alben veröffentlicht (Metallica, Slayer etc), aber der Weg nach unten von Danzig von einem einstmaligen Gott ist schon fast dramatisch. Dabei macht er persönlich gesanglich gar nicht so viel falsch. Songs waren immer originell, aber leider leiden alle Scheiben ab der 6:66 über einen unterirdisch schlechten Sound. Und warum Danzig nicht mehr an alte Stärken anknüpfen kann, liegt leider zu 99% an der Band vor allem an T. Victor (obwohl ich Prong sehr mag!). Aber das passt einfach nicht – Glenn bräuchte einfach wieder eine Rock- oder Bikerband und keine Metalband als Backup! Die Gitarren haben schon das letzte Album SKELETONS zerstört. Aber gut – angeblich wird jetzt ja alles besser und voller Freude ging es los. Erst einmal muß ich mich wieder über einen sehr spärlichen und schlechten Sound ärgern. Das nimmt einfach so viel weg von der Musik. Warum ist es ihm nicht möglich, einen fähigen Produzenten ran zu lassen und der Band einen guten Sound hinzuzaubern? Die Scheibe hat immerhin einige gute Songs, aber kann bei weitem nicht an die alten Klassiker anknüpfen bzw. auch nur annähernd daran schnuppern. Der Titeltrack beginnt mit einer melodiösen Gitarrenmelodie und hat viel von den alten Sachen, Glenn klingt wie ein kaputter DOORS-Sänger, der Song plätschert etwas vor sich hin, bevor er am Schluß etwas härter wird. Das folgende EYES RIPPING FIRE ist ein guter Song mit viel Power, bevor es im Refrain etwas gemächlicher zugeht. Das bereits bekannte DEVIL ON HWY 9 rockt gut ab und dann kommt der erste Höhepunkt. Das langsame, eindringliche LAST RIDE, dass auch auf der IV hätte stehen können. Das ist vielleicht genau einer der Songs, auf den alte Fans so lange gewartet haben. THE WITCHING HOUR und BUT A NIGHTMARE (mit einer sehr starken Gesangslinie) sind ebensfalls von früher inspiriert und vor allem erstgenannter besticht durch seinen guten Anfang. BLACKNESS FALLS ist auch gelungen und durch den sehr schleppenden Groove ein Highlight auf dem Album. Und mit PULL THE SUN gelingt Danzig ein Wahnsinnssong! Hier singt er fast wie früher, die Atmosphäre ist beängstigend und somit ein gelungener Abschluß. Glenn hat selbst produziert und erneut ist es ihm nicht gelungen, die eigentlich guten Songs in das richtige Soundgewand (und da meine ich auch die Band inkl. Solos) zu packen. Es ist so schade, weil da wirklich so viel mehr möglich gewesen wäre. Ein Schritt in die richtige Richtung, aber leider kein Hammeralbum. Dann hoffen wir auf die nächste Scheibe….

 

Genre: Metal

Musik: 7

Sound: 6

Info: 9 Songs / 50 Minuten

VÖ: 26.05.2017

 

 

 

POUNDING METAL - A TRIBUTE TO EXCITER      Skol Records

 

www.skolrecords.com

 

Eine der besten und heutzutage einflussreichsten Speed Metal Bands, die Kanadier Exciter, werden hier mit einem Tribute Album geehrt und die Scheibe kann durchgängig überzeugen. Exciter, die ja ihren Klassiker HEAVY METAL MANIAC Monate vor KILL EM ALL herausbrachten, haben über all die Jahre dem Trio die Treue gehalten und momentan ist die Band ja in der Originalbesetzung zurück und arbeitet auch an neuem Material. Darum macht dieser Sampler auch Sinn. Einige der angesagtesten neuen Speed Metal Band sind hier vertreten.
Es fällt keine richtige Band ab, obwohl schon EVIL INVADERS mit "Violence&Force" und MASTERS OF DISGUISE mit ihrem sehr melodisch vorgetragenen BLACK WITCH die Höhepunkte darstellen. Die eigentlich sonst sehr starken RANGER haben mit "Evil Sinner" einen ganz guten Beitrag, der aber durch die Stimme etwas abfällt und einer der schwächeren Songs in meinen Augen darstellt. CRYSTAL VIPER haben einen interessanten Ansatz (durch die weiblichen Vocals) und bringen mit "Long live the loud" eine super Version an den Start. RAM ist gut und SAVAGE MASTERS typisch. OCTOBER 31 bringt eine Speedversion mit guten Vocals ein. Das Album, das auf 500 Kopien limitiert ist, wurde von Bart Gabriel produziert und hat den Bands einen guten und vor allem einheitlichen Sound gemeiselt.

 

01. ATTACKER (USA) "Cry Of The Banshee"
02. EVIL INVADERS (Belgium) "Violence & Force"
03. CRYSTAL VIPER (Poland) "Long Live The Loud"
04. IRONSWORD (Portugal) "Death Revenge"
05. RANGER (Finland) "Evil Sinner"
06. RAM (Sweden) "Beyond The Gates Of Doom"
07. MASTERS OF DISGUISE (Germany) "Black Witch"
08. SAVAGE MASTER (USA) "Saxons Of The Fire"
09. OCTOBER 31 (USA) "Stand Up And Fight"
10. VISIGOTH (USA) "Rising Of The Dead"
11. GATEKEEPER (Canada) "Victims Of Sacrifice"
12. VULTURE (Germany) "Feel The Knife"

 

Genre: Heavy Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs

VÖ: 28.04.2017

 

 

Daredevil Records

Mooslohstraße 79

92637 Weiden

Germany

 

service@daredevilrecords.de

 

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