R E V I E W S

ATAVISMO  -  INERTE    Temple of Torturous

 

www.templeoftorturous.com

 

In Spanien ist ATAVISMO eine bekannte Größe in der Psychedelic, Stoner, Progressive und Hard Rock Szene. Und das die restliche Welt noch nicht soviel von der Band mitbekommen hat, wundert mich. Die Band aus dem schönen Algeciras (Cadiz) hat sich aus der Asche der (vielleicht für die älteren Stoner Rock Hörer) coolen VIAJE A 800 entwickelt und mit einigen neuen Einflüssen und Mitgliedern hat die Band einen eigenen Stil entwickelt, der vor allem von Sandras eingängigen Vocals, die komplett in spanischer Sprache gehalten sind, lebt. Die Band hat musikalisch wirklich Klasse und man merkt den Musikern an, dass sie mit Herzblut bei der Sache sind. PAN Y DOLOR, EL SUENO, LE MALDICION DEL ZISCO, BELLEZA CUATRO und VOLARAS sorgen für eine ausgeklügelte und angenehme Atmosphäre mit vielen guten Gitarrenideen von Mateo und Poti. Das ist einfach rundherum stimmig. Das Artwork ist auch mehr als gelungen und somit ist die Scheibe für Freunde von ausgefeiltem Rock eine Kaufempfehlung. INERTE ist nach DESINTEGRACION das zweite Album auf dem schwedischen Label und dürfte die Band einige Schritte auf der (internationalen) Karriereleiter nach oben befördern.

 

Genre: Psychedelic Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 5 Songs

VÖ 07.04.2017

 

 

 

TELEPATHY  -  TEMPEST    Golden Antenna

www.goldenantenna.com
www.facebook.com/telepathyband

Wow - ein Hammer Riff Album. Das zweite Album der Instrumental-Riff-Metal Band TELEPATHY. TEMPEST ist ein Konzeptalbum, das die Reise einer Person darstellt, die von Trauer und totaler Isolation darstellt, die nach einer großen Flut erwacht und die Trostlosigkeit spürt. Viele Parts auf dem Album vermitteln genau dieses Gefühl. Es fesselt; und das will was heißen bei einem Instrumentalalbum! Vor allem bei mir.... Die Band rifft sich den Teufel aus dem Leib, hat aber ganz viel Gespür für die ruhigen Momente. Ihr Mix aus Post Metal, Sludge und einigen kurzen Black Metal Einflüssen zieht einen in seinen Bann. So entsteht eine Soundlandschaft, die fesselt und einen fast erschläft. Zum ersten Mal wurde ein Gesang in einen Song eingebaut, der sich aber leider auf dem Song ECHO OF SOULS in purem Geschrei ausweitet. Da wäre evtl. mit einer anderen Stimme mehr möglich gewesen.Gleich das Intro FIRST LIGHT baut einen unglaublichen Spannungsbogen auf, bevor der Opener SMOKE FROM DISTANT FIRES nah am Post Metal Genre kratzt, aber auch gleich einige Blastbeats zwischen den melodischen Gitarren eingebaut bekam. CELEBRATION OF DECAY rifft und rockt in Höchstform bevor das bereits erwähnte ECHO OF SOULS erstmals mit Vocals aufwartet.  Es ist schwer einen Song hervorzuheben und so beendet das schwermütige,  mit vielen ruhigen Teilen versehene METANOIA dieses Konzeptalbum.  Das Album wurde vom bekannten Produzenten Jaime Gomez Arellano aufgenommen, der u.a. schon mit Paradise Lost, Cathedral, Ghost und Opeth gearbeitet hat. Der Sound ist unglaublich dicht und fett und geht absolut unter die Haut. Das drückt mit einer Wucht, die man selten gehört hat. Unbedingt kaufen!

VÖ: Riff Rock
Musik: 8
Sound: 9
Info: 8 Songs / Minuten
VÖ: 31.3.2017

 

 

SATURN  -  BEYOND SPECTRA     Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/saturnsweden

 

Saturn aus Schweden haben mit ASCENDING (LIVE IN SPACE) vor ein paar Jahren ein wirklich sehr gutes Album veröffentlicht, dem zwar die ganz großen Hits fehlten, aber das Potential war richtig zu spüren. Und dann, dass muß man gleichmal vorwegnehmen, wird man total überrascht. Was ist das? Fünf Schritte vorwärts. Diese Energie und Spielfreude, die schon auf ASCENDING zu spüten war, bläst einen jetzt regelrecht um. Es gibt weiterhin Querverweise zu Rainbow, Deep Purple, Led Zeppelin und vor allem der Judas Priest (Sad Wings of Destiny und Sin after Sin) Anfangszeit, aber diese sind noch geschickter verpackt und um eine dicke Ecke Twin-Gitarren in bester Iron Maiden Manier ergänzt worden. Auf dem Album wurde explizit auf Overdubs oder eine zweite Gitarre unter dem Solo verzichtet und außerdem wurde auf 2 alten Radio-Soundboards (eines schwedischen Radiosenders) aufgenommen, was dem Sound und dem Feeling sehr gut tut. Hier hat man wirklich das Gefühl, man steht mit im Proberaum. Ist beim Opener ORBITAL COMMAND, der durch viel Power, einige Boogie Rock Elemente und starken Twin Guitar Duellen hervorsticht, der Gesang noch etwas in einer „nervigeren“ Position und ist erstmals eher störend…..kommt spätestens beim verdammt starken Mittelteil des Songs, dass an ruhige early Maiden Zeiten (Powerslave, Somewhere in Time) erinnert, so richtig Gänsehaut auf. WOLFSSON ist getragener und mit einem weiteren guten Riff versehen und diesmal passenderen Vocals. Waren die Vocals beim Opener noch schrill und 80er Metal, hat man hier mehr die 70er ins Auge gefasst und trägt die Vocals mit schönen Backings eher Hard Rock mäßig vor. NIGHTTIME BADGER ist dann sowas wie der Befreiungsschlag aus dieser ganzen Retro Rock Ecke. Ein toller Song mit starken Vocals und super Gitarrenmelodien in der Schnittmenge Rainbow, Ufo und Deep Purple. Nach der Einleitung LINKANS DELIGHT kommt mit ELECTROSAURUS SEX ein weiterer erstklassiger Hard Rock Song, der auch in den 70er Jahre hätte veröffentlich werden können. Obwohl man das Gefühl nicht los wird, man hat das schonmal irgendwie und –wo gehört, geht die mit großartigen Gitarrenarrangements versehene Musik als Boogie Rock Highlight durch. STILLYOUNG rockt dann wieder etwas mehr und überzeugt durch einen erstklassigen Refrain und starken Gitarrenläufen. Auch hier ist der galoppierende Rhythmus wieder prägend. Judas Priest in deren Frühphase (Sad wings of Destiny und Sin after sin) scheinen immer wieder durch bei den Gitarrenideen. Die Band spielt einen „auf“, dass es eine wahre Freude ist. Ganz großes Kino. Power, schnelle Riffs, großartig! STILL FORCE OF THE NORTH ist ein guter Rocker im typischen Stil und HELMET MAN hat einige Progressive Rock Züge und entwickelt sich zu einem eingängigen Monster, der wahrscheinlich auch noch in 20 Jahren auf der Tanzfläche gespielt werden könnte. In den 70ern wäre man mit diesem Song wahrscheinlich durch die Decke gegangen. SILVERTAPE überzeugt gleichmal wieder durch die Twin NWOBHM beeinflussten Gitarrenläufen und mit SENSOR DATA gibt es fast den härtesten Track mit coolen Gitarren zum Schluß. Oft hat man zwar das Gefühl, die Band will einfach „zu viel“ und manches wirkt in meinen Augen auch „zu viel“, zu verspielt….aber die Jungs stecken 99% aller anderen Bands dieses Genres in den Sack! Ein wirklich herausragendes Album, dass man so nicht erwartet hatte nach dem guten Debüt. Soundmäßig spürt man den guten Vibe in der Band und die Freude an der Aufnahme. Und das Artwork ist ganz stark!

 

Genre: Retro Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 44 Minuten

VÖ: 31.03.2017

 

 

 

TROUBLED HORSE  -  REVOLUTION ON REPEAT   Rise Above / Soulfood

 

www.facebook.com/troubledhorse

 

Troubled Horse aus Schweden konnten ja mit ihrem letzten Album und durch intensives Touring einen guten Namen in der eh überlaufenen Retro/70s/Hard Rock Szene machen. Vor allem durch die ständige Live-Präsenz hat sich der Name zumindest etwas gefestigt. Und nun erscheint über Lee Dorians Label der Nachfolger, der insgesamt „erwachsener“ und „reifer“ klingt. Aber das soll durchaus positiv gemeint sein. Auch hat sich die Band einfach auf das konzentriert, was sie am besten kann: Rock Songs mit viel Energie schreiben. Hier wirkt nichts künstlich aufgebaut oder gewollt anspruchsvoll (wie das auch gerade wieder im Trend ist…), das ist einfach pur und frisch. Schonmal das sehr tolle Cover sammelt einige Pluspunkte und der warme Sound überzeugt. Los geht es mit dem sehr guten Opener HURRICANE, der viel Kraft besitzt und und mit einem galoppierenden Rhythmus flott vorgetragen wird. Schon hier wird Martin Heppichs Stimme zum tragenden Element, was sich auch auf den kommenden Songs fortsetzt. THE FILTHY ONES ist bei der Strophe eher Mid-Tempo, aber besitzt einen sehr guten Refrain und ist ein sehr guter Retro-Rock-Song! WHICH WAY TO THE MOB ist dagegen flockiger, rockiger, blumiger und besitzt einige 70er Einflüsse und PEASANTS wird durch eine starke Gesangslinie und ein super Riff nach vorne getragen. Ein Höhepunkt ist sicherlich der langsame, schleppende und sehr bedrohlich wirkende (vor allem durch das Gitarrenriff!) THE HAUNTED. Hier ist das Zusammenspiel wirklich beeindruckend. Leider ist mit DESPERATION ein, mit seiner Westernthematik, eher unpassender Song dazwischen gerutscht. Aber als weiterer Höhepunkt muß TRACK 7 (ja – der Song heißt so!) gewertet werden, der noch einmal eindringlich die Stärke von Troubled Horse (super Riffs, starker Groove, herausragende Gesangsleistung) aufzeigt. Warren Zevons Coverversion von MY SHIT`S FUCKED UP hätte es in meinen Augen nicht gebraucht, aber BLEEDING beendet die Scheibe mit einem Mix aus ruhigen und richtig explosiven Momenten. Mit dieser Scheibe dürfte sich das Trio zumindest in der Szene eine festen Platz ergattert haben.

 

Genre: Retro Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 9 Songs

VÖ: 31.03.2017

 

 

 

ANANDA MIDA  -  ANODINATIUS   Go Down Records

 

www.facebook.com/anandamidaband

 

Diese Band hat mir erstmal gar nichts gesagt. Aber ist gleichmal eine dicke Überraschung. Die Band ist einfach anders als die „üblichen Verdächtigen“… und um einiges interessanter! Das alles wirkt sehr ausgearbeitet und durchdacht. Die Progressive Rock Anleihen vermischen sich mit psychedelischen Momenten zu einer Melange aus 70s Prog Rock und dezentem Stoner Rock. ORS hat fast Pink Floyd Züge und LUNIA wirkt eher wie ein (durchdachter) Jam. Schon allein die Harmoniegesänge von Oscar und Filippo sind einzigartig und geht unter die Haut. AKTAVAS ist ein Stück härter, passt aber super zu den eher progressiven und ruhigen Tönen. Auf der Platte stecken so viele Details, dass man sogar nach mehrmaligem Hören noch neue Sachen entdeckt. Zum Schluß gibt es noch mit OCCASION einen bluesigen Song mit Funk Rock Einflüssen. Das Ganze ist sehr eigen, selten so ausgefeilte Sachen gehört, die aber trotzdem fesseln. Nehmt das Beste aus Asteroid, Dexter Jones`Circus Orchestra und Dead Meadow. Die Meister der 70er Jahre hätten sich um so ein Album wahrscheinlich geprügelt. Ob die Band ein Projekt bleibt oder großartig in die Szene einschlägt (zu wünschen wäre es den 6 Musikern!), wird sich zeigen.

 

Genre: Psychedelic Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 7

Info: 9 Songs / 45 Minuten

VÖ: 24.03.2017

 

 

 

DOCTOR CYCLOPS  -  LOCAL DOGS    Heavy Psych Sounds / Cargo

 

www.heavypsychsounds.com

 

Einigen von Euch warden die Alben des italienischen Trios DOCTOR CYCLOPS ein Begriff sein. Veröffentlicht auf dem tollen World in Sound Label, schafften es die Songs der Italiener zu einiger Bekanntheit in der europäischen Szene. Nun sind sie auf einem neuen Label (der logische Schritt zu Heavy Psych Sounds) mit einem starken Album zurück. Der Stil der Songs hat sich etwas in eine „kommerziellere“ Richtung bewegt. Weg vom typsichen Doom/Stoner/Black Sabbath Sound der Vergangenheit … die Songs haben sich in die angesagte Retro/70s/Psychedelic Rock Ecke geöffnet, was den Songs aber nicht schadet. Vor allem die Vocals von Christian Draghi sind einfühlsamer und klarer geworden. Ich denke mal, vor allem hier hat man dieses Mal viel Zeit im Studio verwendet, um die Vocals ausgereifter wirken zu lassen. Die Einflüsse aus Blues, Psychedelic und 70s Rock funktionieren gut, LONELY DEVIL und D.I.A. sind gleichmal ein dickes Statement zu den ganzen anderen Retrobands. Ein Indiz für die Klasse der Songs dürfte auch sein, dass Bill Steer (Carcass, Firebird, Gentlemans Pistols) bei zwei Songs (STARDUST und DRUID SAMHAIN) die Leadgitarre übernommen hat. Beide Songs sind auch sowas wie die Highlights auf dem Album. Und nach dem starken WITCH`S TALE gibt es mit WITCHFINDER GENERAL noch eine gut gelungen Coverversion. Die wiedermal sehr spärlich, aber mittlerweile typsich für HPS aufgemachte CD wurde vom Rise Above Künstler Marcello Crescenzi gestaltet. Ein großer Schritt in die richtige Richtung und wohl auch ein großer Schritt raus aus dem Underground.

 

Genre: Retro Rock

Musik: 8

Sound: 7

Info: 10 Songs

VÖ: 31.3.2017

 

 

 

 

SOUNDGARDEN - ULTRAMEGA OK Sub Pop / Cargo Records
 
www.cargo-records.de
 
Das hier ist also, die "Korrektur" des Klassikers. Obwohl ich auch schon damals sehr tief in der Material "Soundgarden" eingetaucht war, war mir bis heute "fremd", dass die 1988 erschienene Scheibe gar nicht so hätte sein sollen. ULTRAMEGA OK wurde 1988 von SST Records veröffentlicht und die Band war sehr unzufrieden und so wurde geplant, das Album neu zu mischen und für die folgenden Pressungen diesen neuen Mix zu verwenden. Aber dann kam der Erfolg dazwischen: die Unterzeichung bei A&M, der große Durchbruch, das Touren. Und ULTRAMEGA OK blieb halt wie sie war. Jetzt hat sich die Band dazu entschlossen, sich die Zeit zu nehmen und die Scheibe neu zu mixen. Jack Endino, ein langjähriger Freund der Band und natürlich bekannt durch seine Arbeiten für Nirvana und Mudhoney und schon damals in den Aufnahmeprozess verwickelt, hat sich den Originalbändern nun angenommen und einen doch sehr anderen, interessanten Mix angefertigt. Diese Versionen sind irgendwie "roher" und kraftvoller. FLOWER und ALL YOUR LIES profitieren davon ungemein, das überragende BEYOND THE WHEEL ist noch eindringlicher und ein wahres Monster. Der langsam aufbauende Gesang und das simple, aber effektive Riff zerstört alles. Alle Songs bis zum finalen ONE MINUTE OF SILENCE atmen mehr Rock als zuvor und machen einfach alles platt. Auch der etwas klarere Sound tut den Songs gut, die aber für mich weiterhin nicht die Klasse des Debüts haben. Als Bonus befindet sich noch die ULTRAMEGA EP auf der CD, die die Songs in ihrer ursprünglichen Version zeigen und sind eigentlich noch heavier und cooler als die Remixe. Die Aufnahmen entstanden kurz zuvor und wurden damals auch schon von Endino produziert. HEAD INJURY ist pure Magie, BEYOND THE WHEEL zerstört in dieser Version alles und das schwere Riffing in INCESSANT MACE zeigt die Black Sabbath Einflüsse gut auf. HE DIDN`T ist gar exklusiv auf der EP und INCESSANT MACE V2 gibt es dann noch als extra lange Version auf der Scheibe. Allein die Aufmachung der Scheibe ist wunderschön, beinhaltet Linernotes von Kim Thayil und Jack Endino. Eine musikalische Hinterlassenschaft, die Pflicht ist für Rock Fans, aber noch nicht die Klasse des Folgealbums LOUDER THAN LOVE besitzen.
 
Genre: Grunge
Musik: 8
Sound: 9
Info: 19 Songs
VÖ: 10.03.2017
 
 

PERSEFONE  -  AATHMA   ViciSolum Records / Rough Trade

 

www.persefone.com

www.vicisolumrecords.com

 

Jens Borgen, der ja in letzter Zeit u.a. Kreator zu neuer Stärke verholfen hat, hat sich um AATHMA gekümmert. Außerdem konnte die Band Paul Masvidal (u.a. Death, Cynic) für die beiden Songs LIVING WAVES und AN INFINITASIMAL SPARK gewinnen, der dieser Scheibe natürlich noch einen Extrapunch verleiht. Und zu guter Letzt hat Travis Smith, der u.a. die Artworks für Opeth, Slayer und Amorphis gestaltete, das Album mit einer sehr guten Arbeit veredelt. Die Musik wird jeden Prog-Metal Fan zur Verzückung bringen. Angefangen vom gut 20 minütigen, epischen Titelsong (mit Unterstützung von Sängerin Merethe Soltvedt und Leprous Gitarrist Øystein Landsverk), der sicherlich ein Highlight in der PERSEFONE Karriere ist, bis zu allen anderen Songs, die nur so vor Spielfreude und Virtuosität sprühen. Das Sextett aus Andorra schafft nach dem letzten, sehr gut aufgenommenen Album SPIRITUAL MIGRATION noch einmal eine gewaltige Steigerung und hat wohl ein Genre-Highlight des Jahres erschaffen….ein Gesamtkunstwerk, das sich vor keiner anderen Prog-Death-Metal Band verstecken braucht. Hier funktionieren Chöre und klassische Klänge im Sound hervorragend, was sicherlich auch an der sehr druckvollen Produktion liegt. Die Scheibe startet nach zwei (!) Intros und zeigt mit dem Song PRISON SKIN dann gleichmal den Weg vor, der ein Mix aus Post Metal, Progressive Metal, Death Metal und viel Melodien ist. Hier wechseln sich Klargesang und Death Metal Shouting ab, was auch auf vielen anderen Songs Einzug in den Sound genommen hat. SPIRALS WITHIN THY BEING ist dann einen Tick heavier mit starken Gitarren und ballernden Drums. Vor allem der Gesang, der sich mehr aufs Schreien als auf die tiefen Growls verlegt hat, hinterlässt hier einen sehr guten Eindruck. Das psychedelische Insturmental COSMIC WALKERS gibt dazwischen etwas Platz zum Staunen und Verschnaufen, aber mit NO FACED MINDLESS geht der Prog-Death in die nächste Runde. NO FACED MINDLESS ist eher wie das Vorgängeralbum mit mehr Tempo und düsterer. Musikalisch ein Ausrufezeichen und mit diesem Album hat die Band sicherlich den Anspruch auf den Prog-Death Metal Thron. Wer auf alte Opeth, neuere Death, Cynic oder alte Gojira steht, unbedingt kaufen!

 

Gerne: Progressive Death Metal

Musik: 9

Sound: 9

Info: 13 Songs / 64 Minuten

VÖ: 24.02.2017

 

 

 

KLONE  -  UNPLUGGED   Pelagic Records

 

www.klonesphere.com/klone

Klone konnten mit dem letzten Album HERE COMES THE SUN schon Kritiker und Hörer beeindrucken. Und nach dem Live Support für Anneke von Giersbergen haben sie nun ihre Akustikshow auf CD gebracht. Und das ist atemberaubend! Die alten Songs haben neue Arrangements bekommen und wirken sehr beeindruckend. Die Prog-Rock Band hat sich mit Armelle Dousset eine Gastmusikerin ins Boot geholt, die die Songs mit ihren Akkordeon, Piano und Percussions stark aufwertet. Neun Songs gibt es von den letzten beiden Alben (Here comes the sun und The Dreamer`s Hideaway), live aufgenommen in Frankreich. IMMERSION, GRIM DANCE gehen als Eröffnungsdoppel gleichmal total unter die Haut, bevor das Depeche Mode Cover PEOPLE ARE PEOPLE eine kleine Überraschung bringt, die stärker geworden ist, als ich erwartet hatte und in dieser Form wohl Millionen von Hörern berühren würde. Die Scheibe beinhaltet auch zwei neue Songs, die die die Richtung der Liveaufnahme fortsetzen.  ROCKET SMOKE und SUMMERTIME halten locker das Niveau der "alten Songs". Mit dieser Scheibe dürften KLONE zur wichtigsten Band in Frankreich aufsteigen. Da kommt wohl noch was ganz großartiges die nächste Zeit! Anchecken!

 

Genre: Acoustic Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 11 Songs / 49 Minuten

VÖ: 17.02.2017

 

 

ANGEL CREW  -  XVI   Strength / Cargo

www.facebook.com/angelcrewHC

Eine transparente Vinyl Scheibe erreicht uns von dem Label Strength Reocrds. Leider gibt es keinen Einleger oder Innenhülle, die Aufmachung wirkt leider eher basisch. Das Label von Roger Miret (Agnostic Front) bringt uns die Belgier ANGEL CREW nach 10 Jahren voller Wut und Aggression zurück. Einerseits ist es typischer Euro-Hardcore mit Querverweisen zu den üblichen Verdächtigen, andererseits überzeugt das heftige Metalriffing, dass teilweise an die schnelleren Pantera Sachen erinnern. Die Bandmitglieder haben schon bei Backfire, Deviate, Born from Pain und Pro Pain ihre Erfahrungen gesammelt und genau diese "Erfahrenheit" merkt man dem Album auch an. Trotzdem klingt es frisch und zeitgemäß. Aber trotzdem ist es einfach schwer, sich in diesem Genre noch neu zu erfinden. Vieles klingt halt schon bekannt und teilweise ausgelutscht, aber das ist wohl besonders in diesem Genre nicht auszuschließen. Die Band bemüht sich aber um Abwechslung und schafft es schon, den Hörer bei der Stange zu halten. BOMBARDIER und STABBING BASTARDS (starker Groove!!) sind als Eröffnungsstücke gleichmal unschlagbar und überzeugen durch gute Riffs und einen hohen Wutpegel. Die Band verzichtet (Gott sei Dank) auf moderne Breaks und das ganze Zeug. CRUCIFIY ME und das coole KINGS OF DOGS sind für mich die Höhepunkte. Gutes Riffing und gute Refrains zeichnen diese Songs aus. Hervorzuheben wäre noch, dass die Band nicht nur auf Geschwindigkeit und Wut setzt, sondern viele Songs auch im Mid-Tempo wachsen lässt, fette Riffs drüberschiebt und einen unglaublichen Groove entwickelt. Und die EXPLOITED Coverversion von BEAT THE BASTARDS ist auch mehr als gelungen. Also Hardcore Fanatiker sollten unbedingt zuschlagen - alle anderen denk ich lassen eh die Finger davon.

Genre: Hardcore
Musik: 7
Sound: 8
Info: 12 Songs
VÖ: 20.01.2017

 

 

DAMNED PILOTS  -  OVERGALAXY    Sliptrick Records

www.damnedpilots.com

Sliptrick Records hat ja eine große Bandbreite auf ihrem Label, aber so richtig festsetzen konnte sich bisher noch keine Band. Jetzt probieren es die DAMNED PILOTS mit einem Scie-Fi-B-Movie Image und viel Theatralik. OVERGALAXY ist ein Konzeptalbum und basiert auf den Comic-Alter-Egos der Bandmitglieder Don Nutz, Sgt. Ote, Willer Hertz und Erik Space. Die Story handelt davon, dass diese Kerle mit ihrem 70er Hippie-Van ins Weltall reisen und dort dreht sich dann alles um Hass, Frieden, Liebe, Rebellion usw. Gutes Thema eigentlich, dass soundtechnisch von Ron Goudie (Gwar, Death Angel, Poison) und Bill Metoyer (ja - der!) veredelt wurde. In das Album muß man sich hineinhören, denn so richtig hängen bleibt kein Song. Muss das bei einem Konzeptalbum sein? Das ist fraglich, manche funktionieren auch auf der Basis von Hits. Die Musik ist breit gefächert: von Stoner zu Metal zu Doom zu Pop zu Groove Metal zu Psychedelic. Da wird viel verbraten, aber in einer guten Art und Weise. Der Opener DAMNED PILOTS ist schonmal ein Mix aus fetten Groove Riffs, angerauhten Vocals und einem ganz guten Refrain. THE SEASON OF THE ENDINGS überzeugt dann mit einem guten Metal Riffing und starken Vocals. DESERT EUROPA wird eher doomig und leise.... HELL IS COLD z.B. hat einen guten Refrain, dürfte auf der Bühne gut funktionieren und sein Mid-Tempo-Riffing macht Laune. Die psychedelisch angehauchte Ballade WE DON`T DIE schafft es sogar wirklich, etwas Hippie-Feeling zu verbreiten. Das fast Groove Metal artige SYLVANIC dagegen spiegelt vielleicht die Texte gut wieder, passt aber nicht wirklich zu dem Rest... Gutes Album, aber zu einem Genrehighlight fehlen einfach die herausragenden Songs. Toller Sound, gute Band, gute Aufmachung, gutes Image....aber irgendwas fehlt...

Genre: Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 10 Songs
VÖ: 10.03.2017

 

 

 

THUNDER - RIP IT UP (limit. 3 CD deluxe edition) Ear Music

 

www.thunderonline.com

 

Das elfte Studioalbum der Engländer hält die Qualitäten der Vorgängerscheiben und versucht in musikalischer, lyrischer und kreativer Hinsicht an ihr Top 10 Erfolgsalbum WONDER DAYS anzuknüpfen und es wird ihnen wohl gelingen, denn das Material ist auf dem gleichen Niveau und dürfte im Zuge des letzten Albums den Status der Band weiterhin festigen, wenn nicht sogar ausbauen. Es ist schon beeindruckend und auch eine Überraschung, dass Thunder das Niveau (ja auch im gesetzten Alter...) halten können bzw. teilweise sogar noch toppen! Schon der Opener NO ONE GETS OUT ALIVE beeindruckt durch die enorme Spielfreude und Kraft, die der Sound entwickelt. Die Songs haben durchgängig Hitposoluter Höhepunkt ist ENEMY INSIDE mit einigen STONE TEMPLE PILOTS Querverweisen. RIP IT UP dürfte das Vorzeigealbum 2017 werden und wird auch den Test der Zeit bestehen und als Highlight in der THUNDER Diskographie sich etablieren. Ganz großes Kino und ein MUSS für alle Rock Fans! Und aufgewertet wird die CD noch durch ein tolles Digipack mit wunderschöner Aufmachung und 2 Live CDs, aufgenommen im 100er Club in England auf dem Triumpfzug der WONDER DAYS Tour. Vom Opener WONDER DAYS über BLACK WATER zu BROKEN, die 14 Songs des Abends überzeugen durch enorme Spielfreude und unglaubliche Kraft. Das Material lässt einen die Atmosphäre wahrlich spüren und allein der Zugabeblock mit I LOVE YOU MORE THAN ROCK`N`ROLL, THE ROCKER und DIRTY LOVE lässt alle Fans wohl Freudentränen ins Gesicht laufen. Die Band spielt groß auf, aber man muß wirklich die Gesangsleistung von Daniel Bowes hervorheben. Auch Live einer der europäischen Ausnahmesänger!

 

Genre: Hard Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 11 Songs / 51 Minuten (+ 2 Live-CDs 14 Songs / 86 Minuten)
VÖ: 10.02.2017

 

 

tential, SHE LIKES THE COCAINE oder RIP IT UP rocken ohne Ende und voller Frische. Das ist moderner Rock mit vielen Querverweisen zu der goldenen Zeit und vor allem Vocals sind absolute Champions League!
Ab

 

THOBBE ENGLUND  -  SOLD MY SOUL    Metalville / Rough Trade

 

www.metalville.de

 

Thobbe Englund ist vielen bekannt als Gitarrist bei RAUBTIER und SABATON. Und jetzt bringt der Gitarrist ein Album heraus, wo er sich zurück zu seinen Wurzeln bewegt und ein Album abliefert, dass voller Power Metal Songs ist. Einen Großteil hat er in seinem eigenen Studio Big Cat in Falun aufgenommen und ohne großartige Tricks…d.h. viele One Takes wurden verwendet. Und das hält das Album frisch. Thobbes Vocals haben viel von 80er Jahre Power Metal und starken Riffs. Weit weg von Sabaton übrigens. Das hier ist reiner Heavy bzw. Power Metal. Der Titeltrack startet gleich mit einem fetten Riffing und viel Power. Der Song geht gut nach vorne ab und zeigt die Heaviness des Albums. Der folgende ANNIHILATION startet mit einem Motörhead-artigen Bassintro und ist sehr nah am Sound der Legende. I AM klingt dann etwas moderner, überzeugt mit starkem Riffing, großer Power und einem großen Hard Rock Touch. Seine oft "leidende" Stimme paßt hier hervorragend dazu und das Solo in dem Song ist Extraklasse und macht den Song zu einem der vielen Highlights auf dem Album. Bei THE GLOW hat sich Thobbe ein BLACK SABBATH Riff rangeholt und zu einem wahren Monster veredelt und geht direkt in das mit großem Hitpotenzial ausgestattete IT BURNS über. Der Gitarrenlauf der Strophe erinnert mich zwar an eine 80er Jahre Kapelle (ich komm grad nicht drauf...), aber der starke Refrain und der sehr "kommerzielle" Song dürfte der Höhepunkt des Albums werden (für die Massen!). Und wie er bei dem rockigen Song das Tempo rausnimmt und mit einem Hammersolo aufbaut, ist aller Ehren wert! WOW! STEEL AND THUNDER ist wie der Name sagt. Ein Heavy Metal Song mit klassischen Riffs und Einflüssen der ganzen 80er Helden. Unglaublich starker Song! TRÄGEN VINNER wird auf schwedisch vorgetragen und hat viel Sleaze Rock Anteile und wirkt durch die Vocals/Sprache sehr bedrohlich. BREAK THE CHAINS ist wieder ein sehr gelungener Power Metal Song bevor ein wahres Monster über einen hereinbricht. WOUNDED KNEE reißt alles nieder; ist schleppend, eindringlich, böse und mit starken Vocals ausgestattet. Der Song ist näher an manchen DIO Großtaten als viele wohl zugeben werden! Für mich der beste Song des Albums und evtl. einer der besten puren Metal Songs 2017! Soweit lehn ich mich mal aus dem Fenster nach diesem Hörerlebnis! FAREWELL rockt nochmal, bevor THE ASHES das Gitarrenthema von THE GLOW aufgreift und es zu Ende bringt. Erwartet hab ich mir gar nichts, aber das hier ist ein super Album! Ein bunter, aber immer hommogener Mix eines Ausnahmekünstlers. Stark!

 

Genre: Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 12 Songs / 39 Minuten

VÖ: 24.02.2017

 

 

MOTHERSHIP - HIGH STRANGENESS Heavy Psych / Cargo

www.heavypsychsounds.com

Klassischer Stoner Rock aus Dallas. Die Gitarren rollen schön nach vorne, wie es die alten Helden Fu Manchu und Konsorten in ihrer Anfangszeit vormachten. Nach einem Intro, der zugleich der Titelsong ist, startet das super starke RIDE THE SUN. Ganz große Riffs, treibende Drums und super Vocals lassen mein Stoner Rock Herz hell leuchten. Das ist der Sound, den Bands wie Nebula; Lowrider und Fu Manchu in ihrer Anfangszeit perfektionierten. Ein Hammer! Sowas cooles habe ich schon lange nicht mehr gehört. Dann folgt aber mit MIDNIGHT EXPRESS leider das genaue Gegenteil. Der Song wird wohl von einem anderen Bandmitglied gesungen (zumindest sind alle 3 Mitglieder mit dem Zusatz Vocals behängt....) und leider ist das wirklich öde und langweilig. Den Song am Anfang zu stellen war sicherlich nicht klug. CROWN OF LIES kann aber leider wieder nicht zu 100% überzeugen. Zu schwach sind wiederum die Vocals und die Gesangslinien. Das folgende HELTER SKELTER hat dann wieder mehr Drive, aber allein beim Refrain hätte man noch das ein oder andere rausholen können. ETERNAL TRIP ist wie der Titelsong ein Instrumental mit viel Psychedelic Rock Einfluss, aber wenn man diese beiden Songs wegnimmt, bleiben gerademal ein bißchen über 25 Minuten und 6 Songs. Na gut, muß jeder selbst wissen. WISE MAN hat dann wieder viel Qualität und rockt gut nach vorne. Vor allem der Refrain ist ganz stark und SPEED DEALER beschließt die Scheibe mit einem 8-minütigem Stoner Rock Feuerwerk versöhnlich. Aber ein fader Beigeschmack bleibt - da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Wiederum ein hochklassisches Cover und wieder eine extrem kurze Spielzeit - das hat sich wohl leider auch bei Heavy Psych eingebürgert. Stoner Rock Fans sollten aber auf jeden Fall reinhören.

Genre: Stoner Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 8 Songs / 34 Minuten
VÖ: 17.03.2017

JOHN HOYLES  -  NIGHTFLIGHT    Crusher Records

 

www.facebook.com/john.hoyles.7

 

Crusher Records, die u.a. Horisont, Spiders, Blues Pills und Troubled Horse entdeckten, schmeißt das Solo Debüt von John Hoyles auf den Markt.

John Hoyles? Der Engländer war Gitarrist von WITCHCRAFT, gründete danach mit seinem Kumpel Axel die Band SPIDERS und war u.a. auch auf der TROUBLED HORSE Scheibe zu hören. Mehr Name-Dropping geht gar nicht. Die Songs sind eine Ecke rockiger als die seiner Bands, aber Fans werden seinen Stil raushören. John singt, spielt alle Instrumente außer Schlagzeug, dass u.a. von seinem GRAVEYARD Kumpel Axel eingespielt wurde. Die Songs sind eine Sammlung von Ideen, die nicht zu seinen Bands paßten und somit bekommen wir hier ein wirklich tolles Album mit viel Gefühl. Der Opener TALKING ABOUT YOU ist ein beschwingter 70er Jahre Rocker, NIGHTFLIGHT überzeugt mit einem Flamenco artigen Gitarrenriff inkl. psychedelischer Ausrichtung und POLICE CAR (im Original von Larry

Wallos) haben viel von britischen Ur-Punk. Man hat immer wieder Bands wie THE DAMNED oder DEAD BOYS in den Ohren. MINEFIELD, ein sehr guter 70s Punk / Rock Song beschließt die A Seite und hinterlässt erstmal einen sehr überraschten, aber positiven Eindruck. IN THE GARDEN startet die B Seite mit einer Ballade, die einiges von den ruhigen White Stripes Songs hat und somit auch in der englischen Rock Bewegung der 60er seinen Ursprung hat. Und John besitzt einfach eine tolle, eindringliche Stimme.

THE DARK DESCENT ist dann ein Gitarrenzwischenstück, dass in das tolle BEFORE I LEAVE mündet. Der Song wird von einem starken Gesang und von einem Gitarrensolo getragen. Ein Höhepunkt des Albums ist sicherlich der Abschlußsong TOMORROW, der durch akustische Minimalriffs und starken Vocals überzeugt. Der Song explodiert wahrlich in der Mitte und wird dann von einem starken Punk-artigen Riff getragen

. Man fühlt sich gleich in die englische Szene Anfang der 70er zurückversetzt. Obwohl John seit Jahren in Schweden lebt, hat er seinen englischen Sound mit der Muttermilch aufgesaugt! Soundmäßig ist man eher in der Vergangenheit verwurzelt, was den Songs mehr Authenzität gibt. Die LP hat ein schlichtes, aber wirkungsvolles Artwork und die schwere Vinylplatte wird leider ohne jede weitere Aufmachung (kein bedrucktes Inlay etc.) ausgeliefert. NIGHTFLIGHT erscheint ganz old school auch auf Tape!

 

Gerne: Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 8 Songs

VÖ: 24.2.2017

LO-PAN  -  IN TENSIONS    Aqualanb Records

 

www.lopandemic.com

www.aqualamb.org

 

LO-PAN sind in Europa leider noch viel zu unbekannt! Obwohl (!) die Band nur starke Alben veröffentlicht hat. Vor allem ihr letztes Album COLOSSUS war ein Meisterwerk und dürfte 99% aller Heavy Rock Alben locker in den Ärmel stecken. Die musikalische Wucht von Skot Thompson am Bass, Jesse Bartz am Schlagzeug und vor allem von Adrian Lee Zambrano (der mittlerweile von Chris Thompson ersetzt wurde) an der Gitarre sind fast nicht zu überbieten und bieten eine schwere Soundwand, die an beste Only Living Witness, Chum oder Dozer Zeiten erinnert. Aber vor allem auf COLOSSUS gab es noch ein größeres Plus: die unglaublich gefühlvollen Vocals von Jeff Martin. Es war schon unglaublich, was Jeff damals geleistet hat und hat somit COLOSSUS zu einem der 5 besten Stoner Rock Alben ever gemacht. Und nun kommt über das Brooklyner Label Aqualamb Records überraschend die neue EP und toppt jede Erwartung. Um es

vorwegzunehmen: besser geht es nicht! Allein der Opener GO WEST bläst einen förmlich um, diese Wucht vermisst man bei vielen aktuellen Scheiben und schon nach einigen Sekunden setzte dieser unglaublichen Gesang ein und zaubert eine Gesangsmelodie ins Zimmer, die einem fast Tränen in die Augen treibt, weil er auch so eine optimistische und positive Energie vermittelt. Der fünfte Release der Band aus Columbus hat jetzt schon gewonnen! SINK OR SWIM und LONG LIVE THE KING gehen in eine ähnliche Richtung und ALEXIS ist ein kurzer, aber eindringlicher Brocken. PATHFINDER beendet mit gut 7 Minuten dieses Meisterwerk. Das langsam startende Inferno überzeugt mit einer starken, weil souligen Gesangsleistung, baut sich langsam auf und explodiert dann.

Aufgenommen in Columbus von Joe Viers, gemixt von Jonathan Nunez

(Torche) und Ryan Haft (Capsule) in Miami und gemastert in Chicago von Carl Saff (Russian Circle), die der Band einen warmen und echten Sound verschafft haben. In Amerika gilt die Band nach unendlichen Tourneen als

heißes Eisen; jetzt ist es an der Zeit, sich Europa zu widmen Jungs!  

IN TENSIONS erscheint als CD und als limitierte 10-inch Scheibe inkl.

100-seitigem Buch! Unbedingt zuschlagen!!!

 

Genre: Stoner Rock

Musik: 10

Sound: 9

Info: 5 Songs / 23 Minuten

VÖ: 28.1.2017

BLACK BLACK BLACK  -  ALTERED STATES OF DEATH AND GRACE    Aqualamb Records

www.aqualamb.org
www.black-black-black.com
www.jasonalexanderbyers.com

Für mich sind ja die DISENGAGE Scheiben immernoch der absolute Wahnsinn. Das Merch wird totgetragen und die CDs laufen ständig und begeistern mich immer wieder. Und nach der LO-PAN Bestellung bei Aqualamb entdecke ich BLACK BLACK BLACK (auffallend der Black Sabbath Schriftzug!), die neue Band des DISENGAGE Sängers Jason Byers. Was für eine Freude, seine Stimme nach all den Jahren wieder zu hören. Musikalisch ist BLACK BLACK BLACK aber eine komplett andere Baustelle, trotzdem nah am Disengage Sound. Schon allein wegen dem Groove und dem Gesang. Doom Pop wird die Musik vom Label beschrieben. Lassen wir das mal so stehen.... Der Sound hat schon im weitesten Sinne mit Desert Rock zu tun, aber im Großstadtmoloch geschrieben mit einer düsteren, dunkleren Seite. Morbide, poetische Songs über Pillen, Verfall, Satanismus oder Horrostories bestimmen das Album. Die Texte sind genauso schwarz wie der Bandname. Der Opener ZOLOFT MANUAL rockt gewaltig und das treibende I GOT SCABIES könnte (ja ja...) von Disengage sein. Die Gitarren grooven, drücken und rocken und der Refrain haut alles um! Der Soloteil hat dann tatsächlich was poppiges, was dem Song aber sehr gut steht und super klingt. LLOYD NEEDS MEDS fehlt dann etwas die Power, ist düster und getragen und überzeugt trotzdem durch einen starken Gesang, schöne Melodien und gutes Songwriting. LET`S BLOODLET ist dann wieder schnelles Riffing, guter Groove und viel Punk Einflüsse und Gastvocals von Dave Curran von Unsane. Vor allem der Gangshout im Chorus erweckt den Eindruck. EXORCIST EVERYTHING ist bedrohlich, düster und wird durch ein cooles Riff getragen. Wenn der Song dann im Refrain explodiert denkt man unweigerlich an Helmet oder Quicksand. Danach eröffnet ein Wahnsinnsriff von Jakob Cox den Song LET`S SCARE DEATH TO DEATH. Unglaubliche Energie wird freigesetzt und rockt wahnsinnig. Überhaupt ist die Truppe mit Jeff Ottenbacher an den Drums und Johnathan Swafford am Bass gut aufgestellt. JESSUP JESSUP JESSUP erinnert stellenweise an die alten Life of Agony und EVERY DENTIST DOES ist mit seinen 1:15 ein schneller Punk-Rocker. SLOWLY SEVERED kommt dann wieder im Mid-Tempo an, überzeugt durch einen starken Groove und die herausragenden Vocals von Jason. Der 8-minütige WHEN DYING`S DONE beschließt das Album und würde wohl am Besten zu der Stilbeschreibung "Doom-Pop" passen. Die Musik ist düster, aber auch beschwingt und hat einige Pop-artige Ausflüge. Metal, Rock und Alternative Fans sollten unbedingt reinhören. Disengage Fans eh. Und wer auf gut gemachten Rock ala Helmet, Fudge Tunnel oder Cave In steht, dürfte hier auch eine Heimat finden. Das Album wurde von Andrew Schneider (Unsane) gemixt und von Carl Saff (Fu Manchu) gemastert. KAUFEN!!! Auch das Album erscheint auf dem Brooklyner Label Aqualamb in einer limitierten Vinyl-Auflage inkl. 100seitigem Buch! Übrigens ist das 2013er selbstbetitelte Album ähnlich stark und sollte auch unbedingt angecheckt werden.

Genre: Doom Pop
Musik: 9
Sound: 8
Info: 10 Songs / 32 Minuten
VÖ: 25.03.2016 

 

 

 



AUGUST / SEPTEMBER 2016

BENT LIFE - NEVER ASKED FOR HEAVEN

MONSTERNAUT - MONSTERNAUT

DEMON INCARNATE - DARVAZA

ADDITIONAL TIME - WOLVES AMONGST SHEEP

CHAMBER OF MALICE - CRIME CITY SLAM

NICK OLIVERI`S MONDO GENERATOR - BEST OF

DEE SNIDER - WE ARE THE ONES

SVARTANATT - SVARTANATT

JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE - THE GOLDEN ANTHROPOCENE

SUBROSA - FOR THIS WE FOUGHT THE BATTLE OF AGES

LLNN - LOSS

MADAME MAYHEM - NOW YOU KNOW

DAMAGE - DO THE DAMAGE

MONUMENT - HAIR OF THE DOG

BENT LIFE - NEVER ASKED FOR HEAVEN Bridge 9 / Soulfood

www.facebook.com/betlifehc

Aus Nebraska kommt dieser Wutinvasion. Produziert vom TERROR Schlagzeuger und mit einer starken Aufmachung ausgestattet dürfte die Band schon bald zu den „Großen“ in ihrem Genre zählen. INTRODUCTION startet diesen Wutbrocken mit einem coolen Groove-Riffing und dann gibt es gleichmal voll auf die Mütze. LOCK startet furios und geht dann in einen S.O.D. artigen Moshpart über. Die Band zeigt einen guten Mix aus totaler Raserei und langsamen, guten Parts…aber macht die Band nicht gerade zu etwas besonderem. Da hat THANKS FOR NOTHING schon mehr zu bieten. Midtempo Smasher mit geilem Slayer Solo am Anfang und fiesen Moshparts. HANDS OF LEAD ist wieder im Mosh-Modus, besticht durch ein starkes 80er Jahre Crossover Riff und punktet wohl vor allem live mit den massiven Gangshouts. STAB ME ist dann wieder eine kurze Abrissbirne bevor der längste Song des Albums, CHEAT DEATH, alles zermalmt. Ein Mix aus CROWBAR, KINGDOM OF SORROW, PANTERA und HATEBREED. Ganz starke Nummer mit einer herausragenden Power und wohl auch durch seine Länge der herausstechende Song auf dem Album. Das folgende KICK ist wieder nette 2 Minuten lang und ich bin echt angetan von den Riffs von Chris Miller und Brock Stephens, die wohl ganz viel 80er Crossover aufgesaugt haben. PAINLESS und WAR überzeugen auf der gleichen Linie bevor das wohl anspruchsvollste Stück am Schluß platziert wurde. PERMANENCE wird durch Akustikgitarren aufgelockert und hat einen abwechslungsreichen Aufbau. Insgesamt sollten Fans von oben genannten Gruppen mal ein Ohr riskieren. Guter Einstand, obwohl leider die ganz großen Momente und Höhepunkte fehlen und vieles einfach noch zu gleichförmig klingt. Aber das kann ja noch mit dem nächsten Album kommen.

Genre: Hardcore

Musik: 7

Sound: 8

Info: 10 Songs / 24 Minuten

VÖ: 05.08.2016

JB

MONSTERNAUT - MONSTERNAUT  Heavy Psych Sounds / Cargo
www.facebook.com/monsternaut

Da ist er also endlich wieder…der gute alte klassische Stoner Rock der 90er Jahre im Fahrwasser von Nebula und Fu Manchu. Monsternaut aus Finnland sind fett und dreckig und klingen so, wie guter alter Stoner Rock klingen sollte. Die drei Jungs starten gleichmal mit dicken V8 Motorgeräuschen und setzen dann mit einem fetten Riff ein, der dem Hörer gleichmal die Haare nach hinten bläst. DOG TOWN rollt gewaltig nach vorne und die Vocals sind im angenehmen „Fu Manchu“ Modus gehalten. Die Drums drücken und grooven, die Gitarren drücken – SUPER! Das kurz gehaltene BACK FOR MORE hält sich mit keinerlei Schnickschnack auf und zockt einfach durch. MOUNTAIN DOOM nimmt etwas das Tempo raus (aber weit entfernt von Doom Metal!) und bringt mit seinem old-school QOTSA Drumsound und relaxten Vocals eine angenehme Stimmung in die Bude. BLACK HOIZON erinnert von den Gitarren und der Stimmung her an die göttlichen Black Sabbath und ist sicherlich ein Highlight auf dem Album. VOLCANOS ist ein weiterer starker Groove Rocker bevor MEAN MACHINE mit seinem Tempo und Riffs alles niederwalzt. Das längste Stück des Albums, MEXICO, ist ein ruhigeres, zurückhalterndes Stück mit viel Tiefgang. Die Band überzeugt total. Sie wird wohl auch in der kommenden Festivalsaison auf allen üblichen Stoner Rock Festen zu finden sein, davon bin ich überzeugt. Leider ist die Aufmachung wiedermal zu wenig für so eine starke Band…aber das kennt man ja mittlerweile von Heavy Psych Sounds. Stoner Fans: zuschlagen!

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs / 34 Minuten

VÖ: 07.10.2016

JB

DEMON INCARNATE - DARVAZA  FDA Rekotz / Soulfood
www.facebook.com/demonincarnatemusic

Schon das Debüt Album letztes Jahr hat mich schwer begeistert und läuft bei mir immer noch hin und wieder. Vor allem der schwere Sound der Band und die herausragenden Vocals von Lisa Healey ziehen einen immer wieder an. Da es sich aber beim Debüt um teilweise ältere Songs handelte, war ich wirklich auf neues Material gespannt und die Band hat weiter an sich gearbeitet und bietet ein komplexeres Album als Nachfolger. Leider ist es nur eine EP geworden, die es aber auch wieder in sich hat! Schon der tolle Opener DARVAZA hat einen unglaublichen Groove, wird gleich wieder von Lisa dominiert und zeigt die Band gleich HEAVY wie Hölle. MESMERIZED zeigt dann das gleiche Bild wie beim Opener und auch hier dominiert der Groove. KARAKUM hätte dann auch auf dem letzten Album stehen können, obwohl hier vor allem der Chorus wiedermal unter die Haut geht. CARAVAN folgt und ist sicherlich ein Tribut an Black Sabbath und dessen PLANET CARAVAN. Bisher eine gute Scheibe, die überrascht hat, aber die wahren Highlights kommen noch. THE HUNTER ist der Hit des Albums. Hier wird wieder eher reduzierter „gedoomt“ und hier konzentriert man sich wieder mehr auf Lisa. Aber es kommt sogar noch besser…EASTERN TRAIL ist dann doch das Highlight (unter vielen) und dürfte die Band ganz nach vorne bringen. Der Refrain ist himmlisch, die Gitarrenmelodie passt perfekt und der Aufbau des Songs ist super eingängig. Aufgenommen von Greywolf (POWERWOLF) und mit einem dicken Sound ausgestattet, dürfte die Band ihren Status festigen bzw. sogar noch ausbauen. Das Debüt war sehr eingängig, DARVAZA ist eher aufwändiger komponiert und zeigt erstmals auch das musikalische Können der Band. Wer das erste Album mochte, wird sich hier festfressen. Allen Doom / Stoner / Metal Fans ist diese EP aber sowieso ans Herz zu legen! KAUFEN!

Genre: Doom Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 6 Songs / 24 Minuten

VÖ: bereits erschienen

JB

ADDITIONAL TIME - WOLVES AMONGST SHEEP Dead Serious / Soulfood
www.facebook.com/additional-time

Der Sound ist wütend, heavy und mit guten Riffs ausgestattet. Der Hardcore von Additional Time macht wirklich Spaß. Zuerst sticht einem das gelungene Artwork ins Auge. Und das Label spendiert auch noch ein cooles Booklet dazu. Die Band klingt wie eine gesunde Mischung aus Terror und Hatebreed und einem Tick Raging Speedhorn (vor allem in den groovigen Parts bei dem Höhepunkt WOLVES AMONGST SHEEP). Mit diesem Sound und gutem Songmaterial dürfte die Band bald zu der Sperrspitze zählen, was sicherlich auch ein Verdienst von den Gitarristen Marco und Stephan ist. In unter 25 Minuten wird sich durch das Material geholzt, aus dem besonders REDEMPTION, THE LAST GOODBYE und das starke BEFORE DISHONOR herausstechen, aber auch viel im Midtempo Bereich angesiedelt ist und somit wie erwähnt immer wieder Parallelen zu den starken Raging Speedhorn aufdrängen. Natürlich erfinden die Saarländer das Genre nicht neu und sicherlich hat man schon einiges an Ideen woanders gehört, aber insgesamt schaffen Additional Time einen guten Mix aus den alten Helden und modernen Einflüssen. Gangshouts, fette Riffs, starke Grooves – das wird einige Szenespezialisten sehr erfreuen. Und bei SERVANT TO THE HATE gibt es mit Rob (BORN FROM PAIN) und Pelbu (KNUCKLEDUST) noch 2 Gastsänger, die den positiven Eindruck noch abrunden. Die Scheibe wurde mit im SU2 Studio (Powerwolf, Fjort) mit einem dickem Sound ausgestattet. Denke, die Jungs packen das!

Genre: Hardcore

Musik: 7

Sound: 9

Info: 10 Songs / 24 Minuten

VÖ: 07.10.2016

JB

CHAMBER OF MALICE - CRIME CITY SLAM One Life one Crew / Novamed
www.facebook.com/chamberofmalice

Slam / Death Metal aus Bayern. Die Info ist nichtssagend….wer wann wo und wie lange gespielt hat verwirrt etwas und tut ja nichts zur Sache…aber gut. Nach einigen EPs hier das Album. CRIME CITY SLAM besticht schonmal durch ein behämmertes Coverartwork und wirkt eher belustigend als „böse“. Auch sind die Songs gerade mal 24 Minuten lang (wenn man das Intro noch abzieht dann …) und können dann aber zu aller Überraschung doch einigermaßen punkten. OK, der Drumsound hört sich sehr unnatürlich an und macht viel kaputt! Das Intro startet sehr langsam und danach bringt OBSESSED einen Slow-Motion-Death Metal in das Wohnzimmer, der gut durchrockt. Leider sind die Vocals wirklich sehr schwach. Das ist einfach ein Einheitsbrei ohne großartige Höhepunkte. Brutal Slam heißt das wohl in der Moderne und ist sicherlich nicht meins. Die guten Ansätze (Groove, Gitarren) werden leider durch die Drums und die Vocals (nix gegen die Art, aber das ist einfach nur Regionalliga) zerstört. UNFORGIVEN sticht etwas aus dem Brei heraus und hat auch das Potential für einen kleinen (ganz ganz kleinen) Genre-Hit. Ansonsten ist das eher 3. Liga als Bundesliga. Vielleicht beim nächsten Mal…

Genre: Slam Death Metal

Musik: 5

Sound: 6

Info: 10 Songs / 24 Minuten

VÖ: 23.09.2016

JB

NICK OLIVERI`S MONDO GENERATOR - BEST OF Heavy Psych Sounds / Cargo
www.facebook.com/officialnickoliveri

Nach dem Aus bei den QUEENS OF THE STONE AGE versucht sich deren Bassist Nick Oliveri als Solokünstler und hat schon einige Alben in den letzten Jahren veröffentlicht. Der ex-Kyuss Bassist ist aber über seinen Underground Kultstatus nie hinausgekommen, was sicherlich auch an seinen durchwachsenen Soloalben gelegen hat. Sicherlich gab es immer den ein oder anderen Übertrag auf den Alben und auch haben sich seine alten Weggefährten wie Dave Grohl, Happy Tom oder Mark Lanegan auf seinen Songs verewigt; aber letztendlich blieben alle Alben hinter den Erwartungen zurück. Das lag auch an seiner Ausrichtung, die nicht immer nachvollziehbar war. Und nun bringt das tolle italienische Label Heavy Psych ein Best Of heraus, was zumindest mal einen Überblick über sein Schaffen und ein „Aussortieren“ der schwächeren Songs zur Folge hat. Und das hat dem Album schon gut getan. Es startet mit einer aggressiveren Version von 13th FLOOR, der ja schon auf dem QOTSA Album RATED R verbraten wurde. Der Song rockt gut los und hat einen gehörigen Drive und gibt auch die Richtung für viele der kommenden Songs vor. Kurz, punkig, angepisst. Und so hangelt sich das Album von diesen erwähnten kurzen, stark Punk angehauchten Songs (F.Y.I.F., LIKE THE SKY, DEAD SILENCE, LIKE YOU WANT ) zu melodischeren Alternative Rock Songs (SONICSLOWMOTIONTRAILS, SMASHED APART, I NEVER SLEEP) und findet bei dem in der Mitte plaziertem SIMPLE EXPLODING MAN (über 11 Minuten voller Chaos…) seinen Höhepunkt. An das Niveau der QOTSA Klassiker kann evtl. nur SO HIGH, PAPER THIN und DETRIOT heranreichen, dort erkennt man wieder die gute Melodieführung und die starken Vocals von Nick. Der Rest des Materials verschwindet aber leider weiterhin in der Mittelmäßigkeit. Letztendlich ist der Sound seiner Soloband zu limitiert und mehrere richtige Knaller fehlen einfach für ein Best Of Album. Es gibt natürlich das ein oder andere Highlight, z.B. ist das mit Mark Lanegan zusammen gesungene FOUR CORNERS ein verdammt starker Song und Marks Stimme geht wie immer unter die Haut. Auch TAKE ME AWAY sticht durch seine akustische Darbietung mit Bläser Einsatz heraus und das flotte ALL THE WAY DOWN mit einem gehörigen Gramm Power. Aber mit Stoner Rock hat das nichts zu tun. Und Fans werden eh schon alle Outputs des Bassisten sein Eigen nennen. Das Artwork ist wieder einmal verdammt stark, die Informationen in der CD zu den Tracks leider sehr sehr spärlich. Da wäre viel mehr möglich gewesen (z.B. Bilder oder Cover aus den jeweiligen Jahren…). Schade.

Genre: Punk Rock

Musik: 7

Sound: 7

Info: 21 Songs / 79 Minuten

VÖ: 23.09.2016

JB

DEE SNIDER - WE ARE THE ONES Ear Music
www.deesnider.com

WE ARE THE ONES ist das mittlerweile dritte Soloalbum des TWISTED SISTER Sängers und da seine Hauptband kein Album mehr machen wird, müssen sich die Fans mit diesem Album begnügen und vorweg: sie werden nicht enttäuscht werden. Schon der Opener WE ARE THE ONES ist voller Energie und wäre auch ein verdammt starker Twisted Sister Song geworden. Allein der Refrain geht einem tagelang nicht mehr aus dem Kopf. Auch der nachfolgende OVER AGAIN überzeugt durch starke Vocal-Melodien und ist ein super Song. CLOSE TO YOU ist dagegen sehr ruhig angelegt, die Vocals sind sehr emotional und erinnern mich stark an die ruhigeren Emil Bulls Songs. Das ist in seinem Soloschaffen ein absoluter Höhepunkt! Der Song dürfte (zumindest im US Radio) groß durchstarten. Ähnlich verhält es sich mit RULE THE WORLD, der DEE SNIDER mit klarer und eindringlicher Stimme zeigt und auch mit einem super Refrain überzeugt. Auch dieser Song hat wohl das Potential für Größeres! Und mit dem Bandklassiker WE`RE NOT GONNA TAKE IT ist Dee eine aufs wesentlich reduzierte Klavierballade gelungen und nimmt so vielleicht auch Abschied von TWISTED SISTER. CRAZY FOR NOTHING überzeugt wiederum durch ein starkes Rock Riff und seine typischen Vocals und bringt den Drive der Twisted Sister Ära zurück. BELIEVE ist eher ein Alternative Rocker und weit weg von seinen Metal/Rock Wurzeln, kann aber als Song absolut überzeugen. Und richtig modern wird es mit HEAD LIKE A HOLE, einer Coverversion von NINE INCH NAILS und auch hier macht Dee eine sehr gute Figur. Der Song sprüht nur so vor Spielfreude und wirkt zu keiner Zeit als Störfaktor auf dem Album. SUPERHERO und die eindringliche Akustikballade SO WHAT beschließen dieses Album. Twisted Sister Fans werden an einige Songs ihre wahre Freude haben und dürften sich auch an der moderneren Ausrichtung einiger Songs nicht großartig stören, denn die Stimme bleibt einfach zu präsent! Produziert wurde die Scheibe von Grammy-, Emmy- und Oscargewinner Damon Ranger.

Genre: Hard Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 36 Minuten

VÖ: 23.09.2016

JB

SVARTANATT - SVARTANATT The Sign / Cargo
www.facebook.com/svartanatt

Eine weitere Classic Rock Band, die sich anschickt, den Markt zu erobern. Die 5 Jungs kommen aus Stockholm und fahren mit ihrem Debüt einen Sound, den man zwar a) in letzter Zeit schon 1000mal gehört, aber b) auch mit viel Frische und Feeling überzeugt. Vor allem die soulige Stimme von Jani Lehtinen sticht heraus und macht die Band schon cooler als viele andere gleichgelagerte Bands. Auch optisch dürfte er die Herzen einiger weiblicher Fans erobern. Jani ist schon die große Stärke der Band und auch das gewisse Etwas, um die Band vielleicht mit ganz nach oben zu befördern. Der eher relaxte Classic Rock mit einigen 60er und 70er Einflüssen hat keinen richtigen Hänger im Programm, aber auch keinen richtigen Jahrhunderthit. FILLED UP WITH DARKNESS, TIMES ARE CHANING, ROCKET, SECRETS OF THE EARTH und DEAD MANS ALLEY bewegen sich alle in dieser typischen Richtung, die einerseits handwerklich toll gemacht wurde, aber andererseits auch schon einige 1000 male zu hören war und womit der Markt in den letzten Monaten wahrlich überschwemmt wurde. Gut, DEMON sticht etwas heraus, dürfte vielen Insidern aber bereits als Single bekannt sein und überzeugt mit starkem Refrain und guten Riffs. NIGHTMAN hat ein starkes Eröffnungsriff der Marke old Black Sabbath und ist für mich das Highlight der Platte. Das eher psychedelische und relaxte THUNDERBIRDS WHISPERING WIND muß auch noch erwähnt werden und vor allem diese 3 genannten Songs könnten der Band eine gute Position einräumen und wird vor allem durch die starke Stimme veredelt! DESTINATION NO END schließt dann das Album nochmal mit einem musikalischen Feuerwerk der Sonderklasse. Das Artwork ist stimmig, der Sound gut. Classic Rock Fans sollten auf jeden Fall zugreifen! Eine der besseren neuen Bands!

Genre: Classic Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 42 Minuten

VÖ: 26.08.2016

JB

JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE - THE GOLDEN ANTHROPOCENE Unundeux / Cargo
www.japanischekampfhoerspiele.de

Da ist es also doch noch passiert: ein neues Album der Jungs und dann gleich auch noch mit einem englischen Titel. Natürlich hat die Band unzählige Splits und Singles veröffentlicht und über die Jahre hinweg sich ein sehr gutes Standing in der deutschen Musikszene erarbeitet, aber mit dem nunmehr 7. Album „The Golden Anthropocene“ dürfte der Band ein weiterer großer Schritt nach vorne gelingen. Gut, geändert hat sich nicht viel und auch die Texte sind weiterhin sehr aussagekräftig und komplex und sicherlich auch wieder diskussionswürdig, aber was die Band mittlerweile musikalisch vom Stapel lässt, hat internationales Niveau. Sicherlich gibt es auch weiterhin die bekannten kurzen Bandkracher, die sich vor alten Highlights nicht verstecken brauchen. Aber besonders die längeren Songs mit einer deutlichen Death Metal Schlagseite überzeugen auf ganzer Linie. Songs wie PLANET PLANIEREN und der mit Christian Markwald von DIAROE gute Beitrag in Form von TAG1 NACH DEM MENSCHEN überzeugen total. Das kurze FOLTER UND GEZIELTES TÖTEN, welcher ein eher schleppender und von einem starken Riff getragener Song ist oder das ebenfalls sehr kurze BURNOUT AUSGESESSEN mit einem starken, schweren Riff und zermalmenden Druck stechen schon heraus und zeigen den Weg der Band. Ganz großes Kino finde ich! Andererseits gibt es wie PIMMEL KNETEN die typischen Grindcore Stampfer der Band. Und mit TELLERRAND (feat. Junge of EA80) ist der Band auch ein kleiner Hit (wenn man das überhaupt im Zusammenhang mit dieser Band sagen darf…) gelungen. Auch ist der Sound diesmal über jeden Zweifel erhaben und wurde von Filmproduzent Carsten Benninghoff auf einer Müllhalde (kein Witz!) gemischt. Gemastert hat sie der legendäre Tim Schuldt in den weltberühmten 4CN-Studios in Bochum und somit mit einem unglaublich guten Sound ausgestattet. Und das tolle Arwork rundet diese Comebackscheibe ab.

Genre: Grindcore /Hyperpunk

Musik: 8

Sound: 8

Info: 20 Songs / 40 Minuten

VÖ: 02.09.2016

JB

SUBROSA - FOR THIS WE FOUGHT THE BATTLE OF AGES Profound Lore / Soulfood
www.facebook.com/SubrosaSLC

https://subrosa.cc

Nach dem monumentalem 2013er Werk MORE CONSTANT THAN THE GODS beschert uns die experimentelle Doom Metal Band SUBROSE aus Salt Lake City einen neuen Hörgenuss. Rebecca Vernon dürfte jetzt langsam auch den Sound gefunden haben, der ihr seit dem Debüt vorgeschwebt ist. Gitarre, Bass, Drums, 2 Sängerinnen und 2 elektische Violinspielerinnen – das ist stimmig und paßt! Das neue Album wird die Band ganz an die Spitze der weltweiten Progressive Rock Bewegung hieven und dort für Jahre festzementieren. Die Songs wirken noch ausgefeilter, noch verstörender und noch dunkler als alles bisher von ihnen veröffentlichte. Die 3 Damen und die 2 Herren haben sich sichtlich Zeit genommen und jedes noch so kleine Detail ausgearbeitet. Das fängt schon beim starken Artwork an und alleine die Aufmachung ist schon die Anschaffung wert. Und Fans können eh nichts falsch machen mit dem neuen Album und alle Musikliebhaber sollten umgehend ein Ohr riskieren. Schon der 15-minütige Opener DESPAIR IS A SIREN besticht durch schwere Riffs und zeitgleich vielen ruhigen Teilen und verstörender Schönheit. Dies wird durch die starken Vocals und vor allem auch die 2 Violine spielenden Damen in der Band ausgelöst. Das folgende, gut 14-minütige WOUND OF THE WARDEN, folgt dem gleichen Schema wie der Opener und ist an Komplexität kaum zu überbieten, bevor der längste Song des Albums, BLACK MAJESTY, schmerzvolle Langsamkeit heraufbeschwört. Das kurze akustische Zwischenspiel IL CAPPIO ist von Trauer kaum zu befreien bevor das langsame und tödliche KILLING RAPTURE ein wahrer Doom Kracher vor dem Herrn ist. Der kürzeste Song (außer dem einminütigem Zwischenspiel IL CAPPIO) TROUBLED CELLS startet ruhig und voller Emotionen, bevor er in einem wahren Noise-Regen untergeht. Das Album wurde von Schlagzeuger Andy Patterson produziert und er hat genau die Wärme gefunden, um die Songs in sich wachsen zu lassen.

Genre: Progressive Doom

Musik: 9

Sound: 8

Info: 6 Songs / 64 Minuten

VÖ: 26.08.2016

JB

LLNN - LOSS  Pelagic Records
www.pelagic-records.com

LLNN setzt sich aus den ex THE PSYKE PROJECT Mitgliedern Christian Bonnesen und Rasmus Sejersen zusammen und gehen den Weg der alten Band weiter. Post-apokalyptischer Sound, Doom, Hardcore, Hass, Wucht! Das ist LLNN aus Dänemark. Die Intensität, die LOSS ausstrahlt, ist schon wirklich enorm. Und entwickelt eine gleiche Wucht wie z.B. Neurosis oder alte Cult of Luna. Finster und düster ist das Album. Die 3 Dänen erschaffen einen Wutbrocken, den ich so lange nicht gehört habe und dürfte schon bald alle Fans dieser Richtung in Ekstase versetzen. Und das Album wirkt im Gesamten sehr böse. Schon der Opener RAPTURE zeigt die volle Wucht auf. Hier trifft eine unglaubliche Masse auf den Hörer und erschlägt ihn fast. Die Vocals pendeln zwischen Black Metal und Aggro Hardcore und verbreiten auch Angst. Der Sound ist sehr druckvoll, wirkt aber nicht sehr auf modern produziert. Das ist einfach nur roh und wird evtl. einige Hörer verschrecken; ich aber finde, dass der Sound sehr gut zum Album passt. Das folgende MONOLITH bewegt sich in der gleichen Nische und bringt erneut die Hölle auf Erden. Die Riffs flirren nur so aus den Boxen und machen richtig Eindruck. Die Stücke sind relativ kurz gehalten und gehen zwar alle in die gleiche Richtung, funktionieren aber durchwegs! VOYAGER beendet das sehr kurze Album mit einem Outro und macht Lust auf einen neuen Hördurchlauf. Extreme Metal Hörer sollten unbedingt ein Ohr riskieren! Und die Band sollte hiermit zu den Top-Bands des Genres aufsteigen! Pflichtalbum!

Genre: Post-Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 6 Songs / 30 Minuten

VÖ: 24.06.2016

JB

MADAME MAYHEM - NOW YOU KNOW Metalville Records
http://www.metalville.de

www.madamemayhem.com

Madame Mayhem ist die Band der gleichnamigen Manhattener Sängerin, die viel Wert auf ihre „in you face“ Attitude legt und in den Staaten konnte sie schon einige Charterfolge und immensen Radioeinsatz verbuchen. Außerdem war die Band in den USA mit Doro und Buckcherry auf Tour und hat somit ihren Bekanntheitsgrad noch einmal erheblich anheben können. Die Band auf dem neuen Album liest sich wie ein Wunschzettel eines Musikliebhabers. Sie besteht aus Billy Sheehan (bass: Mr. Big, Winery Dogs), Ray Luzier (drums: Korn), Ron Bumblefoot Thal (guitar, Guns`n`Roses), Russ Parrish (guitar, Steel Panther), Corey Lowery (bass, Stuck Mojo) und die Jungs haben der Dame 14 Songs auf den Leib geschneidert, die bald auch schon in den europäischen Rock Radio Stationen rauf und runter laufen werden. Mich erinnern die Kompositionen an Ron Thals Band ART OF ANARCHY, wo ähnlich dicke Riffs und gute Gesangsmelodien sich mischen. Rifforientierte Songs wie MONSTER, SOMETHING BETTER (mit einem Modern Metal Einschlag), CAN`T STAND oder SACRIFICE rocken unheimlich nach vorne und bestechen durch die starke Stimme von Madame Mayhem . Nicht zu süßlich, nicht zu hart. Genau richtig und ehrlich. PERFECT NIGHTMARE ist eine Midtempo Nummer mit starken Songaufbau und sehr guten Vocals. Außerdem gibt es auch emotionalere Songs wie etwa LEFT FOR DEAD, MORE THAN MISERY oder WITCHCRAFT, die aber nie konstruiert oder zu soft klingen. Auch nicht auf einer Ballade wie BETTER DAYS oder ANYONE WHO HAD A HEART. SOMETHING BETTER und MONSTER dürften die Rockcharts in kürze von hinten aufrollen. Kurzum gibt es hier alles zwischen Hard Rock, Modern Rock, Balladen, poppigen Rock und fetten Riffs. Und vor allem Live muß die Band ein richtiges Erlebnis sein. Anchecken!

Genre: Modern Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 14 Songs / 52 Minuten

VÖ: 26.08.2016

JB

+++++

DAMAGE - DO THE DAMAGE Bacillus / Bellaphon
www.facebook.com/damagerocks

Da haben sich ein paar Freunde zusammengetan und huldigen ihren Vorbildern AC/DC, Hellacopters, Jet, Airbourne und The Darkness und und nach gut 4 Jahren kommt nun ihr Debüt-Album heraus. Und leider ist dabei eher ein zweischneidiges Schwert entstanden. Der Opener DOWN AND OUT ist ein ganz schlimmer Opener. Die Vocals von Danny sitzen nicht wirklich und machen viel kaputt. Außerdem hört sich das alles sehr nach Schülercombo an. Das ist ohne Inspiration oder eigener Note. Das ist einfach billigst abgekupfert. Gut, das machen heutzutage viele andere Bands auch, aber hier zündet es einfach nicht. SHOOT IT OUT ist dann leider der erste richtig gute Song, hat einige Guns` n`Roses Einflüsse und rockt gut! SCARED OF YOU ist wiederum ein guter Rocker, aber auch mit einigen zu laschen und austauschbaren Momenten. BLACK FLAG und GET SCHEMED zeigen dann leider wieder die Grenzen der Band auf. Vor allem sind es wiedermal die Vocals, die einfach nicht passen wollen und vieles am Hörvergnügen kaputt machen. LONE SOUL SHAKER ist dagegen wieder ein Ausreißer nach oben. Musikalisch ist das ganz gut gemachter Rock in der Schnittmenge von Hellacopters, Backyard Babies und Hanoi Rocks, aber der Band wäre mit einer EP und 6 Songs mehr geholfen gewesen. Und evtl. einem fähigen Produzenten, der die Stimme besser koordiniert hätte…..Schade.

Genre: Kick Ass Rock

Musik: 6

Sound: 7

Info: 10 Songs / 43 Minuten

VÖ: 26.08.2016

JB

+++++++

MONUMENT - HAIR OF THE DOG  Rock of Angels Records
www.facebook.com/monumentuk

Eigentlich habe ich mich sehr auf das Album gefreut, da die Band aus einigen WHITE WIZZARD Leuten besteht und auch das Artwork erinnert an die guten alten Tankard und Helloween Sachen. Aber leider bin ich Abseits des musikalischem Könnens eher enttäuscht. Die Jungs sind schon fit, wissen auch mit ihren Instrumenten umzugehen, aber nur IRON MAIDEN 1:1 zu kopieren ist schon sehr schwach. Die Band hat Power und Spielfreude (was man von den letzten Maiden Scheiben nicht behaupten kann), orientiert sich weitestgehend an der Piece of Mind / Number of the Beast Ära der Band...aber muß man das 2016 wirklich noch haben? Sicherlich gibt es in letzter Zeit immer mehr Bands, die von den alten Helden inspiriert wurden und deren Stil fortführen bzw weiterentwickeln; was man ja verstehen kann. Aber genauso zu klingen wie das Original? Als Coverband würde sich Monument wahrscheinlich dumm und dämlich verdienen... aber gut: viele Presseleute fahren ja da total darauf ab und werden die Band als "neue Maiden" hochjubeln. Aber nee...alte Maiden Riffs umgemodelt, Gesangslinien übernommen...ich weiß nicht. Der Opener und Titeltrack könnte glatt auf jeder Maiden Scheibe stehen und keiner würde es merken! Sicherlich würde er nicht zu den Highlights auf einer Maiden Scheibe zählen oder nachhaltig in Erinnerung bleiben, aber zumindest stilistisch nicht als Fremdkörper auffallen. Das folgende BLOOD RED SKY nimmt minimal Abstand von der Kopiererei und zeigt eine gute NWOBHM Schlagseite, aber schon STREETS OF RAGE geht zurück zur blanken Kopie! Peter Ellis klingt wirklich wie Bruce zu seinen besten Zeiten und sollte Maiden mal einen Nachfolger für Dickinson suchen – hier ist er! Und die Gitarrenläufe in IMHOTEP sind fast schon eine Frechheit. Heldenverehrung hin oder her! Twin-Gitarren und die Melodien sind gut und die Band wird damit sicherlich groß durchstarten...aber ich brauch sowas nicht. So, erstmal die Piece of Mind auflegen und genießen! Das ist wahre Musik mit eigener Inspiration.

Genre: Heavy Metal

Musik: 6

Sound: 8

Info: 10 Songs / 50 Minuten

VÖ: 10.06.2016

JB

JULI 2016

MANNY RIBERA - KEEP `EM DOWN

AIRBAG - DISCONNECTED

MANNY RIBERA - KEEP `EM DOWN  7 Hard Music / Membran
www.7hard.com

www.facebook.com/mannyriberarocks

Aus dem schönen Schweden kommen diese 3 Jungs und haben schon letztes Jahr über Transubstanc Records ein sehr gutes Debüt veröffentlicht. Anschließend ging es mit der Scheibe quer durch Deutschland. Nun kam der Wechsel zu einem deutschen Label und legt wohl auch die Priorität der Schweden klar. 7HARD konnte sich die Dienste der Band sichern und zusammen werden sie eine große Zukunft haben. Denn vor allem in Deutschland ist der Sound, den MR zocken, total angesagt! Schon der treibende Opener THE DRUNK, THE BALD AND THE USELESS besticht durch starke Riffs und einen super Refrain mit Mitsingqualitäten. Der Song ist voller Energie und nach einem kurzen akustischen Zwischenspiel baut man die Spannung nochmal auf und kommt in den starken Refrain zurück. Schon hier wird klar, dass sich im Lager von Manny Ribera im Vergleich zum Debüt einiges getan hat. Das folgende MEAN MACHINE ist ein Rocker mit gemäßigtem Tempo und auch hier überzeugen wieder die starken Vocals von Peter Larsson. Und auch das aktuelle Video, KEEP `EM DOWN, ist ein Wahnsinnssong. Super Groove Rocker mit Vocals in der Schnittmenge aus 80er Metal und Classic Rock. Dieser Song beinhaltet den Stil der Band: 80er Metal, Classic Rock und modernere Stoner Rock Sachen. Ein absoluter Hit! CAN YOU HEAR THE PEOPLE SING und EYES ON THE GOAL sind starke Riff-Rocker voller Power. Ein weiterer Höhepunkt ist THE FORGIVER, die erste Ballade im MR Kosmos! Starke emotionale Vocals angereichert durch ein stimmiges Desert Rock Riff – ganz großes Kino! EMPTY SOUL ist für mich der stärkste Song auf dem Album. Ein treibender groovender Rocker mit starken Melodien. Beendet wird das Album von der emotionalen Ballade A BETTER PLACE, wo Peter nochmal brilliert und eine starke Leistung abliefert. Leider fehlt FRIENDLY REMINDERS und SAIL AWAY etwas die Klasse und Durchschlagskraft der anderen Songs, ansonsten hätte es sicherlich eine höhere Benotung gegeben. Trotzdem: ein super starkes Album mit herausragenden Songs und Vocals. Abgerundet mit einer tollen Aufmachung! Antesten!!!

Genre: Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 10 Songs / 41 Minuten

VÖ: 15. Juli 2016

JB

AIRBAG - DISCONNECTED Karisma / Soulfood
www.airbagsound.com

AIRBAG haben mich überrascht. Gut, ich bin nicht in der Prog-Szene unterwegs, aber das hier ist das 4. Album veröffentlicht wird, habe ich total verpennt. Den die Scheibe ist überraschend sehr gut, bietet neben dem schlichten, aber super passenden Coverartwork großartige Musik mit viel Pink Floyd Anleihen und einer Stimme, die sehr an Anathema erinnert. Fans dieser beiden Bands müssen unbedingt zuschlagen! Die 6 Songs sind sehr lang, bestechen durch starke Songaufbauten und Asle Tostrup am Mikro ist ein alleiniger Kaufgrund! Langweilig wird das nie! KILLER ist so ein überragender Song oder der kürzere SLAVE oder das kürzeste Stück auf der Scheibe, RETURNED. Ansonsten ist das 15-minütige DISCONNECTED ein Epic Rocker der Sonderklasse und treibt einen durch ständige Gefühlswandlungen. Ganz großes Kopfkino! Anathema, Steve Wilson und alte Pink Floyd schimmern immer durch den Gesamtsound, aber allein darauf lässt sich die Band nicht limitieren. Ihre Kompositionen haben Tiefgang und Klasse und gehen förmlich unter die Haut. Ein MUSS für Prog Fans!

Genre: Progressive Rock

Music: 8

Sound: 8

Info: 6 Songs / 50 Minuten

VÖ: 10.06.2016

JUNI 2016

FARFLUNG - 5

POSTURES - HALUCINDA

MAGMA RISE - FALSE FLAG OPERATION

PLANET OF ZEUS - LOYAL TO THE PACK

VOKONIS - OLDE ONE ASCENDING

LU SILVER STRING BAND - THE SOUL COMES BACK TO BOOGIE

FARFLUNG - 5  Heavy Psych / Cargo
www.heavypsychsounds.com

FARFLUNG sind eine der besten Spacerock Bands der Gegenwart. Punkt. HAWKWIND meets DEVO wurde mal genannt. Aber das sagt viel zu wenig aus über diese Band, weil sie ist einfach mehr ist als ein Mix aus den genannten! Bands wie Helios Creed, Henry Rollins und Voivod (deren Einfluss man hin und wieder, aber besonders bei dem Song DISMAL JIMMY heraus hört) sind Fans der Band und FARFLUNG konnten schon mit Mitgliedern von den EODM, QOTSA, Hawkwind und Can zusammenarbeiten. Das sagt auch viel über den Stellenwert der Band bei anderen bekannten Musikern aus. Die Platte startet mit dem Opener HIVE und ist einfach eine Endlosschleife an einem Riff und den gleichen Vocals und explodiert dann erst am Schluß in einer fetten Rifforgie! Er zeigt mit seinem spacigen Einschüben ganz klar den Weg des Albums auf. Der dritte Song 044MZP ist ein super Hit, der angereichert mit einigen Spacerock Salven auch ein Song von QOTSA hätte sein können. Dieser Song ragt schon etwas heraus und geht gleich unter die Haut! Der darauf folgende ruhige und sphärische THE 27thSUN ist getragen und die bedrohlich wirkenden Vocals machen den Song besonders. LUPINE rockt dann wieder in bester Stoner Rock Manier. Als Jugendlicher hat mich der Song BEING BOILED von THE HUMAN LEAGUE schon fasziniert und mir war es immer ein Rätsel, warum sich keine Band an diesen düsteren Wave Song wagt, nun haben es Farflung getan und der Song kommt dick und ist natürlich von dem markanten Bassläufen geprägt. Die Coverversion ist sicherlich einer der Höhepunkte auf dem Album und wird der Band wahrscheinlich einige Neuhörer bringen. Unglaublich stark und ein Höhepunkt des Albums sind die beiden an VOIVOD (Atmosphäre, Gesang) angelehnten WEARE`E` und DISMAL JIMMY zum Schluß. Besonders hier merkt man den Einfluss der Kanadier und es gab selten eine Band, die diese Eindrücke von Dimension Hatröss und Nothingface so eigen in ihren Sound integrierte. FARFLUNG ist für mich eine dicke Überraschung und glänzt mit einem vielseitigen Album.

Genre: Stoner Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 9 Songs / 43 Minuten

VÖ: 27.05.2016

JB

POSTURES - HALUCINDA World in Sound
www.posturesband.com
HALUCINDA ist das zweite Album der schwedischen Progressive Rock Band POSTURES. Vielleicht kennen einige deren Debüt Album, welches bei mir und in der internationalen Presse schon einen starken Eindruck hinterließ. Aber was die Band hier abzieht, ist eine faustdicke Überraschung. Diesmal hat sich der Mix aus Eingängigkeit und Komplexität zu einem Monster vereint. Schon die beiden Opener HALUCINDA und MYRIAD MAN sind besser wie das gesamte letzte, sehr gute Album und drücken einem Vergleiche zu Gathering und The Mars Volta auf. Für den Opener gibt es auch ein Video, das auch den visuellen Aspekt der Band gut zur Geltung bringt. Doch die Highlights des Albums kommen noch. Namentlich EVERY ROOM und WAVEMAKER. EVERY ROOM startet akustisch und ist ganz ganz nah dran an den Gathering Glanzleistungen. HOW TO MEASURE A PLANET, das Überalbum der Holländer, hätte diesen Song sehr gut in die Tracklist mit aufnehmen können! Die unglaubliche Stimme von Paulina nimmt einen total mit auf eine Reise in andere Welten. Die nach und nach einsetzende Band baut einen super Spannungsbogen auf, der sich zur Mitte hin auftürmt und in einem immer reduzierteren und eindringlicher wirkenden Ende mündet. Einer der besten ruhigen Songs des Jahres! Daran schließt sich gleich der kürzeste Song des Albums an (2.17 Minuten), A MILLION SEQUENCES, der ähnlich gehalten ist wie der Vorgänger. Nur akustische Gitarre mit Gesang und wirkt wie eine Brücke zwischen EVERY ROOM und WAVEMAKER. WAVEMAKER explodiert gleichmal von Anfang an und überzeugt mit starken Riffs und einer tollen Stimme und sehr guten Gesangslinien. Der über 10 minütige Song hat so viele Facetten eines Ausnahmestücks und wird nicht langweilig und fesselt. HEXA LUNA ist dann wieder eingängiger, nach einem sehr ruhigen Anfang, der wiederum an die Gathering Zeiten mit Anneke erinnern, rockt der Song dann in der Mitte los und beinhaltet ein super Solo. Das wäre eine optimale Untermalung für einen Raketenstart im TV. Das abschließende IN THE DARK zeigt noch einmal die absolute Klasse der Musiker Benjamin Watts, Viktor Andersson, David Petersson, David Petersson und Isak Björhag. Auch wenn das Album natürlich von der unglaublichen Stimme von Paulina Nyström lebt. Wer auf eine tolle Stimme, zahlreichen Wendungen, komplexen Rhythmen und musikalisches Top-Niveau steht, sollte bei POSTURES unbedingt zugreifen und dieses musikalische Feuerwerk für sich entdecken. In dieses Album kann man sowohl eintauchen und genießen als auch dazu tanzen. Ich bin begeistert!
Genre: Progressive Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 7 Songs / 49 Minuten
VÖ: 15.02.2016
JB
MAGMA RISE - FALSE FLAG OPERATION + MAN IN THE HAZE Hammer World / Nail Records
www.hammerworld.hu
www.metalshop.hu
www.magmarise.net

www.facebook.com/magmarise

Auf Nail Records / Hammer World gibt es neuen und alten Stoff der legendären ungarischen Doom Metal Band Magma Rise. Seit 2009 kämpfen sich die 4 gestanden Männer durch einen Sound, den man am ehesten mit Down, Wall of Sleep, Mood, Stereochrist (die Doom Jünger werden die Bands eh alle noch kennen..!!!) oder Solitude Aeturnus (ohne den Gesang) vergleichen kann. Jetzt gibt es ein super aufwändiges Doppelalbum im Digipack mit 16-seitigem Booklet und Musik ohne jeden Ausfall. Vor 3 Jahren erschien THE MAN IN THE MAZE, hatte aber nie die Aufmerksamkeit bekommen, die das Album verdient hatte. Darum gibt es die Scheibe jetzt über ein anderes Label plus nagelneuer 5 Song EP als Re-Release. Die Doom Metal Songs der Band sind wirklich herausragend und wahrlich unverständlich, warum die nicht auf den einschlägigen, größeren Festivals spielen. Gabors Vocals sind ein Mix aus alten Trouble (Wagner) und der ersten Down (Phil Anselmo) Scheibe. Ex-Mood Gitarrist Kolos war auf MAN IN THE MAZE das erste Mal zu hören und hat der Band diese herausragenden Harmonien und Twin-Gitarren gebracht. Das ist so eine kleine Feinheit, die den Schritt vorwärts für die Band ausmachte. Ob nun der Titeltrack, das alles überragende A PART OF THE WORLD, das starke FIVE...auf dem 2013 Album gibt es einfach keinen schwachen Moment. MEET THE MOMENTS z.B. endet in einem unglaublich geilen Twin Gitarren Solo. WOW! Und dann gibt es die aktuelle 5 Song EP FALSE FLAG OPERATION oben drauf. Und die Band macht einen weiteren Schritt nach vorne. Versteht mich nicht falsch - MAN IN THE HAZE ist ein super Album ohne Längen oder Durchhängern, aber diese 4 Songs (plus die Trouble Coverversion PRAY FOR THE DEAD) gehen richtig gut ab. Schon allein das Eröffnungsriff des Titeltracks ist in bester DOWN Manier gehalten und der Song ist ein absoluter Hit! Die Vocals von Gabor sitzen perfekt und der Song hat einen unheimlichen Drive. Die Down-ähnlichen Twin Gitarren von Laszlo und Kolos brennen sich in die Hirndecke und unterstreichen die gute Chemie in der Band. Das langsame, aussaugende SHROUD OF HOLOGRAM besticht wiederum mit starken Gitarren und einen unheimlich eindringlichen Refrain und ist ein weiterer Höhepunkt auf dem Album. Allein diese beiden Songs müssten die Band nach ganz oben in der Doom Metal Szene hieven. THE METAMORPH und TRADING TIME sind auf dem gleichen Level und zeigen die Band auf der absoluten Höhe ihrer Karriere. Die Band wollte schon seit einigen Jahren sich an einem Trouble Song versuchen und hat nun mit PRAY FOR THE DEAD wirklich eine super geile Version verfasst, bei der der ex-PENANCE Sänger Brian Balich den Gesang übernommen hat. Tja - Pflichtkauf für Doom Fans und hoffentlich der große Wurf für diese unheimlich sympathische Band obendrein! KAUFEN!

Genre: Doom Stoner Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 9 / 44 Minuten + 5 / 32 Minuten
VÖ: 14.03.2016
JB

PLANET OF ZEUS - LOYAL TO THE PACK  Ihavedrum Records
www.planetofzeus.gr

Da sind sie wieder, die Griechen. Und nach jahrelanger harter Arbeit, unzähligen VÖs und Tourneen sind sie letztendlich ganz oben angekommen. Die Tourneen werden immer größer, die Promo und Präsenz mit dem neuen Album war noch nie so gut und die Band wird bald in aller Munde sein. Harte Arbeit zahlt sich also doch aus! Schon mit ihrem letzten Album VIGILANTE von 2014 konnte die Band zumindest im Underground einen bleibenden Eindruck hinterlassen und wird ihren Standard mit diesem Werk nochmal ausbauen. Soviel traue ich mir schon vorwegzunehmen. LOYAL TO THE PACK ist gleichmal ein schneller Opener mit super Riffs und einem starken Refrain und macht keine Gefangene! Nach diesem Wutbrocken zeigt die Band gleichmal mit DEVIL CALLS MY NAME ihr anderes Gesicht und liefert einen sehr guten Hit ab, der auch viel von den QOTSA hat. Sehr gut. Aber nochmal übertroffen wird das Ganze von THEM NIGHTS - ein emotionaler Anfang und danach ein toller Song mit einigen Alternative Rock Einflüssen. Die Stimme von Babis entfaltet hier ihre ganze Klasse. LITTLE DECEIVER bewegt sich in der gleichen Richtung...gut abgehangener QOTSA Desert Rock mit guten Vocals. Ein wahrer Hit ist das folgende YOUR LOVE MAKES ME WANNA HURT MYSELF. RETREAT ist eine Ballade, sehr untypisch für eine Band wie PLANET OF ZEUS und auch sehr amerikanisch angehaucht. Aber die Band schafft es, die Emotionen für einen solchen Song zum Hörer zu transportieren. Vor allem die sehr eindringliche Stimme sticht heraus. SEA BASTARDS plätschert etwas belanglos vor sich hin und hätte es auf dem Album nicht unbedingt gebraucht in meinen Augen. Aber das folgende WHITE SHROUD bringt die Power und Energie wieder zurück, die von dem sehr aggressiven und schnellen SCUM ALIVE sogar noch überboten wird. Diese beiden Nummern geben nach einer eher ruhigeren Albummitte nochmal richtig Gas. Dem zwischen "laut und leise" wechselndem INDIAN RED fehlt es leider auch ein bisschen an Durchschlagskraft und mit dem abschließenden ATHENS setzt die Band noch einmal ein instrumentales Monument an ihre Stadt. Im Vergleich zu den alten Scheiben haben die Griechen zwar etwas an Kraft verloren, gleichen das aber mit Reife und musikalischer Klasse aus. Super Artwork, extrem guter Sound, tolle Aufmachung. Alles richtig gemacht und der Weg ist frei für PLANET OF ZEUS! Pflichtkauf!

Genre: Stoner Rock 
Musik: 8 
Sound: 9 
Info: 11 Songs / 50 Minuten 
VÖ: 13.05.2016 
JB

VOKONIS - OLDE ONE ASCENDING Ozium Records
www.oziumrecords.com
VOKONIS entstand aus der Asche von dem im Stoner Rock Bereich relativ gut bekannten Creedsmen Arise. Nun also der Neustart mit viel Wucht und musikalischer Klasse. Das Debüt Album glänzt gleichmal mit einem unglaublich gutem Artwork. Sehr detailverliebt das Ganze! Die Musik hat mehr alte Black Sabbath, Sleep und langsame Mastodon Einflüsse als viele andere aktuelle Stoner Rock Bands und besitzt unheimlich viel Energie und Kraft. Die Texte beziehen sich auf die Galaxien, legendäre Schwerter und andere geschichtliche Mythen.
Das Stoner Rock Trio kommt natürlich aus Schweden und fährt diesen sehr lava-artigen, sehr schwerem Sound. Fuzz bis zum Anschlag! Nach einem kleinen Akustikintro startet gleichmal ACID PILGRIM mit einem schweren Stoner Riff und angenervten, rausgeschrienen Vocals von Simon. Der Sound ist gleichmal mit Sleep oder alten Stoner Rock Bands vergleichbar - schwer, drückend, mittleres Tempo, voller Groove. Sehr guter Einstieg in das Album. SHROOMBLADE überzeugt gleichmal wieder mit einem fetten Riff, das hat er echt drauf der Simon als Gitarrist....natürlich darf man den schweren Groove von Emil an den Drums und Jonte am Bass nicht verachten! Trotzdem hat dieser Song leider einige Längen, was aber nichts von seiner Klasse nimmt. SHROOMBLADE überzeugt wiederum mit starken Gitarrenideen und -riffs und sehr gutem Songaufbau. Mit einem geilen Doom Metal Riff der Sonderklasse startet THE SERPENT`S ALIVE und bläst alles weg aus diesem Bereich. Zwar wirken die eingestreuten schnelleren Passagen im Refrain etwas holprig, aber das nimmt nichts von seiner Klasse. Der gut 9 minütige OLDE ONE hat leider auch wieder einige Längen (im Bereich der instrumentalen Jams), aber das folgende KING VOKONIS PLAGUE überzeugt wieder total mit guten Riffs und tollen Ideen. Stoner Rock Fans sollten unbedingt ein Ohr riskieren. Und wer eine Band wie Sleep vermisst (wer tut das nicht), ist hier genau richtig....
Genre: Stoner Sludge Rock

Musik: 8

Sound: 8

Info: 6 Songs / 49 Minuten

VÖ: April 2016

JB

THE LU SILVER STRING BAND - THE SOUL COMES BACK TO BOOGIE Go Down Records
www.facebook.com/lusilverandstringband
Rock`n`Roll mit viel Blues Einschlag kommt aus Italien und wenn man es nicht wüsste...man würde glatt auf eine US-Band tippen. Lu Silver ist ein toller Gitarrist und ein starker Sänger, der durch seine 3 Sidekicks untersützt wird und viele gute Nummern abliefert. Alessandro Tedesco an der Sologitarre würzt die guten Songs mit kleinen, aber feinen Gitarrenspielereien und hebt die Band von den durchschnittlichen Kneipenbands ab. Der leichte Boogie und Country Einschlag macht die Band interessant und die Neil Young Coverversion ON THE WAY HOME haben die Jungs super hingebracht. Songs wie OVERTURE, WALKING ON A DREAM oder VALENTINA werden Fans dieser Musikrichtung begeistern. Gut gemachte Musik; Fans dieser Musikrichtung sollten die Band aus Italien mal anchecken.
Genre: Blues Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 12 Songs / 48 Minuten
VÖ: März 2016
JB
MAI 2016

HEAVY PSYCH SOUNDS -  LABEL-COMPILATION

LIMESTONE WHALE - LIMESTONE WHALE

RICHARDS / CRANE - HARDS / CRANE

YAWNING MAN - LIVE AT MAXIMUM FESTIVAL

KOMATZU - K2

PATER NEMBROT - NUSUN

PRESSIONE SU MALTA - UHU! UHU!

MASTIC SCUM - RAGE DVD

HEAVY PSYCH SOUND RECORDS - COMPILATION Heavy Psych Sounds
www.heavypsychsounds.com

Das römische Label hat sich in den letzten Monaten zur absoluten Führungsriege des Stoner/Psychedelic/Doom/Retro Rocks hochgearbeitet. Mit ständigem Nachschieben von Outputs und einer Steigerung um 1000%. Mit ausgewählten Releasen und einem festen Standing in der Szene weit ab von Trittbrettfahrern o.ä. Nun gibt es einen Labelsampler mit 17 Acts, wohl bekannten Songs, aber mit durchgängig hochwertigem Material. Stoner Fans, die eh blind das Material der Italiener kaufen (und das kann man mittlerweile!), dürften eh alles haben - für alle Anderen ist der Sampler sicherlich eine Anschaffung wert. Kauft das Teil, auch wenn viele Leute in der heutigen Zeit wohl den Sinn eines Samplers nicht wirklich verstehen..... ich habe Sampler immer gerne gehört und gekauft und neue Bands entdeckt. Also - auf gehts! Bands: Ape Machine, Banquet, Black Rainbows, Deadsmoke, Duel, Farflung, Glitter Wizard, Holy Grove, Isaak, Killer Boogie, Monsternaut, My home on trees, Mondo Generator, Old Man Lizard, Stoned Jesus, Throneless, Wild Eyes.

Genre: Stoner Rock
Musik: -
Sound: -
Info: 17 Bands / 77 Minuten
VÖ: 08.04.2016
JB

+++++++

LIMESTONE WHALE - LIMESTONE WHALE Stonefree Records
www.facebook.com/limestonewhale

LIMESTONE WHALE aus der schönen Oberpfalz haben sich in ihrer Gegend einen guten Namen erspielt und haben mit ihrem härteren Blues / Retro Rock schon einige Fans hinter sich bringen können. Und nun veröffentlichen sie ihr erstes Album, dem man die Routine durch die Liveauftritte und die lange Zeit der Entstehung anmerkt. Das Artwork ist sehr simpel gehalten und eigentlich sehr schade, denn die Poster / Flyer der Band hatten immer einen hohen künstlerischen Wert. Der Opener AMBROSIA hat noch die typischen Merkmale und könnte von den 10000 anderen gerade angesagten Bands der Szene stammen. Ist sicherlich sehr gut gemacht und auch einer der herausstechenden Songs auf dem Album. Aber mit dem folgenden TALE OF THE SNOW CHILD, dem Höhepunkt des Albums, zeigt sich die ganze Klasse der Band. Langsamer Doom Rock mit treibenden Drums und sehr guten Gesangsmelodien fräsen sich ins Gehirn und bleiben dort kleben. Die Gitarrenarbeit von Flo ist simpel, aber auf dem Punkt gebracht und wertet den Song unheimlich auf. Das folgende W ist zu Beginn schnulziger Balladenpop und bekommt durch ein Hard Rock Riff etwas mehr Power im Refrain. Danach folgt das deutschsprachige SWARMS, was schon ein Wagnis ist in meinen Augen und auch nicht wirklich zündet....bevor das sehr an Pearl Jam erinnernde
A BOOK I HAVE TO CLOSE folgt und gesanglich nah an Eddie Vedder Kompositionen ist. Der getragene Blues-Rock hat trotz einiger Längen durch die Stimme von Clement eine warme Note. Mit PARALYZED IN PARADISE kommt dann endlich wieder etwas Power in die Kompositionen und läßt die etwas schwächere Mitte der Platte schnell wieder vergessen. AN ALLEGATION startet erneut sehr ruhig und getragen, wobei diesmal die Gesangslinie unter die Haut geht und sehr toll umgesetzt ist. Die wenigen "härteren" Gitarren in diesem Stück werden genau zur richtigen Zeit eingesetzt. Obwohl leider nicht alles zündet auf der Scheibe, erkennt man die Klasse der Band und auch am internationalen Markt dürfte man hiermit Käufer finden.

Genre: Retro Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 7 Songs / 39 Minuten
V֖: 27.05.2016
JB

RICHARDS / CRANE - RICHARDS / CRANE Metalville
www.metalville.de

Hierbei handelt es sich um den Godsmack Gitarristen und den Ugly Kid Joe Sänger Crane. Vorgesetzt bekommt man akustischen Rock, auf höchstem spielerischen Niveau und exakt fürs US-Radio produziert. Die warme Produktion gibt der Band einen guten Start und die 10 Songs Überzeugen durchgängig, wenn man sich mit dieser Art der Musik auseinandersetzen will. CRANE war ja kurzzeitig auch Sänger bei Life of Agony (was in meinen Augen sehr gut gepasst hat) und einige Gesangsmelodien/-ideen könnten auch von ruhigeren LOA Sachen sein. Der Opener HOMEWARD ist sicherlich einer der herausragenden Songs auf dem Album, genauso wie das etwas "rockigere" BLACK AND WHITE mit Myles Kennedy (Alter Bridge, Slash) im Duett mit Crane. Das ist schon musikalische Sonderklasse. Das bluesig, getragene SOMEDAY ist ein weiterer Höhepunkt und punktet mit einer ALICE IN CHAINS Atmosphäre und viel Tiefgang. WAITING FOR A PRAYER, RAINY DAY und DONT`T CRY FOR ME rocken dann (in dieser Umsetzung) etwas mehr, bevor das sehr traurige WORLD STAND STILL ein gutes Akustik/Solo Album abschließt.

Genre: Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 35 Minuten / 10 Songs
V֖: 27.05.2016
JB

YAWNING MAN - LIVE AT MAXIMUM FESTIVAL  Go Down Records
www.godownrecords.com
www.yawningman.com

Die Wüstensöhne rund um Ex-Kyuss Legende Alfredo Hernandez und Wüstenfuchs Mario Lalli live auf dem italienischen Maximum Festival. Der Sound ist sehr roh aber druckvoll, die Drums klingen, wie sie auf einem Open Air klingen müssen und drücken ohne Ende. Die Show wurde schon 2013 gespielt und nachdem die damalige Show von den Kollegen FATSO JETSON schon vor Monaten veröffentlicht wurde, zieht das Label jetzt die VÖ der Instrumentalband nach. YAWNING MAN spielen sich durch ihre Instrumentalsongs und hinterlassen einen starken Eindruck; was anderes hat man auch nicht erwartet von einer Wüsten Rock Legende. ROCK FORMATIONS, FAR OFF ADVENTURE, STONEY LONESOME, PERPETUAL OYSTER, MANOLETE, GROUND SWELL und DARK MEET geben den Fans ein Best-Off Programm und Überzeugen auf der ganzen Linie. Fans werden die VÖ, die als LP und CD erscheint, eh schon geordert haben. Alle Instrumentalfans müssen die Band anchecken. Schönes Livedokument in leider nur passabler Aufmachung.

Genre: Instrumental Rock
Musik: 7
Sound: 7
Info: 7 Songs / 45 Minunten
VÖ: March 2016
JB

+++++++

KOMATZU - K2 Go Down Records
www.godownrecords.com

Das Debüt Album von Komatzu (nicht zu verwechseln mit den Niederländern) beeinhaltet die ersten Aufnahmen der Band, die 4 Jahre an ihrem Debüt gearbeitet haben. Die Band hat in Italien einen Wettbewerb gewonnen und als Preis die Aufnahmen zur ersten CD ergattern können, die Go Down Records nun veröffentlicht. Auf dem Album gibt es eine Ansammlung an Songs aus den letzten vier Jahren und somit sind die Songs auch sehr unterschiedlich. So ist z.B. der Opener MARBLES ON THE CEMENT ein getragener Stoner Rock Song mit einem guten Riff. Leider kann der Gesang von Riccardo zu keiner Zeit den guten Standard der Songs aufrechterhalten und er macht sogar mit seinem Vocals viele Songs auf dem Album kaputt. Seine rauchige Stimme mag vielleicht auf der Bühne gut kommen, hier auf CD wirkt sie sehr wackelig und schlecht eingesetzt. Mit dem coolen CLOUDS ist der Band vielleicht ein kleiner Höhepunkt gelungen und der Song mit guten Stoner Rock Riffs und einem starken Groove rockt gut nach vorne. Auf einigen Songs schleicht sich auch ein Alternative/Grunge Einfluss ein und leider fehlt etwas der rote Faden. Ein Song wie NOVOCAINE FOR THE SOUL ist wirklich schlimmster Alternative/Punk Rock und fast unhörbar. Sorry, aber das ist gar nix....

Genre: Stoner Rock / Grunge
Musik: 5
Sound: 6
Info: 11 Songs / 46 Minuten
VÖ: April 2016
JB

PATER NEMBROT - NUSUN  Go Down Records
www.godownrecords.com
www.paternembrot.com

Nach einem sehr ruhigen und unter die Haut gehenden Intro mit herausragendem Gesang (LOSTMAN) startet STITCH wie eine Reise zum Mond. Großartige Sounds und große Riffs setzen Akzente und bescheren dem Hörer ein wohliges Gefühl. Das folgende ARCHITEUTHIS ist ein spaciger Mid-Tempo Rocker mit starken Vocals von Philip und einem Gastauftritt von Chris (Samsara Blues Experiment). EL DUENDE hat viel von den MARK LANEGAN Soloscheiben, auch von der düsteren Atmsophäre her. Der Song ist durchgehend getragen und fast schon traurig, aber überzeugt auf ganzer Linie. OVERWHELMED ist ein flottere Stoner Rock Song mit wiederum sehr starken Vocals und einem starkem Refrain. Die Band wirkt so gefestigt und professionell und man muß wirklich mit seinem Verstand hadern, dass so eine Band bisher keine größere Aufmerksamkeit eingefahren hat. Daran sieht man mal wieder, dass es letztendlich nicht auf die Musik ankommt. In einer fairen Welt wäre diese Band rießengroß! Mit ihren Sound steckt sie viele 70s/Retro/Psychedelic/Stoner/Classic Rock Bands einfach in den Sack. Ein großes finanzstarkes Label würde diese Band wohl an die internationale Spitze bringen. Wer auf herausragende Musik steht, sollte mal reinhören!

Genre: Psychedelic Stoner Rock
Musik: 8
Sound: 7
Info: 9 Songs / 55 Minuten
VÖ: 15.03.2016
JB

PRESSIONE SU MALTA - UHU! UHU! Music for People Records/Go Down Records
2 Jungs aus Italien mit einem dicken Stoner Rock Brett. Als nichts anderes kann man diese EP bezeichnen. Der Opener JESUS CHRIST lebt von dicken Riffs, old school Stoner Riffing und einigen White Stripes Soundgemeinsamkeiten, vor allem in der Gitarrenarbeit, die man getrost als eine heavier Version von Jack White ansehen kann. Auch gibt es musikalisch einige Parallelen zu den WHITE MILES. Nicht nur, weil sie auch zu zweit sind, sondern von der Instrumentalisierung und Ausführung der Musik. MARYSUN rockt unheimlich nach vorne. Vor allem die angenehme Stimme von Andrea ist sehr gut! I CAN`T hat einen coolen Rhythmus und der Refrain geht unter die Haut. Was für ein Hit! YOU CAN PUT IT DOWN ist ein schleppender Song bevor der coole FEED ME mit einem starken Intro beginnt und dann in ein eher relaxten Rock Song übergeht. Mittendrin explodiert der Song aber immer wieder mit fiesem Gitarrenriffs. Sehrt gut. MOVE ON beschließt dieses Album, das eine große Überraschung darstellt. Ich hoffe mal die Band bekommt ein großes Label und kann dieses Niveau dann halten. Dicke Überraschung!

Genre: Stoner Rock
Musik: 9
Sound: 8
Info: 6 Songs / 24 Minutes
VÖ: 20.03.2016
JB

MASTIC SCUM - RAGE Grindwork Production / Rebeat
www.masticscum.com

Gut 25 Jahre sind die österreichischen Grinder von Mastic Scum schon aktiv und haben sich durch eine Vielzahl von Shows und angesagten Underground Festivals gekämpft. In dieser langen Zeit hat die Band 5 Alben veröffentlicht und vor allem ihr letztes Werk CTRL konnte einiges an Aufmerksamkeit auf die Band lenken. Österreich steht ja mit den Kultbands Disastrous Murmur, Disharmonic Orchestra und vor allem Pungent Stench hoch im Kurs der Old-School Death/Grind Bewegung und somit konnten auch Mastic Scum sich ein Stück vom Austria-Grindcore Happen abschneiden, obwohl die Band nie den Kultstatus wie die „Gründer“ erspielen konnten und auch technisch (zumindest in den Anfangszeiten) weit hinterher hinkten. Die RAGE DVD beeinhaltet eine komplette Liveshow, ein Bandinterview, alle offiziellen Videoclips ihrer Karriere (9 Stück) und noch zusätzlich Liveaufnahmen von 5 verschiedenen Festivals sowie eine Fotogalerie. Die Festivalshows sind gut gefilmt und haben einen angenehmen Sound. Das komplette Konzert wurde in Wien sehr aufwändig gefilmt und zeigt die Band sehr spielfreudig und voller Power. Die Songauswahl ist geglückt und die Schnitte sind angenehm und nicht zu hektisch. Der Band merkt man trotz ihrer Routine die Freude an und so werden Salve um Salve ins Publikum gejagt. Ob man die Fotogalerie und das Interview wirklich braucht, ist sicherlich Geschmackssache, aber so bietet man viel Inhalt fürs Geld. Mich persönlich sprechen die Undergroundbeiträge vom FUCK THE COMMERCE, DONAUINSELFEST, OSCENE EXTREME und vom geilen Kaltenbach Open Air zwar etwas mehr an, aber Fans werden voll auf ihre Kosten kommen.

Genre. Grindcore

Musik: 7

Sound: 7

Info: 160 Minuten

VÖ: 13.05.2016

JB

APRIL 2016

THE BLACK EXPLOSION - ATOMIC ZOD WAR

POVERTY`S NO CRIME - SPIRAL OF FEAR

SUN WORSHIP - PALE DAWN

BARDUS - STELLA PORTA

BAD ACID - REVELATIOINS OF THE THIRD EYE

STONEWALL NOISE ORCHESTRA - THE MACHINE, THE DEVIL AND THE DOPE

CHURCH OF MISERY - AND THEN THERE WERE NONE

DREAM DEATH - DISSEMINATION

MANGROVE - DAYS OF THE WICKED

CULT OF LUNA and JULIE CHRISTMAS - MARINER

HYPNOS - COLD WINDS

WHITE MILES - THE DUEL

POKERFACE - DIVIDE AND RULE

DISCHARGE - END OF DAYS

BEASTMAKER - LUSUS NATURAE

BLOOD CEREMONY - LORD OF MISRULE

BATTLESWORD - BANNERS OF DESTRUCTION

THE BLACK EXPLOSION - ATOMIC ZOD WAR Metalville
www.metalville.de

Aus dem schwedischen Enköping kommen ja nicht nur die coolen Mother Misery und Manny Ribera, auch die seit einigen Jahren (aktuell wieder) aktiven BLACK EXPLOSION. Die beiden Vorgängerscheiben wurden in der Stoner / Psychedelic Rock Umgebung mit Wohlwollen aufgenommen und die Band hat sich durch einige Konzertreisen einen ansehnlichen Namen gemacht. Schon das Cover Art von ATOMIC ZOD WAR ist großartig, könnte als ein älteres Monster Magnet Artwork durchgehen und überzeugt schon einmal auf den ersten Blick. Die CD startet dann mit dem 13 minütige Opener PARALYZED, der in meinen Augen ein Wagnis darstellt. Der Song braucht etwas um in Fahrt zu kommen. Das Intro hört sich eher wie ein Soundcheck an und auch danach braucht man etwas Durchhaltevermögen, um damit warm zu werden. Insgesamt klingt der Sound rauer, die Gitarren noch mehr Lo-Fi und der Gesang ist noch kaputter als auf den vorangegangenen Scheiben. Der darauffolgende Song AINT COMING HOME hat die gleichen Zutaten, ist sehr fuzzig, hat viel von dreckigen alten Monster Magnet auf deren ersten Album und ist mit seinem guten Refrain ein kleiner Hit geworden. Das wäre wohl der Opener gewesen, der die Leute zumindest am Anfang gefesselt hätte. WORLD IS DEADfolgt und ist ein kurzes, akustisches Zwischenspiel bevor das komplett zerfahrene LOCATION 9 einen auf eine harte Probe stellt. Surf-Punk, Rock`n`Roll und Space Rock Sounds vermischen sich zu einem Song, der eher nach Jam oder Proberaumaufnahme klingt. GOING DOWN kommt dann aber umso stärker zurück, auch wenn es hier ganz viele 1:1 Monster Magnet Zitate gibt, der Song rockt und hat einen sehr guten Drive. Die neue BLACK EXPLOSION ist für Space und Psychedelic Rock Fans mal ein Reinhören wert, aber mir persönlich ist die Scheibe zu zerfahren und zu wenig auf den Punkt gebracht. Aber alte Hawkwind und Monster Magnet Fans wollen evtl. ja genau das hören...im Zeitalter der Plastikproduktionen. Trotzdem zeigt die Formkurve mit jeder Scheibe nach unten.

Genre: Space Rock

Musik: 6

Sound: 6

Info: 7 Songs / 37 Minuten

VÖ: 27.05.2016

JB

POVERTY`S NO CRIME - SPIRAL OF FEAR  Metalville
www.metalville.de

www.facebook.com/povertysnocrime

Seit 1991 sind die Jungs unterwegs und haben ja beim geilen Label Noise Records ihre Anfangszeit verbracht. In den letzten Jahren ist es aber sehr still um die Band geworden und neun lange Jahre nach SAVE MY SOUL kommt nun das siebte Album von Poverty`s No Crime. Und es wird keinen Fan enttäuschen. Ich kenne die alten Scheiben der Band zwar nicht so gut, aber ich gehe mal davon aus, dass die Band ihren hohen Standard einfach gehalten hat. Power Metal mit einigen Progressive Metal Einflüssen gibt es auf den 8 Songs. Spielerisch und gesanglich alles auf einem sehr hohem Niveau. Trotz des sehr starken Eröffnungssongs fehlt dem Album leider etwas an Power, da die Keyboards im hinteren Teil der Scheibe doch sehr tonangebend sind. Poverty`s No Crime starten wirklich heavy, können aber das Energielevel nicht bis zum Schluß halten. Gut, Prog Metal ist und war noch nie richtig mein Ding, aber Songs wie der Opener THE LONGEST DAY oder der Titeltrack sind ganz starke Nummern, die viel Melodien bieten und trotzdem das handwerkliche Können der einzelnen Musiker präsentieren. Vor allem diese beiden Songs haben das Zeug, eine breitere Hörerschaft zu errreichen. Auch, weil Volker eine gut passende Stimme hat. Nur bei dem Instrumental THE FIFTH ELEMENT wirft die Band alle Strukturen über Bord und zeigt ihr wahres Können an den Instrumenten. Auch hätte es eine Ballade wie THE BALLAD OF 91 in meinen Augen nicht wirklich gebraucht. Aber trotzdem werden Genre Liebhaber die neue Scheibe verschlingen, für einen Ausbruch aus dem eng gesteckten Rahmen wird es aber nicht reichen.

Genre: Progressive Metal

Musik: 7

Sound: 8

Info: 8 Songs / 55.54 Minuten

VÖ: 29.04.2016

JB

SUN WORSHIP - PALE DAWN Golden Antenna
www.goldenantenna.com

SUN WORSHIP aus Berlin sind eine der angesagtesten Newcomer im Black Metal und ihr neues Album PALE DAWN schürrt nach dem sehr gut aufgenommenen Debütalbum ELDER GIANTS weltweit große Erwartungen. ELDER GIANTS musste mittlerweile das 4. Mal auf Vinyl nachgepresst werden…was einiges über die Beliebtheit der Band aussagt. Auf dem Nachfolgealbum gibt es durchgehend die totale Raserei: ein Mix aus old school skandinavischen Black Metal und moderneren amerikanischen Black Metal. Aufgenommen wurde im Golden Retriever Studio und die Scheibe besticht durch einen klaren Sound. Die 4 langen Songs sind beeinflusst von Mayhem und zeigen sich komplexer als die Songs des Debüt. Bei den Songs wird das Tempo hochgehalten und wird so für Black Metal Fans ein gesuchtes Fressen sein. Ich mag Black Metal; im Sinne meiner Jugend. Das hier ist sicherlich total angesagt, aber halt gar nicht meins. Sorry.

Genre: Black Metal

Musik: 6

Sound: 8

Info: 4 Songs / 37 Minuten

VÖ: 06.05.2016

JB

BARDUS - STELLA PORTA Solar Flare Records
www.solarflarerds.com

Seit 2011 gibt es die Band aus Philadelphia und legen mit diesem 7 Tracker ein amtliches Stück Sludge / Noise / Post Rock Album vor. Die Aggressivität ist Trumpf und das schön gezeichnete Cover Artwork will erstmal nicht richtig passen und würde ich jetzt eher in die Psychedelic Rock Ecke ablegen. Aber schon der Opener SMOKE BATH überzeugt mit viel Dynamik und Energie. Die gebrüllten Vocals passen perfekt und man hat ein gutes Gefühl erstmal. Aber so richtig ins Rollen kommt die Band erst mit dem folgenden MONOLITH. Starker Groove und eine eingängige Struktur machen den Song zu dem Highlight auf dem Album. Die anderen Noise-Rock Songs sind sehr gut gemacht, über die Spielzeit schleicht sich aber dann ab Song 4 etwas zu viel Monotonie ein, auch wenn SLY KING nochmal etwas aufhorchen lässt. Die Drums brettern gut, die Gitarren zerlegen alles und der Groove „rult“, aber leider halt einfach ohne wenig Höhepunkte. Das geht schon alles nach vorne ab, ist durchgängig aggressiv und ist auch musikalisch gut, aber richtige Songs sind das leider nicht geworden, was die 3 Jungs hier veranstalten. Ist mir zu eintönig, obwohl es teilweise gut abgeht. Aber das ist in der Schwemme der VÖs einfach nicht genug in meinen Augen.

Genre: Sludge Rock

Musik: 6

Sound: 7

Info: 7 Songs / 46 Minuten

VÖ: 1.4.2016

JB

BAD ACID - REVELATIONS OF THE THIRD EYE Ozium Records / Transubstans Records
www.facebook.com/badacidswe

Psychedelischer Stoner Rock kommt wieder einmal aus Schweden und beinhaltet zwei Mitglieder der im Underground gut bekannten Mamont. Deren neues Machwerk nennt sich Bad Acid und legt mit „Revelations of the third eye“ ihr Debüt-Album auf Ozium / Transubstans Records vor. Und wo Transubstans drauf steht, ist auch Qualität drin! Simona am Gesang hat ein starkes Organ und unterstützt die Band unheimlich in ihrem Gesamtbild. Weiblicher Gesang ist ja z.Zt. total angesagt, aber hier passt er einfach enorm gut. Der starke Opener INFERNO legt gleichmal los wie der Songtitel es vermuten lässt. Stonig, rockig, geradeaus. Das folgende AMNESIA HAZE ist sehr eingängig, beinhaltet die gleichen Zutaten wie der Opener, geht aber noch mehr unter die Haut und ins Ohr. Der Song ist mit dem starken HEAVY LIES THE CROWN der Höhepunkt des Albums. Der folgende Titelsong nimmt das Tempo raus, ist ein starker Midtempo Rocker mit einem psychedelischen Solo- und Mittelteil und hat vor allem in der Gitarrenarbeit ein große Monster Magnet Schlagseite (die ersten beiden Alben mein ich da….). Der Markt wird ja überschwemmt mit Bands in dieser z.Zt typischen Zusammensetzung (Männer Band mit Frau am Mikro..). Aber ich denke, Bad Acid haben genug Potential um sich durchzusetzen. Die Songs wirken durchgängig powerful, sehr organisch und haben in Simona eine gute Sängerin, die versteht, die Songs aufzuwerten. THE OLDEST LIE und BAD ACID schließen sich mit dem wabernden Sound an und überzeugen ebenso. Die Band bringt viel Herzblut in dieses Album und dürfte einige Anhänger finden. Für mich klingen sie wie eine kraftvollere Stoner Rock Version von Blood Ceremony. Gutes Songwriting, starkes Cover und ein (für diese Musik passender) verwaschener Sound. Alte Monster Magnet Fans, Stoner- und Psychedelic Rock Fans sollten mal ein Ohr riskieren. Außerdem ist die Band im Juli auf der von uns präsentierten Tour durch Deutschland unterwegs. Zusammen mit den coolen Vokonis (die auch eine Killerscheibe abliefern werden die Tage!).

Genre: Space Rock

Musik: 8

Sound: 7

Info: 11 Songs / 43 Minuten

VÖ: 01.04.2016

JB

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STONEWALL NOISE ORCHESTRA - THE MACHINE, THE DEVIL & THE DOPE SPV / Steamhammer
www.snoband.com

Stonewall Noise Orchestra ist zurück. Und das auf Steamhammer; welche sich in den letzten Jahrzehnten vor allem durch unglaublich viel Heavy Metal Klassiker einen Namen gemacht haben. Und jetzt ist Schwedens Finest dort unter Vertrag. Glückwunsch von unserer Seite aus! Die Band präsentiert sich das erste Mal mit ihrem neuen Sänger Tony, der nach Singe und John Hermansen ihren dritte Sänger präsentieren und der wiederum total einschlägt! Wo sie die Jungs auch immer herbeizaubern, wiederum haben sie mit Tony eine super Stimme für den Sound gefunden. Tony ist gar nicht mal so weit weg von Singe. Teilweise verkörpert er genau die Schnittmenge zwischen John und Singe, was die alten Fans sehr entzücken wird. Und dann geht es schon los: THE FEVER ist ein eher relaxter und getragener Opener, der viel von einem Intro hat, aber auch gleich im Ohr hängen bleibt. Der Song rockt vor sich hin und bohrt sich ins Gehirn. Gleichmal zeigt Tony hier seine Wärme in der Stimme, die der Band wirklich gut tut. WELCOME HOME folgt und zeigt SWNO so, wie wir sie lieben...nach vorne treibend, mit super Riffs und einer enormen Power bevor das überragende INTO THE FIRE alles zerreist! Was für ein Song. Was für eine geile Melodie. Geiles Solo, alles volle Kanne nach vorne. Stark! Das wird ein SWNO Klassiker in den nächsten Jahren! Das groovige DON`T BLAME THE DEMONS ist ein weiterer Hit. Ganz starker Refrain, im Midtempo gehalten und im typsichen SWNO Gewand. Danach folgt ein klassischer Stoner Rocker: SUPERIOR#1. Fettes Anfangsriffing, gute Vocals, fetter Sound. So kennt man die Jungs von früher! STONE CRAZY hat viel von altem Classic Rock und zeigt sich im fetten Soundgewand. Der Refrain könnte glatt von einer alten Kiss Scheibe stammen. ON A PROGRAM ist sehr getragen, hat ein bisschen was von einem Space Rock Riffing und könnte auch auf einer Scheibe aus den 70ern stehen. Der abschließende Titeltrack ist sehr melodisch, aber auch powervoll zugleich und beschließt ein bärenstarkes Album. Die Band hat sogar das sehr starke letzte Album übertroffen, was ich (und auch wohl sonst niemand) nicht erwartet hätte. Der neue Sänger tut der Band gut und schafft es vielleicht, die Band nochmal zu pushen. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass die Band dank der großen Plattenfirma richtig durchstarten wird und endlich den verdienten Lohn einfährt! Weltweit natürlich! Gut gemacht Jungs! Bin stolz!

Genre: Stoner Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 9 Songs /

VÖ: 20.5.2016

JB

CHURCH OF MISERY - AND THEN THERE WERE NONE Rise Above Records / Soulfood
www.churchofmisery.net

AND THEN THERE WHERE NONE…nein…keine EXODUS Klassiker Anleihen – die japanischen Church of Misery sind zurück und nur noch Gründungsmitglied und Chef Tatsu Mikami ist dabei. Somit ist es gar keine japanische Band mehr, den Tatsu hat sich seine 3 Mitstreiten aus den Vereinigten Staaten geholt. Und da hat er nur die besten Zutaten für sein neues Album geholt. Dave von den BLOOD FARMERS an der Gitarre. Ex-INTERNAL VOID / EARTHRIDE Drummer Eric und (YES!!!) REPULSION Sänger (und zwischenzeitlich Cathedral Bassist) Scott Carlson an den Vocals, der das erste Mal wieder eine Scheibe nach dem überragenden REPULSION Debüt HORRORFIED veredelt. Natürlich gibt es wie in den Jahrzehnten davor auch ein dickes Doom Brett mit fetten Gitarren; aber trotzdem klingt die Scheibe anders als die Vorgänger….amerikanischer? Ausgereifter? Zugänglicher? Alles ein bisschen…aber insgesamt unheimlich fett, noch be- und erdrückender und vor allem Scott am Mikro macht einen geilen Job. Die streckenweise vorhandene Zerfahrenheit einiger Vorgänger und der Black Sabbath (70er) Einfluss ist etwas in den Hintergrund getreten und wird durch ein fettes Stoner / Riff / Sludge Gebilde überdröhnt. Die Massenmörder-Lyrics (inkl. Mordintro) und „Blutverspritzer-Einspieler“ bleiben natürlich, aber die diesmal von Scott verfassten Lyrics haben es genauso in sich wie die alten Lyrics von Tatsu – was ja auch eine Neuerung darstellt. Die Songs sind durchgängig auf dem gleichen Niveau, obwohl ein Song wie CONFESSIONS OF AN EMBITTERED SOULD durch die coolen Vocals heraussticht. Aber auch die anderen 6 Songs (allem voran das lange THE HELL BENDERS mit einem fetten Mittelteil und MAKE THEM DIE SLOWLY) sind gleichwertig. Nur der Abschlußsong MURDERFREAK BLUES sticht etwas vom Sound heraus und beinhaltet lange NOLA-DOOM Solos und einen starken Blues Einschlag. CHURCH OF MISERY haben sich neu erfunden, was vielleicht einige alte Fans enttäuschen wird. Aber ich bin begeistert von der neuen „Härte“ und hoffe, dass das Line-Up noch lange bestehen wird. Pflichtfutter für Stoner/Doom/Sludge Fans!

Genre: Doom Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 7 Songs / 43 Minuten

VÖ 04.03.2016

JB

DREAM DEATH - DISSEMINATION Rise Above / Soulfood
www.facebook.com/dreamdeathsludge

DREAM DEATH sind sicherlich einigen alten Herren noch bekannt, legten sie doch 1987 mit JOURNEY INTO MYSTERY ein starkes Debüt vor, dass Fans von Slayer, Celtic Frost und St. Vitus gleichermaßen begeisterte und damals mit genau diesem Mix aus Death, Doom und Thrash außergewöhnlich klang. Danach war aber Schluß mit DREAM DEATH und die Jungs gründeten die ebenfalls bärenstarken PENANCE, die im Doom Metal Underground einigen Aufruhr anzettelten. 2013 gab es dann das Comeback Album und nun liegt die 3. Scheibe der Pittsburgh Metaller vor und ist intensiver und heavier als alles zuvor. Und natürlich hat sich (wie auch Church of Misery) der Doom Papst Lee Dorrian die Band unter den Nagel gerissen und wird der Band allein dadurch noch einmal einen dicken Schub geben. Der Sound ist direkt und sehr druckvoll und schlägt einen direkt ins Gesicht und tut dem Sound der Band sehr gut. Scheiden werden sich die Geister am Gesang, der „fordernd“ wirkt und einen oft direkt anspringt. Da ist sicherlich viel Wut mit im Spiel. Die Musik ist von alten Männern gemacht und ihre Erfahrungen im Leben hört man jede Sekunde heraus und nimmt ihnen auch alles ab was einem da in den 10 Songs vorgebracht wird. Und auch nach all der langen Zeit hat es die Band geschafft, ihren einzigartigen Sound beizubehalten. Brian Lawrence macht diese Band auch aus; sein Gesang ist einzigartig und voller Aussagekraft und veredelt alle Songs zusätzlich. Der Opener und Titelsong zeigt gleichmal die Thrash Metal Einflüsse auf, DOMINION brettert nach vorne und NOTHING EVER WILL bringt den schweren Groove des Doom Metals zurück. Leider ist das Artwork nicht wirklich gelungen und aussagekräftig und eine Zeichnung wie auf dem Debüt hätte die Scheibe sicherlich noch einmal aufgewertet. Nicht die Klasse des Debüts (das hat aber ja auch keiner erwartet), aber stärker als das Comebackalbum SOMNIUM EXCESSUM. Fans werden eh schon zugeschlagen haben….

Genre: Doom Metal

Musik: 7

Sound: 7

Info: 10 Songs / 40 Minuten

VÖ: 04.03.2016

JB

MANGROVE - DAYS OF THE WICKED Transubstans Records
www.transubstans.com

Transubstans, Trio, Stockholm, Stoner. Könnte man so abkanzeln, aber MANGROVE sind mehr. Bereits 2013 aufgenommen, nimmt einen dieses Album komplett ein. Diese Scheibe pulverisiert viele andere schwedisch, ähnlich gelagerte Bands mit einer unglaublichen Wucht. Der Opener GAMBLER ist ein super Power Stoner Rocker mit einer großartigen Stimme von Jani Kataja, der irgendwo zwischen Ozzy und Count Raven liegt. Hier rockt erstmal alles. Hier wird gerifft, nach vorne gepeitscht und ein Feuerwerk an Spielfreude abgefackelt. Hier klingt nichts wie schon "100x gehört" oder gar langweilig. DIFFERENT PAGES OF LIFE nimmt etwas das Tempo vom Opener raus, ist aber immer noch unglaublich druckvoll und überzeugt wieder mit einer super Gesangsleistung und einem herausragenden Refrain! INTO THE LIGHT hat super coole Riffs, mehr melodiöse Teile und starke Solos. Auch hier überzeugt wiederum ein starker Refrain. Und was Magnus Jernström aus seiner Gitarre herauszaubert ist einfach unglaublich frisch und innovativ, sogar in so einem so eng abgesteckten Genre. DAYS OF THE WICKED ist langsam, lavaartig und walzend. Zwischen den Doom Metal Riffs der Sonderklasse befinden sich auch ruhigere Momente. MANGRONAUT hat einige epische und progressive Momente, ist einer der ruhigeren Tracks auf dem Album - überzeugt aber auch wieder zu jeder Sekunde. DEMONSPIRIT verbindet Härte und Melodie und Epik und ist ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse. Die Heavieness wird durch den sphärischen und ruhigen Refrain noch eindringlicher, bevor ein wildes Hard Rock Solo alles zerbröselt. DRIFT AWAY ist ein wahres Monster, das alle Stile vereint. Der Song hätte genauso gut auf einer alten Rush Scheibe, wie auch auf einer alten Ozzy Soloscheibe stehen können. Die 3 Jungs überzeugen musikalisch wie auch ideenmäßig. IN THE SHADE ist ein Akustikgitarrensong, der das Album mit Ruhe und Anmut beendet. Ihr seht, ich bin hin und weg und wünsche den 3 Jungs wirklich die ganz großen Bühnen! Ich denke, mit dieser Qualität und so vielen Hits sollte sich die Band international etablieren! Das ist besser wie 90% des Rests!

Genre: Stoner Rock

Musik: 9

Sound: 8

Info: 8 Songs / 37 Minuten

VÖ: 18.03.2016

JB

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CULT OF LUNA and JULIE CHRISTMAS - MARINER Indie Recordings
www.cultofluna.com

www.facebook.com/cultoflunamusic

Da gibt es eine Zusammenarbeit, die es wahrlich in sich hat. Die eh schon tollen CULT OF LUNA haben sich mit der (zumindest mir) unbekannten New Yorker Sängerin Julie Christmas zusammengetan und ein tiefgreifendes, einnehmendes Album erschaffen. Die Stimme von Julie, die früher bei BATTLE OF MICE gesungen hat und einige Alben auf Neurot Records veröffentlichte, passt perfekt und war vielleicht sogar ein fehlendes (wenn es das übergibt) Glied in der COL Musik. Musikalisch hat sich gar nichts großartiges getan auf dem siebten Album der Band (was ja auch gut so ist!) und somit hat man das Gefühl, CULT OF LUNA mit neuer Sängerin zu hören. Die Musik pendelt weiterhin zwischen Härte, Aggression, Wucht und deren Gegengewichte auf höchstem Niveau, was ja auch nicht anders zu erwarten war. Aber Julie verleiht der Musik mit ihrer Stimme, die sich auch perfekt an die Musik anpassen kann, etwas magisches, tiefgründiges, einmaliges. Sicherlich wird diese Scheibe was einmaliges bleiben und insgeheim kann sich das Album nicht mit den Klassikern der Band messen, vor allem nicht mit dem grandiosen SOMEWHERE ALONG THE HIGHWAY. Aber es klingt frisch und für die Band einmalig und die 5 Songs machen durchgängig Spaß. Der sich langsam aufbauende Opener A GREAT CALL, der von einem starken Riff getragen wird und von starken Drums Unterstützung findet. MARINER bietet dann den perfekten Unterbau für Julies Stimme. Hier kann sie sich ausleben und tut das auch zwischen poppigen Gesäusel und harschen Screams und ist eine herausragende Leistung! Ein auch herausragender Song ist zudem THE WRECK OF S.S. NEEDLE geworden, der mit geilen Gesangsmelodien und fetten Sludge Riffs überzeugt. Der eher zerbrechlich wirkende APPROACHING TRANSITION und der 15-minütige CYGNU runden diese Scheibe gekonnt ab. CULT OF LUNA sind wieder da, aber als große Überraschung. Und die ist wahrlich gelungen.

Genre: Postrock / Sludge

Musik: 9

Sound: 9

Info: 5 Songs / 54 Minuten

VÖ: 08.04.2016

JB

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HYPNOS - COLD WINDS Crusher Records
www.crusherrecords.com

Im Jahre 2014 konnten die Schweden von HYPNOS mit ihrem Debüt sehr viel Aufmerksamkeit im Underground einfahren und waren wohl auch mit ihrem Werk das Aushängeschild und der wohl wichtige Anschub für das Label. Auch live konnte die Band vollends überzeugen und auch auf der Bühne ließ sie begeisterte Fans zurück. Nun sind sie wieder da, mit ihrem Nachfolger und der Underground hat sicherlich sehnlichst darauf gewartet und um es vorwegzunehmen: die Band wird die Erwartungen erfüllen können, wenn nicht sogar übertreffen. Die Songs wirken teilweise sogar einen Tick heavier, was z.B. der Opener START THE HUNT eindrucksvoll beweist! Hier starten sie mit einem Intro, das sehr von Iron Maiden beeinflusst ist und auch auf einen deren früheren Klassiker hätte stehen können. Die galoppierenden Riffs und die Klasse Stimme von Philip Lindgren paaren sich mit den starken Solo- und Twin-Gituar-Feuerwerken der Sonderklasse von Oskar und Fredrik. Auch das folgende I`M ON THE RUN erinnert im Refrain und bei den Gitarrenläufen an die Engländer ihrer Frühphase. Am ehesten an das erste Album angelehnt ist der Song THE CAPTIVE, der auch auf dem Debüt hätte stehen können. Neuland gibt es auf der schwedisch gesungenen Ballade DET KOMMER EN DAG, die total zündet und viel Abwechslung auf das Album bringt. DESCENDING SUN geht zurück zu dem Opener, hat wiederrum einen starken Refrain und setzen mit dem Boogie-Rock Ausreißer COLD SEPTEMBER neue Maßstäbe in ihrem Sound. Das abschließende 1800 bietet wieder die gewohnten Twin-Gituar Duelle und eindrucksvolle Solos. Dass das Album hauptsächlich live eingespielt wurde, macht das Werk noch authentischer. Fans werde eh schon vorbestellt haben und alle Retro/NWOBHM Fans sollten sich die Band schnellstmöglich zulegen.

Genre: NWOBHM

Musik: 8

Sound: 8

Info: 8 Songs / 49 Minuten

VÖ: 29.04.2016

JB

WHITE MILES - THE DUEL SPV / Long Branch Records
www.white-miles.com

Das Gegenstück zu den leider viel zu früh verschiedenen White Stripes? Nein, das kann man nicht sagen! WHITE MILES rocken gut, haben auch einen anderen Ansatz, obwohl sich natürlich durch die Duo-Funktion sehr limitiert sind. Aber schon die White Stripes schafften es, aus diesen minimalistischen Vorgaben starke Songs zu schreiben. Auch die beiden Tiroler schaffen das. Das Artwork ist unheimlich stark und der Sound vom HOLE-Produzenten drückt ohne Ende. Die Musik ist Rock mit Blues und etwas Stoner vermischt, hat schon als Support auf der letzten Blues Pills und Eagles of Death Metal Tour überzeugt und rockt hier wirklich unheimlich nach vorne. Der Opener SICKLY NERVES ist gleichmal ein klassischer Opener und der härteste Song auf dem Album und hat immens viel Kraft. Die folgenden IN THE MIRROR und CRAZY HORSE zeigen dann die mehr groovige Richtung der restlichen Platte auf. Da versprüht man schon hin und wieder etwas White Stripes Atmosphäre, ohne aber jetzt die beiden Bands vergleichen zu müssen. Songs wie COKE ON A JETPLAN zeigen auch die bluesige und ruhige Seite; aber Songs wie das folgende A(N) GARDE rocken natürlich vornehmlich. Vor allem dieser Song ist ein absolutes Highlight auf dem eh starken Album. Viel hängt auch an Sängerin (und Gitarristin) Medina, die den Songs jeweils mit ihrer Stimme den Stempel aufdrückt. Und Lofis an den Drums sorgt natürlich für den richtigen Groove. Doch, die 2 zusammen – das passt 1A! Live zündet das ungemein und es wird sich aber zeigen, ob die Band in diesem limitierten Rahmen dieses Niveau auf Dauer halten kann.

Genre: Rock

Musik: 8

Sound: 9

Info: 11 Songs / 38 Minuten

VÖ: 01.04.2016

JB

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POKERFACE - DIVIDE AND RULE Molok Records
www.pokerfacegroup.com

www.vk.com/pfaceband

Pokerface aus Russland sind eine "4 Mann plus 1 Frau Band", die erst seit 2013 existiert. Hört sich erst mal unspektakulär an und das Cover macht auch erstmal nicht den Eindruck, was Tolles zu bekommen. Da hätte schon mehr „passieren“ können. Und die Erwartung war ziemlich gering. Nach einem kurzen Intro läßt einem aber dann gleichmal die Power und vor allem die Stimme von Delirium nicht im Regen stehen. Die Musik und vor allem dem Gesang würde ich mit Holy Moses vergleichen. ALL IS LIE ist gleichmal ein sehr schneller Thrasher, der durch super Gitarren und eben Deliriums Stimme total überzeugt. Das Gleiche gilt für KINGDOME OF HATE bevor mit THE CHESSBOARD KILLER das Tempo etwas herausgenommen wird und vor allem die Vocals hier mehr Death Metal artig sind, was dem Song aber sehr gut steht. Die Band um die beiden Leadgitarristen Maniac und Nick ist handwerklich wirklich klasse und hat locker internationales Niveau! Maniac und Nick zaubern auch die ein oder andere saubere Melodie aus ihren Gitarren. EXISTENCE ist dann ein Mix aus den vorangegangen Songs. Holy Moses Thrash in der Strophe und Death Metal Refrain als geiler Mischmasch. INTO THE INFERNO besitzt einen super Anfang, der sich stark aufbaut und die Klasse der beiden Gitarristen zeigt. KILLED BY ME und SHUT UP geben nochmal die totale Raserei wieder, bevor der starke Titelsong im alten Sodom/Kreator Stil die Köpfe kreisen lässt! Schnelle Riffs, starker Gesang und viele old-school artige Songs machen die Band zu einem sehr guten Newcomer. Und ich hoffe mal, dass Russland kein Hindernis für die Band ist. Aus Europa oder Amerika wäre wahrscheinlich vieles leichter für Pokerface .... den in Russland hat die Band schon einige Follower bekommen, u.a. als Support auf der Sepultura Tour 2015 und als Special Guest auf der Overkill, Children of Bodom und Vader Tour. Und das alles mit der ersten EP, bevor es aktuell mit DIVIDE AND RULE als Support für Fear Factory und Annihilator in Russland heiß her geht. Ich hoffe, die Band schafft es nach Europa! Überraschung! Thrash Metal Fans sollten das anchecken!

Genre: Thrash

Musik: 8

Sound: 7

Info: 10 Songs / 36 Minuten

VÖ: erschienen

JB

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DISCHARGE - END OF DAYS Nuclear Blast / Warner
www.nuclearblast.de

Da sind sie also wieder. Die Urväter des Crust Punk Sounds. Gleich der Opener NEW WORLD ORDER zeigt die Richtung. Es wird kein "Metal-lastiger Sound" gespielt wie in der mittleren Karrierephase, sondern es wird sich wieder auf die DISCHARGE-Stärken besonnen. Kurze, meist unter 2 minütige Punk Eruptionen der Sonderklasse. HATEBOMB, END OF DAYS und THE TERROR ALERT sind nur als Beispiele genannt. Erst mit dem neunten Song, INFECTED, kommt etwas der Midtempo Groove zurück, beinhaltet auch ein Solo und ist sicherlich ein Höhepunkt auf dem Album. KILLING YOURSELF TO LIVE geht in eine ähnliche Richtung und überzeugt mit unglaublicher Power. Ganz geil vom Riffing und Gesang ist auch HUNG DRAWN AND QUARTERED. Immerhin besteht die neue Mannschaft aus 3 Mitgliedern der legendären Besetzung (Bones, Rainy und Tezz, der alte Schlagzeuger, der an die 2. Gitarre gewechselt ist!) und wurde durch Dave an den Drums und JJ JANIAK (von den BROKEN BONES am Gesang, der die Lücke hervorragend und sehr angepisst füllt) verstärkt. Die Band strotz vor Spielfreude und Power. Das ist der Discharge Sound, den wir alle in der heutigen Zeit hören wollen. Natürlich geht der Sound total nach vorne, aber das war bei einem Label wie Nuclear Blast nicht anders zu erwarten. Ich habe mir nichts erwartet, bin aber echt überrascht. Die Scheibe kann sicherlich mit der Intensität der legendären Alben mithalten. Ob sie den Test der Zeit besteht, wird sich noch zeigen. Crust und Punk und Hardcore FANS sollten auf jeden Fall zuschlagen! Mal schauen, was der Major aus der Band alles macht…

Genre: Crust Punk

Musik: 7

Sound: 9

Info: 15 Songs / 35 Minuten

VÖ: 29.04.2016

JB

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BEASTMAKER - LUSUS NATURAE Rise Above
www.facebook.com/beastmaker

Doom Metal - das kann er der Lee Dorrian. Damals mit seiner Cathedral Debüt-Bombe ein großer Einfluss und er war auch ein Fan der aufsteigenden Szene (die ganzen Hellhound Bands damals…). Und jetzt kommt BEASTMAKER. Ein Doom Metal Schatz, den sich ganz viele Leute besorgen sollten. Schon das Artwork begeistert. CLOUDS IN THE SKY ist ein Song, der aus der glorreichen 90er Jahre Hellhound Zeit stammen könnte. EYES ARE WATCHING hat einiges von den späteren Black Sabbath-Ozzy Phase. ARACHNE ist einer der Höhepunkte, erinnert an die ganz alten COUNT RAVEN Meisterwerke und hat diese Eindringlichkeit, die die damalig wachsende Szene ausmachte. FIND THE STRANGER klingt stark nach Ozzy Ballade der Urzeit. Vor allem die Vocals von Trevor sind sehr nah dran an der Zeit, als Ozzy noch in seiner Blüte stand. Der Refrain zieht aber härtemäßig stark an und macht den Song zu einem echten Höhepunkt. YOU MUST SIN zieht wiederrum etwas (für Doom Metal) mit dem Tempo an, aber ein weiterer Lava Doomer ist BURNT OFFERING. Schon lange nicht mehr so einen geilen Doom Metal Song gehört. Das Riff gräbt sich in deine Magengrube, die Vocals leiden vor sich hin und der Song lässt einen nicht mehr los. MASK OF SATAN rockt gewaltig. Starkes, 60er/70er Jahre Horror-Kinoplakat ähnliches Booklet. Black Sabbath / Ozzy Fans sollten genauso zugreifen wie Fans von St. Vitus, Count Raven und Obsessed! Ich bleib dabei - das ist eine der besten Doom Platten ever! Hier stimmt alles! Stark!

Genre: Doom

Musik: 9

Sound: 9

Info: 12 Songs / 45 Minuten

VÖ: 25.03.2016

JB

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BLOOD CEREMONY - LORD OF MISRULE Rise Above / Soulfood
www.facebook.com/bloodceremonyrock

Da sind sie also wieder, die starken BLOOD CEREMONY. Das Occult Rock Genre ist ja total unübersichtlich, aber BLOOD CEREMONY waren natürlich eine der ersten Bands und dürften mit diesem Album den Genreklassiker schlechthin veröffentlich haben. Ich sag mal: besser geht es nicht! Textlich geht es um die gleichnamige schicksalhafte Person, die in der späten Antike dem sogenannten Narrenfest vorstand. Einer 30-tägigen Festlichkeit, deren Ausschweifungen den Beteiligen ebenso viel Spaß machten, wie sie dem Klerus ein Dorn im heuchlerischen-heiligen Augen waren - und am Ende der Feiern dem Gott Saturn geopfert wurden. Das Album startet mit THE DEVIL`S WIDOW, einem klassischen Song, der schon mal mit dem sehr guten Sound beeindruckt und die Richtung vorgibt. Ganz stark, aber auch ohne den großartigen Hitfaktor (obwohl der Refrain und der Schluß sehr gelungen sind!). Was danach aber noch kommt. LORELEY startet groovy und relaxt und zeigt die große Klasse von Alia an den Vocals. Das ist ein ganz großer Schritt nach vorne und dürfte wohl auch normal Rockhörer fesseln. Der absolut beste BLOOD CEREMONY Song ever kommt danach! THE ROGUE`S LOT wird getragen von einer simplen Gitarremelodie / -riff und besticht durch einen unglaublichen Strophenteil und einen starken Refrain. Das ist wohl einer der besten Songs ever written! Der Querflötenpart im Mittelteil ist mit der darauf gut abgestimmten Gitarre eine super Steigerung und endet in einem starken Soloteil. Danach bleibt das Tempo hoch und der Song eindringlich! Die Vocals von Alia gehen unter die Haut und fesseln. Der Titelsong LOR OF MISRULE und das flockige HALF MOON STREET punkten erneut mit einer sehr starken Gesangslinie. THE WEIRD OF FINISTERE ist eine Ballade, die unter die Haut geht. Die starke Stimme von und der Refrain sind unglaublich. OLD FIRES rockt so sehr nach vorne, dass es kein Halten mehr gibt. Die Gitarrenarbeit von Sean Kennedy ist so effektiv und auf den Punkt gebracht, dass es schier unglaublich ist. Hier stimmt über die komplette Spielzeit einfach jeder Ton. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Und die Vocals treiben den Song so nach vorne, dass er einfach unglaublich stark ist. Das sehr an die 70er gehaltene THINGS PRESENT, THINGS PAST endet dann in einer relaxten Rocknummer. Die spärlich eingesetzten Flöten auf dem Album sind auch genau richtig dosiert...ja was soll ich sagen - keinerlei Kritik und zack - gleich nochmal und nochmal anhören! Die Analogaufnahmen (Liam Watson) aus London passen genauso perfekt zu der Scheibe wie das Artwork. PFLICHT!

Genre: Occult Rock

Musik: 9

Sound: 9

Info: 9 Songs / 44 Minuten

VÖ: 25.03.2016

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BATTLESWORD - BANNERS OF DESTRUCTION
www.battlesword.de

12 Songs auf einem Death Metal Album, das schreckt mich erstmal ab. Auch wegen den 3 Bonussongs, die extra angeführt wurden. Aber das ist keine limitierte Auflage o.ä., darum ist mir die explizite Nennung von 3 Bonus Songs ein Rätsel. Die Band, seit 1999 aktiv und vom Niederrhein, wird in der Presse gerne als deutsche Antwort auf Amon Amarth gehandelt. Nun gut, der Sound ist ähnlich gelagert, aber warum nicht. Stört mich (obwohl ich kein AA Fan bin) erstmal nicht. Auffallend ist auf jeden Fall gleichmal die verdammt starke und druckvolle Produktion und die tolle Aufmachung. Vor allem die beiden Gitarristen Björn und Jürgen liefern hier sehr ausgefeilte und durchdachte Sachen ab. Die druckvollen und genau richtig eingesetzten Drums und die Vocals von Axel runden die Sache ab und sorgen für einige Abwechslung. Z.B. der starke Opener SPIRIT TO THE FLESH, der durch super Gitarrenarbeit und eine eingängige Hook überzeugt, ist ein starker Death Metal Opener mit viel Wiedererkennungswert. Das folgende THE UNNAMED MAGIC ist hingegen genau das Gegenteil und zeigt die Spannweite, in der sich die Band bewegt. THE UNNAMED MAGIC ist super melodiös, hat eine starke Heavy Metal Schlagseite bei den Gitarren und dem Grundsound und vor allem der (mit dunkler Stimme) gesprochene Refrain geht unter die Haut. In diesem Spektrum bewegen sich die Songs (außer dem starken akustischen Instrumental THE SILENCE OF VICTORY) und bringen sowohl das totale Gehämmer (TONGUES OF HATRED, BLOODLUST SYMPHONY) oder Mid-tempo-Headbanger (LEFT FOR THE VULTURES). Es ist kein richtiger Ausfall auf dem Album, dass durch ganz starke Gitarrenarbeit überzeugt.

Trotzdem wären vielleicht 2-3 Songs weniger dem Album zuträglicher gewesen. Trotzdem: ein starker Death Metal Hoffnungsträger aus Deutschland.

Genre: Death Metal

Musik: 8

Sound: 8

Info: 12 Songs / 53 Minuten

VÖ: 01.04.2016

JB

MÄRZ 2016

DANTE - WHEN WE WERE BEAUTIFUL
DEADSMOKE - DEADSMOKE
HIGHRIDER - ARMAGEDDON ROCK
MR. BISON - ASTEROID
BLACK RAINBOWS - STELLAR PROPHECY
GUDARS SKYMNING - TILL DETTA VAR JAG NÖDD OCH TVUNGEN

TOSELAND - CRADLE THE RAGE
SOON - VOL.1

HOLY GROVE - HOLY GROVE

SNAKE TONGUE - RAPTORS BREATH

KARMA TO BURN - MOUNTAIN CZAR

AMORAL - IN SEQUENCE

DANTE - WHEN WE WERE BEAUTIFUL Gentle Art of Music
www.danteband.de

www.gentleartofmusic.com

Das deutsche Prog Label Gentle Art of Music steht ja wirklich für herausragende Veröffentlichungen und der Hörer kann eigentlich immer blind zuschlagen. Vorausgesetzt, man liebt Progressive Rock. Mit Dante aus Augsburg hat sich das Label aber einen wahren Metal Meister geangelt, der schon seine vierte Scheibe rausbringt. Ich hoffe wirklich, dass das Label die Band genug pushen kann, denn das Material ist superb. Bei Nuclear Blast oder Century Media würde diese Scheibe wohl durch die Decke gehen. Schon der 10 minütige Opener REARRANGEMENT OF THE GODS zeigt die komplette Breite des Dante Sounds auf. Großartige Metalriffs, starker Gesang, ein Refrain, der sich im Hirn festfrisst und Gitarrenläufe des Wahnsinns. Trotzdem immer nachvollziehbar und eingängig (soweit man das bei dieser Musik sagen kann...). Einiges erinnert mich an die großartigen Anacrusis. AMBITIOUS folgt und kann leider nicht den Standard des Openers halten. Das ist schon auch musikalisch über jeden Zweifel erhaben und es gibt unglaubliche Gitarrenläufe, aber der Song zündet zu wenig in meinen Ohren. Auch dieser kratzt an der 10 Minuten Marke, wirkt aber zu zerfahren und geht leider etwas unter. BEAUTIFUL AGAIN kehrt aber wieder zu der Stärke der Band zurück und mit UNTIL THE LAST LIGHT BREAKS IN schafft man es sogar, die Klasse des Openers wiederherzustellen. LET ME DOWN beinhaltet sogar ein paar old-school SAGA Keyboardläufe und punktet aber auch mit der richtigen Härte. Das ruhige SAD TODAY geht unter die Haut und ist das kürzeste Stück auf dem Album, leitet aber auch gekonnt auf den 15 minütigen Abschlußsong FINALLY über. Hier wird vom verstorbenen Gitarristen Abschied genommen und ist sicherlich der Höhepunkt des Albums. Die Band bringt einiges an Emotionen an diese Hommage und schafft es, den Hörer für eine Viertelstunde zu fesseln. Die Melanchonie ist ein großer Bestandteil neben der unglaublichen Instrumentenbeherrschung. Mir persönlich ist es etwas zu Keyboard-lastig, aber Fans von den momentan schwächelnden Dream Theatre oder Fates Warning sollten unbedingt mal ein Ohr riskieren und die einheimische Szene untersützen. Progressive Metal Fans dürften im Dreieck springen.

Genre: Progressive Metal
Musik: 8
Sound: 8
Info: 7 Songs / 63 Minuten
VÖ: 18.03.2016
JB

DEADSMOKE - DEADSMOKE Heavy Psych Sounds
www.facebook.com/deadsmokedoom

www.heavypsychsounds.com

Unglaublich, wieviel CDs und Vinyls das römische Label momentan veröffentlicht. Es gibt keine Ruhe; was auch gut so ist. Und die Qualität der Bands hat auch gewaltig angezogen. Nächstes Beispiel sind diese 3 Italiener. Supercooles Bergmassive-Artwork, ein Schriftzug, der von DOWN geklaut ist und eine böse dröhnende Soundwand. Das sind DEADSMOKE aus Italien. BRANCHES OF EVIL startet gleich mit verzerrten Vocals, einer Bass/Gitarre-Dröhnwand und ein schleppendes, zermalmendes Tempo aus der Untiefe. Das ist erstmal verstörend, aber zeitgleich faszinierend. Die Gitarren sind tief und böse, aber trotzdem nicht langweilig und monoton. Es fesselt auf jeden Fall! EYES OF THE BLINDMAN rollt mit einem herrlichen Doom Riff und den großartig geschrienen Vocals von Matteo durch das Zimmer. In der Songmitte zieht man sogar mit dem Tempo an (aber nicht wirklich...) und schafft es, einen wirklich herausragenden Song zu kreieren. Für mich der beste Song des Albums. Das folgende LIAR BEHIND ME is Sludge der Extraklasse. Wieder zermalmt die Gitarre und der Bass alles und das Break und Solo in der Mitte passen perfekt in den Song. TORNADO ist dann ein fast 8-minütiger Lavastrom bevor das gute NIGHT OF THE VIPERS das Album beschließt. Auch hier wurden geile Riffs aus dem Hut gezaubert, die Vocals haben einen coolen Hall-Effekt und der lange Instrumentalpart rundet das Monster hier ab. Wer auf schwere Riffs und viel gezügeltem Lärm steht, muß hier zuschlagen. Drone und Sludge und Doom Fans sollten auch mal ein Ohr riskieren, aber mich fesselt das Album im Vergleich zu den bekannten Größen. Das hier besitzt was magisches, was einem nicht mehr loslässt. Die Italiener wieder....

Info: Sludge/Drone/Doom
Musik: 8
Sound: 8
Info: 5 Songs / 31 Minuten
VÖ 25.03.2016
JB

HIGHRIDER - ARMAGEDDON ROCK The Sign Records
www.facebook.com/highriderofdoom

Selten hieß eine Platte, wie die Musik letztendlich fröhnte. Die Truppe aus Göreborg fährt einen ruppigen Sound, der einen direkt anspringt. Die Riffs gehen voll nach vorne und der Gesang lebt die Musik. Ein wichtiger (das ich das mal sage..) Bestandteil ist aber die Orgel, die nicht nervt (ist ja selten) und gute Melodien hervorzaubert. Der Opener S=TxI startet furios mit geilem Riffing, nach vorne preschendem Gesang und endet in einer saucoolen Midtempo Intensität, die Platz für Melodien und geile Solos (Gitarre und Orgel) lässt. Ein starker Opener. AGONY OF LIMBO startet mit Motörhead artigem Speed und dürfte sowohl Metallern, US-Metal Freaks als auch New Modern Hörern gefallen. Die durchgängig laufende Orgel macht noch einen kleinen Extrapunkt. Der Song rockt gewaltig. Absolutes Highlight ist THE MOMENT (PLUTONIUM). Der Song baut sich langsam auf, bleibt ein Mid-Tempo-Headbanger und beinhaltet einen sehr guten Refrain, starke Gesangsmelodien und großartige Musik. SEMEN MUD AND BLOOD rundet dann die Scheibe mit einem schnellen Thrasher ab. Die Scheibe macht wirklich Laune und durch den gezielten Orgeleinsatz ist sie für mich auch außergewöhnlich. Ich kenne zumindest keine Band, die einen gleichwertigen Sound fährt. Das ist schon geil. Eigentlich hatte ich einen Punkt weniger gegeben, aber nach mehrmaligem Anhören meine Meinung revidiert und eine höhere Bewertung umgesetzt. Abgerundet wird das Album von einem coolen Fantasy Artwork von Mojo / Dark North Cover und einem dicken Sound (von den Machern der letzten Horisont Scheibe!). 4 Songs sind ein Ausrufezeichen. Man wird sehen, ob die Band diese Intensität über ein ganzes Album halten kann. Guter Einstieg, der Lust auf mehr macht.

Genre: Armageddon Rock
Musik: 8
Sound: 8
Info: 4 Songs / 21 Minuten
VÖ: 18.03.2016
JB

MR. BISON - Asteroid Subsound Records / Code7
www.facebook.com/mrbisonband

Eine weitere Stoner Rock Band aus Italien; das Land entwickelt sich mittlerweile zum Mittelpunkt der Szene. Was landschaftlich südlich des Landes zumindest dem Ursprungsland des Desert Rock sehr nahe kommt. Mr. Bison ist ein Trio und veröffentlichen 10 Songs, die durchgängig gut sind, aber halt letztendlich auch nur weitere 10 Songs für die eh schon überladene Szene. Handwerklich 1A, gesanglich gut, aber auch ohne großartige Höhepunkte. Das ist halt auch das Manko der heutigen Szene in meinen Augen. MR. BISON setzt aber nicht nur (vielleicht Absicht?!) auf den riffbetonten Wüstenrock, sonder bringt auch einige interessante Alternative und vor allem Blues Rock Elemente in ihren Sound ein. BLACK CROW startet unglaublich druckvoll und ist ein starker, powervoller und heavy Opener. WISKER JACK verliert dann etwas an Drive und plätschert vor sich hin. FULL MOON hat eine sehr gute Gesangslinie, ist stark dem Blues Rock verfallen und überzeugt dann doch im Gesamtpaket. Manche Songs haben einen starken Alternative/Grunge Einschlag (HANGOVER, CANNIBAL), andere scheppern so vor sich hin (BURN THE ROAD, RESIST, HELL - mit starkem John Garcia Einschlag..). Zumindest haben dann Songs wie RUSSIAN ROULETTE und PRISON wieder den nötigen Drive, aber kann leider in der Szene auch keine Akzente setzen, obwohl ein Song wie PRISON dann doch wieder gut rockt. Aber das ist das Dilemma der Scheibe. Irgendwie gut, irgendwie auch nicht 100%....Gute Band insgesamt, der Sound und das Artwork stimmt.... aber heutzutage braucht es einfach etwas mehr (von allem). Stoner Rock Fans sollten die Band auf jeden Fall anchecken. Italy rules!

Genre: Stoner Rock
Musik: 7
Sound: 8
Info: 10 Songs / Minuten
VÖ:
JB

BLACK RAINBOWS - STELLAR PROPHECY Heavy Psych / Cargo

Daredevil Records

Mooslohstraße 79

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Germany

 

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